Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen
 - Malin Persson Giolito - Taschenbuch

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11,00

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Taschenbuch
Sonstige Belletristik
461 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17963-3
Ersterscheinung: 04.04.2019

Quicksand: Im Traum kannst du nicht lügen

Roman
Übersetzt von Thorsten Alms

(21)

Stockholm: Nach einem Blutbad an einem Gymnasium steht die achtzehnjährige Maja vor Gericht. Sie hat geschossen, und unter den Toten sind ihre beste Freundin Amanda, ihr Freund Sebastian und der Lehrer Christer. Wie konnte es dazu kommen, dass dieses einstmals so beliebte Mädchen zur meistgehassten Person Schwedens wurde? Und ist sie überhaupt eine Mörderin?



Rezensionen aus der Lesejury (21)

Kati1211 Kati1211

Veröffentlicht am 13.02.2021

tolles Buch dass sich leider teilweise etwas in die Länge zieht

Ich habe die Serie auf Netflix gesehen und ich war begeistert. Deswegen wollte ich das Buch unbedingt lesen. Und ich muss sagen, auch das Buch ist echt toll.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich finde ... …mehr

Ich habe die Serie auf Netflix gesehen und ich war begeistert. Deswegen wollte ich das Buch unbedingt lesen. Und ich muss sagen, auch das Buch ist echt toll.

Das Cover gefällt mir sehr gut. Ich finde die zerbrochene Glasscheibe eine tolle Idee und es passt zu Inhalt des Buches.

Den Schreibstil finde ich gut. Auch finde ich es super, dass man Majas Gedanken mitbekommt, was man ja in der Serie nicht tut. Ich fand es sehr interessant ihre Gedanken zu erfahren, aber auch die Rückblick waren toll um mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren.

Das Thema des Buches finde ich mega interessant und Malin Persson Giolito hat es toll umgesetzt. Nichts desto trotz habe ich hier einen kleinen Kritikpunkt. Der Anfang und das Ende haben mir sehr gut gefallen. Allerdings finde ich, dass es in der Mitte etwas langweilig würde und ein paar Szenen waren meiner Meinung nach etwas unnötig. Während ich den Anfang und das Ende ziemlich schnell gelesen habe, fiel es mir in der Mitte etwas schwerer und es hat sich ein bisschen hingezogen. Dennoch hat mir das Buch gut gefallen.

Maja finde ich eigentlich ziemlich sympathisch und man konnte mit ihr mitfühlen und ihre Handlungen teilweise nachvollziehen, vor allem als man nach und nach mehr erfahren hat. Generell hat Malin Persson Giolito starke und interessante Charaktere erschaffen.

Quicksand ist ein interessanter Roman, den ich auf jeden Fall empfehlen kann, auch wenn es teilweise etwas langatmig war. Ich fand das Buch allerdings besser als die Serie, da man eben Majas Gedanken mitbekommen hat. Aber auch die Serie ist sehr empfehlenswert.

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emkeyseven emkeyseven

Veröffentlicht am 05.10.2020

Ein schrecklicher Amoklauf und ein eintöniger Prozess

Die Geschichte beginnt mit Majas Prozess und man erfährt zunächst nur wenig über die Dinge, die zum Tod ihres Lehrers und ihrer Mitschüler geführt haben. Maja hat dabei einen eher distanzierten Blick auf ... …mehr

Die Geschichte beginnt mit Majas Prozess und man erfährt zunächst nur wenig über die Dinge, die zum Tod ihres Lehrers und ihrer Mitschüler geführt haben. Maja hat dabei einen eher distanzierten Blick auf ihr bisheriges Leben und da man auch nur wenig über ihre Taten und Motive bei dem Amoklauf erfährt, wusste ich auch lange nicht, was ich von ihr halten soll und ob ich sie wirklich für unschuldig halte.

Die Geschichte beginnt eigentlich mit Sebastian, der Maja viel Aufmerksamkeit schenkt, doch im Gegenzug verlangt er nach genauso viel Zuwendung. Er hat große Probleme mit seinem reichen Vater und dadurch ist er schon vor langer Zeit zu einem ziemlich widerlichen Menschen geworden, der sich nur für sich selbst interessiert.

