The Doll Factory
 - Elizabeth Macneal - Hörbuch

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19,99

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (Download)
Sonstige Belletristik
649 Minuten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-8387-9453-2
Ersterscheinung: 27.03.2020

The Doll Factory

Ungekürzt
Gelesen von Milena Karas
Übersetzt von Eva Bonné

(43)

London, 1850. Iris schuftet unter harten Bedingungen in einer Puppenmanufaktur, doch heimlich malt sie Bilder und träumt von einem Dasein als Künstlerin. Als sie für den Maler Louis Frost Modell stehen soll und von ihm unterrichtet wird, eröffnet sich ihr eine völlig neue Welt: Künstlerische Meisterschaft, persönliche Entfaltung und die Liebe zu Louis stellen ihr Leben auf den Kopf. Sie ahnt jedoch nicht, dass sie einen heimlichen Verehrer hat. Einen Verehrer, der seinen ganz eigenen, dunklen Plan verfolgt.

Rezensionen aus der Lesejury (43)

faanie faanie

Veröffentlicht am 15.05.2020

Historischer Roman, der fast schon Thrillerelemente aufweist. Gewöhnungsbedürftiger Schreibstil, aber mit der Zeit dann ziemlich spannend.

Was ist eigentlich das Gegenteil zu einem Happy End? Ein trauriges Ende? Ein offenes? Diese Frage habe ich mir während des Lesens von ‚The Doll Factory‘ von Elizabeth Macneal gestellt, denn die Vorstellung ... …mehr

Was ist eigentlich das Gegenteil zu einem Happy End? Ein trauriges Ende? Ein offenes? Diese Frage habe ich mir während des Lesens von ‚The Doll Factory‘ von Elizabeth Macneal gestellt, denn die Vorstellung eines unglücklichen Endes hätte mich nicht überrascht. Und das war tatsächlich das erste Mal, dass ich mir ein unglückliches Ende vorstellen konnte. Nicht, weil ich es den Charakteren gewünscht hätte. Sondern einfach weil es selten Geschichten gibt, die ein anderes Ende als ein glückliches verkraften. Ob es tatsächlich unglücklich war oder nicht, solltet ihr aber am besten selbst herausfinden! Denn auch wenn der Schreibstil wirklich sehr gewöhnungsbedürftig ist, hat mich die Geschichte mit der Zeit völlig eingenommen. Schon allein deswegen, weil der im Klappentext erwähnte Verehrer mit dem dunklen Plan eine fast schon thrillerartige Atmosphäre schafft.

Der Schreibstil Macneals ist sehr flüssig zu lesen, wenn auch unglaublich detailliert. Manchmal zu detailliert. So meine ich nach wenigen Seiten zu wissen, wie man ein Tier präpariert. Nicht unbedingt Kenntnisse, die ich hätte haben müssen, aber sei’s drum. Doch die ausschweifenden Beschreibungen bringen mir das London von 1850 nahe und zeigen es sehr nüchtern: Seinen Dreck, seinen Gestank, seine Gestalten, aber auch schöne Dinge wie den Kristallpalast, welcher zur Weltausstellung 1851 gebaut wird und in den 1930ern einem Feuer zum Opfer fällt. Oder den feinen Pinselstrich auf dickem, kaltgepresstem Papier, präzise gesetzt, die Form eines Kinns darstellend.
Die Geschichte selbst wird im Präsens erzählt. Das fällt sofort auf, man ist als Leser eher das meist verwendete Präteritum gewöhnt. Aber hat man sich erst an die vielen, vielen Details, mit denen man konfrontiert wird, gewöhnt, kann man sie richtig genießen und aufsaugen.

Es geht so farbenfroh zu wie in einem erstklassigen Bordell, überall leuchten Nester aus gefärbten Federn, obszön geschwollene Hüte, spitze Sonnenschirmchen und Bollwerke aus steifen Krinolinen. Zwischen Ulmen, Skulpturen und fleischigen Topfpflanzen hängen unzählige Kristallleuchter. Der Anblick ist ein rotierendes Kaleidoskop, unmöglich anzuhalten oder zu begreifen.

