Die Oxford-Morde
 - Guillermo Martínez - PB

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14,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Paperback
Krimis
221 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0047-4
Ersterscheinung: 29.05.2020

Die Oxford-Morde

Kriminalroman
Übersetzt von Angelica Ammar

(19)

An einem lauen Sommerabend in Oxford findet ein argentinischer Mathematik-Doktorand die Leiche seiner Vermieterin. Kurz darauf geschehen weitere Morde, und kein Geringerer als Arthur Seldom, der berühmte Professor für Logik, erhält jedes Mal eine Nachricht mit einem rätselhaften Symbol. Schnell ist klar: Wenn sie den nächsten Mord verhindern wollen, müssen Seldom und der junge Doktorand die logische Reihung der Symbole entschlüsseln ...

Rezensionen aus der Lesejury (19)

kupfis_buecherkiste kupfis_buecherkiste

Veröffentlicht am 01.08.2020

Anspruchsvoller Krimi mit Lerneffekt

Ein namenloser argentinischer Mathematik-Doktorand kann eine kleine Wohnung in Oxford bezogen, um seine Doktorarbeit voranzutreiben. Eines Nachmittags findet der Doktorand seine Vermieterin, eine ältere ... …mehr

Ein namenloser argentinischer Mathematik-Doktorand kann eine kleine Wohnung in Oxford bezogen, um seine Doktorarbeit voranzutreiben. Eines Nachmittags findet der Doktorand seine Vermieterin, eine ältere Dame, tot in deren Wohnung vor. Der Argentinier wird stutzig, ob dies wirklich ein natürlicher Tod war oder ob die ältere Dame ermordet wurde. Auch den Universitätsprofessor Arthur Seldom, der ebenfalls an den Tatort berufen wurde, plagen Zweifel. Besonders fallen den zweien verschiedene Symbole, die am Tatort hinterlassen wurden, ins Auge. Bei Recherchearbeiten stellen sich diese als wichtige Symbole der Pythagoräer dar. Um einen vierten Mord zu verhindern, wendet sich Seldom mit der Polizei an die Öffentlichkeit. Ob dies gelingt, dürft ihr sehr gerne selber erfahren.

Martinez‘ Oxford Morde wurde ursprünglich als Pythagoras-Morde veröffentlicht und vom Eichborn in einer frischen Aufmachung wiederveröffentlicht. Eventuell hat manch Leser auch bereits den Film dazu gesehen.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, dass es einerseits keine blutrünstigen Morde waren. Stattdessen geschahen die Morde still, wenn nicht sogar fast unsichtbar. Die Tatmotive der Morde sind erschreckend menschlich, und haben ein sehr bedrückendes Gefühl hinterlassen. Wie weit kann ein Mensch gehen, um das Leben eines anderen Menschen zu retten? Wie geht man damit um, wenn ein Mensch das eigene Leben zu sehr beherrscht, und man keinen Ausweg mehr sieht?

Der menschliche Aspekt steht hier sehr im Fokus. Und doch hat der Autor es sich nicht nehmen lassen, dem Leser die Tür zur mathematischen Geschichte zu öffnen. Ich selbst bin noch nie ein großer Freund der Mathematik gewesen, und doch hat mich die Geschichte der Pythagoräer sehr fasziniert, weil sie in Kombination mit einem Hauch von Geheimloge und Mystik eine wundervolle Gesamtkomposition ergeben hat.

Die Geschichte um die Oxford Morde hat mir sehr gut gefallen. Spannend, ohne blutrünstig zu sein, geht es in diesem Buch mehr um die Lösung des Falles und die Ermittlungsarbeiten als um die Morde selber. Die Auflösung hat mich stückweit überrascht, obwohl man eventuell auch selber hätte darauf kommen können. Zudem hat der namenlose Protagonist meine Sympathie gewonnen, ebenso Arthur Seldom. Ich freue mich auf die nächste Geschichte mit den zwei Ermittlern.

Vielen Dank an den Eichborn Verlag für das Rezensionsexemplar!

