Melmoth
 - Sarah Perry - Hardcover

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24,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Hardcover
Sonstige Belletristik
332 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0664-3
Ersterscheinung: 30.09.2019

Melmoth

Roman

(57)

Ein fesselnder und wunderbar unheimlicher Roman

Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth – einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern – und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?

Ein Buch, das einen packt und nicht mehr loslässt. Ein weiteres Meisterwerk von Sarah Perry.


Pressestimmen

„Virtuos, angsteinflößend und intelligent.“
„Sarah Perry beweist aufs Neue, dass sie eine Meisterin der Atmosphäre ist.
„Eine unheimliche, markerschütternde Geschichte und zugleich ein Plädoyer für Wärme und Mitmenschlichkeit.“
„MELMOTH meistert das seltene Kunststück gleichzeitig extrem unterhaltend und tiefgründig zu sein. Eine der großen literarischen Meisterleistungen unseres jungen Jahrhunderts.“
„MELMOTH ist ein pulsierender und kraftvoller Roman über Liebe und Menschlichkeit. Das perfekte Heilmittel gegen die allzu glatte und haltungslose Literatur der letzten Jahre.“
„Unheimlich und unheimlich fesselnd.“

Rezensionen aus der Lesejury (57)

Hilou Hilou

Veröffentlicht am 30.03.2020

Schaurig schön

Zum Inhalt:
Die Britin Helen Franklin lebt nun schon seit vielen Jahren in Prag und hat nicht viele Kontakte. Einer ihrer wenigen Freunde, Karel, gibt ihr eines Tages ein seltsames Manuskript, das sich ... …mehr

Zum Inhalt:
Die Britin Helen Franklin lebt nun schon seit vielen Jahren in Prag und hat nicht viele Kontakte. Einer ihrer wenigen Freunde, Karel, gibt ihr eines Tages ein seltsames Manuskript, das sich mit Melmoth, der Zeugin befasst. Hierbei handelt es sich um eine mysteriöse Frau in Schwarz, die einst verflucht wurde, auf ewig über die Erde zu wandeln und sich an Sünder und Schuldige zu heften. Kurz darauf verschwindet Karel spurlos. Und Helen fühlt sich allmählich beobachtet und verfolgt. Langsam fragt sie sich, wie real Melmoth ist...

Meine Leseerfahrung:
Melmoth hat mich allein schon aufgrund des schönen Covers in den Bann gezogen. Ich kannte "Melmoth den Wanderer" von Maturin, von dem sich Sarah Perry inspirieren ließ, bereits durch einzelne Zitate aus diversen anderen Büchern. Gelesen hatte ich allerdings bisher nichts über diese Legende. Im Gegensatz zu Maturin hat Perry aus der Figur eine weibliche Verdammte geschaffen, die schaurig schön und teilweise sehr gruselig beschrieben wird.

Der poetische Schreibstil der Autorin passt perfekt zu der sagenumwobenen Geschichte der Melmoth. Während des Lesens befindet man sich durchgehend in einer beklemmend düsteren Atmosphäre und spürt förmlich die Hoffnungslosigkeit und die Ängste der einzelnen Charaktere. Zudem wird man als Leser an einigen Stellen auch direkt angesprochen, was bewirkt, dass man die Geschichte nahezu hautnah miterlebt und in die seltsamen Geschehnisse mit eingebunden wird.
Ebenso eingebunden ist man, als es einen umfangreichen Einblick in das Beweismaterial über Melmoth (historische Texte, Briefe und Tagebucheinträge etc) gibt. Perry versteht es sehr gut, einer Legende allmählich Leben einzuhauchen. Melmoth wird mit jeder einzelnen Geschichte über sie immer greifbarer. Und dennoch ist sie bis zum Ende des Buches im dunklen Hintergrund lauernd eine bedrohliche Gestalt, der man nicht begegnen möchte.

