Das Erbe der Rosenthals
 - Armando Lucas Correa - Taschenbuch

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12,00

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Taschenbuch
Sonstige Belletristik
431 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17828-5
Ersterscheinung: 31.05.2019

Das Erbe der Rosenthals

Roman
Übersetzt von Ute Leibmann

(64)

1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.
2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe ...

Rezensionen aus der Lesejury (64)

Garten_Fee_1958 Garten_Fee_1958

Veröffentlicht am 21.02.2018

emotionale Familiengeschichte - Leseempfehlung

Berlin, 1939: Hannah, die Protagonistin des Romans in der Vergangenheit, ist jüdischer Abstammung und nach der Programnacht, Enteignungen und vielen Repressalien beschließen ihre Eltern, Deutschland zu ... …mehr

Berlin, 1939: Hannah, die Protagonistin des Romans in der Vergangenheit, ist jüdischer Abstammung und nach der Programnacht, Enteignungen und vielen Repressalien beschließen ihre Eltern, Deutschland zu verlassen. Ein Schiff soll sie zunächst nach Kuba bringen, als Zwischenstation, von dort aus will die Familie in die USA, wofür sie schon ein Visum haben. Nach der 14tägigen Schiffsreise angekommen, verweigern die kubanischen Behörden die Einreise und erklären die bereits ausgestellten Landungsscheine für ungültig und Hannahs Familie wird auseinandergerissen….
New York, 2014: Anna, die Protagonistin Anna des Romans in der Gegenwart, spricht jeden Abend mit ihrem Vater, erzählt ihm ihre Sorgen und Nöte, doch sie hat ihn nicht kennengelernt, er starb am 11.September 2001. Als sie und ihre Mutter eines Tages einen Brief aus Kuba erhalten, von ihrer Tante Hannah, reisen Mutter und Tochter nach Kuba, um zusammen mit Tante Hannah ihre Familiengeschichte zu erforschen und aufzuarbeiten….
Der Roman ist flüssig und angenehm zu lesen, zwei verschiedene Erzählstränge verknüpfen Vergangenheit und Gegenwart am Ende zu einem Bild. Der Autor hat eine fiktive Erzählung geschrieben, doch es gibt einen wahren Hintergrund, das Flüchtlingsschiff der HAPAG die St. Louis, die mit vielen Menschen an Bord 1939 Hamburg verließ, um die Schutzsuchenden nach Kuba zu bringen, wo sie nicht an Land gehen durften und eine Irrfahrt zurück machen mussten, bis sich England, Frankreich, Belgien und die Niederlande bereiterklärten, die Flüchtlinge aufzunehmen, nachdem auch die USA und Kanada die Aufnahme verweigert hatten.
Die Erzählung ist berührend, sehr emotional geschrieben und geht unter die Haut. Armando Lucas Correa hat es wunderbar verstanden, Fiktion und Realität miteinander zu verbinden. Die Charaktere sind sehr unterschiedlich, während die einen kämpfen, suchen andere die Erlösung im freiwilligen Tod.
Der Roman ist eine packend und fesselnd erzählte Familiengeschichte, sehr überzeugend geschrieben und die historischen Hintergründe werden zum Ende des Buches zusammen mit Fotos und den Passagierlisten des Luxusliners St. Louis abgerundet.
Ein hervorragender Roman.

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streifi streifi

Veröffentlicht am 31.01.2018

Das Schicksal der St. Louis

Das Erbe der Rosenthals ist eine Familiengeschichte, die mehrfach durch die großen Ereignisse der Welt beeinflusst wird.

Anna hat ihren Vater nie kennengelernt, er kam bei 9/11 ums Leben, ohne zu erfahren, ... …mehr

Das Erbe der Rosenthals ist eine Familiengeschichte, die mehrfach durch die großen Ereignisse der Welt beeinflusst wird.

Anna hat ihren Vater nie kennengelernt, er kam bei 9/11 ums Leben, ohne zu erfahren, dass er Vater werden würde. Elf Jahre später bekommt sie Post von einer bisher unbekannten Verwandten auf Kuba, die ihr die Familie des Vaters näher bringt. So bricht sie mit ihrer Mutter nach Kuba auf um die Großtante Hannah kennen zu lernen, die ihren Vater nach dem Tod seiner Eltern aufgezogen hat. Dort angekommen erfährt sie von Hannah nicht nur die Geschichte ihres Vaters, sondern auch die Geschichte von Hannah und ihrer Familie.

