Marianengraben
 - Jasmin Schreiber - Hardcover

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20,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Hardcover
Literarische Unterhaltung
254 Seiten
ISBN: 978-3-8479-0042-9
Ersterscheinung: 28.02.2020

Marianengraben

Roman

(79)

»Ein Buch, das Geborgenheit bietet und Hoffnung schenkt« Yasmina Banaszczuk
Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt – auf die eine oder andere Weise.

Pressestimmen

„Ein Buch, das Geborgenheit bietet und Hoffnung schenkt.“
„Helmut ist ab sofort (neben der Queen) mein Rolemodel fürs Altsein. Ich liebe seine nonchalante Renitenz – und wie zärtlich unsentimental wir ihn hier kennenlernen dürfen.“
„Eigentlich kann man gar kein Buch schreiben, das vom Sterben handelt, gleichzeitig sehr lustig und tieftraurig ist, sich aber anfühlt wie ein Roadmovie. Wie gesagt: eigentlich!“
„Diese Geschichte ist ein Experiment: Über den Versuch, so schnell zu fahren, dass die Trauer nicht mehr mitkommt.“
„Jasmin Schreiber erzählt so menschlich, so nah, so unmittelbar von Tod, von Angst, von Verlust, von Liebe, von Unsicherheit, von Unglück und Einsamkeit, dass am Ende, nachdem die letzte Zeile ausgelesen war, ich nur eines wollte: leben. Dieses Buch ist ein Geschenk.“
„Marianengraben hat alles, was ich mir von einem Buch wünsche: ein wunderschönes Cover und eine außergewöhnlich berührende Geschichte der außergewöhnlichen und mutigen Jasmin Schreiber.“
„Jasmin Schreiber fand mal einen Cartoon von mir richtig schlecht. Schon aus Trotz finde ich ihr Buch deshalb sehr gut.“
„Es ist schon sehr egoistisch von den Toten, einfach zu gehen und uns mit allem zurückzulassen. Wer schon einmal jemanden gehen lassen musste, der weiß, wie kompliziert die Gefühlslagen zwischen Erinnerung, Vermissen und Weiterwursteln sind. Wie wir Lebenden damit klarkommen, wie wir hilflos sind und versuchen, uns gegen den Tod zu verbünden, darüber hat Jasmin Schreiber einen manchmal traurigen und manchmal auch sehr lustigen, aber immer berührend ehrlichen Roman geschrieben.“
„Kann man als junge Frau mit einem fremden alten weißen Mann, dem Tod und einem Huhn einen Roadtrip in die Berge machen? Paula kann. Und kann man als Leserin dann noch etwas über Meeresbiologie lernen, und das aus einem Roman der so schön ist, dass es in den Ohren rauscht? Ja! Denn Jasmin Schreibers Marianengraben ist so tief, da ist Platz für all das und noch viel mehr.“
„Es wird gestorben, viel gelacht und viel geweint. Quasi wie im EU-Parlament, nur viel schöner. Lest alle dieses Buch.“

Rezensionen aus der Lesejury (79)

andreas77 andreas77

Veröffentlicht am 29.11.2020

Ein humorvolles und warmes Buch für die Seele, obwohl es auch um den Tod geht

Vom Buchtitel her hätte ich mich das Buch wohl nicht angesprochen, von der Beschreibung her schon eher. Kann man mal reinlesen. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch und wurde positiv überrascht.

Als ... …mehr

Vom Buchtitel her hätte ich mich das Buch wohl nicht angesprochen, von der Beschreibung her schon eher. Kann man mal reinlesen. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch und wurde positiv überrascht.

Als ihr kleiner Bruder Tim mit 10 Jahren im Meer ertrinkt, reißt er Paula tief in den Mariannengraben – in eine schwere Depression. In einen Alltag, der einmal Leben war und jetzt nur noch ein Zustand ist. Auf Tims Grab gehen? Undenkbar. Als ihr Therapeut ihr vorschlägt, mal auf den Friedhof zu gehen wenn dort kein anderer ist, bleibt da ja eigentlich nur nachts als Möglichkeit. Will ihr Therapeut so nicht sagen. Aber Paula rafft sich doch dazu auf und bricht an einem Sommertag auf dem Friedhof ein. Nur hatte sie nicht dieselbe Idee – auch Helmut (83) ist gerade dort und gräbt die Urne seiner geliebten Helga aus. Gemeinsam fahren Helmut und Paula dann nach Österreich in die Berge, dabei taucht Paula immer weiter aus dem „Mariangraben“ auf und freut sich wieder eher des Lebens. Und hat am Ende wieder Ziele.

Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben, zum Beispiel dachte Tim lange, es heißt Uhr-Oma statt Ur-Oma, weil eine Uhr ja Tick-Tack macht. Deshalb war sie die Tick-Tack-Oma. Oder Paula unterhält sich mit ihrem Therapeuten über Nudelsorten, weil ihr die Themen ausgingen, weil die Krankenkasse ja so viele Stunden bewilligt hat.

