Für einen Sommer und immer
 - Julie Leuze - PB

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

14,99

Lyx
Paperback
Frauenromane
320 Seiten
ISBN: 978-3-86396-081-0
Ersterscheinung: 07.04.2016

Für einen Sommer und immer

(24)

Ein letzter erster Sommer
Ein Schicksalsschlag wirft Karrierefrau Annika völlig unerwartet aus der Bahn. Überwältigt von ihren Gefühlen, flieht sie nach Südtirol und trifft dort auf Samuel. Er ist anders als alle Männer, die Annika kennt. Seine Liebe zu den Bergen ist mitreißend, ansteckend. Und bald bemerkt Annika, dass sie von Samuel nicht nur lernt, den Zauber der Dolomiten zu entdecken, sondern auch, endlich ihrem eigenen Herzen näherzukommen …
 
Ein Sommer, eine Liebe. Ein Roman zum Lachen und Weinen, zum Träumen und Ankommen.

Dieses Produkt bei Ihrem lokalen Buchhändler bestellen:

Rezensionen aus der Lesejury (24)

Garten_Fee_1958 Garten_Fee_1958

Veröffentlicht am 10.05.2017

Eine Liebesgeschichte - ein wenig anders

Klappentext: Als Annikas Mutter ihr erzählt, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird, will Annika nur noch eins: weg, und zwar schnell. Sie nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und flüchtet sich ... …mehr

Klappentext: Als Annikas Mutter ihr erzählt, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird, will Annika nur noch eins: weg, und zwar schnell. Sie nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und flüchtet sich in ein abgeschiedenes Dorf in den Südtiroler Dolomiten. Doch im Entspannen war die dreißigjährige Karrierefrau noch nie sonderlich gut, und schon nach einem Tag fällt ihr in ihrem schicken Hotel die Decke auf den Kopf. Um der erdrückenden Leere in ihrem Inneren zu entkommen, beschließt sie, sich beim Gipfelstürmen auszupowern, und nimmt sich kurzentschlossen einen Bergführer. Samuel ist vollkommen anders als alle Männer, die Annika je kennengelernt hat. Seine Liebe zu den Bergen ist mitreißend, ansteckend, und bald bemerkt Annika, dass sie mit jedem Meter, dem sie sich der Bergspitze nähert, auch ihrem eigenen Herzen näher kommt …

Schon das Cover mit den Wolken und den fliegenden Pollen hat mir gut gefallen und ich habe eine Liebesgeschichte erwartet, doch es steckt mehr darin.

Die Protagonistin Annika, Pressereferentin in einem Pharmaunternehmen erfährt, dass ihre Mutter schwer krank ist und bald sterben wird. Annika, die Perfektionistin, kommt mit der Diagnose nicht klar und flieht in die Berge von Südtirol, warum auch immer, denn Berge sind noch nicht mal ihre Leidenschaft und Entspannung bedeutet für sie Stress pur, sie kann mit Stille nicht umgehen und schon am ersten Tag fällt ihr im Wellnessbereich des Hotels buchstäblich die Decke auf den Kopf. Dann trifft sie Samuel, einen Bergführer aus Leidenschaft, er ist so ganz anders als sie, er ist nicht unbedingt der Perfektionist und tut auch nicht unbedingt das, was andere von ihm erwarten…

Der Roman ist sehr flüssig geschrieben und zwischen den Zeilen erfährt der Leser, wie wichtig es ist, sich selbst zu lieben, Raum für eigene Gefühle und Bedürfnisse zuzulassen und selbstbestimmt zu leben und ein wenig über sich selbst nachzudenken, über das Leben, Hoffnungen und Wünsche.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Lesemietze Lesemietze

Veröffentlicht am 14.04.2017

Kurzweiliges Lesevergnügen

Annika ist erfolgreich und hat einen gut bezahlten Job. Doch als sie erfährt dass ihre Mutter todkrank ist, tritt Annika die Flucht nach vorn an und reist in die Berge für 3 Wochen. Dort will sie sich ... …mehr

