Babel
 - Rebecca F.  Kuang - Hörbuch
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inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (Download)
Fantasy
1374 Minuten
ISBN: 978-3-7540-0917-8
Ersterscheinung: 28.04.2023

Babel

Ungekürzt
Gelesen von Moritz Pliquet
Übersetzt von Heide Franck, Alexandra Jordan

(66)

1828. Robin Swift, den ein Cholera-Ausbruch im chinesischen Kanton als Waisenjungen zurücklässt, wird von dem geheimnisvollen Professor Lovell nach London gebracht. Dort lernt er jahrelang Latein, Altgriechisch und Chinesisch, um sich auf den Tag vorzubereiten, an dem er in das Königliche Institut für Übersetzung der Universität Oxford - auch bekannt als Babel - aufgenommen werden soll.
Oxford ist das Zentrum allen Wissens und Fortschritts in der Welt. Für Robin erfüllt sich ein Traum, an dem Ort zu studieren, der die ganze Macht des britischen Empire verkörpert.
Denn in Babel wird nicht nur Übersetzung gelehrt, sondern auch Magie. Die Silberverarbeitung - die Kunst, die in der Übersetzung verloren gegangene Bedeutung mithilfe von verzauberten Silberbarren zu manifestieren - hat die Briten zu unvergleichlichem Einfluss gebracht. Dank dieser besonderen Magie hat das Empire große Teil der Welt kolonisiert.
Für Robin ist Oxford eine Utopie, die dem Streben nach Wissen gewidmet ist. Doch Wissen gehorcht Macht, und als chinesischer Junge, der in Großbritannien aufgewachsen ist, erkennt Robin, dass es Verrat an seinem Mutterland bedeutet, Babel zu dienen. Im Laufe seines Studiums gerät Robin zwischen Babel und die zwielichtige Hermes-Gesellschaft, eine Organisation, die die imperiale Expansion stoppen will. Als Großbritannien einen ungerechten Krieg mit China um Silber und Opium führt, muss Robin sich für eine Seite entscheiden ...
Aber kann ein Student gegen ein Imperium bestehen?

Der spektakuläre Roman der preisgekrönten Autorin Rebecca F. Kuang über die Magie der Sprache, die Gewalt des Kolonialismus und die Opfer des Widerstands.

Rezensionen aus der Lesejury (66)

brauchnix brauchnix

Veröffentlicht am 23.05.2023

Fantasyhighlight

Der britische Sprachgelehrte Lovell rettet einen chinesischen Jungen vor dem Tod und nimmt ihn mit ins ferne Oxford. Der Junge, der sich selbst den Namen Robin Swift gibt, nach dem gleichnamigen Autor, ... …mehr

Der britische Sprachgelehrte Lovell rettet einen chinesischen Jungen vor dem Tod und nimmt ihn mit ins ferne Oxford. Der Junge, der sich selbst den Namen Robin Swift gibt, nach dem gleichnamigen Autor, wird nach Babel, in das königliche Institut der Übersetzung und Sprachen, geschickt. Dort soll er im Laufe der Jahre seine Sprachkenntnisse so verfeinern, dass er am Ende daraus Magie weben kann. Im gleichen Jahrgang sind drei weitere Jugendliche mit Migrationshintergrund, die zu seinen Freunden werden.

Die für die Umsetzung der Magie benötigten Silberbarren werden von den Briten überall auf der Welt angekauft. Der Einsatz der Barren ist schier grenzenlos und um diesen immensen Bedarf decken zu können, ist dem Empire jedes Mittel recht. Unterdrückung und Sklaverei kommen ebenso zum Einsatz wie die Androhung eines Krieges gegen China, als dieses dem Opiumhandel Einhalt gebieten will, obwohl das Rauschgift den Briten große Mengen an Gold und Geld in die Taschen scheffelt, die sie für den Silberankauf dringend benötigen.

Robin, der anfangs sehr naiv ist und einfach das Leben und Lernen in Babel genießt, erkennt im Laufe der Zeit, dass das System, für das er arbeiten und Magie machen soll, ein korrupter und menschenverachtender Machtapparat ist und dass es Zeit wird, dass die Schüler von Babel sich für Gleichberechtigung, Freiheit und Menschlichkeit einsetzen. Als er in Kontakt mit einem Geheimbund kommt, beginnt er ein gefährliches Doppelspiel.

