Das Mädchen mit der lauternen Stimme
 - Abi Daré - eBook
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14,99

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Gegenwartsliteratur
367 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7517-0948-4
Ersterscheinung: 27.08.2021

Das Mädchen mit der lauternen Stimme

Roman
Übersetzt von Simone Jakob

(32)

„Mutig, originell, unvergesslich“ New York Times

„Mitreißend!“ Freundin

„Meine Mama hat gesagt, Bildung gibt mir eine Stimme. Aber ich will mehr als nur eine Stimme, Ms Tia. Ich will eine lauterne Stimme", sag ich. „Ich will in einen Raum kommen, und die Leute sollen mich schon hören, noch bevor ich den Mund aufmach.“

Die vierzehnjährige Adunni weiß genau, was sie will: Bildung. Denn das ist der einzige Weg für ein nigerianisches Mädchen aus ärmlichen Verhältnissen, Unabhängigkeit zu erlangen und den eigenen Träumen ein Stück näherzukommen.

Doch stattdessen verkauft sie ihr Vater als dritte Ehefrau an den deutlich älteren Morufu, damit sie ihm einen Sohn schenkt. Adunni flieht nach Lagos, in der Hoffnung, dort in die Schule gehen zu können. Aber auch hier scheint sie zunächst kein Glück zu haben …

„Die tragische Heldin steht für das Schicksal Millionen junger Mädchen in Nigeria und ganz Westfrika (...) Von Simone Jakob wunderbar ins Deutsche übertragen" Süddeutsche Zeitung

„Mutig und stark" Curvy Magazine

„Starker Tobak, dem Daré feinfühlig Aufmerksamkeit verschafft" Glamour

Rezensionen aus der Lesejury (32)

Bibliokate Bibliokate

Veröffentlicht am 19.06.2022

Bewegend und aufrüttelnd

Abi Daré hat mit "Das Mädchen mit der lauternen Stimme" ein Buch mit ungeheurer Kraft und mit Adunni eine wirklich mutige und willensstarke Protagonistin geschaffen.

Adunni flieht vor einer Zwangsehe ... …mehr

Abi Daré hat mit "Das Mädchen mit der lauternen Stimme" ein Buch mit ungeheurer Kraft und mit Adunni eine wirklich mutige und willensstarke Protagonistin geschaffen.

Adunni flieht vor einer Zwangsehe mit einem alten Mann nach Lagos. Dort erhofft sie sich die Erfüllung ihres größten Wunsches. Sie möchte durch Bildung ihre Unabhängigkeit erreichen. Anfangs scheint jedoch alles darauf Hinzudeuten das sich ihr Wunsch niemals erfüllt und sie ein Leben ohne Rechte und mit harter Arbeit erwartet. Doch Adunni wird nicht aufgeben und für ihre laute und unüberhörbare Stimme kämpfen. Als sie schon fast die Hoffnung aufgegeben hat und müde ist zu kämpfen erhält sie überraschend Unterstützung.
Wird sie ihren Weg finden und ihr Ziel erreichen?

Dieser Roman hat mich wirklich sehr berührt. Adunni ist eine Protagonistin die man für ihre Kraft, ihre Ausdauer und ihren unbeugsamen Willen nur bewundern kann. Die Handlung ist sehr interessant und auch wenn es durch die Grammatikalischen Fehler die Adunnis, die hier als Stilmittel eingesetzt werden um ihre fehlende Bildung darzustellen, nicht immer einfach zu lesen ist hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen und kann es nur wärmstens weiterempfehlen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Samtpfote Samtpfote

Veröffentlicht am 15.02.2022

Sehr bewegend und wunderschön erzählt

Inhalt:
Als Adunnis Mutter stirbt, ändert sich auf einen Schlag ihr ganzes Leben. Nun kümmert sich ihr Vater um die Finanzen und die Haushaltsführung und vertrinkt die Reserven der Familie. Zuerst ist ... …mehr

Inhalt:
Als Adunnis Mutter stirbt, ändert sich auf einen Schlag ihr ganzes Leben. Nun kümmert sich ihr Vater um die Finanzen und die Haushaltsführung und vertrinkt die Reserven der Familie. Zuerst ist kein Geld mehr da, um Adunni in die Schule gehen zu lassen und dann kann ihr Vater auch die Miete nicht mehr bezahlen und verkauft Adunni kurzerhand an den älteren Morufu. Als dessen dritte Ehefrau hat sie noch weniger Rechte als im Haushalt ihres Vaters und als ihr die Flucht nach Lagos gelingt, schöpft sie neue Hoffnung, die aber bald enttäuscht wird. Ihre Arbeit als Hausmädchen der reichen "Big Madame" entpuppt sich nämlich als die Hölle auf Erden.

