Waiseninsel
 - Max Seeck - eBook
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12,99

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Skandinavische Spannung
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7517-4787-5
Ersterscheinung: 22.12.2023

Waiseninsel

Thriller
Band 4 der Reihe "Jessica Niemi"
Übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara

(63)

Kommissarin Jessica Niemi gerät in eine Auseinandersetzung, wird handgreiflich und prompt von einem Passanten gefilmt. Das Video geht viral und sie wird beurlaubt. Um Abstand zu gewinnen, fährt Jessica auf die zwischen Finnland und Schweden gelegenen Åland-Inseln. Dort trifft sie auf eine Gruppe älterer Menschen, die als Kinder während des Krieges fliehen mussten und hier auf der Insel in einem Waisenhaus lebten. Nun treffen sie sich wieder. Als einer der Alten tot aufgefunden wird, beginnt Jessica zu ermitteln. Denn bereits zuvor kamen zwei Menschen auf dieselbe mysteriöse Weise ums Leben. Alle drei Opfer scheinen mit der Legende um »Das Mädchen im blauen Mantel« im Zusammenhang zu stehen ...

Pressestimmen

„Handfeste skandinavische Spannung auf höchstem Niveau. Eindringlich und spannend.“

Rezensionen aus der Lesejury (63)

Book-addicted Book-addicted

Veröffentlicht am 10.01.2024

Ein wirklich spannender und fesselnder Thriller, der mir wirklich gut gefallen hat!

*Inhalt*
Kommissarin Jessica Niemi gerät in eine äußerst unerfreuliche Situation und wird kurz darauf vom Dienst suspendiert. Um ein wenig zur Ruhe zu kommen, reist Jessica auf eine der Åland-Inseln zwischen ... …mehr

*Inhalt*
Kommissarin Jessica Niemi gerät in eine äußerst unerfreuliche Situation und wird kurz darauf vom Dienst suspendiert. Um ein wenig zur Ruhe zu kommen, reist Jessica auf eine der Åland-Inseln zwischen Finnland und Schweden, doch auch dort findet sie keine Entspannung. Auf der Insel geschieht ein Mord und Jessica steckt mitten im Geschehen… und was hat es mit der Legende um das „Mädchen im blauen Mantel“ auf sich?

*Erster Satz des Buches*
"Martin Hedblom faltet die Zeitung zusammen, legt sie auf den Tisch und gähnt.“
- Seeck, M. (2023) - Waiseninsel -

*Meine Meinung*
„Waiseninsel“ las ich im Dezember im Rahmen einer Leserunde bei der Lesejury, ich kam jedoch noch nicht so schnell zum rezensieren wie gedacht.

Max Seeck hat es wieder getan: mit „Waiseninsel“ hat er uns einen absolut spannenden, fesselnden, mitreißenden und etwas mystischen Roman beschert, denn ich kaum aus der Hand legen konnte! Doch eins nach dem anderen…

Auch wenn dieser Roman der vierte Band um Ermittlerin Jessica Niemi ist, so kann er guten Gewissens auch ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Ich selbst habe zwar Band 2 der Reihe bereits gelesen, aber keinen der anderen Teile (obwohl ich sie alle schon im Regal stehen habe!) und ehrlich gesagt konnte ich mich auch nicht mehr wirklich an Details erinnern.

Der Plot ist nicht nur unfassbar spannend, sondern lädt auch zum Rätseln ein und das haben wir im Rahmen der Leserunde ausreichend getan. Wir haben gerätselt, getüftelt und Theorien entwickelt, nur um am Ende festzustellen, dass nichts davon zutreffend war. Doch genau das hat mir an diesem Werk so gut gefallen: es gab eine Menge falscher Fährten, die mich in die Irre geführt haben und ich bin ihnen nur zu gerne gefolgt.

Jessica Niemi ist ein etwas sonderbarer Charakter mit allerlei Ecken und Kanten, doch genau das mochte ich besonders gerne an ihr. Sie ist keine Vorzeigeermittlerin, geht ihre eigenen Wege und ihre Vergangenheit macht das Ganze noch etwas komplexer - sehr zu meiner Freude. Doch auch die Nebencharaktere waren äußerst gelungen, wobei die Beziehungen der einzelnen Personen untereinander anfangs oft nicht ganz klar waren.