Die Autorin R.F. Kuang verknüpft geschickt sehr viele reale Fakten und Details des britischen Kolonialismus mit einer Fantasygeschichte. Dabei scheut sie sich nicht, Themen wie Sklaverei, Unterdrückung und Rassenhass anzusprechen und sie umreißt ziemlich gut, wie die Weltpolitik und der wirtschaftliche Machtkampf in der Vergangenheit und auch heute noch funktioniert. Das ist erschreckend realistisch und hervorragend erklärt.

Die phantastische Welt wird mit großer Liebe zum Detail beschrieben. Die Verknüpfung von Silber und Sprache erschaffen eine immer wieder überraschende Form der Magie. Das Spiel mit vielen Worten und Sprachen, deren ursprünglichen Bedeutungen und die mit der Zeit entstandenen Abweichungen sind faszinierende Details. Der Erzählstil ist wunderbar zu lesen und trotzdem anspruchsvoll. Die ein oder andere Fußnote bringen zusätzlichen Tiefgang.

Die Charaktere, allen voran natürlich Robin, machen eine starke emotionale Entwicklung in diesem Buch durch. Es wird über vier Jahre erzählt und man kann das Reifen und Erwachsenwerden gut nachvollziehen. Robins Wunsch, ein eigenes kleines zufriedenes Leben zu leben und dann zu lesen, wie er hart auf den Boden der Realitäten geknallt wird, das ist berührend und fesselnd zugleich.

Mir war durch den Titel und nach etwa der Hälfte des Buches klar, wohin diese Geschichte führen wird. Dennoch schaffte es die Autorin, mich immer wieder mit Wendungen zu überraschen und bis zum dramatischen Ende zu fesseln. Ihr Erzählstil hatte für mich keinerlei Längen und war sowohl anspruchsvoll als auch gut lesbar.

Das Buch ist keine leichte, seichte, lustige Durchschnittsfantasy. Es ist intensiv erzählt, fordert den Leser auf Nachzudenken und einer Parabel zu folgen, die hervorragend als Blaupause für unsere heutige Welt herhalten kann.

Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und leider hatten einige große Schwierigkeiten mit der Geschichte. Dies lag sicherlich auch daran, dass das Buch damit beworben wird, dass es eine Ähnlichkeit mit HP hätte. Dadurch entstehen ganz falsche Vorstellungen von diesem Fantasyroman. Das ist sehr schade, denn für mich war es ein absolutes Jahreshighlight.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

bblubber bblubber

Veröffentlicht am 22.05.2023

Geniale Fantasy

Vorsicht. Wenn Sie nicht gerne euphorische Rezensionen lesen, dann sollten Sie hier aufhören zu lesen. Wenn Sie lieber unvoreingenommen das Buch BABEL lesen wollen, dann könnte dieser Text auch schwierig ... …mehr

Vorsicht. Wenn Sie nicht gerne euphorische Rezensionen lesen, dann sollten Sie hier aufhören zu lesen. Wenn Sie lieber unvoreingenommen das Buch BABEL lesen wollen, dann könnte dieser Text auch schwierig sein. Für mich war der Roman von Rebecca F. Kuang das, was ich eine Offenbarung nennen würde. Mein erstes Buch dieser Autorin, aber nicht deren erstes. Aber sicherlich das, welches im Augenblick am ambitionierten und reifesten daher kommt.

