Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm
 - Jessie Ann Foley - Hardcover

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16,00

inkl. MwSt.

One
Hardcover
Erzählendes für junge Erwachsene
300 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0037-5
Ersterscheinung: 14.07.2016

Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm

Übersetzt von Susanne Klein

(57)

Ein Buch wie ein Grunge-Hit: wild, laut und gefühlvoll.
1993. Das ist das Jahr, in dem Nirvana ihr letztes Album ihr letztes Album veröffentlichen. Und das Jahr, in dem Maggie von Chicago nach Irland zieht. Maggie vermisst ihr Zuhause ebenso wie ihren chaotischen und musikbegeisterten Onkel Kevin, Einzig seine Musiktipps sind Lichtblicke im regenverhangenen Irland. Mit der Musik von Pearl Jam, den Smashing Pumpkins und Nirvana ist alles Neue erträglich. Als Eoin auftaucht, der Junge mit dem unergründlichen Lächeln, lässt ihr Heimweh langsam nach. Doch gerade, als die beiden sich näherkommen, erreicht Maggie eine schreckliche Nachricht. Und auf einmal steht sie vor der Frage, was wirklich wichtig ist im Leben ...
 
Ein berührender Roman über das Erwachsenwerden.
Mit tollem Extra: Den Soundtrack zum Buch gibt's zum Nachhören im Netz

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Pressestimmen

„Das Jahr, als sich Kurt Cobain das Leben nahm, ist eine mitreißende Geschichte über das Erwachsenwerden, über die 90er Jahre und ihre Musik, über Drogen und die Suche nach dem Sinn des Lebens. Einfach wunderbar!“
„Smells really like Neunzigerjahre, dieser Roman!“
"Jessie Ann Foleys Buch übertrifft alle Erwartungen: Es ist lustig, wild, gefühlvoll, zum Teil auch traurig und frei."

Rezensionen aus der Lesejury (57)

aly53 aly53

Veröffentlicht am 20.06.2018

Ein Jugendbuch das mich auf ganzer Ebene mitreißen konnte

In dieses Buch kam ich von Anfang an recht gut hinein. Ich konnte mich gleich sehr gut in Maggies Situation hineinversetzen. Maggie ist 16, ein Alter in dem sich viel verändert, aber auch eine Phase die ... …mehr

