Der Fall Alice im Wunderland
 - Guillermo Martínez - PB

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

16,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Paperback
Krimis
315 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0046-7
Ersterscheinung: 29.05.2020

Der Fall Alice im Wunderland

Kriminalroman
Übersetzt von Angelica Ammar

(8)

Die ehrwürdige Oxforder Lewis-Carroll-Bruderschaft ist einer Sensation auf der Spur: Aus dem Tagebuch des weltberühmten Schöpfers von Alice im Wunderland ist eine bis dato verschollene Seite aufgetaucht, die Brisantes offenbart. Doch bevor die Bruderschaft den Fund veröffentlichen kann, geschehen mehrere Morde, die durch das literarische Universum von Lewis Carroll inspiriert zu sein scheinen. Auch in ihrem zweiten Fall müssen Logik-Professor Arthur Seldom und sein junger argentinischer Mathematik-Doktorand scharf kombinieren, um den rätselhaften Fall zu lösen.

Rezensionen aus der Lesejury (8)

birkatpet birkatpet

Veröffentlicht am 11.09.2020

Spannend mit vielen Wendungen

Als großer Fan von ‘Alice im Wunderland’ hat mich dieses Buch magisch angezogen, der Hut, die Taschenuhr, der Titel, Logikprofessoren, eine Bruderschaft...musste ich haben. Der Krimi ist in der Ich-Perspektive ... …mehr

Als großer Fan von ‘Alice im Wunderland’ hat mich dieses Buch magisch angezogen, der Hut, die Taschenuhr, der Titel, Logikprofessoren, eine Bruderschaft...musste ich haben. Der Krimi ist in der Ich-Perspektive des argentinischen Doktoranden G. geschrieben. G. ist natürlich nicht sein richtiger Name, aber Aussprache und Schreibweise scheinen so schwierig zu sein, dass er der Einfachheit halber G. genannt wird. Dank eines Stipendiums reiste er ein Jahr zuvor nach England um dort in Oxford Logik zu studieren, beim hoch angesehenen Arthur Sheldom. "Der Fall Alice im Wunderland" ist bereits der zweite Teil um diese beide Logikprofis, denn zeitgleich erschien auch Teil eins: "Die Oxford Morde" , was ich bislang noch nicht gelesen habe, aber sicher irgendwann nachholen werde. Der mehr oder weniger namenlose Ich-Erzähler ist ein sympathischer Charakter, ebenso sein Doktorvater A. Sheldom. Die verübten Morde werden eher durch Zufall mit ‘Alice im Wunderland’ in Verbindung gebracht.
Das Rätsel und welches Geheimnis diese Seite des Tagebuches enthält ist lange auch für die Leser*innen geheim und lässt eine gewisse Spannung entstehen, ebenso die Frage nach dem/der Mörder*in, da war ich tatsächlich lange auf der falschen Fährte und hatte jemand anderen im Visier. Im Zentrum stehen die Aufklärung der Morde und die Suche nach dem Motiv, im Grunde das Finden der Logik dieser Verbrechen.

Sehr interessant fand ich die biographischen Informationen über Lewis Carroll, die durch die Unterhaltungen zwischen den Mitgliedern der fiktiven Bruderschaft transportiert werden, sehr nah an der Realität und seiner wirklichen Biografie, jedoch keine leichte Kost, schließlich wurde ihm unterstellt, dass sein Hobby, die Fotografie junger Mädchen in gewissen Posen, nichts mit Interesse oder Normalität in der viktorianischen Zeit zu tun haben, sondern schlicht mit Pädophilie. Dieses Thema nimmt viel Raum ein. Es hagelt relativ viele Namen, manche Personen werden etwas genauer beschrieben, sodass es mir da leichter fiel mir die Namen zu merken, aber aufgrund der Anzahl ist es verständlich, dass die Figuren nicht mit allzu viel Tiefe ausgearbeitet sind. Ich habe das Buch in drei Tagen gelesen, sodass Namen und Personen nicht in Vergessenheit gerieten (Namen zu merken fällt mir nämlich wirklich schwer). Weiterhin empfand ich es etwas verwirrend, dass es Ende der Neunziger spielt, jedoch der Eindruck einer viel früheren Zeit vermittelt wird, ich habe zeitweise nur auf Pferde samt Kutsche gewartet oder Telefone mit Wählscheibe und die Vermittlung auf der anderen Seite der Leitung.

