Modehaus Haynbach – Tage voller Hoffnung
 - Elaine Winter - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Taschenbuch
Saga
336 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-18372-2
Ersterscheinung: 27.11.2020

Modehaus Haynbach – Tage voller Hoffnung

Band 1 der Reihe "Die Geschichte der Familie Haynbach"

(10)

Deutschland, 1922: Die junge Näherin Claire kann ihr Glück kaum fassen, als der adelige Helmut von Haynbach um ihre Hand anhält. Doch dann der Schock: Helmuts Eltern verstoßen ihren Sohn! Das junge Ehepaar weiß nicht wohin – und die Geburt ihres ersten Kindes rückt näher. Helmut möchte für seine Familie sorgen, doch niemand traut dem Grafensohn harte Arbeit zu. In ihrer Verzweiflung muss Claire erkennen, dass sie die Fäden des Glücks in ihren eigenen Händen hält ...

Rezensionen aus der Lesejury (10)

kupferkluempchen kupferkluempchen

Veröffentlicht am 20.03.2021

Berührende Familiensaga voller Emotionen

Inhalt:

Die junge Französin Claire verdient ihr Geld gemeinsam mit ihrer alleinerziehenden Mutter Louise als Näherin in adeligen Häusern. Eines Tages verliebt sie sich in den jungen Grafen Helmut von ... …mehr

Inhalt:

Die junge Französin Claire verdient ihr Geld gemeinsam mit ihrer alleinerziehenden Mutter Louise als Näherin in adeligen Häusern. Eines Tages verliebt sie sich in den jungen Grafen Helmut von Haynbach, der für diese umstandesgemäße Verbindung seine Verlobung löst und mit seiner Familie bricht, um Claire zu heiraten.

Nahezu mittellos und kurz vor der Geburt ihres ersten Kindes finden sie Hilfe und Verständnis bei Helmuts Patenonkel in Bayern, in dessen Haus sie ein neues Heim finden. Doch das Glück bleibt ihnen nicht hold. Helmut erleidet einen schweren Unfall. Es ist nun an Claire, der Familie Sicherheit zu bieten.

Meinung:

Anders als in vielen anderen historischen Familiensagas, liegt der Fokus hier nicht unbedingt auf den Ereignissen der damaligen Zeit, sondern fokussiert sich mehr auf die zwischenmenschlichen Beziehungen. Dabei ist es der Autorin gelungen, auf beiden Seiten des Konflikts sehr starke Charaktere zu schaffen.

Die Handlung ist durchweg unglaublich berührend erzählt und fesselt den Leser mit ihren Emotionen von Anfang bis Ende gleichermaßen. Ich habe tatsächlich auf jeder einzelnen Seite mit Claire und Helmut geliebt und gelitten.

Bemerkenswert ist für mich unbedingt auch die Figur des Patenonkels Ludwig, der die Entwicklung von Claire zu einer, für die damalige Zeit, außergewöhnlich starken weiblichen Protagonistin unterstützt und dabei selbst eine bemerkenswerte Wandlung durchlebt.

Fazit:

Wer eine berührende Geschichte voller Emotionen lesen möchte, der kommt an Modehaus Haynbach nicht vorbei.

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Lesefruehling Lesefruehling

Veröffentlicht am 17.01.2021

Entspanntes Lesen garantiert!

Elaine Winter bedient mit dem ersten Teil der Haynbach-Saga alle Klischees die zu Beginn des 20. Jahrhunderts das gesellschaftliche Leben prägten. Der reiche Adelige verliebt sich in die arme Näherin und ... …mehr

Elaine Winter bedient mit dem ersten Teil der Haynbach-Saga alle Klischees die zu Beginn des 20. Jahrhunderts das gesellschaftliche Leben prägten. Der reiche Adelige verliebt sich in die arme Näherin und wird von seiner Familie verstoßen, weil er zu dieser Liebe steht. Die Höhen und Tiefen dieser Verbindung werden sehr unterhaltend , allerdings ohne besonderen Tiefgang beschrieben. Das tut aber dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ich habe dieses Buch sehr gerne gelesen und sehr entspannte Stunden damit verbracht. Auch wenn die Inhalte der beiden Fortsetzungen einigermaßen vorhersehbar sind, freue ich mich dennoch die Geschichte von Claire und Helmut von Haynbach weiterzuverfolgen.

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Leser44 Leser44

Veröffentlicht am 28.12.2020

Ein gelungener Auftakt!