Auch wenn nicht alle Teilnehmer der Leserunde mit der Auflösung zufrieden waren, muss ich sagen, dass mir das Ende wirklich gut gefallen hat und ich für mich vieles stimmig und logisch fand. Der Schreibstil war fesselnd, mitreißend und sehr angenehm und ich freue mich, dass ich die übrigen beiden Bände schon im Regal stehen habe. Vielleicht hat ja demnächst mal jemand Lust auf einen Buddyread?

*Infos zum Buch*
Seitenzahl: 397 Seiten
Verlag: Lübbe Paperback
Übersetzt von: Gabriele Schrey-Vasara
ISBN: 978-3-7857-2868-0
Erscheinungsdatum: 22.12.2023
Preis: 17,00 € (Taschenbuch) / 12,99 € (Ebook)

Reihe:
Hexenjäger
Teufelsnetz
Feindesopfer
Waiseninsel

*Infos zum Autor*
"Max Seeck war zunächst im Marketing einer finnischen Firma tätig. Mittlerweile widmet er sich jedoch ganz dem Schreiben von Spannungsromanen. Mit großem Erfolg: HEXENJÄGER war sein internationaler Durchbruch, und er ist inzwischen der erfolgreichste Thriller-Autor Finnlands. Als einer von wenigen europäischen Autoren stand er auf der NEW-YORK-TIMES-Bestsellerliste. Für den dritten Band der Jessica-Niemi-Reihe, FEINDESOPFER, wurde Max Seeck zudem mit dem renommierten NORDISCHEN KRIMIPREIS ausgezeichnet. Der Autor lebt mit seiner Familie in Helsinki." (Quelle: Verlagshomepage)

*Fazit*
Ein wirklich spannender und fesselnder Thriller, den ich kaum aus der Hand legen wollte!

Wertung: 5 von 5 Sterne!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Sigrid1 Sigrid1

Veröffentlicht am 10.01.2024

Spannung pur

Ich hatte auch bei diesem Band nicht anderes als pure Spannung erwartet und genauso ist es gekommen. Die Auszeit von Jessica war sicher anders gedacht, aber sie wird auch auf der kleinen Insel in einen ... …mehr

Ich hatte auch bei diesem Band nicht anderes als pure Spannung erwartet und genauso ist es gekommen. Die Auszeit von Jessica war sicher anders gedacht, aber sie wird auch auf der kleinen Insel in einen interessanten Fall verwickelt. Jessica kann nicht aus ihrer Haut heraus und versucht hinter die undurchsichtigen Machenschaften zu kommen. Ich mag Jessica, weil sie einfach eine sehr interessante, intelligente Frau mit vielen seltsamen Eigenschaften ist. Ich glaube aber nicht, dass der Umgang mit ihr sehr einfach ist. Sie kämpft mit ihren eigenen Dämonen und versucht aber durch ihre Arbeit die Welt etwas sicherer zu machen. Ich mag die Art, wie sie ihre Ermittlungen durchführt. Allerdings geht sie mehr nach ihren eigenen Regeln vor und das kommt bei ihrem Arbeitgeber nicht gut an. Auch wenn sie gute Erfolge vorzuweisen hat. In dieser Geschichte,um die Morde auf einer Aland-Insel, treffen wir sehr unterschiedliche Personen und ihre nicht so ganz normalen Lebensgeschichten. Die Vergangenheit spielt eine große Rolle und die damaligen Ereignisse zeigen auch in der Gegenwart noch ihre schrecklichen Folgen. Die Beschreibungen der Lebenssituationen der Inselbewohner damals und heute wird sehr anschaulich und nachvollziehbar geschildert. Und es sind wenig positive Erlebnisse dabei, so das man beim Lesen irgendwie immer von einem dunklen Nebel umhüllt ist, jedenfalls habe ich es so empfunden. Man erlebt die einzelnen Schicksale der Protagonisten und dadurch wird für mich auch die Aufklärung der Morde sehr schwierig. Denn irgendwie hat jeder eine schlimmes Trauma hinter sich und könnte involviert sein. Die authentischen Schilderungen der Personen, Ereignissen, aber auch der Landschaft bringen eine sehr spannende und fesselnde Stimmung auf. Man hat sogar als Leser das Gefühl auf der Insel gefangen zu sein. Man kann den Handlungen gut folgen und alles nachvollziehen, aber durch die vielen verschiedenen Aspekte, komme ich nie so richtig auf eine Lösung. Es ist verwirrend und durch die vielen neuen Erkenntnisse im Laufe der Handlung, werden meine Lösungsansätze immer wieder zunichte gemacht. Das Ende des Buches hat mich dann auch wirklich überrascht. Aber es war stimmig und ich konnte gut damit abschließen. Allerdings bleibt die Situation um Jessica für mich offen zurück und ich möchte sehr gerne erfahren, wie es ihr weiterhin im Leben ergeht. Denn sie ist ja in einen neuen Lebensabschnitt gekommen und daher bin ich jetzt sehr neugierig, wie sie damit umgeht. Daher hoffe ich auf eine Fortsetzung der Reihe um Jessica Niemi.

