Flüchtiges Glück
 - Ulla Mothes - PB
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14,99

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Paperback
Literarische Unterhaltung
476 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7857-2793-5
Ersterscheinung: 25.02.2022

Flüchtiges Glück

Roman

(42)

Der Roman zum Ende der Nachwendezeit – über Enttäuschungen, Wagnisse und Vertrauen

Geliebt und behütet ist Milla in Berlin bei ihrer Mutter aufgewachsen. Ihren Vater hat sie nie vermisst. Nun aber ist Milla schwanger, und ihr Freund Navid drängt sie, ihren Wurzeln nachzuspüren. Verschwiegenes sickert in Generationen ein wie Gift, sagt er. Doch sein Ansinnen sorgt für Zwist: Millas Mutter will den Schmerz aus ihrer DDR-Vergangenheit nicht aufwühlen. Und die Großeltern weichen aus. Als dann noch ein betrunkener alter Mann Milla und Navid angeht und behauptet, Millas Oma sei bei der Stasi gewesen und habe seine Frau auf dem Gewissen, erkennt Milla, dass sie in ein Wespennest gestochen hat. Was geschah damals wirklich?

Einfühlsam und authentisch schreibt Ulla Mothes über das Leben in der DDR, über Freundschaft und Verrat, Licht und Schatten. Ein Roman, der nachdenklich macht und nachhallt.

Pressestimmen

„Mit vielen Rückblenden zeigt dieser Roman ein spannendes Stück Zeitgeschichte.“

Rezensionen aus der Lesejury (42)

Suzi Suzi

Veröffentlicht am 03.04.2022

Zwischen Freundschaft und Pflichtgefühl

Milla wuchs im wiedervereinten Deutschland allein bei ihrer Mutter in Berlin auf. Auf Fragen nach dem Vater erhielt die nie eine Antwort und hatte sich damit arrangiert. Als sie schwanger wird, drängt ... …mehr

Milla wuchs im wiedervereinten Deutschland allein bei ihrer Mutter in Berlin auf. Auf Fragen nach dem Vater erhielt die nie eine Antwort und hatte sich damit arrangiert. Als sie schwanger wird, drängt jedoch ihr Freund Navid auf Antworten. Er, der Familienmensch, der selbst seine ganze Familie im Krieg verloren hat, spürt die Missstimmung in Millas Familie. Doch je hartnäckiger beide nachfragen, umso deutlicher wird, dass etwas in der Vergangenheit verborgen bleiben soll...
"Flüchtiges Glück" verbindet die Zeitgeschichte der DDR bis in die Gegenwart mit ihren in der jeweiligen Epoche verwurzelten Konflikten und den Alltag und Leben der jeweiligen Generation. Sehr deutlich wird, dass jede mit ihren ganz eigenen Zwängen zu kämpfen hat und dennoch nur von einem träumt: einem glücklichen erfüllten Leben. Und indem man die Nachkommen beschützen will, wiederholen sich die Fehler - man greift in die Entwicklung ein, was letztendlich nur Enttäuschung und Leid hervorruft.
Sehr deutlich wird, was Geheimnisse auslösen und wie sie den Gang der Geschichte verändern können. Der Autorin ist es hervorragend gelungen, die jeweiligen Charakter so herauszuarbeiten, dass der Leser die Absicht nachvollziehen und sogar bis zu einem gewissen Grad Verständnis aufbringen kann.
Definitiv ein lesenswertes Buch, welches ich gern weiterempfehle.

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lisbethsalander67 lisbethsalander67

Veröffentlicht am 01.04.2022

Spannende Familiengeschichte über mehrere Generationen mit DDR Vergangenheit

Im Mittelpunkt des spannenden Romans "Flüchtiges Glück" von Ulla Mothes steht Milla, eine junge Frau, Anfang 20. Sie ist in einer Wohngemeinschaft in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen bei ihrer alleinerziehenden ... …mehr