„Modehaus Haynbach- Tage voller Hoffnung" ist der bewegende und packende Auftakt der „Modehaus Haynbach“- Saga. Im Mittelpunkt in diesem Band steht die junge Näherin Claire, die sich in den adeligen Helmut ... …mehr

„Modehaus Haynbach- Tage voller Hoffnung" ist der bewegende und packende Auftakt der „Modehaus Haynbach“- Saga. Im Mittelpunkt in diesem Band steht die junge Näherin Claire, die sich in den adeligen Helmut von Haynbach verliebt. Gemeinsam müssen sie für ihre Liebe und ihre Zukunft kämpfen! Wird es ihnen gelingen?

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und bildhaft. Elaine Winter schafft es erfolgreich einen Lesefluss zu erzeugen und den Leser in die Geschichte eintauchen zu lassen. Die Charaktere werden anschaulich und authentisch dargestellt. Man bekommt tiefe Einblicke in ihre Gedanken, sodass man ihr Handeln nachvollziehen kann. Die Hauptfiguren Claire und Helmut sind sehr sympathisch. Es fiel mir leicht mich in Claire hineinzuversetzen und mit ihr mitzufühlen. Zusammen mit Helmut, der viel für seine Liebe aufgibt, muss Claire einige Hindernisse überwinden. Ihr Leben und ihre Liebe ist berührend und zugleich sehr dramatisch. Wie in jedem guten Roman muss es auch den ein oder anderen „Bösewicht“ geben. Die Autorin schafft es auch hier die „Bösen" authentisch wirken zu lassen und deren Beweggründe realistisch darzustellen. Das Ende hat mir gut gefallen. Einerseits werden die wichtigsten Fragen geklärt, andererseits bleiben genug Fragen offen für den nächsten Band. Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass dieser Roman auch geschichtlich interessant ist, da zum Beispiel Themen wie Inflation und die deutsch- französische Beziehung damals thematisiert werden.

Fazit: Ein gelungener Auftakt der Saga! Berührend und packend! Freue mich schon auf Band 2!

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MarySophie MarySophie

Veröffentlicht am 20.12.2020

Modehaus Haynbach - Tage voller Hoffnung

Handlung
Deutschland 1922
Schon kurze Zeit nach ihrem Kennenlernen merken die Näherin Claire und der adelige Helmut von Haynbach, dass zwischen ihnen eine große Anziehung herrscht. Und schließlich löst ... …mehr

Handlung
Deutschland 1922
Schon kurze Zeit nach ihrem Kennenlernen merken die Näherin Claire und der adelige Helmut von Haynbach, dass zwischen ihnen eine große Anziehung herrscht. Und schließlich löst Helmut sogar seine Verlobung um frei für Claire zu sein. Doch als er um ihre Hand anhält, verstoßen die Eltern den Sohn und das junge Paar muss schauen, wo sie leben können und wie sie in Zukunft Geld verdienen werden. Noch dazu rückt langsam die Geburt des gemeinsamen Kindes näher, vor der sich Claire ein wenig fürchtet.
Für Helmut ist es nicht einfach, eine Anstellung zu finden, niemand will den Grafensohn einstellen, viele fürchten, dass er für harte Arbeit nicht gemacht ist. Und in dieser Zeit besinnt sich Claire wieder auf das Nähen und erkennt, dass sie damit die Fäden des Glücks in den Händen hält.

Meinung
Das Cover ist sehr hell und freundlich und fällt gerade deswegen stark auf. Im Hintergrund ist ein sehr schönes und ansprechendes Haus zu sehen, welches edel wirkt und zeigt, dass eine gehobenere Gesellschaftsklasse darin lebt. Davor befindet sich ein Auto, dieses ist ein immer wieder auftauchendes Symbol im Buch, sowohl im positiven, als auch im negativen Sinne...
Im Vordergrund steht eine Frau, sie wendet dem Leser den Rücken zu und betrachtet die Szenerie im Hintergrund. Sie ist recht schick, wenn auch nicht zu auffällig gekleidet und wirkt ziemlich selbstbewusst. Der obere Teil des Covers wird von dem Titel des Buches eingenommen, dieser ist ein wenig verschnörkelt und auffällig, dient für mich tatsächlich als Blickfang. Alles in allem ein gelungenes Cover, das schön anzusehen ist und dazu einlädt, das Buch in die Hand zu nehmen.