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gerlisch gerlisch

Veröffentlicht am 08.01.2024

Ein schauriger Ort

Jessica Niemi ist körperlich und auch seelisch angeschlagen und nimmt auf Anraten ihrer Chefin Helena Lappi Urlaub. Als sie auf der Insel Smörregård ankommt, trifft sie dort auf die „Zugvögel“ eine schon ... …mehr

Jessica Niemi ist körperlich und auch seelisch angeschlagen und nimmt auf Anraten ihrer Chefin Helena Lappi Urlaub. Als sie auf der Insel Smörregård ankommt, trifft sie dort auf die „Zugvögel“ eine schon sehr dezimierte Gruppe von ehemaligen Bewohnern eines Waisenheims auf der Insel. Um dieses Kinderheim rankt sich ein Geheimnis um ein Mädchen im blauen Mantel, die kleine Maja ist damals spurlos verschwunden und tritt bis heute immer wieder mal in Erscheinung. Als einer der Zugvögel tot aufgefunden wird, kribbelt es in Jessicas Ermittlerfingern und sie stellt eigene Nachforschungen an. Dabei gerät sie in Konflikt mit Kriminalkommissars Johan Karlsson, von ihm erfährt sie auch, dass es bereits vor Jahren zwei weitere ähnliche Morde gegeben hat.
Mit einem fesselnden Prolog beginnt Max Seeck seinen bereits vierten Fall für die eigenwillige, jedoch sympathische Ermittlerin. Neben der Gegenwart im März 2020 erfährt der Leser durch Rückblenden ins Jahr 1946 mehr über die damaligen Heimbewohner. Die traurige Geschichte um die kleine Maja ist sehr zu Herzen gehend und steigert immer noch mehr die bedrückende Atmosphäre in diesem Buch.
Nach einem eher gemächlichen ersten Drittel, nimmt die Handlung mehr und mehr Fahrt auf, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen mochte. Die Szenen um Jessicas Krankheit und ihrer privaten Geschichte wurden gut im Handlungsverlauf eingebaut ohne sehr im Vordergrund zu stehen. Die mystischen Passagen in der Story hätte ich allerdings nicht unbedingt haben müssen, sie unterstreichen allerdings die schaurige Lokation.
„Waiseninsel“ ist ein absolut fesselndes Rätsel, welches mich durch falsche Fährten bis zu einem wendungsreichen Finale immer wieder überrascht hat. Zwar gibt es in diesem Buch nicht viele Protagonisten, aber jeder gerät im Laufe der Geschichte mehr oder weniger als Verdächtiger in den Fokus.
Max Seeck ist ein wahrer Meister der Spannung und ein herausragender Geschichtenerzähler und ich hoffe sehr, dass diese Thriller-Reihe mit Jessica Niemi weitergeht.

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Suhani Suhani

Veröffentlicht am 07.01.2024

Spannend und undurchsichtig bis zum Schluss

Zum ersten Mal hatte ich mich bei Lesejury zu einer Leserunde beworben und durfte mitmachen.
Aber warum hab ich mich überhaupt da beworben?
Das Buch hat mich so angesprochen, dass ich überhaupt nicht anders ... …mehr

Zum ersten Mal hatte ich mich bei Lesejury zu einer Leserunde beworben und durfte mitmachen.
Aber warum hab ich mich überhaupt da beworben?
Das Buch hat mich so angesprochen, dass ich überhaupt nicht anders konnte.
Und Ja, ich war und bin noch begeistert und bedanke mich vielmals bei Lesejury, dass ich mitlesen durfte und für das Buch.
Wovon sich meine Meinung und Begeisterung aber in keinster Weise beeinflussen lassen.