Der Schreibstil ist absolut flüssig und ich persönlich mag die argentinischen Autor*innen grundsätzlich gerne. Atmosphärisch angenehm und leicht zu lesen, insbesondere in der aktuell doch sehr angespannten Zeit, der Hektik und unglaublich viel Arbeit war es einfach eine willkommene Abwechslung und es war möglich dem Roman auch abends im Bett nach einem anstrengenden Tag noch zu folgen und das ohne zu große Anspannung durch den Verlauf der Geschichte.

Ein interessanter Kriminalroman mit überraschender Wendung und der Suche nach der Logik der Verbrechen. Viele interessante Infos zu ‘Alice im Wunderland’ und Lewis Carroll. Angenehmer Lesefluss und nette Charaktere. Für gemütliche Abende und zum Abschalten eine wohl dosierte Spannung.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

NessaReads NessaReads

Veröffentlicht am 16.08.2020

Die verlorenen Seiten von Lewis Carroll und viele Wendungen

Der zweite Fall für Professor Seldom und seinen Doktoranden ist nicht nur etwas für Alice im Wunderland-Liebhaber. Natürlich hilft es, schon einmal etwas von Alice’s Geschichte und ihrem Autor, Lewis Carroll, ... …mehr

Der zweite Fall für Professor Seldom und seinen Doktoranden ist nicht nur etwas für Alice im Wunderland-Liebhaber. Natürlich hilft es, schon einmal etwas von Alice’s Geschichte und ihrem Autor, Lewis Carroll, gehört zu haben, aber die Story hat viele andere Facetten und gibt kurze Ausführungen für Nicht-Kenner. Für mich war besonders der Teil über den Autor von Alice im Wunderland sehr interessant und hat mir ein wenig zu denken gegeben, da viele Details über sein Leben auf der Wahrheit beruhen.

Dadurch, dass man den Fall aus der Sicht des Doktoranden (dessen Namen anscheinend niemand aussprechen kann) vermittelt bekommt, ist man als Leser in der ersten Reihe bei vielen Ereignissen dabei. Für mich hat der Autor zwischendurch zu viele „Ausflüge“ in kleine private Erlebnisse des Doktoranden gemacht. Einiges hat sich auf den ersten Teil der Reihe bezogen, anderes auf so Kleinigkeiten wie der Weg zur Universität und was er dort alles sieht. Wobei ich manchmal den Eindruck bekam, dass ein Detail angesprochen wurde und dann verworfen wurde. Die Story hat einige Wendungen und dabei bleibt die Spannung, wer hinter allem steckt, bis zum Schluss gewahrt. Und diese Spannung hat das Buch gerettet und ich finde noch immer, dass es ein gutes Buch ist.

Eine Empfehlung für Alice-Liebhaber und solche die Krimis mit realen historischen Figuren mögen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Buecherseele79 Buecherseele79

Veröffentlicht am 27.07.2020

Wer war Alice im Wunderland?

Eine Sensation, wenn es denn stimmt. Angeblich ist eine Seite aus Lewis Carroll sein Tagebuch aufgetaucht! Eine Seite die damals von seinen 2 Cousinen entfernt wurde und man viel in der Lewis- Carroll- ... …mehr

