Das Fundament der Ewigkeit
 - Ken Follett - Hörbuch

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36,00

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch
Historische Romane
955 Minuten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-5522-8
Ersterscheinung: 12.09.2017

Das Fundament der Ewigkeit

Historischer Roman
Gelesen von Joachim Kerzel
Übersetzt von Dietmar Schmidt, Rainer Schumacher

(10)

Nach DIE SÄULEN DER ERDE und DIE TORE DER WELT der neue große historische KINGSBRIDGE-Epos des internationalen Bestsellerautors
 
1558. Noch immer wacht die altehrwürdige Kathedrale von Kingsbridge über die Stadt. Doch die ist im Widerstreit zwischen Katholiken und Protestanten zutiefst gespalten. Freundschaft, Loyalität, Liebe ... nichts scheint mehr von Bedeutung zu sein. Die wahren Feinde sind dabei nicht die rivalisierenden Konfessionen. Der eigentliche Kampf wird zwischen denen ausgefochten, die an Toleranz und Verständigung glauben, und den Tyrannen, die ihre Ideen den anderen aufzwingen wollen – koste es, was es wolle.
Ned Willard wünscht sich nichts sehnlicher, als Margery Fitzgerald zu heiraten. Doch der Konflikt entzweit auch sie, und Ned verlässt Kingsbridge, um für die protestantische Prinzessin Elizabeth Tudor zu arbeiten. Als diese wenig später Königin wird, wendet sich ganz Europa gegen England. Um in dieser heiklen Situation früh vor Mordkomplotten, Aufständen und Angriffen der konkurrierenden Mächte gewarnt zu sein, baut die scharfsinnige Monarchin mit Neds Hilfe den ersten Geheimdienst des Landes auf. Die kleine Gruppe geschickter Spione und mutiger Geheimagenten ermöglicht es Elizabeth I. in den nächsten fünfzig Jahren, an ihrem Thron und ihren Prinzipien festzuhalten. Die Liebe zwischen Ned und Margery scheint jedoch verloren zu sein, denn von Edinburgh bis Genf steht ganz Europa in Flammen ...

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Rezensionen aus der Lesejury (10)

Weltenwanderer Weltenwanderer

Veröffentlicht am 21.10.2017

Tolle Fortsetzung - nur den Schreibstil fand ich stellenweise gar nicht gut

Ich hab mich riesig über die Fortsetzung gefreut, denn die beiden vorherigen Romane über Kingsbridge haben mich total gefesselt. Bei historischen Romanen bin ich ja etwas eigen, bei manchen fliegt man ... …mehr

Ich hab mich riesig über die Fortsetzung gefreut, denn die beiden vorherigen Romane über Kingsbridge haben mich total gefesselt. Bei historischen Romanen bin ich ja etwas eigen, bei manchen fliegt man regelrecht durch die Seiten, bei anderen komme ich nicht so wirklich rein. Leider muss ich gestehen, dass ich hier ein klein bisschen enttäuscht war.

Die Handlung ist sehr abwechslungsreich und entwickelt sich auf verschiedenen Ebenen weiter, denn es wird aus der Sichtweise von verschiedenen Figuren erzählt. Dadurch erhält man einen weitreichenden Überblick über alle Ereignisse, die mit den Protagonisten zusammenhängen, aber auch mit den umwälzenden Entwicklungen, die im Königshaus und vor allem in den Glaubensfragen zu dieser Zeit für große Veränderungen sorgen.
Der Schreibstil, also das war hier mein großes Manko. Vielleicht liegt es an den beiden Übersetzern, denn manche Stellen waren sehr kurzweilig und unterhaltsam, andere hingegen hätte ich gerne übersprungen, weil es doch etwas langatmig war. Vor allem empfand ich aber die Art und Weise sehr einfach, teilweise nicht zur Epoche passend und viel zu lapidar geschrieben, fast schon wie ein Aufsatz. Das hat mich echt überrascht, weil ich das bei diesem Autor überhaupt nicht gewohnt bin!
Außerdem waren die Wiederholungen recht zäh, wenn auf vorhergehende Situationen hingewiesen wurde, das kam doch recht oft vor.