Das Buch ist wie ein Brief oder eine Unterhaltung an ihren toten Bruder geschrieben, aber mehr lustig als traurig. Oft musste ich schmunzeln, z. B. über Tims neue Anschrift (damit war sein Grab gemeint) oder das Tim bei einer Erklärung des Wasser-Kreislaufs (Verdunsten, Wolken, Niederschlag) plötzlich auch am Verdunsten ist und jetzt ein Eis essen möchte, damit er wieder mehr Wasser in sich hat. Oder bei der Erklärung über den Klimawandel, wo er im Sommer Eiswürfel in den Teich gibt. Die Momente, wo Tim eine Rolle spielt, sind irgendwie was warmes für die Seele – erst recht in der kalten Jahreszeit, in der ich dieses Buch gelesen habe.

Die beschriebene Leere nach dem Tod (Seite 11) konnte ich sehr gut nachvollziehen, nach dem Unfalltod meiner Freundin hatte ich auch erst mal nur „funktioniert“. Da die Autorin ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Sternenkinder-Fotografin arbeitet und das Buch ihrem Bruder gewidmet ist, und Mama & Gerhard gedankt wird als nix mehr ging, dachte ich dass sie mit dem Buch den Tod ihres Bruders verarbeitet hat und damit auch anderen Menschen Mut machen wollte, zeigen: Das Leben geht weiter. Nun, letzteres trifft natürlich zu. Nur das mit dem Bruder nicht: Ihrer lebt, wie ich bei einer Internet-Recherche erfuhr.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

CynthiaM94 CynthiaM94

Veröffentlicht am 27.11.2020

Ein Buch, wie nach Hause kommen.

Paula hat ein einfaches Leben: eine kleine Wohnung, ihr Studium und ihren Bruder Tim. Tim liebt den Ozean über alles und ist fasziniert von all dem Leben das es dort gibt. Tim möchte Meeresforscher werden. ... …mehr

Paula hat ein einfaches Leben: eine kleine Wohnung, ihr Studium und ihren Bruder Tim. Tim liebt den Ozean über alles und ist fasziniert von all dem Leben das es dort gibt. Tim möchte Meeresforscher werden. Aber Tim stirbt als er 10 ist. Ertrinkt im Meer. Und Paula war nicht da. Paula hat sich nicht verabschiedet und Tim wird niemals Meeresforscher werden. Stattdessen versinkt auch Paula in Leere. Auf dem Grund des Marianengrabens sitzt sie fest. Bis sie eines Nachts auf dem Friedhof Helmut begegnet. Und eine ungewöhnliche Freundschaft Paula zurück an die Oberfläche und ins Leben holt.

Ich habe dieses Buch gehasst: weil ich Tim vermisse. Einen Bruder den ich niemals hatte, der aber gestorben ist. Und mit ihm diese strahlende Persönlichkeit, die ich gerne gekannt hätte. Zusammen mit Paula bin ich in Trauer versunken und versucht zu begreifen, warum es Tim nicht mehr gibt. Zusammen mit Paula bin ich Helmut begegnet, mit seinem alten Hund und seiner schwachen Blase. Und zusammen sind wir in ein Abenteuer aufgebrochen.

Dieses Buch ist eine Ode an die Freundschaft und das Leben. Es zeigt wie schwierig Verluste sein können, wie sie die Menschen die Tiefe ziehen, wenn diese das zulassen. Aber es zeigt auch, dass man manchmal Hilfe aus einer unerwarteten Richtung bekommen kann. Und dass diese zur kostbarsten Lebenserfahrung werden kann. Trotz all dem Schmerz ist dieses Buch lebensbejahend und wunderschön.

Es ist sehr bildlich geschrieben und ich konnte mich sofort in Paula hineinversetzen. Tim ist jetzt auch mein Bruder gewesen und seine Liebe zum Meer hat mich genauso geprägt wie Paula. Das Cover des Buches wirkt für mich gleichsam bedrohlich wie beruhigend und genauso habe ich auch dieses Buch empfunden.

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uli123 uli123

Veröffentlicht am 02.11.2020

Über tiefe Trauer und tiefe Geschwisterliebe

Die Trauer der jungen Protagonistin Paula um ihren vor zwei Jahren beim Baden tödlich verunglückten geliebten kleinen Bruder ist so tief wie der tiefste Punkt der Erde in dem bekannten Tiefseegraben aus ... …mehr

Die Trauer der jungen Protagonistin Paula um ihren vor zwei Jahren beim Baden tödlich verunglückten geliebten kleinen Bruder ist so tief wie der tiefste Punkt der Erde in dem bekannten Tiefseegraben aus dem Buchtitel. Schuldgefühle und Depressionen lassen sie verzweifeln. Erst eine Bekanntschaft vom Friedhof, Helmut, der auch mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen hat und mit dem sie sich auf eine Fahrt in die Berge zu Helmuts Elternhaus begibt, bringt sie zurück ins Leben.
Die Geschichte, so wie sie sich mit den Themen Trauer und Trauerbewältigung auseinandersetzt, ist unheimlich traurig und gefühlvoll geschrieben, ohne aber labile Leser in ein Loch zu stürzen. Es gibt viele humorige Einschübe. Besonders schön zu lesen sind die vielen eingeschobenen Gespräche zwischen den Geschwistern, an die Paula sich erinnert und die von der unendlichen Wissbegier des kleinen Jungen mit Interesse an der Meeresbiologie zeugen.
Ein empfehlenswerter Debütroman.