In dieses Buch kam ich von Anfang an recht gut hinein. Ich konnte mich gleich sehr gut in Maggies Situation hineinversetzen. Maggie ist 16, ein Alter in dem sich viel verändert, aber auch eine Phase die von vielen Zweifel belastet ist.
Es ist eine Zeit in der man sich neu entdeckt und herausfindet was man vom Leben erwartet .
Maggies Leben ist nicht unbedingt einfach. Ihre Familiensituation ist nicht einfach. Ihre Mutter ist sehr von Emotionen bestimmt und ihre Gefühlsausbrüche bringen immer wieder den Familienalltag durcheinander. Alles ist unsicher und immer wieder von Höhen und Tiefen durchzogen.
Einziger Halt ist Maggies Onkel Kevin.
Zu Kevin hat sie eine enorm starke Bindung und wenn man diesen Mann kennenlernt, versteht man auch , warum das so ist.
Kevin ist mir sofort an Herz gewachsen. es war seine Art und Weise, wie er mit dem Leben umging und wie er es sah. Er sieht alles klar, ohne Schnörkel und trägt sein Herz auf der Zunge. Er sagt, was er denkt und das kommt nicht immer gut an.
Aber gerade seine ehrliche und direkte Art, macht ihn umso authentischer und lebendiger.
Auch Kevin verfügt über so manche Ecken und Kanten, was mich mit ihm mitfühlen ließ und ich konnte ihn so auch gut kennenlernen. Besonders sein Hintergrund hat mich dabei berührt. Obwohl es nicht allzu ausschweifend behandelt wurde, konnte man sich doch ein recht gutes Bild davon machen.
Maggie hat mir auch sehr gut gefallen. Eine Person die man in den Arm nehmen möchte und an anderer Stelle wiederum beschützen.
Maggie hat mit ihren 16 Jahren so einiges zu meistern. Bei einigen bekleckert sie sich nicht unbedingt mit Ruhm, aber hey auch das gehört zum erwachsen werden dazu.
Es prägt uns und macht uns letztendlich zu dem Menschen , der wir letztendlich sind.
Maggies Geschichte hat mich nicht losgelassen. Die Liebe zu Musik, aber auch die Kraft über seine Horizont hinauszublicken, etwas zu wagen haben mir gefallen.
Sie muss lernen mit Tiefschlägen fertigzuwerden, aber sie lernt auch Liebe und Freundschaft kennen.
Sie teste Grenzen aus und erfährt dabei auch mehr über das Leben ansich.
Dabei lernt man außergewöhnliche Personen kennen, die unweigerlich sehr ans Herz wachsen.
Maggie lernt auf ihrer Reise sich selbst kennen.
Sie muss Entscheidungen treffen, tiefes Leid erfahren und sich auch Herausforderungen stellen.
Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen, vielleicht weil Maggies Geschichte so lebendig und echt wirkte. Auch die Schattenseiten nicht verbarg.
Ihren Schmerz, aber auch ihre Zweifel und ihre tiefen Emotionen konnte ich gut nachempfinden.
Aber es gab auch Szenen , die mich zum schmunzeln brachten.
Die Atmosphäre wirkte dabei etwas melancholisch, was ich sehr passend fand.
Es ist nicht in dem Sinne vorhersehbar, es ist eher so, das man immer mehr erkennt und herausfindet.
Mitunter jedoch entstanden auch hin und wieder ein paar Längen, die das ganze etwas langatmig wirken ließen.
Schlussendlich ist es ein Buch bers erwachsen werden, die erste Liebe, aber auch über über Tiefschläge und Verluste.
Es geht einfach um ein Alter in dem sich soviel verändert und man das ganze meistern muss.
Das Jahr 1993 wurde in meinen Augen nicht ganz perfekt eingefangen. Einzig die Musik , hat mich daran erinnert. Was ich mitunter doch etwas schade fand.

Hierbei erfahren wir die Perspektive von Maggie, was ihr mehr Raum und Tiefe schenkt.
Die Nebencharaktere sind gut gezeichnet, ausdrucksstark und authentisch.
Ihre Handlungen und Gedankengänge sind gut nachvollziehbar gestaltet.
Das Buch ist in 3 Teile gegliedert, die einzelnen Kapitel sind normal gehalten.
Der Schreibstil ist fließend, aber auch mitreißend gehalten.
Das Cover und der Titel passen sehr gut zum Inhalt des Buches.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Buecherwanderin Buecherwanderin

Veröffentlicht am 07.02.2018

Tolles Debüt und eine kleine Zeitreise in meine Jugend

Kurt Cobain spaltet die Gesellschaft und war der Held meiner Jugend. Mit seiner Musik hat er eine ganze Generation geprägt und auch Maggie, wird durch die Musik Nirvanas sehr geprägt. Dank ihres zehn Jahre ... …mehr