Annika ist erfolgreich und hat einen gut bezahlten Job. Doch als sie erfährt dass ihre Mutter todkrank ist, tritt Annika die Flucht nach vorn an und reist in die Berge für 3 Wochen. Dort will sie sich zunächst erholen, da sie danach ihre Mutter bis zum Schluss begleiten möchte. Doch es kommt alles ganz anders als gedacht.
Der Wellness Bereich ist zwar toll aber Annika langweilt sich. Joggen gehen kann sie auch nicht, denn sie befindet sich in den Dolomiten und hier wandert man. Kurzer Hand entschließt sich Annika dies auszuprobieren und gerät an den smarten Bergführer Samuel.
Schon bald entsteht zwischen den beiden ein vertrautes Verhältnis und Annika beginnt ihr Leben zu hinterfragen, denn ausser das sie Gefühle für Samuel entwickelt beginnt sie zu begreifen dass sie nicht glücklich mit ihrem Leben ist.

Leider wird man ein wenig vom Klapptext getäuscht. Man könnte meinen man begleitet Annika wie sie ihrer Mutter beim sterben zusieht. Dies ist hier weit gefehlt, eher wird die Geschichte der Mutter sehr kurz abgehandelt und es kommen keine richtigen Emotionen an der Stelle auf. Eher geht es hier um eine Liebesgeschichte mit Veränderung der Lebenseinstellung.
Mit Annika konnte ich so anfangs gar nichts anfangen, ich denke das lag einfach an ihrer Art wie sie da noch war. Ich habe sie als sehr Arrogant empfunden. Und sehr Oberflächig. Durch ihre Art ist sie Stellenweise ins Fettnäpfchen getreten was die ein oder andere lustige Situation eingebracht hat.
Samuel hat mir da im Gegensatz von Anfang an gefallen, da er um einiges natürlicher rüber kam, aber von der Figur keine wirkliche tiefe hatte
Mit dem wunderschönen klaren Schreibstil wird man in ein tolles Lesevergnügen mit rein gezogen.
Eine Geschichte für den kurzweiligen Lesebedarf, da teilweise die Handlungen vorhersehbar sind.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

buchverliebt buchverliebt

Veröffentlicht am 09.02.2017

Nette Idee

"Träume, so viel steht fest, sind nichts für Feiglinge."
(S. 24)

Das neue Buch von Julie Leuze beschreibt die dunklen und heller werdenden Tage der Annika Winter, während eines Kampfes von Perfektion ... …mehr

"Träume, so viel steht fest, sind nichts für Feiglinge."
(S. 24)

Das neue Buch von Julie Leuze beschreibt die dunklen und heller werdenden Tage der Annika Winter, während eines Kampfes von Perfektion und Selbstfindung in einer der dunkelsten Zeiten ihres Lebens. Für einen Sommer und immer beinhaltet aber nicht nur Düsternis, denn schon die Gestaltung des Cover lässt darauf schließen, dass die Wolken sich bald verziehen könnten. Sommerlich wird es auch in Annikas Flucht-Urlaub in den Dolomiten, den unerwarteter weise bringt der Bergführer Samuel mehr und mehr Sonne in Annikas Leben. Doch kann ihr neu entdecktes Ich bestehen, wenn die Härteprüfung kommt? Oder kann dies nur die alte Annika, mit kühler Reserviertheit, abgestumpft, überstehen?

Dies ist kein Buch über das Sterben. Vielmehr ist es eine Geschichte über das Erwachen und Ankommen. Über Höhen und Tiefen und über die Liebe. Über Freundschaften, Zuneigung und Abneigung. Über Selbstverwirklichung und über so vieles mehr. Und mitten drin: Annika Winter.

Die Geschichte wird aus der Sichtweise von Annika erzählt und verliert sich immer wieder in vergangenen Situationen. So lernen wir auch ihre beste Freundin Helene kennen und wir lernen, dass eine Verbindung zu einem solchen Menschen nicht immer gleich mit Freundschaft gleichzusetzen ist. Wir lernen Annikas verstorbenen Vater und seine Gnadenlosigkeit kennen. Wir lernen, wie sehr er das junge Mädchen, seine Tochter, geprägt hat mit seiner Härte. Und vor allem lernt Annika sich selbst besser kennen, lernt, dass sie auf sich selbst hören muss und sich nicht für andere verbiegen sollte. Das alles lernt sie von Samuel und seiner Schwester Maria.