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Lysan73 Lysan73

Veröffentlicht am 27.09.2020

Leider nicht meins...

Ich hatte mich so sehr auf dieses Buch gefreut.... Der Klappentext war verheißungsvoll, aber leider hat es mich überhaupt nicht gepackt. Das Thema ist wichtig und schwierig, die ganze Geschichte ... …mehr

Ich hatte mich so sehr auf dieses Buch gefreut.... Der Klappentext war verheißungsvoll, aber leider hat es mich überhaupt nicht gepackt. Das Thema ist wichtig und schwierig, die ganze Geschichte fühlt sich aber ab, wie schon tausendmal gehört und ich habe leider nicht den Einstieg gefunden. Trotz der Problematik Tod, Trauer, Depression fand ich die gezeichneten Charaktere nicht fesselnd, so dass die leider vorhersehbare Handlung vor sich hin dümpelt. Schade, ich hatte mir wesentlich mehr erhofft. Es gab mehrfach interessante Abschnitte. Es gibt aber viele Bücher, die dieses Format für meine Begriffe besser füllen. Über den Schreibstil lässt sich glücklicherweise streiten... Mich hat das Buch leider nicht begeistern können.

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zeilenrauschen zeilenrauschen

Veröffentlicht am 17.09.2020

„𝚄𝚗𝚍 𝚓𝚎𝚝𝚣𝚝 𝚕𝚒𝚎𝚋𝚎 𝚒𝚌𝚑 𝚍𝚒𝚌𝚑 𝚗𝚞𝚛 𝚗𝚘𝚌𝚑 𝚐𝚎𝚏𝚊𝚗𝚐𝚎𝚗 𝚞𝚗 𝚎𝚒𝚗𝚎𝚛 𝚉𝚠𝚒𝚜𝚌𝚑𝚎𝚗𝚠𝚎𝚕𝚝 𝚊𝚞𝚜 𝙿𝚛𝚊̈𝚝𝚎𝚛𝚒𝚝𝚞𝚖 𝚞𝚗𝚍 𝙺𝚘𝚗𝚓𝚞𝚗𝚔𝚝𝚒𝚟 𝚞𝚗𝚍 𝚒𝚗 𝚎𝚒𝚗𝚎𝚛 𝚁𝚎𝚊𝚕𝚒𝚝𝚊̈𝚝, 𝚍𝚒𝚎 𝚟𝚘𝚛 𝚍𝚎𝚒𝚗𝚎𝚖 𝚃𝚘𝚍 𝚎𝚒𝚗 𝙻𝚎𝚋𝚎𝚗 𝚞𝚗𝚍 𝚍𝚊𝚗𝚊𝚌𝚑 𝚗𝚞𝚛 𝚗𝚘𝚌𝚑 𝚎𝚒𝚗 𝚉𝚞𝚜𝚝𝚊𝚗𝚍 𝚠𝚊𝚛.“

In Marianengraben geht es um ein Thema, über das selten gesprochen wird und das wohl niemand mit Heiterkeit verbindet. Schließlich geht es um den Tod. Und daran gebunden um Verlust, Trauer und Depression.
Aber ... …mehr

In Marianengraben geht es um ein Thema, über das selten gesprochen wird und das wohl niemand mit Heiterkeit verbindet. Schließlich geht es um den Tod. Und daran gebunden um Verlust, Trauer und Depression.
Aber für mich war es zuallererst ein Buch über das Leben, über Freundschaft, über Mut und über Träume. Für all das, was unserem Dasein einen Sinn gibt und uns glücklich macht.
.
3 Dinge, die ich aus diesem wundervollen Buch mitgenommen habe:
1. Das Leben ist voller Irrsinn und Ironie, dem man manchmal mit spontanen, absurden Einfällen begegnen muss.
2. Auch ein Hund kann sich mit einem Huhn anfreunden.
3. Tränen sind das Meer der Seele - sie tragen die Last mit sich und spülen sie ans Ufer.

Kurz und knapp: Sympathische authentische Charaktere mit Ecken und Kanten. Ein großartiger Schreibstil. Amüsant und witzig, aber gleichzeitig herzzerreißend und traurig. Mit kleinen Anregungen zu gesellschaftlichen Problemen, ohne sie aufdringlich in in den Vordergrund zu stemmen.
Ein Jahreshighlight für mich. <3

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Autorin

Jasmin Schreiber

Jasmin Schreiber - Autor
© Jasmin Schreiber

Jasmin Schreiber, geboren 1988, ist studierte Biologin und arbeitet als Kommunikationsexpertin und Autorin. 2018 gewann sie den Digital Female Leader Award und wurde als Bloggerin des Jahres ausgezeichnet. Sie arbeitet ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Sternenkinder-Fotografin. Das Internet macht sie auf Twitter unter @LaVieVagabonde unsicher. Jasmin Schreiber lebt in Frankfurt am Main.

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