Café Engel - Töchter der Hoffnung
 - Marie Lamballe - Hörbuch

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11,99

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (Download)
Saga
450 Minuten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8387-9227-9
Ersterscheinung: 31.01.2020

Café Engel - Töchter der Hoffnung

Teil 3
Gelesen von Irina Scholz

(10)

Wiesbaden, 1959. Hilde Koch, die neue Chefin des Café Engel, kämpft tapfer gegen einen Konkurrenten, der mit Tanzabenden immer mehr Gäste anlockt. Ihr Ehemann Jean-Jacques ist ihr dabei keine große Stütze, seit er seinen Traum vom eigenen Weingut wahrgemacht hat. Als der neue Konditor des Cafés Hilde heftig umwirbt, wird ihre Ehe auf eine harte Probe gestellt. Für Hildes Bruder Wilhelm eröffnen sich derweil ganz neue Horizonte, denn die boomende Filmindustrie lockt mit verführerischen Angeboten …

Rezensionen aus der Lesejury (10)

MarySophie MarySophie

Veröffentlicht am 12.02.2020

Café Engel - Töchter der Hoffnung

Handlung:
Wiesbaden 1959
Hilde Koch hat vollkommen die Leitung des Café Engels übernommen und hat große Pläne für den Familienbetrieb. Diese sollen unter anderem dabei helfen, mehr Gäste anzulocken, um ... …mehr

Handlung:
Wiesbaden 1959
Hilde Koch hat vollkommen die Leitung des Café Engels übernommen und hat große Pläne für den Familienbetrieb. Diese sollen unter anderem dabei helfen, mehr Gäste anzulocken, um gegen die Konkurrenten bestehen zu können.
Privat läuft es bei Hilde nicht ganz rund. Sie und ihr Ehemann Jean-Jacques sind häufig voneinander getrennt, er hält sich oft auf seinem Weingut auf, Hilde verbringt einen großen Teil ihrer Tage im Café. Die Beziehung wird auf eine harte Probe gestellt und es ist fraglich, wie lange die Ehe überhaupt noch bestehen wird.
Auch für Hildes Bruder Wilhelm stehen aufregende Zeiten bevor. Die Filmindustrie feiert immer größere Erfolge und Wilhelm sieht darin eine Chance, sich beruflich weiterzuentwickeln.
August währenddessen ist glücklich mit seiner kleinen Familie und auch beruflich läuft es für ihn bestens. Doch seine Frau Swetlana macht sich große Sorgen um ihren Sohn und vergisst dabei öfter, dass sie auch noch eine Tochter hat...

Meinung:
Das Cover zeigt eine gewisse Ähnlichkeit zu den anderen beiden Teilen, bringt aber auch einzigartige Elemente mit sich. Es wird eine nostalgische Stadtszene gezeigt, die mir angenehm kräftigen Farben untermalt wurde. Die Situation wirkt recht hoffnungsvoll, es ist deutlich zu sehen, dass sich das Stadtbild von dem Krieg schon ziemlich gut erholt hat.
Die Szenerie ist leicht verschwommen und körnig, was dem Cover einen angenehm altmodischen Touch gibt. So sticht der Titel nochmal deutlicher hervor und weckt somit sicherlich das Interesse von Betrachtern.
Auch dieses Cover der 'Café Engel' - Reihe finde ich richtig gelungen. Es wirkt authentisch und lebendig, was mir sehr gut gefällt.

Ach wie habe ich mich auf den finalen Teil des Café Engels gefreut. Die Reihe hat mir bisher richtig gut gefallen und ich war unglaublich gespannt auf das große Finale. Ich hatte wieder mit einer tollen Geschichte gerechnet und genau das ist der Autorin gelungen. Es hat mir große Freude bereitet, die Familie Koch wiederzusehen und neues mit ihnen zu erleben. Schon nach wenigen Seiten wurde mein Wunsch immer größer, dass das Buch gar nicht endet...