Im Mittelpunkt des spannenden Romans "Flüchtiges Glück" von Ulla Mothes steht Milla, eine junge Frau, Anfang 20. Sie ist in einer Wohngemeinschaft in Berlin-Kreuzberg aufgewachsen bei ihrer alleinerziehenden Mutter Jola und deren beiden homosexuellen Mitbewohnern Toni und Dirk, die für Milla fürsorgliche Ersatzväter waren. Nun ist Milla selbst schwanger von ihrem afghanischen Freund Navid, der in seinem Heimatland seine gesamte Familie verloren hat und nun in Deutschland lebt. Milla kennt ihren leiblichen Vater nicht, was ihr bisher nicht viel ausgemacht zu haben schien. Doch Navid, Vater ihres ungeborenen Kindes legt Wert auf Herkunft und Tradition und möchte gern mehr über den Großvater mütterlicherseits des zukünftigen Familienmitgliedes wissen. Einmal angefangen ist es wie ein Wespennest, in der Vergangenheit von Millas Vorfahren, explizit ihrer Großeltern ist offenbar mit einigen dunklen Momenten, ja Geheimnissen, die lange Zeit tot geschwiegen wurden, behaftet. War ihre Oma Agnes bei der Stasi? Und was hat es mit deren Freundin Renate auf sich, die bei einem mysteriösen Autounfall umgekommen ist, und warum scheint Milla ihr so ähnlich zu sehen? Hier wurde wohl so einiges unter den Teppich gekehrt, doch Navid lässt nicht locker und provoziert dadurch so manchen kleinen oder größeren Streit, ist es doch nicht einfach, der Wahrheit so ungeschont ins Auge zu blicken! Ulla Mothes hat eine spannende Familiengeschichte über mehrere Generationen geschrieben, die sowohl im geteilten Deutschland als auch nach dem Fall der Mauer spielt. Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm, man war sofort in der Geschichte drin. Ausnahmslos alle Charaktere sind extrem authentisch geschildert, man kann sich alles und jeden sehr gut vorstellen. Auch wenn man einige Entwicklungen bereits voraus sehen kann, bleibt bis zum Schluss immer noch ein bisschen Spannungspotential vorhanden. Das Buch bietet perfekte Leseunterhaltung für Freunde von Familiengeschichten, deshalb die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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Amelia_Sunsign Amelia_Sunsign

Veröffentlicht am 24.03.2022

Angenehme Leseerfahrung

Kurzmeinung:
''Das Wesen der Schuld ist, dass eins zum anderen kommt und eine Schuld selten allein.''
Wer schon einmal an den originalen Schauplätzen im geteilten Deutschland war, merkt dass neben den ... …mehr

Kurzmeinung:
''Das Wesen der Schuld ist, dass eins zum anderen kommt und eine Schuld selten allein.''
Wer schon einmal an den originalen Schauplätzen im geteilten Deutschland war, merkt dass neben den damals typischen Wohnblocks der Großstadt - auch die Gemeinschaft und die Verbundenheit der wichtig war.
Es ist wie ein kurzer Traum, der sich spruchwörtlich verflüchtigt. Es geht um Milla, die in einem liebevoll Heim ohne große äußeren Reize aufgewachsen ist. Es ist eine Art Blase in der Idylle? Milla möchte mehr über ihre Vergangenheit, besonders die ihrer Mutter herausfinden. Wird sich der Schleier heben und was wird Milla entdecken... spannend, Zeitgeschehen und ein Hauch Nostalgie und Geschichte.
Es geht um komplizierte Beziehungsgeflechte, die sich nacheinander mehr oder weniger auflösen.
Zurück bleibt die flüchtige Erinnerung an Menschen, beispielsweise war das Stollenrezept war das einzige, dass von der Mutter zurückblieb... das kenne ich auch, die überbrachten Traditionen und das Erinnern.
Nachvollziehbar wird auch das Handeln der Mutter.
Agnes ist ein interessanter Charakter, sie arbeitete bei der Stasi, jedoch scheint sie auch kalt und berechnend. Was hat der Tod mit Renate auf sich? Was steht in den Stasi Akten?
Jola möchte verdrängen, wer der eigentliche Vater von Milla ist.
Mir gefiel die späte Heirat von Milla und Navid und ich habe beide in mein Herz geschlossen, wo alles geklärt scheint.
Ich konnte mit allen Charakteren meinen Frieden schließen, das liegt aber an den Umständen. Das Buch ist demnach gut geschrieben, denn man kann sich gut in die Charaktere hineinversetzen.
Mir gefällt der Zusatz am Ende des Buches, so erfährt man mehr über die Hintergründe.