Dieses Buch ist definitiv keine leichte Lektüre. Sie enthält viele Sinnbilder und Metaphern, die nicht auf den ersten Blick begreiflich sind. Vielmehr erkennt man nach und nach, dass es eigentlich nicht einfach nur um Melmoth geht, sondern um Schuld und Reue, und das Verständnis von richtig und falsch. Das wird auch eher ab der zweiten Hälfte immer deutlicher. Spannung, wie in Thrillern, sucht man hier vergebens. Dafür gibt es aber um so mehr eine anhaltende düstere Atmosphäre, die trotz einiger langatmiger Stellen den Leser fesseln kann.

Ich denke, jeder hat irgendwann in seinem Leben eine Schuld auf sich geladen, auf die er nicht unbedingt stolz sein kann. Wer Melmoth liest, sollte sich darauf gefasst machen, gewollt oder ungewollt mit den eigenen Fehlern der Vergangenheit konfrontiert zu werden und sich damit auseinander zu setzen.

Fazit:
"Melmoth" von Sarah Perry ist ein Buch voller metaphorischer und tiefgründiger Anhäufungen und anhaltender düsterer Melancholie, das dem Leser einen großen Spiegel vorhält und ihn mit in die Geschichte einbindet. Es erfordert viel Geduld und Selbstreflexion, um ihr folgen zu können. Eine seltene Perle innerhalb der anspruchsvollen Literatur!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Die_Chaotin Die_Chaotin

Veröffentlicht am 01.02.2020

Trotz poetischem Schreibstil nicht komplett überzeugend

An dieses Buch bin ich vollkommen unvoreingenommen gegangen, denn ich kannte absolut kein Buch von Sarah Perry.
Ich habe zwar ihren Namen schon auf anderen Blogs gesehen, aber selbst habe ich nichts, ... …mehr

An dieses Buch bin ich vollkommen unvoreingenommen gegangen, denn ich kannte absolut kein Buch von Sarah Perry.
Ich habe zwar ihren Namen schon auf anderen Blogs gesehen, aber selbst habe ich nichts, womit ich ihren Schreibstil hätte vergleichen können.
Ich habe dieses Buch außerdem schon vor einer ganzen Zeit gelesen und selten ist mir eine Rezension so schwer gefallen, wie in diesem Fall.


Helen Franklin ist 42 Jahre alt und lebt seit etwa zwanzig Jahren in eher ärmlichen Verhältnissen in Prag.
In der goldenen Stand, in der sie ein Manuskript findet, dass ihr Leben grundlegend verändern soll.
Denn in diesem Manuskript geht es um Melmoth, einer sagenumwobenen Gestalt, die enger mit ihr verknüpft zu sein scheint, als sie es sich je hätte vorstellen können.

Helen selbst bekommt das Dokument von dem einst vorstorbenen Josef Hofmann und weiß anfangs so gar nichts damit anzufangen.
Mir ging es anfangs tatsächlich ähnlich.
Erst nach und nach erkennt Helen, dass es sich dabei nicht etwa um eine Dokumentation geht, sondern viel mehr um das Leben Hofmann's.
Und um ihre eigene Vergangenheit.
Umso tiefer Helen in das Leben des Mannes eintaucht, umso mehr fühlt sie sich auch selbst beobachtet oder verfolgt.
Beklemmende Gefühle stellen sich ein und lassen sie nicht los. Nicht nur nachts, sondern auch an allen anderen Stunden des Tages.
Ich muss an dieser Stelle tatsächlich gestehen, dass ich diese Gefühle an manchen Stellen sogar nachvollziehen konnte.

Der Schreibstil der Autorin ist .. anders.
Ich kann nicht mal richtig beschreiben, in welcher Form diese aussage zutrifft, aber Melmoth war für mich ein Buch, dass ich nicht zwingend zu einem Lesehighlight machen würde.
Eher im Gegenteil.
Durch die drei Handlungsstränge ergibt zwar alles irgendwie einen Sinn und auch der Hintergrund, der Melmoth betrifft, fügt sich in das Buch ein, aber so richtig fesseln konnte es mich irgendwie nicht. Manchmal erschloss sich mir die Botschaft hinter diesem Buch auch tatsächlich nicht.