Dies ist schon der 4. Teil der Ermittlerin Jessica Niemi, aber das hat mich nicht gestört und auch der Handlung nicht geschadet.
Der Prolog war schon spannend und spielt damals in dem Waisenhaus.
Dann lernte ich Jessica im Jetzt kennen, bei einer Psychiaterin, und mir wurde klar: „O-ha, du hast aber ne Menge Probleme…“
Die Bestätigung bekam ich dann im Laufe der Geschichte öfters und weiß im Nachhinein nicht so recht, was ich davon halten soll.
Aber erstmal zum Buch selbst.

Hier geht es um Personen, die früher als Kinder in dem Waisenhaus auf der Insel waren. Auch „Die Zugvögel“ genannt.
Kinder, die in Kriegszeiten ihre Eltern und Verwandten verloren haben, wurden dort mehr schlecht als recht durchgebracht. Das Personal kalt und auch grausam zu den Kindern und das Verhalten der Kinder untereinander lief eher nach dem Motto: Der Stärkere kommt weiter, wobei der Schwächere sehen musste wo er bleibt.
Die Schwächeren wurden drangsaliert und arge zugesetzt, womit wir auch schon bei Maija sind – der Hauptfigur in dieser Geschichte.
Sie ist die jüngste, spricht mit keinem, ist zurückgezogen und hat die Hoffnung nie aufgegeben, dass sie ihr Vater doch noch eines Tages unten am Steg mit einem Boot von der Insel abholt.
Jeden Abend schleicht sie sich aus dem Waisenhaus und wartet, mit Blick auf das Meer, mit ihrem blauen – und einzigen – Mantel bei Wind und Wetter auf ihren Vater.
Bestärkt wird sie von seinen Briefen, die nach einer langen Zeit wieder bei ihr eintreffen. Sie haben sich zwar verändert, aber sie können nur von ihrem Vater sein. Immerhin nennt er sie in seinen Briefen noch genauso wie in denen von früher, in die er ihr Mut auf ein Wiedersehen macht und die sie in einer kleinen Kiste in einem Geheimversteck aufbewahrt.
Ja, auch diese Briefe können nur von ihrem Vater sein. …
Tagsüber wird sie weiter von der Clique der Älteren geärgert, aber sie hält alles stumm aus, immer mit dem Gedanken, dass sie eines Tages von ihrem Vater dort rausgeholt wird.
Aber wird sie das?

In der Zeitebene Mitte der 40ger Jahre erfahren wir wie es Maija ergangen ist und was sie so erlebt hat. Dabei wird nie groß ausgeholt und konzentriert sich nur auf das Jetzt in Maijas Zeit.
Auch die Clique, die sie immer wieder drangsaliert, lernen wir dort kennen. Hauptsächlich Elisabeth, die mit ihrem 13 Jahren schon sehr frühreif ist und deren Freundin Elsa, genannt Haxe. Sie sonnt sich eher im Schatten von Elisabeth, ist deswegen aber nicht besser.
Alles in allem ist es ein trauriges Dasein für die kleine Maija, in das ich mich richtig hineinversetzten konnte.

In der jetzigen Zeitebene gibt es noch drei von den „Zugvögeln“, die sich jedes Jahr wieder im Gasthof auf Smörregård treffen, wo auch zufällig für eine Auszeit die Ermittlerin Jessica Niemi untergekommen ist. Aber die Insel ist von den „Zugvögeln“ nicht zufällig ausgewählt worden. Es ist die Insel, auf der früher das Waisenhaus betrieben wurde.
Jessica, die sich eigentlich von einem Vorfall zuhause erholen wollte, findet sich von der Geschichte des Waisenhauses und dem kleinen Mädchen im blauen Mantel angezogen. Erst recht, als die Leiche einer der „Zugvögel“ unten am Steg gefunden wird und Åke ihr die unheimliche Geschichte von Maija erzählt.
Sie wird bis heute auf der Insel immer mal wieder gesehen. …

