Ein Traum vom Glück
 - Eva Völler - Hörbuch

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16,00

inkl. MwSt.

Lübbe Audio
Hörbuch (CD)
Saga
6 CDs
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-8086-2
Ersterscheinung: 27.03.2020

Ein Traum vom Glück

Die Ruhrpott-Saga
Gelesen von Julia von Tettenborn

(42)

Essen 1951: Nach der Flucht aus der Kriegshölle Berlin hat die junge Katharina Unterschlupf bei der Familie ihres verschollenen Mannes gefunden. Aber das Zusammenleben mit der barschen, zupackenden Schwiegermutter auf engstem Raum fällt der lebenshungrigen Frau schwer. Sie will ein besseres Leben für sich und ihre Töchter. Mit trotziger Entschlossenheit versucht sie, ihrem ärmlichen Umfeld zu entfliehen. Doch dann begegnet sie dem traumatisierten Kriegsheimkehrer Johannes ...

Rezensionen aus der Lesejury (42)

tigerbea tigerbea

Veröffentlicht am 17.06.2020

Gelungener Auftakt

Katharina ist mit ihren Töchtern nach dem Kriegsende aus Berlin geflüchtet. Sie hat in Essen bei der Mutter ihres vermißten Mannes Zuflucht gefunden. Doch Katharina fällt es schwer, mit der Art der Menschen ... …mehr

Katharina ist mit ihren Töchtern nach dem Kriegsende aus Berlin geflüchtet. Sie hat in Essen bei der Mutter ihres vermißten Mannes Zuflucht gefunden. Doch Katharina fällt es schwer, mit der Art der Menschen im Ruhrgebiet warm zu werden. Sie träumt von einem besseren Leben weit weg von Zechen und Kohlestaub. Als jedoch der Spätheimkehrer Johannes in Katharinas Leben tritt, gerät ihr ehrgeiziger Plan ins Wanken. Sie verliebt sich in den jungen Mann. Als keiner mehr damit rechnet, steht plötzlich Katharinas Mann Karl vor der Tür. Er ist schwer traumatisiert. Für Katharina beginnt eine Zeit der Zerrissenheit. Sie will Karl nicht im Stich lassen, liebt aber Johannes. Soll sie ihre Pläne einfach vergessen?

Das Buch ist für mich etwas ganz besonderes, denn es geht hier um meine Heimatstadt Essen. Es hat riesigen Spaß gemacht in Gedanken mit den Romanhelden durch Essen in den 1950er Jahren zu wandeln. Dabei mußte ich feststellen, daß vieles, was den Krieg überstanden hat, die Zeit danach nicht überlebt hat. Das ist eigentlich schade. Im Buch kommt die spezielle Art der Menschen im Ruhrgebiet sehr gut zur Geltung. Die besondere Sprache ist für den Leser in anderen Gegenden sicher nicht einfach zu verstehen. Daher ist es gut, daß am Ende der Geschichte für einiges eine Erklärung vorhanden ist. Ich kenne so manchen Begriff auch nur noch von meiner Großmutter...

Das Leben in den Nachkriegsjahren wird hier lebhaft dargestellt. Die Sehnsucht nach einem besseren Leben ist deutlich zu spüren, aber auch die Angst der Menschen vor den übrig gebliebenen Gestrigen ist sehr verständlich.

Dieses Buch ist der Auftakt einer neuen Reihe und ich bin schon sehr gespannt, wie die Geschichte weitergeht. Das Warten darauf lohnt sich auf jeden Fall!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

kati-katharinenhof kati-katharinenhof

Veröffentlicht am 14.06.2020

Auf den schwersten Wegen entsteht das größte Glück

Auch wenn der Krieg schon lange vorbei ist, sehen die Tage für die aus Berling geflüchtete Katharina alles andere als glücklich aus. Mit ihren Kindern versucht sie einen Neuanfang in Essen, wohnt bei der ... …mehr

Auch wenn der Krieg schon lange vorbei ist, sehen die Tage für die aus Berling geflüchtete Katharina alles andere als glücklich aus. Mit ihren Kindern versucht sie einen Neuanfang in Essen, wohnt bei der Schwiegermutter im Haus. Die Hoffnung, dass ihr Mann Karl eines Tages doch noch zurückkehrt, hat sie schon längst aufgegeben. Doch Katharina möchte nicht auf Dauer in den ärmlichen Verhältnissen im Pütt Leben müssen, sondern ihren Kindern ein Zuhause voller Licht und Liebe ermöglichen. Da steht eines Tages Johannes vor der Tür, der Enkel von Schwiegermutter Mine …nicht die einzige Überraschung, die das Schicksal für Katharina bereithält.

