Der Mann, der Sherlock Holmes tötete
 - Graham Moore - Hardcover

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22,00

inkl. MwSt.

Eichborn
Hardcover
Sonstige Belletristik
480 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0038-2
Ersterscheinung: 28.02.2019

Der Mann, der Sherlock Holmes tötete

Roman
Übersetzt von Kirsten Riesselmann

(38)

Arthur Conan Doyle tritt in die Fußstapfen seiner berühmtesten Figur Sherlock Holmes: Weil Scotland Yard keinen Anlass sieht, den Mord an einem augenscheinlich leichten Mädchen aufzuklären, macht er sich selbst auf die Suche nach dem Mörder. Er schleicht durch die dunklen Straßen des viktorianischen London und landet an Orten, die kein Gentleman betreten sollte. Etwa hundert Jahre später ist ein junger Sherlock-Fan in einen Mordfall verstrickt, bei dem Doyles verschwundenes Tagebuch und einige Fälle seines berühmten Detektivs eine wichtige Rolle spielen. Zwei Morde, zwei Amateurdetektive, zwei Welten – und ein großer Lesespaß!
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Rezensionen aus der Lesejury (38)

ErleseneSeiten ErleseneSeiten

Veröffentlicht am 08.04.2019

Elementar

1893 beschließt Arthur Conan Doyle sich vom Schatten seiner berühmtesten Schöpfung zu befreien und stürzt Sherlock Holmes im Reichenbachfall in den Tod. Die Empörung über den Tod des Meisterdetektives ... …mehr

1893 beschließt Arthur Conan Doyle sich vom Schatten seiner berühmtesten Schöpfung zu befreien und stürzt Sherlock Holmes im Reichenbachfall in den Tod. Die Empörung über den Tod des Meisterdetektives ist enorm. Selbst Jahre später wird Conan Doyle mit Hassschriften und Anfeindungen konfrontiert. Sogar eine Briefbombe wird ihm zugestellt und detoniert an seinem Schreibtisch. Mit enthalten ist ein Zeitungsausschnitt über den Mord an einer jungen Frau im East End, der jedoch von Scotland Yard wenig Beachtung fand. Conan Doyles Aufmerksamkeit ist geweckt und gemeinsam mit seinem Freund Bram Stoker - ja, derselbe, der „Dracula“ geschrieben hat - nimmt er die Ermittlungen auf.

Im Jahre 2010 tritt Harold den Baker Street Irregulars bei, einer Vereinigung von Sherlock Holmes Experten und Gelehrten. Sein versiertestes Mitglied, Alex Cale, behauptet, das verschollene Tagebuch von Sir Arthur Conan Doyle gefunden zu haben. Conan Doyle hat zeitlebens akribisch Tagebuch geführt und aus seinem Nachlass fehlte nur ein einziger Band, der den Zeitraum zwischen Oktober und Dezember 1900 umfasst. Also genau den Zeitraum, in dem Conan Doyle und Stoker auf eigene Faust nach einem Serienkiller suchten.

Die beiden Erzählstränge werden abwechselnd weitergesponnen, sodass durch das gesamte Buch hinweg ein hoher Spannungsbogen aufrecht gehalten wird. Arthur Conan Doyle und sein viktorianisches London werden dermaßen authentisch beschrieben, dass man am Ende das Gefühl hat, wirklich dabei gewesen zu sein. Bisher kannte ich Arthur Conan Doyle nur als Schöpfer von Sherlock Holmes. Der Meisterdetektiv nimmt die Aufmerksamkeit des Lesers so in Anspruch, dass der Mann, der ihn erdachte, traurigerweise ein bisschen zu viel Missachtung erfährt. Umso gefesselter war ich von dem Menschen Arthur Conan Doyle, den Graham Moore - wie ich finde - meisterhaft eingefangen hat. Auch die vielen Zeitgenossen werden unglaublich authentisch dargestellt.

