Dian Fossey - Die Forscherin
 - Susanna Leonard - Hörbuch
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11,99

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (Download)
Saga
733 Minuten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7540-0211-7
Ersterscheinung: 26.08.2022

Dian Fossey - Die Forscherin

Sie rettete bedrohte Tiere. Und bezahlte einen hohen Preis
Ungekürzt
Teil 1 der Serie "Mutige Frauen, die Geschichte schrieben"
Gelesen von Chris Nonnast

(38)

Kalifornien, 1940. Für die kleine Dian steht früh fest: Sie will einmal mit Tieren arbeiten. Viele Jahre später reist Dian tatsächlich nach Afrika, um dort die bedrohten Berggorillas zu erforschen. In den Nebelwäldern gelingt ihr Bemerkenswertes: der direkte Kontakt zu den scheuen Tieren. Eine einzigartige Freundschaft entsteht, die bald die ganze Welt kennt. Aber nicht nur den Tieren gehört Dians Herz. Als sie dem Fotografen Bob begegnet, verliebt sie sich Hals über Kopf in den verheirateten Mann. Doch je unermüdlicher Dian für die Erhaltung der Gorillas kämpft, desto mehr Feinde schafft sie sich. Bald ist nicht mehr nur das Leben ihrer geliebten Tiere in Gefahr, sondern auch ihr eigenes.

Rezensionen aus der Lesejury (38)

PMelittaM PMelittaM

Veröffentlicht am 27.09.2022

Lesenswerter Roman über das Leben einer interessanten Frau

Dian Fossey – ich denke, sie ist jedem ein Begriff als eine der drei Frauen, die Louis Leakey mit der Feldforschung von Menschenaffen beauftragt hatte: Jane Goodall für die Schimpansen, Biruté Galdikas ... …mehr

Dian Fossey – ich denke, sie ist jedem ein Begriff als eine der drei Frauen, die Louis Leakey mit der Feldforschung von Menschenaffen beauftragt hatte: Jane Goodall für die Schimpansen, Biruté Galdikas für die Orang-Utan, und Dian Fossey für die Gorillas.

Dian Fossey starb 1985 unter immer noch nicht ganz geklärten Umständen, ihrem Leben wurde u. a. durch den Film „Gorillas im Nebel“ ein Denkmal gesetzt. Susanna Leonard spürt diesem Leben nach, sie erzählt nicht immer chronologisch, sondern mit Rückblenden, die auch durch Erinnerungen Dians initiert werden, es ist aber, nicht nur durch die entsprechenden Überschriften, immer klar, wo und wann man sich befindet. Kindheitserinnerungen werden zudem in Ich-Form erzählt. Sehr gut hat mir auch das Kapitel aus Sicht eines Silberrücken gefallen.

Dian hatte immer schon eine Affinität für Tiere, wollte Tierärztin werden, und auch Afrika hat sich früh als Sehnsuchtsort etabliert. Die Forscherin hatte keinen leichten Charakter, wusste immer, was ihr wichtig war und setzte alles daran es durchzusetzen, oft durch Hartnäckigkeit, aber auch mit manchmal fragwürdigen Mitteln. Susanna Leonard ist es meiner Meinung nach sehr gut gelungen, Dian in diesem Roman lebendig werden zu lassen.

Dian verstand ihre Aufgabe nicht nur als Feldforscherin sondern auch als Beschützerin der gefährdeten Gorillas. Diese wurden immer mehr zurückgedrängt, da Viehherden in ihren Gebieten geweidet wurden, auch waren sie immer wieder Opfer von Wilderern. Neben diesen Konflikten hatte Dian auch immer wieder Probleme mit Behörden – und, vor allem im Kongo, wo sich ihre erste Forschungsstation befand, mit den politischen Gegebenheiten, wobei das noch sehr harmlos ausgedrückt ist.

