Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau
 - Marie-Renée Lavoie - Hörbuch

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13,99

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (Download)
Sonstige Belletristik
331 Minuten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8387-9560-7
Ersterscheinung: 28.08.2020

Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau

Ungekürzt
Gelesen von Britta Steffenhagen

(24)

Die 48-jährige Diane wird von ihrem Mann verlassen. Sie sei ihm zu langweilig geworden. Und er habe übrigens eine neue, natürlich ein paar Jahre jüngere, Freundin ...

Diane macht sich auf die Suche nach ihrem Selbstvertrauen und erlebt Zusammenbrüche in Umkleidekabinen, kleine Rachen an der Geliebten sowie der ewig vorwurfsvollen (Ex-)Schwiegermutter, Weißweinpartys am frühen Nachmittag und Zerstörungsorgien im ehemals trauten Heim.

Rezensionen aus der Lesejury (24)

KatMa KatMa

Veröffentlicht am 23.09.2020

konnte mich nicht restlos begeistern

Ich bin auf das Buch von Marie-Renée Lavoie gestoßen, als ich mich über das diesjährige Partnerland Kanada bei der Frankfurter Buchmesse informiert habe. Das freche Cover fand ich sehr ansprechend und ... …mehr

Ich bin auf das Buch von Marie-Renée Lavoie gestoßen, als ich mich über das diesjährige Partnerland Kanada bei der Frankfurter Buchmesse informiert habe. Das freche Cover fand ich sehr ansprechend und da ich selbst schon ein paar Jahre Ehe auf dem Buckel habe, die auch nicht immer nur harmonisch waren, interessieren mich Bücher über Frauen in ähnlichem Alter und Lebensstadium. Als ich das Buch dann hier bei der Leserunde entdeckt und auch noch gewonnen habe, war die Freude groß. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal, dass ich bei der Leserunde dabei sein durfte!

Das Buch startet mit der bissigen Meinung der Hauptprotagonistin Diane über die Ehe und zeichnet im weiteren Verlauf ein kritisches Bild unserer Gesellschaft voller Doppelmoral und egoistischer Männer. So wird die einst gemeinsame Entscheidung für Familie und Haus ab der Trennung zu einer, die die Frau alleine schultern muss. Die Schuld für die misslungene Ehe wird auf die Frau abgewälzt. Dazu kommt, dass der Ehemann, obwohl er seiner Frau gerade eröffnet hat, dass er sich nach 28 gemeinsamen Ehejahren von ihr wegen einer jüngeren Frau trennen wird („Ich bin einfach nicht mehr glücklich mit Dir!“), dennoch ihre gemeinsame Silberhochzeit feiern möchte, um den Schein zu wahren („denn das erwarten alle und sie haben es verdient“). Diane platzt der Kragen und ab jetzt geht sie mit der buchstäblichen Axt zu Werke. Sie lässt nichts aus – Verleugnung, Zusammenbrüche, Kurzschlussreaktionen, Rachepläne, Zerstörungsorgien bis hin zur Suche eines neuen Ichs und Neuanfang.

„Schreiend komisch“ wie vom Verlag beworben, würde ich dieses Buch jetzt nicht betiteln. Ab und zu musste ich schmunzeln aber so laut wie das Cover ist die Handlung nicht. Eigentlich sind die Situationen, in die Diane gerät mehr traurig als komisch.
Mir blieb Diane relativ fremd. Ihre Aktionen konnte ich meist nicht nachvollziehen und fand sie übertrieben. Der Schreibstil ist flüssig und das Buch ist in kurze Kapitel geteilt, die sich schnell weglesen lassen. Jedoch ist die Geschichte nicht fesselnd oder mitreißend. Man folgt Diane von einer Episode zur nächsten, erlebt mit ihr Alltagsbanalitäten und viele Fremd-Schäm-Aktionen. Ein bisschen hat mich auch gestört, dass Diane (natürlich) aus sehr gut betuchten Verhältnissen kommt und sich um Geld keine Gedanken zu machen braucht. Sie kann einfach aus dem Vollen schöpfen, Dinge zerstören und neu ersetzen. Das geht nicht Jedem so und macht sie für mich noch ein bisschen unsymphatischer.

