Die Glasschwestern
 - Franziska Hauser - Hardcover

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22,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Hardcover
Sonstige Belletristik
430 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0045-0
Ersterscheinung: 28.02.2020

Die Glasschwestern

Roman

(22)

Dunja lebt mit ihren zwei Kindern und deren Vater in der Großstadt, ihre Zwillingsschwester Saphie in einem kleinen Dorf an der ehemals deutsch-deutschen Grenze. Als der Zufall auf irrwitzige Weise zuschlägt und innerhalb kurzer Zeit die Männer der beiden sterben, nähern die Schwestern sich einander wieder an. Dunja zieht in Saphies Hotel und damit zurück in die Welt ihrer Kindheit. Die Geschichte zweier sehr verschiedener Frauen und über die menschliche Fähigkeit, sich immer wieder neu erfinden zu können. 
Ein Generationenroman aus dem ehemaligen Grenzgebiet, der alte Geschichten, Geheimnisse und Lügen zutage fördert und gleichsam ein Vergeben der Vergangenheit und Annehmen der Gegenwart ermöglicht.

Rezensionen aus der Lesejury (22)

ojosefine ojosefine

Veröffentlicht am 30.03.2020

Zwei ungleiche Schwestern

Aufgewachsen in einem Dorf an der deutsch-deutschen Grenze, hatten sich die Lebenswege der Zwillingsschwestern Dunja und Saphie …mehr

Aufgewachsen in einem Dorf an der deutsch-deutschen Grenze, hatten sich die Lebenswege der Zwillingsschwestern Dunja und Saphie

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FinjaNF FinjaNF

Veröffentlicht am 28.03.2020

Eine Botschaft hat der Roman auf jeden Fall in meinen Augen

Der Roman „Die Glasschwestern“ von Franziska Hauser erzählt über zwei Zwillingsschwestern, die am gleichen Tag einen schweren Schicksalsschlag erleiden. Beide leben ihre Leben bis dahin auf ganz unterschiedliche ... …mehr

Der Roman „Die Glasschwestern“ von Franziska Hauser erzählt über zwei Zwillingsschwestern, die am gleichen Tag einen schweren Schicksalsschlag erleiden. Beide leben ihre Leben bis dahin auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Dunja lebt mit ihren Kindern in der Stadt, Saphie führt ein Hotel auf dem Land, wo die Schwestern aufgewachsen sind. Nach dem Verlust ihrer Männer zieht Dunja zu Saphie in das Hotel und versucht einen neuen Lebensabschnitt anzufangen.

Ich habe tatsächlich mehr Spannung in dem ganzen Buch erwartet. Die Tatsache, dass die Schwestern an der Deutsch-Deutschen Grenze aufgewachsen sind, hat mich auf einen Roman neugierig gemacht, der ein bisschen mehr von der Vergangenheit erzählt und das diese eine größere Rolle spielen würde.
Am Anfang fing es ja noch interessant an, beide Männer sterben am gleichen Tag, das kann doch kein Zufall sein!? Dunja geht daraufhin in ihren Heimatort zurück, ja da musste doch etwas aus der Vergangenheit kommen, was den Schwestern entweder Steine in den Weg legt, ein Familiengeheimnis entlüftet oder ähnliches. Dann wurde es ein wenig langatmig meiner Meinung nach weil mir einfach die Spannung fehlte und auch von der Handlung her wurde es etwas uninteressanter. Es ist einfach nicht wirklich etwas passiert, was mich als Leser neugierig gemacht hat.
Der Fluchttunnel kam dann noch ins Gespräch und meine Neugier war endlich wieder geweckt! Doch leider wurde aus dem Ereignis aus der Vergangenheit der Familie nicht viel erzählt. Das Thema war hin und wieder am Rande zu lesen und verlief nachher im Sand. Da hätte ich mir gewünscht, dass das Thema ein bisschen mehr in den Vordergrund gerückt wäre.

Die Charaktere haben mich nicht so begeistern können. Dunja fand ich etwas langweilig, sie ordnete sich ständig unter und man bekam auch einfach keine Nähe zu den Charakteren. Saphie fand ich tatsächlich später noch am interessantesten.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen, man kann der Geschichte gut folgen und auch die jeweiligen Überschriften bei den Kapiteln fand ich klasse! Auch das Cover sieht ansprechend aus und durch das Cover bekam ich auch Interesse an dem Roman. Es wirkt ruhig und auch wieder spannend, ein wenig mystisch finde ich.

