Ein Gefühl von Hoffnung
 - Eva Völler - Hörbuch

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16,00

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (CD)
Saga
453 Minuten
6 CDs
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-8202-6
Ersterscheinung: 28.08.2020

Ein Gefühl von Hoffnung

Die Ruhrpott-Saga, Teil 2
Teil 2 der Serie "Die Ruhrpott-Saga"
Gelesen von Julia von Tettenborn

(33)

Das Ruhrgebiet Ende der 1950er Jahre: Das drohende Zechensterben treibt die Bergleute auf die Barrikaden. Johannes, der sich nach seinem schweren Unfall als Gewerkschafter engagiert, kämpft für die Interessen der Arbeiter. In diesen Zeiten des Umbruchs suchen die junge Buchhändlerin Inge und ihre rebellische Schwester Bärbel ihren Platz im Leben, jede auf ihre Art. Doch der Zusammenhalt der Familie wird auf eine harte Probe gestellt, als eine unmögliche Liebe entsteht …

Rezensionen aus der Lesejury (33)

DieBuechertante DieBuechertante

Veröffentlicht am 22.03.2021

Ruhrpott in den 1960er Jahren

Was habe ich mich auf den zweiten Teil der Ruhrpott-Sage gefreut. Er spielt sieben Jahre später als der erste Teil, dennoch hatte ich nicht das Gefühl, es würde etwas fehlen. Ich bin sofort wieder bei ... …mehr

Was habe ich mich auf den zweiten Teil der Ruhrpott-Sage gefreut. Er spielt sieben Jahre später als der erste Teil, dennoch hatte ich nicht das Gefühl, es würde etwas fehlen. Ich bin sofort wieder bei der Familie Wagner angekommen.
Der erste Teil spielte ja in der Nachkriegszeit, nun war vor allem die Zeit des Umbruchs im Bergbau. Die Kinder sind alle Erwachsen, oder zumindest älter geworden, und auch den älteren merkt man die Jahre an. Aber ich finde, die ganze Familie hat sich mit den Gegebenheiten gut arrangiert und sind zu einem harmonischen Gefüge geworden. Ich mag das "Familienmodell" sehr. Mir gefällt sehr gut, dass die Figuren trotzdem noch innerhalb des Romans eine Entwicklung durchgemacht haben.
Es werden Themen aufgegriffen, die heute immer noch Themen sind, wenn auch auf andere Art und Weise.
Der Schreibstil ist so gut, dass die Seiten beim lesen nur dahinfliegen, ohne dass man es merkt.

Fazit:
Für mich sind in diesem Roman, wie beim ersten Teil, wieder mehrere Genres vereint, auch wenn ich sagen würde, dass diesmal der Familienroman im Vordergrund steht. Ich finde alle Verläufe der einzelnen Stränge wirklich gelungen und auch, wenn man sagen könnte, es passieren nicht so schöne Dinge, fand ich es passend und stimmig. Ich finde diesen Roman einfach traurig schön.

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Blackfairy71 Blackfairy71

Veröffentlicht am 15.03.2021

Die Ruhrpott Saga Teil 2

Essen 1959. Sieben Jahre sind vergangen, seit Katharina gestorben ist. Ihr Sohn Jakob wächst im Haus von Ur-Oma Mine auf. Dort leben auch weiterhin Inge und Bärbel, sowie Mines Sohn Karl und ihr Enkel ... …mehr

Essen 1959. Sieben Jahre sind vergangen, seit Katharina gestorben ist. Ihr Sohn Jakob wächst im Haus von Ur-Oma Mine auf. Dort leben auch weiterhin Inge und Bärbel, sowie Mines Sohn Karl und ihr Enkel Johannes. Inge hat nach Katharinas Tod die Schule verlassen, um für Jakob da zu sein und arbeitet als Buchhändlerin. Außerdem ist sie mit ihrem Jugendfreund Peter verlobt und es steht fest, dass die beiden nach seinem Examen heiraten. Bärbel ist inzwischen 17 Jahre alt und sorgt mit ihrem rebellischen Verhalten in der Schule häufig für Ärger. Und Johannes arbeitet für die Gewerkschaft des Bergbaus. Die Schlote im Ruhrgebiet rauchen zwar noch, aber die Kohlekrise hat bereits begonnen und unruhige Zeiten werfen ihren Schatten voraus. Und auch innerhalb der Familie bahnen sich Konflikte an, die den Zusammenhalt auf eine harte Probe stellen...