Von der ersten Zeile an war ich gefesselt und das blieb die ganzen 736 Seiten so. Für mich hätte es gerne noch ein paar Seiten länger sein dürfen, weil ich sehr gerne in dieser Welt geblieben wäre, um noch mehr zu staunen. Die Autorin schafft es, etwas Neues zu kreiieren und dabei auf unvergleichliche Weise ein gehöriges Maß an realer Historie einfließen zu lassen. Wir befinden uns in einer Zeit, in der England noch das große Empire war und unzählige Kolonien auf der ganzen Welt hatte. Die Magie, die man aus Silberbarren mit Hilfe von Sprache gewinnen kann, ist der Hauptgrund für den Erfolg und auch die Hauptmotivation dieser Expansion in die ganze Welt. Denn England benötige Silber in großen Mengen und Kunden, die die britische Magie mit Gold bezahlen. Babel ist eine Schule für Sprachwissenscahftler, die auf sieben Stockwerken sämliches Wissen über alle Sprachen der Welt und über die Silbermagie beherbergt. Begabte junge Leute aus der ganzen Welt werden hier in mehreren Jahren zu denen ausgebildet, die die Magie mit ihrem Wissen zum Leben erwecken.
Diese magische neue Fantasywelt wird sehr glaubwürdig und intensiv beschrieben und Kapitel für Kapitel begreift man mehr, wie alles zusammenhängt aber auch, woran die Gesellschaft und die ganze Welt krankt. U.a. an Unterdrückung und Sklaverei, an Ausbeutung und Ungleichheiten jedweder Form. Vier junge Leute stehen im Mittelpunkt des Geschehens. Und während die Schuljahre vergehen müssen sie erkennen, dass sie Handlanger eines brutalen Apparates sind und sie müssen sich jeder für sich entscheiden, wie sie sich verhalten wollen.

Kuang besticht mit einer geschliffenen Sprache, einem Plot, der mit großer Intellígenz daherkommt, Charakteren, die Zeit haben zu wachsen und dem Leser dabei ans Herz wachsen, einer Dramatik, die sich Stück für Stück aufbaut um dann in einem genialen Finale sein Ende zu finden. Und auch, wenn das nicht unbedingt happy und ruhig ist, so hat es mich doch glücklich gemacht, dass ich dieses Buch für mich entdecken durfte.

Ein absolutes Jahreshighlight und einfach nur geniale Fantasy.

Kleiner Nachsatz. Der Plot ist ganz anders, als ich ihn erwartet hatte. Man sollte bitte keine festgelegten Erwartungen haben sondern sich einfach darauf einlassen. Und man sollte keine reine Unterhaltung erwarten, denn das Buch führt einem den Spiegel unserer Gesellschaft vor Augen. Das muss man mögen.

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Loorie Loorie

Veröffentlicht am 22.05.2023

Wie weit würde man für Widerstand gehen?

Ein wortgewaltiger Fantasy Roman, der die Macht der Sprache, Kolonialismus, Rassismus, Kapitalismus und ihre Wirkungsweisen eindrucksvoll widerspiegelt.
Wir befinden uns im England des 18. Jahrhunderts. ... …mehr

Ein wortgewaltiger Fantasy Roman, der die Macht der Sprache, Kolonialismus, Rassismus, Kapitalismus und ihre Wirkungsweisen eindrucksvoll widerspiegelt.
Wir befinden uns im England des 18. Jahrhunderts. Oxford hat mit seinem königlichen Institut für Übersetzungen – auch bekannt als Babel – zum Aufbau der Machtposition beigetragen. Dort wird durch die Kunst des Silberwerkens Magie ausgeübt. Die in Übersetzungen verloren gegangenen Bedeutungen werden in verzauberten Silberbarren manifestiert. Babel steht somit für das gesamte Wissen, Fortschritt und Macht des Empires.
Ein Cholera-Ausbruch im chinesischen Kanton sorgt dafür, dass der junge Robin Swift zum Waisen wird. Im letzten Moment wird er von Professor Lovell mit nach London genommen, um weitere Sprachen zu lernen, um die Universität Oxford zu besuchen zu können. Für ihn erscheint zunächst alles wie ein Traum, in die Welt des Wissens eintauchen zu dürfen. Auch wenn Robin in Oxford freudig aufgenommen wird, machen er und seine Freunde, die er dort kennen und lieben gelernt hat ihr ganzes Studienleben die Erfahrung, nicht wirklich dazu zu gehören. Und dort, wo sich viel Macht und immer größerer Fortschritt durch die Ausbeutung der Ärmeren vereint, entsteht ebenso Widerstand. Im Laufe seines Studiums macht Robin Bekanntschaft mit einer Untergundbewegung und es sieht immer mehr danach aus, als müsste er sich für eine Seite entscheiden.

