Für immer Blue
 - Amy Harmon - PB

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14,99

inkl. MwSt.

Lyx
Paperback
New Adult
448 Seiten
ISBN: 978-3-86396-076-6
Ersterscheinung: 01.10.2015

Für immer Blue

Übersetzt von Frauke Lengermann

(5)

Die 19-jährige Blue hat nur ein Ziel: herausfinden, wer sie wirklich ist. Von ihrer Mutter als Baby verlassen, weiß sie nichts über ihre Herkunft und fühlt sich nirgends zugehörig. Doch dann trifft sie auf ihren neuen Geschichtslehrer Darcy Wilson. Er ist jung, hat einen coolen britischen Akzent und eine ansteckende Leidenschaft für sein Unterrichtsfach. Darcy ist der erste Mensch, der an Blue glaubt. Doch die beiden wandern auf einem schmalen Grat. Denn eine Liebe zwischen ihnen ist unmöglich ...

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Rezensionen aus der Lesejury (5)

Skyline-of-books Skyline-of-books

Veröffentlicht am 07.02.2018

Das Hin und Her des Liebespaares hat mich genervt

Klappentext
„Die 19-jährige Blue Echohawk hat nur ein einziges Ziel: herausfinden, wer sie wirklich ist. Sie weiß nicht, woher sie kommt oder wer ihre Eltern sind, und fühlt sich nirgends dazugehörig. ... …mehr

Klappentext
„Die 19-jährige Blue Echohawk hat nur ein einziges Ziel: herausfinden, wer sie wirklich ist. Sie weiß nicht, woher sie kommt oder wer ihre Eltern sind, und fühlt sich nirgends dazugehörig. Auch unter ihren Kommilitonen ist sie eine Außenseiterin. Sie kleidet sich anders als die anderen, sie schminkt sich auffällig und umgibt sich mit den falschen Menschen. Blue spürt, wie ihr Leben ihr jeden Tag ein bisschen mehr zu entgleiten droht. Doch dann trifft sie auf Darcy Wilson, der – als Erster und Einziger – an sie glaubt und ihr zeigt, warum es sich lohnt, ein guter Mensch zu sein und für das Leben zu kämpfen. Blue entwickelt Gefühle für Darcy, obwohl sie weiß, dass eine Liebe zwischen ihnen unmöglich ist. Denn Darcy ist ihr Lehrer …“

Gestaltung
„Für immer Blue“ ist bereits das dritte Buch von der Autorin Amy Harmon, das im Egmont INK Verlag auf Deutsch erscheint und auch dieses Mal hat der Verlag im Coverdesign einen ähnlichen Stil eingehalten wie schon bei beiden anderen Harmon-Büchern. Ein Schatten einer Figur ist vor einem bunten Hintergrund zu sehen. Verziert wird das Ganze durch kleine Muster, welche hier den Boden bilden, auf dem die Figur steht. Ich mag an diesem Cover vor allem, dass es so aussieht, als würde das Mädchen vor dem Mond stehen, mitten in der tiefsten Nacht. Auch den Baum finde ich sehr schön.

Meine Meinung
„Für immer Blue“ ist bereits mein drittes Buch der Autorin. Zunächst waren es die Cover der Bücher, welche mich dazu verleitet haben, die Klappentexte zu lesen. Die Kombination aus beidem hat dann überzeugt. Doch mittlerweile ist es der Name der Autorin, welcher mich anzieht. Amy Harmon schreibt gegenwartsliterarische Geschichten mit dem gewissen Etwas. Sie widmet sich immer ernsthaften Themen, die teilweise eher verschwiegen werden oder unter den Tisch fallen. Das ist meiner Meinung nach etwas ganz besonderes und seltenes, da viele Autoren sich scheuen, „Tabu“-Themen anzusprechen.

