Gestern ist ein ferner Ort
 - Joaquín Berges - PB

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15,00

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Paperback
Frauenromane
399 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17856-8
Ersterscheinung: 30.08.2019

Gestern ist ein ferner Ort

Roman
Übersetzt von Sybille Martin

(24)

Nach einem Schlaganfall muss Celia zurück ins Leben finden. Ein Teil ihrer Vergangenheit ist einfach ausgelöscht. Fieberhaft versucht sie, diese Leerstellen zu füllen. Doch ihre Tochter Paula scheint fest entschlossen, genau das zu verhindern. Immer wieder weicht sie den Fragen ihrer Mutter aus – besonders dann, wenn Celia sich nach ihrem Sohn Emilio erkundigt. Und offenbar hat Paula auch alle anderen angewiesen, Celia nur die halbe Wahrheit zu sagen. Aber hat sie das Recht, ihrer Mutter die eigene Lebensgeschichte zu verschweigen?

Rezensionen aus der Lesejury (24)

Mahelia Mahelia

Veröffentlicht am 26.09.2019

Melancholisch, leise und nachdenklich - ein fantastischer Roman!

Selten hat mich ein Roman derart nachdenklich gestimmt, wie "Gestern ist ein ferner Ort".

Joaquín Berges schreibt wunderbar ruhig, leise und leicht melancholisch. Derart würde ich auch die Grundstimmung ... …mehr

Selten hat mich ein Roman derart nachdenklich gestimmt, wie "Gestern ist ein ferner Ort".

Joaquín Berges schreibt wunderbar ruhig, leise und leicht melancholisch. Derart würde ich auch die Grundstimmung in diesem Buch beschreiben. Alles passt perfekt.

Celia hat nach einem Schlaganfall ihr Gedächtnis verloren - allein dies scheint schlimm genug. Warum also verheimlicht ihr ihre Tochter Paula elementar scheinende Dinge? Weshalb gibt es keine aktuellen Fotos von ihrem Sohn? Und warum fallen ihr zwar diverse Erinnerungsschnipsel wieder ein, sie kann sich jedoch partout nicht an das Passwort erinnern, mit dem sämtliche Dateien auf ihrem Computer gesichert sind?

Eine wundervolle Familiengeschichte über Missverständnisse, Liebe, Vertrauen und Verrat, Leben und Tod.
Alles vor einer wundervollen Kulisse - teilweise ist sogar Fernweh vorprogrammiert.

Das Ende ist ebenso überraschend wie unerwartet, auch davor gibt es diverse Enthüllungen, die ich mir so niemals hätte denken können. Teilweise war ich regelrecht schockiert.

Die Eindringlichkeit, mit der der Autor schreibt tut ihr Übriges - man mag das Buch gar nicht aus der Hand legen.

Die Charaktere sind facettenreich und authentisch, die ganze Geschichte hätte sich wirklich so oder zumindest ähnlich zugetragen haben können.
Auch die Entwicklungen, die die einzelnen Figuren durchleben sind nachvollziehbar und durchaus schön zu lesen.

Gerade Celia, die zu Beginn krampfhaft nach ihrer verlorenen Erinnerung sucht, zweifelt im Laufe der Handlung daran, ob sie wirklich alles wissen möchte. Schließlich mag sie sowohl Kaffee, als auch Auto fahren - beides hat sie wohl vor ihrer Erkrankung verabscheut. Warum sich also nicht neu erfinden?

Eine Ode an die Liebe und den Familienzusammenhalt - an das Verzeihen und Vergeben.
Unfassbar gelungen und eine in meinen Augen mehr als empfehlenswerte Lektüre. Dieses Buch gehört gelesen!

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chuckipop chuckipop

Veröffentlicht am 23.09.2019

Auf der Suche nach sich selbst - ein Roman, der nachdenklich macht!

Mir hat "Gestern ist ein ferner Ort" von Joaquin Bergesunheimlich gut gefallen!
Celia, nach ihrem Schlaganfall auf der Suche nach sich selbst und ihren Erinnerungen, scheint vorher ein paar Probleme mit ... …mehr

Mir hat "Gestern ist ein ferner Ort" von Joaquin Bergesunheimlich gut gefallen!
Celia, nach ihrem Schlaganfall auf der Suche nach sich selbst und ihren Erinnerungen, scheint vorher ein paar Probleme mit Alkohol und Medikamenten gehabt zu haben.
Ihre Tochter Paula, die in der ersten Zeit nach der Entlassung auss dem Krankenhaus an ihrer Seite ist, verheimlicht Celia offensichtlich etwas. Was passierte bisher in Celias Leben? Was hat es mit ihrem Sohn Emilio auf sich, der bisher nur telefonisch in Erscheinung trat und warum spricht er mit ausländischem Akzent?
Baut Celias Agent Tobias zu viel Druck auf oder geht etwas Business vor Gesundheit?!

