Wie man einen Prinzen tötet
 - T. Kingfisher - Hardcover
Coverdownload (300 DPI)

22,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Hardcover
Fantasy
351 Seiten
ISBN: 978-3-8479-0133-4
Ersterscheinung: 28.04.2023

Wie man einen Prinzen tötet

Roman
Übersetzt von Jasmin Schreiber

(40)

Die junge Marra, drittgeborene Tochter eines kleinen Königreichs, muss mitansehen, wie ihre beiden älteren Schwestern nacheinander mit dem sadistischen Prinz Vorling verheiratet werden. Nach dem mysteriösen Tod der Älteren, muss die Jüngere ihren Platz einnehmen, um Vorling endlich einen Erben zu schenken – ein Los, das auch Marra zu drohen scheint.

Es sei denn, sie nimmt ihr Schicksal in die eigene Hand und sucht sich ein paar schillernde Verbündete für ihren Plan – denn Marra will den Prinzen nicht küssen, sondern ihn töten!

Pressestimmen

„Hier ist Gänsehaut garantiert, ebenso wie grandioseste Unterhaltung vom ersten bis zum letzten Satz. Das haut einen glatt vom Hocker!“

WIE MAN EINEN PRINZEN TÖTET ist die perfekte Geschichte für alle, die sich gerne auf düstere märchenhafte Erzählungen einlassen und sich an einer Kombination aus Spannung und Spaß erfreuen."
Tolles Märchen-Abenteuer mit unglaublichen Ideen und Figuren, von denen man nicht genug bekommt. T. Kingfisher versteht ihr Handwerk und sorgt für frischen Wind im Fantasy-Genre. Wer außergewöhnliche Phantastik mag, kann ohne Bedenken zugreifen!"

Rezensionen aus der Lesejury (40)

April1985 April1985

Veröffentlicht am 20.05.2023

Wahnsinnig atmosphärisch, düster, makaber, brutal und humorvoll!

》Die Bäume waren voll Krähen und die Wälder voller Verrückter, die Grube war voll Knochen, und in den Händen hielt sie Draht.《

(Zitat aus ‚Wie man einen Prinzen tötet‘, E-Book Pos. 44, erster Satz)

Darum ... …mehr

》Die Bäume waren voll Krähen und die Wälder voller Verrückter, die Grube war voll Knochen, und in den Händen hielt sie Draht.《

(Zitat aus ‚Wie man einen Prinzen tötet‘, E-Book Pos. 44, erster Satz)

Darum geht’s:

Marra, drittgeborene Tochter eines kleinen,unbedeutenden Königreiches, muss mitansehen, wie erst ihre älteste Schwester Damia kurz nach der Heirat mit dem sadistischen Prinzen Vorling stirbt, und nun der mittleren Schwester Kania das gleiche Schicksal droht. Doch was, wenn auch die zweite Schwester stirbt? Marra möchte es nicht herausfinden und beschließt, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Ihr Plan: Vorling muss sterben!

Meine Meinung:

Ich habe den ersten Satz gelesen und wurde sofort von einer düsteren, märchenhaften Atmosphäre ummantelt. Die Geschichte hat nach wenigen Seiten einen regelrechten Sog entwickelt, dem ich mich nur schwer entziehen konnte. Ich habe mit Abscheu, aber auch Faszination Marra beim Wirken der Knochenmagie beobachtet und mit Entsetzen dem vermeintlichen Unfalltod von Marras älterer Schwester entgegen gesehen. Ich konnte Marra bereits nach den ersten Kapiteln absolut verstehen und habe gebannt ihr blutiges Vorhaben, den Prinzen zu töten, verfolgt.

Die Geschichte ist aus Marras Perspektive geschrieben. In einem Kloster aufgewachsen, fühlt sich Marra, die drittgeborene, als erwachsene 30-jährige Frau mehr als Nonne, denn als Prinzessin. Als ihre älteste Schwester kurz nach der Heirat mit Prinz Vorling stirbt, wird Marras zweitälteste Schwester mit dem Prinzen verehelicht. Marra, die fürchtet bald dasselbe Schicksal zu erleiden, möchte dem zuvorkommen. Ihre Mission: den Prinzen töten. Doch dafür muss sie vorher einige Aufgaben erledigen, welche ihr die Staubfrau zugeflüstert hat.