‚The Doll Factory‘ erzählt von Iris, einer jungen Frau, die ihrer Anstellung in Mrs. Salters Puppenmanufaktur überdrüssig ist. Sie möchte malen, frei sein. Doch sie fühlt sich ihrer Schwester Rose verpflichtet, die durch Pockennarben und einem milchigen Auge entstellt ist und wohl nie einen Ehemann finden wird. Und ihren Eltern, die auf Moral und Anstand pochen. Iris selbst nimmt sich wegen eines verformten Schlüsselbeins nicht als attraktiv oder gar begehrenswert wahr, hat Angst vor der Welt und möchte bloß nicht auffallen. Bis der Maler Louis Frost an ihre Tür klopft und sie überredet, für ihn Modell zu stehen. Er wird sie nicht nur im Malen unterrichten, sondern verspricht auch eine Freiheit, von der Iris bisher nur träumen konnte. Schnell findet sie Anschluss in Frosts Künstlergruppe PRB, der Präraffaelitischen Bruderschaft, fühlt sich wohl in dieser Bohème mit ihrem Geld und ihrer Verschwendungssucht. Es ist eine wahre Freude Iris‘ Entwicklung nachzuverfolgen, ihren Weg in die Unabhängigkeit, weg von ihrer Familie, die sie nur eingeengt hat.
Iris und Louis Frost sind zwar fiktive Figuren, doch hat es die Künstlergruppe PRB wirklich gegeben. Elizabeth Macneal war vor allem fasziniert von Lizzie Siddal, der Lieblingsmuse der Präraffaeliten. Als Vorbild für Iris wurde auch Lizzie in diese schillernde und exzentrische Welt der Künstler geworfen, lernte das Malen und verliebte sich in Dante Gabriel Rossetti. Und fand ihr Ende durch eine Überdosis Laudanum.

Die Flocken fallen stetig und verwischen Schuhabdrücke und Reifenspuren wie ein effizienter Pinsel. Vom Dachfenster aus betrachtet ist die ganze Welt zu einer Miniatur geschrumpft. Die Pferde trippeln durch den Schnee wie pummelige, mit Puderzucker bestäubte Mäuse, die Straßenhändler flitzen umher wie blechernes Aufziehspielzeug. Ein Mann hackt Feuerholz, seine Axt kaum größer als ein Zahnstocher.

Doch diese neue Freiheit Iris‘ birgt eine Gefahr. Denn nicht nur Frost hat ein Auge auf sie geworfen, sondern auch der skurille Silas, ein Einzelgänger und Tierpräparator in seinem Kuriositätenladen. Ein heimlicher Verehrer, der sich durch seine Obsession und Wahnvorstellungen eine eigene Welt spinnt, in der Iris seine Königin ist. Er sorgt mit seinen Gedanken und Handlungen für eine unterschwellige Bedrohung, für eine Spannung, die mit der Zeit immer greifbarer wird. Es fühlt sich fast an wie ein Thriller, bei dem man auf den großen Showdown wartet..

Und so befindet man sich mitten im viktorianischen London, schaut Malern über die Schulter, beobachtet Huren mit ihren Freiern, verfolgt den Bau des Kristallpalasts zur Weltausstellung 1851 und auch wenn manche Textpassagen zu detailliert beschrieben werden und sich Ekel breitmacht, denke ich mir doch oft, was für eine authentische Atmosphäre Macneal mit ihren Worten schafft. Und wie sie den Weg einer Frau skizziert, die in einer Zeit lebt, in der Frauen den Männern nicht gleichgestellt sind. Die für ihre Träume kämpfen muss, gegen gesellschaftliche Zwänge und Vorurteile. Für ihre Freiheit. 4 Sterne.

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MeisterYoda MeisterYoda

Veröffentlicht am 01.05.2020

Highlight


Das Cover hat mich sofort angesprochen, und obwohl historisches sonst nicht so meine Sparte ist, wollte ich der Story eine Chance geben. Tatsächlich mauserte sich die Story zu meinem bisherigen Jahreshighlight ... …mehr


Das Cover hat mich sofort angesprochen, und obwohl historisches sonst nicht so meine Sparte ist, wollte ich der Story eine Chance geben. Tatsächlich mauserte sich die Story zu meinem bisherigen Jahreshighlight und ich gehe nicht davon aus, dass sich das noch ändern wird. Das liegt unter anderem an dem Schreibstil von Elizabeth Macneal und ein großes Lob geht an die Übersetzerin Eva Bonné. Sie hat es geschafft, die Detailverliebtheit und die blumige Sprache einzufangen und der Geschichte den Spirit einzuhauchen, die sie so einzigartig macht.