Ich bin schon lange interessiert an Dian Fossey und ihrem Leben, in den letzten Jahren ist sie bei mir allerdings ein bisschen in Vergessenheit geraten, Susanna Leonards Roman hat mein Interesse neu geweckt. Er lässt sich sehr gut lesen, ist interessant und spannend, enthält zusätzlich ein Personenverzeichnis, eine Zeittafel, ein Glossar und ein Nachwort der Autorin, das leider in meinen Augen etwas knapp ausgefallen ist, hier hätte ich mir z. B. mehr über Fiktion und Fakten gewünscht, gerade auch was manche Andeutungen (z. B. in Bezug auf den Stiefvater) betreffen.

Susanne Leonards Roman wünsche ich viele Leser:innen, so wohl jene, die Dian Fossey bereits besser kennen, als auch jene, die noch sehr wenig oder gar nichts über sie wissen. Hier bekommt man einen guten Einstieg dafür, sich mit deren Leben und vor allem mit deren Passion zu beschäftigen, den Gorillas, die immer noch sehr schützenswert sind.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

mabuerele mabuerele

Veröffentlicht am 19.09.2022

Dian Fossey - ein vielschichtige Persönlichkeit

„…Endlich zurück, endlich wieder zuhause. Schwer atmend, aber hochzufrieden folgte sie den Trägern den steilen Pfad hinauf. Jawohl, diese Welt hier, das war ihr Zuhause!...“

Es ist das Jahr 1983, als ... …mehr

„…Endlich zurück, endlich wieder zuhause. Schwer atmend, aber hochzufrieden folgte sie den Trägern den steilen Pfad hinauf. Jawohl, diese Welt hier, das war ihr Zuhause!...“

Es ist das Jahr 1983, als Dian Fossey nach Afrika in ihr Camp zu den Gorillas zurückkehrt. Nur noch wenige Jahre sollten ihr bleiben.
Die Autorin hat ein spannende und gut recherchierte Romanbiografie geschrieben. Es werden verschiedene Episoden aus dem Leben der Forscherin in den Mittelpunkt gestellt. Nicht immer läuft die Geschichte linear ab.
Der Schriftstil lässt sich angenehm lesen. Nach dem Prolog, aus dem obiges Zitat stammt, ist das Buch in drei Abschnitte gegliedert. Jeder Abschnitt beginnt 1985. Sehr detailliert werden dadurch Dians letzte Stunde zu Weihnachten des Jahres 1985 geschildert.
Das erste Kapitel widmet sich ansonsten Dians Arbeit als Ergotherapeutin. Sie kümmert sich insbesondere um Kinder, die von Kinderlähmung betroffen sind. Dabei zeigt sie viel Einfühlungsvermögen. Im Hotel Henry findet sie eine Heimat. Gaynee Henry wird für sie wie eine Mutter.

„...In ihrem Blick lag eine heitere Güte, und ihre Haltung, Gesten und Worte strahlten eine Wärme aus, die Dian zuvor noch bei keinem Menschen empfunden hatte...“

Immer wieder gibt es dabei Rückblenden in die Kindheit. Gerade im Zusammenleben mit ihrem Stiefvater wird einiges angedeutet, was aber nie konkret verifiziert wird.
Der zweite Abschnitt beschreibt ihre erste Afrikareise. Hier zeigt sich ein weiterer Charakterzug von Dian. Sie weiß, was sie will und setzt das mit ihrer Sturheit durch. Dabei fehlt ihr ein Gefühl für mögliche Gefahren.

„...Die Einheimischen gehen den großen Affen lieber aus dem Weg. Doch ich kann Ihnen einen guten Fährtenleser empfehlen, der wird Sie todsicher zu ihnen führen...“

Entscheidend ist ihre Begegnung mit den Wissenschaftler Louis Leakey.
Der dritte Abschnitt beschreibt ihr Leben bei den Gorillas. Sie setzt sich vehement für die Tiere ein. Allerdings fehlt ihr das Gespür für die Lebensverhältnisse der einheimischen Bevölkerung. An deren Bedürfnissen zeigt sie kaum Interesse. Das sorgt für Ärger und Hass.
Zeittafel, Glossar und Personenverzeichnis ergänzen das Buch.
Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie stellt Dian als Frau mit Ecken und Kanten dar. Sie geht für die Gorillas bis an ihre psychischen Grenzen.

