Melmoth
 - Sarah Perry - Hardcover

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24,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Hardcover
Sonstige Belletristik
332 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8479-0664-3
Ersterscheinung: 30.09.2019

Melmoth

Roman

(56)

Ein fesselnder und wunderbar unheimlicher Roman

Helen Franklins Leben nimmt eine jähe Wende, als sie in Prag auf ein seltsames Manuskript stößt. Es handelt von Melmoth – einer mysteriösen Frau in Schwarz, der Legende nach dazu verdammt, auf ewig über die Erde zu wandeln. Helen findet immer neue Hinweise auf Melmoth in geheimnisvollen Briefen und Tagebüchern – und sie fühlt sich gleichzeitig verfolgt. Liegt die Antwort, ob es Melmoth wirklich gibt, in Helens eigener Vergangenheit?

Ein Buch, das einen packt und nicht mehr loslässt. Ein weiteres Meisterwerk von Sarah Perry.


Pressestimmen

„Virtuos, angsteinflößend und intelligent.“
„Sarah Perry beweist aufs Neue, dass sie eine Meisterin der Atmosphäre ist.
„Eine unheimliche, markerschütternde Geschichte und zugleich ein Plädoyer für Wärme und Mitmenschlichkeit.“
„MELMOTH meistert das seltene Kunststück gleichzeitig extrem unterhaltend und tiefgründig zu sein. Eine der großen literarischen Meisterleistungen unseres jungen Jahrhunderts.“
„MELMOTH ist ein pulsierender und kraftvoller Roman über Liebe und Menschlichkeit. Das perfekte Heilmittel gegen die allzu glatte und haltungslose Literatur der letzten Jahre.“

Rezensionen aus der Lesejury (56)

Books_of_Tigerlily Books_of_Tigerlily

Veröffentlicht am 15.12.2019

Ungewöhnliches Buch

Genau wie die Titelfigur Melmoth hat mich das Buch so lange auf diversen Seiten verfolgt, bis ich all meine Lesejury-Punkte dafür geopfert habe.

Ist doch bereits allein das Opfer ein wahrer Augenschmaus ... …mehr

Genau wie die Titelfigur Melmoth hat mich das Buch so lange auf diversen Seiten verfolgt, bis ich all meine Lesejury-Punkte dafür geopfert habe.

Ist doch bereits allein das Opfer ein wahrer Augenschmaus im Regal und die hat doch die Autorin mit der „Schlange von Essex“ für ordentlich Furore in der Literaturwelt gesorgt.

Melmoth verspricht also ein schaurig schönes Lesevergnügen, passend zur dunklen Jahreszeit. Prag als Setting passt hierfür schon mal perfekt, ist es doch perfekte Kulisse mit seinem historischem Flair und seinen ganz eigenen Schauergeschichten wie dem Golem von Prag. Ich bin großer Fan von Prag als Spielort eines Romans und so greife ich gern zu Büchern, die in dieser wundervollen Stadt spielen.

Auch der Beginn des Buches ist vielversprehend, wird man doch direkt mit den myteriösen Umständen um die Figur Melmoth konfrontiert. Dies übt schon einen gewissen Reiz aus, da man ebenso wie die Protagonistin Helen herausfinden will, was es mit ihr auf sich hat. Allerdings ist Melmoth kein reiner Mysteryroman, sondern er behandelt für mich eher zwischenmenschliches. So werden immer wieder Rückblenden der Protagonisten oder weiterer Charaktere, die mit Melmoth in Berührung gekommen sind, in die Geschichte eingebaut. Hierdurch entsteht ein ganz eigener Erzählrhythmus, der eher wenig actionreich ist. Aber hierauf ist die Geschichte auch ganz klar nicht ausgelegt. Es geht vielmehr um das Hinterfragen und Besiegen der eigenen Dämonen, denen man sich irgendwann im Leben stellen muss.

So auch Helen, unsere Protagonistin. Nach und nach kommt einiges ihrer eigenen Vergangenheit ans Licht. Warum gibt es Momente der Selbstgeißelung und der Selbstkasteiung? Hat Helen vielleicht bereits seit längerem Besuch von Melmoth? Kann sie sich am Ende selbst verzeihen? Helens Geschichte nimmt insbesondere auf den letzten Seiten stark Fahrt auf und hat mich berührt. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen und habe gemeinsam mit ihr gehadert und gehofft.

