Kira Licht - Autor
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Autorin

Kira Licht


Kira Licht wurde 1980 in Bochum geboren. Sie ist in Japan und Deutschland aufgewachsen und hat Biologie und Humanmedizin studiert, bevor sie sich dem Schreiben zuwandte.

Interview

Interview mit Kira Licht zu ihrem neuen Roman "Gold und Schatten" | 07.02.2019

„Gold und Schatten“ ist stark von griechischer Mythologie beeinflusst. Deine Protagonistin ist eine Nymphe und der Protagonist ist der Sohn Hades. Was fasziniert dich an dem Thema? Wie gestaltete sich die Recherchearbeit? Gibt es andere Romane, die dich inspiriert haben?Ich war schon als Kind vo...

„Gold und Schatten“ ist stark von griechischer Mythologie beeinflusst. Deine Protagonistin ist eine Nymphe und der Protagonist ist der Sohn Hades. Was fasziniert dich an dem Thema? Wie gestaltete sich die Recherchearbeit? Gibt es andere Romane, die dich inspiriert haben?
Ich war schon als Kind von der griechischen Mythologie begeistert. Nun hatte ich das Glück, dass sowohl meine Eltern als auch meine Großeltern immer viel gelesen haben und ich, kaum dass ich lesen gelernt hatte, aus dem Vollen schöpfen konnte. Die Sagen des klassischen Altertums und der Antike haben es mir besonders angetan. Von daher bin ich mit einem guten Grundwissen in diese Geschichte gestartet. Ansonsten bin ich eher der Typ, der ganz klassisch in Bibliotheken recherchiert. Die Ruhruniversität in Bochum bietet hier eine gute Auswahl und liegt nur 10 Minuten von mir entfernt. Hier lässt es sich nicht nur wunderbar lesen und recherchieren, sondern auch schreiben! Und weil mich griechische Götter einfach faszinieren, habe ich natürlich auch alle Percy Jackson Bände, das Spinoff zum Gott Apollo und die „Göttlich“ Trilogie von Josephine Angelini verschlungen. Die Götterfunke Trilogie von Marah Woolf liegt noch auf meinem SUB, wird aber gelesen, sobald ich etwas mehr Zeit erübrigen kann.
„Gold & Schatten“ spielt in Paris. Hast du eine besondere Verbindung zu der Stadt?
Paris ist die Stadt der Liebe, und schon allein deswegen ein wunderbares Setting für eine romantische Geschichte. Ich selbst habe Paris schon einige Male besucht und bin immer noch ganz verliebt in diese zauberhafte Metropole. Ich liebe die Museen, das Flair, wenn man durch die schmalen Straßen spaziert und natürlich die vielen kleinen Cafés. Die Stadt inspiriert mich immer wieder aufs Neue und hier tanke ich meinen kreativen Speicher wieder auf. Von daher war es ein großer Wunsch von mir, einmal eine Geschichte in Paris spielen zu lassen.
Wie viele Folgebände sind geplant und welche anderen mythologisch-inspirierten Figuren erwarten den Leser noch?
Bei der Geschichte rund um Livia und Maél handelt es sich um eine Dilogie, also zwei Bände. In Band 2 werden wir noch weitere interessante mythologische Figuren kennenlernen. Der Flussgott der Seine spielt eine Rolle, ebenso wie sein ziemlich attraktiver sechzehnjähriger Sohn. Außerdem begegnen wir den ältesten Göttern des Universums. Die können einem so manchen Schrecken einjagen, aber auch ganz überraschend zu Freunden und Verbündeten werden. Und wie soll bloß ein kleiner - eigentlich längst ausgestorbener - Frosch die Welt retten?
Die Protagonistin Livia ist die Tochter eines Diplomaten und muss deswegen häufig umziehen. Auch du bist nicht nur in Deutschland, sondern auch in Japan aufgewachsen. Hast du ähnliche Erfahrungen gemacht, wie Livia?
Durch meinen Aufenthalt im Ausland konnte ich mich in Livias Situation gut hineinversetzen. Es ist schwer, nach einer gewissen Zeit Freunde und Bekannte zurückzulassen. Auch der Neuanfang ist nicht immer einfach. Ich habe Japan auch sehr vermisst, als wir nach Deutschland zurückgezogen sind. Die Umstellung braucht einfach seine Zeit, doch zum Glück hatte ich hier in meiner Klasse sofort nette Mitschüler, die mich aufgenommen haben. Genauso ergeht es Livia an ihrer neuen Schule und so fällt ihr der Abschied vielleicht nicht ganz so schwer.
Die Protagonistin des Romans hat eine eher ungewöhnliche Fähigkeit: Sie kann mit Pflanzen sprechen. Hast du selbst einen grünen Daumen und interessierst dich für Pflanzen?