Erst vor kurzem hatte ich einen Roman von der Autorin gelesen. Dieser wurde unter einem anderen Namen (Luisa von Kamecke)veröffentlicht und war einfach nur grandios! Als ich nun dieses Buch von ihr entdeckt habe, stand für mich schnell fest, dass ich es ebenfalls lesen möchte. Die Inhaltsangabe klang interessant, ich hatte sofort einige Fragen und Spekulationen im Kopf und habe mich gewundert, was es mit dem titelgebenden Modehaus auf sich hat. Alles in allem habe ich mich sehr auf das Lesen gefreut und möchte mich ganz herzlich beim Bastei Lübbe Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars bedanken!

Was mir direkt auf der ersten Textseite positiv ins Auge gefallen ist: Die Nennung des Datums, aber auch des Handlungsortes. So kann man nicht nur genau verfolgen, wo die Geschichte gerade stattfindet, sondern man hat auch zeitlich immer einen Überblick und tappt nie im Dunklen. Und wie sich später herausstellt, ist dieses Details wirklich hilfreich. Den insgesamt vergehen gut zweieinhalb Jahr im Verlauf der Handlung, dabei wird manchmal einige Zeit übersprungen, andere Momente werden dafür umso detaillierter beschrieben. Und ohne den Zusatz der Nennung des ungefähren Datums wäre man als Leser in der Geschichte ein wenig verloren gewesen, ich hätte nicht so leicht sagen können, wie viel Zeit genau seit dem Beginn der Handlung vergangen ist. Ich bin also sehr froh gewesen, dass diese zwei Angaben stets gemacht wurden und empfand sie als wirklich hilfreich.

Ich hatte einen sehr unproblematischen Start in den Roman, man ist als Leser sofort in der Geschichte drin und lernt Claire, eine, wenn nicht sogar die Hauptprotagonistin. Man kann sich von der Gesellschaft, dem Leben von Claire und ihrer Mutter machen und in Ruhe in die Handlung starten. Und auch die lebendige und sehr fein umschreibende Sprache hat ihren Anteil daran, dass ich einen so angenehmen Start in den Roman hatte und die ersten Seiten innerhalb kürzester Zeit ausgelesen hatte. Viele Situationen, aber auch Orte und Figuren konnte ich mir direkt vorstellen und habe mich auf diese Weise schnell wie ein Teil der Geschichte gefühlt.
Ich finde, dass die Sprache durchweg einfach und leicht gehalten wurde, sie ließ sich flott lesen und bekam nur selten anhand von historischen Erwähnungen Anspruch. Sie ermöglicht, dass man schnell mit dem Lesen vorankommt und wissen möchte, wie es weitergeht.

Es werden verschiedene Erzählperspektiven angewandt. Im Vordergrund stehen natürlich Helmut und Claire, von ihnen hört und liest man am meisten und man begleitet das Paar fast durchweg. Manchmal kommt aber auch der Bruder von Helmut zu Wort, der noch bei den Eltern lebt und sich große Hoffnungen darauf macht, nun als Erbe des Gutes und des Vermögens eingesetzt zu werden. Man erkennt seine Absichten und verfolgt ihn bei allerhand Taten. Durch diese Aufteilung auf mehrere Perspektiven entsteht eine interessante und abwechslungsreiche Handlung, es wurde nie langweilig und man konnte nicht genau benennen, was im Folgenden noch geschehen wird. Ich hätte mir gewünscht, dass der Bruder Albrecht noch häufiger vorkommt und ihm ein wenig mehr Platz gegeben wird. Ich empfand seinen Charakter am spannendsten und habe mich oft gefragt, was er nun wieder plant und wie er an seine Ziele gelangen will.

Ich finde, dass die Handlungsorte manchmal mit vielen lebendigen Worten beschrieben sind, manchmal aber auch recht grau und düster erscheinen und damit nicht sonderlich einladend. In diesen Fällen geht von ihnen eine Kälte aus, die sich auch in einigen Protagonisten wiederfindet, die Claire und Helmut als Widersacher dienen.
Auf jeden Fall gibt es gravierende Unterschiede beim Setting und man lernt als Leser sowohl das einfachere Leben, als auch das luxuriösere Leben kennen. Ich finde es schade, dass die Mehrzahl der Orte eher weniger freundlich erscheinen, im Grunde mochte ich nur zwei Handlungsorte richtig gern, die anderen waren ungreifbar, zudem war es manchmal ziemlich schwierig, die Dimensionen der Gebäude richtig zu erkennen.

