Wild Hearts - Kein Blick zurück
 - T. M. Frazier - PB

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12,90

inkl. MwSt.

LYX
Paperback
New Adult
304 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7363-0831-2
Ersterscheinung: 29.03.2019

Wild Hearts - Kein Blick zurück

Übersetzt von Anja Mehrmann

(152)

Sie wusste nicht, dass so etwas wie Liebe tatsächlich existiert. Doch dann traf sie ihn
Ein alter Camper und ein Stück Land im Nirgendwo von Florida ist alles, was Sawyer Dixon nach dem Tod ihrer Mutter geblieben ist. Weit weg von ihrer Vergangenheit will sie einen Neuanfang wagen. Doch sie hat nicht mit ihrem Nachbarn Finn gerechnet. Der gut aussehende Einzelgänger ist wenig begeistert davon, dass Sawyer vor seiner Haustür campt – und Gefühle in ihm weckt, die er seit Jahren tief in seinem Herzen verschlossen hält!
"Unberechenbar, rau, bewegend und unglaublich fesselnd!" USA TODAY
Band 1 der OUTSKIRTS-Reihe von USA-TODAY-Bestseller-Autorin T. M. Frazier

Rezensionen aus der Lesejury (152)

xxxSunniyxxx xxxSunniyxxx

Veröffentlicht am 16.10.2019

Potenzial nicht ausgeschöpft

Ich habe das Buch kürzlich beendet und weiß immer noch nicht wie ich all meine Gefühle dazu in Worte fassen soll. Ich bin immer noch Sprachlos. Dieses Buch ist ganz anders als ihre “King” Reihe. Diese ... …mehr

Ich habe das Buch kürzlich beendet und weiß immer noch nicht wie ich all meine Gefühle dazu in Worte fassen soll. Ich bin immer noch Sprachlos. Dieses Buch ist ganz anders als ihre “King” Reihe. Diese Geschichte ist Sanft, voller tiefer Trauer und Emotionen. Beide Protagonisten haben hier etwas zu verarbeiten und zwar den Tod einer nahe stehenden Person. An sich war die Story genauso wie seine Charaktere echt gut und eigentlich gibt es nichts zu meckern darüber dennoch habe ich etwas gefunden was mich störte. Dazu aber später mehr. Der Schreibstil der Autorin war locker-flüssig aber trotzdem sehr einnehmend und gefühlvoll. Ich habe das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen und konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Gerade da es viele Wendungen gibt die einen sehr überraschen.

Zur Geschichte, Sawyer hat in ihren jungen Jahren schon so einiges durch gemacht. Sie lebt mit ihrer Mutter und ihren gewalttätiger Vater in einer fanatischen und frauenfeindlichen Kirchengemeinde auf. Erst der Selbstmord ihrer Mutter rüttelt etwas in Sawyer wach und bringt sie dazu ihren Vater und die Kirchengemeinde hinter sich zu lassen. Ihr Mutter vererbt ihr ein Stück Land in einem Sumpfgebiet namens Outkirts sowie ein Wohnwagen. Sie ergreift diese Chance sich dort ein neues Leben aufzubauen. Finn seine Liebe des Lebens verloren und kämpft sehr mit sich. Selbst den Lebenswillen hat er gänzlich verloren. Eigentlich möchte er auch lieber sterben aber er bringt es nicht über sich diesen letzten Schritt zu gehen. So lebt der beliebte Goldjunge nun als Einsiedler in den Sümpfen und meidet jeden Kontakt zur Außenwelt. Doch dann trifft er auf Sawyer und überfährt sie beinahe auf dem Highway. Und so nimmt das Schicksal seinen lauf…

Zu den Protagonisten, Finn Hollis trauert um seine große Liebe doch im Gegensatz zu Sawyer stellt er sich nicht der Realität sondern versteckt sich in den Sümpfen um bemitleidet sich selbst. Er war der beliebte Goldjunge der ganzen Stadt. Er war überall gesehen, von Mädchen umschwärmt und alle anderen Jungs respektierten ihn. Doch nach dem Verlust brach er jeden Kontakt zu seinen Freunden ab. Er lebt nur noch für Whiskey und Gras und von den lieben, netten jungen von damals ist nichts mehr zu erkennen. Doch so sehr er seine Ruhe vor anderen Menschen haben möchte macht es ihm Sawyer nicht gerade leicht. Denn Finn ist von ihr und ihrer Unschuld fasziniert und fühlt sich zu Sawyer hingezogen. Gerade zu Anfang ist Finn ein bisschen eigenartig aber sobald man ihn besser kennen lernt und erfährt merkt man eigentlich was für ein netter Kerl er doch ist.