Von den Charakteren gibt es bei so einem großen Werk natürlich einige, dafür gibt es vorne im Buch auch ein Personenregister, auf das ich aber nicht zugreifen musste. Man kann jeden sehr gut und schnell einordnen und ich hatte keine Probleme, den Überblick zu behalten.
Die Handlung spielt ja über einen Zeitraum vieler Jahre und die Charaktere entwickeln sich dabei teilweise vorhersehbar, manche aber auch überraschend anders. Gerade was auch die Problematik der Religion zu dieser Zeit angeht, haben einige ganz strikte Ansichten, während die anderen etwas auf verlorenem Posten stehen die hoffen, dass Katholiken und Protestanten irgendwann ihren Glauben auch friedlich nebeneinander leben können.
Ein leider immer noch aktuelles Thema zu unserer Zeit, unglaublich dass die Menschen nach so vielen Jahrhunderten nicht gelernt haben, in Frieden zu leben ohne anderen vorzuschreiben, welcher Glaube der richtige und wahre ist.

Auf dieses Thema ist Ken Follett auch teilweise sehr detailliert eingegangen was ich total interessant fand. Dabei hat er jeder "Seite" ihre Art des Denkens zugestanden und man kann es auch irgendwie nachvollziehen - der Fanatismus von einigen ist zwar für mich völlig unverständlich, wie in jedem anderen Bereich auch, aber man sieht sehr deutlich, wie sich das alles immer hochgeschaukelt hat und dadurch Gemetzel und Kriege entstanden sind.

Ebenfalls sehr schön ist die Kulisse der damaligen Zeit, man reist durch verschiedene Länder wie England, Frankreich, Spanien und nach Übersee, erlebt die Ränkeschmiede am Königshof aber auch die vielen kleineren in den Kaufmannsfamilien, die oft auch ein ganzes Leben zerstören konnten.

Insgesamt eine facettenreiche und gut strukturierte Handlung über einen weitreichenden Zeitraum mit interessanten Charakteren und vielen Hintergründen zu den damaligen Beweggründen aus vielen Bereichen. Durch den Schreibstil hab ich leider nicht so richtig eintauchen können und es wechselte zwischen spannenden Momenten und etwas zähflüssigen Stellen; vor allem die oft etwas einfallslose und fast schon unbeholfene Art der Schreibweise hat mir nicht so gefallen.

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SLovesBooks SLovesBooks

Veröffentlicht am 21.10.2017

Historischer Roman des Jahres

Optisch macht dieses Buch ganz schön etwas her. Während ich Band 1 und 2 in der Taschenbuchausgabe besitze, habe ich mit diesem Band erstmals eine gebundene Ausgabe dieser Reihe. Ich muss sagen, diese ... …mehr

Optisch macht dieses Buch ganz schön etwas her. Während ich Band 1 und 2 in der Taschenbuchausgabe besitze, habe ich mit diesem Band erstmals eine gebundene Ausgabe dieser Reihe. Ich muss sagen, diese ist wirklich etwas Besonderes. Für stolze 36€ darf man aber auch etwas erwarten. Der Verlag hat sich hier ganz tolle Sachen einfallen lassen. Zum einen ist das Cover sehr hübsch gestaltet. Neben den Hochglanz-spiegel-Effekten stehen die Schrift und das Zeichen reliefartig hervor. Ich musste es immer mal wieder befühlen, weil ich das Cover so bezaubernd finde. Was dann aber richtig gelungen ist, ist was unter dem Umschlag zu finden ist. Der Einband fühlt sich wie Leinen an und darauf gedruckt ist der Grundriss der Kathedrale. Der Buchrücken macht den Anschein, als würde es sich um ein ganz altes und wertvolles Buch handeln. Im Innenteil finden sich immer mal wieder Zeichnungen, die mir gut gefallen haben. Außerdem gibt es zwei Personenregister. Eines am Anfang, welches die Figuren des Romans enthält und eines am Ende, welches die wirklich existenten historischen Personen aufzählt. Besonders ist auch die Karte, welche in den Buchdeckeln abgedruckt ist. Karte und Personenverzeichnis haben mir wirklich geholfen mich im Roman zurechtzufinden. Ein Lesebändchen gibt es ebenfalls.