Dieses Mal befasst sich die Autorin mit dem Thema der verbotenen Liebe zwischen Lehrer und Schülerin. So dachte ich zumindest aufgrund des Klappentextes, doch diese Thematik wird eigentlich im Handlungsverlauf nur am Rande aufgegriffen. Vielmehr fokussiert Harmon das Leben und die Innenwelt der Protagonistin Blue und die komplizierte Beziehung zwischen ihr und Wilson, welcher nur zu Anfang ihr Lehrer ist.

Mir hat insgesamt gut gefallen, dass die Lehrer-Schüler-Beziehung nicht so unmittelbar im Fokus der Geschichte stand, denn ich denke, dies hätte nicht so viel Stoff für einen gesamten Roman hergegeben und hätte mit der Zeit langweilig werden können. Ich glaube auch, dass es mir irgendwann ziemlich auf die Nerven gegangen wäre, wenn immer nur gesagt worden wäre, dass die beiden nicht zusammen sein könnten aufgrund des Altersunterschiedes und weil es sich nicht für einen Lehrer gehört. Die Angst, dass die Konzentration zu sehr auf den Verboten und der Dramaturgie einer solchen Verbindung liegen würde, war jedoch unbegründet, da Amy Harmon genau das richtige Maß an Feinfühligkeit und klaren Worten findet.

Nervig war dafür aber das ständige Hin und Her zwischen Wilson und Blue. Mal lieben sie sich, küssen sich und sind sich nah und im nächsten Moment – ohne Grund! – distanzieren sie sich wieder voneinander. Äh…entschuldigung? Warum? Was soll das? Ich habe es nie verstanden, warum sie sich immer wieder aufs Neue voneinander entfernt haben. Dieses dauernde Heckmeck ist mir irgendwann wirklich auf den Geist gegangen!

Auch das Ende empfand ich als etwas anstrengend, da lang und breit erklärt und aufgedeckt wird, was es mit Blues Vergangenheit auf sich hat. Okay, ich wollte es wissen und war neugierig, was nun hinter ihr für eine Geschichte steht…aber es wurde mir einfach zu lang und schwülstig erzählt. Dies war schon zuvor im Roman bei einer anderen Sache, die Blue betrifft, genauso. Diese Sache (und ich verrate aufgrund des Spannungsgehaltes der Geschichte nicht, was es ist) wurde für meinen Geschmack auch viel zu lang hingezogen.

Fazit
Ein weiterer Roman aus der Feder von Amy Harmon, der wieder im Bereich der Gegenwartsliteratur anzusiedeln ist und sich mit einem problematischen Thema, welches hier jedoch nur am Rand eine Rolle spielt, befasst. Leider waren mir manche Enthüllungen oder Entwicklungen zu langatmig und zu sehr in die Länge gezogen und auch die Beziehung der beiden Protagonisten war mir zu anstrengend. Zwischen Nähe und Distanz konnten sie sich nicht entscheiden, wobei jedoch in keinster Weise für den Leser nachvollziehbar war, warum sie sich immer wieder voneinander entfernt haben!
3 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband


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Buecherwanderin Buecherwanderin

Veröffentlicht am 07.02.2018

Es bereitet schlaflose Nächte und zerriss mir das Herz


Völlig ergriffen habe ich gestern Nacht ein Buch zur Seite gelegt, für dessen Rezension mir eigentlich immer noch die Worte fehlen. Aber irgendwie musste ich auch meine Gedanken dazu sofort loswerden, ... …mehr


Völlig ergriffen habe ich gestern Nacht ein Buch zur Seite gelegt, für dessen Rezension mir eigentlich immer noch die Worte fehlen. Aber irgendwie musste ich auch meine Gedanken dazu sofort loswerden, weshalb ich diese Worte direkt im Anschluss niederschrieb.