Nach "Ein Traum vom Glück" geht es hier nun endlich weiter mit der Geschichte der Familie Wagner in Essen-Fischlaken. Das Land ist nach dem Krieg im Aufschwung, aber mit dem Bergbau geht es bereits langsam bergab. Johannes versucht in seiner Position als Gewerkschaftler für die Kumpels bessere Arbeitsbedingungen zu erkämpfen. Gleichzeitig will er für seinen Sohn Jakob da sein, der aber nicht weiß, dass Johannes sein richtiger Vater ist. Offiziell ist es der kriegsversehrte Karl, da dieser zur Zeit von Jakobs Geburt mit Katharina verheiratet war. All das führt zu Verwicklungen und Problemen.
Es sind keine großen Dramen, die hier passieren, eher Dinge, die jeder Familie in einer solchen Situation und zur damaligen Zeit widerfahren können. Aber gerade das macht die Geschichten und Charaktere so authentisch und realistisch. Was auch durch den Ruhrpottdialekt von Mine noch verstärkt wird.
Es geht um Zusammenhalt in der Familie, aber auch bei den Nachbarn. Jeder hilft jedem, so gut er kann.
Auch Tabuthemen wie Gewalt in der Familie, Alkoholsucht und Homosexualität werden angesprochen. Letzteres fand ich besonders schockierend, da mir gar nicht bewusst war, dass das auch zu der Zeit noch strafbar war.

Für mich ist das Buch etwas Besonderes, denn es erinnert mich auch an meine Kindheit. Ich bin zwar erst 1971 geboren worden, aber ich kenne noch viele Dinge, z. B. die Bergmannseife, das Kohledeputat oder dass Samstag Badetag war. Auch hatten wir anfangs noch einen Kohleofen in der Küche, bis dann der erste Elektroherd kam. Schmunzeln musste ich besonders an einer Stelle, denn auch mein Vater macht sich heute noch jeden Abend sein "Bütterken".
Es gab Werte und Regeln, die wir als Kinder beachtet haben, die für uns einfach selbstverständlich waren, aber wir hatten auch viele Freiheiten.
Ich fürchte, die aktuelle Situation wird dafür sorgen, dass die Kinder, die jetzt aufwachsen, niemals diese Unbeschwertheit kennenlernen werden. Und das finde ich sehr traurig.

Auch "Ein Gefühl von Hoffnung" hat mich wieder begeistert und ich habe mich über das Wiedersehen mit Inge, Johannes, Bärbel und Mine sehr gefreut. Obwohl es auch viele traurige Moment gibt, ist es für mich auch ein Wohlfühlbuch, dass ein Gefühl von Heimat vermittelt. Und ich freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.

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streifi streifi

Veröffentlicht am 11.10.2020

Klasse Buch!

Essen, Ende der Fünfziger. Mines Familie ist nach dem Tod von Katharina wieder auf die Füße gekommen, Inge hat die Schule verlassen und eine Lehre als Buchhändlerin gemacht. Johannes hat als Gewerkschafter ... …mehr

Essen, Ende der Fünfziger. Mines Familie ist nach dem Tod von Katharina wieder auf die Füße gekommen, Inge hat die Schule verlassen und eine Lehre als Buchhändlerin gemacht. Johannes hat als Gewerkschafter Karriere gemacht, Jakob und Bärbel gehen noch zur Schule und selbst Karl hat Arbeit auf der Zeche gefunden. Und trotzdem läuft nicht alles rund. Sowohl Inges Beziehung zu Peter, als auch Johannes zu Hanna stehen auf wackligen Füßen. Bärbel und auch Jakob haben massive Probleme in der Schule mit Lehrern, die komplett rückwärtsgewandt unterrichten.