Maja erzählt also rückblickend von ihren Mitschülern und den Partys, wie sich ihre Beziehung mit Sebastian und ihre anderen Freundschaften entwickeln. Darüber hängt dann die ganze Zeit das Wissen, dass alles in einem Massaker enden wird, das verleiht auch Sebastians Wahnsinn und Majas nahender Depression noch mal eine viel bedrückendere Note. Trotzdem war da immer die Hoffnung, dass Maja vielleicht doch unschuldig ist und es doch nicht so schlimm ist, wie es zunächst scheint.

Das Buch war durchaus spannend, auch wenn man sich hier nicht fragt, was passiert, sondern eher wie es dazu kam. Da ich immer eher Mitleid statt Sympathie empfand, konnte es mich aber nie richtig packen. Den Prozess in der Gegenwart fand ich da schon ganz interessant, aber der ist auch voller Wiederholungen und wirkt dadurch oft langweilig.

Fazit
Insgesamt hat mir "Quicksand - Im Traum kannst du nicht lügen" schon gut gefallen, weil ich sehr gespannt war, wie Maja in diesem Amoklauf gelandet ist, aber ich fand sie leider nie besonders sympathisch und die Geschichte fand ich auch oft etwas eintönig.

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anna-liee anna-liee

Veröffentlicht am 24.05.2020

Ein Buch, das noch lange nachhallt...

Rezensionsexemplar

Inhalt

Die 18jährige Maja Norberg steht nach einem Blutbad in einem Stockholmer Gymnasium vor Gericht. Sie hat geschossen, und unter den Toten sind ihre beste Freundin Amanda, ihr ... …mehr

Rezensionsexemplar

Inhalt

Die 18jährige Maja Norberg steht nach einem Blutbad in einem Stockholmer Gymnasium vor Gericht. Sie hat geschossen, und unter den Toten sind ihre beste Freundin Amanda, ihr Freund Sebastian und der Lehrer Christer. Obwohl sie einst so beliebt war, wurde sie durch diese Bluttat zur meistgehassten Person in Schweden. Doch ist der Fall wirklich so klar? Ist Maja wirklich eine Mörderin?


Als ich von der neuen Netflixserie „Quicksand“ gehört und mir angeschaut habe worum es geht war ich sofort Feuer und Flamme. Die Thematik klang unfassbar spannend und ich wollte direkt einmal hineinschauen. Nachdem ich eine Folge gesehen hatte, habe ich mich ein bisschen näher damit beschäftigt und herausgefunden, dass es eine Buchvorlage dazu gibt. Nachdem ich die zweite Folge der Serie geschaut habe war mir klar, dass für mich das Buch wahrscheinlich besser funktionieren würde. Ich habe zufällig gesehen, dass NetGalley den Titel anbietet und das E-Book angefragt. Herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar! Kaum hatte ich es heruntergeladen habe ich zu lesen begonnen und letztlich auch nicht einmal drei Tage gebraucht, um die Geschichte zu beenden.

Ich muss sagen, dass ich zu Beginn wirklich große Schwierigkeiten mit dem Buch hatte. Man spürt beim Lesen diese Spannung, man weiß einfach nicht was passiert ist und möchte um jeden Preis herausfinden, wohin die Geschichte sich wenden wird. Was ist in diesem Klassenzimmer passiert? Was hat Maja dazu veranlasst zu schießen? Welche Gründe hatte sie? Hatte sie überhaupt irgendwelche Gründe? Wie hat sich ihre Persönlichkeit so sehr verändert, dass sie zur Mörderin werden konnte? Diese unterschwellige Spannung ist auf jeder Seite zu spüren.