Dennoch schafft Marie-Renée Lavoie ein Zusammengehörigkeitsgefühl und ruft uns Frauen einen Appell zu „Bleibt, wie ihr seid, egal ob langweilig oder nicht und lebt euer Leben.“ Wer entscheidet schon, was langweilig ist und was nicht?

Schönstes Zitat: „Niemand besteigt ein Boot mit dem Gedanken, dass es untergehen wird. Aber Boote gehen nun mal unter. …Die Liebe ist genau wie das Meer das Risiko wert, auf das wir uns einlassen.“

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kassandra10 kassandra10

Veröffentlicht am 19.09.2020

Das Ende einer Ehe

Diane ist am Ende. Mit gerade einmal 48 Jahren frisch von ihrem Ehemann verlassen. Als Grund für die Trennung führt er Langeweile an. Doch Diane ist mit ihrer Trennung noch nicht fertig.

Als erstes beschließt ... …mehr

Diane ist am Ende. Mit gerade einmal 48 Jahren frisch von ihrem Ehemann verlassen. Als Grund für die Trennung führt er Langeweile an. Doch Diane ist mit ihrer Trennung noch nicht fertig.

Als erstes beschließt sie, sich an den gemeinsamen Möbeln in ihrem schönen Haus mit einem Vorschlaghammer auszulassen.

Gemeinsam mit ihrer Tochter Charlotte beschließt sie, ihr verlorenes Selbstwertgefühl wiederzufinden. Dies scheitert jedoch kläglich an einer übertriebenen Einstellung zum Joggen und zu viel abendlichem Weißwein mit der besten Freundin.

Als sich herausstellt, dass die Neue natürlich ein paar Jahre weniger vorzuweisen hat, beauftragt Diane einen Privatdetektiv.

Im Job versucht sie es mit unsinnigen Flirtversuchen mit einem Kollegen dessen katastrophales Ende das Beziehungsdrama in ein ganz neues Licht rückt.

Als Leser zweifelt man an Diane. Wie kann man sich in so vielen Ehejahren gänzlich selbst aufgeben? Man hinterfragt die eigene Beziehung und ist dankbar, keine Ähnlichkeiten festzustellen.

Ein altbekanntes Drama wird hier von Marie-Renée Lavoie in unser Zeitalter projiziert. Ist eine Frau, die drei Kinder geboren hat und dazu auch noch gearbeitet hat denn nichts wert?

Mit viel schwarzem Humor und einem Hauch Nostalgie überlebt man mit Diane diese schreckliche Zeit und hofft auf ein gutes Ende.

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Zauberberggast Zauberberggast

Veröffentlicht am 11.09.2020

Trennungstagebuch einer “Jederfrau”

Überspitzt formuliert: Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass Frauen, die zwischen ihrem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr von ihrem Mann verlassen werden - bevorzugt für eine Jüngere - sowohl ... …mehr

Überspitzt formuliert: Es ist eine unbestreitbare Tatsache, dass Frauen, die zwischen ihrem vierzigsten und fünfzigsten Lebensjahr von ihrem Mann verlassen werden - bevorzugt für eine Jüngere - sowohl im Leben als auch in der Literatur tragische Figuren sind. Jugendliches Aussehen und Fruchtbarkeit haben sich weitestgehend verabschiedet und sie haben die vermeintlich “besten Jahre” dem Mann geschenkt, der sie nun sitzen lässt. Niemand möchte so ein “banales” Schicksal erleiden und darüber zu lesen, ist auch irgendwie unangenehm.