Kurt Cobain spaltet die Gesellschaft und war der Held meiner Jugend. Mit seiner Musik hat er eine ganze Generation geprägt und auch Maggie, wird durch die Musik Nirvanas sehr geprägt. Dank ihres zehn Jahre älteren Onkels kommt sie in Kontakt mit den Songs und hat somit eine Verbindung zu ihrem engsten Vertrauten.
Maggie muss aufgrund einer neuen Liebschaft ihrer Mutter nach Irland ziehen. Dort kann sie sich zunächst nur schwer einbinden, findet aber irgendwann ein paar Freunde und Vertraute. Als ihr bester Freund Onkel Kevin stirbt, hinterlässt dieser ihr Karten für ein hoffentlich legendäres Nirvana-Konzert in Rom. Gemeinsam mit ihrem Schwarm Eoin macht sie sich sich auf den Weg dahin. Denn laut Onkel Kevin, darf man sich das nicht entgehen lassen.
Dieses Buch wollte ich, seit ich es in der Vorschau entdeckt habe, unbedingt lesen. Ich war gespannt auf diesen Roadtrip und ganz besonders die Verbindung zu Nirvana. Allein das Cover erinnert ein wenig an das Cover zu “Nevermind”.
Maggie ist in ihrer neuen Heimat eine Außenseiterin. Die Schule und die ganze dortige Gesellschaft ist geprägt von alten und strengen moralischen Grundsätzen. Da fällt ihr die Anpassung schwer. Zwar findet sie kurzzeitig eine Freundin, aber mit dieser überwirft sich Maggie schnell. Dafür findet sie einen großväterlichen Freund, im 99-jährigen Dan Sean. Dieser steht ihr mit Rat zur Seite und leiht ihr oft genug ein Ohr und Gesellschaft.
Und dann ist da noch Eoin. Ein stiller Junge, der in der Gaststätte seiner Mutter arbeitet und ihr eines Nachts zur Hilfe kommt. Er erhellt den zweiten Teil des Buches und die zarte Liebesgeschichte zwischen Maggie und ihm, ist einfach bittersüß. Sowohl Maggie als auch Eoin haben ihr familiäres Päckchen zu tragen. Und ich glaube, das ist auch der Grund, warum versuchen, sich gegenseitig zu retten. Die beiden wollen für ihr individuelles Glück kämpfen und setzen sich dafür über Regeln hinweg.
Der Schreibstil passt in die 90er. Er ist etwas melancholisch, etwas verträumt, etwas grungig. Mit Hilfe von typischen Liedern dieser Zeit, versucht die Autorin den Zeitgeist an den Leser zu bringen, was ihr aber nicht immer gelingt. Außerdem hätte ich mir gewünscht, wenn der Fokus auf den Roadtrip gelegt wäre, denn dies habe ich eigentlich bei diesem Buch und Dank des Klappentextes erwartet. Viele Probleme von Maggies Familie wurden mir zu oberflächlich betrachtet. Hier hätte ich mir gerne etwas mehr Tiefgang gewünscht und vielleicht auch, dass sich die Menschen dahinter, etwas mehr mit ihren Fehlern auseinandersetzen.
Dennoch mochte ich die Geschichte und finde, dass der Autorin ein tolles Debüt gelungen ist. Maggie und Eoin sind mir ans Herz gewachsen. Beide haben es nicht leicht und versuchen ihren Weg in dieser konservativen irischen Gesellschaft und außerhalb ihrer zerrütteten Familienverhältnisse zu gehen. Dieser Roman macht Mut und ist auch gespickt mit kleinen Lebensweisheiten. Er ist sympathisch und er lebt von der Musik der 90er.

Dieses Buch ist ein tolles Debüt, welches schon ein wenig vom Zeitgeist der 90er lebt. Leider hat Jessie Ann Foley einige Themen zu oberflächlich behandelt und auch das Thema Road Trip hätte ich mir deutlicher herausgearbeitet gewünscht. Dennoch überzeugt das Buch Dank der Charaktere und des Schreibstils.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

MyBookChaos MyBookChaos

Veröffentlicht am 04.06.2017

Ein tolles Buch über die 90er, Selbstfindung, Nirvana und Liebe

#Klappentext:#
Es ist das Jahr 1993. Bill Clinton wird Präsident der USA und Nirvana veröffentlichen ihr drittes Album »In Utero«. In diesem Jahr zieht Maggie mit ihrer Familie von Chicago nach Bray, einen ... …mehr

