Marianengraben
 - Jasmin Schreiber - eBook

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14,99

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Sonstige Belletristik
256 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7325-8795-7
Ersterscheinung: 28.02.2020

Marianengraben

Roman

(36)

»Ein Buch, das Geborgenheit bietet und Hoffnung schenkt« Yasmina Banaszczuk
Paula braucht nicht viel zum Leben: ihre Wohnung, ein bisschen Geld für Essen und ihren kleinen Bruder Tim, den sie mehr liebt als alles auf der Welt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der sie in eine tiefe Depression stürzt. Erst die Begegnung mit Helmut, einem schrulligen alten Herrn, erweckt wieder Lebenswillen in ihr. Und schließlich begibt Paula sich zusammen mit Helmut auf eine abenteuerliche Reise, die sie beide zu sich selbst zurückbringt – auf die eine oder andere Weise.

Rezensionen aus der Lesejury (36)

Naraya Naraya

Veröffentlicht am 06.04.2020

Auftauchen aus der Depression

Nach dem Tod ihres kleinen Bruders Tim stürzt Protagonistin Paula in die Depression. Wie im 11.000 Meter tiefen Marianengraben, so fühlt sie sich, wo jeder Kubikzentimeter unter enormem Druck steht. Und ... …mehr

Nach dem Tod ihres kleinen Bruders Tim stürzt Protagonistin Paula in die Depression. Wie im 11.000 Meter tiefen Marianengraben, so fühlt sie sich, wo jeder Kubikzentimeter unter enormem Druck steht. Und so besucht sie, auf Anraten ihres Therapeuten, zum ersten Mal Tims Grab - nachts, um sich vor all den Blicken zu schützen. In dieser seltsamen Situation trifft sie auf Rentner Herbert, der auf ganz eigener Mission im Schutze der Dunkelheit auf dem Friedhof unterwegs ist. Und so starten die beiden ungleichen Charaktere auf einen skurrilen Roadtrip, begleitet von einem Hund, einem Huhn und mit jeder Menge seelischem Balast im Gepäck.

"Marianengraben" wird aus Paulas Sicht erzählt. Oft wendet sie sich dabei direkt an Tim oder denkt an gemeinsame Erlebnisse. Die Geschwister verband vor allem die Liebe zur Unterwasserwelt - umso bitterer ist es, dass Paulas kleiner Bruder ausgerechnet ertrinken musste. Sie fragt sich immer wieder, woran er wohl gedacht haben mag in seinen letzten Augenblicken und hofft, dass es nicht sie selbst war. Denn wie grausam wäre das bitte, wo sie doch nicht da war, um ihn zu retten?

Die Kapitel sind mit Zahlen überschrieben und starten bei 11000, der Tiefe des Marianengrabens - ein kleines, aber wirkungsvolles schriftstellerisches Detail. Von dort unten wird Paula im Laufe des Romans auftauchen, um wieder ins Leben zurückzufinden: ein anderes Leben, ohne Tim, aber immerhin eines, das sich zu leben lohnt. Wer nun aber glaubt, Jasmin Schreibers Roman sei einfach nur ein Buch übers Sterben, der irrt sich. Denn viel mehr ist es eine Ode an Beziehungen, vor allem eine an Bruder und Schwester. Tim, sehr aufgeweckt, neugierig und achtsam, Paula eher still, grüblerisch, tollpatschig - und dennoch beide ein Herz und eine Seele. Auf ihrer Reise mit Herbert wird Paula lernen, dass so viel Trauer in ihr auch gleichzeitig bedeutet, dass unglaublich viel Liebe vorhanden ist.

Für einen Roman, in dem oft über den Tod gesprochen wird, ist "Marianengraben" an vielen Stellen sehr witzig. Paulas tollpatschige Art, Herberts trockener Humor, Erlebnisse mit Hund und Huhn - das alles lädt zum Schmunzeln und Lachen ein. Damit ist der Autorin der Spagat zwischen Unterhaltung und Ernsthaftigkeit wunderbar gelungen. Ein Buch, das schon jetzt zu meinen Jahreshighlights gehört und mich sicher lange nicht loslassen wird.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

DerMedienblogger DerMedienblogger

Veröffentlicht am 02.04.2020

Dieses Buch ist etwas Außergewöhnliches, Ergreifendes, noch nicht Dagewesenes – unbedingt lesen!