Ich habe immer noch das Gefühl, diese Geschichte weiter verarbeiten zu müssen. Sie gehört aber auf jeden Fall zu einem meiner Highlights dieses Jahr! Auch wenn ich mich länger nicht mit der Geschichte Englands um das 18. Jahrhundert befasst habe, hatte ich trotzdem das Gefühl gut in die Geschichte einsteigen und mitkommen zu können. Absolut beeindruckt hat mich hier das Spiel mit den unterschiedlichen Sprachen und Bedeutungszusammenhängen, die die Autorin mühsam aufgearbeitet hat. Eine kleine Besonderheit war hier die Arbeit mit Fußnoten, was dem Roman einen kleinen „akademischen Touch“ verpasst hat. Ebenso in das Studienleben von Robin und seinen Freunden Ramy, Victoire und Letty konnte ich mich unglaublich gut hineinversetzen. Ich habe mich manchmal selbst wieder in die ein oder andere Prüfungsphase versetzt gefühlt… und das ließ mich ziemlich schwitzen.
Der Schreibstil war zwar teilweise recht objektiv und distanziert gehalten, hat aber dann im Kontrast zu den teilweise heftigen Geschehnissen dafür gesorgt, dass alles immer düsterer und ich ziemlich erschüttert wurde. Die unterschiedlichen Charaktere und Gruppierungen fand ich ziemlich gut ausgearbeitet und das ein oder andere Mal wurde man ziemlich überrascht. Kuang führt einen ziemlich gemächlich in das Leben in London, das Studienleben und die Welt von Babel ein, bis einem schmerzlich immer mehr Bewusst wird, welche Folgen die Magie hervorbringt. Dabei fand ich vor allem die Art und Weise, Organisation und unterschiedlichen Positionen von Widerstand unglaublich interessant. Insbesondere das Ende hat mich sehr nachdenklich zurückgelassen. Man muss sich auf jeden Fall Zeit nehmen, denn der Roman ist in seiner Thematik und Schreibweise recht anspruchsvoll, kann ihn aber nur allen ans Herz legen.

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Anniliest Anniliest

Veröffentlicht am 22.05.2023

Ein Meisterwerk der Sprache

Babel von Rebecca F. Kuang lässt sich in einem Wort festhalten: Meisterwerk.
Kolonialismus, Rassismus und Sprachforschung treffen auf Magie und den Zauber Oxfords. Wer allerdings nach einem Fantasy-Buch ... …mehr

Babel von Rebecca F. Kuang lässt sich in einem Wort festhalten: Meisterwerk.
Kolonialismus, Rassismus und Sprachforschung treffen auf Magie und den Zauber Oxfords. Wer allerdings nach einem Fantasy-Buch sucht, ist hier nicht ganz richtig, denn obwohl das Buch von Magie durchzogen ist, stellt diese eine Nebenhandlung dar und der Fokus liegt auf der Sprachforschung und was diese mit dem Kolonialismus zu tun hat. Wer sich für die Herkunft von Wörtern interessiert und gerne mal etwas akademische Lektüre durchgeht, wird hier auf seine Kosten kommen. Dark Akademia wird hier definitv erfüllt! Die Magie war hier sehr stark im Hintergrund, hat es aber definitiv geschafft, sich an vielen Stellen in den Vordergrund zu drängen und eine absolut atemberaubende Welt zu zeigen. Es ist definitv kein typischer Fantasy-Roman und das kann man nicht oft genug betonen, da das Buch sonst nicht richtig wertgeschätzt werden kann.
Die Autorin hat unheimlich gute Nachforschungen betrieben und die Sprache in diesem Buch wie das größte Geschenk der Welt aufleben lassen. Die Beschreibungen der Übersetzungen waren atemberaubend zu lesen. Mir hat am besten an diesem Buch gefallen, dass der Fokus auf der Macht der Worte liegt und was passiert, wenn andere sich diese auf abweichenden Wegen aneignen, beziehungsweise, diese ausrauben wollen.
Der Schreibstil ist überraschend flüssig zu lesen und man fliegt durch die einzelnen Kapitel hindurch, was anfänglich nicht so zu sein scheint. Ich würde sagen, dass man anfängliche 5% Durchhaltevermögen braucht und dann absolut dafür belohnt wird. Das Buch hat viele dunkle Hintergründe, da die Hauptthematik eben der Kolonialismus und verbundene Rassismus ist. Wer etwas Schwierigkeiten mit Formen von Gewalt hat, sollte sich hier noch einmal schlau machen, bevor er in die Welt Babels abtaucht.
Die Figuren sind vielschichtig, werden aber von dem System Babels überschattet. Die Autorin hat extrem viele Emotionen in diese Buch einfließen lassen, doch wird man das nicht unbedingt an sympathischen Figuren auffinden können, was keinerlei negative Wertung für mich ist. Es geht in diesem Buch einfach um die Sprache und wer so sprachenvernarrt ist, wie ich es bin, wird dieses Buch einfach nur lieben und nicht mehr aus der Hand legen können.
Kritisieren kann ich an diesem Buch einzig und allein, dass es für mich viel zu schnell zu Ende war.