In diesem Erzählstrang steckt wahnsinnig viel Recherchearbeit. Das merkt man. Viele bekannte Persönlichkeiten, die Nähe zu Sherlock Holmes‘ Schöpfer, das düstere London, in dem ein Serienmörder junge Frauen ermordet. Dagegen nimmt sich der Erzählstrang in der Gegenwart deutlich schwächer aus. Mir kam Harold wie eine schwabbelige weiße Masse vor. Wenn er dann noch besser deduziert als Sherlock Holmes es vermocht hätte, kommt das etwas unglaubwürdig rüber. Die Kriminalgeschichte um das Tagebuch ist komplex und leidlich spannend, aber insgesamt habe ich mich mehr auf die Kapitel mit Arthur Conan Doyle gefreut.

Für Sherlockianer - ob Fan der Bücher oder der Serie ist egal - ist dieser Roman auf jeden Fall gutes Lesefutter!

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar!

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HappyEndBuecherdeNicole HappyEndBuecherdeNicole

Veröffentlicht am 05.04.2019

Kombiniere: Packende Mischung aus Doyle Biografie, Krimi und Unterhaltungsroman

New York im Jahre 2010:

Jedes Jahr, am 6.Januar, kommen die Sherlockians zusammen, um dem fiktiven Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Gedenken, dessen geistiger Schöpfer, Sir Arthur Conan Doyle war. Der ... …mehr

New York im Jahre 2010:

Jedes Jahr, am 6.Januar, kommen die Sherlockians zusammen, um dem fiktiven Meisterdetektiv Sherlock Holmes zu Gedenken, dessen geistiger Schöpfer, Sir Arthur Conan Doyle war. Der berühmte Schriftsteller, ließ seinen berühmten Detektiv schließlich an diesem Tag das Licht der Welt erblicken. Doch in diesem Jahr will Alex für Furore sorgen, denn er hält ein ganz besonderes Mitbringsel für seine Mitstreiter parat. Angeblich ist er im Besitz, des seit vielen Jahrzehnten verschollenen Tagebuchs von Sir Arthur Conan Doyle.
Besagtes Tagebuch schließt die Lücke der Schaffensperiode des Autors, zwischen Sherlock Holmes Tod an den Reichenbachfällen, der einige Jahre andauernden Schreibpause von Doyle und der triumphalen Auferstehung von Holmes, in „Der Hund von Baskerville“. Doch immer schon wunderten sich die Sherlockians, wieso Sherlock Holmes, nach seiner literarischen Wiedergeburt, plötzlich so völlig anders gestrickt war. Der neue Holmes, war zynischer, egozentrischer und vor allem skrupelloser, als zuvor. Auch seinen Mitmenschen und vor allem der Polizei gegenüber.

Als Harold, frischgebackener, aber bereits ausgezeichneter Sherlockianer, von Alex Fund erfährt, ist er wie elektrisiert. Denn genau wie alle anderen Mitglieder der Vereinigung, erhofft er sich durch das Tagebuch Aufklärung. Als er Alex im Foyer des Hotels in New York dann begegnet, bemerkt er überrascht, dass Alex sich verfolgt fühlt. Er glaubt, dass ihm jemand das Tagebuch abspenstig machen will und zieht sich, bevor Harold oder andere Sherlockianer überhaupt Fragen über das Buch stellen können, früh zurück auf sein Zimmer.
Am nächsten Morgen, als Alex das Buch vorstellen möchte, glänzt der Sherlockianer allerdings durch Abwesenheit.
Nur wenig später entdecken Harold, die freie Journalistin Sarah und ein anderes Mitglied der Vereinigung, Alex erdrosselt im Hotelzimmer auf. Harolds detektivischer Spürsinn ist geweckt. Er versucht wie Holmes zu denken und findet tatsächlich etwas. Mit Blut hat jemand das Wort „Elementar“ unterhalb des Schreibtisches, an die Wand geschrieben. Auch in einem Fall von Holmes wurde besagtes Szenario bereits geschrieben. Harold will unbedingt herausfinden, wer Alex ermordet hat und wo sich das Tagebuch befindet. Finanzielle Unterstützung bekommt er von seinem Auftraggeber Sebastian, einem Urenkel des berühmten Schriftstellers Doyle und von Sarah. Eine obskure Schnitzeljagd beginnt, die sie über den großen Teich führt. Und nicht nur Harold und Sarah suchen fieberhaft nach Alex Mörder und dem verschollenen Tagebuch. Und diese Gegenspieler scheinen äußerst entschlossen zu sein, sich ihnen in den Weg zu stellen…