Auch wenn mich der Roman leider nicht ganz überzeugen konnte, zeigt er dennoch, dass es nie zu spät ist, etwas neues anzufangen.

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milkysilvermoon milkysilvermoon

Veröffentlicht am 27.03.2020

Erinnerungen

Während die 39-jährige Dunja Lenzing mit ihren Kindern Jules und Augusta in der Großstadt lebt und dort Deutschkurse gibt, ist ihre Zwillingsschwester Saphie in einem Hotel in einem thüringischen Dorf ... …mehr

Während die 39-jährige Dunja Lenzing mit ihren Kindern Jules und Augusta in der Großstadt lebt und dort Deutschkurse gibt, ist ihre Zwillingsschwester Saphie in einem Hotel in einem thüringischen Dorf an der ehemals deutsch-deutschen Grenze heimisch. Dann schlägt der Zufall auf irrwitzige Weise zu: An ein und demselben Tag sterben ihre langjährigen Lebenspartner. Restaurator Winne, der Vater von Jules und Augusta, kommt bei einem Sturz ums Leben. Hotelchef Gilbhart stirbt durch einen Schlaganfall. Obwohl sich Dunja bereits von Winne getrennt hatte und der alkoholabhängige Gilbhart es Saphie zuletzt schwergemacht hat, leiden die beiden Schwestern unter dem Verlust und nähern sich einander wieder an. Dunja entscheidet sich, in Saphies Hotel zu ziehen und somit in die Heimat ihrer Kindheit zurückzukehren. Dort werden beide mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

„Die Glasschwestern“ ist ein Roman von Franziska Hauser.

Meine Meinung:
Der Roman besteht aus 40 Kapiteln mit einer angenehmen Länge. Jedes ist mit einem anderen Sprichwort überschrieben – eine sehr schöne Idee. Erzählt wird im Präsens zunächst nur aus der Sicht von Dunja, später auch aus der von Saphie. Der Roman ist chronologisch aufgebaut, aber es gibt immer wieder kurze Rückblenden in die Vergangenheit in Form von Erinnerungen. Der Aufbau ist sehr durchdacht und funktioniert gut.

Auch in sprachlicher Hinsicht hat mir der Roman sehr gut gefallen, denn sein Stil ist besonders. Ungewöhnliche Bilder und Vergleiche konnten mich begeistern. Dabei wirkt der Schreibstil eindringlich und stellenweise poetisch, aber nicht blumig oder gekünstelt. Der Roman ist unaufgeregt und atmosphärisch recht dicht.

Die zu Beginn ziemlich unterschiedlichen Zwillingsschwestern, die ich als interessante Charaktere empfunden habe, stehen im Vordergrund. Beide machen eine Entwicklung durch. Ihre Gedanken und Gefühle werden sehr gut deutlich. Allerdings habe ich mit den meisten Figuren zunächst gefremdelt, denn viele der Personen erscheinen etwas seltsam. Dazu passen die ausgefallenen Namen in der Geschichte, die nicht nur die Protagonisten, sondern auch einige der Nebenfiguren tragen.

Die Handlung braucht ein wenig, um Fahrt aufzunehmen. Dennoch konnte mich die Geschichte von Anfang an fesseln. Zwischendurch gibt es auf den mehr als 400 Seiten zwar einige kleinere Längen. Im Großen und Ganzen bleibt die Geschichte aber abwechslungsreich und unterhaltsam.

Inhaltlich ist der Roman sehr vielschichtig. Es geht um die Zeit vor der Wende und die Vergangenheit der Protagonisten, um Tod und Trauer, um wichtige Entscheidungen und die Suche nach einem neuen Sinn im Leben. Zugleich ist es aber auch eine Familiengeschichte und ein Generationen umfassender Roman, der Geheimnisse und Lügen beinhaltet. Eine Lektüre, die Fragen aufwirft und dazu einlädt, das Buch immer wieder zur Seite zu legen, um eigenen Gedanken nachzuhängen.

Toll finde ich auch das ansprechende Cover, denn es greift die melancholische Stimmung der Geschichte auf und symbolisiert durch die Spiegelung die Zwillingsschwestern. Auch der Titel, der sich schon nach wenigen Kapiteln erklärt, aber auch mehrdeutig interpretiert werden kann, passt sehr gut.