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Tine Tine

Veröffentlicht am 18.09.2022

Anschauliche & mitreißende Schilderung einer beeindruckenden Frau

Der Prolog und Anfang des Buches starten in den 1980er Jahren, als Dian sich in Ruanda befindet um weiter die Berggorillas zu erforschen. Nach einigen Kapiteln erzählt die Geschichte dann kontinuierlich ... …mehr

Der Prolog und Anfang des Buches starten in den 1980er Jahren, als Dian sich in Ruanda befindet um weiter die Berggorillas zu erforschen. Nach einigen Kapiteln erzählt die Geschichte dann kontinuierlich von der jungen Erwachsenen Dian, beginnend 1955 als sie Ergotherapeutin ist und den großen Traum hat Afrika zu entdecken. Wir begleiten die Protagonistin, die tatsächlich gelebt hat, von ihrer ersten Afrikareise, über ihre Bemühungen die Berggorillas zu erforschen und schützen bis hin zu ihrem tragischen Tod. Nebenbei springt die Autorin in die Kindheit von Dian, deren Kapitel besonders hervorgehoben, aber auch sprachlich angepasst und vom Rest der Erzählung abgegrenzt sind. Somit erhält man ein umfassendes Bild von Dian und erfährt, warum sie eine oft sehr forsche und eigenwillige Frau ist.

Den Schreibstil der Autorin finde ich sehr gut! Sie schildert die Szenen sehr anschaulich und ausdrucksvoll, egal ob es um die Charaktere oder den afrikanischen Urwald geht. Als Dian zum allerersten Mal die Berggorillas sieht, hat die Autorin den besonderen Moment so bildhaft geschildert, dass ich selbst ehrfürchtig durch das geschnittene Loch im Dschungel geblickt habe, dabei hatte ich nur Susanna Leonards Worte vor mir. Außerdem ist der Aufbau des Buches gut gewählt, wodurch man beispielsweise am Anfang von der schon älteren Dian liest, die Erinnerungen nachhängt, während sie Fotos von Männern in ihrem Leben durchgeht. Im Laufe des Buches trifft man diese alle an und erfährt, wie sie negativ oder positiv auf Dian eingewirkt haben. Während des gesamten Buches sind die Erlebnisse in der Gegenwart und Vergangenheit perfekt aufeinander abgestimmt, sodass man ein umfassendes Bild von Dian erhält und ihre Entwicklung und ihren oft schwer umgänglichen Charakter nachvollziehen kann. Auch wenn mir die Gorillaforscherin nicht immer sympathisch war, habe ich die Lebensgeschichte der beeindruckenden und mutigen Frau sehr gerne gelesen. Dian wird hier von Susanna Leonard sehr authentisch zum Leben erweckt.

Fazit:
Ein wunderbar geschriebenes Buch über das schwere und doch glückliche Leben von Dian Fossey, die die afrikanischen Berggorillas erforscht und geschützt hat. Die Autorin kann den Urwald genauso anschaulich wiedergeben, wie den Charakter der beeindruckenden Frau.

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Leseigel Leseigel

Veröffentlicht am 18.09.2022

Ein Leben für die Gorillas, aber ein Leben ohne Liebe

Hört man die Worte Gorilla und Ruanda , fällt vielen von uns sofort die Tierforscherin Dian Fossey und der Film "Gorillas im Nebel" ein. Die Erforschung und der Schutz der Gorillas waren sicher Fosseys ... …mehr

Hört man die Worte Gorilla und Ruanda , fällt vielen von uns sofort die Tierforscherin Dian Fossey und der Film "Gorillas im Nebel" ein. Die Erforschung und der Schutz der Gorillas waren sicher Fosseys Lebenswerk . Aber was für ein Mensch steckt dahinter ? Das vorliegende Buch versucht einige Antworten darauf zu geben.