London 1893:

Der Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle, hat seine Schöpfung, den, wie er findet, unsympathischen Detektiv Sherlock Holmes dermaßen satt, dass er ihn regelrecht hasst. Von seinem Hass erzählt er auch seinem engen Freund Bram Stoker, der sich insgeheim über Doyles Frust amüsiert. Doch nur wenig später reicht es Doyle- er lässt seinen Romanhelden sterben. Anfangs ist er erleichtert, froh darüber, dass er nun Zeit hat, etwas anderes schreiben zu können. Doch die Holmes Fangemeinde ist groß und erstreckt sich auf alle Bevölkerungsschichten. Sie gängeln und nerven Arthur dermaßen damit, Sherlock Holmes wiederauferstehen zu lassen, dass Arthur dringend Ablenkung benötigt. Als eine, an ihn adressierte Briefbombe, in seinem Arbeitszimmer explodiert- kurz zuvor konnte er dem Paket noch einen Papierschnipsel entnehmen, ist seine Neugierde geweckt. Da die Polizei sein Anliegen nicht ernst nimmt, will er auf eigene Faust herausfinden, wer ihm kürzlich die Bombe geschickt hat und was das alles mit mehreren Frauenmorden zu tun hat, die sich kürzlich in London ereigneten. Unterstützung erhält er dabei von seinem geschätzten Freund, Bram Stoker, der allerdings keinesfalls so einfach gestrickt ist, wie Holmes Kompagnon, Dr. Watson…

Schon von Kindesbeinen an, liebe ich den „Sherlock Holmes“ Stoff, aber vor allem die sehr eigenen, genialen Ermittlungsmethoden des wohl, berühmtesten Detektivs der Romangeschichte und schaue auch heute noch gerne die alten in schwarz-weiß abgedrehten „Sherlock Holmes“ Filme und Serienfolgen. Ich finde, einen Großteil macht, neben den Ermittlungsmethoden, die besondere Atmosphäre aus, das gewisse Flair, das aus allen Poren der Geschichten dringt.
Mich interessierte im Vorfeld zunächst, ob es dem Autor dieses Romans, der gleich auf zwei Zeitebenen spielt, gelingen würde, dieses besondere Flair einfangen zu können, wenn er Holmes Schöpfer ermitteln lassen würde, im London um die Jahrhundertwende. Und in der Tat ist Graham Moore, der Filmfans sicherlich bereits seit seines prämierten Drehbuches zu „The Imitation Game“ (seinerzeit verfilmt mit u.a. Benedict Cumberbatch), ein Begriff sein dürfte, das auf ganzer Linie gelungen.
Neben der Tatsache, dass der Autor einen sehr ansprechenden, mitreißenden und bildhaften Schreibstil besitzt und es versteht, seinen Figuren nicht nur intelligente, sondern auch nachdenklich machende Dinge in den Mund zu legen, mochte ich es, als kleiner Histo-Roman- Pingel sehr, dass sich Graham Moore im Vorfeld sehr viel mit Sir Arthur Conan Doyles Leben und Schaffen auseinander gesetzt hat und sich die Protagonisten in der Vergangenheit zeitgemäß und gehoben ausdrücken, so dass das historische Flair gewahrt bleibt.