Black History Month:
Wusstet ihr, dass der Februar traditionell als Black History Month gilt? Seit vielen Jahren werden in diesem Monat Errungenschaften und vor allem auch Kunst und Kultur von PoC besonders aufmerksam gewürdigt, gelesen, gezeigt und gefeiert, damit Schwarze Künstler:innen vermehrt ins Zentrum der Aufmerksamkeit gelangen und damit es diesen Monat hoffentlich ganz bald nicht mehr geben muss. "Das Mädchen mit der lauternen Stimme" wollte ich mir eigentlich erst gegen Ende Jahr vornehmen. Angeregt durch die vielen Lehrreichen Posts und Beiträge zum Black History Month habe ich mir meinen SuB einmal ein wenig näher angesehen und jetzt schon zu diesem Buch gegriffen, was sich definitiv gelohnt hat.

Meine Meinung:
Nach wenigen Sätzen bin ich in einer Geschichte angekommen, die mich komplett gefesselt hat. Es gelingt der Autorin, das Schicksal ihrer Protagonistin äusserst intensiv und bildgewaltig zu beschreiben. Adunnis Familiensituation und vor allem die Liebe zu ihrem jüngeren Bruder, den sie im Haus ihres Vaters zurücklassen muss, haben mich tief berührt. Ihr Wille, zur Schule zu gehen, zu lernen und für sich und andere Mädchen und Frauen einzustehen und Chancen zu schaffen, haben mir imponiert. Beim Lesen wird schmerzlich bewusst, wie klein der Wert von Frauen in gewissen Regionen dieser Welt noch immer ist und dass Frauen in diesen Regionen leider oft nur dann geschätzt werden, wenn sie (jung und mit einem reichen Mann) verheiratet sind und Kinder gebären. Adunni will diesen Teufelskreis durchbrechen und kommt vom Regen in die Traufe, als sie es schafft, ihrem Mann davonzulaufen und eine Stelle als Haushälterin einer sehr wohlhabenden und angesehenen Frau in Lagos zu erhalten. Diese aber behandelt Adunni sehr schlecht und Adunni muss erneut um ihr Überleben und für ihren grossen Traum, eine Schule zu besuchen, kämpfen.
Sie hat schon als kleines Kind von ihrer verstorbenen Mutter gelernt, dass man stets hilfsbereit sein und sich anderen Menschen gegenüber aufmerksam und dankbar verhalten soll. Es ist erstaunlich, wie sehr dies Adunni auch in den schwierigsten Situationen gelingt und mit ihrer liebenswürdigen und nicht auf den Mund gefallenen Art schafft sie es immer wieder, die Menschen für sich zu gewinnen und Unterstützung zu erhalten.

Schreibstil:
Besonders beindruckt hat mich, wie sehr es der Autorin und vor allem auch der Übersetzerin - welche sich im Nachwort auch noch dazu äussert - gelungen ist, die Sprache der Protagonistin so gut an deren Situation anzupassen. Anfangs spricht Adunni ein von Dialektworten und grammatikalischen Fehlern geprägtes, sehr umgangssprachliches Englisch. Durch die stetige Ausseinandersetzung mit der Sprache und dem Sprechen an sich, durch ihr Lernen und Entdecken werden ihr Wortschatz grösser und ihre Sätze komplexer und korrekter.
Weiter beschreibt die Autorin Abi Daré ihre Figuren und Landschaften sehr bildhaft. Ihre Sätze sind voller Farben, Gefühle und Eindrücke, welche eine einzigartige Stimmung hervorrufen und sowohl den inneren Monolog von Adunni als auch die zahlreichen erschütternden, bewegenden und beeindruckenden Situationen schildern.

Meine Empfehlung:
Von mir gibt es eine sehr herzliche Empfehlung für dieses bewegende Buch. Es ist definitiv keine leichte Kost, aber um so lesenswerter und lehrreicher.