Gut gefallen haben mir die diversen historischen Momente des Buchs, das einiges an menschlichem Grauen aufzeigt. Hier kann es stark mit Hintergrundwissen und Kontext glänzen, das in kürzere Erzählepisoden geschickt eingebunden ist. Hierdurch gewinnt das Buch an Tiefe, aber auch an Schwere.

Vor diesem Hintergrund war Melmoth ein recht kurzweiliger Read, der vielleicht nicht ganz so meine Erwartungen erfüllt hat. Mir haben hier eindeutig so manche Aha-Momente gefehlt. Wenn man dies weiß und weiß, worauf man sich einlässt, kann man aber auch mit diesem Buch vergnügliche Lesestunden verbringen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Weltenwanderer Weltenwanderer

Veröffentlicht am 13.12.2019

Bedrückende und berührende Geschichte

Die vielen negativen Meinungen zu dem Buch haben mich erstmal zögern lassen - und auch wenn mir selber "Nach mir die Flut" von Sarah Perry gar nicht gefallen hatte, war ich sehr begeistert von "Die Schlage ... …mehr

Die vielen negativen Meinungen zu dem Buch haben mich erstmal zögern lassen - und auch wenn mir selber "Nach mir die Flut" von Sarah Perry gar nicht gefallen hatte, war ich sehr begeistert von "Die Schlage von Essex"; deshalb wollte ich ihrer neuen Geschichte eine Chance geben.

Die meisten haben moniert, dass sie nach dem Klappentext einen Schauerroman erwartet hätten und die mysteriöse Frau in Schwarz, Melmoth, viel zu sehr an den Rand gedrängt war. Das hab ich nicht so empfunden. Ich war zwar auch eher auf eine gruselige Geschichte eingestellt und die bekommt man eigentlich auch, aber völlig anders als erwartet.

Melmoth durchzieht das ganze Buch mit ihrer Präsenz. Sie taucht immer wieder auf in Manuskripten und Berichten, die Helen Franklin in die Hände fallen. Sie lebt seit vielen Jahren in Prag - ein bescheidenes, kasteiendes Leben, mit dem sie für eine Schuld büßt, die sie nicht mehr loslassen kann.

Das ist auch eins der Grundthemen: Schuld, aber auch die Scham, die mit dem Schuldgefühl einhergeht, genauso wie die Verzweiflung, die aus der Einsamkeit erwächst. Einer Einsamkeit, die von schlechtem Gewissen herrührt, von Dingen, die man niemandem sagen traut, von Entscheidungen, die eigennützig, bösartig oder einfach nur unbedacht waren.
Jeder von uns trägt wohl etwas davon mit sich herum und wir müssen alleine damit fertig werden, was wir tun oder getan haben - aber hier ist Melmoth, die Zeugin. Melmoth, die alles sieht und in ihrer eigenen einsamen Verzweiflung jedem die Hand gibt, um nicht mehr allein zu sein.

Obwohl nicht übermäßig viel passiert fand ich es sehr fesselnd.

Zum einen wegen dem wirklich grandiosen Schreibstil, der mir sehr gut gefällt und der eine ganz besondere, intensive Atmosphäre schafft. Nicht zu detailliert, aber sehr anschaulich und sinnbildlich beschrieben. Auch das Mittel, den Leser zwischendurch direkt anzusprechen, ihn zum hinsehen aufzufordern, fand ich klasse - ich mag es, wenn ich so in die Geschichte mit reingezogen werde und ich hatte das Gefühl, tatsächlich zu sehen, was Sarah Perry mir zeigen wollte.

Zum anderen waren es die Lebensgeschichten der verschiedenen Menschen, die jetzt nicht unbedingt aufregend waren, aber auf konzentrierte Weise eindringlich, teilweise berührend, teilweise verstörend. Menschliche Abgründe auf vielfältige Art, wie es überall auf der Welt geschehen ist und immer noch geschieht, mit dem Tenor, nicht wegzuschauen, sondern wahrzunehmen, um zu helfen.