Sawyer Dixon verlässt ihre Heimat und macht sich auf den Weg in ihr neues Leben. Sie möchte alles einmal ausprobieren da sie durch ihren gewalttätiger Vater und der fanatischen und frauenfeindlichen Kirchengemeinde sozusagen hinter Schloss und Riegel gehalten wurde. Ihre Abenteuerlust und Wissendurst ist geweckt und will von an ihr Leben selbst bestimmen. Dabei ist Sawyer aber sehr wütend und zornig auf ihre Mutter das diese sie verlassen und vieles verheimlicht hat. Trotz allem was sie bis jetzt durch gemacht hat geht sie immer mutig voran und sieht zuversichtlich in ihre Zukunft. Klar ist sie dabei manchmal ziemlich naiv und unerfahren aber dies liegt daran das sie unterdrückt aufgewachsen ist.

Wie ich bereits erwähnte habe ich an der Story und an den Charakteren nichts auszusetzen. Auch wenn Finn mir ab und an mit seinem Verhalten ziemlich auf den Strich ging. Trotzdem hat mir das Zusammenspiel von Sawyer und Tom ganz gut gefallen, wie sie aufeinander zu gehen und sich gegenseitig aufbauen. Jeder ist für sich anders mit der Trauer und seinen Ängsten umgegangen, es war nicht ganz perfekt wie sie damit umgegangen sind dennoch war es okay. Was mir hier aber definitiv fehlte waren mehr Sichten von Finn. Ich hätte mir da gerne mehr gewünscht. Er lebt schon solange alleine und lässt so leicht aus diesem tristen Leben ziehen. Das ging mir einfach zu schnell und da hätte ich gerne mehr Gedanken oder Beweggründe gehabt. Auch störte mich ein wenig das gerade das Thema Trauer er später kaum noch präsent sind, da sie ja sein Leben vorher bestimmt hat. Auch ging mir die Liebesgeschichte an sich einfach viel zu schnell. Ich hätte mir da mehr schöne Szenen zwischen den Charakteren gewünscht. Einfach mehr zwischenmenschliches, etwas was die beiden näher zu einander bringt. Insgesamt hätte ich mir generell mehr Tiefe gewünscht damit diese Geschichte länger im Gedächtnis bleibt.

Was mich aber am meisten störte war Finns Ex Freundin, aus Spoiler Gründen werde ich nicht weiter darauf eingehen aber das war so ein Punkt wo ich dachte echt jetzt? Aber wer weiß vielleicht kommt da ja noch was. Dafür habe ich zwei andere Charaktere geliebt. Miller und Josh waren sehr erheiternd und bringen etwas Schwung in die Geschichte. Millers Versuche Josh rum zu bekommen und das so plumper Weise brachte mich sehr zum schmunzeln.



“Wild Hearts – Kein Blick zurück” konnte mich leider nicht komplett von sich überzeugen. Ich habe eine ergreifende und tiefgründige Geschichte die mich zum Tränen rührt erwartet und wurde leider etwas enttäuscht. Es ist eine schöne Geschichte keine Frage dennoch fehlte mir hier etwas. Mir ging die Liebesgeschichte zu schnell, auch hätte ich gerne mehr Sichten von Finn gehabt. Dieser verließ sehr schnell sein Schneckenhaus, ich konnte viele Beweggründe einfach nicht ganz nachvollziehen. Mir fehlte hier etwas das mich mitnahm und mein Herz berührte. Das Ende war aber sehr unerwartet und ist schon ein fieser Cliffhanger, deswegen bin ich trotz allem gespannt auf den nächsten Teil.

