Das Mädchen aus Feuer und Sturm
 - Renée Ahdieh - Hardcover

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18,00

inkl. MwSt.

One
Hardcover
Erzählendes für junge Erwachsene
415 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0069-6
Ersterscheinung: 28.09.2018

Das Mädchen aus Feuer und Sturm

Übersetzt von Martina M. Oepping

(42)

Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag – über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall – und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz … ausgerechnet an den Feind.
 

Rezensionen aus der Lesejury (42)

zazzles zazzles

Veröffentlicht am 19.10.2018

Eine Story, die vor allem durch die starke, weibliche Protagonistin punktet

Auf dieses Buch habe ich mich schon monatelang gefreut, nachdem ich den Hype auf Goodreads mitgekriegt hatte. Das deutsche Cover ist im Vergleich zum englischen Original deutlich "mädchenhafter" ausgefallen, ... …mehr

Auf dieses Buch habe ich mich schon monatelang gefreut, nachdem ich den Hype auf Goodreads mitgekriegt hatte. Das deutsche Cover ist im Vergleich zum englischen Original deutlich "mädchenhafter" ausgefallen, was eigentlich ein bisschen der Botschaft des Buches widerspricht. Wenn man das Buch dann in den Händen hält, ist es aber sehr schön anzusehen.

Das Buch beginnt sehr vielversprechend und konnte mich bereits ab dem Zeitpunkt, an dem Mariko und ihre Begleiter überfallen und - bis auf Mariko - getötet werden bereits packen. Statt sich hilflos und verletzt ihrem Schicksal hinzugeben, beschliesst Mariko für diesen Überfall Rache zu nehmen. Dieses Nahtoderlebnis entfacht in ihr eine unglaubliche Stärke und Kraft, der sie auf ihrem weiteren Weg stetig begleitet. Um sich von ihrem alten Ich zu verabschieden, entschliesst sich Mariko als Junge zu verkleiden und, ohne zu Zögern, säbelt sie sich dafür ihre lange Haarpracht ab.
Und? Klingelt es da bei wem? Bei mir war es nämlich so, denn die Handlung erinnert bis dahin sehr an den Disneyfilm "Mulan" - nicht nur, weil er im asiatschen Raum spielt und ein POC als starke Protagonistin aufweist, sondern weil auch Mulan sich im Film als junger Mann verkleidet (und anstelle ihres Vaters in den Krieg zieht). Ich weiss nicht, ob diese Ähnlichkeit von der Autorin gewollt war und es sich tatsächlich um ein Retelling von "Mulan" handelt, aber da ich den Film als Kind geliebt habe, hat die Autorin damit noch mehr Pluspunkte bei mir eingehandelt.

Die Handlung geht dann etwas anders als im Film weiter und Mariko schafft es sehr bald, die vermeintlichen Übeltäter ausfindig zu machen: Der Schwarze Clan. Dabei handelt es sich um eine Gruppierung von jungen Männern, die in Marikos Augen allesamt Diebe und Mörder sind. Und sie überzeugt davon, dass sie auch für den Überfall verantwortlich sind. Als Junge verkleidet, gelingt es ihr, sich in die Reihen des Schwarzen Clans zu schleichen. Dabei lernt sie einen der jungen Männer näher kennen und es kommt wie es kommen muss: Aus Hass entwickelt sich allmählich Liebe. Und genau durch diesen Umstand gerät ihr ursprünglicher Plan, Rache am Schwarzen Clan zu üben, immer mehr ins Wanken. Zusätzlich wird die Sache auch noch dadurch verkompliziert, dass Mariko nach und nach Dinge über ihren Zwillingsbruder und ihren Vater erfährt, die sie so niemals geahnt hätte. Und sie gerät immer mehr in Zweifel, ob sie sich nicht doch geirrt hatte, als sie den Schwarzen Clan als ihren Feind angesehen hat.