Eva Völler hat in dem ersten Teil ihrer Ruhrpott-Saga „Ein Traum vom Glück“ eine lebenshungrige Frau und Mutter zur Hauptperson erkoren, die mit unermüdlichem Einsatz und ganz viel Mutterliebe das Beste für ihre Kinder aus den trostlosen Tagen der Nachkriegszeit und dem ewigen Grauschleier des Kohleabbaus herausholen möchte.
Katharina ist mit ihren zweiunddreißig Jahren schon einiges an Schicksalsschlägen widerfahren, aber sie ist deswegen nicht verhärmt oder verbissen, sie versucht eben, aus den ihr zur Verfügung stehenden Möglichkeiten das Maximum herauszuholen. Was sich auf den ersten Blick gut anliest, wird aber beim näheren Hinsehen allzu offensichtlich. Katharina ist kein Kind von Traurigkeit und tingelt von Blüte zu Blüte, auch wenn sie eine wirklich schreckliche Kriegserfahrung verarbeiten muss. Wie sie mit den Herzen der Männer spielt, finde ich äußert zweifelhaft.
Den Einen vertröstet sie, weil sie ja noch mit ihrem Mann Karl verheiratet ist, möchte aber nicht weiter des Doktors Gespielin sein. Den Anderen verführt sie, lässt sich gehen und hegt dann ein schlechtes Gewissen. So ganz kann man ihr das alles nicht glauben, denn ihr Verhalten spricht doch eine andere Sprache. Ja, sie hat Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, aber doch bitte nicht auf diese Art und Weise
Viel passiert nicht auf den ersten zweihundert Seiten – der Alltag im Ruhrpott, auf der Zeche und die Tätigkeiten von Oma Mine werden sehr detailliert geschildert, bringt mir die Personen im Buch aber auch nicht wirklich näher. Vielmehr sorgt diese Akribie dafür, dass eine gewisse Distanz sich aufbaut und man eher alles irgendwie hinnimmt. Herzlichkeit oder gar Vertrautheit mit den Figuren stellt sich nicht ein.
Auf den letzten hundert Seiten geht es dann dafür Schlag auf Schlag – das Schicksal dreht immer wieder am Rad, lässt neue Hiobsbotschaften Ereignisse und Wendungen auf die Familie einprasseln und alles wirkt übereilt und dadurch unglaubwürdig. Viele Szenen erinnern zudem an den Film „Die Frau des Heimkehrers“. Immerzu habe ich das Gefühl, diese Geschichte schon einmal gelesen zu haben, weil mir die Handlung so sehr bekannt vorkommt
Ich habe mich, trotz Ruhrpott-Slang und genauer Beschreibungen der Arbeit auf der Zeche leider nicht wohl in der Geschichte gefühlt und bleibe daher eher enttäuscht zurück. Die Idee ist gut, die Umsetzung hat aber noch enorm viel Luft nach oben. Ich weiß leider noch nicht, ob die Neugier auf Band zwei ausreichen wird, um diese Reihe weiter zu verfolgen.

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lesereise_buechertraum lesereise_buechertraum

Veröffentlicht am 28.05.2020

Ein Traum vom Glück

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung. Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich auf den Klappentext.

Rezension: ... …mehr

Vielen Dank an den Bastei Lübbe Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars. Dies beeinflusst nicht meine Bewertung. Um den Inhalt nicht vorweg zu nehmen, verweise ich auf den Klappentext.

Rezension: Dies ist der erste Band der Ruhrpott-Saga und nach einem vielversprechendem Klappentext freute ich mich auf die Geschichte. Der Einstieg fiel mir leicht. Man wird gleich mit dem Ruhrdeutschen Dialekt konfrontiert, welcher hier sehr gut eingebracht wird und der Geschichte sofort ein besonderes Flair gegeben hat. Den Schreibstil habe ich als klar, flüssig und leicht verständlich empfunden. Orte und Situationen werden zwar bildlich aber leider viel zu detailliert und ausschweifend beschrieben. Immer wieder wird über mehreren Seiten haarklein darüber berichtet, wie und was Oma Mine kocht oder welche Arbeiten am und im Haus verrichtet werden müssen. Katharina lässt mich zwiegespalten zurück, ich fand einfach keinen Zugang zu ihr, vielmehr mochte ich sie nicht besonders, trotz ihrer Schicksalsschläge und ihrer aufopferungsvollen Art Kindern und Familienangehörigen gegenüber, erreichte sie mich nicht. Aber leider auch keine der anderen Protagonisten, lediglich über die beiden Kinder Inge und Bärbel habe ich gerne gelesen. Sehr gut gefallen hat mir das gesamte Ruhrpott-Flair, mit der gesamten Thematik zur Zechenarbeit, den Bergleuten und der Lebensart. Die Autorin konnte mir dieses eindrücklich und fesselnd vermitteln. Im letzten Drittel wurde das Tempo noch mal ordentlich angehoben und alles ging plötzlich ganz schnell, hier fühlte ich mich irgendwie überrumpelt, passierte doch vorher nicht wirklich was?

