Marianengraben
 - Jasmin Schreiber - eBook

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

14,99

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Literarische Unterhaltung
256 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-8795-7
Ersterscheinung: 28.02.2020

Marianengraben

Roman

(80)

»Ein Buch, das Geborgenheit bietet und Hoffnung schenkt« Yasmina Banaszczuk
Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt – auf die eine oder andere Weise.

Rezensionen aus der Lesejury (80)

mimitatis_buecherkiste mimitatis_buecherkiste

Veröffentlicht am 12.04.2021

Liebe und Leid liegen nah beieinander

Paula liebt ihren Bruder über alles. Sie ist überzeugt davon, dass er sie zu einem besseren Menschen macht. Paula ist eher menschenscheu, ihr kleiner Bruder Tim das genaue Gegenteil von ihr. Neugierig, ... …mehr

Paula liebt ihren Bruder über alles. Sie ist überzeugt davon, dass er sie zu einem besseren Menschen macht. Paula ist eher menschenscheu, ihr kleiner Bruder Tim das genaue Gegenteil von ihr. Neugierig, aufgeweckt und überaus wissbegierig ist Tim. Er liebt alle Tiere, besonders aber das Meer und die Meeresbewohner, da trifft es sich gut, dass die große Schwester Biologin ist und die Tiefsee erforschen will. Als ein schrecklicher Unfall passiert, erfährt Paula am Telefon davon. Danach ist nichts mehr so, wie es vorher war.

„An meinem Kühlschrank hängt bis heute ein Graph, auf dem man sieht, wie ein menschliches Herz zerbricht.“ (Seite 20)

Paula wird mit dem Tod ihres Bruders nicht fertig. Sie zieht sich zurück, wird depressiv, verzweifelt am Leben. Als sie bei einem nächtlichen Besuch auf dem Friedhof Helmut, einen über 80jährigen, schrulligen alten Herren trifft, ist dies der Beginn eines außergewöhnlichen Trips, der beider Leben, insbesondere aber das von Paula, verändert.

Paula wendet sich in diesem Buch nicht an uns, sondern an Tim, ihren Bruder. Während sie ihre abenteuerliche Reise mit Helmut schildert, erinnert sie sich an Situationen mit ihm, an seine Fragen, seine Ängste, seine Eigenheiten. Dieses Buch handelt vom Sterben und vom Neuanfang. Vom Leben und vom Tod. Es ist traurig, es ist herzzerreißend, gleichzeitig aber auch lustig und erfrischend. Diesen Spagat zu schaffen, ist eine Kunst, und diese beherrscht Jasmin Schreiber wunderbar.

Lange habe ich mich gesträubt, dieses Buch zu lesen. Ich hatte Angst, dass es mich zu traurig macht. Meine beste Freundin hat mir vor vielen Jahren gesagt, solange ich keinen echten Verlust erleiden würde, wüsste ich gar nicht, was Trauer ist. Sie war sehr klug, meine Freundin, und sie war in ihrem Leben auf viel zu vielen Beerdigungen. Ich nicht. Als sie selbst vor ein paar Jahren unerwartet und viel zu jung aus dem Leben gerissen wurde, verstand ich, was sie meint. Auf grausame Weise wurde mir klargemacht, was es heißt, einen geliebten Menschen zu verlieren. Ich konnte monatelang nicht über sie sprechen, ohne in Tränen auszubrechen. Das ist heute, viele Jahre später, manchmal immer noch so. Sie fehlt mir.

Dieses kleine Buch ließ mich schmunzeln, weinen und lachen. Manche Sätze hätte ich mir am liebsten angestrichen, ausgedruckt und aufgehängt. Die beiden Charaktere sind so wunderbar, so außergewöhnlich gut gezeichnet, dass ich mir gewünscht hätte, die Reise dauert länger. Von mir gibt es 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Triggerwarnung: Tod, Depression, suizidale Gedanken.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Bibliothekarin1 Bibliothekarin1

Veröffentlicht am 23.01.2021

Eine ganz besondere Geschichte, die ich nicht mehr vergessen werde.

Das Cover hat mir so sehr gefallen, ich mag die Farbkombination und die Tentakeln darauf. Ich finde es ist auch einfach wunderschön aufgemacht, die ganze Umschlaggestaltung hat nochmal Extrapunkte gesammelt. ... …mehr

Das Cover hat mir so sehr gefallen, ich mag die Farbkombination und die Tentakeln darauf. Ich finde es ist auch einfach wunderschön aufgemacht, die ganze Umschlaggestaltung hat nochmal Extrapunkte gesammelt. Dieses Buch stand schon länger auf meiner Wunschliste und in meinem Urlaub habe ich es mir dann endlich mal „gegönnt“. Wie es manchmal so ist, habe ich es dann aber doch erst nicht gelesen und es mir für dieses Jahr fest vorgenommen.