Reihenkontext:

Um einmal die Einordnung in die Reihe anzusprechen: Es ist nicht notwendig die vorherigen Teile zu kennen. Die Vernetzung ist hier kein zentrales Thema. Die Figuren erzählen eine selbstständige Geschichte, die sich unabhängig lesen lässt. Verbindungen bestehen in der Örtlichkeit Kingsbridge und der Kathedrale. Trotzdem würde ich persönlich empfehlen alle Teile zu lesen, weil es dann einfach viel mehr Spaß macht und man einen noch umfassenderen Blick bekommt.

Leseerlebnis/Meinung:

Dieser Roman ist mit über 1100 Seiten ein ganz schöner Brocken, jedoch nichts, was man nicht auch von Ken Follett gewohnt ist. Ich bin von der ersten Seite komplett von ihm abholt worden. Sein Schreibstil ist einnehmend und bildgewaltig. Er schreibt so, dass man sich alles sehr detailliert vorstellen und verstehen kann, sowohl optisch/räumlich, als auch historisch/intellektuell. Wenn ich es nicht besser wüsste, würde ich sagen der gute Mann hat zu dieser Zeit gelebt. Es erscheint alles super authentisch. Man glaubt wirklich, dass sich das Leben zu dieser Zeit so abgespielt hat. Somit bemerkt man wie toll der Autor in vielen dieser historischen Punkte hervorragend recherchiert hat.

Bei all diesen Fakten und der erzählerischen Arbeit verliert Follett nie den Faden und auch nicht die Spannung. Mir war wirklich auf keiner dieser Seiten langweilig. Er hält die Erzählung stets hoch und schafft es mich über Stunden zu fesseln. Und selbst wenn ich sehr müde war, wollte ich das Buch nicht aus der Hand legen und habe noch ein Kapitel nach dem anderen gelesen.

Neben der historischen Arbeit seines Romans kommt er immer wieder auf seine Kernerzählung zurück und verknüpft diese beiden Komponenten auf ganz geschickte Art und Weise miteinander. Es besteht hier wirklich eine Symbiose zwischen fiktiver Erzählung und historischen Fakten.

An dieser Stelle möchte ich mich ein wenig an die Personen wenden, die glauben, dass historische Romane nichts für einen sind, weil sie wenig historisches Wissen haben und somit glauben Verständnisschwierigkeiten zu bekommen. Ich glaube nicht, dass dem so ist. Follett erklärt alles was aus historischer Sicht für den Roman wichtig ist, auf eine Weise, die man als erwachsener Mensch verstehen müsste. Also auch Leute, die am Geschichtsunterricht nicht so viel Spaß hatten, können sicherlich an diesem Roman Freude haben, denn es steht nicht das Beibringen von historischen Fakten im Vordergrund, sondern die Erzählung seiner fiktiven Geschichte, die durch das historische Setting einfach einen ganz anderen Anstrich bekommt. Es ist auch sehr spannend zu erfahren wie damals gelebt und regiert wurde. Also versucht es einfach mal. ?

Charaktere:

Wie immer erlebt man auch in diesem Werk eine Großzahl an Charakteren. Das ist ein Puzzlestück, welches die Handlung so komplex macht. Die Verbindung zwischen allen Charakteren immer parat zu haben ist zu Anfang ein bisschen schwierig. Das Personenverzeichnis war mir eine große Hilfe dabei. Sobald man sich eingelesen hat, geht es aber in Fleisch und Blut über.

Seine Hauptcharaktere erfahren immer eine besondere Ausgestaltung. Ich finde sie vielschichtig, oftmals undurchschaubar und somit überraschend. Trotzdem kann ich ihre Handlungen und Motive nachvollziehen. Er schafft es gut mit Nähe und Distanz des Lesers zu spielen.

