Der Duft der weiten Welt
 - Fenja Lüders - Hörbuch

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11,99

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (Download)
Saga
415 Minuten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8387-9245-3
Ersterscheinung: 31.10.2019

Der Duft der weiten Welt

Speicherstadt-Saga - Teil 1
Gelesen von Jodie Ahlborn

(43)

Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie …

Auftakt der großen Familiensaga vor der farbenprächtigen Kulisse der Hamburger Speicherstadt

Rezensionen aus der Lesejury (43)

JanaBabsi JanaBabsi

Veröffentlicht am 15.01.2020

Kaffee - Das schwarze Gold

Wir schreiben das Jahr 1912 in Hamburg. Karl Deharde leitet in der Hamburger Speicherstadt ein florierendes Kaffeekontor und genau wie er, so hat auch seine älteste Tochter Wilhelmina (Mina) Kaffee im ... …mehr

Wir schreiben das Jahr 1912 in Hamburg. Karl Deharde leitet in der Hamburger Speicherstadt ein florierendes Kaffeekontor und genau wie er, so hat auch seine älteste Tochter Wilhelmina (Mina) Kaffee im Blut. Auch wenn Mina jede freie Minute im Kontor verbringt, so weiß sie doch genau, dass sie als Frau in diesem Beruf keine Chance hat, denn sie würde niemals Zugang zum Handel an der Kaffeebörse erhalten.

Mina träumt davon, nach dem bestandenen Abitur Medizin zu studieren. Aber auch das ist, zur damaligen Zeit, eine reine Männer-Domäne.

Mit Edo, einem Angestellten ihres Vaters, verbindet sie in letzter Zeit etwas mehr, als die seit Jahren bestehende innige Freundschaft und als feststeht, dass Edo für die Firma „Kopmann & Deharde“ nach Amerika gehen soll, bittet er Mina, mit ihm mitzugehen.

Minas Großmutter, bei der sie mit Vater und Schwester seit dem Tod ihrer Mutter lebt, und ihr Vater schicken Mina jedoch für 1 Jahr auf ein Pensionat für „Höhere Töchter“.

In den meisten Fällen macht einem das echte Leben einen Strich durch die Rechnung und als Minas Vater schwer krank wird, verlässt sie das Pensionat und übernimmt ohne zu zögern die Leitung des Kontors. Nach außen hin muss sie jedoch durch einen Mann vertreten werden und da kommt – durch Edos Weggang nach Amerika – nur der neue Mitarbeiter ihres Vaters, Leutnant Frederik Lohmeyer, in Betracht.

Schafft Mina es, das Kontor am Laufen zu halten?
Wird Karl Deharde wieder gesund?
Welche Auswirkungen haben diese Entwicklungen auf die Beziehung zwischen Mina und Edo?

„Der Duft der weiten Welt“ ist der Auftaktroman zur Trilogie der historischen Speicherstadt-Saga der Autorin Fenja Lüders. Das Buch beginnt mit einem Prolog, dessen Handlung sich im Jahr 1948 abspielt. Mina lässt die Möbel aus dem Kontor schaffen und nimmt Abschied von den Räumen. Aus welchem Grund sie das tut bleibt jedoch offen. Die eigentliche Handlung des Buches spielt in den Jahren 1912/1913 in Hamburg.

Die Hauptprotagonistin Mina ist eine sehr sympathische junge Dame. Sie ist ihrer Zeit weit voraus, hat keine Lust zu heiraten, möchte lieber das Kontor leiten oder studieren – muss sich letztendlich aber den Anordnungen von Großmutter und Vater beugen. Genau diese Frauen sind es aber, die die Vorreiterrolle für unsere heutigen Freiheiten übernommen haben. Ohne die Minas von früher hätten wir Frauen heute noch nicht die Rolle in der Gesellschaft, die wir haben.

Im Pensionat lernt sie Irma von Gusnar kennen. Irma entwickelt sich zu Minas bester Freundin, die Beiden werden fast unzertrennlich, sie verliert jedoch im Verlauf der Geschichte an Bedeutung. Ich hoffe, in den Nachfolgebänden noch einmal von ihr zu lesen.

