Der Fall Alice im Wunderland
 - Guillermo Martínez - PB

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16,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Paperback
Krimis
315 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0046-7
Ersterscheinung: 29.05.2020

Der Fall Alice im Wunderland

Kriminalroman
Übersetzt von Angelica Ammar

(28)

Die ehrwürdige Oxforder Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur: Aus dem Tagebuch des weltberühmten Schöpfers von Alice im Wunderland ist eine bis dato verschollene Seite aufgetaucht, die Brisantes offenbart. Doch bevor die Bruderschaft den Fund veröffentlichen kann, geschehen mehrere Morde, die durch das literarische Universum von Lewis Carroll inspiriert zu sein scheinen. Auch in ihrem zweiten Fall müssen Logik-Professor Arthur Seldom und sein junger argentinischer Mathematik-Doktorand scharf kombinieren, um den rätselhaften Fall zu lösen.

Rezensionen aus der Lesejury (28)

JZipperling JZipperling

Veröffentlicht am 27.01.2021

Hochinteressantes Hörbuch und hervorragend gelesen

In „Der Fall Alice im Wunderland“ entdeckt eine Studentin eine bis dato verschollene Tagebuchseite von Lewis Carroll. Diese Seite soll neue Informationen zum Leben des Alice im Wunderland-Autors beinhalten. ... …mehr

In „Der Fall Alice im Wunderland“ entdeckt eine Studentin eine bis dato verschollene Tagebuchseite von Lewis Carroll. Diese Seite soll neue Informationen zum Leben des Alice im Wunderland-Autors beinhalten. Bevor die Finderin der Lewis Carroll-Bruderschaft ihre Entdeckung unter ihren Bedingungen vorführen kann (sie verlangt, dass ihr alleine der Fund zugeschrieben wird), wird sie das Opfer eines Verkehrsunfalls, der Ähnlichkeit zu einer Stelle aus „Alice im Wunderland“ aufweist. Schon bald liegt der Verdacht nahe, dass es sich um keinen Unfall, sondern um Absicht gehandelt haben könnte. Und das ist erst der erste Vorfall mit Verbindung zum berühmten Kinderbuch …

*Meine Erwartungen:*
Eigentlich sind Krimis nicht mein Genre, aber ich fand den Gedanken spannend, dass es tatsächlich einen Mörder geben könnte, der seine Taten nach Motiven aus dem Kinderbuch planen und durchführen könnte. Was könnte dahinterstecken, wenn jemand so etwas macht? Der Verlauf der Geschichte hat allerdings gezeigt, dass alles ganz anders war, als ich das erwartet hatte – was ja schon mal nicht schlecht ist. Wer will bei einem Krimi schon direkt wissen, wie alles abgelaufen ist?

*Meine Meinung:*
Der Sprecher des Hörbuchs ist Sascha Tschorn und er hatte hier wirklich keine leichte Aufgabe. Die beiden Hauptfiguren sind nämlich ein Logik-Professor und sein Mathematik-Doktorand. Yay … Das sind nicht gerade die Themengebiete, mit denen ich auf einer Party Smalltalk betreibe. Zeitweise kommt es auch zu der einen oder anderen wissenschaftlich formulierten Stelle, aber mich hat Sascha Tschorn da immer abholen können. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich nicht mehr hinterherkomme und dem Plot nicht mehr folgen kann.

In der Geschichte geht es unter anderem auch darum, dass Lewis Carroll gerne Zeit mit Mädchen verbracht und sie dabei auch gerne fotografiert hat. Vor allem die Lewis Carroll-Bruderschaft im Buch diskutiert darüber, dass das zu Lebzeiten des Autors nichts Verwerfliches gewesen sei. Ich finde, dass es hier ein Leichtes gewesen wäre, Missbilligung oder Ekel in die Stimme zu legen. Einfach so ein „Eeewwww!“ Sascha Tschorn liest diese Stellen aber ganz unaufgeregt und ich finde das goldrichtig. Obwohl ich das Hörbuch bereits vor Wochen gehört habe, überlege ich immer noch, wie ich durch die für mich neuen Erkenntnisse über Lewis Carroll denke. Einerseits empfinde ich es als Mensch des 21. Jahrhunderts mehr als bedenklich, dass ein erwachsener Mann Fotos von kleinen Mädchen gemacht hat. Gleichzeitig verstehe ich auch, dass man manche Dinge im historischen Kontext betrachten muss. Der Autor hat diese Fotografien nie heimlich angefertigt. Die Eltern der Kinder waren im Bilde. Damals hat man nackte Kinder offenbar als etwas Reines und Engelsgleiches betrachtet. Das war hochinteressant zu verfolgen und durch den Sprecher sehr gut überliefert. Er hat mir dadurch den Raum für meine eigenen Gedanken gelassen.