Bei diesem Thriller hielt sich die Spannung am Anfang noch zurück, trotzdem hatte dieser Teil schon Potential und startet meine Gedanken zu den Personen.
Durch die zwei Zeitebenen schaffte es der Autor mich immer wieder weiter durch die Geschichte zu treiben. Das was am Anfang noch eine subjektive Spannung war, steigerte sich aber weiter, je mehr die Geschichte fortlief.
Mein Kopfkino lief wirklich mit meinem „Sherlock-Gen“ um die Wette!
Es gab so viele verdächtige Personen, so viele Spannungsmomente und dann drehte sich das Blatt wieder, dass man auf einmal wieder jemand anderen im Fokus hatte.
Immer wieder war ich am überlegen, wo die Verbindungen der einzelnen Personen waren, wer hat was mit wem zutun, warum verhält sich diese Person so auffällig, was haben die anderen Gäste mit der Sache zu tun, oder haben sie doch nicht damit zu tun?
Und vor allem, WER ist das Mädchen im blauen Mantel in der heutigen Zeit, das immer wieder gesehen wird, wenn ein Mord auf der Insel passiert. Genau, es gab noch weitere Morde auf der Insel, als nur der eine gerade.

Es gab so viele Fragen, in allen Richtungen.
Aber keine brachte mich wirklich weiter.
Max Seeck hat es wirklich verstanden, mich als Leser 1a zu verwirren und in die Irre zu leiten.
Und das hat mich voller Spannung immer weiterlesen lassen, so dass ich das Buch am liebsten in einem Rutsch durchgelesen hätte.
Dann kam der „Showdown“ und ich lag mit all meinen Vermutungen sowas von daneben!
Das spricht in erster Linie natürlich FÜR den Autor…

Komm ich jetzt zu meinem kleinen Aber.
Im Nachhinein, nachdem die Geschichte gesackt ist, hab ich doch ein bisschen was zu „meckern“.
1. Jessica
Als Ermittlerin scheint sie ihre Arbeit ziemlich gut zu machen. Allerdings ist sie auch voll mit tiefliegenden Problemen.
Die lassen sie immer wieder in Visionen, Wach-und Wahnvorstellungen und in unreale Situationen abdriften. Anders kann ich es nicht beschreiben. Ihr erscheinen tote Personen, mit denen sie sich unterhält und die ihr sogar Tipps zur Lösung des Falls geben.
Stellt sich mir jetzt die Frage, ist sie nur deswegen so gut in ihren Ermittlungen, oder haben diese Eigenarten einer psychischen Erkrankung erst später angefangen und sie war vorher schon eine Topp-Ermittlerin?
2. Die Auflösung
Mit dem Täter und dem Motiv hätte ich nie im Leben gerechnet!
Irgendwie war es am Ende etwas weit hergeholt. Aber wer will schon behaupten, was alles in einem kranken Gehirn vor sich geht?

Alles zusammen hat es sich doch so gesehen stimmig aufgelöst, auch wenn ich noch mit ein paar Fragen zurückgeblieben bin. Es ist zumindest nichts von dem Fall offengeblieben, nur von einigen Randfiguren hätte ich noch gerne einen Abschluss gehabt.
Es war ein Thriller, der mich mit Spannung durch die ganze Geschichte gebracht hat – und darauf kommt es mir bei einem Thriller an.
Ich will bis zum Ende miträtseln und das mit viel Kopfkino und am Ende überrascht werden.
Genau DAS hat Max Seeck mit diesem Buch bei mir geschafft!
Alles andere, wenn die letzte Seite gelesen ist und die Geschichte gesackt ist, ist „mosern“ auf hohem Niveau 😉

Mein Fazit:
Ein spannender Thriller aus dem hohen Norden, mit viel Kopfkino. Undurchsichtig bis zum Schluss mit überraschendem Ende.
Wer beim Lesen nicht alles mit der Realität vergleicht und spannende Unterhaltung sucht, dem kann ich „Waiseninsel“ nur empfehlen!
Dass es der 4. Teil der Ermittlerin ist, ist nicht wirklich relevant für diese Geschichte, aber ich werde mir auf jeden Fall auch noch die Vorgänger holen.