Ich war berührt von Blues Geschichte. Es passiert selten, dass ich mich so sehr in die Gedanken- und Gefühlswelt einer Protagonistin hineinversetzen kann. Dieses Buch ist einfach unglaublich und hat mich sprachlos gemacht.
Blue ist 19 oder 20 Jahre alt. So genau weiß sie es selbst nicht. Sie besucht die letzte Klasse der Highschool Boulder City und wächst ohne Eltern, aber bei Ihrer Tante auf. Als am ersten Schultag einer neuer Lehrer seinen Dienst antritt, ist sie erstaunt über sein junges Alter. Mr. Wilson ist 22 Jahre und lehrt Europäische Geschichte. Mit seinen Lehrmethoden zwingt er seine Schüler und ganz besonders Blue dazu, sich über die eigene Geschichte Gedanken zu machen. Wilson hilft Blue, sich und ihre Geschichte neu zu entdecken, und er hilft Blue ihre Geschichte nach ihrem Sinn fortzusetzen.
Die Beziehung zwischen Blue und Wilson baut sich nach und nach auf. Ganz leise und in vielen kleinen Schritten schleicht sich die Liebe in beider Herzen, ohne dass sie es sich gleich eingestehen wollen. Es sind die kleinen Gesten zwischen den beiden, die ihre Romanze so herrlich romantisch und überhaupt nicht kitschig erscheinen lassen. Situationen wie diese, wenn Wilson nachts sein Cello spielt und Blue ihn zuhört, führen dazu, dass sie sich immer mehr mit ihm verbunden fühlt. Es hört sich an, als spielte er nur für sie allein. Diese Momente mochte ich am liebsten im Buch. In diesen Augenblicken waren sich beide so nah, obwohl sie räumlich voneinander getrennt waren. Diese Momente brachten mich dazu, die letzten 209 Seiten in musikalischer Begleitung von Bob Dylans “Make me feel my love” in Endlosschleife zu lesen:

When the Rain ist blowing in your face
and the whole world is on your case
I can offer you a warm embrace
to make you feel my love
Die erste Zeile dieses Songs, die für mich wohl am besten ausdrückt, wie die Gefühle von Wilson für Blue sind.

“Für immer Blue” ist bis jetzt das zweite Buch von Amy Harmon, welches ich gelesen habe. Sie hat es geschafft, dass ich wie ein Junkie nach mehr Seiten lechzte und mir die Nacht um die Ohren gehauen habe, um ja nichts von der Handlung zu verpassen. Sie besitzt eine unglaubliche Fähigkeit, die richtige Stimmung, die richtigen Gefühle und die richtigen Worte für alles zu finden.

Mit Blue hat die Autorin eine realistische und greifbare Protagonistin geschaffen, mit der ich mich von Seite zu Seite verbundener fühlte. Heimatlos und ohne Wurzeln lebt und wandert die 19-jährige durch den Alltag. Sie fühlt sich als ein Mensch ohne Geschichte, als ein Nichts. Ihre Gefühle versteckt sie hinter einer dicken Schicht Make-Up, sexy Klamotten und einer großen Klappe. Im Laufe der Handlung macht Blue eine enorme Wandlung durch, die mich unsagbar berührt hat, weil ich sie so toll fand. Sie wird mit der Zeit erwachsen und lernt, dass man auch als ein Vogel ohne sicheres Nest nicht verloren ist.

Dabei unterstützt wird sie von ihrem Lehrer Wilson. Er ist ein untypischer Pauker und mit 22 Jahren auch noch ziemlich jung für ein Ausübender des Lehramtes. Aber er schafft es hinter Blues harter Fassade aus Frechheit, Einzelgängertum und kokettem Auftreten zu blicken. Mit stoischer Ruhe und Geduld bricht Wilson Blues Schutzwall auf und hilft ihr in vielen Situationen. Das dies für einen Lehrer recht unüblich ist, sei mal dahin gestellt. Aber Wilson kann nicht anders, denn diese junge Frau, die sich so cool gibt und doch so verletzlich ist, fasziniert ihn.