Hannah lebt mit ihren Eltern in Berlin und im Jahre 1939 wird es nach zwei Verhaftungen ihres Vaters höchste Zeit das Land zu verlassen. Es gelingt ihrem Vater Einreisegenehmigungen für Kuba und eine Schiffspassage dorthin zu buchen. Voller Hoffnung macht sich die Familie auf den Weg, nur um vor Kuba angekommen feststellen zu müssen, dass das Land sie nicht aufnehmen wird. Die Situation auf dem Schiff in den Tagen vor Kuba war wirklich schrecklich, besonders berührt hat mich die Trennung der Familie. Mutter und Tochter können in Kuba bleiben, der VAter darf das Schiff nicht verlassen.
Das Schicksal der Flüchtlinge auf der St. Louis hat so stattgefunden und die Grausamkeit der Staatenführer, die diese Vertriebenen nicht aufnehmen wollten hat mich sehr erschüttert. Damals fand sich niemand, der sie aufnahm und die meisten mussten zurück nach Europa. Für alle, die nicht in England Aufnahme fanden war dies das Todesurteil.

Durch die Ich-Perspektive gelingt es leicht Zugang zu den beiden elfjährigen Mädchen zu finden, die versuchen die Welt um sich herum zu verstehen.
Das Buch hat mich sehr betroffen gemacht. Hannahs Geschichte ist sicher nicht neu, aber die Unverforenheit mit der damals den Juden das Geld und dann auch das Leben genommen wurde macht immer wieder sprachlos.

Von mir eine volle Leseempfehlung!

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katha katha

Veröffentlicht am 20.01.2018

Schöner Roman über ein Familienschicksal in enger Verbindung mit gesellschaftlichen Entwicklungen

Der Roman befasst sich mit einer schwierigen Familiengeschichte, die auch durch den Nationalsozialismus beeinflusst wurde.
Zwei Mädchen, Anna und Hannah, dieser Familie werden in unterschiedlichen Zeiten ... …mehr

Der Roman befasst sich mit einer schwierigen Familiengeschichte, die auch durch den Nationalsozialismus beeinflusst wurde.
Zwei Mädchen, Anna und Hannah, dieser Familie werden in unterschiedlichen Zeiten begleitet, wobei Hannahs Vergangenheit jener Teil der Geschichte ist, der direkt mit dem Nationalsozialismus verbunden ist. Ihre Familie ist „jüdisch“ und der Familie bleibt schlussendlich nur die Flucht aus Deutschland.
Dabei sind jene Teile des Buches, die Hannahs Vergangenheit erzählen, sowohl spannend von fiktiver Seite her, als auch erschreckend aus aktueller Sicht gesehen, denn leider erscheinen manche der beschriebenen Szenen im Kontext des Syrienkrieges und des immer noch existierenden Antisemitismus so als wären sie noch nicht vergangen.
Hannah ist Annas Großtante, Annas Geschichte dreht sich vor allem um die Geschichte ihres Vaters, über die sie schlussendlich mehr von Hannah erfährt.
Die Sprache des Romans ist schön aber einfach und verständlich, der Schreibstil lässt einen glauben, man begleitet die Mädchen direkt, sei es in Hannah in der Vergangenheit oder Anna in der Gegenwart. Dabei fühlt man immer wieder mit, rätselt und will wissen wie es weitergeht.

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RaffisBookshelf RaffisBookshelf

Veröffentlicht am 18.01.2018

Großartig

Zwei Zeitebenen - Zwei Charaktere - Eine Verbindung
Einfach grandios.
Das wäre die Story eigentlich schon ganz grob zusammen gefasst. Aber jetzt noch ein wenig detaillierter. Wie schon erwähnt spielt das ... …mehr