Selbst viele der Nebencharaktere bleiben nicht flach gezeichnet zurück, sondern erfahren einen fundierten Hintergrund.

Fazit:

Dieses Buch ist wirklich furchtbar spannend. Die Machtkämpfe und Intrigen hielten mich konstant am Lesen. Ich hatte viel Freude mit dem Buch. Die Historizität in Verbindung mit den fiktiven Elementen bilden eine abgeschlossene Symbiose, die mich trotz dessen, dass ich einige Bücher des Autors bereits gelesen habe, wieder überrascht hat.

Er hat eine sehr starke Geschichte geschrieben, die mich nicht nur ein mal überrascht hat. Wendungen gibt es viele, unerwartete sind sie alle. Er lässt sich nicht in die Karten gucken und scheut sich nicht davor, dem Leser vor den Kopf zu stoßen, indem er schlagartig mit einer Überraschung um die Ecke kommt.

Ich mochte den Roman wirklich gerne und bin jetzt sehr traurig, dass er schon zu Ende ist. Ich würde fast sagen die 1100+ Seiten waren zu wenig.

Wer noch wegen des hohen Preises am Überlegen ist, dem sei gesagt, dass sich diese Ausstattung wirklich lohnt und den Preis auch irgendwie rechtfertigen kann. Außerdem kann man auch noch auf das ebook zurückgreifen, welches rund 10€ weniger kostet.

Somit verbleibe ich und spreche meine ganz klare Leseempfehlung aus. Es ist der beste historische Roman dieses Jahres.

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ThePassionOfBooks ThePassionOfBooks

Veröffentlicht am 19.10.2017

Das Fundament der Ewikgeit

Nach vielen Jahren des Wartens gibt es nun endlich einen dritten Teil zur Kingsbrigde-Reihe und als bekennender Ken Follett Fan musste dieser natürlich sofort bei mir einziehen. Das Cover ist wunderschön ... …mehr

Nach vielen Jahren des Wartens gibt es nun endlich einen dritten Teil zur Kingsbrigde-Reihe und als bekennender Ken Follett Fan musste dieser natürlich sofort bei mir einziehen. Das Cover ist wunderschön gestaltet und passt gut zu den anderen beiden Bänden. Inhaltlich bewegen wir uns dieses Mal allerdings in eine ganz andere Richtung. Es gibt zwar immer wieder Andeutungen und kurze Rückblicke zu "Die Säulen der Erde" und "Die Tore der Welt", aber die Geschichte selbst hat keinen direkten Bezug mehr zu den früheren Figuren.

Während in den beiden Vorbänden jeweils ein Architekt und seine Bauwerke im Vordergrund der Geschichte standen, so geht es dieses Mal um Spione und zwar die von Königin Elizabeth I. Diese Spione bilden die Grundlage für den heutigen Secret Service. Ich finde die englische Geschichte rund um König Henri VIII. sehr interessant und habe mich daher schon vor dieser Lektüre auch mit dem Leben von Königin Elizabeth I. und Maria Stuart befasst. Mich hat es sehr beeindruckt wie detailliert Ken Follett die einzelnen historischen Bezüge, Ereignisse und Personen in seine Geschichte hineinfließen lässt und mit den frei erfundenen Elementen verwebt.
Den Hauptfokus der Geschichte bildet der Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken. Dabei erfährt man die unterschiedlichen Ansichten, Ziele und Pläne beider Seiten und es kommt immer wieder zu geschickten Intrigen und Verschwörungen, bei denen auch vor Mord nicht zurück geschreckt wird.

Eine der Hauptfiguren is Ned Willard, der in die Dienste von Königin Elizabeth I. tritt und Spion wird. Königin Elizabeth I. vertritt die Ansicht, dass niemand für seinen Glauben hingerichtet werden soll und diese Meinung teil Ned ebenfalls. So wird er zu einem treuen Diener der Königin. Privat hat erlebt er ein Unglück nach dem anderen und seine große Liebe scheint verloren. Im Laufe der Jahre erlebt man allerdings immer wieder einige interessante Wendungen in seinem Leben.
Mit der Zeit lernt man sehr viele Figuren kennen, von denen ich einige wirklich in mein Herz geschlossen habe und andere abgrundtief hasse. Ich möchte hier allerdings nicht auf die Geschichte vorgreifen.