Blue und Wilson über 400 Seiten zu begleiten, ist mir nicht schwer gefallen. Ich war zwischenzeitlich emotional so aufgewühlt, dass ich nicht wusste, ob ich mich nun freuen oder weinen sollte. Besonders in den Sitiationen, in denen Blue Angst hatte. Angst vor der Zukunft, Angst vor ihren Gefühlen und Angst, dass die Entscheidungen, die sie getroffen hat, sich irgendwann rächen werden.
Ich glaube, ich schreibe hier gerade meine längste Rezension überhaupt. Aber ich weiß mir halt nicht anders zu helfen, um meine Begeisterung für dieses Buch Ausdruck zu verleihen. Ich kann nur sagen, lest dieses Buch und taucht ein in Blues Geschichte. Sie hat sich für mich zu einem weiteren Highlight in diesem Jahr entwickelt, denn es gibt nicht viele Bücher, die mich sprachlos zurücklassen. “Für immer Blue” hat es geschafft.

*~*~*Fazit*~*~*

Ein Buch welches mich dermaßen fesselnd und berührt, wie “Für immer Blue” gibt es nicht oft. Amy Harmon schuf eine tolle, romantische Geschichte mit realistischen Charakteren und einer Handlung, die unter die Haut geht. Es wurde eine schlaflose Nacht, die ich nur zu gern mit dem Lesen dieses emotional aufwühlenden Buches gefüllt habe.

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dieSeitenfluesterer-unserBuchblog dieSeitenfluesterer-unserBuchblog

Veröffentlicht am 30.04.2017

tief und leidenschaftlich ...

Durch eine angekündigte Leserunde bei Lovelybooks (an der ich nicht teilgenommen habe), fiel mir das zarte Cover von „Für immer Blue“ ins Auge. Aus der Feder von Amy Harmon entstand ein 480 Seiten umfassender ... …mehr

Durch eine angekündigte Leserunde bei Lovelybooks (an der ich nicht teilgenommen habe), fiel mir das zarte Cover von „Für immer Blue“ ins Auge. Aus der Feder von Amy Harmon entstand ein 480 Seiten umfassender Roman, welcher im Oktober 2015 vom Egmont INK Verlag auf dem Markt gebracht wurde.

Blue Echohawk hat mit ihren jungen Jahren schon einiges erlebt. Von der Mutter zurückgelassen, ist sie bei einem fremden Mann aufgewachsen, welcher zu Tode kommt und nun verbringt sie ihre Zeit bei dessen Schwester.
Die Highschool läuft für sie nur nebenher und jeder denkt nur bei ihren Namen an ein schnelles Liebesabenteuer.
Doch der neue Lehrer Mr. Wilson scheint hinter Blues Fassade schauen zu können und fordert sie auf ihre Vergangenheit aufzuräumen, um in eine bessere Zukunft zu schauen …
Wer das Buch von “Für immer Blue” in Händen hält, kann wohl gar nicht anders, als das Cover zu bewundern. Es erschien mir als einen guten Eintritt in Blues Welt, mit dem Scherenschnitt des Mädchens und des kleinen Vogels, auf dessen Händen.
So zart, wie das dargestellte Mädchen, kam mir auch die Protagonistin vor. Mit dem Kopf in eine andere Welt blickend. Sie gibt die starke Kämpferin, doch je weiter man in der Handlung hineingeht, desto mehr versteht man ihre zickigen und starsinnigen Ansichten.
Sie ist der kleine Vogel, der eine schützende Hand sucht, wie der auf dem Cover.

Veränderungen prägen einen Menschen, in Blues Leben war es Mr. Wilson, ihr Geschichtslehrer, der sie in die Vergangenheit zurückreisen lässt, um sich selbst dort zu finden.
Von Findungen kann hier aber keine Rede sein, denn ich selbst habe es mehr als Problembewältigung empfunden, als dass sie wusste, wer sie selbst ist.
Dieser junge Lehrer, welcher selbst kaum älter als sie war, hat es geschafft, das Blue versuchte eine Zukunft für sich zu entdecken.