Karl Deharde wird als sympathischer älterer Herr dargestellt, der einerseits seiner Tochter gerne jeden Wunsch von den Augen ablesen möchte, andererseits muss auch er sich den herrschenden Konventionen beugen. Die Großmutter, Karl Dehardes Mutter, wird anfangs als eine etwas strenge Person dargestellt, im Verlaufe der Geschichte merkt man jedoch, dass sie nur eines möchte – das Beste für Mina. Gegenüber Agnes, der jüngeren Schwester, ist die Großmutter nämlich nicht ganz so streng.

Edo ist seit vielen Jahren im Kontor von Karl Deharde angestellt, er hat dort schon seine Ausbildung gemacht, und mit Mina verbindet ihn eine tiefe Freundschaft. Aus dieser Freundschaft entwickelt sich dann auch mehr, aber die Pläne von Edo und der bevorstehende Auslandsaufenthalt stürzen Mina in große Zerrissenheit.

Leutnant Frederik Lohmeyer ist – für mich – der einzige unsympathische Charakter in dieser Geschichte. Nein, eigentlich ist er nicht unsympathisch, er ist undurchsichtig. Lohmeyer ist der Sohn eines Kaffeeplantagenbesitzers, aber sein älterer Bruder wird diese Plantage erben und so möchte Lohmeyer sich von Deharde in die Kunst des Kaffeehandels einführen lassen. Lohmeyer ist so ein Mensch, der gerne alles an sich reißt und es gefällt ihm nicht wirklich, dass Mina während der Krankheit ihres Vaters das Kontor leitet. Nach außen hin vertritt er jedoch die Firma. Mal schauen, ob mein merkwürdiges Gefühl ihn betreffend sich bewahrheitet.

Dann haben wir noch das Fräulein Brinkmann. Sie ist die Hauslehrerin von Agnes und Mina und ihre Rolle in der Geschichte wird erst in Zusammenhang mit der Krankheit von Karl Deharde näher erläutert.

Der Schreibstil von Fenja Lüders ist sehr angenehm. Das Buch lässt sich fließend lesen. Ich mag solche historischen Geschichten sehr gerne und so freue ich mich schon auf den 2. Band „Der Glanz der neuen Zeit“, der am 29.06.2020 erscheint und den 3. Band „Der Traum von Freiheit“, der am 30.10.2020 erscheint.

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streifi streifi

Veröffentlicht am 09.01.2020

interessanter Auftakt

Sehr zum Leidwesen ihrer Großmutter denkt Mina Deharde mehr daran den Kaffeehandel ihres Vaters zu übernehmen, als sich für eine standesgemäße Ausbildung und einen passenden Ehemann zu interessieren. Im ... …mehr

Sehr zum Leidwesen ihrer Großmutter denkt Mina Deharde mehr daran den Kaffeehandel ihres Vaters zu übernehmen, als sich für eine standesgemäße Ausbildung und einen passenden Ehemann zu interessieren. Im Jahr 1912 ist das was Mina möchte eigentlich nicht machbar. Und doch gibt der Vater ihr die Möglichkeit in der Firma zu lernen, allerdings muss auch sie dazu Kompromisse machen.
Fenja Lüders gelingt es das Innenleben der Familie Deharde gut zu beschreiben, auch wenn das Buch ausschließlich aus der Sicht Minas geschrieben ist. Jeder hat dort so seine Eigenheiten, deren Ursachen sich teilweise erst spät offenbaren. Aber genau diese Entwicklung macht die Protagonisten umso glaubwürdiger.

Mir hat es großen Spaß gemacht dieses Buch zu lesen. Natürlich hat Mina für ihre Zeit sehr neumodische Ansichten, sie schafft es aber trotz der Widerstände zu mindestens einen Teil ihrer Lebensträume umzusetzen. Dass dafür anderes auf der Strecke bleibt, muss sie leider schmerzhaft lernen.
Ich war schnell im Lesefluss und wollte doch wissen, wie sich Mina weiterentwickelt. Wobei es schon erstaunlich ist wie schnell sich Mina vom Kind mit wenig Weitsicht zur erwachsenen Frau entwickelt. Aber die äußeren Umstände erklären das ziemlich gut.
Was mir gut gefallen hat war, dass die Geschichte ohne großen Cliffhanger auskommt, obwohl die Folgebände ja schon angekündigt sind. Ich bin der Meinung, dass das nicht unbedingt nötig ist. Ich bin trotz des geschlossenen Endes neugierig, wie sich Mina mit den Jahren weiterentwickeln wird und wie sie es schaffen wird, die Firma durch zwei Weltkriege zu bringen. Da gibt es sicher noch viel Erzählstoff.