Eines muss ich unbedingt betonen: Die Sätze in „Der Fall Alice im Wunderland“ sind teilweise wirklich seeehr lang. Sie so zu transportieren, dass ich in der Lage bin, alles ohne visuelle Unterstützung zu erfassen, ist nicht leicht. Dennoch ist es Sascha Tschorn geglückt. Er hat das richtig gut und unterhaltsam gemacht. Ich konnte alle Figuren von einander unterscheiden, weil er jeder einen eigenen Klang gegeben hat. Besonders an der vergnügten Josephine bei ihrer Tee-Prüfung hatte ich meinen Spaß.

*Fazit:*
Für mich war das Hörbuch zu „Der Fall Alice im Wunderland“ ein hochinteressantes Hörvergnügen, dem ich aufmerksam gefolgt bin … allerdings besteht die Möglichkeit, dass ich beim Zuhören alles andere vergessen habe: die Arbeit, den Haushalt, meine E-Mails … Na ja, bisschen Schwund ist immer. Ich bereue nichts und würde es jederzeit wieder tun!

PS: Wenn ich hier noch mal extra Sterne für den Sprecher geben könnte, bekäme er natürlich die volle Ladung!

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Akoontour Akoontour

Veröffentlicht am 24.01.2021

Für einen entspannten Hörbuchabend zu komplex

"Der Fall Alice im Wunderland" - für mich ist es das erste Werk von Guillermo Martínez, das ich gelesen haben - ein solcher Titel hat bei mir die Erwartung geweckt einmal mehr in die fantastische Welt ... …mehr

"Der Fall Alice im Wunderland" - für mich ist es das erste Werk von Guillermo Martínez, das ich gelesen haben - ein solcher Titel hat bei mir die Erwartung geweckt einmal mehr in die fantastische Welt von Alice im Wunderland abzutauchen. Diese Erwartung wurde enttäuscht, wenn gleich auch mir dadurch nicht das Vergnügen an der Handlung genommen wurde. Es geht viel mehr um die Kontroverse über die vermeintlich pädophile Neigung Lewis Carrols. Der Krimi orientiert sich hier sehr getreu an den Biografien des Autors von Alice im Wunderland.


In ihrem zweiten Fall müssen Logik-Professor Arthur Seldom und sein junger argentinischer Mathematik-Doktorand, der Ich-Erzähler der Handlung, müssen mehrere Morde, die inspiriert sind aus Carrols literarischem Universum, innerhalb der Lewis-Carrol-Bruderschaft aufklären. Die Handlung ist insgesamt sehr interessant, obwohl der ein oder anderen Passage eine Kürzung durchaus nicht geschadet hätte. Der Krimi ist, wenn auch einer Reihe angehörend, in seiner Geschichte unabhängig. Es ist also unproblematisch, wenn man das erste Werk nicht gelesen oder gehört hat.


Gelesen von Sascha Tschorn wird eine sehr stimmige nüchterne und wenig emotionsgeladene Atmosphäre erzeugt, die die Handlung sehr gut transportiert. Dennoch ist mir das Zuhören stetig schwer gefallen, was jedoch viel mehr dem komplexen Satzbau, wie auch der ein oder anderen lang gezogenen Szene, geschuldet.

Aufgrund der Komplexität der Sprache und der mathematischen Bezüge käme mir in diesem Fall tatsächlich ein Buch als Medium deutlich mehr entgegen und ich werde das Buch sowie den vorherigen Band der Reihe definitiv auf meine Wunschliste setzen. Für einen entspannten Hörbuchabend oder während einer langen Autofahrt wäre mir das Zuhören zu anstrengend.