Obwohl ich das Buch am Anfang nicht aus der Hand legen konnte, ging dieses Gefühl im Mittelteil etwas verloren. Die Story weist darin ein paar Längen auf, die meiner Meinung nach etwas gekürzt hätten werden können.
Wie oben erwähnt, bin ich ein grosser Fan von Büchern mit einer starken, weiblichen Protagonistin, doch in diesem Fall ging das etwas verloren, als die obligatorische Liebesgeschichte eingebaut werden musste. Die Romantik nimmt zwar nicht den Grossteil der Geschichte ein, doch auf mich wirkte das Ganze sehr plötzlich und dadurch auch etwas konstruiert, obwohl ich die beiden Liebenden als potentielles Pärchen sehr niedlich fand. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden hätte aber etwas glaubhafter gewirkt, wenn sich die Autorin dafür etwas mehr Zeit genommen hätte.

Der Schreibstil lässt sich zum grossen Teil flüssig lesen, aber ich hatte stellenweise Mühe, die asiatischen Fremdwörter zu verstehen, die immer wieder verwendet wurden. Ich habe leider erst am Schluss gesehen, dass am Ende des Buches ein Glossar mit allen Begriffserklärungen vorhanden wäre. Das hätte das Lesen vermutlich um einiges erleichtert.
Was mich zudem manchmal gestört hat, waren die Konversationen zwischen Mariko und Ōkami. Ich nehme an, dass die Autorin damit Romantik erzeugen wollte, doch auf mich wirkten die Aussagen, die die beiden ausgetauscht haben, manchmal wie Glückskekssprüche und dadurch sehr konstruiert. Da sind mir weniger pseudo-poetische Gespräche lieber, denn sie wirken zwar nicht so romantisch, dafür aber deutlich glaubhafter. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass zwei so junge Menschen tatsächlich so miteinander sprechen, selbst wenn das Buch in einer anderen Zeit spielt.

Der Schlussteil hatte es dann noch einmal in sich und endet in einem actiongeladenen Ende, der mich sehr neugierig auf Teil 2 gemacht hat. Trotzdem bleiben noch viele Fragen ungeklärt und ich hoffe, dass diese im weiteren Verlauf noch beantwortet werden.

Fazit:
Eine Geschichte über eine starke, asiatische Protagonistin, die durch einen Überfall zu unerwarteter Stärke gelangt. Das Buch beginnt sehr packend, weist im Mittelteil einige Längen auf, endet dann aber wieder in einem actiongeladenen, spannenden Schluss, so dass man den zweiten Band kaum abwarten kann. Für Fans des Disneyfilms "Mulan" kann ich das Buch nur wärmstens empfehlen. Aufgrund einiger Schwächen kriegt "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" von mir 4 Sterne und ich freue mich bereits auf die Fortsetzung.

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VerasLiteraturtraum VerasLiteraturtraum

Veröffentlicht am 16.10.2018

Tolles Setting mit Mulan - Charakter

Klappentext
Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag – über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den ... …mehr

Klappentext
Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag – über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall – und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz...ausgerechnet an den Feind.



Meine Meinung
Einleitung
Ich habe vor längerer Zeit mal Zorn und Morgenröte von der Autorin gelesen und war begeistert, da sie ja Allgemein eher orientalische Themen behandelt. Diesmal sind es die Samurai - und dementsprechend gespannt war ich, als ich dieses schöne Buch in der Hand halten konnte! Zum Glück wurde ich auch nicht enttäuscht!

Cover, Haptik, Playlists & Co.
In dem Buch befindet sich weder eine Karte noch eine Playlist, was sich aber mit diesem absolut wunderschönen Cover (diese Farben! ?) und dem interessanten Glossar mit Kurzerklärungen mehr als ausgleichen lässt. Das Hardcover lässt sich gut anfassen, ebenso wie das Papier, welches wirklich gut riecht! In der Innenklappe des Umschlages ist übrigens noch ein Textauszug zu sehen; ebenso wie im hintern Teil des Buches eine kurze Autorenbiografie.