Die Spannung hinterlässt mich ebenfalls ein wenig zwiegespalten. Einerseits war diese teilweise vorhanden und man wusste als Leser tatsächlich nicht, was im Folgenden geschehen wird. An diesen Stellen habe ich das Buch richtig gern in die Hand genommen und war Feuer und Flamme. Und dann war in einigen Abschnitten die Handlung auch wieder ziemlich vorhersehbar und die Geschichte plätscherte ein wenig vor sich hin. Nur selten wurde ich von den Ereignissen überrascht und oft hatte ich mit genau solch einem oder einem ähnlichen Fortgang der Handlung gerechnet.

Manchmal gingen mir die Ereignisse zu flott vonstatten. Sowohl die Liebe von Claire und Helmut entwickelt sich für meinen Geschmack zu schnell, als auch manche Geschehnisse und Entscheidungen werden zu fix abgehandelt. Dadurch leidet für mich ein wenig die Authentizität, oft habe ich ein wenig gezweifelt, dass es wirklich alles in einem so schnellen Tempo geschieht. Probleme werden manchmal zu schnell gelöst und dadurch kann man gar nicht wirklich die Gedankengänge der Personen erfahren. Fand ich sehr schade, vielleicht ist es für mich auch dadurch etwas schwierig gewesen, zu den Protagonisten eine Bindung aufzubauen.

Ich finde, dass nie wirklich Stimmungen auf den Leser übertragen werden, meist habe ich die Handlung mit Distanz betrachtet und dies hat sich auch auf meine Betrachtung der Protagonisten ausgewirkt. An keiner Stelle habe ich mit ihnen mitgelitten oder mich gefreut, wenn ihnen etwas Gutes widerfahren ist.
Bis auf zwei Ausnahmen finde ich die Figuren etwas steif und einfach. Sie wirken in ihrem Handeln auf mich nicht lebendig und authentisch, manchmal sind sie mir auch ein wenig zu stereotyp. Gerade Claire und Helmut habe ich oft kritisch betrachtet und fand sie als Hauptcharaktere etwas schwach. Beide haben zwar besondere Züge erhalten, doch ich habe ihre Entscheidungen und Handlungen oft nicht unterstützt und fand, dass manchmal zu sehr um den heißen Brei herumgeredet wurde.
Wer mich richtig gut gefallen hat ist zum einen Albrecht, sowie zum anderen Helmuts Verlobte Hilda. Irgendwie fand ich beide herrlich, sie ragten aus der Masse der Personen heraus und haben immer wieder überraschen können. Gerne hätte ich mehr über die Beiden erfahren und mir mehr Kapitel aus ihrem Blickwinkel gewünscht. Für mich sind sie die aussagekräftigsten Personen, von denen ich trotz ihrer Ränke und kleinen Gemeinheiten gern gelesen habe.

Fazit
Ich hatte mich wirklich sehr aufs Lesen gefreut und war auf die Geschichte richtig gespannt, zumal ich schon ein paar positive Meinungen zum E-Book gelesen habe. Letztendlich wurde ich ganz gut unterhalten, ich bin flott mit dem Lesen vorangekommen und hatte auch Spaß am Lesen, wurde aber nicht richtig überzeugt. Dafür gibt es doch ein paar Punkte, die ich nicht so ausgereift und perfekt fand, von denen ich mir einfach mehr erhofft habe. So bleibt es für mich eine leichte Lektüre, mit der ich feine Lesestunden hatte, bei der es aber noch Luft nach oben gibt.
Ich hatte bereits mal geschaut, wie der Klappentext des zweiten Bandes aussieht, der vielversprechend klingt und ich bin auf die reifere Darstellung von Claire gespannt. Zudem sind bei mir ein paar Fragen aufgetaucht und ich hoffe, dass mich die Fortsetzung schließlich mehr überzeugen kann!