Samuel ist beizeiten doch recht undurchschaubar, doch auch er hat harte Zeiten hinter sich, wenn auch auf eine andere Art als unsere Protagonistin selbst. Abenteuerbesessen und grüblerisch kommt er daher, stellt Leben auf den Kopf und bringt Herzen zum flattern. Es ist zum verrückt werden - vor allem für Annika. Da der Leser nicht aus der Sicht von Samuel lesen darf, muss er sich auf die schwärmerischen Gedanken unserer Heldin stützen und die sind mehr als eindeutig. Sie ist schlichtweg verliebt und so verliert auch die geneigte Leserin ein kleines Stücken Herz an diesen schönen Mann. Noch mehr hat es mir jedoch seine Schwester Maria angetan. Maria, mit ihrer Liebe zur Musik. Maria, die sowohl den Wind, als auch die Dolomiten singen hören kann und mit ihrer wirren, liebenswürdigen Aufgedrehtheit gleich voller Sympathie daherkommt.

Die sterbende Mutter daheim und die Liebe in ihrem Flucht-Urlaub bringt zwei wahnsinnige Gegensätze mit sich, doch schafft es die Autorin, dass beides perfekt zusammen passt. Es ist schwer Glücklich zu sein, während daheim die Mutter an Krebs erkrankte. Doch findet Julie Leuze einen wunderbaren Mittelweg zwischen Flucht, Angst und Besorgnis und es bleibt zugleich genug Platz für neue Erfahrungen ohne schlechtem Gewissen. Mich hat diese Geschichte auf jeden Fall wahnsinnig überrascht und mit seinem lockeren, humorvollem Geschreibe in den Bann gezogen. Dieses Buch ist auf jeden Fall eine Erfahrung wert. Erlebt also Annika Winter mit dem Hang zum Perfektionismus bei ihrer ungewollten Selbstfindung in den Dolomiten, wo sie auf einfachste Weise ihr Herz an ihren Samuel verliert.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

DianaPegasus DianaPegasus

Veröffentlicht am 14.12.2016

schöne, emotionale Liebesgeschichte mit den großen und kleinen Tücken des Lebens.

Julie Leuze – Für einen Sommer und immer

Annika Winter ist eine Perfektionistin, ihr Leben ist durchgeplant, ihre Beziehungen genau getunt und ihre Familie vornehm zurückhaltend. Selbst ihre Freundin ... …mehr

Julie Leuze – Für einen Sommer und immer

Annika Winter ist eine Perfektionistin, ihr Leben ist durchgeplant, ihre Beziehungen genau getunt und ihre Familie vornehm zurückhaltend. Selbst ihre Freundin Helene erinnert sie immer an die Tugend der Überlegenheit. Auf der Arbeit lässt Annika das Biest heraus hängen und die Arbeit steht über alles.
Bis sie einen Anruf von ihrer Mutter bekommt. Einen Tag nach ihrem zweiunddreißigsten Geburtstag. Ihre Mutter ist sterbenskrank. Und was macht Annika?
Sie flüchtet. In die Dolomiten, drei Wochen Urlaub zur Entspannung mit viel Ruhe.
Doch die Entspannung will sich nicht einstellen, weder ein Fitnessraum noch vernünftige Joggingstrecken stehen zur Verfügung um den Kopf frei zu bekommen.
Also entschließt sie sich, eher unfreiwillig, zum wandern mit dem aufgeweckten, gutaussehenden aber auch ein wenig überheblichen Bergführer Samuel, der es langsam schafft die eiskalte, überhebliche Zicke aufzutauen und Annika kommt nicht nur der Schönheit der Natur sondern auch ihrem Herzen ein gewaltiges Stück näher.

Der Roman ist flüssig, locker, humorvoll, aber auch traurig, emotional und vor allem fesselnd geschrieben und hat mich von Anfang an gefangen genommen. Eigentlich wollte ich nur kurz rein lesen, doch ich konnte das Buch nicht zur Seite legen, weil es mich so in seinen Bann gezogen hat. Die Stimmung des Buches ist eher gedrückt, durch die Krankheit von Annikas Mutter, Annikas Unzufriedenheit und Traurigkeit, aber auch hoffnungsvoll, humorvoll und streckenweise sehr emotional.