Kurze Zusammenfassung des Anfanges (Spoiler!)
Mariko befindet sich gerade auf dem Weg zu ihrem zukünftigen Mann, der ihr von ihrem Vater, einem mächtigen Samurai, zugewiesen wurde. Das Recht, nein zu sagen besitzt sie nicht, da im Allgemeinen über sie gemunkelt wird, dass sie viel zu viele Fragen stelle und zu schlau für eine Frau sei. Nun ja, ihr Geleit auf dem Weg dorthin wird von dem Schwarzen Clan abgeschlachtet. Mariko überlebt nur knapp, und begegnet kurz darauf einem alkoholisierten Mann, vor dem sie ebenfalls in knapper Not flieht. In ihr regt sich der Gedanke, dass sie frei ist - aber sie will unbedingt herausfinden, warum der schwarze Clan es auf sie abgesehen hat. Wer sind seine Auftraggeber? Um das herauszufinden, verkleidet sie sich als Junge und wird prompt im schwarzen Clan aufgenommen. Dort lernt sie die Mitglieder besser kennen, im guten sowie im schlechten Sinne - ganz besonders Ōkami, einer der stärksten, aber auch ihr gegenüber misstrauischen Krieger. Doch was ist, wenn jemand entdeckt, dass sie eine Frau ist? Und vor allem: Was ist, wenn jemand entdeckt, dass sie DIE Frau ist, die eigentlich tot sein sollte?

Währenddessen macht sich ihr Bruder Kenshin, ein extrem begabter Fährtenleser, auf die Suche nach ihr. Ist die kurze Zeit in Freiheit abgelaufen?

Das Wichtigste: Schreibstil, Plot & Charaktere


Der Schreibstil von Renée Ahdieh ist wie gewohnt flüssig und sehr bildlich, was man vor allem bei der Beschreibung der japanischen Kultur und der Kämpfe bemerken konnte. Sie hat mit den Samurai in Japan ein einzigartiges Setting gewählt; mit der Erzähler-Perspektive müsste ich mich allerdings erstmal anfreunden, da man quasi in das Buch und die komplett andere Kultur hineingeworfen wurde. Mir der Zeit habe ich mich aber daran gewöhnt. Die amerikanische Autorin erzählt abwechselnd aus der Sicht von Mariko, Kenshin und Ōkami, wodurch der Leser wirklich sowohl in die "gute" als auch in die "böse" Seite Einblicke bekommt. Natürlich fehlt auch eine Prise Romantik nicht :)



Die Charaktere sind teilweise sehr individuell, aber auch teilweise vorhersehbar - was nicht schlimm ist. Besonders Ōkami hat mir gut gefallen, da man von ihm nicht ganz so viel wie von Mariko erfährt und immer rätseln muss, was er wirklich denkt. Aber dazu gleich mehr...

Mariko ist die Tochter eines hohen Samurais und ist in Reichtum aufgewachsen. Sie erfindet liebend gerne Dinge und ist ziemlich schlau, was ihre Eltern vergeblich versuchen, zu unterdrücken. Ihre Eltern engen sie ein und zwingen sie, den Sohn des Kaisers zu heiraten - wozu es dank eines Überfalls aber nicht kommt...

Kenshin ist der momentan berühmteste Samurai - Anwärter und ein exzellenter Spurensucher. Als er sich auf den Weg macht, um seine Schwester Mariko zu finden, ahnt er gar nicht, dass viele Überraschungen ihn erwarten.

Ōkami folgt Ren auf Schritt und Tritt. Er ist der Sohn eines ehemaligen Samurais, der für die Ermordung von Rens Vater verantwortlich ist; und besitzt ein unglaubliches Geschick fürs Kämpfen. Außerdem durchschaut er Menschen ziemlich schnell - ganz besonders Mariko, für die er zunehmend mehr empfindet...

Ren ist der Sohn eines ehemals berühmten Samurais, der den Kaiser verraten hat. Er ist ziemlich ungehobelt und möchte Rache für seinen Vater, der sich selbst ermorden musste - trotz der Tatsache, dass er der beste Freund des Kaisers war.

