Die Oxford-Morde
 - PB

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14,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Paperback
Krimis
221 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0047-4
Ersterscheinung: 29.05.2020

Die Oxford-Morde

Kriminalroman
Übersetzt von Angelica Ammar

(12)

An einem lauen Sommerabend in Oxford findet ein argentinischer Mathematik-Doktorand die Leiche seiner Vermieterin. Kurz darauf geschehen weitere Morde, und kein Geringerer als Arthur Seldom, der berühmte Professor für Logik, erhält jedes Mal eine Nachricht mit einem rätselhaften Symbol. Schnell ist klar: Wenn sie den nächsten Mord verhindern wollen, müssen Seldom und der junge Doktorand die logische Reihung der Symbole entschlüsseln ...

Rezensionen aus der Lesejury (12)

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Veröffentlicht am 01.08.2020

Anspruchsvoller Krimi mit Lerneffekt

Ein namenloser argentinischer Mathematik-Doktorand kann eine kleine Wohnung in Oxford bezogen, um seine Doktorarbeit voranzutreiben. Eines Nachmittags findet der Doktorand seine Vermieterin, eine ältere ... …mehr

Ein namenloser argentinischer Mathematik-Doktorand kann eine kleine Wohnung in Oxford bezogen, um seine Doktorarbeit voranzutreiben. Eines Nachmittags findet der Doktorand seine Vermieterin, eine ältere Dame, tot in deren Wohnung vor. Der Argentinier wird stutzig, ob dies wirklich ein natürlicher Tod war oder ob die ältere Dame ermordet wurde. Auch den Universitätsprofessor Arthur Seldom, der ebenfalls an den Tatort berufen wurde, plagen Zweifel. Besonders fallen den zweien verschiedene Symbole, die am Tatort hinterlassen wurden, ins Auge. Bei Recherchearbeiten stellen sich diese als wichtige Symbole der Pythagoräer dar. Um einen vierten Mord zu verhindern, wendet sich Seldom mit der Polizei an die Öffentlichkeit. Ob dies gelingt, dürft ihr sehr gerne selber erfahren.

Martinez‘ Oxford Morde wurde ursprünglich als Pythagoras-Morde veröffentlicht und vom Eichborn in einer frischen Aufmachung wiederveröffentlicht. Eventuell hat manch Leser auch bereits den Film dazu gesehen.

Was mir an diesem Buch besonders gefallen hat, dass es einerseits keine blutrünstigen Morde waren. Stattdessen geschahen die Morde still, wenn nicht sogar fast unsichtbar. Die Tatmotive der Morde sind erschreckend menschlich, und haben ein sehr bedrückendes Gefühl hinterlassen. Wie weit kann ein Mensch gehen, um das Leben eines anderen Menschen zu retten? Wie geht man damit um, wenn ein Mensch das eigene Leben zu sehr beherrscht, und man keinen Ausweg mehr sieht?

Der menschliche Aspekt steht hier sehr im Fokus. Und doch hat der Autor es sich nicht nehmen lassen, dem Leser die Tür zur mathematischen Geschichte zu öffnen. Ich selbst bin noch nie ein großer Freund der Mathematik gewesen, und doch hat mich die Geschichte der Pythagoräer sehr fasziniert, weil sie in Kombination mit einem Hauch von Geheimloge und Mystik eine wundervolle Gesamtkomposition ergeben hat.

Die Geschichte um die Oxford Morde hat mir sehr gut gefallen. Spannend, ohne blutrünstig zu sein, geht es in diesem Buch mehr um die Lösung des Falles und die Ermittlungsarbeiten als um die Morde selber. Die Auflösung hat mich stückweit überrascht, obwohl man eventuell auch selber hätte darauf kommen können. Zudem hat der namenlose Protagonist meine Sympathie gewonnen, ebenso Arthur Seldom. Ich freue mich auf die nächste Geschichte mit den zwei Ermittlern.

Vielen Dank an den Eichborn Verlag für das Rezensionsexemplar!

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ErleseneSeiten ErleseneSeiten

Veröffentlicht am 10.07.2020

Morde, die keine sind

Oxforduniversität. Ein argentinischer Mathematikstudent findet die Leiche seiner Vermieterin. In seiner Begleitung befindet sich der hochangesehene Professor für Logik, Arthur Seldom. Kurz zuvor erhielt ... …mehr

Oxforduniversität. Ein argentinischer Mathematikstudent findet die Leiche seiner Vermieterin. In seiner Begleitung befindet sich der hochangesehene Professor für Logik, Arthur Seldom. Kurz zuvor erhielt dieser eine merkwürdige Nachricht, eine Uhrzeit und ein Symbol, das Rätsel aufgibt. Alles deutet auf einen Serienmörder hin. Die Frage ist nun: Wer ist der nächste? Schon bald taucht eine weitere Nachricht auf.