Doch Maja, die eigentlich Maria heißt, ist keine Sympathieträgerin. Sie ist eine anstrengende, verwöhnte, reiche Göre. Fast all ihre Gedanken sind komplett privilegiert. Sie beschwert sich über ihr ach so hartes und schweres Leben. Sie lässt zutiefst rassistische Gedanken zu und merkt es nicht einmal. Sie ist unglaublich anstrengend und nervtötend. Zu Anfang ist auch ihre Ausdrucksweise unglaublich harsch und wütend. Ihre Art und Weise fand ich furchtbar. Als hätte sie überhaupt kein Interesse daran, wie ihre eigene Verhandlung verläuft und was das alles mit ihr zu tun hat. Sie wirkte so abgeklärt und fertig mit allem. Ich habe sie erst im Verlauf der Geschichte nach und nach zu verstehen gelernt. Langsam aber sicher hat sich die Tragik und Dramatik all dessen, was geschehen ist, herauskristallisiert und der Zorn in Maja wird zu etwas anderem: Angst, Verzweiflung, Schuld.

Letztlich jedoch habe ich ganz am Ende ein Gefühl für Maja bekommen. Sie ist ein junges Mädchen, das vor der Tat völlig allein gelassen war. Sie fühlte sich einsam, verzweifelt, hilflos. Sie wusste nicht in welche Richtung sie sich wenden soll und hatte niemanden, der sie auch nur ansatzweise verstehen oder ihr helfen konnte. Sie war völlig allein und auf sich gestellt. Man neigt als Leser dazu, diese Situation und ihre Gefühle dazu zu nutzen Maja zu verurteilen: schließlich hat sie geschossen. Doch so einfach ist es in diesem Fall nicht. Es ist so viel komplizierter und das wird erst nach und nach und nach deutlich. Es wird erst ganz am Ende klar, was geschah und wie es dazu kommen konnte.
Ich fand den Aufbau der Geschichte wirklich gut. Die Erzählung ist ganz und gar nicht linear. Nichts wird Schritt für Schritt erklärt und dargestellt. Maja lässt den Leser an allen möglichen Erinnerungen teilhaben, vor der Tat, nach der Tat und erst langsam entstehen Zusammenhänge. Es wird bruchstückhaft deutlich wie sich alles zu dieser Tragödie hochgeschaukelt hat und das hält die Spannung der Geschichte aufrecht.
Bis es jedoch erst soweit ist, dass die Spannung ordentlich an Fahrt aufnimmt, habe ich sehr mit der Handlung kämpfen müssen. Erst gegen Ende wird klar, wie alles zusammenhängt, doch der Weg dorthin war für mich zu lange. Ich bin nur schwer mit Maja und ihrer Art und Weise zurecht gekommen und es hat über die Hälfte des Buches gebraucht, bis ich sie ansatzweise verstehen konnte. Es war mir teilweise einfach viel zu anstrengend ihr zu folgen und auch wenn ich im nachhinein den Aufbau des Buches super fand, weil es ein genialer Gedanke der Autorin war, war mir die Erzählweise während des Lesens teilweise einfach zu viel und zu durcheinander.

Fazit

Der Autorin ist es gelungen, mich mit dem Ende der Geschichte zu überzeugen. Zu Anfang habe ich mich durch die Seiten gequält, doch gegen Ende wurde die Spannung immer größer und das rätseln, was tatsächlich im Klassenzimmer passiert ist, stärker. Die Erzählweise ist sehr gut gewählt und Maja wird erst langsam zu einer Person, die man verstehen kann und mit der man mitfühlt. Es ist eine Reise, die nur langsam voran geht und deshalb für mich nicht zu dem Highlight werden konnte, das es hätte sein können. Trotzdem muss ich nach dem Ende sagen, dass ich den Thriller sehr empfehlen kann. Er ist anders als man es vielleicht erwartet, schriftstellerisch sehr gut und wird mir in jedem Fall im Gedächtnis bleiben.

