Die Wahrheit
 - Sam Bourne - Taschenbuch

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11,00

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Taschenbuch
Thriller
448 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-17982-4
Ersterscheinung: 29.05.2020

Die Wahrheit

Thriller
Band 2 der Reihe "Maggie-Costello-Reihe"
Übersetzt von Axel Merz

(35)

Sie wollen die Wahrheit selbst auslöschen, jegliches Zeugnis der grausamsten Menschheitsverbrechen der Geschichte. Berühmte Bibliotheken gehen in Flammen auf, Historiker werden ermordet und Zeitzeugen verschwinden spurlos. Maggie Costello, Ex-Mitarbeiterin des Weißen Hauses, hatte sich eigentlich eine Auszeit verordnet. Doch dann stolpert sie über Hinweise auf die Hintermänner. Sie gräbt tiefer und begibt sich damit direkt ins Visier der Verschwörer.

Rezensionen aus der Lesejury (35)

DasIgno DasIgno

Veröffentlicht am 22.10.2020

Fürchterliches Szenario

Während William Keane in einem vielbeachteten Gerichtsprozess erreichen will, dass die Sklaverei aus der amerikanischen Geschichte gestrichen wird, bricht plötzlich auf der ganzen Welt die Katastrophe ... …mehr

Während William Keane in einem vielbeachteten Gerichtsprozess erreichen will, dass die Sklaverei aus der amerikanischen Geschichte gestrichen wird, bricht plötzlich auf der ganzen Welt die Katastrophe aus. Die wichtigsten Bibliotheken und Archive gehen in Flammen auf, Historiker und Zeitzeugen der schlimmsten Epochen der jüngeren Vergangenheit werden ermordet.
Maggie Costello wollte zwar kürzer treten, ist aber schnell bereit, sich den Geschehnisse zu widmen, als sie darum gebeten wird. Schnell wird ihr klar, hier ist eine konzertierte Aktion in vollem Gange und das Ziel ist so offensichtlich wie schrecklich: Das historische Gewissen der Welt soll ausgelöscht werden, damit die Menschheit auf einem weißen Blatt neu anfangen kann.

_Die Wahrheit_ ist, und das finde ich nach _Der Präsident_ wirklich schwer, für mich zweifellos der bislang schlimmste Teil der Serie um Maggie Costello. Und damit meine ich nicht die Qualität des Thrillers. Die ist extrem gut, aber uff, ich habe gelitten wie bei wenigen fiktionalen Büchern. Die Geschichte und die Implikationen, die sie mit sich bringt und die Bourne schonungslos ausarbeitet, sind für mich dermaßen furchtbar, da hat das Lesen viel mit mir gemacht. Alleine die Vorstellung, es würde reichen, die historischen Belege für Sklaverei oder die Shoah zu vernichten, um sie juristisch ungeschehen, weil unbelegbar, machen zu können … wie grausam ist das? Da hilft es auch nicht, dass _Die Wahrheit_, erschienen 2020, natürlich wieder nah an der aktuellen Lage in den USA geschmiedet ist und diese ganze Geschichte, die Herleitungen, die Argumentationen – Crawford McNamara (aka. Steve Bannon) und William Keane halten seitenlange Monologe, die 1:1 aus dem Lager des derzeitigen Präsidentendarstellers (Herrje, schon wieder) stammen könnten – weit weniger fiktional scheinen, als sie sollten.

Um das also kurz zu fassen, Bourne hat ein Szenario konstruiert, das extrem gut ist, weil es extrem fürchterlich ist. Er verstärkt das, indem er es recht nahtlos in die aktuelle politische Lage in den USA einbettet. Dadurch konnte ich _Die Wahrheit_ nicht alleine als Unterhaltungsliteratur lesen, auch wenn es zweifellos in die Sparte gehört. Das Buch ist auch eine Mahnung, rote Linien insbesondere nach Rechts zu ziehen und sie dann auch vehement zu verteidigen.