Ich habe ein Diplom in Biologie und schon allein deshalb eine Affinität zu Pflanzen. Leider bin ich auch sehr von Allergien geplagt, sodass ich in meiner Wohnung leider nicht so viele Blumen aufstellen kann, wie ich gerne würde. Einen ausgeprägten grünen Daumen habe ich glaube ich nicht, aber wenn ich Pflanzen in meiner Wohnung aufstelle, dann sorge ich auch gut für sie und hin und wieder spreche ich auch mit ihnen - aber nicht weitersagen.
Dein männlicher Protagonist Maél ist sehr leicht reizbar und fast schon aggressiv. Was macht ihn deiner Meinung nach trotzdem zu einem liebenswerten Charakter?
Maél erscheint auf den ersten Blick impulsiv und temperamentvoll. Das ist einfach das Erbe seines Vaters Hades. Als Gott der Toten gilt er als unberechenbar und gefährlich. Maél jedoch will nicht wie sein Vater sein und er kämpft stark mit seinem Temperament. Die, die er liebt, beschützt er bedingungslos, ebenso wie er ihnen loyal ergeben ist. Er ist ein echter Gentleman und stets darum bemüht, auf die Bedürfnisse seiner Begleitung zu achten. Gleich zu Anfang des Buches überlässt er Livia zum Beispiel seine Jacke, weil er sieht, dass sie friert. Solche Aktionen sind typisch für Maél.
Als einen der Schauplätze hast du die Katakomben von Paris gewählt. Warst du selbst schon einmal dort? Was fasziniert dich an diesem Schauplatz?
Die Katakomben habe ich tatsächlich zu Recherchezwecken besucht. Ich war absolut fasziniert von der düsteren Atmosphäre dort. Selbst die Luft fühlt sich irgendwie anders an. Man spürt die Geschichte, die in diesen uralten Steinen lebendig zu werden scheint. Es ist ein ganz besonderer Ort. In „Gold und Schatten“ habe ich den Katakomben noch drei Vorräume hinzugefügt. Die sogenannten „Drei Galerien“. Ich wollte einfach einen Ort schaffen, der nicht ganz so weit unten unter der Erde liegt und der ganz legal für Veranstaltungen gebucht werden kann, um das düstere Setting der Katakomben zu nutzen. Hier findet zum Beispiel ein Konzert statt, dass Livia besucht. Ich glaube, wenn es die „Drei Galerien“ auch in Wirklichkeit geben würde, würden sie für genau solche Zwecke genutzt werden, denn nicht jeder traut sich vielleicht zwischen Hunderter Schädel durch die Dunkelheit zu spazieren – was ich gut verstehen kann.
Livia schaut zum Missvergnügen ihrer Mutter gern Serien auf Netflix. Bist du selbst ein Film- und Serien-Junkie? Welche Schauspieler könntest du dir bei einer Verfilmung von „Gold und Schatten“ gut als deine beiden Protagonisten vorstellen?
Ich gebe zu, ich bin ein richtiger Netflix Junkie. Als Livia könnte ich mir gut Lili Reinhart vorstellen. Sie spielt die blonde Betty Cooper in Riverdale. Ich mag ihre unkomplizierte, liebe und offene Art und ich kann mir vorstellen, dass sie Livia ganz wunderbar verkörpern würde. Maél könnte zum Beispiel von Ben Barnes, Prinz Kaspian aus den Chroniken von Narnia, verkörpert werden. Ich habe ihn auch als Dorian Gray gesehen und halte ihn nicht nur für sehr gutaussehend, sondern auch für einen wirklich exzellenten Schauspieler. Ich bin mir sicher, Ben könnte den temperamentvollen und doch gleichzeitig sehr gefühlvollen Maél hervorragend verkörpern.
„Gold und Schatten“ ist nicht die erste Liebesgeschichte, die du geschrieben hast. Was gefällt dir an dem Genre?
Was gibt es schöneres als die Liebe? Eine erste Begegnung, Interesse, das langsam immer stärker wird, Gefühle, die aufkeimen und intensiver werden. Ich liebe es, über das Prickeln zwischen zwei Menschen zu schreiben. Über die Anziehung, die über das Äußerliche hinausgeht, den Moment der Erkenntnis, wenn man in dem anderen einfach sein Gegenstück sieht und alles so perfekt passt. Ich mag das Zweifeln, die Unsicherheit und den Umstand, dass Liebe nicht perfekt sein muss, um echt zu sein, um zu halten und glücklich zu machen. Ich spiele einfach mit allen Facetten, ob nun fröhlich oder traurig, und es macht mir immer wieder aufs Neue Spaß, Paare in meinen Geschichten – über ein paar Umwege – zusammen zu bringen.

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