Die Sprache ist trotz ihrer Einfachheit intensiv und emotional aufgeladen, was noch mehr dazu beiträgt, dass man sich direkt in die dreckigen Straßen Londons hineinversetzt fühlt. Gelebt wird die Handlung von skurrilen Charakteren in der Atmosphäre der viktorianischen Zeit. Iris, eine Frau mit scheinbar unerreichbaren Träumen und einer körperlichen Deformation, die schließlich doch dazu führt, dass sie ihnen ein Stück näher kommt. Ihre Zwillingsschwester Rose, die nur das beste für ihre Schwester will. Albie, zahnloser Held dieser Geschichte. Und Silas, ein Kuriositätensammler, bei dem die Grenzen zwischen Fantasie und Realität verschwimmen.

Ich kann dieses Buch wärmstens empfehlen. Lasst euch entführen, wandelt zwischen den ungewaschenen Menschen und lasst euch von den Kutschen mit Schlamm vollspritzen.

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SalMar SalMar

Veröffentlicht am 01.05.2020

Spannung bis zum Schluss

Das junge Mädchen Iris führt ein recht tristes Dasein und arbeitet, zusammen mit ihrer Schwester, in einer Puppenmanufaktur. Als sie die Chance erhält, daraus auszubrechen, eröffnet sich ihr im London ... …mehr

Das junge Mädchen Iris führt ein recht tristes Dasein und arbeitet, zusammen mit ihrer Schwester, in einer Puppenmanufaktur. Als sie die Chance erhält, daraus auszubrechen, eröffnet sich ihr im London Mitte des 19. Jahrhunderts eine völlig neue Welt – aber auch eine ungeahnte Gefahr.
Der Autorin gelingt es wunderbar, das London dieser Zeit so zu zeichnen, dass man als Leser sofort darin eintauchen kann. Das liegt unter anderem daran, dass die verschiedenen Charaktere sehr anschaulich und lebendig dargestellt werden. Die Geschichte wird aus zahlreichen Perspektiven erzählt, lässt sich trotz der vielen Perspektivwechsel aber sehr flüssig lesen. Gefallen hat mir dabei insbesondere, dass die einzelnen Figuren nicht schwarz/weiß dargestellt werden, sondern von unterschiedlichen Seiten beleuchtet werden und auch tatsächliche Entwicklungen durchmachen, die nicht immer vorherzusehen sind.
Aber auch das Leben in puncto Gesellschaft, sozialer Gepflogenheiten und insbesondere auch die Welt der Kunst damals wird einem nahe gebracht, was ich sehr interessant und zu keinem Zeitpunkt langweilig fand. Eine kleine Liebesgeschichte gibt es außerdem, was ich allerdings eher als Nebensache empfunden habe.
Besonders gelungen fand ich die Spannung im Buch. Vor allem im letzten Drittel der Geschichte war es kaum auszuhalten und ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, wie das alles enden wird. Das Ende war wirklich toll geschrieben – vielleicht etwas ungewohnt, aber es hat mir in jedem Fall gut gefallen.

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Buecherseele79 Buecherseele79

Veröffentlicht am 25.04.2020

Düster aber sehr fesselnd

London 1850. Die Zwillingsschwestern Rose und Iris arbeiten bei der strengen Mrs. Salters im Haus der Puppen. Jeden Tag stellen sie verschiedene Puppen her und sind ihrer Arbeit müde. Doch Iris hat andere ... …mehr