Als quasi notwendigen Nebeneffekt spielt Bourne eine Debatte durch, die, abseits eines wissenschaftlichen Diskurses, wahrscheinlich auch nur in rechten und – könnte ich mir thematisch vorstellen – höchstens noch libertären Kreisen existiert: Ginge es den Gesellschaften der Menschheit insgesamt besser, wenn sie nicht mit ihren Altlasten leben müssten? Kriege, Vorurteile, Unterdrückungsmechanismen … vieles davon begründet sich in hohem Maße auf Geschehnisse in der Vergangenheit. Gäbe es die im kollektiven Bewusstsein nicht mehr, könnte dann jede Generation nicht wieder bei Null anfangen? Bournes Antwort auf die Frage ist ein eindeutiges Nein, das zeigt sich alleine schon aus den Motiven, aus denen die Verfechter der These im Buch agieren. Denn die liegen quasi immer in einer Machtposition, die von unbequemen Altlasten bereinigt werden soll. Um es deutlicher zu sagen: _Weiße_, gut situierte Menschen. Ihnen gegenüber stehen Marginalisierte, die um die effektive Anerkennung ihrer Vergangenheit kämpfen.

An der Stelle möchte ich einen kleinen Kritikpunkt anbringen: Relativ früh im Buch unterhält sich Maggie mit Mike Jewel, dem Schwarzen Wortführer einer Anti-Hass-Kundgebung. Er duzt sie, sie siezt ihn. Das Setting fällt mir öfter auf und es stört mich, denn bei Übersetzungen aus dem Englischen basiert es immer auf einer Interpretationsleistung, schließlich existiert der Unterschied zwischen formeller und informeller Anrede im Original nicht. Es mag Kontexte geben, in denen eine Differenzierung auf dieser zusätzlichen Ebene inhaltlich Sinn macht, wahrscheinlich ist das sogar meistens der Fall. Hier haben wir mit Maggie aber eine Figur, zu der dieses Beharren auf einer formellen Anrede gegen die informelle ihres Gegenübers nicht passt. Und dann sollte man es auch lassen, weil es eine Wertung der Charaktere beinhaltet, die, jedenfalls in der Schärfe, im Original nicht vorhanden war.

Nevertheless, lest _Die Wahrheit_! Das Buch ist nicht nur als Teil der Serie um Maggie Costello super, es bearbeitet auch ein Thema, das leider sehr in die aktuelle Zeit passt. Bourne warnt, und das laut. Er mag die Sache überziehen – dafür ist es Fiktion -, aber geschichtsrevisionistische Bemühungen gibt es und sie sind gleichermaßen eine große Gefahr.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

briganti-diesammlerin briganti-diesammlerin

Veröffentlicht am 17.06.2020

Maggie Costello ist wieder ganz in ihrem Element

Nach" Der Präsident" ist dies das zweite Buch, dass ich von Sam Bourne gelesen habe. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht.

Klappentext: Sie wollen die Wahrheit selbst auslöschen, jegliches Zeugnis ... …mehr

Nach" Der Präsident" ist dies das zweite Buch, dass ich von Sam Bourne gelesen habe. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht.

Klappentext: Sie wollen die Wahrheit selbst auslöschen, jegliches Zeugnis der grausamsten Menschheitsverbrechen der Geschichte. Berühmte Bibliotheken gehen in Flammen auf, Historiker werden ermordet und Zeitzeugen verschwinden spurlos. Maggie Costello, Ex-Mitarbeiterin des Weißen Hauses, hatte sich eigentlich eine Auszeit verordnet. Doch dann stolpert sie über Hinweise auf die Hintermänner. Sie gräbt tiefer und begibt sich damit direkt ins Visier der Verschwörer.

Meine Meinung: Maggie Costello hat mir bereits im Roman" Der Präsident" sehr gut gefallen und auch in "Die Wahrheit" gefällt mir ihre Art und Weise, wie sie die Dinge angeht.

Der Schreibstil gefällt mir ganz gut, alleine das die Anrede "Du", "Ihnen" und so weiter in der wörtlichen Rede großgeschrieben wurde, irritierte mich anfangs. Die Kapitel sind nicht zu lang, manche Textstellen musste ich zweimal lesen und sie zu verstehen. Durch die Zeit- und Ortsangaben im Titel war es leicht sich zu orientieren. Das Cover gefällt mir gut, allerdings hatte ich nicht damit gerechnet, dass der Präsident im Roman kaum erwähnt wird, da unter der brennenden Flagge auf ihn und seine Lügen hingewiesen werden. Ich hatte mit etwas mehr Bezug auf den aktuellen amerikanischen Präsidenten gerechnet.

