Feuer und Wind
 - Larissa Brown - PB

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15,00

inkl. MwSt.

LYX
Paperback
Historische Liebesromane
672 Seiten
ISBN: 978-3-7363-0231-0
Ersterscheinung: 14.10.2016

Feuer und Wind

Übersetzt von Susanne Gerold

(8)

Jen lebt in einer nicht allzu fernen Zukunft in einer kühlen Welt aus Glas und Stahl, der sie nur durch das Eintauchen in virtuelle Realitäten entfliehen kann.
Beim Test einer historischen Simulation geschieht das Unglaubliche: Jen wird in das Island des 10. Jahrhunderts katapultiert, wo sie von einer Gruppe Wikinger aufgefunden wird. Deren Anführer Heirik ist zugleich geachtet und gefürchtet – wegen eines Blutmals gilt er als unberührbar. Für Jen jedoch ist er Sehnsucht, Glück, Verlangen und erfüllt ihre Seele mit der Macht eines Sommersturms. Doch kann sie das Tabu durchbrechen, das den einsamen Nordmann umgibt und die Vergangenheit zu ihrer Zukunft machen?

Rezensionen aus der Lesejury (8)

tigerbaer tigerbaer

Veröffentlicht am 05.06.2020

Ein Buch, für das man sich Zeit nehmen & lassen muss

Das Cover von „Feuer & Wind“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen und so habe ich das Buch rasch nach seinem Erscheinen gekauft. Leider hat das Buch nun doch über zwei Jahre in meinem SuB zugebracht ... …mehr

Das Cover von „Feuer & Wind“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen und so habe ich das Buch rasch nach seinem Erscheinen gekauft. Leider hat das Buch nun doch über zwei Jahre in meinem SuB zugebracht und irgendwie war nie der richtige Zeitpunkt für die Geschichte. Das hat sich mit meinem Urlaub im Mai nun endlich geändert.

Jen lebt in einer nicht näher definierten Zukunft und die Menschheit kennt nur noch das Leben in einer sterilen Welt aus Glas, Metall und temperierten Räumen. Ein Leben unter freiem Himmel im Wandel der Jahreszeiten und die Natur mit all ihren Facetten sind Relikte aus der Vergangenheit. Da die Menschen aber eine ungebrochene Sehnsucht nach dieser Vergangenheit haben, arbeitet die Firma von Jen an einem sogenannten Tank, dieser soll in einer Art virtuellen Realität die Vergangenheit lebendig machen. Jen ist eine Expertin für die Wikingerära und arbeitet gemeinsam mit anderen Wissenschaftlern an der Simulation eines Wikingerhofes. Bei einem Test geschieht das Unglaubliche: Jen wird in das Island des 10. Jahrhunderts katapultiert und an einem Strand von einer Gruppe Nordmänner gefunden.

Der Häuptling des Clans, Heirik nimmt Ginn – wie Jen ab sofort genannt wird – als Gast in sein Haus auf und die junge Frau fügt sich rasch in ihr neues Umfeld ein. Sie ist fasziniert von ihrer Umgebung, den Farben, Gerüchen und Stimmen des Stammes, der Landschaft und vor allem von dem geachteten und auch gefürchteten Häuptling Heirik, der durch ein Blutmal entstellt ist und als verflucht gilt.

Ich habe meine Zeit gebraucht, bis ich mit der Geschichte warm geworden bin. Im Lauf der Zeit und mit jeder gelesenen Seite bin ich dann mehr in die Handlung und das Leben im Island des 10. Jahrhunderts eingetaucht.

Die Geschichte wird nur aus Jen bzw. Ginns Perspektive erzählt und so erlebe ich alles durch ihre Augen. Stellenweise ist sie naiv und gutgläubig, was angesichts der Tatsache, dass sie aus der Zukunft kommt, manchmal etwas unglaubwürdig anmutet. Gleichzeitig hat Ginn ein unglaublich weites Herz und ihr offener Blick auf die Welt lässt sie Schönheit und Magie entdecken, wo ein anderer sie nicht sieht. Das macht sich insbesondere in ihrer Beziehung zu Heirik bemerkbar, denn keiner ist dem jungen Mann, der so eine schwere Last trägt, seit dem Tod seiner Mutter je so offen und unvoreingenommen gegenüber getreten.