Der Schreibstil des Autors ist dabei gewohnt fesselnd und schon nach wenigen Seiten war ich komplett in die Geschichte eingetaucht und habe alles um mich herum ausgeblendet und vergessen. Ken Follett schafft es immer wieder verschiedene Handlungsstränge und Spannungsbögen aufzubauen, die sich am Ende in einem großen Finale bündeln. Normalerweise bevorzuge ich dann meistens die Kapitel zu einer bestimmten Person, während ich andere eher langweilig finde, aber das war hier überhaupt nicht der Fall. Und so waren die rund 1000 Seiten leider viel zu schnell zu Ende gelesen.

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lehmas lehmas

Veröffentlicht am 17.10.2017

Ein spannender Kingsbridge-Roman zur Zeit Elizabeth I.

Nach „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ gibt es nun endlich Nachschlag in Sachen Kingsbridge. Diesmal führt uns Ken Follett in die Zeit von Elizabeth I., einer Zeit voller Kriege zwischen Katholiken ... …mehr

Nach „Die Säulen der Erde“ und „Die Tore der Welt“ gibt es nun endlich Nachschlag in Sachen Kingsbridge. Diesmal führt uns Ken Follett in die Zeit von Elizabeth I., einer Zeit voller Kriege zwischen Katholiken und Protestanten. Die protestantische Elizabeth Tudor gewinnt den Kampf um die Krone und beginnt ihre lange und erfolgreiche Regierungszeit, die allerdings nie leicht war. Nicht nur die anderen europäischen Königreiche waren eine Bedrohung, sondern auch die Gegner im eigenen Land, wo es einige Intrigen aufzudecken und zu vereiteln gab.

Um gegen die vielen Gefahren gewappnet zu sein, baut Elizabeth den ersten Geheimdienst auf. Geheimagent erster Stunde ist der fiktive Charakter Ned Willard, an dessen Seite wir durch das ganze Königreich und durch Europa reisen. Der weibliche Gegenpart dazu ist die katholische Margery. Aber aufgrund der unterschiedlichen Religionen scheinen Liebe und Heirat in weiter Ferne.

Ken Follett versteht es wieder einmal, den Leser zu fesseln. Die Seiten fliegen nur so dahin und fast ist man froh, dass das Buch nicht das schlankste Exemplar ist und man so recht viele Stunden dem Lesevergnügen frönen kann. Man muss die beiden Vorgängerromane nicht gelesen haben, um „Das Fundament der Ewigkeit“ zu verstehen. Die einzige Verbindung zu den Vorgängern bestehen in der fiktiven Stadt Kingsbridge und einigen kleinen Rückblenden zu den Erbauern der Kathedrale. Das Buch könnte also genau so gut ein Einzelband sein. Die fiktive Geschichte ist perfekt in den historischen Hintergrund eingewebt. Aber nichts anderes habe ich von Ken Follett erwartet. Ihr merkt, die Erwartungen waren hoch.

Von der gestalterischen Seite bin ich etwas enttäuscht. Für stolze 36 EUR hatte ich hier eine etwas schönere Ausstattung erwartet. Die Landkarte ist noch ganz gut geworden, aber andere Bilder wirken fast kitschig. Irgendwie passen sie für mich nicht so gut zum Anfang. Auch den Kapitelanfang hätte man etwas liebevoller gestalten können. Dies nur eine kleine Kritik am Rande für eine ansonsten spannende Lektüre, die viele Stunden Lesespaß bereitet.