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daisiesdaffodils8otherletters daisiesdaffodils8otherletters

Veröffentlicht am 24.01.2021

Packender intelligenter Krimi

Liebe Daisy,

heute melde ich mich mit meinen Eindrücken zu „Der Fall Alice im Wunderland“ von Guillermo Martínez, in einer Übersetzung von Angelica Ammar. Ich hatte das große Glück, ein Rezensionsexemplar ... …mehr

Liebe Daisy,

heute melde ich mich mit meinen Eindrücken zu „Der Fall Alice im Wunderland“ von Guillermo Martínez, in einer Übersetzung von Angelica Ammar. Ich hatte das große Glück, ein Rezensionsexemplar des Hörbuchs, das von Sascha Tschorn gesprochen wird, bei Lesejury.de zu gewinnen.

*Inhalt*
Der Protagonist, ein Argentinier, der Doktorand der Mathematik in Oxford ist, und sein Dozent, Professor Arthur Seldom, die im ersten Band der Reihe bereits Verbrechen aufzuklären haben, werden auch in diesem Roman in ein solches verwickelt. Die Lewis-Carroll-Bruderschaft steht kurz davor, eine neue Reihe an Büchern zu diesem zu veröffentlichen. Doch dann wird eine bis dahin ungesehene Seite aus dem Tagebuch des Autors entdeckt, die alle bisherigen Annahmen über ihn über den Haufen zu werfen verspricht. Wenig später geschieht ein grausames Verbrechen und die beiden Wissenschaftler müssen geschickt kombinieren, um dieses aufzuklären.

*Das Hörbuch*
Ich muss ja gestehen, dass ich in den vergangenen Jahren kaum Hörbücher gehört habe und lieber selbst lese. Doch „Der Fall Alice im Wunderland“ konnte mich auf ganzer Länge überzeugen. Hierfür war sicher der Sprecher Sascha Tschorn maßgeblich. Seine Stimmfarbe ist angenehm, er hat ein gutes Tempo beim Lesen und betont so, dass selbst lange, verklausulierte Sätze verständlich werden. Zudem hatte ich große Freude daran, dass er jeder Figur ihre eigene Stimme verliehen hat.

*Der Erzählstil*
Auch inhaltlich hat mir das Buch gefallen; insbesondere, weil es intelligent geschrieben war und verschiedenste Fachgebiete eingearbeitet wurden. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Narration, die geschickt mit (historischen) Fakten verwoben ist, und dadurch ein hohes Maß an Authentizität erreicht.
Ein großes, gerade noch überschaubares Ensemble an Figuren sorgt dafür, dass der Fall bis zum Schluss kniffelig bleibt. Obgleich ich gestehen muss, dass ich einige Wendepunkte habe kommen sehen; was der Sache aber keineswegs Abbruch getan hat.

Solltest du also auf der Suche nach einem packenden Krimi sein, hör hier mal rein. Ich würde ihn FreundInnen des Genres ab 18 empfehlen. Natürlich kann man ihn auch schon in jüngeren Jahren hören. Ich denke nur, dass der universitäre Kontext, der sich in vielerlei Hinsicht auch inhaltlich abzeichnet, älteren und gebildeteren LeserInnen mehr Spaß machen wird.

Deine Daffy

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Jethro Jethro

Veröffentlicht am 18.01.2021

Mord in Oxford - spannende Lehrstunde zu Lewis Carroll

Der Krimi „Der Fall Alice im Wunderland“ ist der zweite Band mit dem Oxforder Logik-Professor Arthur Seldom und seinem argentinische Mathematik-Doktoranden.
Die ehrwürdige Lewis-Carroll-Bruderschaft ist ... …mehr