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Wuenschvoll2013 Wuenschvoll2013

Veröffentlicht am 26.09.2019

Jahreshighlight

Ein Meisterwerk, welches sich authentisch mit einem komplexen Thema auseinandersetzt.
Das Buch lässt sich in drei Bereiche aufteilen: Die Zeit vor dem Amoklauf, der Amoklauf selbst und die Zeit der Haft ... …mehr

Ein Meisterwerk, welches sich authentisch mit einem komplexen Thema auseinandersetzt.
Das Buch lässt sich in drei Bereiche aufteilen: Die Zeit vor dem Amoklauf, der Amoklauf selbst und die Zeit der Haft und des Prozesses.
Die Geschichte ist packend. Ich konnte das Buch nicht zur Seite legen. Ich musste einfach wissen, wie es weitergeht.
Es war nicht langatmig, sondern auf den Punkt gebracht.
Das ist mein erstes Buch, welches ich von der Autorin gelesen habe. Es wird mit Sicherheit nicht das Letzte sein. Ihr Schreibstil ist flüssig und modern. Mir gefällt ihre Schreib-/ Erzählweise sehr. Die Stilmittel sind weise eingesetzt worden.
Das Buch überzeugt für mich auf ganzer Linie.
Packende Story. Sie hat mich emotional sehr berührt. Ich fand es sehr erschreckend, aber auch faszinierend wie tief der menschliche Abgrund ist und was Hass für eine starke Emotion ist.
Die Aufteilung sagt mir auch sehr zu.
Das Cover passt zum Inhalt des Buches und hat mich ehrlich gesagt auch, als erstes angesprochen.
Der Klappentext hat mich auch sehr neugierig gemacht.
Zum Schluss möchte ich sagen, dass das Buch eine Bereicherung ist und eine klar Empfehlung.

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Aniya Aniya

Veröffentlicht am 09.08.2019

Schwierig

Dieses Buch ist vor allem eins: anstrengend.
Bevor man es aufschlägt, sollte man wissen, dass man sich während der gesamten Geschichte im Kopf der Protagonistin Maja befindet. Und die ist ätzend, nervig, ... …mehr

Dieses Buch ist vor allem eins: anstrengend.
Bevor man es aufschlägt, sollte man wissen, dass man sich während der gesamten Geschichte im Kopf der Protagonistin Maja befindet. Und die ist ätzend, nervig, verurteilend, überheblich, fies, egoistisch - mit Absicht, denn die Autorin weiß, was sie da tut.

Die Story beginnt, als Maja vor Gericht sitzt. Alles ist bereits vorbei, wir erfahren am Rande von einem Schulmassaker, an dem sie hauptsächlich beteiligt gewesen sein soll.
Und während die Staatsanwältin die Anklageschrift verliest, während Tag um Tag der Verhandlung vergeht, fängt Maja an, zurückzudenken, abzuschweifen, zu überlegen.
Vieles hat am Anfang wenig mit der eigentlichen Geschichte und dem, was man so dringend wissen will, zu tun.
Es geht oft um kleine Anekdoten, Erinnerungen an früher und darum, wie Maja sich das Leben anderer so vorstellt.
Dabei steckt sie Menschen, die sie kaum kennt, in winzig kleine Schubladen - und ärgert sich darüber, dass andere das mit ihr machen.
In seitenlangen gedanklichen Monologen ergießt sie sich in diesen Vorstellungen. Es geht die ganze Zeit so "sie ist der Typ, der...", "ich schätze mal, er wird jeden Tag...", "ich kann mir richtig vorstellen, wie..."
Das sagt sehr wenig über die gemeinten Personen aus, dafür aber umso mehr über Maja selbst. Sie mag niemanden, findet jeden und jede scheiße und hält sich für ach so viel besser als alle anderen.
Um dem ganzen dann die Krone aufzusetzen, werden relativ zum Schluss die Lesenden selbst angesprochen und Maja mutmaßt, wie wir so drauf sind, aus welcher Gesellschaftsschicht wir kommen etc.
Im Prinzip liest man also hunderte Seiten, auf denen sie erklärt, wie "blöd" und "hässlich" und "oberflächlich" und "unwissend" jemand ist, wie deep sie selbst ist und dass sie die Partys und den oberflächlichen Kram eigentlich gar nicht mag (und da kann sie uns an manchen Stellen noch so oft sagen, dass sie sich ja auch manchmal dumm vorkommt oder irgendwas nicht verstanden hat, sie ist und bleibt arrogant).
Sie beleidigt gedanklich ihre Eltern und ihre beste Freundin (man bekommt regelrecht den Eindruck, die würde sie richtig hassen) und erklärt uns dann, dass sie diese Menschen trotzdem sehr liebt.
All das lesen wir, damit uns Maja am Ende sagt: "Na? Ihr mögt mich nicht, was? Ihr habt auch so gar nichts verstanden!"
Hm, ja, wahrscheinlich. *Augenrollen*