Unterschiedliche Handlungsstränge scheinen erstmal nichts miteinander zu tun zu haben. Ein Prozess über die Wahrheitsfindung in der Erinnerung einer Zeugin zum Thema Sklavenhaltung, der Mord an einem Historiker. Maggie Costello stellt schnell eine Verbindung zwischen den beiden Begebenheiten und den weltweiten Bränden in Bibliotheken her und gerät selber unter Beschuss der Verursacher.

Die Frage, die der Roman aufwirft, ist:

Wäre Friede möglich, wenn alle Erinnerungen an die Vergangenheit ausgelöscht werden?

Ich konnte die Frage für mich nicht befriedigend klären. Der Roman bekommt von mir eine klare Leseempfehlung.


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goldpet goldpet

Veröffentlicht am 06.06.2020

Ist die Warheit immer richtig?

Sie wollen die Wahrheit selbst auslöschen, jegliches Zeugnis der grausamsten Menschheitsverbrechen der Geschichte. Berühmte Bibliotheken gehen in Flammen auf, Historiker werden ermordet und Zeitzeugen ... …mehr

Sie wollen die Wahrheit selbst auslöschen, jegliches Zeugnis der grausamsten Menschheitsverbrechen der Geschichte. Berühmte Bibliotheken gehen in Flammen auf, Historiker werden ermordet und Zeitzeugen verschwinden spurlos. Maggie Costello, Ex-Mitarbeiterin des Weißen Hauses, hatte sich eigentlich eine Auszeit verordnet. Doch dann stolpert sie über Hinweise auf die Hintermänner. Sie gräbt tiefer und begibt sich damit direkt ins Visier der Verschwörer.

Wenn selbst der Präsident lügt, wen kann man noch trauen?

Maggie Casello, die Ex-Mittarbeiterin im Weißen Haus, wollte sich eigentlich eine Auszeit gönnen. Dach als sie von der Gouverneurin von Virinia, Donna Morrison, um Hilfe gebeten wird, stürtzt sie sich doch wieder aufopferungsvoll in die Arbeit.

Die Warheit soll für immer ausgelöscht werden. Historiker werden ermordet, Museen und Bibliotheken gehen in Flammen auf. Historische Dokumente und Zeitzeugen werden eliminiert damit sie keine Informationen von Verbrechen an der Menschheit weiter geben können.

Ich habe auch schon "Der Präsident" von Sam Bourne gelesen und war daher auf ein Verwirrspiel eingestelt. Anfänglich war es mir etwas schwehr gefallen in die Geschichte hinein zu finden. Doch s wurde von Seite zu Seite prisannter und aber auch verirrender. Im Groen und Ganzen hat mir das Buch gefallen.

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Terminator Terminator

Veröffentlicht am 04.06.2020

Spannender Thriller

Das Buch „Die Wahrheit“ erzählt mit viel Spannung eine originelle Geschichte. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich manche Wendungen unrealistisch fand und die Handlungen der Hauptfigur nicht immer nachvollziehen ... …mehr

Das Buch „Die Wahrheit“ erzählt mit viel Spannung eine originelle Geschichte. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich manche Wendungen unrealistisch fand und die Handlungen der Hauptfigur nicht immer nachvollziehen konnte. Man muss natürlich nicht jede Figur verstehen, um das Buch trotzdem interessant und lesenswert zu finden. „Die Wahrheit“ ist ein sehr gut geschriebener und spannender Thriller. Die politischen Intrigen und der Prozess an sich machen das Buch sehr interessant.

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Gina1627 Gina1627

Veröffentlicht am 03.06.2020

Spannung und Action pur! Fesselnd, brisant und beängstigend!

Sam Bournes Thriller zu lesen ist wie einen actionreichen Kinofilm zu erleben. Eine Geschichte die zwischen Fiktion und Wirklichkeit liegt, einen ungemein fesselt, für atemlose Spannung sorgt und mit ... …mehr

Sam Bournes Thriller zu lesen ist wie einen actionreichen Kinofilm zu erleben. Eine Geschichte die zwischen Fiktion und Wirklichkeit liegt, einen ungemein fesselt, für atemlose Spannung sorgt und mit einem fulminanten Showdown endet!