Yoshi ist der Gandalf der Geschichte. Er ist der Koch, der immer Tipps parat hat und mega sympathisch ist.

Roku ist der zweitgeborene Sohn des Kaisers. Er ist sehr unsympathisch und manipulativ.

Raiden ist der erstgeborene Sohn des Kaisers; der, den Mariko heiraten soll. Er ist relativ sympathisch und hat ein gewisses Maß an Verständnis für sein Volk und ein großes Talent fürs kämpfen.



Ich fühlte mich in dem Buch wirklich teilweise an einen meiner Lieblingsfilme - und zwar Mulan - erinnert, was der Autorin noch von meiner Seite zusätzliche Pluspunkte gebracht hat.

Allerdings war es für mich nicht ganz nachvollziehbar, warum Mariko plötzlich ihre Freiheit genießen möchte. Sie hat sich vorher nie beklagt, woher kommt denn der Sinneswandel?

Was mir sehr gut gefallen hat, waren die politischen Beziehungen zwischen dem Kaiser, dem schwarzen Clan und der Familie des Kaisers. An Intrigen, zwielichtigen Machenschaften und toll beschriebenen Kämpfen mangelt es wirklich nicht.

Es gab auch wirklich viele Ereignisse, die ich nicht vorher gesehen hatte und die mich dementsprechend überrascht haben - besonders, als man die Absichten des schwarzen Clans kennen lernte, was mich positiv überrascht hat.

Die Spannung kam wirklich nicht zu kurz. Als Leser hat man die ganze Zeit mit gefiebert, und versucht, irgendwie zu hoffen, dass Mariko überlebt, und vor allem darüber nachgedacht, warum Ōkami so geheimnisvoll ist.



Das Ende hat mich mit dem Cliffhanger ziemlich unzufrieden hinterlassen. Einerseits weiß man gar nicht, wer jetzt Marikos Ermordung beauftragt hat, andererseits hat man eine Ahnung und will unbedingt wissen, wie es weiter geht - besonders mit Ōkami und Mariko.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch ein wenig schwächer als "Zorn und Morgenröte" ist, aber vielleicht wird die Reihe ja im zweiten Band noch besser.



Fazit
Der erste Band der neuen Reihe von Renée Ahdieh ist ein guter Auftakt mit einem wunderschönen, japanischen Setting. An toll beschriebenen Kämpfen und Romantik mangelt es auch nicht; lediglich die Handlungen waren ein bisschen voraussehbar und haben mich an "Mulan" erinnert. Ich bin sehr gespannt, wie es mit diesem Buchschmöker nach dem Cliffhanger weiter geht!







Habt ihr schon einmal ein Buch gelesen, dass ein solches japanisches Setting hat? Ich bin offen für Tipps und Anregungen!

Zitat
Sie ließ ihre Augen zufallen, gab sich mit wahrer Wollust der Dunkelheit hin. Sie umarmte ihre Ängste. "Sei so schnell wie der Wind. Sei so still wie der Wald. So stark wie das Feuer. Und so unerschütterlich wie ein Berg." Seine Worte erfassten Mariko, als Ōkamis Finger langsam über ihre Augenlider strich und sie mit derselben schwarzen Farbe bedeckte, die sie alle trugen. Seine Berührung war ein Aufflackern vom Hitze auf ihrer Haut. Als er geendet hatte, erhob sich der Wind wieder. Die Bäume rauschten von einer plötzlichen Brise, und die Äste knackten feierlich. Als ob der Wald selbst sie willkommen heißen würde.