#Klappentext:#
Es ist das Jahr 1993. Bill Clinton wird Präsident der USA und Nirvana veröffentlichen ihr drittes Album »In Utero«. In diesem Jahr zieht Maggie mit ihrer Familie von Chicago nach Bray, einen verschlafenen Ort an der irischen Küste. Sie muss viel zurücklassen, besonders aber vermisst sie ihren chaotischen Onkel Kevin: nur zehn Jahre älter, seines Zeichens Rockmusiker und größter lebender Nirvana-Fan.
Aller Anfang ist schwer. Immerhin ist da Eoin, der Maggie mit seinem unergründlichen Lächeln ziemlich durcheinanderbringt. Doch während die beiden sich näherkommen, erreicht Maggie eine furchtbare Nachricht: Onkel Kevin ist gestorben! Alles, was Maggie von ihm bleibt: Zwei Tickets für ein Nirvana-Konzert in Rom. Und ein Brief, in dem er Maggie auffordert, sich unbedingt auf den Weg zu machen und dabei den Jungen mitzunehmen, den sie liebt. Und Maggie? Setzt sich über alle Verbote hinweg und wagt den Trip nach Rom. Zusammen mit Eoin ...


#Meinung:#
Ein wunderschönes Buch mit tollen Charakteren, bei dem vom Titel bis zum Anhang einfach alles stimmt!

Bevor ich etwas zum eigentlichen Buch schreibe, muss ich einfach auf den Titel und das Cover eingehen. Der deutsche Titel gefällt mir in diesem Fall viel besser als der Originaltitel, was einfach daran liegt, dass er wie die Faust auf's Auge passt. Eine sehr gute Wahl. Einfach großartig ist aber das Cover, das doch seht an das "Nevermind" erinnert. Beides spiegelt den Inhalt des Buches sehr gut wieder und trägt sehr viel zum Gesamteindruck dieses Buches bei.

Maggie, die 16-jährige Protagonistin zieht zusammen mit ihrer 11-jährigen Schwester Ronnie und ihrer Mutter Laura von Amerika nach Irland, da ihre Mutter einen Iren heiratet. Maggie hat es anfangs nicht leicht. So muss sie sich erst an alles Neue gewöhnen, denn ob man nun in Chicago lebt oder in einem kleinen Ort in Irland, macht schon einen Unterschied. An vieles gewöhnt sie sich und findet sogar eine Freundin, aber einen gibt es, den sie sehr vermisst und um den sich auch viele ihrer Erzählungen und Erinnerungen drehen: Onkel Kevin. Als jüngerer Bruder ihrer Mutter, Mitglied in einer Rockband und Drogenabhängiger ist er eindeutig das schwarze Schaf der Familie. Doch Maggie hat eine spezielle Bindung zu ihm, die im Buch sehr gut dargestellt wird. Die Beiden ergänzen sich und lieben sich abgöttisch. Kevin ist es, der Maggie zum Beispiel mit auf ein Smashing Pumpkins Konzert nimmt und sie auch an Nirvana heranführt. Riesig ist der Schock dann natürlich, als Maggie die Nachricht bekommt, dass Kevin gestorben ist. Vorher hat er ihr allerdings noch 2 Tickets für ein Nirvana Konzert geschickt und mit diesen Karten ändert sich auch Maggies Leben.
Auch wenn ich erst 10 war, als Kurt Cobain starb, hatte ich doch durchgängig das Gefühl, in Erinnerungen aus dieser Zeit zu schwelgen. Die Autorin hat es geschafft, diese Zeit wieder aufleben zu lassen und eine unterschwellig bedrückende Stimmung zu kreieren.