Fossey wird 1936 geboren. Der Vater war Alkoholiker. Es kommt zur Scheidung, als Dian 4 Jahre alt ist. Den Stiefvater, der ein strenges, liebloses Regiment führt, verabscheut sie von Herzen. Glücklich ist sie bereits als Kind, wenn sie Tiere um sich hat. Ihr großer Traum ist eine Reise nach Afrika, die sie endlich 1963 verwirklichen kann. Hier sieht sie zum ersten Mal Gorillas in ihrer natürlichen Umgebung und verliebt sich sofort in sie. Wieder zuhause saugt sie alle verfügbaren Informationen über Afrika und die Gorillas wie eine Besessene in sich auf. Und ihre Ausdauer wird belohnt. 1967 ist sie die Leiterin der Forschungsstation im Kongo. Hier ist sie glücklich und findet einen ganz besonderen Bezug zu den Tieren. Nichts, was das Leben der Gorillas bedroht, lässt sie gelten und schafft sich dadurch viele Feinde. Was in späteren Jahren dazu führt, dass sie die Forschungsstation - mittlerweile in Ruanda - gegen ihren Willen verlassen muss. Doch sie kehrt zurück, ist wieder an ihrem Sehnsuchtsort, kann sich wieder um ihre geliebten Gorillas kümmern.

1985 wird sie ermordet.

Es gab auch Männer in ihrem Leben, aber wer hätte gegen ihre wahre Liebe, die Gorillas bestehen können ? Im Naturfotografen Bob Campbell glaubt sie endlich ihren Seelenverwandten gefunden zu haben. Drei glückliche Jahre verbringen die beiden auf der Forschungsstation und Dian glaubt, es ist für immer. Aber genauso wie ihr Vater verlässt er sie und stürzt sie in eine tiefe Depression. Zu viel Alkohol, zu viele Zigaretten und weitere gesundheitliche Probleme machen aus Fossey ein körperliches Wrack.

Nach der Lektüre des Buches kann ich sagen, ich mag Dian Fossey nicht. Ihr Leben ist von klein auf geprägt von Verlusten und Kränkungen. das hat mich durchaus berührt. Ich habe auch verstanden, dass sie deshalb von diesen sanften Riesen geradezu besessen ist, da die Gorillas sie nie enttäuscht haben. Aber ich empfinde sie als wenig empathisch gegenüber Menschen. Sie bemüht sich nicht, die Situation und Gefühle anderer zu verstehen. Man achtet sie. Man fürchtet sie, aber man liebt sie nicht. Für mich hat sie dadurch ihre Einsamkeit - und einsam war sie - zu großen Teilen selbst verschuldet.

Was ich auf jeden Fall empfinde , ist Achtung und Bewunderung für ihre Liebe und aufopferungsvolle Hingabe zu den Gorillas. Ohne sie wären diese vermutlich bereits ausgestorben .

Der Roman ist auf jeden Fall lesenswert. Ich finde es wichtig, eine Frau, die meine Hochachtung für ihr Lebenswerk verdient, nicht romantisch zu verklären, sondern sie auch mit ihren Schwächen zu zeigen. Das schmälert nicht ihre Verdienste

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_LeseZeit_ _LeseZeit_

Veröffentlicht am 17.09.2022

Ein Leben für die sanften Riesen

Virungaberge, Ruanda, 1983 – Nach wenigen Jahren in den Vereinigten Staaten kehrt Gorillaforscherin Dian Fossey nach Afrika zurück. Körperlich ist sie in keiner guten Verfassung. Doch nichts kann sie davon ... …mehr