Daher freue ich mich schon auf die Nachfolgebände, in denen wir dann erfahren wie es weitergeht mit Kopmann & Deharde.
Von mir eine Leseempfehlung!

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Manja1982 Manja1982

Veröffentlicht am 18.12.2019

absolut gelungener Auftakt der Saga

Kurzbeschreibung
Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch ... …mehr

Kurzbeschreibung
Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie …
(Quelle: Bastei Lübbe)

Meine Meinung
Bisher hat mir die Autorin Fenja Lüders rein gar nichts gesagt. Daher war ich umso gespannter auf „Der Duft der weiten Welt: Speicherstadt-Saga“ aus ihrer Feder. Es handelt sich hierbei um den Auftaktband der „Kaffeehändler“ und ich wurde ja besonders auch vom Titel und dem Cover angesprochen. Nachdem ich dann auch den Klappentext kannte war ich neugierig auf das Buch und nach dem Laden ging es dann auch flott los.

Die hier handelnden Charaktere sind der Autorin gut gelungen. Für mich als Leser war es relativ einfach sie mir vorzustellen und auch die Handlungen zu verstehen.
Mina wirkte zunächst eher sehr rebellisch. Anweisung übergeht sie, sie ist einfach gegen alles, was für sie vorgesehen war. Ich konnte Mina sehr gut verstehen, man spürt als Leser auch ihre Zerrissenheit deutlich. Im Handlungsverlauf macht Mina eine merkliche Entwicklung durch, die ich gut nachempfinden konnte.
Edo ist Minas Jugendliebe. Die beiden haben Träume, doch da ist ja auch noch Minas Familie. Ich mochte Edo total gerne, er ist so ein charmanter Kerl, der mir sympathisch rüber kam. Auch er entwickelt sich, allerdings nicht ganz in die Richtung, die ich für gut befunden hätte.
Frederik ist ebenfalls sympathisch. Doch er hat auch Geheimnisse, das merkt man als Leser sehr schnell. Seine Art ist nur Fassade, was ihn wiederum aber auch interessant wirken lässt.

Neben den genannten Charakteren gibt es noch einige andere Figuren, die sich ebenso sehr gut und stimmig ins Geschehen einfügen. Hier ist mir besonders auch Minas Vater in Erinnerung geblieben.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön und angenehm zu lesen. Man kommt als Leser gut und flüssig durch die Handlung hindurch, kann folgen und auch alles verstehen.
Die Handlung selbst ist in der Vergangenheit, im Jahr 1912, angesiedelt. Ich fand es spannend ein wenig mehr über diese Zeit zu erfahren. Die Autorin hat hier alles wirklich gut aufgebaut und sie zeigt auch auf wie die Rolle der Frau damals war. Es war wirklich hart, als Frau musste man damals wirklich für alles kämpfen und sich auch immer wieder verteidigen, egal wem gegenüber. Es wirkte auf mich zudem sehr gut und vor allem auch genau recherchiert.
Die Speicherstadt von Hamburg erwacht hier vor dem Auge des Lesers zum Leben, so detailliert und genau beschreibt sie die Autorin.
Es sind aber nicht nur die historischen Fakten und eine tolle Kulisse, die mich hier durch das Buch getragen haben. Im Geschehen kommt auch gut Spannung auf, die Liebe aber fehlt auch nicht. Mir gefiel dies wirklich richtig gut.

Das Ende ist dann für mich persönlich gut gewählt. Es passt zur Geschichte dieses Auftakts und man darf wirklich gespannt sein was die beiden Fortsetzungen noch so bringen werden.