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Buecherkleeblatt Buecherkleeblatt

Veröffentlicht am 15.10.2017

ein wortgewaltiges Abenteuer

England, 1558: Die Kathedrale von Kingsbridge wacht ehrfürchtig über ihre Stadt. Doch was über die Grenzen hinaus vor sich geht, kann sie nicht beeinflussen. So auch das Leben von Ned Willard und Margery ... …mehr

England, 1558: Die Kathedrale von Kingsbridge wacht ehrfürchtig über ihre Stadt. Doch was über die Grenzen hinaus vor sich geht, kann sie nicht beeinflussen. So auch das Leben von Ned Willard und Margery Fitzgerald. Sie lieben sich, sind jedoch nicht dazu bestimmt, zu heiraten. Denn Margery ist einem anderen gegen ihren Willen versprochen. Und so wendet sich Ned einer neuen Aufgabe zu. Als Berater von Königin Elizabeth deckt er so manche Verschwörungen auf und rettet ihr dadurch mehr als einmal ihr Leben. Denn Maria Stuart, Königin von Schottland, besteht auf ihrem Recht, den englischen Thron ebenfalls ihr Eigen zu nennen.
So beginnt ein Kräftemessen, in welchem Mittelpunkt auch Ned zu stehen scheint. Zu seinen weiteren Aufgaben gehört es, Katholiken, die sich gegen die Protestanten wenden, aufzufinden, damit diese dem Hochverrat überführt werden können.
Der Glaubensstreit zieht sich durch das ganze Land, bis über die Grenzen hinaus. Europa scheint gespalten und an jeder Ecke gibt es Verschwörungen.
Ob jeder sein Glück findet, scheint ungewiss. Denn nur eins ist sicher: ein Krieg ist unvermeidlich.

Der dritte Teil der Kingsbridge-Saga wurde von vielen sehnsüchtig erwartet. So auch von mir und mit Freuden bin ich an das über 1000 Seiten fassende Werk herangegangen.

Wie in jedem großen historischen Werk, dass sich über mehrere Jahrzehnte erstreckt, lernen wir natürlich viele, viele Namen kennen. Diese Mal sind es historische Persönlichkeiten wie Maria Stuart, Elizabeth Tudor und andere hochkarätige Adlige. Aber auch Bischöfe oder historisch belegte Personen, die das 16. Jahrhundert geprägt haben, kommen zu Wort.

Aber es sind ja die fiktiven Charaktere, die uns interessieren. In diesem Fall Ned Willard, Margery Fitzgerald, Sylvie Palot und Pierre Aumande. Sie sind die Träger der Geschichte und sorgen dafür, dass uns nicht langweilig wird.

Interessanterweise erwartet uns diesmal keine große Schlacht um die Kathedrale von Kingsbridge. Diese thront nun seit langer Zeit schon über ihrer Stadt und ist Dreh- und Angelpunkt für verschiedene Situationen. Und doch steht sie nicht wirklich im Mittelpunkt. Denn wir begeben uns auch außerhalb von Kingsbridge, so z.B. nach Paris, Antwerpen oder London. Denn dort spielt sich Ungeheuerliches ab. Der Glaubens"krieg" zwischen Katholiken und den Anhängern der neuen Religion, den Protestanten schwellt immer weiter vor sich hin, bis es zum Höhepunkt in der sog. Bartholomäusnacht kommt.

Kingsbridge ist diesmal "nur" Wohnort von Ned und Margery, bis sich Ned in den Dienst von Königin Elizabeth begibt und damit nach London zieht.
Was in Band 1 und 2 noch so eine große Faszination ausstrahlt (der Bau der Kathedrale, die Ausweitung der Stadt Kingsbridge) rückt hier in den Hintergrund. Kingsbridge hat sich etabliert und ist anerkannt. So geht es nun darum, sich auch außerhalb der Stadtmauern einen größeren Namen zu machen.
Die Bewohner schwärmen aus und suchen ihr Glück in der Ferne. Die Karriere findet nun in größeren Metropolen statt.

Auch wenn mich der Umstand, dass Kingsbridge nicht mehr im Mittelpunkt steht, schon etwas traurig gestimmt hat, ist es dem Autor trotzdem gelungen, einen spannenden historischen Roman zu verfassen, der uns über Jahrzehnte hinweg die religiöse Entwicklung Europas sowie der Kampf gegen den angeblich falschen Glauben aufzeigt.