Die Ich-Erzählerin Diane Delaunais aus “Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau” hat genau so ein Schicksal ereilt, denn ihr Mann Jacques hat sie nach 28 gemeinsamen Jahren, kurz vor der Silberhochzeit, für ein 30-jähriges Model verlassen. Sie sei “langweilig” geworden und er habe sich eben neu verliebt. Die 48-jährige berufstätige Mutter von drei erwachsenen Kindern ist wie vor den Kopf gestoßen. Sie erlebt alle Phasen der “Trennungstrauer” von Nicht-Wahrhaben-Wollen über unkontrollierte Emotion, Vergangenheitsverklärung bis hin zur Suche und Findung eines neuen Ichs und dem Abwerfen des alten Ballasts.

Die Geschichte spielt in einem suburbanen Setting, aber nicht etwa, wie man auf den ersten Blick aufgrund der frankophonen Namen meinen könnte, in Frankreich, sondern im französischsprachigen Teil von Kanada. Die Autorin Marie-Renée Lavoie
stammt aus Quebec. Es gibt aber für mich kaum spezifisches Lokalkolorit und landestypische Eigenheiten, also könnte die Handlung in jeder französischsprachigen Vorstadt der westlichen Welt spielen, in der es lautstarke Laubbläser und gärtnernde Nachbarn gibt. Diane Valois ist eine "Jedefrau", denn überall auf der Welt werden Frauen in ihrem Alter von ihren Männern verlassen und müssen den Neuanfang als Single im fortgeschrittenen Alter wagen.

Es wird sehr episodisch erzählt, die Kapitel sind dabei relativ kurz und haben schon durch die Kapitelüberschriften einen anekdotischen Charakter. Es ist kein akkurates Tag-für-Tag-Tagebuch, sondern enthält szenisch erzählt Begebenheiten aus dem Leben der Hauptfigur, die sich im Rahmen der Trennung von ihrem Mann ereignet haben.

Das Buch spielt mit dem Attribut “langweilig” auf augenzwinkernde Weise. Das Cover konterkariert schon mal den Titel, denn es ist mit dem offen schreienden Mund alles andere als “langweilig”. Leider hört es da aber auch schon auf, denn die Hauptfigur Diane bezeichnet sich auch selbst als langweilig und meint, sie habe ein durchschnittliches Leben gelebt. Ab und zu musste ich schmunzeln, aber laut und extrovertiert wie das Cover ist die Handlung auf keinen Fall. Diane gerät in ein paar “tragikomische” Situation, die eigentlich mehr traurig als komisch sind. Manchmal war ich sogar eher berührt von dem, was ich gelesen habe, als dass ich. Das Kapitel mit den Nachbarn zum Beispiel hat mich ergriffen. Die Szene mit dem “Hutzelmännchen” auf dem Land war dann eher eine weniger gelungene Wiederholung dieser Begegnung.

Das Gelesene war keinesfalls schlecht, allerdings weckt dieser Roman durch Marketing und Cover falsche Erwartungen. Es ist für mich am ehesten eine tragikomische Bestandsaufnahme einer verlassenen Ehefrau und nicht etwa das Tagebuch einer Bridget Jones 2.0 in der Menopause. Wer keine Schenkelklopfer und Lachanfälle erwartet, wird nicht enttäuscht werden.


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MAD-Moiselle MAD-Moiselle

Veröffentlicht am 09.09.2020

Furchtbar langweilig

Wie der Titel schon sagt, handelt es sich bei diesem Frauen-Roman um ein furchtbar langweiliges Buch.

Der Schreibstil ist ansatzweise humorvoll, konnte mich aber leider nicht unterhalten. Das Cover und ... …mehr

Wie der Titel schon sagt, handelt es sich bei diesem Frauen-Roman um ein furchtbar langweiliges Buch.