Amüsanterweise finde ich, dass Harold, der in der Gegenwart ermittelt und nach dem verschollenen Tagebuch von Doyle fahndet, auf eine gewisse Art und Weise, ein wenig altmodisch gestrickt wirkt und so fühlt sich der Gegenwartshandlungsstrang nicht wirklich nach der Jetztzeit an. Dennoch finde ich, dass die Geschichten beider Zeitebenen, unglaublich packend erzählt werden, selbst wenn es in dem Buch nicht wirklich an Spannungsmomenten wimmelt. Ich tue mich auch schwer damit, diesen Roman als übliche Krimilektüre anzupreisen. Ich würde eher dazu tendieren, „Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“, als unterhaltsame Romanlektüre zu bezeichnen, für alle diejenigen, die Spaß an kniffligen Rätseln besitzen oder immer schon Einblicke in das spannende Leben von Sir Arthur Conan Doyle gewinnen wollten. Der Schriftsteller scheint ein vielschichtiger und interessanter Zeitgenosse gewesen zu sein; übrigens wird hier auch seine Freundschaft mit Oscar Wilde kurz angerissen, obwohl dieser jedoch leider keinen Auftritt hat in diesem Roman und ich fand die Einblicke in Doyles komplexe Gedanken und Gefühlswelt (selbst wenn diese ja leider auch nur Graham Moores Vorstellungskraft geschuldet und rein fiktiv ist) sehr spannend.
Sir Arthur Conan Doyle und Bram Stoker bekommen in diesem Roman Konturen, bleiben nicht nur blasse Abziehbildchen; man merkt mir sicherlich meine Begeisterung an, während ich diese Zeilen tippe. ;-)

Interessant fand ich das Nachwort des Autors, in dem er verrät, was an seinem Roman wahr, und was Fiktion ist. In der Tat hat Graham Moore da eine mysteriöse, wahre Story aufgestöbert und diese in einem, atmosphärisch dichten, sehr komplexen, freilich größtenteils fiktiven Unterhaltungsroman verarbeitet.
Eine Warnung an Schnellleser, die lieber einen leichten Lesestoff vor sich haben, der sich ohne Probleme und ohne größeres Nachdenken weglesen lässt- Für diejenigen ist „Der Mann, der Sherlock Holmes tötete“, definitiv das falsche Buch! Graham Moore fordert durchaus seine Leser, lädt sie dazu ein, sich die Szenerien bildhaft vorzustellen, die er manches Mal beinahe poetisch beschreibt und zu meiner Freude, findet sich vor jedem neuen Kapitel entweder ein Zitat aus diversen Holmes Romanen/Geschichten oder Zitate von Sir Arthur Conan Doyle selbst.
Für mich war dieser Roman ein absolutes Lesehighlight; bislang sogar das Lesehighlight in 2019.

Kurz gefasst: Kombiniere: Packende Mischung aus Doyle Biografie, Krimi und Unterhaltungsroman. Ein lohnenswertes Buch, für das man sich Zeit beim Lesen nehmen sollte, um alle interessanten Details und Fakten aufzugreifen. Nicht nur für Fans des berühmten fiktiven Meisterdetektivs zu empfehlen.

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ChattysBuecherblog ChattysBuecherblog

Veröffentlicht am 04.04.2019

Ein sehr interessante Geschichte


War es die Figur des Sherlock Holmes, oder Arthur Conan Doyle? Oder war es gar der Autor, der mich neugierig auf dieses Buch machte. Ich weiß es wirklich nicht. Fakt ist aber, dass ich dieses Buch schon ... …mehr


War es die Figur des Sherlock Holmes, oder Arthur Conan Doyle? Oder war es gar der Autor, der mich neugierig auf dieses Buch machte. Ich weiß es wirklich nicht. Fakt ist aber, dass ich dieses Buch schon bei Verlagsankündigung auf meine Wunschliste setzte.

Ich muss gestehen, dass ich lange Zeit schon nicht mehr über Sherlock Holmes gelesen hatte und das letzte Buch schon Jahrzehnte zurückliegt.

Dennoch wollte ich unbedingt wissen, was sich hinter dieser Geschichte verbirgt.

Interessant ist, dass dieser Roman auf zwei Zeitebenen spielt. Da wäre zum einen die Vergangenheit mit Arthur Conan Doyle und zum anderen Heute. Die Sprache ist beiden Handlungssträngen angepasst, so dass ich mich schon auf die jeweiligen Zeiten einstellen konnte.

Die Story zeigt sich gut recherchiert. Ja, man könnte fast schon sagen, dass der Autor ein großer Sherlock Holmes Fan ist. So zeigt es sich zumindest. Alle Szenen wurden sehr bildhaft beschrieben, so dass ich mich in den Zeitebenen wohlgefühlt hatte.