Eine Sensation, wenn es denn stimmt. Angeblich ist eine Seite aus Lewis Carroll sein Tagebuch aufgetaucht! Eine Seite die damals von seinen 2 Cousinen entfernt wurde und man viel in der Lewis- Carroll- Bruderschaft über das Geheimnis philosophiert hat. Eine Studentin des Professors für Logik, Arthur Seldom, beschäftigt sich mit der geheimen Botschaft des Tagesbuchs. Doch dann geschieht ein Unfall der die Studentin töten sollte…und auch in der Bruderschaft beginnt eine Mordserie die nicht zu erklären ist…was hat Lewis Carroll auf der Tagebuchseite festgehalten?
„Ich hoffe, Sie verstehen jetzt, warum diese herausgetrennte Seite eine solche Anziehungskraft auf die Biografen ausgeübt hat, ja, gewissermaßen zu einem Prüfstein wurde. Auf ihr, und vielleicht nur dort, stand der entscheidende Beweis, das verhängnisvolle Ereignis, das explizite Eingeständnis einer kompromittierenden Handlung.“ (Seite 25)
„Der Fall Alice im Wunderland“ ist der zweite Band des Autors Guillermo Martínez. Den ersten Band hatte ich nicht gelesen weil er mich nicht wirklich angesprochen hat, hier ist der Titel schon sehr spannend.
Ich persönlich bin gut in die Geschichte gestartet und da dieses Buch in sich abschließend ist muss man den ersten Band, in meinen Augen, nicht gelesen haben.
Der Autor hat einen sehr ruhigen und interessanten aber leicht zu verstehenden Schreibstil. Gekonnt baut er einen Spannungsbogen auf der nicht überspannt wird, aber man als Leser neugierig bleibt und auf der Suche nach dem Täter, dem Warum und dem Geheimnis der Tagebuchseite durch die Seiten fliegt.
Der Professor und sein Doktorand, der hier nur „G“ genannt wird und von seiner Sicht aus auch die Geschichte erzählt wird, waren mir sehr sympathisch. Gerade der Professor Arthur Seldom war für mich very british, ich mochte das Kühle, hier und da ein Spritzer Humor, mit seiner Logik und durchschimmernden Leidenschaft die aber nie ausgeartet ist sondern immer eben british blieb. Was ich unglaublich toll und faszinierend finde – dass der Professor Zustände, Geschehnisse mit Logikformeln oder eben der Mathematik löst, erklärt oder ergänzt. Man muss also gerade hier etwas genauer lesen, aber kann nebenbei noch was lernen.
Die Bruderschaft beschäftigt sich ausschließlich mit Lewis Carroll, dem Autor von „Alice im Wunderland“. Hier erfährt man sehr viel Privates aus dem Umfeld des Autors. Ich persönlich bin jetzt kein großer Fan von „Alice im Wunderland“, allerdings muss ich Lewis Carroll zugestehen dass er viele Charaktere in seinem Buch sehr düster, durchgeknallt und vielfältig dargestellt hat und sie alleine dadurch eine Faszination ausüben. Wer ein Fan des Autos oder von „Alice im Wunderland“ ist wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.
Lewis Carroll wird sehr interessant und mit Fakten dargestellt. Aber auch Themen, die damaliger Zeit angesehen waren, erlaubt oder zugelassen, würden heute unter einem anderen Aspekt stehen und somit hat die Bruderschaft natürlich Angst bei den aktuellen Vorkommnissen, dass „ihr Autor“ und Leidenschaft in den Schmutz gezogen wird. Doch was würde die geheime Seite ans Licht bringen? Und wer in der Bruderschaft hat eigene Geheimnisse die nicht ans Licht kommen dürfen?
Durch den Unfall an der Studentin wird auch die Bruderschaft unruhig und Professor Arthur Seldom beginnt insgeheim zu ermitteln. Bis zum Ende hin ist man im Ungewissen was hier der rote Faden ist, was auf der Seite steht, welche Welten werden eventuell erschüttert? Ich persönlich muss sagen dass mir das Ende sehr gelungen erscheint, nicht superspektakulär, aber schlüssig, mit dem ein oder anderen Überraschungseffekt und doch aufgelöst.
Ein Buch welches die Bezeichnung Kriminalroman auf jeden Fall verdient hat, mal etwas Neues in Punkto „Ermittler“ und eben very british in der Umsetzung. Ich wurde sehr gut unterhalten

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

ErleseneSeiten ErleseneSeiten

Veröffentlicht am 23.07.2020

Mord im Wunderland

Zum zweiten Mal geraten Professor Arthur Seldom und der argentinische Doktorand, von dem wir immerhin den Anfangsbuchstaben ‚G‘ erfahren, in einen verzwickten Fall.

Die Handlung des Romans spielt im Sommer ... …mehr

Zum zweiten Mal geraten Professor Arthur Seldom und der argentinische Doktorand, von dem wir immerhin den Anfangsbuchstaben ‚G‘ erfahren, in einen verzwickten Fall.

Die Handlung des Romans spielt im Sommer 1994 in Oxford. Kristen Hill, die ebenfalls eine Doktorandin Seldoms war, ehe sie zu einem Forschungsstipendium kam und sich nun mit den Tagebüchern von Lewis Carroll auseinandersetzt, hat einen sensationellen Fund gemacht. Einige Tagebuchseiten wurden einst von Carrolls Familienangehörigen vernichtet, doch Kristen findet eine Notiz, die den Inhalt besagter Seiten zusammenfasst. Welches brisante Geheimnis vermag diese Notiz zu enthüllen? Was verrät sie über den Schöpfer von „Alice im Wunderland“, das seine Verwandten verschweigen wollten? Die Lewis-Carroll-Bruderschaft gerät aus dem Häuschen. Doch bei der Versammlung, auf der die Nachricht enthüllt werden soll, kommt Kristen niemals an.