Mein Fazit: Eine Geschichte mit viel Lokalkolorit, die mich zwischenzeitlich gut amüsieren konnte, mich allerdings nicht ganz überzeugt hat.

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lielo99 lielo99

Veröffentlicht am 18.05.2020

"Und da erschuf der liebe Gott, die Mädchen aus dem Kohlenpott.."

Ein Traum vom Glück ist der Beginn einer Saga, die im Ruhrgebiet spielt. Der erste Band beginnt im Jahr 1951. Die junge Frau Katharina ist die Hauptfigur. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern bei der Schwiegermutter. ... …mehr

Ein Traum vom Glück ist der Beginn einer Saga, die im Ruhrgebiet spielt. Der erste Band beginnt im Jahr 1951. Die junge Frau Katharina ist die Hauptfigur. Sie lebt mit ihren beiden Töchtern bei der Schwiegermutter. Ihr Mann gilt als vermisst und sie selbst ist davon überzeugt, dass er an der Front starb. Die Schwiegermutter allerdings glaubt zu wissen, dass ihr Sohn noch lebt und in sein Elternhaus zurückkehrt. Katharina ist zu jung, um nur im Haus zu sitzen und auf ihn zu warten. Sie möchte Leben und sich als Frau fühlen dürfen. Nicht leicht für die beiden Frauen. Als dann auch noch der Sohn der Schwägerin von Katharina nach 6 Jahren Gefangenschaft vor der Tür steht, kompliziert sich die Situation noch mehr.

Ich wurde selbst in Herne geboren und kenne die Situation dort nicht nur vom Erzählen. Viele Bilder erschienen beim Lesen vor meinen Augen und häufig nickte ich mit dem Kopf und meinte: „Ja, genauso war es.“ Die Wäsche, die grau wurde, wenn man sie zum Trocknen nach draußen hing oder der Zusammenhalt der Menschen im Pott zum Beispiel. Die Sprache kann meiner Meinung nach nicht aufgeschrieben werden. Das muss man hören und daher gefiel mir der Versuch hier nicht so gut. Ja, der Bergbau ist Geschichte und mittlerweile gehört das Ruhrgebiet zu den blühenden und schönen Flecken Deutschlands. Das Buch empfehle ich allen, die sich für die Geschichte des Potts interessieren.

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Gavroche Gavroche

Veröffentlicht am 17.05.2020

Wiederaufbau

Im Moment scheint es gerade recht viele Bücher zu geben, die entweder zur Zeit vor dem Nationalsozialismus bzw. zu dessen Beginn oder eben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielen. Dieses Buch von ... …mehr

Im Moment scheint es gerade recht viele Bücher zu geben, die entweder zur Zeit vor dem Nationalsozialismus bzw. zu dessen Beginn oder eben nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs spielen. Dieses Buch von Eva Völler spielt zur Zeit des Wiederaufbaus im Ruhrgebiet. Die historischen Hintergründe treten eher in den Hintergrund, es geht vorrangig um die persönliche Geschichte und nicht so sehr um den großen Zusammenhang. Doch die Geschichte von Katharina, die mit ihren zwei Töchtern im Jahr 1951 von Berlin ins Ruhrgebiet zu ihrer Schwiegermutter zieht (ihr Mann ist im Krieg verschollen), fand ich authentisch und gut geschrieben. Auch der Ruhrpottslang kam gut rüber. Der Traum von einem besseren Leben, Traumatisierung nach dem Krieg, Wiederaufbau, Alltagsleben - das sind nur einige der Themen. Ein guter Schreibstil, im letzten Teil eine überraschende Wende und eine Geschichte, die neugierig auf ihre Fortsetzung macht.

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Autorin

Eva Völler

Eva Völler - Autor
© Olivier Favre

Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht." Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.

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Sprecherin

Julia von Tettenborn

Julia von Tettenborn - Sprecher
© Bettina Malik

Julia von Tettenborn, 1973 geboren in Bremen, ist ausgebildete Schauspielerin. Neben der Schauspielerei ist sie in zahlreichen Hörbüchern, Hörspielen, Dokumentationen und Synchronisationen von Filmen zu hören. Außerdem betreibt sie ein Figuren- und Maskentheater in Köln. Ihre warme und sehr ausdrucksstarke Stimme ist wie geschaffen für gefühlvolle Hörbücher.

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