Ihre nervenaufreibende Zeit als Mitarbeiterin des Präsidenten im Weißen Haus ist für Maggie Castello passé und sie widmet sich in ihrer Auszeit ihrem Studium der Geschichte und schreibt Essays. Politikern versucht sie aus dem Weg zu gehen, doch als sie ein Hilferuf von Donna Morrison, der amtierenden Gouverneurin von Virginia, erreicht, ändert sie ihre Meinung. Sie und das FBI beschäftigen mysteriöse Morde an Historikern, sowie katastrophale Brände in Museen und Bibliotheken, die unschätzbare Archive beherbergen. Wer versucht hier gerade Wissen, historische Dokumente und Zeitzeugenberichte über die Vergangenheit und die grausamen Verbrechen, die an der Menschheit begangen wurden, auszulöschen? Maggie stößt bei ihrer Recherche auf erste Hinweise, einen polarisierenden Demagogen und gerät selber dabei in eine lebensgefährliche und fast ausweglose Situation, in der auch ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt wird. Können sie die Verschwörer stoppen?

„Die Wahrheit“ ist neben „Der Präsident“ mein zweites Buch von Sam Bourne, das ich gelesen habe und es hat mich wieder total begeistert und sehr nachdenklich gemacht. Der Autor spricht hier ein Thema an, das gerade aktuell ist und die Ansichten und Meinungen der Menschen auf der Welt besorgniserregend spaltet. Wie kann man nur die Gräueltaten von früher verleugnen und Rassenhass und Kämpfe schüren? Sam Bournes Erzählweise ist unglaublich fesselnd, temporeich, gesellschaftskritisch und mit einigen Überraschungen versehen. Die Geschichte fordert die volle Aufmerksamkeit des Lesers, da viele Handlungsstränge sich schnell abwechseln und eine Menge Fragen im eigenen Kopf auftauchen. Maggies Part lässt einen total mitfiebern, die Anschläge machen einen fassungslos, William Keanes Gerichtsverhandlung entfacht Entsetzen und Wut und die digitale Entwicklung im Geschehen ist überaus beängstigend. Alles zusammen ergibt ein unglaubliches Kopfkino. Die Deadline kommt immer näher und die Spannung nimmt mit jeder gelesenen Seite zu. Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, wer hinter allem steckt und habe einige Menschen total unterschätzt. Maggie übersteht diese Katastrophe und hat einen liebevollen Menschen an ihrer Seite, der sie hoffnungsfroh in die Zukunft blicken lässt.

Maggie war für mich wieder der herausragende Charakter im Buch. Ich bewundere sie für ihren genialen Instinkt, mit dem sie Zusammenhänge schnell erfasst und für ihre Schlagfertigkeit und ihren Mut, sich konsequent für die Wahrheit und Gerechtigkeit einzusetzen um Lügen, Intrigen, Böswilligkeit und Verbrechen auf den Grund zu gehen. Ihre Konfrontationen mit William Keane und Mc Namara fand ich sehr gut dargestellt und jeder konnte hier auf seine Weise glänzen. Beide Männer sind Widerlinge schlechthin, abgebrüht, berechnend und machtbesessen. Ihre Einstellungen empfinde ich einfach nur krank und beängstigend und sie machen einen wütend. Keanes Charakter assoziiert man sofort mit einer Persönlichkeit, die mit Worten und viel Rhetorik kämpft und die Medien für die eigenen Interessen und Vorteile ausnutzt. Sehr unschlüssig war ich mir die ganze Zeit darüber, welche Rolle Uri, Maggies Ex-Freund und Jason Ramey, ein Computerspezialist, im ganzen Geschehen spielen. Sie haben auf jeden Fall die Geschichte bereichert.

Der Showdown am Schluss war auf jeden Fall wieder vom Feinsten und ich würde mich unheimlich darüber freuen, wenn Maggie bald wieder in einem neuen Fall ermitteln dürfte.

Mein Fazit:

„Die Wahrheit“ war ein brisanter und sehr beängstigender Politthriller, dem ich jedem nur ans Herz legen kann. Er bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung und hochverdiente 5 Sterne!

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Zitate zu den Thrillern von Sam Bourne

Autor

Sam Bourne

Sam Bourne - Autor
© Krestine Havermann

Sam Bourne ist das Pseudonym des preisgekrönten britischen Journalisten Jonathan Freedland. Nach Stationen u.a. bei der BBC, der Washington Post, der New York Times, Newsweek und der Los Angeles Times, arbeitet er heute überwiegend als Redakteur und Kolumnist beim Guardian. Er schreibt regelmäßige Beiträge für die New York Times Review of Books und den Jewish Chronicle. Zudem präsentiert er die wöchentliche Radiosendung The Long View bei BBC Radio 4. Freedland ist Autor …

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