Interessant fand ich auch die gleichzeitige Angst und Sehnsucht, Melmoth tatsächlich zu begegnen bzw. ihr ins Gesicht zu sehen - zeigt es doch die Furcht, seinen Taten bzw. seinem Gewissen in die Augen zu schauen, andererseits aber auch den Wunsch, Frieden zu schließen und die Schuld anzuerkennen, die man vielleicht auf sich geladen hat.

Es ist schwierig zu sagen, was ich mir aus diesem ungewöhnlichen Buch "mitnehme" und ich bin nicht sicher, alles so verstanden zu haben, wie es die Autorin erkenntlich machen wollte, und vielleicht ist mir deshalb auch das Ende etwas zu bitter ... trotzdem war ich positiv überrascht von dem feinen Gespür, das Sarah Perry an den Tag legt, um ihren Figuren Authentizität einzuhauchen und der Schreibstil an sich ist wirklich ganz was besonderes.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

JuliesBookhismus JuliesBookhismus

Veröffentlicht am 28.11.2019

Märchen verknüpft mit Geschichte...

Kennt ihr Melmoth? Ich nicht! Mir wurde als Kind vielleicht mal mit dem „schwarzen Mann“ gedroht, aber mit einer schwarzen Frau? Niemals. Erst dachte ich, es läge daran, dass wir Heiden sind, aber als ... …mehr

Kennt ihr Melmoth? Ich nicht! Mir wurde als Kind vielleicht mal mit dem „schwarzen Mann“ gedroht, aber mit einer schwarzen Frau? Niemals. Erst dachte ich, es läge daran, dass wir Heiden sind, aber als ich mich erkundigte, kannten auch Gläubige die Geschichte um Melmoth nicht.
Noch ein Grund mehr, dieses Buch zu lesen, denn die Neugier ist groß und will gestillt werden. Worum geht es also: Im Großen und Ganzen geht es um die Lebensgeschichte von Helen Franklin, die nicht ganz einfach ist, weil man sich fragt WARUM sie das tut, was sie tut. Außerdem geht es um Geschichte und Glaube und Mut. Ja, auch Liebe spielt eine Rolle, aber sie steht nicht im Mittelpunkt, sondern ist eher ein kleines Randthema.
Das Buch hat mir den II. Weltkrieg von einer anderen Seite gezeigt. Keine Schöne, muss ich sagen und ich verachte denjenigen zutiefst für seine Taten und Gedanken. Aber irgendwie fesselt es dennoch. Ebenso wie die beiden Brüder. Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!
Das Buch ist träge, aber die Geschichte macht trotzdem immer wieder neugierig. Man kann es nicht aus der Hand legen! Es ging einfach nicht. Kaum hatte ich gedacht, jetzt ist es soweit, es wird langweilig, hat sich wieder irgendetwas eingeschlichen, dass mich durchhalten lies und mir das Buch weiterhin schmackhaft machte.
Es war für mich nicht gruselig, ich hatte keine Angst, ich war tatsächlich nur neugierig. Nicht nur auf die Geschichte von Helen, auch die Hintergrundinformationen und die erwähnten Bücher und deren Geschichten waren sehr faszinierend. Dennoch leider nicht unbedingt so bewegend, dass ich es noch einmal lesen würde. Eine kleine Abwechslung für Zwischendurch.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

FreydisNehelenia FreydisNehelenia

Veröffentlicht am 13.11.2019

Mystisch, düster, beklemmend und absolut zu empfehlen

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Cover des Buches Melmoth (ISBN:9783847906643)
FreydisNeheleniaRainersdottirs avatar
Rezension zu Melmoth von Sarah Perry
Mystisch, düster, beklemmend und absolut zu empfehlen
von FreydisNeheleniaRainersdottir vor ein paar Sekunden



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FreydisNeheleniaRainersdottirs avatar
FreydisNeheleniaRainersdottirvor ein paar Sekunden
Ja, was soll ich über Melmoth sagen? In dieser Geschichte tun sich Abgründe auf und zeigen die Menschen von ihrer schlechtesten Seite: Josef Hoffmann liefert aus Neid seine Nachbarn aus, Karel Pražan drückt sich vor der Verantwortung, Albína Horákova ist eine garstige alte Frau mit einer Leiche im Keller und Helen lässt den Menschen, der ihr am meisten bedeutet für ihre Taten büßen. Über alldem schwebt die biblische Figur Melmoth, auch genannt die Zeugin, wie ein dunkler Schleier und erinnert die Menschen nicht nur an ihre Verfehlungen, sondern will sie auch gleich mit ins Jenseits nehmen, um ihrer Einsamkeit ein Ende zu setzen.