Insgesamt regt das Buch sehr zum Nachdenken an - was würde man selbst tun und wie sich selbst auf der Spur sein, wenn man in eine solche Situation geriete?
Wie verändert es den Menschen selbst, wenn er fast ohne Erinnerungen an vorher aufwacht und sich selbst und seine Vergangenheit neu entdecken muss? Wie wirkt es auf die Familie? Inwieweit ist es Schutz, wenn die Familie der erkrankten Person nicht alles zuvor Erlebte erzählt, und inwieweit Bevormundung?
Ein Farmspiel, das Celia zusammen mit ihrer Enkelin Alba online betreibt, hilft ihr, wieder etwas Struktur in ihr Leben zu bekommen, da ja momentan ein einziges Gewirr aus losen Fäden in ihrem Gehirn vorhanden ist.
Celia kommt im Verlauf der Geschichte ihrer Familie sehr nahe, gewinnt neue Freunde und findet alte wieder...
Die Charaktere hat der Autor sehr gut ausgearbeitet und die zwischenmenschlichen Aspekte werden intensiv beschrieben.


Ichfinde das Buch wunderschön und ich muss sagen, es hat mich durchaus einige Male nachdenklich gemacht !
Es gab nicht wirklich Überraschungen, aber das Ende ist trotzdem etwas anders, als man es erwartet hätte.
Und vor allem zeigt das Buch, das auf mich durchaus real und authentisch gewirkt hat, dass Schicksalsschläge nicht immer nur negative Konsequenzen haben müssen...Celias Schlaganfall hat sie dazu gebracht, sich unabgelenkt wieder auf das Wesentliche zu besinnen- sie sagt selbst, dass ihre Welt durch den Schlaganfall kleiner geworden ist.
Celia findet wieder zu sich selbst, reist zurück bis in ihre Kindheit und hat sehr schöne Erlebnisse, die ihr weiterhelfen.
Die Verbindung zu Ihrer Familie wird wieder wichtiger und enger.
Unbedingt lesenswert!

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Lesejurorin Lesejurorin

Veröffentlicht am 17.02.2020

Wenn du dich nicht mehr erinnerst...

Beim Lesen von Joaquín Berges' Roman "Gestern ist ein ferner Ort"fühlte ich mich vom Stil her im positiven Sinne etwas an Bücher von Jojo Moyes erinnert:
Die frühere Bestsellerautorin Celia hat nach einem ... …mehr

Beim Lesen von Joaquín Berges' Roman "Gestern ist ein ferner Ort"fühlte ich mich vom Stil her im positiven Sinne etwas an Bücher von Jojo Moyes erinnert:
Die frühere Bestsellerautorin Celia hat nach einem Schlaganfall wesentliche Erinnerungslücken behalten. Langsam versucht die mit ihrem Hund "Charlie" zusammen lebende geschiedene und von Haushälterin Rosario unterstützte Seniorin, diese Lücken mit Hilfe von ihrer sie auch ärztlich betreuenden Tochter, Exmann, Freundinnen, Kollegen und anderen Bezugspersonen zu schließen.
Haupthandlungsorte sind verschiedene frühere Aufenthaltsorte innerhalb Spaniens sowie die französische Hauptstadt nebst Umgebung. Titel und Cover passen gut zum erzählten Geschehen.
Eine sehr ausgewogene und gut konzipierte Geschichte, ohne überschwängliche Sentimentalität. Das Buch regt zu etlichen Denkanstößen an (beispielsweise darüber, wo die Grenzen des Einen-vor-sich-selbst-Schützens liegen bzw. ab wann es eine unangemessene Form der Fremdbestimmung annimmt). und machte einen sicherlich nachhaltigen Eindruck auf mich.