- Mariko -

Fakten
Originaltitel: A Flame in the Mist

Titel: Das Mädchen aus Feuer und Sturm

Autorin: Renée Ahdieh - begeisterte Salsa-Tänzerin, sie kann sich für Currys, Schuhe, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern

Übersetzerin: Martina M. Oepping

Seiten: 416

Verlag: ONE

Genre: Fantasy / Young Adult

Gebundene Ausgabe: 18,00€

E-Book: 13,99€

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Primrose24 Primrose24

Veröffentlicht am 08.10.2018

Mariko und der schwarze Clan

Mariko, Tochter eines mächtigen Samurai, soll für eine arrangierte Ehe mit dem Sohn des Kaisers in die Hauptstadt gebracht werden. Auf dem Weg werden jedoch sie und ihr Begleitzug angegriffen und alle ... …mehr

Mariko, Tochter eines mächtigen Samurai, soll für eine arrangierte Ehe mit dem Sohn des Kaisers in die Hauptstadt gebracht werden. Auf dem Weg werden jedoch sie und ihr Begleitzug angegriffen und alle getötet, nur Mariko kann entkommen. Für den Anschlag wird der Schwarze Clan verantwortlich gemacht, eine Bande von Dieben, die im Wald ihr Lager haben. Um herauszufinden wer den Angriff auf sie befohlen hat, nimmt Mariko ihr Schicksal selbst in die Hand und schmuggelt sich, verkleidet als Junge, in die Reihen des Clans. Das erste Mal in ihrem Leben genießt Mariko die Freiheit, zu tun was sie will und verliert ihr Herz an Jemanden den sie eigentlich nicht vertrauen wollte.

Ich bin ein sehr großer Fan von Renee Ahdieh und war sehr gespannt auf den ersten Teil dieser neuen Reihe. Und was soll ich sagen, ich wurde absolut nicht enttäuscht. Die Geschichte spielt zu Zeiten der Samurai, wo Ehre und andere Tugenden das Handeln bestimmen. In dieser Welt geben die Männer den Ton an und die Frauen haben sich unterzuordnen. In dieser Zeit ist unsere Protagonistin Mariko ein ungewöhnliches Mädchen. Sie ist neugierig und klug und rebelliert gegen die Rolle, die man ihr im Leben zugedacht hat. Sie hat eine starke, aufmüpfige Persönlichkeit und bietet oft interessante und amüsante Wortgefechte vor allem mit Okami, dem männlichen Protagonisten der Geschichte. Die sich entwickelnde Zuneigung der Beiden füreinander bietet die Grundlage für den romantischen Teil des Geschehens. Aber auch die Intrigen und spannenden Kämpfe innerhalb des Buches machen die Story so spannend, dass ich es gar nicht mehr weglegen konnte und wollte.
Leider war die Story viel zu schnell vorbei und viel zu viele Dinge sind noch ungeklärt, sodass ich wohl ungeduldig auf den nächsten Teil warten muss. Ein wundervolles, magisches Buch und eines meiner absoluten Lesehighlights dieses Jahr. Ich bin super gespannt auf die Fortsetzung.

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JennyWanderlust JennyWanderlust

Veröffentlicht am 07.10.2018

Von Mulan inspirierte YA Geschichte

PLOT
Ein Mädchen, dazu bestimmt, des Kaisers Sohn zu heiraten.
Ein Junge, der den Glauben an das Gute in seinem Herzen begraben hat.
Eine große Liebe, die alles verändern kann.

Mariko, Tochter eines hochrangigen ... …mehr

PLOT
Ein Mädchen, dazu bestimmt, des Kaisers Sohn zu heiraten.
Ein Junge, der den Glauben an das Gute in seinem Herzen begraben hat.
Eine große Liebe, die alles verändern kann.

Mariko, Tochter eines hochrangigen Samurai, weiß, dass sie ihre Zukunft nicht selbst bestimmen darf. Sie ist klug und erfinderisch, aber eben ein Mädchen. Mit 17 wird sie dem Sohn des Kaisers versprochen. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit wird ihr Geleitzug vom berüchtigten Schwarzen Klan vernichtet. Mariko überlebt als Einzige und nutzt ihre Chance, dem vorgegebenen Pfad zu entkommen! Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erntet sie Anerkennung. Und sie verliert ihr Herz - ausgerechnet an den Feind