Der Schreibstil ist ansatzweise humorvoll, konnte mich aber leider nicht unterhalten. Das Cover und die Leseprobe waren das Interessanteste an der Geschichte, dann flachte die Handlung ab. Selbst nach reiflicher Überlegung habe ich keine Kernaussage oder Botschaft für mich herausfiltern können. Nicht nur die Protagonistin, auch die Handlung ist tatsächlich furchtbar langweilig. Diane ist nach der Trennung von ihrem Ehemann irgendwie durch den Wind, aber das macht sie nicht unbedingt sympathischer. Die Kapitel sind zusammenhangslose Anekdoten. Einen zweiten Teil werde ich mir nicht antun.

Fazit
Das Buch kann man sich getrost sparen.

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Webervogel Webervogel

Veröffentlicht am 05.09.2020

Nicht mein Humor

Die Kanadierin Marie-Renée Lavoie erzählt im „Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau“ von Diane, die im Alter von 48 Jahren von ihrem Mann verlassen wird, was für sie völlig überraschend kommt. ... …mehr

Die Kanadierin Marie-Renée Lavoie erzählt im „Tagebuch einer furchtbar langweiligen Ehefrau“ von Diane, die im Alter von 48 Jahren von ihrem Mann verlassen wird, was für sie völlig überraschend kommt. Das Leben verlief doch in so klaren, bequemen Bahnen: Die Kinder sind aus dem Haus und die Silberhochzeit steht an – die der untreue Gatte (ja, natürlich steckt eine andere, weitaus jüngere Frau hinter der Trennung) auch gerne noch feiern möchte, „denn das erwarten alle und sie haben es verdient“. Wie rücksichtsvoll! Jacques bittet seine Noch-Ehefrau, über diesen Vorschlag nachzudenken. Diane tut das auch, legt sich dann ein Facebook-Profil an, schickt Freundschaftsanfragen an alle Menschen, die sich auch nur entfernt kennt und verkündet dann nicht nur ihre Trennung, sondern auch den Silberhochzeitsfeier-Vorschlag ihres Mannes.

Schon diese kurze Passage zeigt, dass Diane offensichtlich nicht ganz so berechenbar und selbstlos ist, wie von ihrem Umfeld angenommen. Aber wer ist sie eigentlich – ohne Jacques? Dieser Roman erzählt vom Versuch einer Frau, ihr Leben neu in die Hand zu nehmen. In Tagebuchform wird die Verarbeitung einer Trennung geschildert und alle sie begleitenden Emotionen: Verzweiflung, Trauer, Trotz, kleine Rachen und Absurditäten inklusive.

Das hätte anrührend und lustig sein können, war es aber leider nicht im erwarteten Maße. Mein Problem: Diane blieb mir irgendwie fremd. Ihre Aktionen fand ich meist leicht übertrieben, nicht wirklich nachvollziehbar und ein gewisses Fremdschäm-Potential hatten sie auch. Außerdem kokettierte sie mir deutlich zu oft damit, dass sie ja ach so langweilig sei. Der Humor dieses Romans war leider einfach nicht meiner.

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Autorin

Marie-Renée Lavoie

Marie-Renée Lavoie - Autor
© Hélène Bouffard

Marie-Renée Lavoie, 1974 in Limoilou/Québec geboren, unterrichtet Literatur am Collège de Maisonneuve in Montréal. Tagebuch einer langweiligen Ehefrau war sowohl in Québec als auch im englischsprachigen Kanada ein großer Erfolg. Die Fortsetzung erschien Anfang 2020.

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Sprecher

Britta Steffenhagen

Britta Steffenhagen ist ein Multitalent, sie arbeitet als Redakteurin, Moderatorin, Schauspielerin und als Synchron- und Hörbuchsprecherin. Ihre temperamentvolle Stimme hat einen hohen Wiedererkennungswert. Größere Bekanntheit erlangte sie durch Synchronrollen in Filmen und Fernsehserien seit 2004, darunter „Torchwood“, „Life“ und „Stargate Universe“. Im Rundfunk ist sie u. a. in „Radio Eins“ als Moderatorin zu hören. Sie las bereits zahlreiche Hörbücher ein, darunter …

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