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Dreamworx Dreamworx

Veröffentlicht am 19.07.2020

Eine Liebe gegen alle Widerstände

1922. Claire hat das Handwerk als Näherin von der Pieke auf von ihrer Mutter Louise gelernt. Als sie ein Brautkleid fertigen soll, führt dies sie in das Haus der von Haynbachs, denn der älteste Sohn Helmut ... …mehr

1922. Claire hat das Handwerk als Näherin von der Pieke auf von ihrer Mutter Louise gelernt. Als sie ein Brautkleid fertigen soll, führt dies sie in das Haus der von Haynbachs, denn der älteste Sohn Helmut soll bald die ebenfalls adlige Hilda von Bilgenstein heiraten. Doch dann löst Helmut die Verlobung, weil er sich in Claire verliebt hat. Für seine Eltern ist das ein Eklat, denn Claire ist für sie nicht standesgemäß, sowas wird im Haus Haynbach nicht geduldet, weshalb Helmut das elterliche Haus gemeinsam mit der schwangeren Claire verlassen muss. Nach ihrer Hochzeit versucht Helmut eine Anstellung für das Auskommen der Familie zu finden, doch damit hat er nicht viel Erfolg. Wird es dem jungen Paar gelingen, Fuß zu fassen?
Elaine Winter hat mit „Modehaus Haynbach-Tage voller Hoffnung“ den Auftakt ihrer historischen verankerten Haynbach-Trilogie vorgelegt, die von der ersten Seite an mit einem flüssigen, bildhaften und gefühlvollen Schreibstil überzeugen kann. Die detailreiche Erzählweise lässt beim Leser sofort das Kopfkino anspringen, denn nicht nur die Landschaftsbeschreibungen erzeugen wunderschöne Bilder im Kopf, auch die Protagonisten sind so lebendig dargestellt, so dass man sich ihnen als Leser neugierig an die Fersen heftet und gespannt ist, wie es ihnen im weiteren Verlauf ergehen wird. Die Autorin hat Wert darauf gelegt, neben den historischen Fakten wie der schlimmen Nachkriegszeit mit all ihren Facetten, der Währungsreform und der politischen Entwicklung auch die Haltung der damaligen Gesellschaft zu transportieren sowie die Standesunterschiede deutlich zu machen. Obgleich der Adel um Einfluss und Ansehen gebracht wurde, behaupteten ihre Angehörigen ihre Haltung und hielten sich für etwas Besseres und diejenigen, die sich nicht mit dem gemeinen Volk verbünden oder verbrüdern. Das ging so weit, dass Eltern ihre eigenen Kinder enterbten und verstießen, weil Ansehen höher bewertet wurde, als abtrünnig geltende Familienmitglieder. In warmherziger und gefühlvoller Art beschreibt die Autorin die innige Beziehung zwischen Helmut und Claire, während sie unterschwellig den Handlungsverlauf mit geschickten Wendungen immer wieder Spannung verleiht und den Leser konstant an die Seiten fesselt.
Die Charaktere sind lebendig inszeniert, überzeugen mit ihren menschlichen Ecken und Kanten, was sie für den Leser glaubwürdig und authentisch wirken lässt. Schnell nähert man sich ihnen an, leidet und bangt mit ihnen in der Hoffnung auf einen guten Ausgang. Claire ist eine fleißige und sympathische junge Frau, die das Glück von anderen vor ihr eigenes stellt. Sie ist bescheiden und in ihrer Tätigkeit als Näherin sehr begabt. Ihre Unsicherheit weiß sie geschickt zu kaschieren, sie ist mutig und strahlt eine innere Stärke aus, die bewundernswert ist. Helmut ist ein anständiger Kerl, der zu seinen Überzeugungen sowie zu seinen Entscheidungen steht und die Konsequenzen mit erhobenem Haupt trägt. Er ist verlässlich, treu und ehrlich, stellt sich den Herausforderungen. Aber auch die von Haynbachs, Louise oder Hilda tragen zum Unterhaltungswert dieser Geschichte bei.
„Modehaus Haynbach-Tage voller Hoffnung“ kann den Leser mit einer Sogwirkung von Beginn an unterhaltsam und mit einiger Spannung an die Seiten fesseln. Neben einer Liebesgeschichte gibt es Drama, Intrigen und einen guten Abriss des historischen Hintergrunds. Sehr gelungen, daher eine verdiente Leseempfehlung!

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"Starke Frauen in bewegten Zeiten"

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Autorin

Elaine Winter

Elaine Winter - Autor
© Ramona Engelhardt

Elaine Winter ist ein Pseudonym der Autorin Ira Severin, die schon als Kind gerne Geschichten erfunden hat. Sie studierte Germanistik und Anglistik, probierte sich in verschiedenen Jobs in der Medienbranche aus und kehrte bald zum Geschichten erfinden zurück. Inzwischen ist sie seit mehr als zwanzig Jahren Autorin und hat den Spaß am Erdenken schicksalhafter Wendungen und romantischer Begegnungen bis heute nicht verloren. Sie schreibt auch unter dem Pseudonym Luisa von Kamecke.

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