Das Duo macht sich daran, die Symbole zu entschlüsseln und die Logik hinter ihnen zu ergründen. Dabei sind sie allerdings so mit wissenschaftlichen Thesen, Mutmaßungen und Warten beschäftigt, dass von einer aktiven Detektivarbeit keine Rede sein kann. Geschweige von einer ernsthaften Absicht, den Mörder zu entlarven.

Wer also aufgrund der Symbolik einen atemlosen Wettlauf gegen die Zeit ganz im Stile diverser Dan-Brown-Romane erwartet, dürfte enttäuscht werden. Seldom und sein junger Student sind Theoretiker, die anhand mathematischer Lösungsansätze das weitere Vorgehen des Mörders analysieren, wobei sie nie konkret genug werden, um tatsächlich ins Geschehen einzugreifen. Die eigentliche Jagd nach dem Mörder ist Sache der Polizei und steht eher im Hintergrund. Aufgrund der weitschweifigen Erörterungen über Mathematik, die zwar verständlich und nicht zu abgehoben waren, empfand ich die Handlung eher als statisch. Der richtige Nervenkitzel wollte nicht aufkommen. Die Morde selbst sind so abstrakt, dass man sie kaum als solche wahrnimmt. Auch die Auflösung des Ganzen fällt eher unbefriedigend aus, da sie mir stellenweise nicht schlüssig genug erklärt wird.

Dabei bedient sich der Autor klassischer Elemente, die den Kriminalroman in meinen Augen sehr ansprechend gestalten. Das Setting zwischen den altehrwürdigen Mauern der Oxforduniversität passt hervorragend. Der Schreibstil liest sich wunderbar gefällig und insbesondere die Figuren tragen ein Potenzial in sich, das sie den Vergleich mit Holmes und Watson nicht scheuen lässt. Selbst die Grundidee mit der symbolischen Reihenfolge ist super. Für meinen Geschmack hätte „Die Oxford Morde“ aber energetischer und einen Tick reißerischer sein können, um mich zu einhundert Prozent zu überzeugen.

„Die Oxford-Morde“ ist eine Neuauflage des bereits 2003 erschienenen Kriminalromans „Die Pythagoras-Morde“, der 2007 mit Elijah Wood verfilmt wurde.

Ich bedanke mich bei der Bloggerjury und dem Verlag für das kostenlos zur Verfügung gestellte Rezensionsexemplar!

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Zauberberggast Zauberberggast

Veröffentlicht am 24.06.2020

Enigmatisch, empirisch, elitär

Da ich Universitätsromane sehr mag und auch klassische Krimis, hat "Die Oxford-Morde" mein Interesse geweckt. Der Kriminalroman erschien im Original bereits im Jahr 2003 und 2006 auch als Übersetzung im ... …mehr

Da ich Universitätsromane sehr mag und auch klassische Krimis, hat "Die Oxford-Morde" mein Interesse geweckt. Der Kriminalroman erschien im Original bereits im Jahr 2003 und 2006 auch als Übersetzung im Eichborn-Verlag unter dem Titel "Die Pythagoras-Morde". 2008 wurde er als "Die Oxford-Morde" für Hollywood verfilmt. Er stammt von Guillermo Martínez, einem argentinischen Mathematiker, der in Oxford studierte und ist damit zum Teil autobiographischen Einflüssen geschuldet. Im Roman geht es eben auch um einen jungen argentinischen Mathematikstudenten (der namenlose Ich-Erzähler), der für einige Zeit nach Oxford geht. Die Handlung und die Morde, die passieren, sind rein fiktiv.

Der Roman ist ein typischer Vertreter des Genres Universitätsroman, engl. "campus novel", denn er spielt in der bekanntesten Universitätsstadt der Welt: Oxford. Es geht um Wissenschaft - hier ist es hauptsächlich die Mathematik - und die beiden Hauptfiguren sind dementsprechend ein Professor und ein Doktorand, wir bekommen aber auch Einblicke ins nicht-akademische Milieu der Stadt. Der echte ermittelnde Polizist Petersen ist eher eine Nebenfigur, der die Denkweise von Oxfords geistiger Elite eher kurios anmutet. Seldom und der Doktorand sind sozusagen wissenschaftliche Berater der Polizei.

Die renommierte englische "Times" schrieb zum Erscheinen des Originals, dass der Krimi selbst für Leser "mit wenig Sinn für Mathematik ein Hochgenuss" sei. Ich persönlich kann jedenfalls nicht behaupten, dass ich alle wissenschaftlichen Gedankengänge der Protagonisten nachvollziehen konnte bzw. mit brennendem Interesse verfolgt habe. Theoreme und Axiome sowie abstrakte Probleme der Logik sind gedanklich einfach nicht meine Welt. Es gibt einige Stellen, an denen über solche mathematischen Gedankenspiele philosophiert wird. Oftmals liest sich der Krimi deshalb wie Auszüge aus einer eklektizistischen Überblicksvorlesung über mathematische Hypothesen. Auf ca. 200 Seiten werden viele Themen angeschnitten, aber nur eine geistige Bewegung wird etwas näher beleuchtet und die führt dann auch zum Schlüssel des Verbrechens.