Die Atmosphäre beeinhaltet unglaublich viel Melancholie und Hoffnungslosigkeit. Fast schon Gleichgültigkeit.
An manchen Stellen war mir das tatsächlich zu viel.
Charaktermässig bin ich mit keinem so richtig warm geworden. Ich habe zwar ihre Wege verfolgt, aber eigentlich auch nicht richtig mit ihnen mitgefühlt. Es entwickelte sich von einem Schauermärchen zu einem Buch, dass ich gar nicht richtig beschreiben kann.

Durch den Schreibstil Sarah Perrys, der wirklich poetisch schön ist, bekommt das Buch einen besonderen Touch.
Die Hintergrundgeschichte und die Auflösung der Materie konnten mich allerdings nicht vollends überzeugen.
Schade eigentlich, denn auf den ersten Blick erscheint das Buch viel tiefgründiger, als es ist.
Oder ich war einfach nicht tiefgründig genug, um es zu verstehen.


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misery3103 misery3103

Veröffentlicht am 20.01.2020

Nimm meine Hand

Helen Franklin ist Engländerin, lebt und arbeitet aber in Prag. Als ihr guter Freund Karel ihr ein Manuskript zum Lesen überlässt, das er selbst von seinem alten Freund J. A. Hoffmann bekam und das mit ... …mehr

Helen Franklin ist Engländerin, lebt und arbeitet aber in Prag. Als ihr guter Freund Karel ihr ein Manuskript zum Lesen überlässt, das er selbst von seinem alten Freund J. A. Hoffmann bekam und das mit den Worten: ‚Sie kommt.‘ endet, zieht er sie hinein in die Geschichte von Melmoth, jener Figur, die dazu verdammt ist, für immer auf Erden zu wandeln und überall dort zu erscheinen, wo Leid, Finsternis und Tod am ärgsten sind. Und mit Lesen des Manuskripts fühlt auch Helen, dass Melmoth, die seit Ewigkeiten barfuß auf Erden wandelt, in den Schatten lauert, weil Helen große Schuld auf sich lud.

Tja, da ist sie nun: Melmoth. Sie lauert in der Dunkelheit und zeigt den Sündern ihre Taten und macht ihnen ihre Schuld bewusst, auf dass sie ihre Hand nehmen und sich ihr anschließen bei ihrer ewigen Wanderung auf Erden. Mich hat ihre Geschichte fasziniert und ich verstand schnell, wie Schuldgefühle über längst vergangene Taten einen Menschen in die Arme dieser Sagengestalt führen können. Und ich war fasziniert davon, wie das Buch einen ganz oft auffordert, aus einer anderen Perspektive auf die handelnden Personen zu schauen – oder einem sagt, was man nicht gesehen hat, weil man nicht genau hinschaute.

Die Geschichten, die das Manuskript erzählt, sind unterschiedlich, haben aber alle eins gemeinsam: eine große Schuld, die jemand auf sich geladen hat, und damit einhergehende Schuldgefühle. Da auch Helen ein Geheimnis hat, das sie seit 20 Jahren niederdrückt und sie nicht am Leben teilhaben lässt, ist auch sie bald in den Fängen von Melmoth, die sie verfolgt und in den Schatten lauert.

Am Ende sagt das Buch, dass man seine Schuld annehmen muss und es keinen Grund gibt, die ausgestreckte Hand Melmoth‘ zu nehmen. Das hat mir sehr gefallen.

Eine Geschichte über Schuld und Schuldgefühle, die gut geschrieben ist und mich gespannt machte auf die vielen kleinen Geschichten, die nebenher in das Buch einfließen. Gut!

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AnnKathrin04 AnnKathrin04

Veröffentlicht am 29.12.2019

Aufregende Literatur mit spannender Atmosphäre

Melmoth

Autor/in : Sarah Perry
Format : Ebook Epub
Seitenzahl : 336

Gliederung :
1. Darum geht es
2. Cover / Optischer Eindruck
3. Schreibstil
4. Charaktere
5. So hat es mir gefallen
6. Fazit ... …mehr

Melmoth

Autor/in : Sarah Perry
Format : Ebook Epub
Seitenzahl : 336

Gliederung :
1. Darum geht es
2. Cover / Optischer Eindruck
3. Schreibstil
4. Charaktere
5. So hat es mir gefallen
6. Fazit / Empfehlung?! / Sterne