Immer wieder kam die Sprache auf ihre Mutter. Eine Szene aus deren Leben, führt den Leser auch in das Buch, aus dieser scheint man anfänglich aber nicht schlau zu werden.
Der tolle Fluss aus Informationen, veranschaulichen Bildern, welche sich in meinem Kopf formten und das Spiel mit den Worten, waren es, die mich die erste Hälfte des Buches genießen ließen.
Leider kam danach ein starkes Tief, nicht nur für die Figuren, sondern auch für mich, als stiller Teilhaber der Szenen.

Es kam zu einem Hin und Her aus Gefühlen und Situationen, die einerseits nachvollziehbar, an anderen Stellen aber wiederum viel zu übertrieben wirkten.
Zum Schluss schaffte es Amy Harmon dann doch noch, mich mit in ein geordnetes Chaos zu nehmen und überzeugen zu können, dass sich Dinge doch noch aufklären.
Die Protagonistin war anfangs, wie schon erwähnt, sehr unnahbar und für alle Jungs das Objekt ihrer Begierde. Die Autorin schaffte es jedoch, ihren weichen und sehr kreativen Kern hervorzubringen.

Mich hat allerdings Mr. Wilson, oder besser Darcy Wilson (ja wirklich Darcy) von sich überzeugen können. Er hat seine typisch englische Art und Korrektheit, mit seiner Verbissenheit und Leidenschaft eingesetzt, um aus Blue alles herauszuholen, was sie bis dato vor sich selbst tief vergraben hatte.

“Für immer Blue” ist eine Geschichte, die tief geht, leidenschaftlich wird und nach innen hin schreit, um ein Geheimnis endlich zu Vorschein zu bringen, dass jeden überraschen wird.

Rezension unter: www.dieSeitenfluesterer-unserBuchblog
Copyright: dieSeitenfluesterer-unserBuchblog

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jenvo82 jenvo82

Veröffentlicht am 15.09.2016

Der Steinige Weg zum Erwachsenwerden

Die 19-Jährige Blue hat ihren eigenen Kopf, rebelliert wo sie nur kann, gibt sich mit unabhängigen, zwielichtigen Jungs ab und hat keine Freunde, weil sie um sich herum eine Mauer des Schweigens errichtet ... …mehr

Die 19-Jährige Blue hat ihren eigenen Kopf, rebelliert wo sie nur kann, gibt sich mit unabhängigen, zwielichtigen Jungs ab und hat keine Freunde, weil sie um sich herum eine Mauer des Schweigens errichtet hat, die bisher niemand überwinden konnte. Als sie in ihrem letzten Schuljahr auf den jungen, gutaussehenden Geschichtslehrer Darcy Wilson trifft, kommt ihr bisheriges Weltbild ins Wanken. Erstmals erfährt sie im Leben, wie es sich anfühlt, wenn man akzeptiert und wahrgenommen wird, wenn trotz aller charakterlichen Defizite das Positive im Mittelpunkt steht und durch beständigen Zuspruch ein gesundes Selbstvertrauen aufgebaut werden kann. Doch gerade als Blue Hoffnung für ihre persönliche Zukunft schöpft, versetzt ihr eine ungewollte Schwangerschaft den nächsten Dämpfer. Aber Darcy Wilson gibt sie nicht auf, steht ihr zur Seite und weckt bald Gefühle in ihr, die weit über eine unverbindliche Lehrer-Schüler-Verbindung hinausgehen. Als Blue endlich innerlich dazu bereit ist, ihre schmerzliche Vergangenheit aufzuarbeiten, beginnt eine zarte Freundschaft, aber wird sich Darcy auch auf mehr einlassen?

Dieser Roman befasst sich in weiten Teilen mit dem steinigen Weg des Erwachsenwerdens. Gefühlvoll und intensiv beschreibt er wichtige Lebensfragen, erörtert sehr facettenreich die verschiedenen Phasen der Selbstfindung und die Herausbildung einer Identität. Es geht um Familienbande und Zugehörigkeitsgefühl, um die seelischen Schmerzen, die Ablehnung und Isolation in der Kindheit verursachen und um die Kraft, aus eigenem Antrieb wieder aufzustehen und die Zukunft aktiv mitzugestalten.