Die Kapitel sind auf eine ganz besondere Weise nummeriert was ich richtig toll fand und daran merkt man auch wie viel Herzblut in der Geschichte steckt.

Die Geschichte von Paul und Helmut, wird mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen und wahrscheinlich für immer einen Platz in meinem Herzen haben. Ich habe beim Lesen gelacht, geweint, gestaunt und sogar noch einige Dinge über das Meer gelernt.

In diesem Buch wird gestorben, gelebt, neu angefangen und es gibt auch Abschiede, die jeder auf seine eigene Art und Weise verarbeitet. Ich bin mit Helmut und Paula zusammen in das Wohnmobil gestiegen und habe jede Zeile der Autorin in mich eingesogen, so als wäre ich selbst mit dabei gewesen.

Das Ende hat mich gleichzeitig sehr traurig gemacht aber auch glücklich, denn meine Wünsche für Paula sind in Erfüllung gegangen.

Fazit:
Dieses Buch ist ein kleiner Schatz, die Geschichte ist etwas ganz besonderes und hat es verdient gelesen zu werden. Ich habe sämtliche Emotionen empfunden und konnte das Buch nicht aus der Hand legen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

buchnarr buchnarr

Veröffentlicht am 20.12.2020

Trauerbewältigung

„Marianengraben“ ist der Debütroman von Jasmin Schreiber. Sie widmet sich in ihm einem durchaus schwierigen Thema: Trauer und Depression. Aber der Autorin gelingt es, durch eine leicht verständliche Sprache ... …mehr

„Marianengraben“ ist der Debütroman von Jasmin Schreiber. Sie widmet sich in ihm einem durchaus schwierigen Thema: Trauer und Depression. Aber der Autorin gelingt es, durch eine leicht verständliche Sprache und einer sehr genauen Wortwahl, Paulas Geschichte zu erzählen, die um ihren Bruder trauert und dabei in eine tiefe Depression verfällt. Der Leser bekommt dabei die ganze emotionale Bandbreite von Paulas Schmerz und Verzweiflung „hautnah“ ab. Es kommt alles sehr lebensecht beim Leser an, man durchlebt faktisch ein Wechselbad der Gefühle. Das Ganze ist so tiefgründig erzählt, dass ich ab und an innehalten und erst einmal tief durchatmen musste. Damit aber der Leser nicht auch wie Paula in eine Krise gerät, hat die Autorin Helmut auf den Plan gerufen, der mittels seiner schrulligen Natur für Paula „das Licht am Ende des Tunnels“ bedeutet und ihr somit zu einer großen Stütze wird. Dies ist vielleicht keine alltägliche Romankost die hier erzählt wird, aber durch die gekonnten humorigen Einlassung mittels Helmut, ist hier ein Roman entstanden, der trotz aller Trauer auch die Hoffnung zum Leben beschreibt. Für mich ein absolut lesenswertes Debüt. Ich vergebe volle 5 Sterne.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

andreas77 andreas77

Veröffentlicht am 29.11.2020

Ein humorvolles und warmes Buch für die Seele, obwohl es auch um den Tod geht

Vom Buchtitel her hätte ich mich das Buch wohl nicht angesprochen, von der Beschreibung her schon eher. Kann man mal reinlesen. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch und wurde positiv überrascht.

Als ... …mehr

Vom Buchtitel her hätte ich mich das Buch wohl nicht angesprochen, von der Beschreibung her schon eher. Kann man mal reinlesen. Ich hatte keine großen Erwartungen an das Buch und wurde positiv überrascht.

Als ihr kleiner Bruder Tim mit 10 Jahren im Meer ertrinkt, reißt er Paula tief in den Mariannengraben – in eine schwere Depression. In einen Alltag, der einmal Leben war und jetzt nur noch ein Zustand ist. Auf Tims Grab gehen? Undenkbar. Als ihr Therapeut ihr vorschlägt, mal auf den Friedhof zu gehen wenn dort kein anderer ist, bleibt da ja eigentlich nur nachts als Möglichkeit. Will ihr Therapeut so nicht sagen. Aber Paula rafft sich doch dazu auf und bricht an einem Sommertag auf dem Friedhof ein. Nur hatte sie nicht dieselbe Idee – auch Helmut (83) ist gerade dort und gräbt die Urne seiner geliebten Helga aus. Gemeinsam fahren Helmut und Paula dann nach Österreich in die Berge, dabei taucht Paula immer weiter aus dem „Mariangraben“ auf und freut sich wieder eher des Lebens. Und hat am Ende wieder Ziele.