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Readaholic Readaholic

Veröffentlicht am 18.12.2019

Der verlorene Schlüssel zur Vergangenheit

Die 64jährige Journalistin Celia erwacht nach einem Schlaganfall im Krankenhaus und kann sich an vieles in ihrer Vergangenheit nicht mehr erinnern. Sie weiß, dass sie Bestsellerautorin war, doch den Inhalt ... …mehr

Die 64jährige Journalistin Celia erwacht nach einem Schlaganfall im Krankenhaus und kann sich an vieles in ihrer Vergangenheit nicht mehr erinnern. Sie weiß, dass sie Bestsellerautorin war, doch den Inhalt ihrer Bücher kennt sie nicht. Als sie Fragen stellt, merkt sie schnell, dass ihre Umgebung ihr ausweicht, allen voran die Tochter Paula. Paula ist Ärztin und meint durch ihr Verhalten die Gesundheit der Mutter schützen zu müssen. Deshalb instruiert sie auch Celias Freunde und Verwandte, nicht auf Celias Fragen einzugehen. Was ist es, was Paula vor Celia zu verbergen sucht? Celia gibt nicht auf und macht sich auf die Suche nach den fehlenden Erinnerungen.
Dabei behilflich ist ihr ihre Haushälterin Rosario, die zwar schon seit Jahren bei ihr ist, für deren Leben sich die „alte“ Celia aber nie interessiert hat. Jetzt entwickelt sich ein beinahe freundschaftliches Verhältnis zwischen den beiden. Celia besucht Verwandte und Orte aus ihrer Kindheit, immer in der Hoffnung, den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit zu finden. Nach und nach kehren Erinnerungen zurück und Celia erkennt, was es war, das Paula unbedingt vor ihr verbergen wollte.
„Gestern ist ein ferner Ort“ ist ein berührender Roman über eine Frau, die sich zurück ins Leben kämpft und sich dabei Wahrheiten und Erinnerungen stellen muss, ein Buch, das einerseits nachdenklich macht, andererseits auch sehr humorvoll geschrieben ist, beispielsweise wenn sich Celia unter Anleitung ihrer Enkelin Alba um ihren virtuellen Bauernhof kümmert. Mir hat es so gut gefallen, dass ich mir auch das erste Buch des Autors besorgen werde.

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BuchwurmMarie BuchwurmMarie

Veröffentlicht am 20.09.2019

ein schönes Buch

Celia verliert nach einem Schlaganfall ihr Gedächtnis und versucht Schritt für Schritt an ihre verlorenen Erinnerungen ranzukommen.
Hierbei erhält sie Unterstützung von ihrer Haushälterin aber auch von ... …mehr

Celia verliert nach einem Schlaganfall ihr Gedächtnis und versucht Schritt für Schritt an ihre verlorenen Erinnerungen ranzukommen.
Hierbei erhält sie Unterstützung von ihrer Haushälterin aber auch von früheren Weggefährten. Ihre Tochter Paula, die den Schlüssel zur Vergangenheit besitzt, macht es ihr eher schwer die gefundenen Puzzleteile wieder zusammenzusetzen. Zum Schluss wird auch ein wenig deutlich weshalb.
In der Zwischenzeit kann man mit dem Roman in das bewegte Leben von Celia eintauchen, die vor ihrem Schlaganfall ein ziemlicher Drachen gewesen sein muss. Der Schlaganfall hat auch sie als Person weicher gemacht.
Paula ihre Tochter, kann mit der neuen Celia gar nicht so richtig etwas anfangen, weil sie viel zu oft von ihr in der Vergangenheit verletzt worden ist und zudem auch noch genug eigene Probleme hat.
Das Buch lässt trotz der Auflösung zum Schluss noch einige Fragen offen. Ich habe es dennoch mit Begeisterung gelesen. Der Schreibstil hielt mich gefesselt und auch die Rückblenden, die aus den kleinen Teilen ein großes Ganzes entstehen ließen.
Das Buch hat mich letztendlich auch sehr nachdenklich gestimmt, über wie wichtig es ist Erinnerungen abrufen zu können, aber auch was wirklich wichtig ist. Familie.
Daher eine klare Leseempfehlung von mir!

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Autor

Joaquín Berges

Joaquín Berges - Autor
© Lai Navarra Mellado

Joaquín Berges, geboren 1965, lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in der Nähe von Zaragoza. Schon als Kind hat er das Lesen für sich entdeckt. Nach dem Studium der spanischen Literatur hat er für ein großes Unternehmen gearbeitet und nebenher angefangen, Geschichten und Romanentwürfe zu schreiben. Sein erster Roman erschien 2009 und wurde mit einem Preis für das beste spanische Debüt ausgezeichnet.

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