Der Schreibstil des Romans ist angenehm, detailliert und bildlich, so dass eine wunderschöne, feinfühlige Geschichte entsteht, die den Leser mitnimmt auf eine Reise in die Vergangenheit – zurück zu den Wurzeln eines jungen Lebens.

Meine Hauptkritik bezieht sich im Wesentlichen auf die angedeutete Liebesbeziehung zwischen einem Lehrer und seiner Schülerin. Dieses Thema, die damit verbundene Problematik (Altersunterschied, Gesetzesbruch, Umgang mit Schutzbefohlenen) blieb vollkommen auf der Strecke. Bei jedem neuen, farblich untermaltem, Kapitel habe ich sehnsüchtig auf diesen Aspekt gewartet und wurde leider bis zum Ende des Buches nicht fündig.

Fazit: Ich vergebe 4 Sterne für eine reife, literarische Erzählung, die durch ihre Intensität und Emotionalität besticht. Die aber leider nur Bruchstücke einer „verbotenen“ Liebesgeschichte liefert und damit meine Erwartungen an das Buch nicht gänzlich erfüllen konnte.

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fingerbluetentraeume fingerbluetentraeume

Veröffentlicht am 15.09.2016

Amy Harmon kann es einfach!

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man nach dem Beenden eines Buches irgendwie nicht weiß, was man als nächstes Lesen soll und irgendwie keine Geschichte da ist, die einen so richtig reizt? So ging es mir nach ... …mehr

Kennt ihr dieses Gefühl, wenn man nach dem Beenden eines Buches irgendwie nicht weiß, was man als nächstes Lesen soll und irgendwie keine Geschichte da ist, die einen so richtig reizt? So ging es mir nach "Für immer Blue" von Amy Harmon.
Im vorletzten Jahr bin ich auf die Autorin aufmerksam geworden und durfte ihr erstes in Deutschland erschienenes Buch, "Vor uns das Leben", bereits vor Erscheinung lesen und rezensieren. Obwohl nur wenige Monate später ein weiteres Buch veröffentlicht wurde, kam ich erst jetzt dazu ein weiteres (inzwischen das dritte Buch von ihr) Buch zu lesen.

Worum geht es ? Der Klappentext:
Jeder Mensch hat eine Geschichte. Wie lautete deine?

Die 19-jährige Blue Echohawk hat nur ein einziges Ziel: herasufinden, wer sie wirklich ist. Sie weiß nicht, woher sie kommt oder wer ihre Eltern sind, und fühlt sich nirgends dazugehörig. Auch unter ihren Kommilitonen ist sie eine Außenseiterin. Sie kleidet sich anders als die anderen, sie schminkt sich auffäliig und umgibt sich mit den falschen Menschen. Blue spürt, wie ihr Leben ihr jeden Tag ein bisschen mehr zu entgleiten droht. Doch dann trifft sie auf Darcy Wilson, der - als Erster und Einziger - an sie glaubt und ihr zeigt, warum es sich lohnt ein guter Mensch zu sein und für das Leben zu kämpfen. Blue entwickelt Gefühle für Darcy, obwohl sie weiß, dass eine Liebe zwischen ihnen unmöglich ist. Denn Darcy ist ihr Lehrer...
Quelle