》Nähe einen Mantel aus Eulentuch und Nesseln. Baue einen Hund aus verfluchten Knochen. Fange das Mondlicht in einem Tontiegel ein.!《

(Zitat aus ‚Wie man einen Prinzen tötet‘, E-Book Pos. 184)

So beginnt Marras Reise, die sie durchs verfluchte Eitrige Land, einen gefährlichen Koboldmarkt und kleine Königreiche führt. Dabei wächst die Reisegruppe, die zunächst nur aus Marra und Knochenhund besteht. Doch wird es der ungleichen Truppe bestehend aus einem verbannten Mörder, einer alten Staubfrau mit ihrem Dämonenhuhn und einer untalentierten Patin gelingen gemeinsam mit Marra den Prinzen zu töten?

Ich mochte wirklich alles an der Geschichte. Vorallem aber die herrlich skurrilen Charaktere, den trockenen Humor und die vielen spitzzüngigen Dialoge.

Der Fokus der Geschichte liegt eindeutig auf den Charakteren und der Mission. Die Welt wird dabei nur eher oberflächlich beschrieben, was mich aber in keinster Weise gestört hat. Es ist jedenfalls eine düstere Märchenwelt, die ans Mittelalter angelehnt ist. Mit kleinen Königreichen, die um ihre Existenz fürchten und politische Ehen geschlossen werden. So richtig märchenhaft wird die Welt durch die Fantasyelemente – Patinnen, sprich gute Feen, welche die Neugeborenen segnen, Kobolde, Fluchpuppen und nicht zu vergessen die Knochenmagie. Ich hab alles davon beim Lesen gefeiert!

Der Schreibstil von T. Kingfisher bzw. Jasmin Schreibers Übersetzung ist wahnsinnig einnehmend. Sehr bildhaft, humorvoll und unglaublich atmosphärisch. Man fliegt nur so durch die Seiten.

»Es gibt eine lange Liste von Leuten, die ich gern beißen würde«, sagte Marra trocken. Die Staubfrau schnaubte. »Na gut. Dann sag mir einfach, wenn du danach den Drang zum Kauen verspürst.«

(Zitat aus ‚Wie man einen Prinzen tötet‘, E-Book Pos. 1440)

Wer Märchen mit einem düsteren, makaberen Einschlag mag, sollte sich dieses Juwel nicht entgehen lassen.


》Und ich bin hier mit einem Hundeskelett, das mir auf Schritt und Tritt folgt, und einer Frau mit einem Huhn auf ihrem Stab, welchen Eindruck werden sie wohl von mir haben?《

(Zitat aus ‚Wie man einen Prinzen tötet‘, E-Book Pos. 1585)

Fazit:

Wahnsinnig atmosphärisch, düster, makaber, brutal und humorvoll! Ich liebe und feiere Kingfishers Märchen für Erwachsene. Besonders die liebevoll schrulligen Charaktere, Knochenhund und Dämonenhuhn, sowie der trockene Humor haben es mir angetan.

Die Geschichte beweist: Nicht jede Prinzessin ist dazu geboren einen Prinzen zu küssen. Manchmal ist es besser, sein Schicksal selbst zu bestimmen und den Prinzen zu töten.

Jahreshighlight!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

buchpiratin buchpiratin

Veröffentlicht am 19.05.2023

Dämonenhuhn, Knochenhund und Koboldmarkt

Handlung:
Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?

Würdest du in eine Leichengrube steigen und einen Hund aus Knochen bauen? Einen Umhang aus Nesseln nähen, der deine Hände aufscheuert ... …mehr

Handlung:
Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten?

Würdest du in eine Leichengrube steigen und einen Hund aus Knochen bauen? Einen Umhang aus Nesseln nähen, der deine Hände aufscheuert und sie voller Narben zurück lässt? Eine alte Frau aufsuchen, die mit den Toten spricht?

Und das alles, obwohl du deine Schwester eigentlich hasst?

In dieses düsteren Märchen tut die drittgeborene Prinzessin Marra genau das, um ihre Schwester aus den Fängen eines grausamen Prinzen zu befreien.

Bewertung:
T. Kingfisher ist neu auf dem deutschen Buchmarkt und schreibt unter ihrem richtigen Namen (Ursula Vernon) Märchen für Kinder. Dementsprechend waren meine Erwartungen für dieses Fantasy-Buch recht gering. Doch… ich wurde positiv überrascht.

