Autorin Sarah Stricker, Eichborn Verlag
Sarah Stricker
© Olivier Favre

10.12.2013

Sarah Stricker gewinnt Mara-Cassens-Preis

Sarah Stricker erhält für ihren Debütroman »Fünf Kopeken« den mit 15.000 Euro dotierten »Mara-Cassens-Preis für den ersten Roman« 2013 des Literaturhauses Hamburg. »Fünf Kopeken« ist im Eichborn Verlag erschienen, der Teil der Bastei Lübbe AG ist.

Der nach seiner Stifterin benannte Literaturpreis wird bereits seit 1970 vergeben. Der Mara-Cassens-Preis ist der höchstdotierte Literaturpreis für ein deutschsprachiges Romandebüt in Deutschland. Er ist zudem der einzige Literaturpreis, der von einer Leserjury vergeben wird. Die Hamburger Stifterin Mara Cassens möchte mit dem Preis Autorinnen und Autoren ermöglichen, »sich für eine gewisse Zeit ganz dem Schreiben zu widmen«. Preisträger der letzten Jahre waren Sabrina Janesch (2010), Max Scharnigg (2011) und Andreas Martin Widmann (2012).


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Die ehrenamtliche Jury besteht aus 15 Mitgliedern des Literaturhaus e.V., die nicht dem Literaturbetrieb angehören, sondern sich in ihrer Freizeit als leidenschaftliche Literaturliebhaber den Romandebüts widmen. In diesem Jahr las die Jury ca. 17.000 Romanseiten, da sich 43 Verlage mit 55 Debüts an der Ausschreibung beteiligten.

Wegen seiner fulminanten Sprache und seiner unvergesslichen Charaktere fiel die Wahl der Jury schließlich auf »Fünf Kopeken« von Sarah Stricker. Die Jury begründete ihre Entscheidung so: »Schnoddrig, spritzig, souverän – vom ersten Satz an zieht Sarah Strickers ›Fünf Kopeken‹ die Leser in den Bann und lässt sie über 500 Seiten nicht mehr los. Die mitreißende Geschichte der ›hässlichen‹ Mutter und ihrer fürsorglichen Tochter steckt voller Welt und voller Wissen, denn hinter der bilderreichen Sprache werden große humanistische Themen verhandelt. Der zwischen Witz und Weisheit changierende Roman stellt die richtigen Fragen: Was ist Glück? Wie führt man ein erfülltes Leben? Was zählt, wenn wir gehen? Die Autorin Sarah Stricker besitzt ein schier unerschöpfliches kreatives Potenzial und beherrscht spielerisch eine Vielzahl an Sprachregistern. Von dieser Autorin erwarten wir Großes.«

Sarah Stricker wurde 1980 in Speyer geboren. Sie studierte Literaturwissenschaften in Mannheim, Charleston und Dijon und besuchte die Münchner Journalistenschule. Als Journalistin schrieb sie u. a. für die »taz«, »Vanity Fair«, die »Süddeutsche Zeitung«, die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« und »Neon«. 2009 erhielt sie ein Stipendium für Tel Aviv und lebt seither dort. Sarah Stricker berichtet für deutsche Medien über Israel und für israelische Medien über Deutschland. Für einen Auszug aus »Fünf Kopeken« wurde sie 2011 mit dem Martha-Saalfeld-Förderpreis ausgezeichnet.

Die feierliche Preisverleihung findet am 9. Januar 2014 um 19.30 Uhr im Literaturhaus Hamburg statt. Die Preisträgerin und die Stifterin sind anwesend. Die Laudatio hält Uwe Wittstock, Literaturchef des »Focus«. Die Kultursenatorin der Freien und Hansestadt Hamburg Prof. Barbara Kisseler spricht ein Grußwort.
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