Nach dem dramatischen Ende des ersten Bandes sind einige Jahre vergangen, der Familie scheint es besser zu gehen. Aber man merkt, dass jeder in vielen Dingen Kompromisse in seinem Leben macht. Es dauert eine ganze Weile, bis sich alles regelt und alle Schwierigkeiten ausgeräumt sind. Was mich wirklich sehr aufgebracht hat, waren die Lehrer von Jakob und Bärbel. Die Klassenlehrerin von Jakob versucht ihn auf Rechtshändigkeit umzuerziehen und will ihn auf eine Sonderschule schicken, weil er dem Unterricht nicht folgt. Allerdings ist Jakob hochbegabt und langweilt sich, aber das gibt es in der Welt dieser Lehrerin nicht. Und Bärbel hat einen Lehrer, der ein ehemaliger Nazi ist und seinen Unterricht entsprechend gestaltet. Als Bärbel gegen ihn aufbegehrt, droht ihr der Schulausschluß. Ich fand es sehr mutig von Bärbel hier nicht einfach den Mund zu halten.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es lies sich toll lesen und trotz der Schwierigkeiten hat man sich mit der Geschichte wohl gefühlt. Das Ende war wirklich herzzerreißend und hat mich das Buch mit einem tiefen Seufzer schließen lassen. Gerne hätte ich die Familie weiter begleitet.

Von mir daher eine unbedingte Leseempfehlung!

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Rebecca1120 Rebecca1120

Veröffentlicht am 17.09.2020

tolle Fortsetzung

Eva Völler macht es dem Leser leicht wieder in die Geschichte um Mines Familie einzutauchen. Ich kam mir vor, als ob ich in einen Hausflur trete und dort mit dem neuesten Klatsch und Trasch, den Sorgen ... …mehr

Eva Völler macht es dem Leser leicht wieder in die Geschichte um Mines Familie einzutauchen. Ich kam mir vor, als ob ich in einen Hausflur trete und dort mit dem neuesten Klatsch und Trasch, den Sorgen und Nöten der Hausbewohner versorgt werde.
Ja und davon gibt es auch im zweiten Teil reichlich. Der Ruhrpott in den 50er Jahren ist geprägt vom Zechensterben. Daher versucht Johannes Schlüter als Gewerkschafter für die Belegschaften der Zechen das Beste daraus zu verhandeln. Doch das ist nicht seine einzige Sorge. Noch immer hat er sich nicht mit Hanna zu einem gemeinsamen Lebensmittelpunkt geeinigt. Im Gegenteil, sie hält sich fast nur noch in Düsseldorf auf, meidet seine Nähe und findet immer neue Ausreden, um ihn abzuwimmeln. Was steckt dahinter? Hinter diese und noch viele andere unerwartete Wendungen müsst ihr schon selber kommen indem ihr das Buch lest. Ich kann es zu 100% empfehlen und garantiere kurzweilige Lesestunden und viele unerwartete Wendungen – nicht immer zum Guten. Aber es ist ja schließlich kein Märchen wo immer alles ein gutes Ende nimmt, sondern soll das reale Leben darstellen, bei dem es auch traurige Abschiede gibt. Für mich waren die Figuren wieder sehr lebendig und glaubhaft beschrieben. Auch wenn sie auf den ersten Blick nicht unbedingt eine sympathische Frau ist, hat mir Mine (die Oma in der Geschichte) mit am besten gefallen. Auch wenn ich sie manchmal für mich als Hausdrachen bezeichnet habe. Aber sie kann halt nicht aus ihrer Haut heraus. Von mir gibt’s 5 Lese-Sterne.

