Schwarzes Herz
 - Jasmina Kuhnke - Hörbuch

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13,99

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (Download)
Gegenwartsliteratur
259 Minuten
ISBN: 978-3-7540-0173-8
Ersterscheinung: 19.10.2021

Schwarzes Herz

Ungekürzt
Gelesen von Jasmina Kuhnke

(16)

Die Protagonistin des Hörbuchs, eine Schwarze Ich-Erzählerin, wächst am Rande des Ruhrgebiets auf, in den neunziger Jahren. Zu Hause wütet ein gewalttätiger Stiefvater, in der Schule gibt es wenig Unterstützung, dafür viel Ausgrenzung. Auf einem Kindergeburtstag steht beim Klingelstreich plötzlich ein Neonazi in der Tür. Die Protagonistin weiß, wie es ist, jeden Tag mit dem Schlimmsten zu rechnen, bis das Schlimmste zur Selbstverständlichkeit wird. Wo sich für andere Türen öffnen, schließen sie sich für die Ich-Erzählerin mehr und mehr, bis sie selbst davon überzeugt ist, dass sie der Welt nichts zu bieten hat. Sie gerät in eine gewalttätige Beziehung, zementiert die Abhängigkeit mit mehreren Schwangerschaften. Erst als es schon fast zu spät ist, gelingt es ihr, sich und die Kinder zu befreien.
Kuhnkes Hörbuch zeigt, wie Rassismus sich in die Seelen der betroffenen Menschen webt. Es wird niemanden so schnell loslassen, denn es tut weh.

Rezensionen aus der Lesejury (16)

Eulalia_Lesemaus Eulalia_Lesemaus

Veröffentlicht am 05.11.2021

Schwarzes Herz - eine Geschichte voll Schmerz

Selten ist es mir so schwer gefallen, die richtigen Worte für ein Buch zu finden.
Es ist gut - auch wenn darin Schlechtes geschieht.
Es tut weh - obwohl Jasmina Kuhnke eine sehr angenehme Stimme hat.
Es ... …mehr

Selten ist es mir so schwer gefallen, die richtigen Worte für ein Buch zu finden.
Es ist gut - auch wenn darin Schlechtes geschieht.
Es tut weh - obwohl Jasmina Kuhnke eine sehr angenehme Stimme hat.
Es ist Fiktion - und doch auch wieder nicht.
An manchen Stellen dachte ich: das hat die Autorin bestimmt selbst erlebt. Oder es ist jemandem passiert, den sie kennt. Der Warnhinweis am Beginn ist berechtigt.
Wir hören die Geschichte einer Frau, die von Kindesbeinen an Rassismus erlebt, auch in ihrer eigenen Familie. Manches geschieht ganz beiläufig,
Doch nicht nur ihre Kindheit ist schwer, auch in Ihrer Ehe erfährt sie Leid und Gewalt.
Ich möchte nicht spoilern, deshalb schreibe ich hier nicht mehr zum Inhalt. Das Buch ist absolut hörens- bzw. lesenswert. (Vielleicht nicht unbedingt vor dem Schlafengehen.) Es wirkt lange nach.

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DerBlaueVogel DerBlaueVogel

Veröffentlicht am 15.11.2021

horizonterweiternd, berührend und zum Nachdenken anregend

Jetzt im Nachhinein finde ich, dass die online verfügbare Hörprobe unglücklich gewählt wurde, weil sie wichtige Stellen vorwegnahm und ich deshalb an manchen Stellen schon vorher wusste, was passieren ... …mehr

Jetzt im Nachhinein finde ich, dass die online verfügbare Hörprobe unglücklich gewählt wurde, weil sie wichtige Stellen vorwegnahm und ich deshalb an manchen Stellen schon vorher wusste, was passieren würde. Dies nahm die Spannung weg und ist sehr schade.
Deswegen rate ich vom Anhören der Hörprobe ab und empfehle die Leseprobe, die andere Inhalte offenbart.
Wer dies in die Tat umsetzen möchte, sollte auch die Triggerwarnung ernst nehmen.
Die Inhalte sind nicht immer leicht zu verdauen und können triggern.
Aus diesem Grunde hat die Autorin vermutlich nicht klar kommuniziert, was der Geschichte ihr selbst passierte und was nicht. Ich kann diese Entscheidung absolut nachvollziehen, wobei ich ehrlich zugebe, dass der neugierige Teil in mir trotzdem gerne wissen würde, was nun fiktiv und was real war.
Dies ist jedoch Meckern auf ganz hohem Nivau. Der Schritt an die Öffentlichkeit, den die Autorin mit diesem Buch machte, war vermutlich schon schwierig genug. Es braucht viel Mut dafür und ich bin dankbar, dass die Autorin diese mit der Veröffentlichung dieses Buches zeigte. Vielleicht bringt sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal Mut auf und deckt die Geschichte auf, dies ist aber nichts, was man verlangen könnte, finde ich.