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BettinaHertz BettinaHertz

Veröffentlicht am 20.03.2022

Flüchtiges Glück

„Flüchtiges Glück“ ist ein wunderbarer Familienroman über drei Generationen. Ulla Mothes erzählt sehr einfühlsam die Geschichte dreier Frauen – Großmutter Agnes, Mutter Jola und Enkeltochter Milla. Dazu ... …mehr

„Flüchtiges Glück“ ist ein wunderbarer Familienroman über drei Generationen. Ulla Mothes erzählt sehr einfühlsam die Geschichte dreier Frauen – Großmutter Agnes, Mutter Jola und Enkeltochter Milla. Dazu bewegen wir uns auf mehreren Zeitebenen bis im Hier und Jetzt in die Gegenwart. Milla ist schwanger und möchte mit ihrem Freund Navid eine Familie gründen, die Hochzeit ist geplant und dazu möchte sie einige offene Fragen in ihrer Familie klären. Zuallererst – wer ist ihr leiblicher Vater und warum schweigt sowohl ihre Mutter, als auch ihre Großmutter. Als immer mehr ungereimte Fragen auftauchen, geht sie der Sache auf dem Grund…

Der Schreibstil hat mir total gut gefallen, er lässt sich leicht und flüssig lesen und man ist immer im Geschehen mittendrin. Die verschiedenen Zeitebenen bereiteten mir keine Probleme, auch die Perspektivenwechsel nicht, so bekommt man von den einzelnen Protagonisten die jeweilige Sichtweise und kann das Handeln der Beteiligten viel besser nachvollziehen. Einen großen Teil der Rückblenden nimmt Agnes und Jolas Vergangenheit ein. Dafür ist Milla sozusagen das Bindeglied zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Ulla Mothes hat tolle Figuren geschaffen, sehr authentisch und facettenreich. Agnes ist in der DDR aufgewachsen, genau wie ihr Mann Franz. Kurz vor der Wende flüchten sie in den Westen und leben fortan an Westberlin. Jola muss mit 13 ihren damaligen Jugendschwarm Raik zurücklassen, seit frühester Kindheit befreundet, Jahre später treffen sie sich wieder im vereinten Berlin, aber ein gemeinsamer Weg bleibt aus. Milla ist eine junge und taffe Frau, die hartnäckig mit der Vergangenheit aufräumen möchte. Dabei stößt sie auf heftigen Widerstand bei ihrer Großmutter Agnes und Mutter Jola, mit dramatischen Folgen. Auch die Nebenfiguren, Toni und Dirk (Millas Ziehväter) sind zwei tolle Protas und natürlich Navid, einst aus Afghanistan geflüchtet, bringt hier mit seinen Handlungen sehr viel Bewegung und zum Teil Unruhe in die Familie hinein. Ich war manchmal nicht ganz einverstanden mit seinen Ansichten, aber am Ende verstand ich ihn und ohne ihn wäre alles im Verborgenen geblieben …

Des Weiteren hat Ulla Mothes das Leben in der DDR richtig gut „dargestellt“, die Lebensweise, die Empfindungen der Menschen, die Umstände, die sie tagtäglich stemmen mussten. Das Setting in Wolfen, die Beschreibungen der ORWO Filmfabriken, das Familienleben, Freundschaften, Zusammenhalt und mittendrin das Agieren der Stasi. Ich bin selbst in der DDR groß geworden und konnte alles absolut nachvollziehen. Viele Erinnerungen kommen beim Lesen hoch und man erfragt vieles neu, was damals selbstverständlich hingenommen wurde.