Gerade am Anfang musste ich meine Gedanken zusammennehmen und sehr aufmerksam sein. Langsam fielen mir dann immer mehr Details aus den anderen beiden Bänden ein und das Lesen wurde für mich einfacher und ich konnte die Sache lockerer angehen.
Einmal in der Handlung angekommen wollte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Mir hat die Schreibweise richtig gut gefallen, sie war einfach perfekt. Die Situationen wurden lebendig und detailreich geschildert, die Protagonisten traten sehr authentisch und liebenswert auf und die Handlung war nur sehr selten vorhersehbar.
Einige Szenen besaßen einen sehr angenehmen Humor, oft haben die Charaktere auch einfach mal gesprochen, ohne vorher darüber nachzudenken. So entstanden natürliche und absolut nicht gestellte Szenen, die so auch im realen Leben stattfinden könnten. Zudem wurden die Handlung und viele Situationen so aufgelockert und man konnte nach traurigeren oder tiefgründigeren Abschnitten auch mal wieder schmunzeln.
Auch bei diesem Band sind meine Lieblingsszenen die, in denen ein Großteil der Familie Koch auftritt. Ich mag dieses Miteinander, man unterstützt sich, sagt einander aber auch mal die Meinung. Es war eine wunderbare Familiendynamik zu spüren, die vorbildlich ist und die Szenen wurden sehr bildreich beschrieben. Mir fiel es leicht, mir die Charaktere vorzustellen und so ein Bild der Situation zu erhalten.

Auf den 494 Seiten vergehen ungefähr sieben Monate, in denen allerhand passiert. Um nicht durcheinanderzukommen und ein ungefähres Zeitgefühl zu erhalten, wird am Anfang von neuen Kapiteln stets kurz angemerkt, in welchem Monat die folgende Handlung stattfindet. Dies ist wirklich wichtig gewesen, es gab zwar ab und an eine Andeutung auf das Wetter, doch allein dadurch wäre es schwierig gewesen, abzuschätzen, wie viel Zeit seit dem Beginn der Handlung vergangen ist.

Als Setting dient vor allem Wiesbaden mit dem Café Engel. Dort versammeln sich stets Mitglieder der Familie Koch, es ist deutlich herauszulesen, wie wohl sich die Familie dort fühlt und welche Bedeutung das Café in der Familie hat.
Mir haben diese Räumlichkeiten vom Setting am besten gefallen. Ich konnte sie mir recht gut vorstellen, sie strahlen einen besonderen Charme aus und wirken einladend. Zudem gefällt es mir, dass Hilde das Café weiterentwickeln will und es in ihrem Sinne verändert und so modernisiert.
Dazu gibt es einige Abschnitte, die auf Jean-Jacques Weingut in Eltville. Die Gegend wirkt zauberhaft und bekommt durch die genauen Beschreibungen einen romantischen, leicht verwunschenen Charakter. Auch sein Haus mit dem Hof konnte ich mir lebhaft vorstellen und anhand von kleinen Details wirkt es einladend und wie eine Ruheoase. Im Grunde dient Eltville als beruhigender Gegenpol zu den Ereignissen in Wiesbaden, obwohl die Handlung dort auch einiges an Spannung bietet.

Es gibt ganze sechs Erzählperspektiven, die nicht nur verschiedene Sichtweisen auf ein Ereignis bieten, sondern auch ein breites Bild der Gesellschaft darstellen. Alle von diesen sechs Personen sind bereits aus den vorherigen Bänden bekannt und sie geben nicht nur einen Einblick in ihr Familienleben, sondern auch in ihr eigenes Wesen. So kann man die Charaktere noch besser einschätzen, sich ein noch besseres Bild von den anderen Protagonisten machen und eine Bindung zu ihnen aufbauen. Eine jede Perspektive wurde interessant und abwechslungsreich gestaltet, sodass gar keine Langeweile aufkommen kann.