Toll finde ich, dass die Autorin ihr Buch selbst vorliest. Ich finde es so persönlicher, als wenn es eine Fremde Person getan hätte, wobei anzumerken ist, dass die Autorin wenig bis gar keine Gefühle in ihrer Stimme zulässt. Dies soll uns Hörern wohl helfen, uns unsere eigene Meinung zu bilden, ohne die ihre mit einfließen zu lassen. Mich persönlich hätten jedoch Reaktionen der Autorin interessiert.

In dem Buch wird der Werdegang der Ich-Erzählerin (bestehend aus Fiktion + Realität) gut dargestellt.
Von klein auf, bis im späten Erwachsenenalter wird die Ich-Erzählerin von Rassismus und Co begleitet.
In der Grundschule wird sie schikaniert, beziehungstechnisch fällt sie in eine toxische Beziehung, die Liste ist lang; seelische und körperliche Gewalt ziehen sich wie ein roter Faden durch den Lebenslauf der Ich-Erzählerin.
Ihre Gedankengänge sind verständlich, emotional und jedem, der Ähnliches durchgemacht hat, vertraut.
Schade fand ich hierbei, dass der Fokus des Buches ganz klar auf der Schilderung des Lebenslaufes der Ich-Erzählerin lag; es ist ein sehr guter Roman, um sich besser in Opfer von Rassismus/ Gewalt und toxischen Beziehungen hinversetzen zu können. Tipps und Strategien, sich selbst aus einer solchen Lage zu befreien, gibt es (abgesehen vom Lebenslauf der Autorin) nicht.

Zum Schreibstil sei noch gesagt, dass die Ich-Erzählerin ihm hohen Maße Fäkalsprache (F*** und Co.) verwendet. Mich persönlich hat dies nicht gestört, da es die (nicht 100%ige) Autobiografie wirklich, ungeschönt, realitätsnah darstellt. Euphemismen oder sachliche Sprache wären meiner Meinung nach Fehl am Platz, aber vielleicht ist es für einen anderen potentiellen Leser ein Störfaktor.

Was meinen Lesefluss jedoch gestört hat, war das regelmäßige Springen zwischen den Zeiten.
In der einen Zeile wird die Ich-Erzählerin misshandelt, in der anderen versucht sie diese Situation näher mit, in der Vergangenheit liegenden, Ereignissen, zu beleuchten. Was wohl dem tieferen Verständnis dienen sollte und zeigen sollte, dass das eine mit dem anderen zu tun hat, verwirrte mich etwas. Außerdem war da wieder meine neugierige Seite, die unbedingt wissen wollte, was nun in dem jeweiligen Moment passiert, ohne in die Vergangenheit zu springen. Dieses Warten war zeitweise nervend.

Da mich dieses Buch berührt und zum Nachdenken gebracht hat; den Horizont erweitern kann, möchte ich es zusammenfassend mit 4 Sternen bewerten. 3 Sterne waren zu wenig und 5 ein bisschen zu viel, da mich die Zeitensprünge dafür zu sehr störten.
Ich kann dieses Buch guten Gewissens weiterempfehlen.

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sabinehw sabinehw

Veröffentlicht am 13.11.2021

Rassismus, Gewalt, Misogynie

„Schwarzes Herz“ von Jasmina Kunke erschien am 19.10.2021 als Hörbuch bei LÜBBE Audio.
Spielzeit: 300 Min.
Sprecherin: Jasmina Kuhnke
Das Cover zeigt eine junge Frau, seitlich am Körper ein schwarzes Herz. ... …mehr

„Schwarzes Herz“ von Jasmina Kunke erschien am 19.10.2021 als Hörbuch bei LÜBBE Audio.
Spielzeit: 300 Min.
Sprecherin: Jasmina Kuhnke
Das Cover zeigt eine junge Frau, seitlich am Körper ein schwarzes Herz.

Die Ich – Erzählerin, eine PoC, wächst am Rande des Ruhrgebietes, in den neunziger Jahren auf. Sie erfährt schon früh Gewalt, verbal und physisch, in der Familie und in der Schule. Zusätzlich wird sie in der Schule ausgegrenzt, auch Schulwechsel helfen ihr nicht, Rassismus erfährt sie immer wieder.
Sie gleitet in eine Ehe, die von psychischer und physischer Gewalt geprägt ist, eine Trennung scheint unmöglich.

Die Geschichte gleicht einem Tagebuch, mit Berichten der Ich – Erzählerin, die sie nachträglich geschrieben hat. Denn die Erzählung ist nicht chronologisch aufgebaut, sondern springt wild zwischen Kindheit – Jugendzeit und Eheleben hin und her. Es gibt keine Kapiteleinteilungen, so verstärkt sich der Vergleich mit Tagebucheinträgen. Die Berichte des täglichen Lebens sind in einer derben, schnörkellosen Sprache verfasst. Die Verletzungen die die junge Frau über sich ergehen lässt sind schwere Kost. Jasmina Kuhnke beschönigt nichts, bleibt bei ihrer Schilderung wertneutral. Sie liest die Geschichte selbst, fast etwas monoton, so lassen sich auch sehr unschöne Szenen ertragen.