Fazit
Insgesamt gesagt ist „Der Duft der weiten Welt: Speicherstadt-Saga“ von Fenja Lüders ein absolut gelungener Auftakt der „Kaffeehändler“ – Trilogie.
Gut beschriebene interessante Charaktere, ein angenehm zu lesender flüssiger Stil der Autorin und eine Handlung, die ich als spannend, abwechslungsreich und sehr gut recherchiert empfunden habe und deren Kulisse sehr anschaulich beschrieben ist, haben mir wirklich tolle Lesestunden beschert und mich überzeugt.
Wirklich empfehlenswert!

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Bambisusuu Bambisusuu

Veröffentlicht am 10.12.2019

Ein gelungener Auftakt

Der historische Roman "Der Duft der weiten Welt" ist der Auftakt der Speicherstadt-Saga von der Autorin Fenja Lüders. Die Geschichte ist spannend, fesselt vom ersten Augenblick und hat einen grandiosen ... …mehr

Der historische Roman "Der Duft der weiten Welt" ist der Auftakt der Speicherstadt-Saga von der Autorin Fenja Lüders. Die Geschichte ist spannend, fesselt vom ersten Augenblick und hat einen grandiosen Schreibstil. Ich freue mich jetzt schon über die Fortsetzung!

Das Buch spielt in Hamburg um 1912 und handelt von Mina Deharde, die seit ihrer Kindheit mit dem Kaffekontor ihres Vaters vertraut ist. Die Leidenschaft zum Kaffeehandel wurde ihr sozusagen in die Wiege gelegt. Doch als Frau sehen die Chancen als Geschäftsfrau eher mangelhaft aus. Nur ein männlicher Erbe würde in Frage kommen, der jedoch nicht vorhanden ist. Minas Zukunftsplan ist zeitgleich mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern. Ihr Vater wünscht sich allerdings etwas anderes für seine Tochter, sodass Mina zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie steht. Nur welchen Weg wird sie gehen?

Die Handlung ist interessant geschildert, historisch fundiert und hat mich sofort nach dem Klappentext neugierig gemacht. Als Leser betrachtet man durch Mina die damalige Zeit als Frauenrolle und bekommt ihre schwierige Lage mit. So schön die Erzählung war, so war sie doch auch aufreibend, wie damals die Frauen behandelt wurden.

Trotz Können muss sich Mina in der dominierenden Männerwelt behaupten und für ihre Rechte kämpfen. Sogar gegen ihre Familie muss sie sich ständig verteidigen. Ihr Alltag ist alles andere als leicht, wodurch ihre mutige Art wirklich bewundernswert ist. Ihre Gedanken und Gefühle konnte man gut nachvollziehen. Ich habe mich absolut in die Zeit versetzt gefühlt.

Beim Lesen habe ich ebenso ein tolles Gefühl, was die Kulisse angeht. Die Hamburger Speicherstadt habe ich atemberaubend vor Augen. Aber auch die Gesellschaft wirkt realistisch dargestellt. Vielschichtig lernt man unterschiedliche Charaktere kennen, wodurch die Spannung weiterhin erhalten bleibt. Die Detailverliebtheit der Personen hat mir gefallen. Insgesamt ein gelungener Auftakt!

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eulenmatz eulenmatz

Veröffentlicht am 06.12.2019

Guter Start

INHALT:
Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, ... …mehr

INHALT:
Hamburg, 1912: Mina Deharde liegt der Kaffeehandel im Blut. Kein Wunder, verbringt sie doch jede freie Minute im Kaffeekontor ihres Vaters, mitten in der Hamburger Speicherstadt. Doch beide wissen, dass sie als Frau das Geschäft nicht übernehmen kann, und einen männlichen Erben gibt es nicht. Während Mina davon träumt, mit ihrem Jugendfreund Edo nach New York auszuwandern, hat ihr Vater andere Pläne für sie. Mina muss sich entscheiden: zwischen Pflicht und Freiheit, Liebe und Familie ...

MEINUNG:

Dieses Jahr habe ich einiges an historischen Romanen gelesen, die in der gleichen Zeit wie Der Duft der weiten Welt spielen und in denen es um die Kontor Besitzer in der Hamburger Speicherstadt gibt. Da ich in Hamburg lebe, habe ich beim Lesen die Bilder im vor Augen, wie dort der Handel in dieser Zeit floriert hat.