Maggie ist eine tolle Protagonistin, die Anfangs noch sehr in sich gekehrt war. Selten erlaubte sie sich wirklich Spaß zu haben oder aus sich heraus zukommen. Dieses passierte eigentlich nur, wenn sie mit Kevin zusammen war. Dann lebte sie, dann war sie sie selbst und dann hatte sie wirklich Spaß. Mit Kevins Tod und der Entscheidungen, dass sie zum Nirvana Konzert fahren will, ändert sich dieses allerdings. Man merkt, wie sie langsam aber sicher selbstbewusster wird und für sich selbst einsteht.
Ein wichtiger Teil ist dabei Eoin, den sie in ihrer neuen Heimat kennen lernt. Zwischen beiden ist sofort eine Chemie spürbar. Gefallen hat mir hier, dass die Liebesgeschichte sehr unromantisch und ohne großes Drama daherkommt. Abgesehen vom letzten Teil spielt sie auch eher eine untergeordnete Rolle, viel wichtiger ist die Beziehung zwischen Maggie und Kevin und was dieser Road Trip nach Rom für Maggie und ihr Leben bedeutet. Für sie ist es letztendlich eher eine Art Selbstfindungstrip (im positivsten Sinne des Wortes!).

Besonders gut gefallen haben mir die Nebencharaktere, die alle mit ihren eigenen Macken und zu tragenden Päckchen daher kommen und diesem Buch erst das Leben einhauchen.

Mein absolutes Highlight allerdings, und das wahrscheinlich, weil es so unerwartet kam und mir sofort die Tränen in die Augen getrieben hat, ist der Anhang.
Im Buch bekommt Maggie von ihrem Onkel Leseempfehlungen von Büchern, die ihm gefallen haben und diese sind im Anhang zu finden und zwar genauso wie im Buch beschrieben. Außerdem finden man einen Link zu einer Playlist bei Spotify, wo man alle Lieder gebündelt findet, die im Buch erwähnt werden.
Ich finde das großartig! Gerade so etwas gibt einem Buch das besondere Etwas.


#Lieblingszitate:#
"Letzte Fahrt,! Letzte Fahrt", rief ein Mann, und die Spitze seiner Zigarette glühte in der heimeligen Geborgenheit der kleinen Karten-Bude.
Seite 14 (Laut E-Reader)

Nicht der kleinste Hauch des Todes umgab ihn, nichts Krankes, nur ein Anflug von Welkheit, wie bei einer Pflanze, die gewässert werden musste.
Seite 33 (Laut-E-Reader)

Der Mond, auch das erzählte er, hätte einen perfekten Kreis beschrieben, wie ein Klumpen Schlagsahne am schwarzen Himmel.
Seite 96 (Laut E-Reader)

Sie rauchten selbst gedrehte Zigaretten und redeten in einer Sprache, die wie Seifenblasen klang.
Seite 142 (Laut E-Reader)


#Fazit:#
Ein tolles Buch über die 90er, Selbstfindung, Nirvana und Liebe. Eindeutig empfehlenswert mit einem ganz besonderen Anhang!

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buecherchaos buecherchaos

Veröffentlicht am 01.06.2017

Verkorkste Familie und viel Musik

Es ist das Jahr 1993. Bill Clinton wird Präsident der USA und Nirvana veröffentlichen ihr drittes Album »In Utero«. In diesem Jahr zieht Maggie mit ihrer Familie von Chicago nach Bray, einen verschlafenen ... …mehr

Es ist das Jahr 1993. Bill Clinton wird Präsident der USA und Nirvana veröffentlichen ihr drittes Album »In Utero«. In diesem Jahr zieht Maggie mit ihrer Familie von Chicago nach Bray, einen verschlafenen Ort an der irischen Küste. Sie muss viel zurücklassen, besonders aber vermisst sie ihren chaotischen Onkel Kevin: nur zehn Jahre älter, seines Zeichens Rockmusiker und größter lebender Nirvana-Fan.
Aller Anfang ist schwer. Immerhin ist da Eoin, der Maggie mit seinem unergründlichen Lächeln ziemlich durcheinanderbringt. Doch während die beiden sich näherkommen, erreicht Maggie eine furchtbare Nachricht: Onkel Kevin ist gestorben!


Was war das Jahr 1993 toll. Schule machte noch Spaß, ich kletterte noch in Bäumen herum und meine Schwester war in dem Alter, in dem man um Kurt Cobain trauert. Trotzdem weiß ich nicht, ob sie es damals getan hat. Ich trauerte jedenfalls nicht, es sollte noch knapp sieben Jahre dauern bis ich „Nirvana“ richtig kennenlernte und auch mochte.