Die Charaktere waren durchweg sehr lebendig und bodenständig geschildert. Es treten fast nur bekannte Gesichter auf, die Neuen gliedern sich perfekt in den bereits bestehenden Personenkreis ein. Die bereits bekannten Personen wurden in ihrer Darstellung nochmals verbessert und perfektioniert, es ist eine deutliche Entwicklung zu sehen und viele Charaktere sind reifer und erwachsener geworden.
Im Mittelpunkt steht wieder die Familie Koch, wobei der Fokus vor allem auf Hilde, sowie ihren Brüdern liegt. Die Eltern von ihnen, Heinz und Else, spielen eine eher untergeordnete Rolle und so scheint es, als würden sie der jungen Generation nicht im Weg stehen wollen. Ich fand es ein wenig schade, dass ein etwas kleinerer Fokus als in den vorherigen Bänden auf ihnen liegt. Heinz und Else treten immer noch regelmäßig auf, das Hauptaugenmerk liegt aber eindeutig auf ihren Kindern.
Die drei Kinder von ihnen sind sympathische Menschen, die alle ihren eigenen Weg gegangen sind und für die die Familie immer im Mittelpunkt steht. Mir hat besonders Hilde richtig gut gefallen, sie ist nicht auf den Mund gefallen, weiß für alles eine Lösung und ist sehr willensstark. Ich erinnere mich noch, dass ich in den beiden vorherigen Bänden nicht richtig überzeugt von ihrem Charakter war. Mit diesem Band hat sie meine vollkommene Sympathie erhalten und ich muss sagen, dass mir ihre Kapitel fast am liebsten waren, weil sie in diesem Band tatsächlich mein Favorit ist. Ich mag ihre ganze Art, ihr Auftreten mittlerweile sehr und wünsche mir, dass es mehr so starke Frauen wie Hilde in Büchern gibt.
Mit wem ich durchweg etwas Probleme hatte war Swetlana. Nicht nur die eindeutige Bevorzugung des Sohnes hat mich gestört, sondern sie wirkt stets etwas zu steif und mechanisch. Sie strahlt nicht so eine Wärme aus wie die anderen Mitglieder der Familie Koch und war mir auch nicht so sympathisch. Sie erschien durch ihr Auftreten und durch manche Aussagen wie ein Fremdkörper in der ansonsten sehr herzlichen und liebenswerten Familie, was ich sehr schade fand. Am Ende war dann eine Wandlung zu sehen, die meine Meinung über Swetlana aber nicht groß ändern konnte...

Fazit:
Ich habe mich arg auf den finalen Teil gefreut, hatte großen Spaß beim Lesen und konnte das Buch mit einem zufriedenen, aber auch traurigen Gefühl weglegen. Es sind keine Fragen offen geblieben, die Handlung war interessant und spannend und ich habe mittlerweile das Gefühl, die Familie Koch persönlich zu kennen. Ich muss wirklich sagen, dass die Autorin unglaublich gute, sympathische und durchdachte Charaktere entwickelt hat, die für mich den großen Charme des Buches ausmachen.
Es hat mich traurig gemacht zu wissen, dass dies der letzte Teil der wunderbaren Reihe ist und somit auch eine Art 'Auf Wiedersehen' mit der Familie Koch. Ich habe die Familie sehr gemocht und kann die Reihe wirklich nur weiterempfehlen. Ich hatte großen Spaß beim Lesen und werde in Zukunft definitiv die Augen nach weiteren Büchern der Autorin offenhalten, weil sie mich vollkommen überzeugen konnte!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Dreamworx Dreamworx

Veröffentlicht am 09.02.2020

Servus Café Engel

1959 Wiesbaden. Man sollte meinen, dass im Café Engel nun langsam etwas Ruhe einkehrt, doch weit gefehlt. Während Konkurrenten sich neue Geschäftsstrategien überlegen, um die Gästezahl zu erhöhen und ihre ... …mehr