Mein Fazit:
Mit „Die Glasschwestern“ ist Franziska Hauser ein ungewöhnlicher, komplexer Roman gelungen, der mich sprachlich beeindrucken konnte. Das lesenswerte Buch ist nicht nur unterhaltsam, sondern bietet auch eine Menge Denkimpulse.

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Girdin Girdin

Veröffentlicht am 24.03.2020

Ruhig und mit viel Feingefühl erzählter Roman


„Die Glasschwestern“ im gleichnamigen Roman von Franziska Hauser sind die Zwillinge Dunja und Saphie. Aufgewachsen sind die beiden Frauen vor fast vierzig Jahren in einem kleinen Dorf im Osten Deutschlands. ... …mehr


„Die Glasschwestern“ im gleichnamigen Roman von Franziska Hauser sind die Zwillinge Dunja und Saphie. Aufgewachsen sind die beiden Frauen vor fast vierzig Jahren in einem kleinen Dorf im Osten Deutschlands. Ihr Vater war Glasbläser und hat für seine Töchter gerne Schmuck aus Glas hergestellt, den die beiden gerne trugen. Das führte zu ihrem Spitznamen und damit zum Titel des Buchs.

Zu Beginn des Romans, der in der Gegenwart spielt, führt Saphie ein Hotel in der Heimat. Dunja lebt etwa 60 Kilometer entfernt in der Großstadt und unterrichtet dort deutsch. Sie hat zwei erwachsene Kinder, war aber mit deren Vater Winne nie verheiratet und lebt inzwischen von ihm getrennt. Dennoch trifft es sie tief, als Winne stirbt. Auch Saphie ist bestürzt und traurig, viel mehr aber noch darüber, dass ihr Ehemann Gilbhart zufällig am gleichen Tag aus dem Leben scheidet.

Die beiden Schwestern sind vom Charakter her sehr verschieden. Dunja ist von Kindheit an eher zurückhaltend und ängstlich, Saphie dagegen stellt sich den ihr übertragenen Aufgaben und zeigt dabei kaum Furcht. Welche Gefühle Saphie dabei wirklich hat, lernt sie immer mehr zu unterdrücken. Stattdessen schlüpft sie in eine Rolle, in der sie der Welt ihr wahres Gesicht und Wesen verweigert. Als Inhaberin eines Hotels kommt sie in vielen Dingen einfach ihrer Pflicht nach. So war es ursprünglich nicht geplant. Denn früher hat sie sich eigentlich ein Leben in der Stadt erträumt und auch bei Dunja haben sich ihre jugendlichen Vorstellungen von der Zukunft nicht erfüllt. Gerne hätte sie die Werkstatt ihres Vaters übernommen, doch durch die Öffnung der deutsch-deutschen Grenze ist dieser Traum geplatzt.

Durch den Tod ihrer Partner ist plötzlich eine riesige Veränderung für beide da. Es hat immer Phasen gegeben, in denen die Schwestern einander brauchten und genauso haben sie gelernt einander loszulassen und ihren eigenen Weg zu gehen, denn trotz räumlicher Distanz wussten sie immer, dass es jemanden gab, der sie im Hilfsfalle unterstützen würde. Jetzt ist es wieder soweit, Dunja sucht die Nähe von Saphie und zieht vorläufig in deren Hotel. Während Dunja versucht, sich mit Arbeit von ihrem Kummer abzulenken, zieht Saphie sich zunehmend zurück und durchbricht damit ihre tägliche Routine, die viele Erinnerungen an ihren Mann mit sich bringen.

Franziska Hauser beschreibt detailreich die sich über mehrere Monate hinziehenden Veränderungen im Wesen der Zwillinge, was sich auch dadurch ausdrückt, dass zunächst Dunja diejenige ist, die mehr im Fokus steht und sich dieser zum Ende hin eher auf Saphie richtet. Die Schwestern kennen sich genau und jede weiß von der anderen, wie diese in welcher Situation reagieren würde. Beide blicken immer wieder auf ihr Leben an der Seite ihres jeweiligen Partners zurück. Bis zum Schluss bleiben Winne und Gilbhart unvergessen und nehmen weiter einen breiten Platz in den Gedanken der Zwillinge ein. Mir persönlich war das im Rahmen der charakterlichen Änderungen unverständlich, zumal es mir erschien, dass aufgrund diverser Differenzen in beiden Beziehungen schon lange keine oder nur noch wenig Liebe im Raum steht.