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kristall kristall

Veröffentlicht am 21.06.2020

Dubios

Als ein argentinischer Mathematik-Doktorand die Leiche seiner Vermieterin findet und zugleich eine Professor für Logik verschlüsselte Symbole erhält, wird schnell klar, dass nur die beiden gemeinsam das ... …mehr

Als ein argentinischer Mathematik-Doktorand die Leiche seiner Vermieterin findet und zugleich eine Professor für Logik verschlüsselte Symbole erhält, wird schnell klar, dass nur die beiden gemeinsam das Rätsel lösen und den Töter finden können. Ich fand an dem Krimi besonders den Schauplatz der Handlung spannend. Oxford als Hintergrund für die spannende Handlung ist perfekt gewählt und passt ganz hervorragend. Der Fall ist zudem sehr spannend und die Figuren sind undurchsichtig und mysteriös. Dazu kommt ein schöner Schreibstil und einige überraschende Wendungen, so dass es wirklich zu keiner Zeit beim Lesen langweilig wird.

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Dias89 Dias89

Veröffentlicht am 05.05.2022

Faszinierender Schreibstil

Das Buch habe ich in der #onleihe ausgeliehen und richtig verschlungen. Der Autor ist selber Mathematiker und hat natürlich die Mathematik auch in seine Story eingebaut. Sein Schreibstil ist ganz besonders, ... …mehr

Das Buch habe ich in der #onleihe ausgeliehen und richtig verschlungen. Der Autor ist selber Mathematiker und hat natürlich die Mathematik auch in seine Story eingebaut. Sein Schreibstil ist ganz besonders, so habe ich noch nie ein Buch gelesen. Zum Teil anstrengend, aber trotzdem außergewöhnlich. Besonders kann den Leser gut an der Nase rumführen, denn man weiß erst am Schluss, was wirklich abgegangen ist. Ich habe es schon vermutet, trotzdem war die Auflösung sehr zufriedenstellend. Das Buch kann ich jedem Krimifan sehr ans Herz legen. Anbei gibt es noch einen Glossar für mathematische Begriffe hinten im Buch. Das Buch wurde dazu noch verfilmt, mit Elijah Wood in der Hauptrolle.

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mabuerele mabuerele

Veröffentlicht am 28.01.2022

Ein etwas anderer Krimi

„...In dieser Hinsicht ist die Musik so abstrakt wie die Mathematik. Sie kennt keine moralischen Kategorien...“

Ein junger Australier ist als Gastdoktorand nach Oxford gekommen. ER unterhält sich mit ... …mehr

„...In dieser Hinsicht ist die Musik so abstrakt wie die Mathematik. Sie kennt keine moralischen Kategorien...“

Ein junger Australier ist als Gastdoktorand nach Oxford gekommen. ER unterhält sich mit der Enkelin seiner Vermieterin. Die spielt Cello im Orchester, hat aber keine Freude daran.
Zwei Wochen später findet er seine Vermieterin tot in ihrer Wohnung.
Der Autor hat einen etwas anderen Krimi geschrieben. Allerdings sollte man ein Faible für Mathematik, Logik und Philosophie haben, wenn man das Buch wirklich genießen will. Spannujng empfindet jeder anders. Und wissenschaftliche Grundsatzdiskussionen sind nicht jedermanns Sache.
Seldom, Professor für Mathematik, erhielt einen Zettel mit der Uhrzeit des Mordes und einem Symbol. Seldom beschäftigt sich insbesondere mit logischen Reihen. Die Erkenntnisse darüber hat er auf die Kriminalistik übertragen und darüber ein Buch geschrieben.

„...Nehmen wir ein Verbrechen mit nur zwei möglichen Verdächtigen. Jeder von beidne kennt die ganz entscheidende Wahrheit: ich war es oder ich war es nicht. Doch die Justiz hat keinen direkten Zugang zu dieser Wahrheit….“

Seldom geht davon aus, dass es weitere Fälle geben wird, denn mit einem Symbol lässt sich keine Reihe entwickeln. Und er sollte Recht behalten.
Immer wieder diskutieren der Ich-Erzähler, also der junge Argentinier, und Seldom wesentliche Probleme der Mathematik und Logik und streifen dabei auch andere Wissenschaften.