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Steffi_liest Steffi_liest

Veröffentlicht am 24.09.2019

Wilde Herzen

"Wild Hearts" von T. M. Frazier habe ich in erster Linie deshalb gelesen, weil die Meinungen in den bereits vorliegenden Rezensionen so stark auseinander gehen. Ich wollte mir selbst eine Meinung bilden ... …mehr

"Wild Hearts" von T. M. Frazier habe ich in erster Linie deshalb gelesen, weil die Meinungen in den bereits vorliegenden Rezensionen so stark auseinander gehen. Ich wollte mir selbst eine Meinung bilden und muss nun sagen, dass ich eher auf der positiven Seite gelandet bin.
Wer bereits andere Bücher von T. M. Frazier kennt, der weiß, dass der Ton an der ein oder anderen Stelle rau ist, dass gerade auch bei den Erotikszenen kein Blatt vor den Mund genommen wird und dass die männlichen Protagonisten durch ihre Kommentare oft ein wenig (oder auch mal ein bisschen mehr) frauenverachtend rüber kommen. Im Falle von Finn und Sawyer kann ich aber gut nachvollziehen, warum Finn ihr gegenüber so besitzergreifend und überbeschützend ist und bin nun vielmehr der Meinung, dass er weniger frauenverachtend als viel mehr von schlimmen Verlustängsten geplagt ist. Natürlich kann man sich darüber streiten, ob sich in der Kürze der Zeit und ohne die Hintergründe des jeweils anderen zu kennen wirklich so starke Gefühle entwickeln können, aber so ist das nun mal mit Liebesromanen - nach Logik darf man da oft nicht suchen.
Das Buch endet mit einem total fiesen Cliffhanger - auch das kennt man ja schon von anderen Romanen der Autorin. Ich bin wirklich gespannt, wie das weiter geht - momentan kann ich mir noch nicht vorstellen, wie die Geschichte durch die letzte Entwicklung noch plausibel zu Ende geführt werden kann. Wir werden sehen, "Wild Souls" liegt schon auf dem Couchtisch bereit...

Für den ersten Teil der Dilogie, "Wild Hearts", vergebe ich 4 von 5 Sternen.

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Buchbahnhof Buchbahnhof

Veröffentlicht am 22.09.2019

Die Geschichte konnte mich trotz unmöglichem Protagonisten fesseln

Vorab möchte ich sagen, dass euch meine Rezension vielleicht ein bisschen durcheinander oder unlogisch erscheinen wird. Das kann gut sein, denn ich weiß selber auch nicht so recht, was ich sagen soll. ... …mehr

Vorab möchte ich sagen, dass euch meine Rezension vielleicht ein bisschen durcheinander oder unlogisch erscheinen wird. Das kann gut sein, denn ich weiß selber auch nicht so recht, was ich sagen soll. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. So gut, dass Band 2 schon bestellt ist und hoffentlich die nächsten Tage in meinem Briefkasten liegen wird. Aber: ich hatte sehr große Probleme mit dem übergriffigen Verhalten des Protagonisten. Aber nun Eins nach dem Anderen…

Den größeren Part der Geschichte nimmt Saywer ein. Eine junge Frau, die in einer sektenähnlichen Gemeinschaft aufgewachsen ist, auch wenn sie selbst es nicht als Sekte bezeichnet und nach dem Tod ihrer Mutter aus dieser Gemeinschaft ausbricht. Saywer empfand ich von Zeit zu Zeit als ein bisschen übertrieben. Dafür, dass sie 21 Jahre ihres Lebens ihrem Vater gehorchen musste, mit härtesten Mitteln gezüchtigt wurde, wenn sie nicht spurte und das “normale Leben” nicht kennengelernt hat, nahm sie mir alles ein bisschen zu schnell an. Sie überschlug sich förmlich darin neue Dinge auszuprobieren.

Für mich war diese Figur einfach nicht rund. Bei allem, was sie in der Gemeinschaft und vor allem mit ihrem Vater erlebt hat, hätte sie irgendwie ein bisschen gebrochener sein müssen. Spätestens, als Finn ihr droht, ihr die Finger an den Hals legt, sie zu Dingen zwingt, wäre ein Zusammenbruch, ein Zurückziehen, meinetwegen auch ein Wutausbruch, irgendetwas an Reaktion natürlich gewesen. Aber sie macht einfach mit.

Alles in allem ist Saywer aber eine sympathische Protagonistin, die ich schnell ins Herz geschlossen hatte und ihre Geschichte interessierte mich einfach. on daher machte sie es mir dann trotz aller Widersprüchlichkeit, die sie in sich trug, leicht, dran zu bleiben.