Virungaberge, Ruanda, 1983 – Nach wenigen Jahren in den Vereinigten Staaten kehrt Gorillaforscherin Dian Fossey nach Afrika zurück. Körperlich ist sie in keiner guten Verfassung. Doch nichts kann sie davon abhalten den langen Fußmarsch zu ihrer Forschungsstation Karisoke auf sich zu nehmen und endlich wieder bei den Gorillas zu sein – ihren Gorillas; ihrer Familie!
Doch als sie offenkundig verflucht wird, kommt ihr Glück einmal mehr ins Wanken. Seit Beginn ihrer Forschungsarbeit hat sie sich Feinde gemacht. Aber wie weit werden diese gehen? Sie hat doch immer nur das für ihre geliebten Gorillas gewollt! Wird ihr ihr bedingungsloser Einsatz nun zum Verhängnis?

Wir tauchen ein in das bewegte Leben der Dian Fossey, einer Frau mit vielen Gesichtern.
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*Meine Eindrücke*

„Dian Fossey“ ist nach „Madame Curie“ Susanna Leonards zweite Romanbiografie einer starken Frau, die unsere Welt nachhaltig geprägt hat.

Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vor diesem Roman noch nichts von Dian Fossey wusste – und dass, obwohl ich selbst Naturwissenschaftlerin bin! Ihre Arbeit mit den Gorillas in den Virungas schenkte der Welt ungeahnt intensive Einblicke in das Leben der Gorillas und ihr gelang das, was zuvor niemandem gelungen war: der direkte Kontakt mit Gorillas.
Dieser Roman beschäftigt sich sowohl mit Dian Fossey als Forscherin, als auch ihrem Leben vor den Gorillas.

Besonders begeistert haben mich der sehr angenehm lesbare Schreibstil, der mich geradezu durch die Seiten fliegen lies und die spannende Erzählstruktur, die diesem biografischen Roman das gewisse Etwas verleiht.
Denn Dians Lebensgeschichte wird in drei Zeitebenen erzählt: sie beginnt, wie oben angerissen, in „der Gegenwart“ – den 80er Jahren, wird jedoch immer wieder von Erzählungen der kleinen Dian im Kindesalter und der jungen erwachsenen Dian mit Anfang dreißig durchbrochen, die in sich chronologisch verfolgt werden, sich allerdings sehr stark abwechseln.
So werden in vielen kleinen Einzelteilen interessante Aspekte aus ihrem Leben angerissen, die ähnlich einem Puzzle erst am Ende ein vollständiges Bild ergeben. Dabei ist die Reihenfolge der Sprünge so geschickt gewählt, dass sich die Kapitel inhaltlich aber trotz der Zeitsprünge perfekt ergänzen!

Als roter Faden des Romans dient ein Stapel Fotos, den Dian im ersten Kapitel in den Händen hält: diese zeigen Männer, die ihr Leben – privat oder beruflich – stark geprägt haben. Eine sehr originelle Idee, die mich durch ihren wiederkehrenden Charakter und die schrittweise Einführung der verschiedenen Personen angenehm durch die Geschichte geführt hat.
Neben besagten Männern lernen wir die bewegenden Ereignisse in Dians Leben, den Ursprung ihrer Afrikasehnsucht, ihren Weg zur Forschungsarbeit und ihren facettenreichen Charakter kennen.

Besonders rührend waren für mich die Kapitel der kleinen Dian, die bereits eine ausgesprochene Liebe zu Tieren empfand und über einen ausgeprägten Helferinstinkt verfügte. Doch schon als Kind musste sie einige schlimme Erfahrungen machen, die sie für das gesamte Leben geprägt haben.
Die junge Erwachsene Dian lernte ich als eine selbstbewusste Frau kennen, die genau wusste was sie wollte und nicht ruhte bis sie ihre Ziele erreicht hatte. Die jedoch nicht nur von einer Sehnsucht nach Afrika, sondern auch von einer Sehnsucht nach Liebe und Anerkennung geprägt war; fehlte ihr doch sehr sehr lange eine richtige Familie!
Bewundert habe ich Dians Mut, quasi allein und ohne praktische Vorkenntnisse in die Wildnis zu gehen, um ihre Forschungsarbeit zu beginnen, dabei ihr bisheriges Leben aufzugeben und es voll und ganz den „sanften Riesen“ zu widmen.
Schockierend fand ich die Ereignisse, die Dian im Kongo erleben musste und sie stark traumatisiert haben. So erlebte ich die erwachsene Dian ausgestattet mit einer starken Portion Verbitterung und Wut. Sobald sie bei ihren Gorillas und übrigen tierischen Freunden war, war sie jedoch wie ausgewechselt: voller Liebe und Hingabe.