1. Darum geht es :
Die 42 Jährige Helen Franklin bekommt von einem Bekannten ein altes Manuskript, welches sie unbedingt lesen soll und welches ihrem Bekannten solche Angst beschert.
In dem Manuskript geht es um Melmoth, die Zeugin, eine schwarze Frau, die über Leid und Schmerz wacht und immer dort ist, wo solches ausbricht. Menschen berichten über ihre Begegnungen mit Melmoth, die zwar nie richtig da ist, deren Anwesenheit aber deutlich spürbar zu sein scheint. Und auch Helen fühlt sich immer mehr beobachtet und ihr wird bewusst, dass hinter dieser biblischen Gestalt mehr steckt, als nur Sagen und Geschichten...

2. Cover / Optischer Eindruck :
Das gesamte Titelbild ist voller Blätter in Dunkelblau und Dunkelgrün. Der wenige Hintergrund, der zu sehen ist, ist schwarz und auf diesem sind Vögel zu sehen. Wahrscheinlich sollen dies die Vögel sein, die auch im Buch beschrieben werden. ( Dort sind es Dohlen ) .
Den Sinn der Blätter, die anscheinend sehr präsent sein sollen, habe ich im Bezug zur Handlung nicht verstanden. Die Vögel ergeben darauf bezogen mehr Sinn und hätten für meinen Geschmack eher im Vordergrund stehen sollen.
Das Cover erzählt nicht wirklich etwas über die Geschichte, weil die Vögel nicht die hauptsächliche Handlung darstellen. In diesem Fall finde ich das aber nicht schlimm, denn das sorgt für Spannung, da ich beim Anblick des Covers keine solche Handlung erwartet hätte.
Da heißt es wieder einmal :
Lass dich nicht vom Cover täuschen!

3. Schreibstil :
Das Buch ist definitiv keines für Zwischendurch, welches man mal kurz nebenbei lesen kann, denn der Schreibstil ist recht anspruchsvoll und die Sprache teilweise sehr gewählt.
Die Autorin schreibt aus Sicht eines Außenstehenden, der die gesamte Handlung unvoreingenommen überblickt und den Leser
oft persönlich anspricht. Beispielsweise „Wenn Sie genauer hinsehen, erkennen Sie...“ oder „Schauen Sie! Haben Sie dort auch den Schatten gesehen?“
Sie bindet durch diesen Erzählstil den Leser persönlich mit ein, was für mich eine komplett neue Atmosphäre dargestellt hat, diese aber gleichzeitig auch so spannend gestalten konnte.
Es wird nicht nur der Inhalt an sich beschrieben, sondern es gibt auch Briefe oder das Manuskript, in die der Leser Einblicke gewährt bekommt.
Teilweise fand ich den Schreibstil schwierig zu verstehen, weil ich derzeit wenige Bücher lese, bei denen ich einfach mal mitdenken muss. Das würde ich daher nicht als negativ auslegen, weil mir dafür einfach die Erfahrung fehlt.
Sonst ist mir die Spannung sehr positiv aufgefallen, die, obwohl nie wirklich etwas besonderes geschehen ist, von Anfang bis Ende präsent war. Durch den sehr düsteren Schreibstil hatte ich dauerhaft das Gefühl, als würde ich einen Horrorfilm sehen, in dem stetig Jumpscares passieren. Ich weiß zwar nicht, wie die Autorin diese Atmosphäre geschaffen hat, aber es funktioniert!

4. Charaktere :
*Hier sind nur die für mich präsentesten Charaktere gelistet. Es gibt weitaus mehr*

Helen Franklin - Protagonistin, deren Persönlichkeit ich nicht recht beschreiben kann. Sie mag Geheimnisse und geht ihnen gern auf den Grund. Außerdem scheint sie neugierig und wissbegierig zu sein.

Karel Prazan - Ist ein guter Bekannter und Freund von Helen. Er ist verängstigt und ziemlich verstört durch das Manuskript, das er von jemandem bekommen hat und gibt es an Helen weiter.