1959 Wiesbaden. Man sollte meinen, dass im Café Engel nun langsam etwas Ruhe einkehrt, doch weit gefehlt. Während Konkurrenten sich neue Geschäftsstrategien überlegen, um die Gästezahl zu erhöhen und ihre Umsätze zu steigern, machen die Kochs einfach so weiter wie bisher, weil Mutter Else das so will. Hilde aber weiß, wenn nicht bald frischer Wind ins „Engel“ hineinweht, müssen sie das Café schließen. Von ihrem Ehemann Jean-Jacques kann sie sich keine Unterstützung erhoffen, der verbringt seine Zeit lieber auf dem Weingut und lässt sich kaum noch blicken. So stellt Hilde eigenhändig einen neuen Konditor ein, der sich bald nicht nur um Kuchen und Törtchen bemüht, sondern auch Hilde den Hof macht. Das sorgt bald für reichlich Zündstoff im Hause Koch…
Marie Lamballe hat mit „Töchter der Hoffnung“ den dritten und finalen Band ihrer Café Engel-Saga vorgelegt, der das Leben der Familie Koch noch einmal gehörig auf den Kopf stellt, bevor der Leser Abschied von den inzwischen liebgewonnenen Protagonisten nehmen muss. Die Reihe sollte unbedingt in der richtigen Reihenfolge gelesen werden, damit man die einzelnen Charaktere und die Entwicklung des Cafés im Laufe der Jahre mitverfolgen kann. Der Erzählstil ist flüssig, gefühlvoll und bildintensiv, der Leser darf sich erneut an einem Tisch im Café Engel niederlassen und bei wunderbarem Duft von Gebäck und Kaffee die Schicksale der einzelnen Familienmitglieder für eine Weile begleiten. Wechselnde Perspektiven geben dem Leser nicht nur einen guten Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt der verschiedenen Charaktere, sondern steigern unterschwellig auch die Spannung. Nachdem die Kriegsjahre überstanden sind, darf der Leser nun in die Jahre des Wirtschaftswunders eintauchen. Die Autorin versteht es sehr geschickt, dem Leser mit farbenprächtigen Beschreibungen vom Wiesbaden der damaligen Zeit sowie der Kaffeehausatmosphäre Bilder heraufzubeschwören, die einen während der Lektüre begleiten.
Die Charaktere sind dem Leser schon in den ersten beiden Bänden ans Herz gewachsen, so dass sich nach den ersten Seiten sofort wieder ein Gefühl der Vertrautheit einstellt. Die Personen sind wieder einige Jahre älter und gereifter, wirken in ihrem Handeln und Tun lebendig und authentisch. Else hat ihre herrische Art nicht abgelegt und will weiterhin über die Belange des Cafés bestimmen. Sie macht es ihrer Tochter schwer, ihre eigenen Ideen einzubringen. Hilde ist zu einem Leben als Strohwitwe verdammt, die ihre Zeit sinnvoll nutzen will, um das Café auf Vordermann zu bringen und vor dem Untergang bewahren will. Das ständige Alleinsein lässt sie mit dem Feuer spielen, was sich alsbald zu einem Flächenbrand entwickeln könnte. Jean-Jacques lässt seine Frau in Wiesbaden schalten und walten, er beschäftigt sich lieber mit seinem Weinberg und vergisst dabei fast seine Ehe. Ebenso tragen weitere Protagonisten mit ihren Auftritten zur Handlung bei und hinterlassen beim Leser ein Gefühl von Vertrautheit in der Kaffeehausatmosphäre.
„Töchter der Hoffnung“ ist ein gelungener Abschluss der Geschichte um das Café Engel und der Familie Koch, die einem mittlerweile ans Herz gewachsen ist. Unterhaltsam und kurzweilig erzählt, muss der Leser nun Abschied nehmen. Verdiente Leseempfehlung!

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Deichgraefin Deichgraefin

Veröffentlicht am 31.01.2020

Ein Stück Zeitgeschichte


Die Café Engel – Saga der Schriftstellerin Marie Lamballe ist interessant und ist eine schöne einfühlsame Familiengeschichte.

Der dritte Teil „Café Engel – Töchter der Hoffnung“ ist ein wunderbarer ... …mehr


Die Café Engel – Saga der Schriftstellerin Marie Lamballe ist interessant und ist eine schöne einfühlsame Familiengeschichte.

Der dritte Teil „Café Engel – Töchter der Hoffnung“ ist ein wunderbarer Abschluss.
Wir sind 1959 in Wiesbaden. Es werden viele verschiedene Situationen dargestellt. Die einzelnen Familienmitglieder haben unterschiedliche Charaktere und Lebenssituationen.
Hilde Koch ist die Chefin des Café Engel.
Wie es so oft bei Familienunternehmen ist, ist die Mutter gegen Erneuerungen. Die Konkurrenz ist gleich nebenan, da muss sie sich etwas einfallen lassen.
Dann muss sie sich auch noch als Mutter und Ehefrau bewähren.

Die Autorin versteht es gut, uns in die Familie einzubeziehen. Man lernt die Zeit der Eltern bzw. der Großeltern kennen.
Die Café Engel Saga hat mir sehr gut gefallen.

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MarleyThompson MarleyThompson

Veröffentlicht am 31.01.2020

Netter dritter Band der Reihe

Nett ist das Wort, das ich für dieses Buch verwenden kann. Nett ist die Geschichte um das Cafe und die Zwistigkeiten innerhalb der Familie. Nett fand ich die Geschichte zwischen Hilde und Jean-Jacques, ... …mehr

Nett ist das Wort, das ich für dieses Buch verwenden kann. Nett ist die Geschichte um das Cafe und die Zwistigkeiten innerhalb der Familie. Nett fand ich die Geschichte zwischen Hilde und Jean-Jacques, die ein wenig Feuer in das ganze Buch brachte. Wie schnell es gehen kann, das Vertrauen zerbricht. Mit farbenfroher Sprache schreibt die Autorin die Geschichte einer verbundenen Familie die man bereits in den ersten beiden Bänden kennenlernte. Ein wenig vermisste ich die Spannung, die ich in den ersten beiden Teilen spüren konnte. Dies lag vielleicht aber auch an der Zeit, in der die Bände spielten. Mittlerweile befindet man sich in der Nachkriegszeit in der die Familie ihre Existenz zu retten versucht. Die Entwicklung der Charaktere fand ich wie immer toll. Bei manchen konnte man spüren, wie sehr sie ihre Vergangenheit geprägt hat, bei anderen hatte ich das Gefühl, sie wären stehengeblieben. Eine Leseempfehlung von mir!