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Steff Steff

Veröffentlicht am 21.12.2021

Ein Mädchen das Gehört werden will

“Das Mädchen mit der lauternen Stimme” ist ein Roman von Abi Dare und wurde 2021 durch den Eichborn-Verlag im Deutschen veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die Geschichte eines Mädchens, das sich ... …mehr

“Das Mädchen mit der lauternen Stimme” ist ein Roman von Abi Dare und wurde 2021 durch den Eichborn-Verlag im Deutschen veröffentlicht. Dabei handelt es sich um die Geschichte eines Mädchens, das sich in einer patriarchalen Gesellschaft Gehör verschaffen will, welche Frauen aktiv versucht zu unterdrücken.

Wir verfolgen Adunni, welche in einem kleinen nigerianischen Dorf zur Welt gekommen ist und seit dem Tod ihrer Mutter nicht mehr zur Schule gehen darf.
Seit dem ist sie der patriarchalen und konservativen Diktatur ihres Umfelds schutzlos unterworfen - sei es durch ihre Zwangsehe, der gesellschaftliche Druck Kinder zu bekommen oder die Nötigung zu Sex. Dabei sehnt sie sich verzweifelt danach, die Schule besuchen zu dürfen und sich selbst durch Bildung Gehör zu verschaffen.
Dabei kommt Adunni auf ihrem Weg mit unterschiedlichen Lebensrealitäten in Kontakt - vom kleinen Dorf verliert sich Adunni in die Welt der nigerianischen superreichen Frauen und hinterfragt langsam ihre eigene Perspektive.

Der Wert von Frauen innerhalb der nigerianischen Gesellschaft wird schnell deutlich: Schon bei Heiratszeremonien werden Frauen auf ihre „Nützlichkeit“ und „Gebärfähigkeit“ reduziert, während sie meistens den Haushalt allein und ohne Hilfe des Ehemannes finanzieren und leiten müssen. Dabei sind Frauen auch selbst schuld, wenn sie keine Kinder gebären können - die Impotenz und die Unfähigkeit von Männern wird nicht als Möglichkeit betrachtet.

Adunni selbst ist absolut liebenswert: Sie ist hoffnungsvoll und respektvoll, während sie immer auf die Personen um sich herum achtet. Außerdem fällt ihr schwer den Mund zu halten und nicht ständig neue Fragen zu stellen, auf deren Antwort sie ausdauernd pocht. Dabei zeigt sich Adunni entsprechend ihres Bildungsstandes oft Naiv und versteht hin und wieder nicht welche Bedeutung sie haben.
Zielgerichtet versucht sie sich ihren Traum von Bildung zu erfüllen und wird mit dabei mit Gewalt, Vorurteilen und Boshaftigkeit, aber auch mit Liebe, Verständnis und Hilfsbereitschaft konfrontiert.
Sie wird durch die Hoffnung motiviert ihre Bildung ihre tote Mutter stolz zu machen.

Die Handlung selbst hat mich in ein Wechselbad der Gefühle gestoßen: Hin und wieder hätte ich am liebsten das Buch weggelegt, während ich an anderen Stellen das Buch gar nicht aus der Hand legen konnte und mich für Adunni freuen musste oder mit ihr mitleidete.
Das lag daran, dass Dare sich nicht davor gescheut hat Situationen und Handlungen in all ihrer Brutalität, Gewalt und Konsequenzialität zu beschreiben: Es wurde kein Halt davor gemacht gesellschaftliche Kritik, verschissene Abstellkammern, aber auch Vergewaltigungen darzustellen, wobei das immer durch die naive Brille Adunnis geschieht.
Welche Bedeutung die Handlung für Adunni und ihr Leben, aber auch auf ihr Selbstbild, hat wurde klar gezeigt: Sei es die Bedeutung ihrer Zwangsehe, aber auch ihre spätere Arbeit und Bildungsversuche haben sie klar geprägt, ohne dabei gewertet zu werden.
Die Handlung selbst wirkte dabei immer Glaubwürdig, obwohl ich mir gewünscht hätte, dass Adunnis Höhepunkt mehr Raum bekommen hätte, statt nur ein Seite dafür zu verwenden.