Die Handlung - es passieren im Umfeld Arthur Seldoms Morde, die mit kryptischen Symbolen versehen sind - erinnert an die Robert-Langdon-Romane von Dan Brown. Wer hier allerdings einen actiongeladenen Symbolismus-Thriller erwartet, ist fehl am Platz. Eine rasante Schnitzeljagd findet nicht wirklich statt - nach jedem Mord erfolgt erstmal ein ausgiebiges "Brainstorming" des unfreiwilligen Ermittler-Duos. Sie gehen an den Fall wie an ein mathematisches Problem heran und versuchen den Mörder mit ihrer empirischen Denkweise zu überführen. Zum Ende hin schlägt die Handlung Kapriolen. Es gibt eine überraschende Wendung nach der nächsten und man fragt sich: wer ist jetzt hier der Mörder?

Ich fand diesen Roman interessant und relativ kurzweilig und kann ihn für Leser von Büchern, die im Universitätsmilieu spielen, empfehlen und auch solchen, die sich gerne mit abstrakten Denkmustern beschäftigen und klassische Krimis bevorzugen.

Fazit: Ein intellektueller Whodunit, gelegentlich etwas verkopft, aber durchaus gut konstruiert und mit einer überraschenden Auflösung.

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kristall kristall

Veröffentlicht am 21.06.2020

Dubios

Als ein argentinischer Mathematik-Doktorand die Leiche seiner Vermieterin findet und zugleich eine Professor für Logik verschlüsselte Symbole erhält, wird schnell klar, dass nur die beiden gemeinsam das ... …mehr

Als ein argentinischer Mathematik-Doktorand die Leiche seiner Vermieterin findet und zugleich eine Professor für Logik verschlüsselte Symbole erhält, wird schnell klar, dass nur die beiden gemeinsam das Rätsel lösen und den Töter finden können. Ich fand an dem Krimi besonders den Schauplatz der Handlung spannend. Oxford als Hintergrund für die spannende Handlung ist perfekt gewählt und passt ganz hervorragend. Der Fall ist zudem sehr spannend und die Figuren sind undurchsichtig und mysteriös. Dazu kommt ein schöner Schreibstil und einige überraschende Wendungen, so dass es wirklich zu keiner Zeit beim Lesen langweilig wird.

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dr_y_schauch dr_y_schauch

Veröffentlicht am 16.06.2020

Klug und atmosphärisch

Seinen Aufenthalt in Oxford hat sich der Ich-Erzähler, ein junger argentinischer Doktorand, wahrlich anders vorgestellt. Anstatt sich auf seine Mathematik-Promotion konzentrieren zu können, wird er unversehens ... …mehr

Seinen Aufenthalt in Oxford hat sich der Ich-Erzähler, ein junger argentinischer Doktorand, wahrlich anders vorgestellt. Anstatt sich auf seine Mathematik-Promotion konzentrieren zu können, wird er unversehens in eine Mordserie hineingezogen, deren erstes Opfer seine Vermieterin ist. Es folgen weitere Todesfälle, die auffällige Gemeinsamkeiten aufweisen: Stets wird der Tod auf auffallend ‚sanfte‘ Weise herbeigeführt, stets wird ein mathematisches Symbol hinterlassen – und stets scheint der berühmte und charismatische Mathematikprofessor Arthur Seldom, ein Spezialist für mathematische Reihen, im besonderen Fokus des Täters zu stehen. Liegt es nur daran, dass er ein Kapitel in einem seiner bekanntesten mathematischen Werke Serienmördern gewidmet hat? Oder ist er noch tiefer in den rätselhaften Geschehnissen verwickelt? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Bund der Pythagoräer auf sich?

„Die Oxford-Morde“ (aus dem argentinischen Spanisch von Angelica Ammar) ist ein atmosphärischer, kluger und spannend erzählter Kriminalroman, dessen Lektüre allerdings eine gewisse Portion Konzentration erfordert – zumindest bei Nicht-MathematikerInnen wie mir. Die wiederholten Verweise auf mathematische Reihen und bis heute ungelöste mathematische Fragen (Fermat) fand ich überaus interessant und lehrreich. Die Figuren und die Handlung sind vielschichtig, der Handlungsort Oxford überaus atmosphärisch dargestellt.

Eine klare Leseempfehlung – nicht nur für MathematikerInnen.

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