REVIEW
Wer sich für YA und Fantasy interessiert hat es schwer um Renee Ahdieh herumzukommen. Sie zählt zu den neuen Stars der Autorenszene und nachdem sich ihre erste Reihe im orientalischen Bereich abgespielt hat und locker auf "One Thousand and One Nights" basierte, wagt sich die Autorin diesmal in den asiatischen Raum und bedient sich der bekannten Geschichte um die kriegerische Mulan, welche sich als Junge ausgibt um die Ehre ihrer Familie zu bewahren. Weltweit wurde "Flame in the Mist" als Neuerzählung von Mulan angepriesen und hat mich so auch erst auf sich aufmerksam gemacht. Ich liebe den gleichnamigen Disneyfilm und konnte mir das Buch daher nicht entgehen lassen. Zugegeben hatten "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" und ich einige kleine Startschwierigkeiten, denn so ganz konnte mich die Handlung nicht fesseln. Ich kann nicht einmal genau benennen woran das nun eigentlich gelegen hat. Mir waren die Charaktere und deren Beweggründe etwas zu blass und auch das Worldbuilding hat für mich zu viele Fragen offen gelassen. Allerdings hat sich dies nach der ersten Hälfte langsam gebessert und nach guten 200 Seiten hatte ich tatsächlich zum ersten Mal das Gefühl, dass mich die Handlung wirklich fesselt.

Vielleicht liegt es daran, dass Mulan immer eine meiner liebsten Disney Prinzessinnen war, aber Mariko konnte mich als Leserin nicht ganz überzeugen. Es mag vielleicht nicht ganz fair sein, weil sie mit einer meiner Kindheitshelden konkurrieren musste, aber ich kann es einfach nicht schön reden. Mariko bringt durchaus alles mit was eine starke Protagonistin braucht. Ich finde es beispielsweise großartig, dass sie nicht die klassische reiche Tochter ist, sondern überall als etwas seltsames, vorlautes Mädchen bekannt war. Zudem stellt sie ihre eigenen Erfindungen her und beweißt mehrmals wie intelligent sie eigentlich ist, was man auch nicht von jeder Protagonistin behaupten kann. Dann wiederum ist sie aber vollkommen blind wenn es um den Schwarzen Clan geht. Bereits wenige Seiten nachdem man den Clan und seine Anführer kennenlernt, stellt man als Leser ihre Vermutung bereits in Frage. Mariko allerdings bleibt von ihren Vorurteilen gelenkt und das hat für mich nicht zu der starken, intelligenten Heldin gepasst, die uns am Anfang vorgestellt wird.

Wenn die weibliche Protagonistin einem Kopfschmerzen bereitet, kommt ein tragischer, leidender Antiheld gerade rechtzeitig. Okami hat es mir wirklich angetan, ich versuche es erst gar nicht zu leugnen. Am Anfang fällt es noch sehr schwer ihn zu durchschauen und selbst nachdem ich das Buch beendet habe, sind für mich noch so viele Fragen offen und er bleibt geheimnisvoll und spannend. Ich kann es nicht erwarten seine Vergangenheit im nächsten Band näher zu beleuchten und ihn hoffentlich besser kennenzulernen und mit ihm auch seine Fähigkeiten. Für mich ist er bisher definitiv nicht der klassische Held, weshalb ich gespannt bin zu sehen welche Richtung Renee Ahdieh im zweiten Teil der Reihe einschlagen wird. Und wenn man von Okami spricht, darf man Ranmaru natürlich nicht einfach übergehen. Ihn kann ich bisher ebenfalls schlecht einschätzen und bei beiden habe ich das Gefühl sie haben bisher einfach noch nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen. Ich möchte mehr über Ranmaru erfahren und kann charakterlich bisher zu ihm auch nur wenig sagen. Allgemein sind mir besonders die Nebencharaktere etwas zu blass geblieben und ich konnte zu niemandem eine Verbindung aufbauen.