Die historischen Begebenheiten werden geschickt mit fiktiven Geschehnissen gefüllt, so dass sich ein die halber Welt umfassender Roman ergibt. Wir starten im beschaulichen Kingsbridge, befinden uns jedoch bald in London und Paris. Das Besegeln der Weltmeere wird uns ebenso vertraut, wie der Handel der Kaufleute in Antwerpen oder Amsterdam. Buchschmuggel und geheime Messen werden durchgeführt und das Schmieden der Komplotte gegen den Hochadel geht uns ins Blut über. Der Scheiterhaufen hört nicht auf zu rauchen und hinter jeder Ecke lauert eine neue Verschwörung. Man weiß nie, was als nächstes kommt.

Die Intrigen, Rachefeldzüge und politisch geführten Schachzüge führten damals zu vielen Möglichkeiten. Es wäre ja furchtbar langweilig geworden ohne diese Machtspiele.

Und wenn Autoren es schaffen, dies auch noch richtig interessant zu verpacken und aufzuschreiben, freut sich das Leserherz. Und den Autor freut es, wenn sich seine Leser freuen.
Dabei noch als Nebeneffekt etwas über englische und französische Geschichte zu lernen, ist für mich persönlich auch von Vorteil.

Die Charaktere sind wieder sehr gut ausgearbeitet. Sie haben Tiefe, machen ihre Fehler, lernen jedoch auch daraus. Sogar die Gegenspieler sind sehr gut gelungen.

Der Schreibstil ist wie gewohnt flüssig und spannend. Einzig mit machen doppelten Namen (viele Henris, Charles usw.) haben mich durcheinander gebracht. Doch hier bekommt man Hilfe durch ein Glossar am Anfang sowie am Ende des Buches.

Es wird Bezug genommen auf die ersten Bände „Die Säulen der Erde“ sowie „Die Tore der Welt“. Durch kleine Rückblenden bekommt man kleine Inhaltsangaben, allerdings ist für den dritten Band keine Vorkenntnis nötig. Ich muss jedoch erwähnen, dass auch die ersten Bände einfach nur lesenswert sind.

Die Liebesgeschichte nimmt diesmal keinen so großen Platz ein, auch wenn sie sich durch das komplette Buch zieht. Sie wird an den richtigen Stellen ausgebaut. Somit ist für das Herz was dabei, aber nicht übertrieben.

Fazit:
Eine wortgewaltige Reise durch das 16. Jahrhundert zur Zeit Queen Elizabeths.

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Video

"Das Fundament der Ewigkeit" von Ken Follett - ab 12.09.2017 im Handel

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Sprecher

Joachim Kerzel

Joachim Kerzel - Autor
© Studioline, Berlin

Stephen King, Ken Follett, Philipp Vandenberg ...Was er auch interpretiert, er macht es grandios. Die Rede ist von Joachim Kerzel, dem in Berlin lebenden Schauspieler, Synchronsprecher, Regisseur und seit 1996 auch Hörbuch-Interpreten bei Lübbe Audio.Der 1941 in Oberschlesien geborene Kerzel wuchs in Augsburg auf, besuchte ab 1963 die Hochschule für Musik und Theater in Hannover und hatte seine ersten großen Theaterrollen Ende der sechziger Jahre (u. a. in Wilhelm Tell oder Von Mäusen und …

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Autor

Ken Follett

Ken Follett - Autor
© Olivier Favre

Ken Follett, Autor von über zwanzig Bestsellern, wird oft als „geborener“ Erzähler gefeiert. Betrachtet man jedoch seine Lebensgeschichte, so erscheint es zutreffender zu sagen, er wurde dazu „geformt“. Ken Follett wurde am 5. Juni 1949 im walisischen Cardiff als erstes von drei Kindern des Ehepaares Martin und Veenie Follett geboren. Nicht genug, dass Spielsachen im Großbritannien der Nachkriegsjahre echte Mangelware waren – die zutiefst religiösen Folletts erlaubten ihren …

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