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regenbogen regenbogen

Veröffentlicht am 14.09.2020

Eine gigantische Fortsetzung

Voller Spannung habe ich ja auf die Fortsetzung der Ruhrpott-Saga gewartet. Und spannend und aufregend geht es auch in diesem Band weiter. Nun sind einige Jahre ins Land gezogen. Wir befinden uns im Jahr ... …mehr

Voller Spannung habe ich ja auf die Fortsetzung der Ruhrpott-Saga gewartet. Und spannend und aufregend geht es auch in diesem Band weiter. Nun sind einige Jahre ins Land gezogen. Wir befinden uns im Jahr 1959 und im Ruhrpott rauchen immer noch die Schlote. Doch im Hintergrund kriselt es bereits und die Kohlenkrise wirft ihre Schatten voraus. Der kleine Jakob ist mittlerweile sieben Jahre alt und fühlt sich in der Großfamilie mit Oma Mine, Johannes, Karl, Bärbel und Inge wohl. Alle leben sie noch in dem kleinen Siedlungshäuschen am Rande der Stadt. Aus Bärbel ist eine junge Dame geworden, die jetzt als Buchhändlerin arbeitet und ihre 17jährige Schwester Inge befindet sich mitten in der Pubertät. Sie sorgt mit ihrem rebellischen Verhalten oft für mächtigen Ärger. Eigentlich sollte Inge ja in diesem Jahr ihren Jugendfreund Peter, mit dem sie mittlerweile verlobt ist, heiraten. Doch plötzlich bahnen sich in der Familie Konflikte an, die alles andere in den Hintergrund stellen…
Und wieder einmal muss ich der Autorin, die für mich einfach eine Meisterin ihres Faches ist, ein großes Kompliment machen. Sie lässt uns am Zeitgeschehen der 60erJahre teilhaben und gibt es wieder einen herausragenden Einblick in die Arbeit, die Schufterei und die Gefahren der Grubenarbeiter. Es ist aber auch die Hoffnung zu spüren, dass sich doch etwas ändert. Und hier ist Johannes, der in der Gewerkschaft tätig ist, an vorderster Front mit dabei. Aber nun zu Oma Mine, die mir ja schon im ersten Band ans Herz gewachsen ist. Sie hält die Familie zusammen, die mir ja schon bestens vertraut ist. Da ist Inge, die sich rührend zusammen mit Johannes um ihren Halbbruder Jakob kümmert. Bärbel, die sich durchkämpft und zu ihrer Meinung steht. Der kriegsversehrte Karl, der sich wieder ins Leben zurückgekämpft hat und wieder einigermaßen zurechtkommt. Alles ganz außergewöhnliche Menschen, die viel Leid und Kummer erfahren haben, aber nie aufgegeben haben und sich immer wieder nach vorne kämpfen. Eine unter die Haut gehende Geschichte, die mich am Ende zu Tränen gerührt hat. Für mich wieder ein Lesehighlight, das mir interessante und unterhaltsame Lesestunden beschert hat und das mich auch nachdenklich gestimmt hat. Eine ganz besondere Lektüre mit ganz besonderen Menschen. Für dieses Meisterwerk vergebe ich sehr gerne 5 Sterne. Auch in dem beeindruckenden Cover spiegelt sich die damalige Zeit.

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Autorin

Eva Völler

Eva Völler - Autor
© Olivier Favre

Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht." Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.

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Sprecherin

Julia von Tettenborn

Julia von Tettenborn - Sprecher
© Bettina Malik

Julia von Tettenborn, 1973 geboren in Bremen, ist ausgebildete Schauspielerin. Neben der Schauspielerei ist sie in zahlreichen Hörbüchern, Hörspielen, Dokumentationen und Synchronisationen von Filmen zu hören. Außerdem betreibt sie ein Figuren- und Maskentheater in Köln. Ihre warme und sehr ausdrucksstarke Stimme ist wie geschaffen für gefühlvolle Hörbücher.

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