? Fazit ?

Ein sehr gelungener Roman! Interessante Story mit ausgeklügelter Raffinesse. Eine gute Unterhaltung auf 480 Seiten.

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Wuschel Wuschel

Veröffentlicht am 04.04.2019

Kollision von Vergangenheit und Gegendwart.

*Altersempfehlung des Verlags ist ab 16 Jahren.*

#Beschreibung:#
Drei tote Mädchen und keinen scheint es zu interessieren. Also macht sich Arthur Conan Doyle selbst auf die Suche nach der Wahrheit. Dies ... …mehr

*Altersempfehlung des Verlags ist ab 16 Jahren.*

#Beschreibung:#
Drei tote Mädchen und keinen scheint es zu interessieren. Also macht sich Arthur Conan Doyle selbst auf die Suche nach der Wahrheit. Dies führt ihn in die dunkelsten Ecken Londons. Sein Freund Bram Stoker steht ihm dabei zur Seite und motiviert ihn weiter zu machen. Etwa hundert Jahre später scheint das verschwundene Tagebuch von Conan Doyle, aus genau dieser Zeit, wieder aufgetaucht zu sein. Doch plötzlich gibt es einen Todesfall unter den berühmten Sherlockianern. Inwiefern hängen diese Fälle zusammen? Was ist damals wirklich passiert?

#Meinung:#
Trotz der gekürzten Lesung hatte ich gefühlt keinerlei Einbußen am Hörvergnügen. David Nathan hat wie so oft ganze Arbeit geleistet. Er brachte die Charaktere super rüber sowie die Geschichte selbst. Ich denke, dass ich hierzu gar nicht mehr sagen muss, da der Synchronsprechern von Johnny Depp unter den Hörbuch Fans eine der Bekanntesten ist.

Die Geschichte gefiel mir sehr gut, wobei ich den Titel doch etwas fragwürdig finde. Natürlich gab es damals den großen Bruch als Arthur Conan Doyle seine Romanfigur sterben lies, aber gerade deswegen denke ich, dass der Titel etwas misslich gewählt wurde, denn er erweckte ihn ja auch wieder zum Leben. Also für alle, die der Titel abschreckt: Es geht in der Geschichte nur sekundär um Sherlock Holmes und primär um seinen Erschaffer selbst. Außerdem geht es eben um die Zeit zwischen dem Tag als Conan Doyle seine Kultfigur sterben lies und wieder belebte. Somit muss hier keiner Angst haben, dass er erneut getötet oder ihm sonstiges Leid zugefügt wird.

Die Verstrickung der Zeiten von 1900 und dem Jahr 2014 ist Graham Moor meiner Ansicht nach sehr gut gelungen. Während sich im Jahr 2014 der junge Sherlockianer Harold daran macht das verschwundene Tagebuch zu finden, erfährt der Hörer zeitgleich was damals vorgefallen ist. Er bekommt also den Inhalt des Tagebuchs präsentiert, bevor der pseudo Detektiv davon erfährt. Schnell bekommt man den Eindruck, dass die Sherlockianer ihre Mitglieder nicht ohne Grund auswählen, denn es sind etliche Parallelen zwischen dem Meisterdetektiv und Harold zu erkennen, was die Geschichte umso unterhaltsamer macht. Das Wissen über die Geschichten von Sherlock Holmes ist für diese ebenfalls sehr von Vorteil. Doch auch Conan Doyle leistet ganze Arbeit. Mit seinem Freund Bram Stoker, dem Autor von Dracula, macht er sich auf die Suche nach der Wahrheit. Offensichtlich ersetzt dieser den "Watson" und das macht er ganz toll. Gleichzeitig ist auch Harold nicht auf sich allein gestellt, denn er hat die Journalistin Sarah an seiner Seite. Auf diesen vier Charakteren liegt der komplette Fokus. Alle weiteren bleiben etwas blass, was aber nicht tragisch ist, denn sie sind eben nur Nebencharaktere.