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Nitsrek Nitsrek

Veröffentlicht am 07.01.2024

Maija und die Zugvögel, Mythen und Legenden

Ich durfte dank einer tollen Leserunde der Lesejury über die Feiertage den nunmehr vierten Band der Reihe um die Ermittlerin Jessica Niemi lesen. Es handelt sich hier um das Buch "Waiseninsel" von Max ... …mehr

Ich durfte dank einer tollen Leserunde der Lesejury über die Feiertage den nunmehr vierten Band der Reihe um die Ermittlerin Jessica Niemi lesen. Es handelt sich hier um das Buch "Waiseninsel" von Max Seeck, erschienen im Bastei Lübbe Verlag. Für mich war es das zweite Buch der Reihe, wobei ich die ersten zwei Bände mittlerweile auch hier auf meinem SuB ^^ liegen haben, denn mir gefällt der Schreibstil und die Storyline wirklich gut.
Aber jetzt erst einmal zum Buch.
Dieser Kriminalroman ist etwas anders, als der vorherige. Es wird zum Einen in Gegenwart und Vergangenheit erzählt. Das hat mir persönlich sehr gut gefallen.
Dann dreht es sich in der Hauptsache um Jessica sowohl als Ermittlerin, als auch als Privatperson, und ihre Kollegen haben nur zwischendurch eine Randfigurenstellung. Sie rutscht als Privatperson im Urlaub - wie sollte es auch anders sein - in eine Mordermittlung. Eine ganz neue Sicht- und Arbeitsweise für sie. Bekommt sie dadurch doch nicht einfach überall Zugang oder Auskunft.
Aber zurück zum Anfang.
Jessica wird aufgrund einer Auseinandersetzung mit einem ziemlich barschen Hausmeister , welches ungünstigerweise auch noch gefilmt und veröffentlicht wurde, vorerst in den Urlaub geschickt. Sie wählt eine kleine Åland-Insel, die so abgeschieden ist, dass sich da im Winter kaum jemand Fremdes hin verirrt. Sie erfährt, dass es dort früher einmal ein Waisenhaus gab, in dem Kriegswaisen unterkamen. Eines davor war Maija, ein kleines Mädchen im blauen Mantel. Um sie rühmen sich viele Mythen und Legenden. Aber es gab mittlerweile auch einige Todesfälle auf dieser Insel, die angeblich alle mit Maija im Zusammenhang stehen. Doch wie soll das gehen, Maija ist bereits 1946 im Alter von 9 Jahren verschwunden und keiner weiß, was mit ihr geschehen ist. Jessica wird neugierig.
Im gleichen Gasthof, in dem auch Jessica wohnt, sind auch mehrere ältere Personen zu Gast. Wie sich herausstellt, tragen diese den Spitznamen Zugvögel und haben auch ihre eigenen Geschichten mit dem Waisenhaus.
Jessica vertieft sich immer weiter in die Geschichten der Zugvögel, des Waisenhaus und ganz besonders in die von Maija.
Ich war mehrere Male fest der Meinung zu wissen, wie dieser Kriminalroman gedacht ist und zuende gehen wird. Aber Herr Seeck hat zum Schluss noch einiges aufgefahren, so dass der Leser (bzw ich) echt doch mehrfach in die Irre geführt wurde und mit dem Ende habe ich schlussendlich dann doch nicht gerechnet. Chapeau.
Mir hat Waiseninsel sehr gut gefallen, ich kann ihn uneingeschränkt empfehlen, auch für diejenigen Leser, ohne oder mit begrenzten Vorkenntnissen, denn dieser Band ist in sich abgeschlossen.
Mir bleibt noch Danke zu sagen, dass ich Waiseninsel lesen und an der Leserunde teilnehmen durfte, auch wenn ich einige Zeit davon krank ausfiel. Ich gebe dem Buch daher verdiente ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Max Seeck

Max Seeck - Autor
© Mikko Rasila 

Max Seeck war zunächst im Marketing einer finnischen Firma tätig. Mittlerweile widmet er sich jedoch ganz dem Schreiben von Spannungsromanen. Mit großem Erfolg: HEXENJÄGER war sein internationaler Durchbruch, und er ist inzwischen der erfolgreichste Thriller-Autor Finnlands. Als einer von wenigen europäischen Autoren stand er auf der NEW-YORK-TIMES-Bestsellerliste. Für den dritten Band der Jessica-Niemi-Reihe, FEINDESOPFER, wurde Max Seeck zudem mit dem renommierten NORDISCHEN KRIMIPREIS …

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