Fazit : Eine Geschichte über Gewalt in der Familie und Ehe, und Rassismus der verbal in wenigen Worten, oder durch Ausgrenzung statt findet. Manchmal auch durch undurchdachte Äußerungen.
Eine Geschichte die aufrütteln soll, mich hat sie zum Nachdenken angeregt. Die Stimme der Autorin, ihre wertneutrale Erzählung passen hervorragend. Ich gebe meine Hörempfehlung für die schwere Kost, denn es geht nicht nur um Rassismus, sondern auch um Misogynie, Gewalt in der Familie und Ehe.

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Leiraya Leiraya

Veröffentlicht am 13.11.2021

Eine Geschichte, die nachdenklich macht

Jasmina Kuhnke liest in der Audioversion des Buches selbst ihre Geschichte vor. Das finde ich im Hinblick auf die Thematik sehr beeindruckend und auch berührender als geschriebener Text (habe kurz in die ... …mehr

Jasmina Kuhnke liest in der Audioversion des Buches selbst ihre Geschichte vor. Das finde ich im Hinblick auf die Thematik sehr beeindruckend und auch berührender als geschriebener Text (habe kurz in die Leseprobe hineingelesen). Dabei liest sie sehr gefasst, manchmal fast nüchtern. Hat man sich jedoch mit dem Inhalt ihrer Geschichte etwas befasst, kann man gut nachvollziehen, dass sie ihren Erlebnissen gegenüber -vermutlich aus Selbstschutz - eine gewisse emotionale Distanz entwickeln musste.

In der fiktiven Erzählung ihrer Biografie erfährt der Zuhörer viel Schlimmes, das der Autorin so oder so ähnlich selbst passiert ist. Da gab es den gewalttätigen, rassistischen Stiefvater, gemeine Schulkameraden und Lehrer, den gewalttätigen und vereinnehmenden Ehemann etc. Kuhnke erzählt wechselweise Episoden aus ihrer Kindheit und Jugend bzw ihrem Erwachsenenleben und dem Jetzt. In der Hörversion ist es manchmal etwas schwierig zu folgen, wie das Gesprochene zeitlich eingeordnet werden muss. Das könnte ich mir im Print einfacher vorstellen. Denn Manches von dem Erzählten verwirrt, da erst nach einiger Zeit klar wird, wann dies spielt.
Ansonsten erzählt Kuhnke eine glaubhafte Geschichte, die einem nahe geht und die auch zum Nachdenken animiert. Man kann ihre Gefühle gut nachvollziehen und ist entsetzt oder schämt sich manchmal stellvertretend für manche Geschehnisse, die ihr widerfahren sind.
Schade ist, dass manches nicht ganz so “rund“ daherkommt wie bspw. ihre Krankheit, die nebulös und etwas seltsam daherkommt.

Trotz allem ein sehr wichtiges Buch, das man gelesen haben sollte!

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Muffelinchen Muffelinchen

Veröffentlicht am 10.11.2021

Puhhhh emotional

Ich habe es als Hörbuch bekommen, als Hörprobe... sagt man das so?
Da ich eigentlich kein Hörbuch hörer bin, habe ich mich aber wirklich, bewußt dafür entschieden, weil es von der Autorin selber gelesen ... …mehr

Ich habe es als Hörbuch bekommen, als Hörprobe... sagt man das so?
Da ich eigentlich kein Hörbuch hörer bin, habe ich mich aber wirklich, bewußt dafür entschieden, weil es von der Autorin selber gelesen wird.
Ein hartes Leben, was wir da kennen lernen, viele Dinge die für viele von uns so weit weg sind vom normalen Leben, das man es sich kaum vorstellen kann.
Ich frage mich die ganze Zeit, was ist selbst erlebtes, was ist überzogen und hinzugedichtet bzw. so viel kann einer Person alleine doch gar nicht passieren, oder?
Auf alle Fälle mal ein ganz anderes Genre und ein für mich neues Medium, ob ich das nun öfter machen mag, Bücher hören, da bin ich mir noch nicht so sicher.

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Video

Interview mit Jasmina Kuhnke

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Jasmina Kuhnke im Tonstudio von Lübbe Audio

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Autorin

Jasmina Kuhnke

Jasmina Kuhnke, geb. 1982, arbeitet für den WDR und für Comedians. Sie ist Stand-Up-Comedian, Aktivistin gegen Rassismus, Podcasterin, Mutter von vier Kindern und erfolgreiche Social-Media-Autorin - auf Twitter, Facebook und Instagram hat sie ca. 100.000 Follower. Mit ihrer Familie lebt sie in Köln. 

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