Insgesamt ist dies ein richtig toller Roman, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. Ich bin absolut begeistert und kann ihn uneingeschränkt empfehlen. Dafür vergebe ich fünf Sterne

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Isabell47 Isabell47

Veröffentlicht am 19.03.2022

Ein Lesehighlight, was mich restlos begeistert zurückgelassen hat

Milla bekommt von ihrem Freund Navid, der aus Afghanistan geflüchtet ist und als einziger seiner Familie überlebt hat, ein Kind. Milla selber ist bei ihrer Mutter Jola aufgewachsen, die gemeinsam mit einem ... …mehr

Milla bekommt von ihrem Freund Navid, der aus Afghanistan geflüchtet ist und als einziger seiner Familie überlebt hat, ein Kind. Milla selber ist bei ihrer Mutter Jola aufgewachsen, die gemeinsam mit einem homosexuellen Paar in einer WG lebt und für Milla waren bzw. sind sie der Vaterersatz. Jola ist als Teenager mit ihren Eltern aus der DDR über die grüne Grenze von Ungarn nach Berlin-Zehlendorf geflüchtet. Über die Vergangenheit in der DDR weiß Milla fast nichts und von ihrem Vater hieß es immer, dass ihrer Mutter nicht wüsste, wer er sei.
Navid, dem Wurzeln sehr wichtig sind, da er mit seiner Familie im Geiste und seiner Heimat sich verbunden fühlt, möchte mehr über die Familie erfahren. Daraufhin packt Agnes, Millas Oma ein Fotoalbum aus, um Fotos aus der Vergangenheit bzw. auch aus der Kindheit von Millas Mutter, die in Bitterfeld 'Wolfen war, zu zeigen. Darauf entdeckt Navid eine Frau, die eine Freundin von Agnes war und die sehr viel Ähnlichkeit mit seiner Milla hat. Was steckt dahinter?
Die Autorin rollt auf unheimlich spannende, faszinierende Weise ein Stück Zeitgeschichte aus, die wie rote Fäden durch das gesamte Buch führen und mit der Gegenwart verbunden werden.
Es geht einmal um das Leben in Bitterfeld, was die Großeltern und Jola geführt haben. Es geht um die Umweltverschmutzung, die durch die dortige Industrie enstanden und welche Folgen sie für Gesundheit und das Leben der dortigen Bevölkerung hatten, aber auch noch haben. Das fand ich höchst spannend und zugleich auch beängstigend. Es geht aber auch um den Überwachungsstaat der DDR als solchen und welche Rolle die Großeltern dort innehatten. Es werden jeoch nicht nur die negativen Seiten aufgezeigt, sondern auch die postiven nämlich das Gemeinschaftgefühl und der Zusammenhalt dort herrschte.
Sequenzen dieser Zeit - quasi die Rückblenden integriert die Autorin äußerst geschickt in die Gegenwart, in dem bei Jola und den Großeltern es in der Gegenwart immer Auslöser (Gedanken) gibt, um diese mit der Vergangenheit zu verbinden.
Der Sprachstil und das Lebengefühl, was in dem Roman aus Gegenwart und Vergangenheit transportiert wird, ist einfach großartig. Ich spüre die Zerrissenheit der Personen, empfinde, liebe, leide mit ihnen.
Sehr gelungen sind die vielen feinen Beobachtungen, die Gespräche, die Szenen, die Zuneigung ausdrücken und die Lebensweisheiten, die auf angenehme Weise geäußert werden.
Die vielen Protagonisten sind alle so wunderbar skizziert, das ich sie mir sehr gut vorstellen konnte und während des Lesens sich evtl. Antipathien wandelten.

Es ist eine großartige Geschichte über die Liebe, über das Leben und Chancen gepaart mit einem Stück historischer Zeitgeschichte aus DDR .
Fünf Sterne!!!

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Autorin

Ulla Mothes

Ulla Mothes - Autor
© Ulla Mothes

Ulla Mothes, 1964 geboren, wuchs in der Mark Brandenburg sowie in Ostberlin auf. Als Studentin stellte sie einen Ausreiseantrag, weil sie nicht wollte, dass ihre Kinder mit einem Maulkorb aufwachsen müssen. Es folgten Exmatrikulation, Arbeit als Garderobenfrau, Ausreise 1986. Heute lebt Ulla Mothes als Lektorin, Autorin und Schreibcoach in Berlin. Ihre zwei erwachsenen Kinder dürfen bis heute sagen, was sie wollen.

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