Maggie ist also etwas älter als ich damals war. Sie ist eine etwas scheue Protagonistin, die ihre Welt genau beobachtet. Ihre Gefühle erkennt der Leser, aber sie ist sehr zurückhaltend und teilt sie mit niemandem. Ihre Probleme in einer neuen Heimat sind völlig normal, zumal sie weiß bzw. ahnt, dass ihre Mutter nicht so lange in Irland bleiben wird. Neue Freunde finden, wie es ihre kleine Schwester schnell macht, kann Maggie nicht. Sie fühlt sich einsam, denn es verband sie soviel mit ihrem Onkel und der konnte sich nicht einmal richtig verabschieden.

In Bray ist alles kleiner, die Menschen kennen sich und es geht viel ruhiger zu. Maggie hat viel Zeit zum Nachdenken und freundet sich mit einem alten Herren an. Die Szenen, die in seinem gemütlichen Häuschen spielen, strahlen Ruhe und Gelassenheit aus. Diese Szenen mochte ich. Maggie war dort ganz anders. Sie hatte klare Gedanken, äußerte sich und man konnte spüren, dass sie den alten Mann wirklich mag. In vielen anderen Szenen wirkt Maggie unnahbar, so als ob sie selbst neben sich stehen würde. Ist eine Protagonistin eher kühl, kann ich mich kaum mit ihr anfreunden.

Die Bekanntschaft mit Eoin geschieht zufällig und auch diese Szene mag ich. Danach flacht die Geschichte rund um die beide ab. Ich kann die Entwicklung zwischen ihnen nicht nachvollziehen und auch was Maggie nebenbei treibt, lässt sie nicht sympathischer wirken. Eoin hingegen ist ein gut konzipierter Charakter, der nicht zu geheimnisvoll ist, aber doch nicht alles verrät.

Die weitere Geschichte plätschert dahin. Onkel Kevin nimmt einen großen Platz in Maggies Leben ein und wird die Geschichte oft beeinflussen. Was später passiert, vermittelt, wie verkorkst Maggies Familie ist und beeinflusst sie sehr stark. Viel zu bemängeln habe ich am Ende, denn das kommt abrupt, hat endlich etwas mit dem Titel zu tun, wirkt aber als Abschluss katastrophal und wenig nachvollziehbar.

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Mochi87 Mochi87

Veröffentlicht am 02.03.2017

Das Lebensgefühl einer ganzen Generation

Ein Buch wie ein Grunge-Hit: wild, laut und gefühlvoll.

1993. Das ist das Jahr, in dem Nirvana ihr letztes Album ihr letztes Album veröffentlichen. Und das Jahr, in dem Maggie von Chicago nach Irland ... …mehr

Ein Buch wie ein Grunge-Hit: wild, laut und gefühlvoll.

1993. Das ist das Jahr, in dem Nirvana ihr letztes Album ihr letztes Album veröffentlichen. Und das Jahr, in dem Maggie von Chicago nach Irland zieht. Maggie vermisst ihr Zuhause ebenso wie ihren chaotischen und musikbegeisterten Onkel Kevin, Einzig seine Musiktipps sind Lichtblicke im regenverhangenen Irland. Mit der Musik von Pearl Jam, den Smashing Pumpkins und Nirvana ist alles Neue erträglich. Als Eoin auftaucht, der Junge mit dem unergründlichen Lächeln, lässt ihr Heimweh langsam nach. Doch gerade, als die beiden sich näherkommen, erreicht Maggie eine schreckliche Nachricht. Und auf einmal steht sie vor der Frage, was wirklich wichtig ist im Leben ...