Ich konnte mich sehr gut in die Gefühlswelt von Annika rein versetzen, da das Buch aus ihrer Sicht geschrieben ist. Immer wieder gibt es kleine Abschnitte in ihre Vergangenheit, um zu erkennen, warum sie so geworden ist, wie sie ist. Erst wird sie von ihren Eltern zu Höchstleistungen gedrillt, später will sie selbst einfach nur perfekt sein, um ihren Eltern zu genügen. Nicht verwunderlich, dass sie in Helene eine Freundin gefunden hat, die aus Annika eine noch bessere, eine noch hübschere, aber noch kältere Version wie sie selbst macht. Annika war mir sehr sympathisch, ihr Charakter ist gut ausgearbeitet und ihre Entwicklung im Verlaufe des Buches ist großartig, mir gefällt aber auch, dass trotzdem immer wieder ihre alten „Macken“ durchkommen.
Samuel mochte ich von Anfang an, seine „Vorliebe“ für seine auffälligen Klamotten machte ihn ebenso sympathisch wie seine Liebe und Leidenschaft für die Berge, man kann als Leser richtig fühlen, wie er in den Bergen aufgeht, wie begeistert er ist. Auch sein Charakter ist sehr gut ausgearbeitet und er hat mich wirklich tief berührt.
Annikas Mutter, die schwer krank ist, wurde mir auch immer sympathischer, denn die hartherzige Frau, hat eine tolle Botschaft für Annika: Manchmal ist Schwäche zu zeigen, auch eine Stärke.
Alle weiteren Charaktere, wie Maria oder Sven waren mir ebenfalls sympathisch, gut ausgearbeitet und haben die Geschichte gut abgerundet. Wirklich unsympathische Charaktere, außer vielleicht Helene, gab es nicht wirklich.
Alle Charaktere sind detailreich beschrieben, glaubhaft dargestellt und es machte mir beim Lesen Spaß, mit ihnen Zeit in ihrer Welt zu verbringen.
Die Örtlichkeiten und das Geschehen rundherum sind gut und detailreich beschrieben, was mich noch besser in die Geschichte hinein finden ließ.

Aber ich muss auch ein bisschen Kritik üben, anfänglich war ich etwas irritiert über Annikas Gedanken in Klammersetzung, was mich minimal im Lesefluss gestört hat. Aber das ist wirklich nur eine Kleinigkeit und da ich das Buch in nur 6 Stunden durch hatte, spricht der gelungene und flüssige Schreibstil eindeutig für sich.

Dieses Buch hat mich berührt, war mitreißend, und bereitete mir Freude aber auch Traurigkeit beim Lesen. Taschentücher sollte man auch bereit halten.
Da ich noch keines der Bücher der Autorin kenne, werde ich das in Zukunft ändern, denn der Schreibstil und die Story hat mir sehr gut gefallen.

Das Cover ist eher schlicht, mit dezenten türkis und weiß gestaltet. Die Farben geben dem Cover einen besonderen Charme mit sommerliche Note. Das Cover auf den Pusteblumen spiegelt sich in den Absätzen wieder, was ich ganz gelungen finde.

Fazit: Eine schöne, emotionale Liebesgeschichte mit den großen und kleinen Tücken des Lebens. Für mich ein absolutes Highlight.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung und 5 Sterne.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

eulenmatz eulenmatz

Veröffentlicht am 11.10.2016

Sommerlektüre für zwischendurch

Als Annikas Mutter ihr erzählt, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird, will Annika nur noch eins: weg, und zwar schnell. Sie nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und flüchtet sich in ein abgeschiedenes ... …mehr

Als Annikas Mutter ihr erzählt, dass sie schwer krank ist und bald sterben wird, will Annika nur noch eins: weg, und zwar schnell. Sie nimmt ihren lange überfälligen Urlaub und flüchtet sich in ein abgeschiedenes Dorf in den Südtiroler Dolomiten. Doch im Entspannen war die dreißigjährige Karrierefrau noch nie sonderlich gut, und schon nach einem Tag fällt ihr in ihrem schicken Hotel die Decke auf den Kopf. Um der erdrückenden Leere in ihrem Inneren zu entkommen, beschließt sie, sich beim Gipfelstürmen auszupowern, und nimmt sich kurzentschlossen einen Bergführer. Samuel ist vollkommen anders als alle Männer, die Annika je kennengelernt hat. Seine Liebe zu den Bergen ist mitreißend, ansteckend, und bald bemerkt Annika, dass sie mit jedem Meter, dem sie sich der Bergspitze nähert, auch ihrem eigenen Herzen näher kommt …