Ich habe das Setting bereits am Anfang angesprochen und bisher habe ich noch nicht viele Bücher gelesen, die im asiatischen Raum gespielt haben. Was wohl auch der Grund dafür war, dass ich sehr lange große Schwierigkeiten mit den Namen und Eigennamen hatte. Zwar gibt es am Ende des Romans ein Glossar, aber das habe ich tatsächlich erst entdeckt, als ich mit der Geschichte bereits durch war. Irgendwie sind mir die Namen einfach nicht im Kopf geblieben, womit ich gar nicht gerechnet hatte, da ich viel im Bereich Fantasy lese und ungewöhnliche Namen daher eigentlich gewohnt bin. Den Weltenbau selbst fand ich allerdings durchaus interessant dargestellt und ich fand da mittelalterlich, asiatische Setting wirklich spannend und besonders die gesellschaftlichen Aspekte und die Machtverhältnisse haben mich direkt neugierig gemacht. Für meinen Geschmack hätte die Autorin den Weltenbau durchaus noch etwas vertiefen können.

Auch an mystisch, fantastischen Aspekten mangelt es in der Geschichte nicht, allerdings war die Darstellung für mich definitiv ausbaufähig. Bisher erfährt der Leser im Grunde noch gar nichts über die Magie in der Geschichte und ich hab bis zum Ende nicht ganz verstanden welchen Regeln sie unterliegt und in welcher Form sie eigentlich auftritt. Da besteht für mich in Hinsicht auf den zweiten Teil der Reihe noch viel Arbeit. Neugierig macht es auf jeden Fall und ich hoffe die Autorin wird darauf noch genauer eingehen!

Zum Ende hin möchte ich natürlich auch noch kurz auf das Cover zu sprechen kommen. Als jemand, der normalerweise das englische Original bevorzugt, muss ich diesmal zu meiner eigenen Überraschung doch gestehen, dass mir die deutsche Version doch besser gefällt. Ich mag die zarten Farben, die Schriftart und den Hintergrund. Ich finde es auch durchaus passend zur Handlung, wenngleich man dem asiatischen Setting für meinen Geschmack mehr Aufmerksamkeit hätte schenken können.

BEWERTUNG
4 von 5 Sternen

FAZIT
"Das Mädchen aus Feuer & Sturm" ist eine interessante Geschichte mit asiatischem Setting! Die starke weibliche Protagonistin und der gebrochene Antiheld stellen einen interessanten Gegensatz dar und machen gespannt auf die Fortsetzung. Trotz einiger Anlaufschwierigkeiten konnte mich die Handlung am Ende hin fesseln.

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CallieWonderwood CallieWonderwood

Veröffentlicht am 07.10.2018

Das Mädchen aus Feuer und Sturm - Renée Ahdieh - Mega gut, super gemacht und total spannend, neues Lieblingsbuch

Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag - über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des ... …mehr

Mariko ist die Tochter eines mächtigen Samurai und kennt ihren Platz im Leben. So klug und erfinderisch sie auch sein mag - über ihre Zukunft entscheiden andere. Als sie erfährt, dass sie den Sohn des Kaisers heiraten soll, nimmt sie ihr Schicksal hin. Doch auf dem Weg zu ihrer Hochzeit entkommt sie nur knapp einem blutigen Überfall - und nutzt ihre Chance, die Freiheit zu kosten: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich unter die Banditen und lernt eine ganz neue Welt kennen. Und sie verliert ihr Herz ... ausgerechnet an den Feind.
(Klappentext)