Als ich in die Buchhandlung kam, ist mir das Buch sofort ins Auge gestochen. Das Cover erinnerte mich sehr stark an das Album-Cover von "Nevermind", einem Album von Nirvana und als ich dann den Titel las, war mein Interesse geweckt.
Es gefällt mir sehr, dass Titel und Cover so hervorragend miteinander harmonieren.

Die Geschichte hat mir gut gefallen. Der Leser wird in die Jahre 1993/94 zurückversetzt und bekommt einen kleinen Einblick in das damals vorherrschende Lebensgefühl. Es ist erfrischend und sehr passend, dass die Protagonistin Maggie aus einer Arbeiterfamilie mit vielen Problemen stammt und kein Kind aus einer wohlhabenden Familie. Die Story ist gut und zeigt das Leben mit seinen zahlreichen "Abgründen" auf eine sehr angenehme und nicht zu bedrückende Weise.

Ich mochte die Protagonistin, sie war eher unangepasst und tat sich mit der neuen Umgebung und den neuen Menschen sehr schwer, während ihre kleine Schwester (offen, fröhlich und anpassungsfähig) sich sofort mit der neuen Lebenssituation arrangiert hat und sofort Anschluss fand. Die Charakterisierung von Maggie erschien mir sehr realistisch und nachvollziehbar, da sie mit einer so unreifen und egoistischen Mutter sehr früh erwachsen werden musste. Dennoch legt sie typisch pubertierende und unüberlegte Verhaltensweisen an den Tag. Es ist schön, wie sie sich in den anfangs undurchschaubaren, natürlich sehr gut aussehenden, Eoin verliebt. Die Liebesgeschichte der beiden wird nicht unnötig übertrieben und kitschig beschrieben, sondern angenehm realistisch. Da sich die beiden Figuren sehr ähnlich sind und beide ihre "Päckchen zu tragen haben", kommen sie sich, nachdem die ersten Hürden überwunden wurden, schnell näher.
Bis dato waren die beiden wichtigsten Bezugspersonen in Maggies Leben ihre Nanny Ei und der verantwortungslose, aber sehr coole Onkel Kevin, welcher mit 26 Jahren immer noch bei seiner Mutter lebt und nur Musik im Kopf hat.
Die Beziehung zwischen der Protagonistin und diesen Figuren ist sehr eng und nachvollziehbar, während es zwischen ihr und ihrer Mutter unterschwellig nur brodelt.

Fazit: Mit hat das Buch sehr gut gefallen. Auch wenn ich nicht zur "Generation X" gehöre, habe ich den Anfang der 90er Jahre doch mitbekommen und bin selbst mit einigen der im Buch erwähnten Bands aufgewachsen. Deshalb hatte ich das Gefühl in diese Zeit zurückversetzt zu werden und fand, dass die eher negative Weltsicht der perspektivlosen Jugendlichen, sehr gut vermittelt wurde. Der eher negative Grundtenor der Handlung hat mich gefesselt und für sich eingenommen, sodass ich das Buch innerhalb eines Tages durch hatte.
Man bekam das Gefühl, dass die Autorin den jugendlichen Lesern die Zeit von Tapes, Flanellhemden und Festnetztelefonen näher bringen wollte. Dies wurde auch durch die Zusatzseiten mit Musik- und Buchempfehlungen deutlich.
Ein wirklich tolles Buch mit Einblicken in eine andere, aber dennoch greifbare, Zeit.

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Autorin

Jessie Ann Foley

  Jessie Ann Foley lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in ihrer Heimatstadt Chicago, wo sie als Lehrerin arbeitet. Gleich ihr Debütroman, Das Jahr, in dem sich Kurt Cobain das Leben nahm, wurde mit Lob überhäuft und mit diversen Preisen ausgezeichnet. Die Autorin Kirsten Simmons (Artikel 5) schrieb dazu: »Beim Lesen wollte ich meine Sachen zusammenpacken und mein eigenes Abenteuer erleben. Etwas, das so mutig, wahrhaftig und wegweisend ist wie der Roman von Jessie Ann Foley.«

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