In diesem zweiten Kriminalfall rund um Professor Seldom, der gut 16 Jahre nach „Die Oxford-Morde“ publiziert wurde, zeigt sich ein deutlicher Reifegrad von Guillermo Martínez. Die Längen aus Band 1, in denen mathematische Theoreme erläutert wurden, sind zugunsten einer spannenden Handlung gekürzt. Den Leser erwartet ein kniffliger Krimi mit einer Reihe von Morden, die dem weltbekannten Kinderbuch entlehnt sind. Die immer wieder herausgezögerte Enthüllung des Tagebuchinhalts hat mich fast in den Wahnsinn getrieben.

Natürlich kenne ich „Alice im Wunderland“, doch über Lewis Carroll wusste ich bislang nichts. Nicht, dass er eigentlich Charles Dodgson hieß. Dass er ebenfalls Mathematiker war. Und auch nichts über seine – nun ja, heute würde man sagen skandalösen – Fotografien. Mit umso größerem Staunen habe ich die Forschungsergebnisse verfolgt, die im Buch durch die Vertreter der Lewis-Carroll-Bruderschaft erklärt werden. Für dieses umfangreiche Wissen hat sich Guillermo Martínez in die Sekundärliteratur eingearbeitet. Eine gigantische Recherchearbeit, die sich auszahlt.

Schockierend sind die Neigungen Carrolls. Wie gesagt, ich war im Vorfeld völlig unbedarft, was seine Biografie betrifft. Aus diesem Grund konnte der Roman bei mir seine volle Wirkung entfalten.

Der Aufbau der Handlung ist brillant, vielschichtig, wendungsreich. Jedes Detail ist perfekt aufeinander abgestimmt. Seien es die mysteriösen Tagebuchseiten, Carrolls Fotografien, die Morde oder die verschiedenen Blickwinkel, wobei alles mit den Betrachtungen der Logik unterlegt ist.

„Der Fall Alice im Wunderland“ ist ein extrem guter Kriminalroman, der wieder klassische Elemente des Genres aufgreift und gelungen umsetzt. Er ist meisterhaft recherchiert und strukturiert, mit einer spannenden, nicht vorhersehbaren Handlung von Anfang bis Ende.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Gavroche Gavroche

Veröffentlicht am 07.07.2020

Ein spektakulärer Fund

Ich kenne den ersten Band aus der Reihe von Guillermo Martínez noch nicht, aber nach der Lektüre dieses Buches ist meine Neugierde definitiv geweckt. Die Handlung spielt im Jahr 1994 in der Universitätsstadt ... …mehr

Ich kenne den ersten Band aus der Reihe von Guillermo Martínez noch nicht, aber nach der Lektüre dieses Buches ist meine Neugierde definitiv geweckt. Die Handlung spielt im Jahr 1994 in der Universitätsstadt Oxford. Professor Seldom und sein Doktorand werden in ihren zweiten Fall verwickelt. Dieses Mal steht die Lewis-Carroll-Bruderschaft im Mittelpunkt, die stets auf der Suche nach neuen Inputs ihres Autors ist. Eine junge Doktorandin findet einen Zettel, der neue biographische Erkenntnisse erbringt, doch bevor sie ihren Fund weiterzeigen kann, wird sie angefahren. Logikprofessor Seldom - Mitglied eben jener Bruderschaft - und sein Mathematik-Doktorand ermitteln. Zwei wirkliche ungewöhnliche Ermittler, eine spannende Geschichte mit vielen interessanten Fakten rund um den Autor von Alice im Wunderland / hinter den Spiegeln. Ich habe viel mit gerätselt und gebangt, denn es bleibt nicht bei dem einen Mord. Die Auflösung ist logisch und gefiel mir, ein toller Schreibstil, ein unterhaltsamer und lehrreicher Krimi.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Guillermo Martínez

Guillermo Martínez - Autor
© Alejandra Lopez

Guillermo Martínez, geboren 1962, lebt in Buenos Aires und ist promovierter Mathematiker. Zwei Jahre seiner Doktorandenzeit verbrachte er an der Universität Oxford. Für seinen Krimi "Die Oxford-Morde" erhielt er 2003 den Premio Planeta; der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt und 2008 fürs Kino verfilmt. Der Nachfolgeband "Der Fall Alice im Wunderland" wurde mit dem Premio Nadal 2019 ausgezeichnet.

Mehr erfahren
Alle Verlage