„---Jedes philosophische System, das von ersten Ursachen ausgeht, hat notwendigerweise eine begrenzte Reichweite...“

Hierfür wird der Gödel´sche Unvollständigkeitssatz herangezogen.
Interessant fand ich das unterschiedliche Herangehen der Mathematiker und der Kriminalisten an die Aufklärung des Falles.
Wie raffiniert allerdings das Geschehen geplant war, erschloss sich mir erst auf den letzten Seiten.
Am Ende gibt es einen kurzen Lebenslauf der im Buch genannten Mathematiker.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Es war herausfordernd, auch wenn ich mir an der einen oder anderen Stelle eine Straffung gewünscht hätte, besonders bei den Krankenhausszenen, denn das fand ich eher makaber. .

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Karin1910 Karin1910

Veröffentlicht am 18.06.2021

Krimi für an Mathematik, Philosophie etc Interessierte

Im Sommer 1993 beginnt ein argentinischer Doktorand der Mathematik, dessen Name eigenartigerweise nie explizit genannt wird, ein Auslandsjahr in Oxford. Sein erstes Zusammentreffen mit dem berühmten Professor ... …mehr

Im Sommer 1993 beginnt ein argentinischer Doktorand der Mathematik, dessen Name eigenartigerweise nie explizit genannt wird, ein Auslandsjahr in Oxford. Sein erstes Zusammentreffen mit dem berühmten Professor Arthur Seldom wird von einem Drama überschattet. Gemeinsam finden sie die Leiche einer älteren Dame – offenbar das erste Opfer eines Serientäters. Da dieser Botschaften übermittelt, die mit seltsamen Zeichen versehen sind, fühlen die beiden sich berufen, sich an deren Entschlüsselung zu versuchen und so zur Suche nach dem Mörder beizutragen.

Dass sich hier Mathematiker an die Aufklärung eines Kriminalfalls machen, ist ein faszinierender Ansatz und hebt diese Geschichte auf jeden Fall vom in diesem Genre Üblichen ab.
Tatsächlich werden auch diverse Themen aus den Bereichen Mathematik, Logik, Philosophie etc angesprochen, beispielsweise der Bund der Phytagoräer, Wittgenstein oder die Suche nach dem Beweis für Fermats letzten Satz. Die meisten diesbezüglichen Ausführungen fand ich interessant, sie nehmen jedoch in dem ohnehin nur 200 Seiten langen Buch ziemlich breiten Raum ein, sodass die eigentliche Krimihandlung zu sehr in den Hintergrund tritt.
Wirklich viel Spannung wird daher nicht aufgebaut. Immerhin weist die Auflösung am Ende noch einen hübschen Dreh auf.
Erzählt wird in Ich-Form aus der Perspektive des namenlosen Studenten, der mir aber dennoch fremd blieb. Der Stil ist eher unpersönlich und wenig lebendig.

Fazit: Trotz einiger Schwächen ist dieses Buch für Krimifans, die mal etwas Abwechslung wollen und keine Abneigung gegen Mathe haben, durchaus lesenswert.

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Autor

Guillermo Martínez

Guillermo Martínez - Autor
© Alejandra Lopez

Guillermo Martínez, geboren 1962, lebt in Buenos Aires und ist promovierter Mathematiker. Zwei Jahre seiner Doktorandenzeit verbrachte er an der Universität Oxford. Für seinen Krimi "Die Oxford-Morde" erhielt er 2003 den Premio Planeta; der Roman wurde in über 40 Sprachen übersetzt und 2008 fürs Kino verfilmt. Der Nachfolgeband "Der Fall Alice im Wunderland" wurde mit dem Premio Nadal 2019 ausgezeichnet.

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