Finn war mir, wie gesagt, von Anfang an total unsympathisch. Er ist unglaublich übergriffig Saywer gegenüber. Er legt sich zur ihr ins Bett, als sie mit einer Gehirnerschütterung im Bett liegt und die beiden sich noch gar nicht kennen , er küsst sie, obwohl sie das nicht möchte, er macht ihr klar, dass sie “ihm gehört”. Ich bin da eigentlich bei Büchern gar nicht so empfindlich und es braucht lange, bis ich mich aufrege. Meistens gehöre ich eher zu denen, die Einiges noch ganz süß finden. Aber Finn weiß, wie sehr Saywer unter ihrem Vater und seinem übergriffigen Verhalten gelitten hat. Wie kann es da sein, dass er ihr Ähnliches antut? So unglaublich widerlich, wie er mit ihr umgeht und niemand setzt dem eine Grenze. Aus meiner Sicht wäre die Autorin hier verpflichtet gewesen, das Verhalten irgendwie zu reflektieren.

Saywer wiederum verliebt sich natürlich Hals über Kopf in den jungen Mann, obwohl er ihr mit seinen Wutausbrüchen Angst macht. Wieso reflektiert sie nicht? Wieso lässt sie sich in eine solche Situation drängen, in die sie nicht will. Ihre “Kampfansagen” gegenüber Finn kann man lediglich als halbherzig bezeichnen.

Die Nebenfiguren, wie Josh und Miller oder auch der Barbesitzer Critter sind interessant und stützen die Geschichte. Mit ihnen findet Saywer gute Freunde und die Unterstützung, die sie braucht, um in ein neues Leben starten zu können.

So, warum nun trotzdem 5 Sterne? Weil mich die Geschichte unterhalten hat. Ich war einerseits so wütend, aber andererseits auch fasziniert. T. M. Frazier hat einen Schreibstil, der mich in den Bann der Geschichte gezogen hat. Ich flog förmlich durch die Seiten und konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Die Geschichte entwickelt sich zwar nicht immer in die Richtung, in die ich es mir gewünscht hätte, aber sie entwickelt sich vorwärts und hält einige Überraschungen bereit. Der Cliffhanger ist extrem fies.

Ja, also… damit bekommt ein Buch, in dem der Protagonist zu extrem übergriffigen Verhalten gegenüber einer verletzlichen jungen Frau neigt von mir 5 Sterne, weil es ich es nicht aus der Hand legen konnte und die Gesamtgeschichte unglaublich spannend finde.

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Stinsome Stinsome

Veröffentlicht am 14.09.2019

Wie viele Finns braucht man, um ein Buch zu zerstören? Einen!

Klappentext

Ein alter Camper und ein Stück Land im Nirgendwo von Florida ist alles, was Sawyer Dixon nach dem Tod ihrer Mutter geblieben ist. Weit weg von ihrer Vergangenheit will sie einen Neuanfang ... …mehr

Klappentext

Ein alter Camper und ein Stück Land im Nirgendwo von Florida ist alles, was Sawyer Dixon nach dem Tod ihrer Mutter geblieben ist. Weit weg von ihrer Vergangenheit will sie einen Neuanfang wagen. Doch sie hat nicht mit ihrem neuen Nachbarn Finn gerechnet. Der missmutige (und furchtbar attraktive) Einzelgänger ist wenig begeistert davon, dass Sawyer vor seiner Haustür campt - und ihm einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen will!

Meine Meinung

Mit Lesen des Klappentextes und der Leseprobe stand für mich recht schnell fest, dass ich »Wild Hearts« unbedingt lesen möchte. Auf den ersten Seiten wird man direkt mit Sawyers und Finns Dämonen konfrontiert: Sawyers gewalttätiger Vater und Finns verstorbene Freundin. Das ist eigentlich Stoff für eine wirklich gute, tiefgründige Liebesgeschichte. Leider hat die Autorin überhaupt nichts daraus gemacht. Nein, sie hat die Idee sogar total gegen die Wand gefahren.

Ihr Schreibstil gefiel mir eigentlich recht gut, wenn es nicht um die Dialoge ging. Lässt man den Inhalt mal außer Acht, dann hat sie einen schönen Stil, Menschen, Orte, Eindrücke und Gefühle zu beschreiben. Die Dialoge dagegen können damit überhaupt nicht mithalten, sie wirken merkwürdig, unpassend und überspitzt. Vor allem Finn gibt völlig geschmacklose Bemerkungen von sich, die ich manchmal sogar abstoßend fand.