London 1850. Die Zwillingsschwestern Rose und Iris arbeiten bei der strengen Mrs. Salters im Haus der Puppen. Jeden Tag stellen sie verschiedene Puppen her und sind ihrer Arbeit müde. Doch Iris hat andere Pläne – sie möchte unbedingt malen, was erleben, was erreichen. Ihre Schwester Rose hingegen möchte lieber bei Mrs. Salters bleiben. Doch Iris erhält durch den jungen Künstler Louis ihre Chance die sie nutzt, sehr zum Missverständnis ihrer Eltern und Rose… und ihrem heimlichen Verehrer der sie unbedingt besitzen möchte…
Was mich in diesem Buch erwartet war mir nicht ganz klar, aber jetzt muss ich sagen dass mich diese Geschichte absolut gepackt hat, ein gekonntes Highlight im Lesejahr 2020.
Natürlich fällt das Cover sofort ins Auge, es ist nobel, sehr schön anzusehen und zu berühren, spielt hier auch, für mich, gekonnt auf die Geschichte an.
Der Schreibstil ist zu Beginn etwas ruhig, man findet sich in London 1850 ein und ist erstmal an der Seite von den Zwillingsschwestern Rose und Iris. Nach gut 100 Seiten zieht die Geschichte aber an und ab da war es fast unmöglich das Buch auf die Seite zu legen!
Eine sehr bildhafte Beschreibung lässt uns durch das London von 1850 streifen. Wir riechen Schmutz, Dreck, die versifften Gossen, die ungewaschenen Leute. Wir sehen den Reichtum hier und da hervor blitzen, wir sind mit armen Kindern auf der Straße um wenigstens etwas Geld zu verdienen, man hat beim Lesen immer das Gefühl man hat selbst den ganzen Schmutz am Körper. Hier ein großes Lob.
Rose und Iris, Zwillinge und doch in ihrem Wesen so unterschiedlich. Rose, die früher begehrt und die Schönere von beiden war, ist nach einer Krankheit eher „entstellt“ und hat sich komplett zurückgezogen. Iris hingegen möchte leben und malen, ist immer im Zwist mit ihren Gefühlen zu ihrer Schwester Rose. Diese Zerrissenheit bringt die Autorin sehr gekonnt an den Leser heran.
Aber auch der Junge Albie erhält seinen Platz, der kämpft mit allen Mitteln gegen die Armut, dass er mit seiner Schwester ein besseres Leben aufbauen kann und beim Lesen merkt man doch sehr schnell wie tief unten beide angekommen sind. Dies ging mir beim Lesen oft sehr ans Herz und ich bewunderte Albie für seinen Mut und seinen Optimismus. Beide Kinder stellen hier die Armut und das harte Leben in London vor.
Mit dem Silas, der nach Kundenwunsch, Präparate anfertigt, kommt ein düsterer und oft sehr verabscheuender Protagonist ins Spiel. Bei ihm hatte ich des öfteren Gänsehaut und auch sein Beruf macht ihn nicht unbedingt sympathischer. Er ist verbissen, in seinen Launen sehr schwierig und man weiss nicht was man von ihm halten soll.
Louis als Künstler möchte mit seiner neuen Gilde „Die Fabrik. PRB“ im Kunstbereich neue Wege gehen, die nicht immer leicht sind. Er ist eher der Lebemann in diesem Buch, unbekümmert, aber beherzt und von seinem Tun überzeugt, hat aber ebenso das ein oder andere Geheimnis welches auch mit Iris in Berührung kommen wird.
Das Buch war nicht immer leicht zu lesen denn die Autorin packt, wie schon gesagt, die Umstände von 1850 mit den Protagonisten in eine sehr spannende, aufregend neue Zeit, die aber auch düster, verkümmert und dreckig ist. Mit Silas werden viele ihre Probleme haben, für mich passt er trotzdem oder gerade deswegen sehr gut ins Bild.
Ein Buch welches aufzeigt wie schwer es damals Frauen fiel einen eigenen Weg gehen zu dürfen, schon gar nicht unverheiratet und kinderlos. Dass es Mut braucht um für seine Träume einzustehen und man hier und da auch gewissen Leuten und Dingen entsagen muss.
Mich konnte The Doll Factory absolut in seinen Bann ziehen und ich spreche daher eine Leseempfehlung auf jeden Fall aus!

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BuchstabenZauber BuchstabenZauber

Veröffentlicht am 25.04.2020

Ein Roman, der mich sowohl mit seiner Handlung, als auch Entwicklung überrascht & begeistert hat.