Die Liebesgeschichte von Heirik und Ginn ist keine besonders stürmische Romanze und es dauert seine Zeit bis sich alles entwickelt, aber gut bei einem Seitenumfang von über 650 Seiten, kann sich die Geschichte alle Zeit der Welt nehmen ;-)

Die Autorin fängt mit ihrem Schreibstil Stimmungen, Farben, die Umgebung, Gerüche, Stimmlagen, Emotionen und leise Zwischentöne ein und malt damit Bilder, die beim Lesen wie aus einem Nebel aufsteigen und mich als Leserin ganz tief in die Geschichte hineinziehen. Das Ganze mutet fast etwas poetisch an, ist an manchen Stellen langatmig, aber zugleich so wunderschön, dass man sich wie in einem Traum fühlt und nicht daraus erwachen will.

Für mich ist „Feuer & Wind“ eine Geschichte, die im Flüsterton an langen Winterabenden, während man an einem prasselnden Feuer sitzt, erzählt wird. Ein Buch, das will, dass ich mir Zeit nehme, mich ganz auf es und sein ganz eigenes Tempo einlasse. Wenn mir das gelingt, werde ich mit einer atmosphärisch-dichten Geschichte in blassen und kräftigen Farben belohnt, die sich langsam, aber beharrlich ins Herz schleicht und dort wie eine Katze zusammenrollt und vor sich hin schnurrt.

Von mir gibt es 4 Bewertungssterne!

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buecherwurm94 buecherwurm94

Veröffentlicht am 09.04.2020

wunderschöne Zeitreise zu den Wikingern

Jen lebt im Island der Zukunft. Durch einen Fehler reist sie in der Zeit zurück und landet bei den Wikingern im 10. Jahrhundert. Heirik, Anführer eines Clans, rettet sie und nimmt sie bei sich auf. Schnell ... …mehr

Jen lebt im Island der Zukunft. Durch einen Fehler reist sie in der Zeit zurück und landet bei den Wikingern im 10. Jahrhundert. Heirik, Anführer eines Clans, rettet sie und nimmt sie bei sich auf. Schnell lernt Jen, was es heißt, in diesen Zeiten zu leben. Ihr Alltag wird von schwerer Arbeit und einem tiefen Aberglauben und Spiritismus bestimmt. Heirik, von allen geachtet und zugleich gefürchtet, wird zu einer wichtigen Bezugsperson für sie. Er ist der Einzige, der sie wirklich versteht und schon bald verbindet sie mehr als bloße Freundschaft. Doch eine Verbindung kommt gar nicht in Frage: Heirik ist von Geburt an gezeichnet, ein Mal entstellt seinen Körper, bei seinen Leuten gilt er als verflucht. Kann sich Jen über alle Vorurteile und Konventionen der damaligen Zeit hinwegsetzen und für ihre Liebe kämpfen?

Wow, die Autorin hat mich mit diesem Buch wahnsinnig begeistert. Ich mag Bücher, die in der Zukunft spielen, überhaupt nicht. Aber bei dieser Geschichte ist das nur zu Anfang der Fall, deshalb kann ich darüber hinwegsehen. Recht schnell findet man sich als Leser in der Vergangenheit wieder. Der Autorin gelingt es, mit wenigen Worten eine ganze Welt zu erschaffen.
Mich hat die Vergangenheit schon immer fasziniert, und ich würde weiß Gott was darum geben, selbst einmal eine Zeitreise machen zu können. Die Zeit der Wikinger wird in vielen Büchern beschrieben, aber ich habe sie hier ganz anders wahrgenommen. Sonst werden sie als wildes und barbarisches Volk dargestellt, als Seefahrer und Plünderer. Heirik dagegen ist ganz anders. Er ist der Clanführer, der Häuptling, der für viele Menschen verantwortlich ist und ihr Wohl vor seines stellt.
Ich liebe historische Liebesromane, und genau das habe ich auch von diesem Buch erwartet, was aber nicht ganz zugetroffen hat. Die Autorin legt hier großen Wert auf den Alltag der Charaktere. Man erfährt viel, über das Leben damals, über die Sorgen und Ängste der Menschen, was sie antrieb und bewegte. Die Liebesgeschichte ist durch das Buch hinweg immer präsent, steht aber nicht penetrant im Vordergrund.
Ich habe mich ziemlich heftig schockverliebt, ich konnte Heirik vor mir sehen, den stolzen Clanführer, dem so übel mitgespielt wird. Der alles für die Seinen opfert und so wenig zurückbekommt. Und dann, als endlich sein eigenes Glück zum Greifen nahe ist, kann er es nicht annehmen, weil er eben wieder an alle anderen denken muss.
Das Buch ist einfach wunderschön, detailverliebt, gefühlvoll und atmosphärisch. Ich kann es dringend weiterempfehlen und ich wünsche mir einfach, dass die Autorin noch andere Geschichten wie diese schreibt. In mir hat sie auf jeden Fall einen Fan dazugewonnen.