Der düstere und trockene Sprachstil, die ungewöhnlichen Fantasy-Elemente und die humorvollen Dialoge tragen die Lesenden durch dieses Märchen. Man weiß nie genau, wo die Reise hinführt und was hinter der nächsten Ecke lauert. Und die Leserschaft in Unwissenheit zu halten ist meiner Ansicht nach eine unterschätzte Kunst.

Es gibt keine Romantisierung des Mittelalters und mal keinen Märchenprinz. Mit Marra als Protagonistin haben wir keine Young-Adult-Prinzessin, die gerade überstarke Kräfte in sich entdeckt hat. Nein, Marra ist eine Prinzessin, die eigentlich lieber Nonne wäre, aber doch unfassbar willensstark ist und das Schicksal nicht der Zeit oder gar einem Prinzen überlässt.

Auch die weiteren Personen sind authentisch, witzig und haben ihre ganz eigenen Fähigkeiten.

Aufgrund der ungeschönten Darstellung des Mittelalters werden auch einige Themen angesprochen, die nicht für alle leicht verdaulich sind. Daher spreche ich für folgende Themen eine Triggerwarnungen aus:
- Fehlgeburt
- Todgeburt
- Häusliche und sexuelle Gewalt
- Kindstod

Fazit:
„Wie man einen Prinzen tötet“ ist ein düsteres, aber dadurch nicht automatisch ernstes Märchen, dass trotz gesprenkelter Fantasy-Elemente niemals überzogen wirkt. Ein Buch für alle, die gerne eine Erwachsenenversion des ARD-Sonntagsmärchens hätten.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

SalMar SalMar

Veröffentlicht am 19.05.2023

Märchenhafte Fantasy voller kreativer Ideen und Überraschungen

Marra ist Prinzessin, hat jedoch wenig Interesse am höfischen Dasein. Als jedoch nach dem Tod der ältesten Schwester auch die nächste mit dem düsteren Prinz Vorling verheiratet wird, beschließt sie, dem ... …mehr

Marra ist Prinzessin, hat jedoch wenig Interesse am höfischen Dasein. Als jedoch nach dem Tod der ältesten Schwester auch die nächste mit dem düsteren Prinz Vorling verheiratet wird, beschließt sie, dem Ganzen ein Ende zu bereiten.

Hinter dem geheimnisvollen Titel versteckt sich ein märchenhaftes Fantasybuch, das sämtliche Erwartungen sprengt und an sämtlichen Ecken mit Überraschungen aufwartet. Tatsächlich ist es praktisch unmöglich, die Entwicklungen vorherzusagen, und es macht unheimlich viel Spaß, die kreativen Ideen zu entdecken, die die Autorin nach und nach einbringt.

Marra ist eine rundum sympathische und wunderbar „normale“ Protagonistin. Obwohl sie eine Prinzessin ist, merkt man ihr das kaum an und sie ist, aufgrund ihrer Vergangenheit, wirklich bodenständig geblieben und verfügt, mal abgesehen von ihrer Beharrlichkeit, über keine außergewöhnliche Fähigkeit, die ihr das Leben oder diese Aufgabe praktischerweise erleichtert.

Mindestens genauso wunderbar sind aber auch Marras Weggefährten: Bei dieser kunterbunt gemischten Truppe ist jede Figur einzigartig und richtig interessant. Auch die Dynamik innerhalb der Gruppe ist klasse entwickelt und geschrieben, die Dialoge reichen dabei von tiefgehend bis urkomisch und konnten mich sehr begeistern.

Mir hat diese Geschichte unglaublich viel Spaß bereitet und ich war richtig traurig, am Ende die Truppe verlassen zu müssen. Wer Lust auf kreative Fantasy mit einzigartigen Charakteren und eine völlig unvorhersehbare Geschichte hat, der ist hier goldrichtig. Erfrischenderweise handelt es sich bei dem Buch auch nicht um den Anfang einer Reihe. Sollte sich die Autorin allerdings entschließen, noch einmal in diese Welt zurückzukehren, wäre ich auf jeden Fall dabei.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Holto Holto

Veröffentlicht am 15.05.2023

Ganz tolle Geschichte fernab der üblichen Klischees

Wer ein außergewöhnlicheres Fantasybuch sucht ist hier genau richtig. Die Autorin sprengt mit ihrer Geschichte sämtliche Klischees, was mir unglaublich gut gefällt. Zum Einen sind die Charaktere alle etwas ... …mehr