Wie hat es mir gefallen?
"Für immer Blue" war reinster Lesegenuss. Ein großer Pluspunkt waren die Charaktere. Blue Echohawk hat mich vollkommen überzeugt. Zunächst dachte ich, ich würde einige Probleme mit dieser rebellischen, frechen und teilweise respektlosen Protagonistin bekommnen. Jedoch konnte ich ihr das Getue von Anfang nicht so recht abnehmen. Allerdings spricht das in diesem Fall nicht für einen schlecht geschriebenen Charakter. Vielmehr ist es sogar ein Lob an Amy Harmon. Man merkte von Anfang an, dass das Ganze Gehabe von Blue nur aufgesetzt ist und unter der Oberfläche ein viel interessanterer und tiefgründiger Charakter lauerte. Dieser kam im Laufe der Geschichte auch zum Vorschein. Das verdanken wir nicht zuletzt dem guten Darcy Wilson. Darcy wird bereits zu Beginn des Buches Blues Geschichtslehrer. Tiefbeeindruckt hat mich das Verständnis von Geschichte, das Amy Harmon Darcy mit auf den Weg gegeben hat. So kommt es auch, dass er die Schülerinnen und Schüler auffordert, sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen. Auch wenn er bei Blue damit zunächst auf Granit beißt, gibt er nicht auf. Das Ganze kauft man der Figur aber durchweg ab. Ebenfalls die Nebencharaktere sind meiner Meinung nach hervorragend be- und geschrieben. Da macht das Lesen ganz besonders viel Spaß.

Der Aufbau der Handlung war logisch. Gekonnt spielt Amy Harmon mit verschiedenen Zeiten und lässt Rückblenden in die aktuelle Handlung einfließen, so dass man mehr aus Blues Leben erfährt und somit auch mehr über ihre Gefühle, Gewohnheiten und Vorlieben erfahren kann. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen und musste mich teilweise wirklich dazuzwingen endlich zu schlafen und nicht noch ein Kapitel zu lesen...und noch eins... naja eins geht noch...

Blues Suche nach sich selbst hat mich zu tiefst berührt und an der einen oder anderen Stelle, habe auch ich über mein Leben nachgedacht. Wer bin ich ? Wohin will ich? Das macht das Buch glaube ich zu dem, was es ist. Dabei gelingt es der Autorin die Gefühle der Figuren einfließen zu lassen, ohne dass das Buch vor Kitsch strotzt. An dieser Stelle sei auch angemerkt, dass Amy es wahrlich weiß, wie sie mit Sprache umzugehen hat. Es ist immer wieder ein absoluter Genuss. In "Für immer Blue" haben mich vor allem auch die Teile beeindruckt, die Blue quasi selbst über ihr eigenes Leben verfasst hat. Das hatte sowas gefühlvolles und tiefgründiges.

Das Einzige, was man bemängeln könnte, sind eine Reihe von Zufällen, die schon wirklich sehr außergewöhnlich sind. Aber dennoch habe ich sie Amy Harmon und ihrer Geschichte voll und ganz abgekauft. Zufälle gibt es nunmal. Und wie oft, denke ich in meinem Leben: Das kann doch gar nicht sein?

Ich sitze jetzt hier über meiner Rezension und bin unzufrieden. Unzufrieden mit dem, was ich über das Buch geschrieben. Denn ich weiß einfach nicht, wie ich ausdrücken soll, was das Buch in mir ausgelöst hat und wie sehr es mich berührt hat, ohne euch etwas vorwegzunehemen, etwas zu verraten oder einfach das Ganze nur nachzuerzählen. Ich glaube, das Beste ist, ihr lest das Buch selbst. Wenn ihr auf gefühlvolle und tiefgründige (Gott, wie oft hab ich das jetzt benutzt?) Geschichten steht, dann probiert es dochmal mit diesem oder einem anderen Buch von Amy Harmon. Ich jedenfalls vergebe 5 von 5 Sterne!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

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Autor

Amy Harmon

Amy Harmon - Autor
© Hiskey Photo

Amy Harmon wusste schon als Kind, dass sie einmal Schriftstellerin werden würde. Aufgewachsen umgeben von Weizenfeldern und ohne Fernseher hat sie ihre Freizeit mit Singen und Lesen verbracht und bald selbst eigene Lieder und Geschichten geschrieben. Später arbeitete sie als Lehrerin und war Mitglied des Saints Unified Gospel Chors, der 2005 einen Grammy erhielt.

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