Aber er ist auch insgesamt ziemlich unmöglich. Wäre er nicht der Protagonist in einem Liebesroman und würde sich Sawyer nicht von ihm angezogen fühlen, dann bezweifle ich, dass man ihm als Leser sonderlich wohlgesonnen wäre. Die Hälfte des Buches bedrängt er Sawyer, er verhält sich übergriffig und manche seiner Kommentare könnten auch genauso gut von einem betrunkenen, aufdringlichen Idioten stammen, der kein »Nein« versteht. Ah, Moment. Genau das ist Finn ja auch.

Aber Sawyer lässt sich das nur zu gerne gefallen, denn Finn ist schließlich heiß. Da ist grenzüberschreitendes Verhalten natürlich sexy. Puh! Echt? Nachdem sie am Anfang so stark und mutig aufgetreten ist, als sie ihrem schrecklichen Vater den Rücken gekehrt hat, waren ihre Reaktionen auf Finn für mich ziemlich enttäuschend. Man müsste meinen, sie hätte ein Problem mit seiner Dominanz, aber Fehlanzeige. Irgendwie verliebt sie sich in ihn. Warum? Ich habe keinen blassen Schimmer. Völlig unverständlich ist für mich auch, wie sie nach 21 Jahren in ihrer persönlichen Hölle nicht mal einen Hauch traumatisiert sein kann, denn abgesehen von einem Ausbruch gleich zu Anfang würde man nie auf die Idee kommen, dass sie den Fängen ihres gewalttätigen, tyrannisierenden Vaters entkommen ist. Das ernste Thema »häusliche Gewalt« wird oberflächlich und unzufriedenstellend abgehandelt. Eigentlich ist es sogar eine Schande, wie wenig Raum der Thematik eingeräumt wird.

Abgesehen davon konnte mich auch die Beziehung zwischen Finn und Sawyer überhaupt nicht mitreißen, weil sie schlichtweg befremdlich ist und keinerlei Grundlage hat, wenn man mal von der körperlichen Anziehung absieht. Ihre Unterhaltungen sind entweder oberflächlich oder pseudotiefgründig und gipfeln letztendlich immer in körperliche Annäherungen. Dass die beiden dann in Gedanken immer von ihrer besonderen Verbindung sprechen, konnte bei mir nur Augenverdrehen auslösen. »Deinetwegen will ich ein besserer Mensch werden … du machst einen besseren Menschen aus mir.« (S. 276) – Oh bitte! Geht es noch klischeehafter?

Mindestens genauso problematisch ist die Beziehung zwischen Josh (Achtung, weiblich!) und Miller, die ich anfangs noch sehr amüsant fand, weil Miller echt ein Lichtblick in diesem Überfluss von grenzwertigen Charakteren ist. Irgendwann waren aber auch ihre Unterhaltungen zu überspitzt und manche Wortfetzen viel zu sehr aus dem Zusammenhang gerissen, dass man als Leser gar nicht folgen konnte. Eben noch haben die beiden Sex (ja, das Buch ist aus Sawyers und Finns Sicht geschrieben, aber die beiden haben das Wort »Privatsphäre« noch nie in ihrem Leben gehört) und im nächsten Moment streiten sie sich, ohne dass man als Leser erfährt, was den Anlass dazu gegeben hat. Das war einfach nur verwirrend und hat den Lesefluss enorm gestört.

Zudem hatte ich das Gefühl, dass im Lektorat ein bisschen was schiefgelaufen ist, denn ich hatte nicht nur einmal das Gefühl, irgendetwas verpasst zu haben. Da denkt Sawyer darüber nach, ob es so eine gute Idee ist, sich mit Sterling zu treffen, weil Finn ihr angeblich gesagt hat, sie solle sich von ihm fernhalten … aber dieses Gespräch zwischen ihr und Finn taucht erst viel später auf. Merkwürdig.

Ich hatte echt mehr als einmal das Bedürfnis, das Buch abzubrechen. Da ich aber von einem Plot Twist gehört hatte, habe ich bis zum Ende durchgehalten. Einen Twist gibt es auch und er hat es in sich, aber er macht alles andere natürlich nicht wett. Das Buch ist nicht auf einmal gut, nur weil es diesen Twist gibt. Um ehrlich zu sein, macht er mich nicht einmal neugierig auf den zweiten Band, denn – so heftig es auch klingt – im Grunde ist es mir ziemlich egal, wie es mit Sawyer und Finn weitergeht. Ich konnte die beiden einfach nicht liebgewinnen und ihre Liebesgeschichte schon gar nicht. Für mich ist »Wild Hearts« ein ziemlicher Reinfall.