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Leseschildkroete Leseschildkroete

Veröffentlicht am 29.07.2018

Mal ein etwas anderer Roman

Das Cover ist wirklich schön und spiegelt gleich den Inhalt des Buches wieder. Ich fand es toll mal ein fantasy Buch zu lesen, dass mal nicht immer nur in Amerika spielt , sondern im schönen Island. Die ... …mehr

Das Cover ist wirklich schön und spiegelt gleich den Inhalt des Buches wieder. Ich fand es toll mal ein fantasy Buch zu lesen, dass mal nicht immer nur in Amerika spielt , sondern im schönen Island. Die Landschaftsbeschreibungen der Autorin waren sehr detailgetreu und vermittelten einem, selbst in Island zu sein. Auch fand ich es toll, dass das Leben der Wikinger sehr gut in diesem Roman beschrieben wurde. Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Allerdings fand ich einige Stellen teilweise etwas trocken und langatmig und es hat auch manchmal etwas gedauert bis eine spannende Handlung kam. Auch kam mir die Liebesgeschichte von Jen und Heirik etwas zu kurz. Alles in allem aber trotzdem empfehlenswert, gerade für Leute, die sich für Wikinger interessieren oder einfach mal was anderes lesen möchten.

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Nadja-mit-Blitz Nadja-mit-Blitz

Veröffentlicht am 06.05.2018

Mein Herz erobert von isländischen Wikingern


*Inhalt*

Jen ist Sprachkünstlerin in einer Welt, wo kaum noch Natur existiert und diese nur in einer künstlichen Illusion erlebt werden kann. Sie ist für die isländische Sprache zur Zeit der Wikinger ... …mehr


*Inhalt*

Jen ist Sprachkünstlerin in einer Welt, wo kaum noch Natur existiert und diese nur in einer künstlichen Illusion erlebt werden kann. Sie ist für die isländische Sprache zur Zeit der Wikinger spezialisiert und bei einer historischen Simulation, wird sie ausversehen in das 10. Jahrhundert katapultiert. Dort entdeckt der Clan-Führer Heirik, die halberfrorene Jen im Meer und nimmt sie in sein Langhaus als Gast mit. Schnell fühlt sie sich dort sehr wohl und entwickelt starke Gefühle für den Clan-Führer, der jedoch von seinem Clan auf Grund seines verfluchten Blutmals gefürchtet und gemieden wird. Wird Jen es schaffen durch seine kalten Mauern durchzubrechen und sein Herz zu erobern?

*Meine Meinung*

Nach einigen Buchrezensionen auf Youtube stand Feuer und Wind schon seit 2017 auf meiner Wunschliste und ich war sehr gespannt auf diese Wikinger-Geschichte. Zu Weihnachten konnte ich das Buch dann endlich in meinen Händen halten, doch durch so einige andere Bücher geriet das Buch etwas in Vergessenheit und ich nahm es erst im April zur Hand. Gott sei Dank, denn danach wollte ich am liebsten noch ein Buch über Wikinger oder ein Buch von Larissa Brown lesen.

Das Cover ist ein wunderschöner Hingucker. Die Farben sind sehr schlicht gehalten, harmonieren wunderbar miteinander und erschaffen eine gemütliche Atmosphäre. Auch die Wikinger Elemente, wie die Flechtfrisur, die Schiffe an einer Bucht und die leichten Knotenapplikationen in der Ecke, spiegeln den Inhalt des Buches sehr gut wieder.

Der Schreibstil von Larissa Brown ist im Allgemeinen sehr schön flüssig und angenehm zu lesen. Sie nimmt sich viel Zeit die Natur in Island so zu beschreiben, so dass man selber das Gefühl hat, Vorort zu sein. Auch legt sie großen Wert darauf, einem die Protagonisten so gut wie möglich nahezubringen und ihre Entscheidungen und Charakterzüge zu verstehen.