Mit "Zorn und Morgenröte" hatte mich Renée Ahdieht total begeistern können und so wollte "Das Mädchen aus Feuer und Sturm" auch unbedingt lesen und ich wurde definitiv nicht enttäuscht.
Direkt auf den ersten Seiten konnte mich das Buch begeistern. Mariko, Tochter eines hochrangigen Samurais, ist mit einem Geleitzug auf dem Weg zu ihrem Verlobter in die Kaiserstadt, als sie im gefährlichen Jukaiwald überfallen wird. Nur knapp überlebt Mariko und fasst den Entschluss nach Antworten zu suchen und die Täter zu finden, anstatt sich auf den Weg nach Hause zu machen, wo ihre Eltern sie sofort wieder auf die Reise schicken würden.
Zitat : "Sie wollte nicht als Feigling sterben. Mariko war die Tochter eines Samurai. [...] Aber vor allem hatte sie immer noch Macht über ihre Entscheidungen. Jedenfalls an diesem einen, ihrem letzten Tag. Sie würde ihrem Feind gegenübertreten. Und in Ehre sterben."
Obwohl sie Angst hat und unsicher ist, will Mariko wenigstens einmal selbst über ihr Leben bestimmen und das mochte ich total gerne. Mir hat ihre charakterliche Entwicklung super gut gefallen und besonders ihren Mut und ihre mentale Stärke fand ich bewundernswert. Bisher war Mariko es gewohnt, nur weil sie ein Mädchen ist, von anderen wie Eigentum behandelt zu werden. Ihre Entscheidung sich als Junge zu tarnen und bei dem Schwarzen Clan einzuschleichen verändert für sie einiges. Trotzdem ist es für sie alles andere als einfach und sie muss viel einstecken, zeigt sich aber kämpferisch.
Den Schwarzen Clan fand ich richtig cool gemacht, von dem ersten Eindruck der gefährlichen Bande, vor der sich Reisende in Acht nehmen sollten, und all dem, was noch dahintersteckt. Mit so tollen Charakteren, die während des Buches sehr in mein Herz geschlossen habe. Ihr Anführer Ranmaru, der fiese kleine Ren oder der eher schweigsame, schwer undurchschaubare Ōkami.
Und genauso gab es Charaktere, wie Kenshin und Raiden, die mir mehr als unsympathisch waren, aber super zu der Geschichte gepasst haben.
Die Liebesgeschichte in dem Buch war süß und schön und mir hat es gut gefallen, wie sich entwickelt hat und eher weniger im Vordergrund stand, dabei dennoch von Bedeutung war. Und vor allem die Streitgespräche zwischen den beiden fand ich super, Mariko kann genail mit Worten umgehen und benutzt sie wie Waffen.
Zitat : "»Ich bin nicht ärgerlich. Es ist möglich, dass ihr mich nicht so gut kennt, wie ihr denkt.« Mariko brachte ihn zum Schweigen, entschlossen, sich nicht weiter mit ihm zu streiten. Mit Ōkami zu streiten war wie der Versuch, Rauch einzufangen."
Ich bin überwältigt von Renée Ahdiehs großartigem, märchenhaften und bildlichen Schreibstil. Wie sie ganz besonders die Gedanken und Gefühle von Mariko beschreibt, welche Metaphern sie verwendet und eine wunderschöne Atmosphäre erschaffen hat.
Größenteils wird das Buch aus der Sicht von Mariko erzählt, aber ab und zu werden Geschehnisse aus der Sicht des Kaisers oder Marikos Bruder Kenhsin geschildert.
Sehr gut gefallen hat mir auch, dass man als Leser tolle Einblicke in japanische Kultur bekommen hat und die Kulisse mit dem Jukaiwald oder der Kaiserstadt und die Fantasy-Aspekte fand ich super. Das Buch war spannend, actionreich und hat mich total gefesselt und ich bin schon sehr neugierig auf den zweiten Teil.

Fazit :
Mega gut, super gemacht und total spannend. Neues Lieblingsbuch. Grandioser erster Teil der Geschichte von Mariko und dem Schwarzen Clan und der wunderschöne, ganz besondere Schreibstil von Renée Ahdieh war einfach toll.

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Autor

Renée Ahdieh

Renée Ahdieh - Autor
© Chuck Eaton

  Renée Ahdieh hat die ersten Jahre ihrer Kindheit in Südkorea verbracht, inzwischen lebt sie mit ihrem Mann und einem kleinen Hund in North Carolina, USA. In ihrer Freizeit ist die Autorin eine begeisterte Salsa-Tänzerin, sie kann sich für Currys, Schuhe, das Sammeln von Schuhen und Basketball begeistern. Mit Zorn und Morgenröte legt sie ihren ersten Roman vor, zu dem es eine Fortsetzung geben wird, an dem die Autorin gerade arbeitet.

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