Der Schreibstil der Autorin war genial und zeigte, wie aufmerksam und sensibel Dare beim Schreiben war. Das wurde besonders an zwei Aspekten deutlich: Zum einen wurde Adunnis Naivität und Unwissen authentisch in die Geschichte eingewoben, ohne joval zu wirken und zum anderen hat sie ihren Schreibstil an Adunnis Englischkenntnissen angepasst - während am Anfang der Satzaufbau und die Verwendung der Zeitformen stark vereinfacht und holprig verwendet wurden, nahm ihre Komplexität mit Adunnis Erfahrungen zu.
Das war aber auch auf eine andere Weise symbolisch: Die Komplexität des Schreibstils nahm ab dem Zeitpunkt zu, ab dem Adunni begann ihre Stimme zu finden.
Außerdem war zu jedem Zeitpunkt klar, dass die Geschichte aus Adunnis Perspektive erzählt wurde: Beschreibungen wurden immer aus ihrer Sicht geschildert mit ihren Annahmen und Vorurteilen, weswegen es beim Leser lag, wie Erklärungen einzuordnen und zu bewerten waren. Das hat Adunnis Perspektive und Erfahrungen nochmals betont und führte zu sympathischen Vergleichen.

All diese Aspekte, von der Handlung bis hin zum Schreibstil, wirkten geschickt zusammen, um Adunnis Geschichte zu erzählen: Die Geschichte eines Mädchens, das gehört und ihren Wert zeigen will, während sie zu jeder Zeit bereit war alles zu tun, was dafür nötig ist.

Deswegen kann ich das Buch absolut jeder Person empfehlen, die Interesse an einer Character-Driven Geschichte hat und sich von einer starken Figur inspirieren lassen will.

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dasbuchzuhause dasbuchzuhause

Veröffentlicht am 05.11.2021

Intensiv, berührend und grausam real

Auch wenn es mittlerweile Gesetze dagegen gibt, passiert es immer noch in Nigeria und auch anderswo auf der Welt, dass Mädchen im Alter Adunnis, also so um die 14 einfach gegen ihren Willen verheiratet ... …mehr

Auch wenn es mittlerweile Gesetze dagegen gibt, passiert es immer noch in Nigeria und auch anderswo auf der Welt, dass Mädchen im Alter Adunnis, also so um die 14 einfach gegen ihren Willen verheiratet werden. Ihr Leben wird vorbestimmt und für die wenigsten gibt es eine Möglichkeit, etwas daran zu ändern.

Bis zu dem Tag, an dem ihr Vater ihr die Hiobsbotschaft überbringt, wünscht sich Adunni nur eins, eine lauterne Stimme. Damit ist die Schulbildung gemeint, die Stimme, die für sie spricht. Dies hat ihr ihre Mutter immer und immer wieder gesagt, da sie wollte, dass ihre Tochter eine Schulbildung erhält, um einmal ein anderes Leben als sie selbst zu führen.

Ein verständlicher Wunsch und um so tragischer ist, dass ihr Vater sich nicht an das Versprechen hält, dass er seiner Frau kurz vor ihrem Tod gegeben hat. Adunni ist bei ihrem Ehemann und mit den Bedingungen, unter denen sie als seine dritte Frau leben muss, todunglücklich. Man kann förmlich spüren, wie sie leidet und erhofft mit jeder Seite, dass es besser wird. Aber das wird es erst einmal nicht, sie kommt vom Regen in die Traufe und ihr Martyrium bekommt als Haussklavin in Lagos noch einmal eine ganz andere Qualität.

Es herrscht zusätzlich noch soviel Aberglauben in Nigeria und es gibt bedingt dadurch grausame Rituale, die surreal wirken und doch ist klar, dass es so etwas wirklich gibt und nicht erfunden ist. Auch die Korruption im Land und wie das Leben damit für einige besser und für andere sehr viel schlechter dadurch läuft, wird noch einmal klar. Nigeria ist ein an Bodenschätzen so reiches Land und doch entsteht dadurch kein Wohlstand und Gerechtigkeit für alle, es ist ein Dilemma.

„Das Mädchen mit der lauternen Stimme“ ist zum Glück ein Roman und es gibt Wendungen in dem Buch, die Fiktion sind und mich zu Tränen gerührt haben und Hoffnung schenkne. Das Erschreckende und Ergreifende an dieser Geschichte ist, dass sie jeden Tag an vielen Orten dieser Erde stattfindet, allerdings anders endet als in diesem Buch. All die jungen Mädchen, die eine hoffnungsvolle Zukunft vor sich hätten und dann dieses Leben als kindliche Ehefrau und Mutter oder als rechtlose Bedienstete leben müssen. Dies macht dieses Buch aber auch gleichzeitig so wertvoll. Es ruft in Erinnerung, wie wichtig Bildung ist und wie dankbar wir sein können, in diesem Teil der Welt zu Leben.