Wer ein außergewöhnlicheres Fantasybuch sucht ist hier genau richtig. Die Autorin sprengt mit ihrer Geschichte sämtliche Klischees, was mir unglaublich gut gefällt. Zum Einen sind die Charaktere alle etwas älter (30+) und zum Anderen sind es keine perfekt gestylten, wunderschönen Menschen, sondern authentische Protagonisten. Die Hauptprota Marra ist weder besonders hübsch, noch besonders klug, dafür aber extrem ehrgeizig und mutig. Sie steht für das ein, was ihr wichtig ist und ist sehr aufopferungsvoll. Ich fand es so angenehm ENDLICH mal etwas anderes zu lesen. Zudem gibt es auch keine richtige Liebesgeschichte, was mir ebenfalls gefallen hat. Der Fokus liegt hier auf dem Voranschreiten der Handlung und den Charakteren. Die, nebenbei bemerkt, ziemlich genial sind. Neben Marra gibt es noch die Staubfrau, die zwar schon sehr in die Jahre gekommen, für eine alte Frau aber ziemlich badass ist, sowie einen männlichen Begleiter und eine weitere ältere Frau, über die ich hier aber nicht zu viel verraten will. Die vier sind als Team wirklich witzig und es macht Spaß sie zu begleiten.

Der Schreibstil der Autorin lässt sich super flüssig und leicht lesen. Ab und an schwingt auch mal ein humorvoller Unterton mit, was mir sehr gefallen hat. Das Buch beinhaltet nicht wahnsinnig viele Plottwists (das ist bei der Länge auch nicht wirklich möglich), die Geschichte hält aber die ein oder andere Überraschung bereit.

Das Buch hat mir unglaublich gut gefallen und ich hoffe wir werden bald mehr von der Autorin lesen können! Eine ganz klare Empfehlung von mir!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Kaylaliest Kaylaliest

Veröffentlicht am 15.05.2023

Ein schaurig schönes Märchen

Wie man einen Prinzen tötet ist ein düsteres Märchen mit fantastischen Figuren, die einem ans Herz wachsen. Wer hier auf eine klassische Lovestory wie aus dem Märchen hofft, wird enttäuscht werden.

Die ... …mehr

Wie man einen Prinzen tötet ist ein düsteres Märchen mit fantastischen Figuren, die einem ans Herz wachsen. Wer hier auf eine klassische Lovestory wie aus dem Märchen hofft, wird enttäuscht werden.

Die Protagonistin Mara ist alles andere als die Prinzessin/Heldin im traditionellen Sinne, was sie für mich ganz besonders macht. Marra ist klein, rundlich, etwas älter und nicht sehr wortgewandt, hat aber ein gutes Herz und einen eisernen Willen. Was ihr alles an körperlicher Stärke fehlt, macht sie mit ihrem Charakter wieder wett und sie hat ein Ziel: den Prinzen töten. Auf ihre Reise lernt sie dabei viele Freunde kennen, die ihr bei der Mission behilflich sein wollen. Die Nebencharaktere sind ebenfalls sehr liebevoll gezeichnet und auf ihre Art lustig und herzerwärmend. Bis auf den Prinzen, der ebenfalls nicht, wie im klassischen Sinne, der Held des Märchens ist, sondern das genaue Gegenteil. Kingfischer spielt hier stark mit Rollenbildern. Die Geschichte erinnert etwas an Grimms Märchen, denn auch hier herrscht eine düster und schaurige Stimmung, die aber immer wieder durch lustige Momente durchbrochen wird.

Für mich war das Buch ein absoluter Page Turner und ich konnte es kaum aus der Hand legen. Ich kann es euch nur empfehlen!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

T. Kingfisher

T. Kingfisher - Autor
© J. R. Blackwell

T. Kingfisher ist das Pseudonym der bekannten Schriftstellerin Ursula Vernon. In einem anderen Leben schreibt sie Kinderbücher und abseitige Comics und hat u.a. den Hugo-, Sequoyah- und Ursa-Major-Preis gewonnen sowie diverse Junior-Library-Guild-Auszeichnungen eingeheimst. Als T. Kingfisher schreibt sie Bücher für Erwachsene. Wenn sie nicht gerade schreibt, findet man sie im Garten, wo sie vermutlich gerade Augenkontakt mit Schmetterlingen sucht.

Mehr erfahren
Alle Verlage