Thea - Die Frau von Karel. Sie sitzt im Rollstuhl. Ihre Persönlichkeit ist eher zurückhaltend, sie ist auf Karel angewiesen und man merkt, dass sie das stört. Außerdem hat sie Angst, dass ihr Mann sie nicht mehr liebt, weil sich ihr Leben so stark geändert hat.

Josef Hoffmann - Er hat das Manuskript angefertigt und an Karel weitergegeben. Seine Geschichte erfährt man nur anhand des Manuskripts.

Albina - Helens Mitbewohnerin. Sie ist über Neunzig und hat eine ziemlich grimmige Persönlichkeit, die allerdings nicht böse gemeint ist.

Adaya - Theas neue Hilfskraft. Sie lernen sich über Helen kennen.

5. So hat es mir gefallen :
Positiv :
Jetzt, nachdem ich das Buch zu Ende gelesen habe, muss ich gestehen, dass ich nicht genau weiß, was ich davon halten soll. Die erste Hälfte des Buches hat mich, trotz des recht anspruchsvollen Schreibstils, in seinen Bann gezogen und es hat mir sehr gut gefallen, weil ein stetiger Wechsel der Perspektiven stattgefunden hat.
Obwohl nicht wirklich aufregende Situationen passiert sind, hatte ich dauerhaft das Gefühl, unter Spannung zu stehen, weil das Gefühl beim Lesen trotzdem so düster und mystisch war, dass die Spannung nicht verloren ging. Auch wenn einige Stellen recht trocken waren, besonders im Manuskript, hat die Autorin es geschafft, eine dauerhafte Spannung aufrecht zu erhalten, die nicht abgebaut hat. Das Gefühl, ich würde einen Horrorfilm sehen, mit ständigen Jumpscares, hatte ich so gut wie dauerhaft! Ich finde es wirklich faszinierend, wie Sarah Perry eine solche Atmosphäre schaffen konnte, ohne wirkliche Horror Elemente einzubauen!
Ebenfalls positiv ist mir der Einbau neuer Charaktere aufgefallen. Ich habe nie wirklich den Gedanken gehabt „Jetzt versucht die Autorin jemand neues ins Buch zu bringen und muss ihn erstmal vorstellen...“, denn sie schafft es sehr „hinterlistig“ die Charaktere in das Geschehen einzubinden und trotzdem super zu umschreiben, ohne die Geschichte an sich zu unterbrechen.

Negativ :
Leider fand ich die letzten 120 Seiten recht langatmig. Für meinen Geschmack wurde dort viel zu viel Wert auf die Gespräche unter den Charakteren gelegt und die eigentliche Handlung über Melmoth ging unter.
Auch die letzten Seiten des Manuskripts haben an Wissen verloren. Anfangs fand ich die Auszüge wirklich interessant und auch die Sprache hat mir sehr zugesagt, obwohl diese für mich neu war.
Meines Erachtens nach hätte das Manuskript abgekürzt sein sollen, sodass die Berichte einiger Personen nicht so langatmig geworden wären.
Ebenfalls negativ sind mir die sehr langen Kapitel aufgefallen, die ein dauerhaftes Lesen ziemlich schwer machen. So geht es mir persönlich zumindest.

Das Ende hat mir recht gut gefallen. Das hätte, im Gegensatz zu den 100 Seiten davor, ruhig etwas detaillierter ausfallen können.
Mit der Auflösung hätte ich niemals gerechnet, das hat das Buch für mich super abgerundet!
Leider wurde oft zu viel Sprache für den Hintergrund von den dortigen Personen verwendet ( Was natürlich auch wichtig für die Handlung ist ) und die Situationen, die für den Leser spannend sind, wurden recht kurz gehalten.
Gewünscht hätte ich mir, dass die Szenen, in denen Melmoth wirklich präsent ist, weiter ausgebaut worden wären.

6. Fazit / Empfehlung?! / Sterne

Fazit :
„Melmoth“ ist kein Buch für zwischendurch, denn die Sprache ist recht anspruchsvoll und erfordert stetiges Mitdenken. Trotzdem wird der Leser fast durchgängig unterhalten und spürt die Anwesenheit von Melmoth förmlich am eigenen Leibe.
Gewählte Sprache trifft auf spannende Lektüre voller Hintergrundwissen!