Die Atmosphäre, gerade im viktorianischen London, hat der Autor ganz hervorragend gezaubert. Ganz im Sinne des alten Holmes. Im Gegenzug zu dem düsteren London aus dem Jahr 1900, als die Uhren noch ein wenig anders tickten, wird ebenso die Schnelllebigkeit des Jahres 2014 vermittelt. Alles wirkt gestresster, greller und neuzeitlicher. So konnte man sich stets gut in die jeweilige Zeit und Personen versetzten. Dennoch war es so, dass der Fall zur Zeit von Conan Doyle doch eher einem typischen Kriminalfall glich. Es wurde ermittelt, geforscht und ging gefühlt etwas schneller von statten, wodurch ein gewisses Tempo vorgelegt wurde. Die Arbeit des Sherlockianer  erinnerte vergleichsweise mehr an den alten Holmes. Erst mal hinsetzten und nachdenken. So bekam man etwas Luft zum Atmen und es kam ein gewisses nostalgisches Gefühl auf. Ich empfand dieses Konstrukt als gelungene und vor allem unterhaltsame Mischung.

Zum Ende möchte ich eigentlich nur sagen, dass ich es als sehr gelungen empfand. Gerade die letzen Zeilen waren sehr bewegend und rundeten das ganz auf besondere Art ab.

#Fazit:#
Wer sich für eine Mischung aus typischem Krimi und Sherlock Holmes Ermittlungen begeistern kann, der ist hier ganz klar an der richtigen Stelle.

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Nadine1986 Nadine1986

Veröffentlicht am 02.04.2019

Zwei spannende Abenteuer beginnen

Sherlock Holmes ist einfach genial und ich musste dieses Buch unbedingt lesen. Komme was wolle. Und dann hatte ich es endlich in den Händen. Dafür bedanke ich mich noch einmal recht herzlich beim "Eichborn ... …mehr

Sherlock Holmes ist einfach genial und ich musste dieses Buch unbedingt lesen. Komme was wolle. Und dann hatte ich es endlich in den Händen. Dafür bedanke ich mich noch einmal recht herzlich beim "Eichborn (Bastei Lübbe) Verlag" dafür. Ich liebe Sherlock Holmes Geschichten.

Das Buch wird aus zwei Perspektiven oder besser gesagt zwei Jahrhunderten erzählt. Einmal aus den Jahren ab 1893 - 1901 und aus dem Jahre 2010.

Die Jahre von 1893 bis 1901 befassen sich mit dem Leben von Sir Arthur Conan Doyle und seinem besten Freund Bram Stoker und wie sehr Doyle eigentlich Sherlock hasst. Er hasst ihn mittlerweile so sehr, dass er ihn sogar umbringen will. Nachdem er dies getan hat wird Doyle auf einen Mordfall aufmerksam gemacht. Und wer kann da schon nein sagen? Doyle jedenfalls nicht. Und die Freundschaft zwischen Doyle und Stoker ist sehr authentisch beschrieben und auch sehr lustig. 

Dann kommen wir nach jedem Kapitel aus dem Jahre 1893 - 1901 ins Jahr 2010 zu Harold und den Sherlockianern. Harold ist ein riesiger Sherlock Fan und wie all die anderen sehr interessiert daran das verloren geglaubte Tagebuch von Doyle endlich in den Händen halten zu können, da es angeblich gefunden wurde. Doch dann geschieht auch hier ein Mord. Wer war es und warum?

Zwei wirklich tolle Geschichten, die durch das abwechselnde Erzählen immer spannend blieben. Zwar wurde es immer abwechselnd erzählt, aber zum Ende hin zogen sich beide Geschichten einen kurzen Moment in die Länge und man hat kurzfristig den Lesespaß verloren. Aber nur kurz ;-)

Eine klare Empfehlung!

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Autor

Graham Moore

Graham Moore - Autor
© Matt Sayles

Graham Moore, Jahrgang 1981, arbeitet als Drehbuchautor und Schriftsteller. In seinen Romanen fiktionalisiert er gerne historische Personen und Gegebenheiten. 2015 gewann er den Oscar für das beste Drehbuch; "The Imitation Game" wurde mit Benedict Cumberbatch und Keira Knightley verfilmt und von der internationalen Kritik gefeiert. Moore lebt in Los Angeles.

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