Die deutsche Autorin Jasmin Schreiber ist, wie man ihrer Autorenbeschreibung im Schutzumschlag entnehmen kann, nicht nur studierte Biologin, sondern auch als leidenschaftliche Bloggerin unter dem Namen ... …mehr

Die deutsche Autorin Jasmin Schreiber ist, wie man ihrer Autorenbeschreibung im Schutzumschlag entnehmen kann, nicht nur studierte Biologin, sondern auch als leidenschaftliche Bloggerin unter dem Namen "LaVieVagabonde" und ehrenamtlich als Sterbebegleiterin tätig. Mit "Marianengraben" präsentiert sie uns ihren erst kürzlich erschienenen Debütroman. Welche Erwartungen an die geübte Schreiberin kann er erfüllen?


Bereits die wunderschöne Aufmachung und der überzeugende Klappentext konnten in mir starkes Interesse wecken. Dass die Autorin einige biographische Elemente in ihr Werk mit einfließen lässt, steigert den Authenzitätsgrad deutlich. "Marinengraben" setzt sich schonungslos mit emotional brutalen Thematiken wie dem Tod, Ansprüche an das eigene Leben und die den Menschen nach einem Verlust verfolgende Schuldfrage auseinander; zudem ist die Protagonistin eine promovierende Biologin.

Das vorliegende Buch ist, und das möchte ich hier bereits vorwegnehmen, bereits jetzt ein würdiges Jahreshighlight für mich – und dies liegt an vielen Aspekten, die "Marianengraben" für mich außergewöhnlich machen. Diese Geschichte fühlt sich an wie etwas Besonderes, das in dieser Kombination außergewöhnlich und neu ist.

Die Ausarbeitung der Figuren ist Jasmin Schreiber wunderbar gelungen. Paula und Helmut sind zwei authentische Personen, die mitsamt ihren Eigen- und Besonderheiten geschildert und durch ihre bewegenden Hintergrundgeschichten ausgeleuchtet werden. Sie fügen sich nicht in das Konstrukt austauschbarer, blass bleibender Charaktere ein (wie es in heutiger Literatur immer öfter der Fall ist), sondern etablieren sich als liebenswerte, erfrischend unterschiedliche Figuren.

Der Roman ist eine abstruse Mixtur aus skurrilen Zusammenkünften und kuriosen Zufällen, die in eine handlungstechnische Entwicklung münden, die ich so noch nicht erlebt habe und in jeder Hinsicht progressiv und originell ist. Die zwei unterschiedlichen aufeinanderprallenden Zeitebenen und weltanschaulichen Geisteshaltungen von Helmut und Paula fügen sich zu einem oftmals ungewollt komischen und zugleich tiefgründigen Ganzen, das zu keiner Zeit langatmig wird, sondern die Leser*innen ab der ersten Seite auf eine emotionale Achterbahnfahrt mitreißt.

Der Umgang mit den bereits genannten, ernsten Thematiken wirkt zwischen all den lustigen, entlastenden Elementen behutsam und ehrlich. Die Autorin schenkt Kraft und Mut zum Wiederaufrappeln, Weitermachen, Weiterleben, lässt aber genügend Raum für eine klare Daseinsberechtigung von Trauer und Schmerz.

"Marianengraben" ist ein abwechslungsreicher, unvorhersehbarer Roadtrip mit knuffigen Wendungen und traumhaften Kulissen. Jasmin Schreiber zeigt, was für eine fabelhafte Erzählerin sie ist, indem sie teils amüsant, teils poetisch anmutend und berührend schreibt, dass die Leser*in einen wahren, zuschnürenden Kloß im Hals bekommt und den Tränen nah ist.

Aber ist es doch die aufopfernde, alles aufbrauchende Liebe und der Umgang mit dem eigenen Verlust der Hauptfiguren, was mich am meisten ergriffen hat. Die eingeschobenen Szenen, in denen Paula in Erinnerungen an ihren Bruder schwelgt, setzen sich collagenartig zu einem erfüllenden Person über eine Person zusammen, die "nur" noch im Herzen existiert und dort nach Fischen und Krabben sucht. Helmut und seiner ungeheuren emotionalen Stärke, die er nicht nur selbst aufzubringen, sondern auch an Paula weiterzuschenken weiß, erweise ich größten Respekt.


"Marianengraben"
ist etwas Außergewöhnliches, Ergreifendes, noch nicht Dagewesenes – unbedingt lesen!

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Lina2130 Lina2130

Veröffentlicht am 31.03.2020

Sehr ergreifend...