Der Roman wird aus der Sicht von Annika erzählt. Grundsätzlich etwas, was ich sehr schätze, da man so einen sehr guten Einblick auf Persönlichkeit bekommt. Doch wie so oft bei weiblichen Protagonistinnen dieser Genres, sind diese Gedankengänge oft auch anstrengend auf die Dauer. Gerade eine Person wie Annika macht sich ständig Gedanken über alle und vor allem über sich selbst und malt sich die wildesten Szenarien aus. Annika ist grundsätzliche eine schwierige Person, die für mich über den gesamten Roman sehr widersprüchlich blieb. Zunächst wird deutlich, dass sie sehr leistungsorientiert ist und einen Hang zum Perfektionismus hat. Sie erscheint sehr kühl bis total zickig. Warum Annika so ist, wird auch klar, aber dennoch habe ich oft zwischen Mitleid und völligem Unverständnis geschwankt für ihr Handeln und Denken. Doch Annika beginnt während der Reise über sich selbst zu reflexieren und kommt zu dem Schluss, dass sie etwas ändern muss in ihrem Leben und an sich selbst. Das hängt vor allem mit der Bekanntschaft von Samuel zusammen, natürlich. Er rüttelt etwas in ihr wach. Die „neue Annika“ kommt ziemlich schnell, aber sie fällt auch wieder in alte Gedanken- und Verhaltensmuster zurück, was dem Ganzen eine Prise Authentizität verleiht. Eine Veränderung von heute auf morgen wäre unglaubwürdig gewesen. Dennoch konnte ich mich auch mit der „neuen Annika“ nicht wirklich anfreunden. Vieles war mir einfach zu stereotypisch und vorhersehbar.

Bei Samuel dagegen hat mir ein wenig die Vielschichtigkeit der Persönlichkeit gefehlt. Außer, dass er die Berge und rasante Expeditionen über alles liebt und dafür sogar auf eine Beziehung verzichtet, erfährt man nicht so viel von ihm.

Annikas Mutter und Maria gefielen mir am besten, denn beide bewiesen Einfühlungsvermögen und nachvollziehbares Handeln. Gut gefallen hat mir die Annäherung zwischen Annika und ihrer Mutter, die im Sterben liegt. Annika, die das Gefühl hatte von ihren Eltern nicht richtig geliebt worden zu sein, bekommt erstmals das Gefühl, dass dem nicht so ist. Das Thema Abschied wurden im Roman sehr einfühlsame aufgenommen und verarbeitet. Unerklärlich blieb mir aber, dass Annika die Tatsache, dass ihre Mutter im Sterben liegt solange vor Samuel geheim gehalten hat.

Mir gefiel hier ganz besonders gut das Setting in den Bergen und die Wanderungen, aber das war es leider auch schon an wirklichen Highlights. Vollends emotional fesseln konnte mich das Buch leider nicht. Auch das Ende wurde für mich ein paar wenigen Seiten zu schnell abgehandelt und ein Stück weit zu kitschig ist im Vergleich zum Rest des Romans.

Es ist eine nette Sommerlektüre für zwischendurch, die zum Teil vorhersehbar ist und sich durch eine Protagonistin auszeichnet, die nicht ganz einfach ist. Dennoch werden auch schwierige Themen werden einfühlsam betrachtet.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Julie Leuze

Julie Leuze - Autor
© Julie Leuze

Julie Leuze, geboren 1974, studierte Politikwissenschaften und Neuere Geschichte in Konstanz und Tübingen, bevor sie sich dem Journalismus zuwandte. Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Romanen für Erwachsene und Jugendliche. 2014 erhielt sie den Literaturpreis DeLiA für den besten deutschsprachigen Liebesroman. Julie Leuze lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in Stuttgart.

Mehr erfahren
Alle Verlage