Die Charaktere sind alle sehr unterschiedlich und sehr authentisch. Die Protagonistin Jen ist eine sehr starke Frau und lässt sich nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen. Sie entscheidet lieber selber was gut für sie ist und steht auch hinter ihren Entscheidungen. Dennoch ist sie auch warmherzig sowie einfühlsam und schleicht sich durch ihre Hartnäckigkeit in so einige Herzen. Im Gegensatz dazu erscheint Heirik eher kühl und grober, doch kann man sehr schnell seinen weichen Kern kennen lernen, denn Heirik tut alles Mögliche, damit es seinem Clan an nichts fehlt. Dadurch das er seit Jahren wegen seines Blutmals nicht angerührt und keine Zuneigung erfahren hat, ist er so reserviert und zurückhaltend. Ein weiter Charakter, den ich noch erwähnen möchte, ist Betta, die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Betta kann durch eine Art Gabe spüren, was andere gerade denken und fühlen. Sie wird eine sehr gute Freundin von Jen und hält stets zu ihr. Die Freundschaft, wie sie Larissa Brown hier beschreibt, ist wirklich sehr innig und intensiv und wunderschön festgehalten. Besonders großartig fand ich außerdem, dass die Liebe zwischen Jen und Heirik keine sehr schnelle Verliebtheit war, sondern sich langsam mit der Zeit entwickelte.

Die Geschichte ist am Anfang noch sehr verwirrend und ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich nicht viel verstanden habe, was dort von statten ging. Die Handlungen waren alle sehr schnell, stressig und unklar formuliert. Jedoch denke ich, dass dies gewollt war, um eine gewisse Antipathie gegenüber der zukünftigen Welt zu entwickeln, was ihr meiner Meinung nach eindeutig gelungen ist. Danach war die Geschichte anfangs etwas entspannter zu verfolgen und man wurde sehr wirklichkeitsnah an die Welt der Wikinger herangeführt. Man erfährt alles über den Tagesablauf der Menschen zu dieser Zeit und wie abhängig sie von den Jahreszeiten sind. Dadurch konnte ich mir ein viel besseres Bild und vor allem neues Bild erschaffen, in welchem es nicht nur um Kämpfe und Schlachten ging. Mit der Zeit tauchten dann immer wieder einige spannendere Momente auf, die bei mir Herzklopfen verursacht haben. Egal ob es um Auseinandersetzungen mit einem feindlichen Clan, den Problemen zwischen Heirik und Jen oder Streitigkeiten im eigenen Clan ging. Das Ende war noch bis zum Schluss sehr spannend erzählt und nicht unbedingt vorhersehbar.


*Fazit*

Die Geschichte ist nicht nur für Leser, die Wikinger-Interessierte sind, sondern für jeden der eine authentische Liebesgeschichte verfolgen möchte, mit einer großartigen Freundschaft, wunderschönen Naturbeschreibungen und eine Kultur kenne lernen möchte, die einem sehr realistisch nähergebracht wird.

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Valja Valja

Veröffentlicht am 24.03.2018

Feuer und Wind

Inhalt
In einer Zeit, in der die Natur dem kalten Stahl und Glas weichen musste, leben die Menschen für Träume. Sie schaffen sich virtuelle Realitäten, in denen sie ein anderes Leben betrachten können, ... …mehr

Inhalt
In einer Zeit, in der die Natur dem kalten Stahl und Glas weichen musste, leben die Menschen für Träume. Sie schaffen sich virtuelle Realitäten, in denen sie ein anderes Leben betrachten können, wenn nicht gar Teil davon werden. Jen arbeitet gerade an der Simulation Islands in der Zeit der Wikinger. Als Sprachkünstlerin versucht sie das Erlebnis so real wie möglich zu gestalten. Um ihre Arbeit zu überprüfen, steigt sie selbst in einen Tank, doch es geschieht das Unmögliche, statt in der Simulation, landet sie tatsächlich in Island des 10. Jahrhunderts. Heirik Rakknason, der Clanführer der Gruppe, die sie findet, nimmt sie als Gast in den Clan auf. Wegen seines Feuermals ist Heirik gefürchtet und geachtet, doch vor allem als unantastbar angesehen. Jen ist jedoch fasziniert von ihm und fühlt sich zu ihm hingezogen. Ist jedoch eine Zukunft mit ihm möglich, wenn alles eine Simulation sein könnte?

Meine Meinung
Eine Zeitreise in eine unbekannte Zeit. Alles sollte nur eine Simulation sein, doch plötzlich wird daraus harte Realität. Wie reagiert man, wenn man in eine solche Situation kommt? Wie erkennt man, dass man unwissend ist und doch viel Wissen besitzt? Jen wollte nur eine virtuelle Realität schaffen, dass es für sie zur Realität wird, damit hätte sie jedoch nicht gerechnet.