Mit diesem Roman wagt Jasmin Schreiber ein literarisches Debüt zu einem sehr ergreifenden Thema, nämlich Trauer und Depression. Mit einer leicht verständlichen und präzise eingesetzten Sprache erzählt ... …mehr

Mit diesem Roman wagt Jasmin Schreiber ein literarisches Debüt zu einem sehr ergreifenden Thema, nämlich Trauer und Depression. Mit einer leicht verständlichen und präzise eingesetzten Sprache erzählt Jasmin Schreiber die Geschichte einer jungen Frau, deren Trauer um ihren jüngeren Bruder sie in eine dunkle Depression befördert hat. Man wird knallhart mit dem ganzen Schmerz und der Verzweiflung der Protagonistin Paula konfrontiert.
Ich fand es an einigen Stellen sehr erschreckend, doch ich denke mal, dass die Autorin genau das erreichen wollte: Sie wollte die Leser zum Nachdenken bringen, und dass hat sie bei mir definitiv erreicht.

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yellowdog yellowdog

Veröffentlicht am 30.03.2020

Trauer und Hoffnung

Obwohl es im Buch um Verlust und Trauer geht, gibt es auch eine gewisse Situationskomik und es gibt Hoffnung durch die Begegnung der zwei Protagonisten, der 83jährige Helmut und die Studentin Paula, die ... …mehr

Obwohl es im Buch um Verlust und Trauer geht, gibt es auch eine gewisse Situationskomik und es gibt Hoffnung durch die Begegnung der zwei Protagonisten, der 83jährige Helmut und die Studentin Paula, die Icherzählerin ist.
Sie begegnen sich Nachts auf einem Friedhof, auf dem sie ihren verstorbenen kleinen Bruder besucht und wo Helmut die Urne seiner Freundin ausgräbt. Eine skurrile Begegnung, die dann auch zu einer gemeinsamen Reise zusammen mit Hund und Huhn führt. Die Dialoge zwischen ihnen geben dem Buch den besonderen Touch, manchmal ist Paula aber gedanklich bei den Erinnerungen an ihren Bruder Tim.
Tragisch, das Helmut krank ist und vermutlich nicht mehr lange leben wird, aber für die junge Paula geht es darum, ob sie wieder richtig leben kann. Dazu muss sie ein Stück mit der Trauer abschließen. Wie Helmut und Paula sich gegenseitig helfen, besonders durch die Gespräche ist berührend.
Die Autorin Jasmin Schreiber hat sich gut in den Stoff eingefühlt.

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Paula Paula

Veröffentlicht am 26.03.2020

Eine gefühlsvolle Reise

Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Ich wollte unbedingt wissen, welche Geschichte sich hinter diesem geheimnisvollen Cover verbirgt.
Der Klappentext gibt schon relativ viel Auskunft über ... …mehr

Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Ich wollte unbedingt wissen, welche Geschichte sich hinter diesem geheimnisvollen Cover verbirgt.
Der Klappentext gibt schon relativ viel Auskunft über die Handlung, jedoch steckt in diesem Buch so viel mehr. So viele Gefühle und so viel Schmerz werden hier perfekt verarbeitet.
Es geht um Paula, die nach dem tragischen Unfalltod ihres kleinen Bruders Tim in eine tiefe Depression verfällt. Eines Nachts beschließt sie das Grab ihres Bruders zu besuchen. Dabei trifft sie auf Helmut. Der alte Mann ist etwas schrullig und eigensinnig, aber sehr liebenswert. Mehr durch Zufall begeben die beiden sich auf eine Reise in Helmuts Wohnmobil. Und je länger die Reise dauert, desto besser lernen sich die beiden kennen. Auch der Leser lernt die beiden sehr gut kennen und erfährt immer mehr, wie es im Inneren der beiden aussieht. Beide haben einen Verlust zu verarbeiten und gehen auf ganz unterschiedliche Weise damit um.
Mich konnte diese herzliche und sehr gefühlvolle Geschichte vor allem durch den Schreibstil überzeugen. Er lässt tief in das Gefühlsinnere der Protagonisten Einblicken und gibt dem Leser einen tollen Eindruck.
Paula und Helmut sind beide sehr interessant und es lohnt sich die Reise der beiden zu begleiten.

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Autorin

Jasmin Schreiber

Jasmin Schreiber - Autor
© Jasmin Schreiber

Jasmin Schreiber, geboren 1988, ist studierte Biologin und arbeitet als Kommunikationsexpertin und Autorin. 2018 gewann sie den Digital Female Leader Award und wurde als Bloggerin des Jahres ausgezeichnet. Sie arbeitet ehrenamtlich als Sterbebegleiterin und Sternenkinder-Fotografin. Das Internet macht sie auf Twitter unter @LaVieVagabonde unsicher. Jasmin Schreiber lebt in Frankfurt am Main.

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