Im Buch werden außerdem wahnsinnig viele Themen untergebracht: Sexismus, Rassismus, Wirtschaft, Steuern, Drogen, (sexualisierte) Gewalt, psychische Erkrankungen, die Schere zwischen arm und reich...
Dabei hat Maja von allem eine Vorstellung, aber von nichts so wirklich Ahnung, was wiederum zu ihrem Alter und ihrem behüteten Lebensstil passt.
Gelegentlich fühlte ich mich sogar an mich selbst als Teenie erinnert (bis auf den Lebensstil) und war fast schon ein wenig peinlich berührt.

Eine Sache, die mir in diesem Buch ebenfalls eher weniger gefallen hat, waren die Beziehungen und die Glaubwürdigkeit.
Ich habe halt z.B. einfach nicht verstanden, was die Jungs von ihr wollten, warum sie was mit ihr anfingen. Viel showing, wenig telling, wie wir Engländer sagen. ;)
Es wird nichts romantisiert und es gibt auch keinen dicken Zuckerguss, was ich der Autorin hoch anrechne. Grade zum Schluss (ohne das ich spoilern will) fand ich Majas Stimme am stärksten, ihre Bürde schlimm und ihr Umfeld und den Umgang mit dem Thema noch schlimmer.
Dennoch habe ich nicht verstanden, wieso es überhaupt angefangen hat. Gut, dafür bräuchte man vielleicht Sebastians Stimme, oder die des anderen Jungen, Maja kann ja auch nicht alles wissen.

Gut gefallen hat mir dagegen aber das etwas zurechtgerückte Bild von Schweden, das mir dieses Buch durch die Wirtschafts- und Steuerthemen vermittelt hat. Grade hier in Deutschland neigt man ja dazu, die skandinavischen Länder als reinstes Paradies, in dem alles immer super läuft, darzustellen und das ist selbstverständlich Unsinn.
Natürlich gibt es auch dort Probleme, der Kapitalismus greift um sich, die Reichen werden reicher... verglichen mit Deutschland ist Schweden aber immer noch meilenweit vorne und die geben sich wenigstens Mühe und versuchen, ihr Land zu einem schöneren Ort für alle zu machen.

Bei der Art der Erzählung (alles in Majas Kopf und ausschließlich durch ihre Brille und Rückblenden) war ich meistens hin- und hergerissen. Mal hielt ich sie für ein großartiges Konzept für den Spannungsbogen, mal für völlig unnötiges in die Länge ziehen.

Der Schreibstil ist für mich das beste am gesamten Buch. Ich halte die Autorin für unheimlich klug und talentiert und das ist auch der Grund, warum ich dem Buch trotz meiner harschen Kritik 3 Sterne gebe. Weniger hat es einfach nicht verdient, schon gar nicht nur, weil hier anscheinend mein Geschmack nicht immer so getroffen wurde.

Für mich war es im Endeffekt aber leider zu überladen, zu viel pubertäres Geschwurbel und Teenie-Drama, zu viele gewollt unsympathische Charaktere, zu gewollt deep, zu gewollt provokant, einfach zu gewollt. Ich war ziemlich erleichtert, als ich die letzte Seite gelesen hatte und das Buch schließen konnte.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Malin Persson Giolito

Malin Persson Giolito - Autor
© Viktor Fremling

Malin Persson Giolito, 1969 geboren, wuchs in Stockholms Vorort Danderyd auf, dem Schauplatz des vorliegende Romans. Sie hat in Uppsala Jura studiert und arbeitet seit einigen Jahren bei der Europäischen Kommission in Brüssel. Sie lebt dort mit ihrem Mann und ihren Kindern. Wegen des großen internationalen Erfolgs von IM TRAUM KANNST DU NICHT LÜGEN will sie sich nun komplett dem Schreiben von Romanen widmen. Sie erntete in Schweden durchweg begeisterte …

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