Fazit

Dieses Buch kann ich leider nicht empfehlen, weil die Umsetzung dieser interessanten Ausgangssituation oberflächlich und unzufriedenstellend ist und manche Charaktere, vor allem der männliche Protagonist, wirklich grenzwertig sind. Die erste Hälfte konnte trotz abschreckender Aspekte noch irgendwie fesseln, dann wurde es einfach nur noch anstrengend und das Lesen hat keinen wirklichen Spaß gemacht. Band 2 werde ich wohl nicht mehr lesen. Ich vergebe 2 Sterne.

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buecherwurm94 buecherwurm94

Veröffentlicht am 31.08.2019

Große Enttäuschung

In diesem Buch geht es um Sawyer, die eine schwierige Vergangenheit (Gewalt zu Hause) hinter sich hat. Sie wagt den Schritt und verlässt ihr Elternhaus in einem Campingwagen, den sie von ihrer Mutter geerbt ... …mehr

In diesem Buch geht es um Sawyer, die eine schwierige Vergangenheit (Gewalt zu Hause) hinter sich hat. Sie wagt den Schritt und verlässt ihr Elternhaus in einem Campingwagen, den sie von ihrer Mutter geerbt hat. Sawyer hat neben dem Wagen auch ein Stück Land geerbt, zu dem sie jetzt fährt. Dort trifft sie auf Finn, total mürrisch und verschlossen aber verboten gutaussehend. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Mir hat das Cover und der Klappentext sehr gut gefallen, weshalb ich mir das Buch gekauft habe. Mädchen mit schwerer Vergangenheit trifft auf Jungen mit Problemen und sie verlieben sich, eigentlich genau mein Ding.

So, leider war es das für mich auch schon mit den positiven Dingen.
Mir haben die Charaktere überhaupt nicht gefallen. Sie waren viel zu überzeichnet, sehr klischeehaft. Ich hätte mir vorgestellt, dass Sawyer erst mal mit ihrem Schicksal und ihrer Zukunft hadert, sehr vorsichtig und ängstlich ist. Statt dessen hat sie Finn kaum kennengelernt und springt schon mit ihm in die Kiste. Genau die Message, die Jugendliche und junge Erwachsene brauchen. Egal, wie schlecht es dir geht, Sex macht alles besser. Ach, du kennst deinen Sexualpartner kaum? Kein Problem, solange er heiß ist und ihr euch gegenseitig anziehen findet, ran an den Speck!
Ich mag Bücher, die so extrem versext sind, dass die eigentliche Story verloren geht, überhaupt nicht. Leider ist das bei diesem Buch der Fall. Ich finde die Charaktere sehr flach und unglaubwürdig, da hilft auch der leichte Schreibstil und das wirklich schöne Cover nicht weiter. Irgendwie frage ich mich, wie es das Buch durch das Lektorat geschafft hat. Die beiden Hauptfiguren und ihre Schicksale werden überdramatisch dargestellt, handeln aber überhaupt nicht danach. Wenn ich doch unterdrückt und misshandelt wurde, springe ich doch nicht mit dem nächstbesten ins Bett. Und wenn ich meine Freundin verloren habe, gehe ich doch keine intime Beziehung mit jemandem ein, den ich kaum kenne. Wie gesagt, total unglaubwürdig!
Für mich gibt es nur einen Stern, eben wegen des Covers, aber Leute, ehrlich, KEINE Empfehlung von mir. Hätte ich vorher Rezensionen gelesen, und das Buch nicht spontan im Laden gekauft, würde ich mich jetzt nicht so ärgern. Dummerweise habe ich nämlich gleich den Folgeband mitgekauft, den ich definitiv nicht anfangen werde zu lesen, für mich ganz klar Zeitverschwendung.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

T. M. Frazier

T. M. Frazier - Autor
© Wander Aguiar

T. M. Frazier lebt mit ihrer Familie im sonnigen Florida, und ihr erstes Buch sollte ein heiterer Sommerroman werden. Naja … die Geschichte spielt im Sommer! Wenn ihre Helden sie nicht gerade in dunklen Abgründen gefangen halten, verbringt T. M. Frazier ihre Zeit mit lesen, reisen und Countrymusik.

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