Jen ist eine Sprachkünstlerin, die versucht ein virtuelles Island entstehen zu lassen. Sie arbeitet hart daran, es so authentisch wie möglich zu gestalten. Ein altes Tagebuch hilft ihr dabei diese Welt aufzubauen. Für sie ist dieses Projekt etwas, was sie mit ganzem Herzen einnimmt. Sie hätte allerdings nie damit gerechnet, dass sie ihre erträumte Welt mal tatsächlich betreten würde. In der Vergangenheit angekommen, bleibt ihr nichts anderes übrig als zu lügen. Zwar glaubt sie erst in der Simulation zu sein, doch dafür fühlt es sich einfach zu real an. Dann begegnet sie auch noch Heirik, dem Clanführer, und verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Während sie ihn näher kennen lernt, lebt sie sich im Clan ein und muss einsehen, dass nicht alle davon begeistert sind, das sie ihm näher kommt.

Heirik Rakknason ist mit seinen 22 bereits Clanführer. Die Menschen achten und fürchten ihn, denn ein großes Feuermal, das auch einen Teil seines Gesichts bedeckt, zeichnet ihn. Es heißt, dass seine Mutter einen Segen über ihn sprach, nachdem ihn niemand mehr berühren darf und auch er niemanden berührt. Heirik hält sich von den Menschen emotional fern, doch als er Jen, die durch ein Missverständnis Ginn genannt wird, kennen lernt, entdeckt er die Sehnsucht nach einer Partnerin. Obwohl er daran glaubt anderen Menschen durch Berührung Unglück zu bringen, kann er seine Gefühle ihr gegenüber kaum beherrschen. Doch darf er ihr tatsächlich näher kommen, wenn manche daran glauben, dass dies dem Clan schaden könnte?

Die Annäherung zwischen Jen/Ginn und Heirik verläuft nur langsam, denn obwohl das Interesse vorhanden ist, ist erstmal ein gewisser Abstand zwischen ihnen. Durch Blicke, Gespräche und schließlich Berührungen entstehen Nähe und damit auch Gefühle. Heirik, der daran gewöhnt ist allein zu sein, ist unerfahren, wenn es um zwischenmenschliche Beziehungen geht. Doch nach und nach wird klar, dass er nach dieser Nähe hungert.

Obwohl die Handlung nicht übermäßig vor Spannung trieft, ist sie überaus fesselnd. Larissa Brown legt Wert darauf, dass das Geschehen sich um Jen/Ginn abspielt. Sie lernt das Leben in der fremden Zeit kennen, entdeckt neues und damit auch Heirik. Es ist dieses Kribbeln, die langsam aufkommenden Gefühle, der Drang mehr zu erfahren, wovon dieses Buch lebt.

Die Atmosphäre ist unglaublich, die Charaktere sympathisch und die Beschreibungen wunderbar bildhaft. Die Autorin schafft es den einfachen Alltag interessant zu gestalten und doch durch Wendungen immer wieder Höhepunkte aufzustellen. Die Antagonisten werden unauffällig eingeflochten, sie wollen die Beziehung zwischen Heirik und Ginn verhindern und stiften immer mal wieder Unruhe und sorgen für Unannehmlichkeiten. Der Leser darf sich über diese Charaktere aufregen, da er dich mehr bemerkt als die Protagonisten, da diese die Wahrheit manchmal nicht sehen wollen. Überaus gelungen waren auch die Beschreibungen der Landschaft. Die Wildheit der Natur und die Schwierigkeiten des Lebens wurden toll eingefangen und zu Papier gebracht.

Fazit
Aus dem 22. Jahrhundert ins Jahr 920, nicht gerade eine alltägliche Reise. Jen erlebt das Unmögliche und muss sich ein ganz neues Leben aufbauen. Sie reagiert zwar nicht immer auf die erwartete Weise, doch dadurch macht sie die Sache interessant. Brown hat keine einfache Geschichte geschrieben, allerdings eine überaus unterhaltsame. Darüber hinaus war es auch absolut faszinierend mal etwas über Island zu lesen, wenn auch der Großteil der Handlung Fiktion war.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Larissa Brown

Larissa Brown - Autor
© Martin John Brown

Larissa Brown ist eine begeisterte Leserin von Science-Fiction, Gothic Romance und Strick-Ratgebern. Sie lebt mit ihrem Mann Martin und ihrem Sohn Sebastian an der Nordwest-Küste der USA. Feuer und Wind ist ihr Debütroman.

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