„Die Glasschwestern“ von Franziska Hauser ist ein ruhig erzählter Roman, in dessen Mittelpunkt die Zwillinge Dunja und Saphie stehen. Die Autorin beschreibt detailliert und bewegend mit sehr viel Feingefühl wie beide sich aufgrund des plötzlichen Verlusts ihres Ehemanns beziehungsweise früheren Partners charakterlich verändern und sie in kleinen Schritten ihre dadurch gewonnene Chance auf eine von ihnen neu gestaltete Zukunft nutzen. Gerne empfehle ich den Roman an empathische Leser weiter.

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SaBineBe SaBineBe

Veröffentlicht am 24.03.2020

Interessantes Thema etwas zu oberflächlich umgesetzt

Ein dummer Zufall will es, dass die Männer der Zwillingsschwestern Dunja und Saphie am gleichen Tag ums Leben kommen. Während Dunja ihrem Winne, von dem sie schon vorher getrennt lebte, nicht wirklich ... …mehr

Ein dummer Zufall will es, dass die Männer der Zwillingsschwestern Dunja und Saphie am gleichen Tag ums Leben kommen. Während Dunja ihrem Winne, von dem sie schon vorher getrennt lebte, nicht wirklich hinterher trauert, bricht für Saphie, nachdem sie den Tod von Gilbhart realisiert hat, erst einmal die Welt zusammen. Dunja lässt ihre beiden erwachsenen Kinder Jules und Augusta in der Stadt zurück und zieht zu Saphie, die in einem Dorf an der ehemaligen innerdeutschen Grenze ein Hotel führt. Beide versuchen mit dem Tod ihrer Männer umzugehen, wobei ihre Schwester Lenka keine große Hilfe ist.

Die Sprache des Romans ist wunderschön, fast schon poetisch, wenn auch am Anfang ein wenig gewöhnungsbedürftig. Besonders gut gefallen haben mir die kleinen Zitate, die als Überschriften für die einzelnen Kapitel dienen.

Der Leser wird direkt in die Geschichte eingewoben, in dem der Tod der beiden Männer ohne Vorwarnung gleich zu Beginn erfolgt. Allerdings bleibt der daraus erwachsene Spannungsbogen eher unaufgeregt und flach. Hier bleibt die Entwicklung auf einer gewissen Ebene stehen. Selbst die Erwähnung eines damals gegrabenen Fluchttunnels vermag es nicht , die angedeutete Spannung in den Verlauf der Geschichte zu übernehmen, und verschwindet schon bald wieder im Dunkel.

Die Entwicklung der beiden Hauptfiguren Dunja und Saphie geht dafür umso sprunghafter weiter. Während Dunja sich allmählich mit dem Tod von Winne abfindet, die Verantwortung für ihre erwachsenen Kinder abgeben kann, und sich mit dem neuen Leben arrangiert, fällt Saphie quasi von einer Seite auf die nächste in ein tiefes depressives Loch, aus dem die anderen sie mühsam wieder heraus holen müssen. Während alle dem erfährt der Leser in kleinen Rückblicken und Erinnerungen immer wieder Details aus der Familiengeschichte. Dennoch bleiben die Personen allesamt für mich wenig greifbar und ein wenig oberflächlich, ich habe eine gewisse Tiefe und Nahbarkeit bei allen vermisst.

Die Geschichte besitzt insgesamt schon ein gewisses Potential, das die Autorin leider nicht voll ausgeschöpft hat. Trotz allem ist ein interessantes Buch entstanden, das einen gewissen Unterhaltungswert besitzt.

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Autorin

Franziska Hauser

Franziska Hauser - Autor
© Dirk Skiba

Franziska Hauser, geboren 1975 in Pankow/Ostberlin, hat zwei Kinder. Sie studierte Fotografie an der Ostkreuzschule bei Arno Fischer und ist Autorin. Im Frühjahr 2015 erschien ihr Debütroman Sommerdreieck, der den Debütantenpreis der lit.COLOGNE erhielt und auf der Shortlist des aspekte-Literaturpreises stand. www.foto-haus.info

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