Es ist ein Aufruf, all diese Mädchen nicht zu vergessen und etwas gegen diese Ungerechtigkeiten zu tun. Eine herzzerreißende Geschichte, die begeistert und gleichzeitig aufruft, die Umstände zu ändern. Ich habe dieses Buch innerhalb von zwei Tagen gelesen und war darin gefangen, es berührt, wühlt auf, ab und an kann man lachen und es zeigt gleichzeitig auch die grausame Realität – es ist sehr intensiv!

Ungewöhnlich war das Nachwort der Übersetzerin. Simone Jakob erklärt, warum sie bestimmte Ausdrücke gewählt hat und vor welche Herausforderungen sie bei der Übersetzung stand. Dies hat mir ausgesprochen gut gefallen und zeigt noch einmal, wie wichtig die Arbeit der Übersetzer:innen ist.

Alles in allem ein ganz besonderes Buch!

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her_favourite_books her_favourite_books

Veröffentlicht am 03.11.2021

Ein absolutes Highlight

„Aber ich will jetzt nicht schwanger werden. Wie soll ein Mädchen wie ich Kinder kriegen? Warum soll ich die Welt mit traurigen Kindern anfüllen, die nie die Chance haben, zur Schule zu gehen? Warum soll ... …mehr

„Aber ich will jetzt nicht schwanger werden. Wie soll ein Mädchen wie ich Kinder kriegen? Warum soll ich die Welt mit traurigen Kindern anfüllen, die nie die Chance haben, zur Schule zu gehen? Warum soll ich einen großen, traurigen, stillen Ort aus der Welt machen, weil so viele Kinder keine Stimme haben?“
Das sagt unsere Protagonistin Adunni der zweiten Frau ihres Ehemannes, die mit dem vierten Kind schwanger ist. Adunni möchte keine Ehefrau sein, sie möchte noch keine Kinder bekommen. Sie ist erst 14! Aber sie hat keinen Wahl, weil ihr Vater sie einem älteren Mann sozusagen verkauft hat, damit er mit seinen Söhnen ein besseres Leben führen kann. Alle Freundinnen von Adunni freuen sich für sie, manche beneiden sie. Die Leute in ihrem Dorf sagen, dass einen Mann zu heiraten das Beste im Leben einer Frau ist.

Die Geschichte von Adunni hat mich sofort gefesselt und gleichzeitig meinen Herz gebrochen. Ich fand es ungerecht, dass Adunni so schlecht behandelt wurde. Das Mädchen erzählt uns ihre eigene Geschichte. Wir können ihre innere Stimme hören. Manchmal klingt Adunni naiv und unerfahren, manchmal ungebildet. Aber sie lernt alles schnell, wie das Leben bzw. das Überleben funktioniert. Adunni hat einen einzigen Traum - sie möchte studieren und etwas erreichen, den Kindern helfen. Sie kämpft und gibt nicht auf, weil das einzige, was ihr dabei hilft, ist die Hoffnung.

„Das Mädchen mit der lauternen Stimne“ ist über die Träume, über das Kämpfen, über die Hoffnung. Ich fand es großartig, dass es manche Menschen in Adunnis Leben gab, die ihr geholfen haben. Ohne denen konnte sie ihre Ziele nicht erreichen. Egal wie schwierig es ist, man glaubt immer an ein Wunder. Und dieses Buch zeigt es uns sehr deutlich, dass dreams come true. Außerdem fand ich die Darstellung der Kultur, Politik und Wirtschaft von Nigeria sehr gut. Man bekommt ein besseres Bild des Landes und alles wirkt authentisch.

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Autorin

Abi Daré

Abi Daré - Autor
© AMP 2018

Abi Daré ist in Lagos / Nigeria aufgewachsen und lebt seit vielen Jahren in Großbritannien. Sie hat in Wolverhampton und Glasgow studiert, sowie Kreatives Schreiben an der Birkbeck University of London. „The Girl With the Louding Voice“ hat 2018 den Bath Novel Award für noch unveröffentlichte Manuskripte gewonnen und schaffte es außerdem ins Finale bei der Literary Consultancy Pen Factor Competition. Sie lebt mit ihrem Mann und zwei Töchtern in Essex. Ihre Töchter haben sie zum …

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