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allthebooksireadbefore allthebooksireadbefore

Veröffentlicht am 22.05.2023

Babel - Die Macht der Sprache

Kurzmeinung
In Babel treffen Geschichte, Magie, Sprache und Kulturen aufeinander. Ein explosiver Cocktail der das Bestehen des Empire bedroht.

Für mich ein klares Highlight einer äußerst talentierten ... …mehr

Kurzmeinung
In Babel treffen Geschichte, Magie, Sprache und Kulturen aufeinander. Ein explosiver Cocktail der das Bestehen des Empire bedroht.

Für mich ein klares Highlight einer äußerst talentierten Autorin, die ein Meisterwerk aus Sprache und Geschichte geschaffen hat und Gesellschaftliche Missstände anprangert. Damals wie heute. 5 Sterne dafür.


Rezension

Babel von Rebecca F. Kuang ist am 28.04.2023 im Eichborn Verlag erstmals in der deutschen Übersetzung erschienen. Ein wunderschönes Hardcover mit Schutzumschlag und Goldprägung das auf 736 Seiten eine gelungene Mischung aus Fantasy und Geschichte ist. Es geht um die Magie der Sprache, die Machenschaften des Britischen Empire und den Widerstand, der sich gegen diesen Formiert.
Erzählt wird aus Sicht des Kantoner Waisenjungen Robin, der in Oxford am Institut für Übersetzungen sowie dem Silberwerk ausgebildet werden soll. Anfangs ein glorifiziertes Zentrum des Wissens, bekommt Babel aber nach und nach Risse und Robin erkennt, das unter all dem magischen Silberschein Lügen, Intrigen und Gewalt die Macht des Empire aufrecht erhalten. Er muss sich Fragen, ob er Babel dienen kann und den Kolonialismus damit unterstützt oder ob er seinem Mutterland treu ist.
Eine spannende Geschichte über Freundschaft, Sprache, Geschichte und die Frage ob man den einfachen oder den richtigen Weg geht.
Der Schreibstil der Autorin war dabei sehr Bildhaft und flüssig. Ich hatte einen sehr angenehmen Lesefluss und war am Ende traurig das ich diese Welt verlassen musste. Sie schafft es dabei für mich alle Seiten zu beleuchten und Charaktere zu schaffen die man Leidenschaftlich hassen und lieben kann. Dabei gewährt sie Einblicke in verschiedene Gedankenprozesse und diese sind nicht immer angenehm.
Für mich ein Highlight das mir lange in Erinnerung bleiben wird. 5 Sterne dafür.

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Autorin

Rebecca F. Kuang

Rebecca F.  Kuang - Autor
© John Packman

Rebecca F. Kuang ist New York Times-Bestsellerautorin und für den Hugo, Nebula, Locus und World Fantasy Award nominierte Autorin. Sie ist Marshall-Stipendiatin, Übersetzerin und hat einen Philologie-Master in Chinastudien der Universität Cambridge und einen Soziologie-Master in zeitgenössischen Chinastudien der Universität Oxford. Zurzeit promoviert sie in Yale in ostasiatischen Sprachen und Literatur.

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Sprecher

Moritz Pliquet

Moritz Pliquet - Sprecher
© Jessica Schäfer

Moritz Pliquet wurde 1986 in Dortmund geboren. Nach einem Schauspielstudium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main folgten Engagements in Wiesbaden, Mainz, Frankfurt, Göttingen und Marburg. Seit 2008 ist er als Sprecher in vielen Hörbüchern und regelmäßig bei Arte und im ZDF zu hören. Er ist außerdem Dozent für Mikrofonsprechen an der HfMDK und beim Hessischen Rundfunk. Moritz Pliquet lebt in Frankfurt am Main.

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