Das Buch ist sehr humorvoll geschrieben, zum Beispiel dachte Tim lange, es heißt Uhr-Oma statt Ur-Oma, weil eine Uhr ja Tick-Tack macht. Deshalb war sie die Tick-Tack-Oma. Oder Paula unterhält sich mit ihrem Therapeuten über Nudelsorten, weil ihr die Themen ausgingen, weil die Krankenkasse ja so viele Stunden bewilligt hat.

Das Buch ist wie ein Brief oder eine Unterhaltung an ihren toten Bruder geschrieben, aber mehr lustig als traurig. Oft musste ich schmunzeln, z. B. über Tims neue Anschrift (damit war sein Grab gemeint) oder das Tim bei einer Erklärung des Wasser-Kreislaufs (Verdunsten, Wolken, Niederschlag) plötzlich auch am Verdunsten ist und jetzt ein Eis essen möchte, damit er wieder mehr Wasser in sich hat. Oder bei der Erklärung über den Klimawandel, wo er im Sommer Eiswürfel in den Teich gibt. Die Momente, wo Tim eine Rolle spielt, sind irgendwie was warmes für die Seele – erst recht in der kalten Jahreszeit, in der ich dieses Buch gelesen habe.

Die beschriebene Leere nach dem Tod (Seite 11) konnte ich sehr gut nachvollziehen, nach dem Unfalltod meiner Freundin hatte ich auch erst mal nur „funktioniert“. Da die Autorin ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Sternenkinder-Fotografin arbeitet und das Buch ihrem Bruder gewidmet ist, und Mama & Gerhard gedankt wird als nix mehr ging, dachte ich dass sie mit dem Buch den Tod ihres Bruders verarbeitet hat und damit auch anderen Menschen Mut machen wollte, zeigen: Das Leben geht weiter. Nun, letzteres trifft natürlich zu. Nur das mit dem Bruder nicht: Ihrer lebt, wie ich bei einer Internet-Recherche erfuhr.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

uli123 uli123

Veröffentlicht am 02.11.2020

Über tiefe Trauer und tiefe Geschwisterliebe

Die Trauer der jungen Protagonistin Paula um ihren vor zwei Jahren beim Baden tödlich verunglückten geliebten kleinen Bruder ist so tief wie der tiefste Punkt der Erde in dem bekannten Tiefseegraben aus ... …mehr

Die Trauer der jungen Protagonistin Paula um ihren vor zwei Jahren beim Baden tödlich verunglückten geliebten kleinen Bruder ist so tief wie der tiefste Punkt der Erde in dem bekannten Tiefseegraben aus dem Buchtitel. Schuldgefühle und Depressionen lassen sie verzweifeln. Erst eine Bekanntschaft vom Friedhof, Helmut, der auch mit schweren Schicksalsschlägen zu kämpfen hat und mit dem sie sich auf eine Fahrt in die Berge zu Helmuts Elternhaus begibt, bringt sie zurück ins Leben.
Die Geschichte, so wie sie sich mit den Themen Trauer und Trauerbewältigung auseinandersetzt, ist unheimlich traurig und gefühlvoll geschrieben, ohne aber labile Leser in ein Loch zu stürzen. Es gibt viele humorige Einschübe. Besonders schön zu lesen sind die vielen eingeschobenen Gespräche zwischen den Geschwistern, an die Paula sich erinnert und die von der unendlichen Wissbegier des kleinen Jungen mit Interesse an der Meeresbiologie zeugen.
Ein empfehlenswerter Debütroman.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Jasmin Schreiber

Jasmin Schreiber - Autor
© Jasmin Schreiber

Jasmin Schreiber, geboren 1988, ist studierte Biologin und arbeitet als Kommunikationsexpertin und Autorin. 2018 gewann sie den Digital Female Leader Award und wurde als Bloggerin des Jahres ausgezeichnet. Sie arbeitet ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Sternenkinder-Fotografin. Das Internet macht sie auf Twitter unter @LaVieVagabonde unsicher. Jasmin Schreiber lebt in Frankfurt am Main.

Mehr erfahren
Alle Verlage