Der Duft der weiten Welt ist der erste Teil einer meines Wissens nach Trilogie (Band 2 und 3 erscheinen 2020). Es geht um die junge Mina Deharde, die Tochter eines Kaffekontorbesitzers ist. Mina ist eine junge Frau, die weiß, was sie möchte, aber ihre Wünsche und Vorstellungen passen zum Teil nicht so gut in die Zeit, in der sie lebt. In dieser Zeit sind die sozialen Schichten noch sehr ausgeprägt, was Mina schnell zu spüren bekommt als sie sich in Edo, dem Lehrling ihres Vaters verliebt. Zu dieser Zeit werden die Mädchen auch auf sogenannte Pensionate geschickt, auch mit dem Ziel auf eine lukrative Heirat vorbereitet zu werden, denn ohne einen, wenn möglich wohlhabenden Mann, steht den jungen Frauen keine wirklich aussichtreiche Zukunft bevor.

In dieser Welt ist auch nicht vorgesehen, dass junge Frauen wie Mina sich für die Geschäfte ihrer Väter interessieren oder gar dort richtig arbeiten und auch mitreden wollen. Doch genau das möchte Mina, vor allem als es dem Vater gesundheitlich nicht gut geht. Ich habe beim Lesen immer sehr mit Mina mitgefühlt. Man spürte ihre Zerrissenheit zwischen Pflicht gegenüber der Familie und den eigenen Wünschen, denn man muss sich vor Augen führen, dass der Kontor im Falle des Ablebens von Minas Vater nur in der Familie verbleiben kann, wenn Mina einen entsprechenden Mann heiratet, der dann offiziell das Geschäft übernehmen kann. Mina gerät damit nicht nur in den innerlichen Konflikt, sondern auch in den Konflikt mit ihrem Vater. Auch der führt ihr das immer wieder vor Augen. Ihr Verhältnis ist recht innig, aber in dem Fall auch sehr ehrlich. Ihr Vater erkennt Minas Wünsche und Potentiale.

Am Ende des Buches ist Mina gezwungen gewisse Entscheidungen zu treffen. Bei solcher Literatur bin ich immer froh, dass ich in einer anderen Zeit geboren bin, in der ich freier entscheiden kann als Frau. Umso wichtiges war es damals, dass es Frauen wie Mina gab, die auch für Frauen, die gleichen Rechte haben wollte wie für Männer. Mina ist jetzt nicht zwangsläufig eine absolute Aktivistin, aber sie lehnt sich auf und geht in die Diskussion.

FAZIT:
Der Duft der weiten Welt hat mir gut gefallen. Ich mochte die Hamburger Kulisse in der Speicherstadt, die ich mir gut vorstellen konnte. Mina ist eine starke Protagonistin, die versucht ihren Weg zu finden zwischen Pflicht und persönlicher Freiheit. Ich bin gespannt, wie es hier weiter geht.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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Autorin

Fenja Lüders

Fenja Lüders - Autor
© Foto- und Bilderwerk

Fenja Lüders, Jahrgang 1961, ist eine waschechte Friesin. Als Jüngste von vier Geschwistern wuchs sie auf einem Bauernhof direkt an der Nordseeküste auf. Für ihr Studium der Geschichte und Politik zog sie nach Oldenburg, wo sie bis heute mit ihrer Familie lebt. Neben dem Schreiben ist klassische Musik ihre große Leidenschaft.

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Sprecher

Jodie Ahlborn

Jodie Ahlborn - Sprecher
© Dana Anders

Jodie Ahlborn wurde 1980 in Hamburg geboren und absolvierte ihre Ausbildung an der Schule für Schauspiel Hamburg. Seitdem wirkte sie in Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter in der Lindenstraße, und hat bereits zahlreiche Hörbücher gelesen. Mit ihrer jungen, ausdrucksvollen Stimme verzaubert Jodie Ahlborn die Hörer. Für ihre Lesungen wurde sie bereits mehrfach auf die hr2-Bestenliste gewählt.

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