Der Krimi „Der Fall Alice im Wunderland“ ist der zweite Band mit dem Oxforder Logik-Professor Arthur Seldom und seinem argentinische Mathematik-Doktoranden.
Die ehrwürdige Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur. Eine verschollene Seite aus Lewis Carrolls Tagebüchern soll aufgetaucht sein. Ihr Inhalt könnte ein völlig neues Licht auf Carrolls mutmaßlicher Pädophilie und sein Verhältnis zu Alice und ihrer Familie werfen. Doch bevor der Inhalt bekannt wird, geschieht ein Mordversuch, und bei diesem soll es nicht bleiben.
Guillermo Martinez hat auf der Grundlage der Forschung um Lewis Carrolls Tagebücher und seine mutmaßliche Pädophilie einen gut recherchierten und spannenden Krimi geschrieben. Die Ereignisse um Carrolls Tagebücher haben größtenteils realen Hintergrund, in dem sich die Krimi-Handlung wunderbar einfügt. Mich hat das Thema auch dazu veranlasst, selber mehr über Carrolls Tagebücher zu erfahren. Vieles an diesem 1994 spielenden Krimi erinnert an das Flair der Sherlock-Holmes-Romane, besonders wenn die (so nicht real existierende) Lewis-Carroll-Bruderschaft handelt. Aktionreich ist das alles nicht, aber dennoch steigert sich die Spannung in der zweiten Hälfte beträchtlich (während der ersten Hälfte manchmal etwas das Tempo fehlt). Die Personen werden charakterlich anschaulich dargestellt, ihre Motive zu handeln sind gut nachzuvollziehen. Auch sind die meisten Figuren nicht einfach nur gut oder böse, so dass man mit den meisten auch immer wieder Sympathie oder auch Abneigung empfindet.
Mir hat die Mischung aus Krimi und Literaturforschung sehr gut gefallen, auch einige Ausflüge in den Bereich der Mathematik hat Martinez ohne groß zu belehren gut eingefügt (mir persönlich gefällt der Exkurs zu Andrew Wiles‘ Beweis der Fermatschen Vermutung sehr gut).
Der Hörbuchsprecher Sascha Tschorn macht seine Sache ordentlich. Man kann ihm gut zuhören, jedoch wäre bei der großen Anzahl an Personen manchmal etwas mehr stimmliche Abwechslung gut gewesen. Dennoch macht das Hören Spass, besonders in der zweiten Hälfte, wenn das Tempo schneller wird. Ein guter, etwas anspruchsvollerer Krimi, der gut unterhält und auch informiert.

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melange melange

Veröffentlicht am 17.01.2021

Skandal! Moral!

Zum Inhalt:
Die Carroll-Bruderschaft ist aufgewühlt, als eine Studentin eine verschwundene Tagebuchseite des Schriftstellers findet. Schon lange wird gemunkelt, dass Carroll pädophil war und sein Interesse ... …mehr

Zum Inhalt:
Die Carroll-Bruderschaft ist aufgewühlt, als eine Studentin eine verschwundene Tagebuchseite des Schriftstellers findet. Schon lange wird gemunkelt, dass Carroll pädophil war und sein Interesse an dem realen Vorbild von Alice heutigen moralischen Maßstäben nicht genügen würde. Doch bevor sie die Seite vorlegen kann, wird auf die Studentin ein Anschlag verübt, den sie nur schwerverletzt überlebt. Bei dieser Tat bleibt es nicht und bald gibt es die erste Leiche.

Mein Eindruck:
Diese Geschichte macht es dem Leser sehr schwer, sich in ihr zurechtzufinden; lange Zeit rätselt man um Täter und Motiv, viele falsche Spuren verwirren zusätzlich. Was jedoch direkt gefällt, ist die skurrile Personenschar, die sich Martinez als Begleitung für seinen (halb-autobiografischen) Ich-Erzähler erdacht hat. Neben den schon aus dem ersten Buch bekannten Professor, Journalisten und Detektiv viele Mitglieder der fiktiven Bruderschaft und ein neuer Polizist, der sich nur barfuß durch die Stadt bewegt. Der Schreibstil ist gewohnt gradlinig, mit Gefühlen tut sich der Autor weiterhin schwer. Es plätschert an der Oberfläche, statt bedeutsam in die Tiefe zu gehen. Das größte Manko des Hörbuchs ist jedoch der Sprecher, der den Text uninspiriert und mit falscher Betonung herunterliest anstatt ihn zu interpretieren. Das, zu viele unbeantwortete Fragen und das „zweite“ über alle Maßen unglaubwürdige Ende führen trotz einer wirklich guten Aufklärung des Hauptfalls zu einer Einstufung des (Hör-)Buches als mittelmäßig. Schade eigentlich.

Mein Fazit:
Zuerst zwar schlecht gelesen, aber gut konstruiert. Zum Schluss absurd.

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Autor

Guillermo Martínez

Guillermo Martínez - Autor
© Alejandra Lopez

Guillermo Martínez, geboren 1962, lebt in Buenos Aires und ist promovierter Mathematiker. Zwei Jahre seiner Doktorandenzeit verbrachte er an der Universität Oxford. Für seinen Krimi "Die Oxford-Morde" erhielt er 2003 den Premio Planeta; der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt und 2008 fürs Kino verfilmt. Der Nachfolgeband "Der Fall Alice im Wunderland" wurde mit dem Premio Nadal 2019 ausgezeichnet.

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