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KimVi KimVi

Veröffentlicht am 31.01.2020

Gelungene Fortsetzung

Wiesbaden, 1959: Im Café Engel bleiben die Gäste weg, denn die Konkurrenten locken mit Angeboten, moderneren Außenbereichen und besonderen Aktionen. Hilde weiß, dass sie unbedingt etwas unternehmen muss, ... …mehr

Wiesbaden, 1959: Im Café Engel bleiben die Gäste weg, denn die Konkurrenten locken mit Angeboten, moderneren Außenbereichen und besonderen Aktionen. Hilde weiß, dass sie unbedingt etwas unternehmen muss, damit das Café überleben kann. Doch Mutter Else sträubt sich gegen Veränderungen und hält nichts davon, einen Konditor einzustellen, der die Kundschaft mit leckeren Kreationen wieder zurück ins Café locken könnte. Ehemann Jean-Jacques verbringt die meiste Zeit auf seinem Weingut. Als er sich fast gar nicht mehr bei seiner Familie sehen lässt, aber dafür viel Zeit alleine mit einer Verwandten auf dem Weingut verbringt, handelt Hilde gewohnt impulsiv. Die Ehe steuert in eine heftige Krise....


Es handelt sich bei diesem Roman um den dritten Band der "Café Engel-Saga". Im Zentrum der Handlung steht die Familie Koch, die das Café Engel im Wiesbadener Kurviertel führt. Das Geschehen wird aus wechselnden Perspektiven betrachtet. Da diese immer mit dem Namen des Protagonisten, der gerade im Zentrum der Ereignisse steht, gekennzeichnet sind, fällt es leicht, den Überblick zu behalten. Der erneute Einstieg in die Reihe gelingt mühelos, denn die Autorin versteht es hervorragend, kleine Details aus der Vergangenheit einzustreuen, sodass man sich an frühere Ereignisse, die Protagonisten und die jeweiligen Beziehungen untereinander, erinnert. Man trifft auf alte Bekannte, aber auch auf neue Gesichter und schon bald fühlt man sich wieder ganz heimisch im Café Engel.

In all den Jahren hat sich einiges getan und auch jetzt kommt die Familie nicht zur Ruhe. Deshalb taucht man gerne wieder in die Caféhaus-Atmosphäre ein und genießt die Eigenarten der Familienmitglieder. Handlungsorte und Protagonisten werden dabei so lebendig beschrieben, dass man sie regelrecht vor Augen hat und schon beinahe meint, den Kaffeeduft zu riechen und das Geschirr klappern zu hören. Durch die unterschiedlichen Perspektiven bleibt die Handlung abwechslungsreich. Denn in dieser Familie ist einfach immer etwas los. Marie Lamballe gelingt es problemos, den damaligen Zeitgeist zu beschreiben und durch eine einzigartige Atmosphäre zu vermitteln.

Eine gelungene Fortsetzung der Saga. Bereits nach kurzer Zeit fühlt man sich wieder heimisch und mag diesen angenehmen Wohlfühl-Ort nicht mehr verlassen.

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Autorin

Marie Lamballe

Marie Lamballe - Autor
© fotostudio marlies, Bad Camberg

Marie Lamballe wuchs in Wiesbaden auf – beide Eltern waren dort Schauspieler am Staatstheater. Sie studierte Literatur und Sprachen und begann schon kurz nach dem Studium mit dem Schreiben von zunächst Kurzgeschichten, später Theaterstücken, Drehbüchern und Romanen. Inzwischen lebt sie als freie Autorin in der Nähe von Frankfurt am Main und hat unter verschiedenen Pseudonymen zahlreiche Romane – darunter mehrere Top-Ten-SPIEGEL-Bestseller – veröffentlicht.

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Sprecherin

Irina Scholz

Irina Scholz - Sprecher
© Annika Fußwinkel

Irina Scholz ist Sprecherin für Hörbücher, Radio- und Fernsehbeiträge. Sie ist die Station-Voice des Deutschlandfunks und regelmäßig bei Arte, 3sat, dem WDR und ZDF zu hören. Ihre Stimme hat eine seltene Qualität: reiner Klang in mittleren Lagen und leichte Vibration in den tieferen.

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