Ist dieses Cover nicht traumhaft?
So schlicht & aussagekräftig zugleich. ♥
Und als ich dann noch im Klappentext "London, 1850" gelesen habe, war mein Interesse mehr als geweckt. :)
Denn ich habe nicht ... …mehr

Ist dieses Cover nicht traumhaft?
So schlicht & aussagekräftig zugleich. ♥
Und als ich dann noch im Klappentext "London, 1850" gelesen habe, war mein Interesse mehr als geweckt. :)
Denn ich habe nicht nur ein Faible für historische Romane, sondern auch für mein Herzensland Großbritannien.

Mit ihrem Roman "The Doll Factory", zu deutsch "Die Puppenfabrik", ist der Autorin Elizabeth McNeal ein tolles Erstlingswerk gelungen, welches nicht nur historisch fundiert herüberkommt, sondern mit leichten Thrillerelementen eine wahnsinnig spannende Atmosphäre erschafft.

Die Geschichte wird aus hauptsächlich 4 Perspektiven erzählt: Iris, die mit ihrer Zwillingsschwester in der Puppenmanufaktur arbeitet; Silas, der Kuriositätenhändler; Louis, der Maler und Albie, der Straßenjunge.
Sie alle spiegeln die Vielfalt Londons wider und geben einen Einblick in die Epoche des viktorianischen Zeitalters.
Und in Träume und Wünsche, die durch Standesdünkel unerreichbar erscheinen, denn...

... Iris möchte unbedingt Malerin werden.
Louis träumt von einer Karriere als anerkannter & berühmter Maler.
Albie möchte für sich und seine Schwester ein besseres Leben, weg von der Straße.
Und Silas ist auf der Suche nach dem Objekt, welches ihm Ruhm & Ehre für seine Kuriositätensammlung einbringt.

Anfangs sind die Protagonisten nur lose miteinander verwoben, erscheinen wahllos herausgepickt aus der Masse.
Bis das Schicksal seinen Lauf nimmt und sie zusammenführt und das leider nicht immer auf gute Weise...
Man hat dabei immer mehr das Gefühl den handelnden Personen einen Schritt voraus zu sein, was bei mir zu einem extrem prickelnden Spannungsgefühl geführt hat.
(Anmerkung: ich lese allerdings auch keine Thriller- oder Horrorbücher ;) )
Man hat regelrecht das Gefühl diese Menschen ein Stück ihres Lebensweges begleiten zu dürfen & dabei kommt so manches abstruse Geheimnis ans Licht. So manche Sicht der Dinge muss während des Lesens refidiert und von manchen Figuren sogar Abschied genommen werden...

Die Autorin hat einen sehr bildlichen Schreibstil und wenn ich die Augen schloss, konnte ich mir die engen & dreckigen Gassen, das dunkle Nähzimmer, das gigantische Glaskuppeldach der Weltausstellung, die Kleidung und das Flanieren der reichen Bürger und vieles, vieles mehr perfekt vorstellen.
(Gut, vielleicht lag dies aber auch zum Teil daran, dass ich erst vor Kurzem die Fernsehserie "Victoria" gesehen habe. ;) Übrigens mehr als empfehlenswert.)

Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt & hoffe in Zukunft noch mehr von Elizabeth McNeal lesen zu können.

*Fazit*
Ein atmosphärischer Roman angesiedelt im viktorianischem Zeitalter, der mich sowohl mit seiner Handlung, als auch seiner Entwicklung überraschen & begeistern konnte.
Spannend & prickelnd zugleich!

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Autorin

Elizabeth Macneal

Elizabeth Macneal stammt aus Schottland und lebt in London. Sie ist Autorin und Töpferin. Die Puppenfabrik ist ihr erster Roman und sprang direkt in der ersten Erscheinungswoche auf Platz 6 der britischen Bestsellerliste.

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Sprecher

Milena Karas

Milena Karas - Sprecher
© Frank Trompetter

Milena Karas, 1982 in Köln geboren, studierte am Hamburger Schauspiel-Studio Frese. Seit ihrem Abschluss 2006 hat sie in zahlreichen TV-Produktionen mitgewirkt, u.a. in Der letzte Bulle, Dr. Psycho oder Geld Macht Liebe. Zuletzt stand sie unter der Regie von Sönke Wortmann für seine neue Komödie Das Hochzeitsvideo vor der Kamera. Außerdem ist Milena Karas bei Live-Lesungen zu hören, z.B. regelmäßig auf dem Harbour Front Literatur Festival in Hamburg und auf der Lit.Cologne.

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