Die Geschichte ist ohne Frage richtig gut geschrieben und es wird der ein oder andere geschichtliche Fakt eingewebt. Dazu noch eine Hand voll Mystizismus und fertig ist der Lack. Die Story erdrückt einen aber auch teilweise mit Melancholie, Selbsthass und dem schlechten Gewissen der Protagonisten, dass man sich regelrecht beklemmt fühlt, so als stehe Melmoth auch in der eigenen Zimmerecke. Da denkt man automatisch über seine eigenen Verfehlungen nach und wie schwer sie wiegen. Gegen die Verfehlungen der Protagonisten kommt man sich allerdings wie ein Chorknabe vor, soviel kann ich versprechen.
Melmoth sollte man reinen Gewissens lesen können, man sollte es sogar gelesen haben. Es ist ein schaurig-mystisches Leseerlebnis.

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Literaturgarten Literaturgarten

Veröffentlicht am 12.11.2019

Verwirrendes Thema!

Meine Meinung: Sehr schön ist es, was die Autorin Sarah Perry in ihrer Bio aufweisen kann. Ich kann darüber nicht mitreden, da ich das erste Buch von ihr nicht gelesen habe. Alles andere als Schön war ... …mehr

Meine Meinung: Sehr schön ist es, was die Autorin Sarah Perry in ihrer Bio aufweisen kann. Ich kann darüber nicht mitreden, da ich das erste Buch von ihr nicht gelesen habe. Alles andere als Schön war für mich das oben angezeigte Buch mit dem wunderbaren blauen FederCover. Dieses herrlich gestaltete Cover hatte bei mir Erwartungen auf eine geheimnisvolle, wundervolle Geschichte geweckt, die lange im Kopf gespeichert wird. Leider wurde ich bitterlich enttäuscht und bereue es fast, die grausamen Bilder und merkwürdigen AngstVorstellungen , die diese Lektüre vermittelt, nun erlebt zu haben. Leider vergesse ich solche Sätze nicht leicht und sie stören mein Bedürfnis nach Harmonie und meinen Glauben an alle guten Eigenschaften und Erfahrungen, die ich mit und über Menschen gemacht habe. Keine Frage, es ist vom Sprachstil sicher hervorragend, bunt, vielfältig, fantasievoll , intelligent verfasst, sehr spirituell - allerdings im Sinne des Bösen und Grausamen aus unserer Welt und einer Welt, die es nur in den absurden Vorstellungen einer exzentrischen Schriftstellerin gibt. Hoffentlich. Aber solchen absurden Legenden, Sagen und/oder Märchen liegen zum Glück immer nur kleinste Wahrheitskörnchen zu Grunde. Das tröstet und ich war froh, als ich das Buch beenden konnte. Es war einfach das falsche Buch für mich . Aber wer nun neugierig geworden ist, möge sich vorher genau informieren, auf was er sich nun einlässt beim Lesen! Vielleicht durch eine Leseprobe oder das Studieren anderer Rezensionen,,,,

Jedes Buch findet seine Leser!

Meine Bewertung: Zwei ** Sterne für ein Buch, welches mir gar nicht gefallen hat.

Trotzdem bedanke ich mich herzlich beim Eichborn Verlag für das Rezensionsexemplar!

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Autorin

Sarah Perry

Sarah Perry - Autor
© Jamie Drew

Sarah Perry wurde 1979 in Essex geboren und lebt heute in Norwich. Ihr Roman Die Schlange von Essex war einer der größten Überraschungserfolge der letzten Jahre in England. Ausgezeichnet als Buch des Jahres 2016 der Buchhandelskette Waterstones, Gewinner des britischen Buchpreises 2017 für den besten Roman sowie für das beste Buch insgesamt. Der Roman war nominiert für den Costa Novel Award, den Dylan Thomas Prize, den Walter Scott, den Baileys und den …

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