Empfehlung?
Ja, ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen! Die Atmosphäre, die die Autorin geschaffen hat, sollten viel mehr Leser erfahren. Das ist grandiose Literatur!
Über die minimalen negativen Aspekte kann ich gut hinweg sehen und daher einfach nur eine klare Empfehlung aussprechen!

Sterne :
4 Sterne für dieses Werk, das mir weiterhin im Kopf spuken wird!

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Marakkaram Marakkaram

Veröffentlicht am 25.12.2019

Düster, melancholisch, erdrückend

** "Brennen die Flammen weniger heiß, weil sie gerecht sind? Ist das Messer stumpf, nur weil der Stich zu Recht geschieht? Glaubst du, du würdest weniger leiden, nur weil du gesündigt hast?" **

Keine ... …mehr

** "Brennen die Flammen weniger heiß, weil sie gerecht sind? Ist das Messer stumpf, nur weil der Stich zu Recht geschieht? Glaubst du, du würdest weniger leiden, nur weil du gesündigt hast?" **

Keine leichte Kost, der neue Roman von Sarah Perry und auch kein Roman, den man in eins wegliest.

Es geht um Schuld und Sühne, Verrat, die Last des Gewissens und Vergebung. Dabei gibt es nicht nur einen Handlungsort und eine Geschichte, die Briefe und Tagebuchauszüge entführen ins England des 17. Jahrhunderts, ins Tschechien der Nazizeit, nach Manila und Kairo. Und immer geht es um ungeheuerliche Vergehen, Menschen, die schwere Schuld auf sich geladen haben.

Diese Geschichten gingen mir zum Teil dermaßen unter die Haut... da zeigt sich das ganze Können der Autorin. Sie erzeugt eine wahnsinng beklemmende, aber auch emotionale Atmosphäre, die Gänsehaut durch eigentlich schlichte, oftmals sehr distanzierte Erzählungen erreicht.

Das funktionierte für mich in der Gegenwart nicht immer. Helens Passagen vermochten mich anfangs nicht unbedingt zu fesseln. Prag ist düster, melancholisch und erdrückend. Es gibt keinen Hoffnungsfunken, keinen Lichtschimmer jedweder Art, selbst im Momenten der "Heilung", nahm die Schwere keinen Jota ab.

Und Sarah Perry`s Schreibstil ist gemächlich. Er hat seine eigene Form und wechselnden Takt. Die Charaktere sind vom Leben gebrochene Personen, sehr individuell, menschlich, aber auch selten sympathisch. Es ist schon oft ein sehr schmaler Grad, der sehr zum Nachdenken über den Abgrund in jedem von uns anregt.

"Melmoth" ist ein Roman, der mich lange beschäftigt hat. Nicht nur, weil ich ein paar Tage länger zum Lesen brauchte. Es gab kurze Strecken, durch die ich mich fast quälen musste, andere Passagen wiederum haben mich dermaßen beeindruckt und mitgenommen.... Und je länger ich es sacken lasse, desto intensiver wirkt er nach.

Fazit: Kein Mainstream und mit Sicherheit auch nicht jedermanns Geschmack. Man sollte bereit sein, sich auf die melancholische, düstere Grundstimmung, den gemächlichen Schreibstil und seine Personen einzulassen. Ein atmospärisch dichter Roman für lange, dunkle Winterabende....

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Autorin

Sarah Perry

Sarah Perry - Autor
© Jamie Drew

Sarah Perry wurde 1979 in Essex geboren und lebt heute in Norwich. Ihr Roman Die Schlange von Essex war einer der größten Überraschungserfolge der letzten Jahre in England. Ausgezeichnet als Buch des Jahres 2016 der Buchhandelskette Waterstones, Gewinner des britischen Buchpreises 2017 für den besten Roman sowie für das beste Buch insgesamt. Der Roman war nominiert für den Costa Novel Award, den Dylan Thomas Prize, den Walter Scott, den Baileys und den …

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