Kurzum: Dian Fossey war eine Frau mit vielen Gesichtern, die viel erlebt, viel bewirkt und viel aufgegeben hat, die teils skrupellos das Wohl ihrer Gorillas verteidigt hat und deren Hingabe zweifellos ausschlaggebend dafür war, dass die Erkenntnisse zum Familienverhalten und die unglaublichen Fotos, die ihre Rolle als Familienmitglied in den Gorilla Horden zeigt, uns heute zur Verfügung stehen.

Abschließend möchte ich noch einen letzten Punkt hervorheben, der dieses Buch so unglaublich lesenswert für mich gemacht hat: die Beschreibung der Natur und der Begegnungen mit den Gorillas, die mir das Gefühl gegeben haben mitten im Regenwald zu sitzen und als Studentin von Dian Fossey ihre Arbeit mit den Gorillas zu beobachten!
Susanna Leonard ist es ohne Zweifel gelungen Dians Liebe und Hingabe für die Natur und die Tiere zu Papier zu bringen und ihre Lebensgeschichte so unglaublich packend zu erzählen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.

Dieses Buch lässt mich sehr dankbar für meine wunderbare Familie zurück, die mich stets unterstützt und für mich da ist. Wie sehr hätte ich Dian so eine Familie gewünscht!
Zudem hat mich das Buch daran erinnert, dass man viel öfter versuchen sollte sein Gegenüber zu verstehen, anstatt seine eigene, vielleicht voreilig gefasste, Meinung zu vertreten. Wie viel mehr hätte Dian Fossey durch ein bisschen mehr Offenheit und Diplomatie erreichen können?
_________

*Mein Fazit*
Dieser Roman war und ist für mich etwas ganz Besonderes: er hat mich fast zu Tränen gerührt und mir eine Gänsehaut beschert. Gefühle, die ich bei einem biografischen Roman nicht erwartet hätte!

Dian Fossey ist eine unglaublich spannende, vielseitige, aber auch schwierige Persönlichkeit, deren Geschichte ich sehr gerne gelesen habe und gerne allen weiterempfehlen möchte, die interessiert sind an einigen Stunden Gefühlsachterbahn und Abtauchen in die Natur. :-)

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Susanna Leonard

Susanna Leonard wuchs in Karlsruhe und in Paris auf. Ihre Bewunderung für mutige Frauen brachte sie auf die Idee, biographische Romane über Frauen zu schreiben, die unsere Welt nachhaltig verändert haben. Nach Marie Curie beschäftigt sich Susanna Leonard in ihrem zweitem Roman mit dem bewegenden Leben der Gorillaforscherin Dian Fossey.

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Sprecherin

Chris Nonnast

Chris Nonnast - Sprecher
© Gerardo Milsztein

Chris Nonnast wurde 1965 in Ingolstadt geboren. Sie absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart. Seit 1988 arbeitet sie durchgängig als Schauspielerin an verschiedenen deutschsprachigen Theatern, zuletzt am Schauspiel Bochum, am Stadttheater Ingolstadt und am Theater Krefeld Mönchengladbach.Seit 2009 lebt sie als freischaffende Schauspielerin in Köln. Dort ist sie neben der Schauspielerei erfolgreich als Sprecherin beim SWR Stuttgart, …

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