Zwei Zeitebenen - Zwei Charaktere - Eine Verbindung
Einfach grandios.
Das wäre die Story eigentlich schon ganz grob zusammen gefasst. Aber jetzt noch ein wenig detaillierter. Wie schon erwähnt spielt das Buch auf zwei Zeitebenen. Einmal 1939 und zum anderen 2014. Die zwei Charaktere sind Hannah und Anna. Hannah ist 13 lebt in Berlin (1939) und ist Jüdin, dadurch hat sie es natürlich nicht einfach. Zu ihrem mehr oder weniger "Glück" sind ihre Eltern relativ wohlhabend und sie schaffen es auf ein Schiff welches von Deutschland nach Kuba fährt. Mehr möchte ich aber auch garnicht verraten...
Aber nun noch zu Anna, diese lebt 2014 und ist in etwa so alt wie Hanna. Nun stellt sie eine familiäre Verbindung zu dieser her und will ihren Wurzeln auf den Grund gehen.
Dies war das erste Buch des Autors und omg was hat er hiermit geschaffen. Er hat sich eine wahre Begebenheit zu Grunde genommen und hierraus einen Roman geschaffen, der mich kommplett begeistern konnte. Ich mochte die Protagonisten (beide). Die Verknüpfungen und Zeitsprünge. Allgemein hatte das Buch eine so tolle Struktur und konnte mich von vorne bis hinten überzeugen. Lest es! Absolute Empfehlung!
Noch mal etwas genauer: Der Schreibstil war großartig und ich habe mitgefiebert. Es gibt nicht viel Bücher/Autoren, welche mich zum weinen bringen, aber dieser Autor hat es geschafft. Das Ende war für mich einfach perfekt.
Ich kann jetzt auch nicht mehr sagen, als euch eine Ausdrückliche Leseempfehlung auszusprechen, falls euch das Thema in irgendeiner Weise interessiert.

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lenicool11 lenicool11

Veröffentlicht am 13.01.2018

Die Rosenthals und ihre bewegende Geschichte

Inhalt
1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch ... …mehr

Inhalt
1939 muss die elfjährige Hannah mit ihrer Familie aus Berlin fliehen, denn sie ist Jüdin. Ein Schiff soll sie nach Kuba bringen, doch nur die Wenigsten dürfen die St. Louis dort verlassen. Auch Hannahs Familie wird auseinandergerissen.

2014 sucht die elfjährige Anna nach den Wurzeln ihres bei 9/11 verstorbenen Vaters. Ein Brief ihrer Großtante enthält Fotos und erste Hinweise. Doch erst als sie zusammen mit ihrer Mutter von New York nach Kuba reist, kommt sie der Geschichte ihrer Familie wirklich nahe.

Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein, seine Heimat zu verlieren, die Liebsten? Einfühlsam und sprachgewaltig erzählt Armando Lucas Correa die Geschichte zweier Mädchen, die zwei Kontinente und mehr als sechs Jahrzehnte trennen, die aber so vieles verbindet: die Liebe zu ihren Vätern, ihr Überlebenswille, die Hoffnung.



Meine Meinung
Der Autor hat eine sehr bewegende Geschichte erzählt und hat sie von zwei 12 jährigen Mädchen erzählen lassen. Man trifft in dieser Geschichte 3 große Ereignisse die die Welt erschüttert haben. Ich finde der Satz Was bedeutet es, auf der Flucht zu sein, seine Heimat zu verlieren, die Liebsten? zeigt deutlich wo rum es in diesen Buch geht und ich finde der Autor hat es geschafft die Ängst und auch Hoffnung dieser Menschen sehr gut darzustellen. Mir war bis ich dieses Buch gelesen habe garnicht bewusst das Kuba auch sehr schlimm mit Minderheiten umgegangen sind. Es ist schon schrecklich zu was Menschen fähig sind. Der Autor hat zwar eine Fiktive Geschichte erfunden aber sie hat einen historisch belegten Kern. Vor allem Hannah merkt man an mit 12 aber auch mit 87 das sie einfach eine Starkes Mädchen und später Frau ist die nie mehr Glücklich werden konnte.
Ich bin von diesem Buch echt bewegt und gerührt gewesen. Und mir taten die Menschen so leid und ich konnte viele Schritte die dort getan wurden sehr gut nachvollziehen ich will nicht ins Detail gehen sonst würde ich Spoilern. Beide Zeitebenen sind wirklich toll und werden zu einer tollen Geschichte verwoben.


Fazit
Jeder der Familiengeschichten mag und vor allem mit einer dramatischen Geschichte um gehen kann die im 2 Weltkrieg spielt und später in der kubanischen Revoltion ist hier sehr gut aufgehoben.

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Autor

Armando Lucas Correa

Armando Lucas Correa - Autor
© Hector Torres

Armando Lucas Correa lebt in Manhattan und arbeitet dort als Herausgeber des wichtigsten Magazins der spanischen Gemeinschaft in den USA, People en Español. Zuvor arbeitete er auf Kuba als Herausgeber eines Kulturmagazins. Für seine journalistischen Arbeiten wurde er bereits mehrfach ausgezeichnet, unter anderem von der National Association of Hispanic Publications und der Society of Professional Journalism. „Das Erbe der Rosenthals“ ist sein erster Roman.

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