Marthas Widerstand
 - Kerry Drewery - Hardcover

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16,00

One
Hardcover
Junge Erwachsene
447 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0043-6
Ersterscheinung: 16.03.2017

Marthas Widerstand

(16)

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in die nächste Zelle verlegt wird. Die Zellen werden dabei immer kleiner, genauso wie Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert?
Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem es um viel mehr als ein einzelnes Menschenleben geht …

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Pressestimmen

„Ein spannendes Konstrukt, das den Leser sofort gefangen nimmt.“
„Drewerys Roman ist ein lohnenswertes Gedankenexperiment“

Rezensionen aus der Lesejury (16)

LauraDori LauraDori

Veröffentlicht am 15.08.2017

Eine Achterbahn der Gefühle im Kampf gegen das System

#Inhalt:#
Martha soll einen Mord begangen haben - und zwar an Medienmogul Jackson Paige, einem der einflussreichsten und beliebtesten Menschen der Stadt.
In dem System, in dem sie lebt, bleiben Martha ... …mehr

#Inhalt:#
Martha soll einen Mord begangen haben - und zwar an Medienmogul Jackson Paige, einem der einflussreichsten und beliebtesten Menschen der Stadt.
In dem System, in dem sie lebt, bleiben Martha nun sieben Tage. Sieben Tage, in denen das Publikum der Fernsehshow "Death is Justice" per Telefonvotig über Marthas Schicksal bestimmt: Wird sie leben oder sterben? Martha ahnt schon lange, dass in diesem System nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann. Mit jedem Tag werden die Zellen kleiner, die Situation erscheint auswegloser und der Tod rückt näher. Doch Martha ist stark und hat einen Plan: Sie will die Märtyrerin für viele unrechtmäßige Tode sein, aufmerksam auf ein korruptes System machen und aus dem Gefängnis heraus Widerstand leisten. Marthas Freunde und Gegner des Systems tun alles, um die Praktiken hinter "Death is Justice" zu enthüllen - doch wird es ihnen gelingen Martha so vor dem elektrischen Stuhl zu bewahren und das System zu stürzen?

#Fazit:#
"Marthas Widerstand" hat mich auf die beste aller Weisen mitgenommen. Ich bin völlig in das System abgetaucht, habe mit den Protagonisten gerätselt, gebangt, gefiebert und wollte die Wahrheit ans Licht bringen.
In mehreren Zeitebenen wird Marthas Vergangenheit beleuchtet sowie die aktuelle Situation im Gefängnis und das Handeln der Personen außerhalb. Mit der Zeit ergibt sich ein immer deutlicheres Bild, als Leser erfährt man mehr Details und Zusammenhänge werden klar.
Je mehr ich gelesen habe, desto weniger konnte ich das Buch aus der Hand legen - ich musste einfach wissen, wie es weitergeht und vor allem, wie es endet. Und ich bin schonungslos ehrlich: Ich habe geweint.

Dieses Buch hat viele Gefühle bei mir ausgelöst: Ich war erheitert, traurig, nachdenklich, besort und wütend. Aber vor allem war ich ein Teil der Geschichte.
Jetzt warte ich gespannt auf Teil 2 und kann "Marthas Widerstand" nur jedem ans Herz legen!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

giselasleselust giselasleselust

Veröffentlicht am 15.08.2017

BITTE VOTEN SIE JETZT!!

Meine Meinung

Durch das Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Der Klappentext hat mir dann keine Wahl mehr gelassen. Ich musste es lesen!

Martha ist ein 16 jähriges Mädchen, mit wahnsinnig ... …mehr

Meine Meinung

Durch das Cover bin ich auf das Buch aufmerksam geworden. Der Klappentext hat mir dann keine Wahl mehr gelassen. Ich musste es lesen!

Martha ist ein 16 jähriges Mädchen, mit wahnsinnig viel Courage. Die Polizei erwischt sie am Boden sitzend mit einer Pistole. >>Ich habe ihn umgebracht!<< Nicht einmal die Aussicht auf ihre eigene Hinrichtung hält sie von ihrem Plan ab. Ihr Plan ist der Welt zu zeigen, in welch einer verlogenen Demokratie die Menschheit lebt. Eine Demokratie, die eigentlich nur dazu da ist, ein spannendes Fernsehprogramm anzubieten. Richter sind überflüssig geworden. Die Bevölkerung entscheidet per Voten, ob jemand schuldig- oder unschuldig ist. Jedoch sind die Anrufe sehr teuer. Es gibt sehr viele arme Leute, die nicht mitmachen können.

Die Öffentlichkeit ist sehr aufgebracht. Das Todesopfer ist kein anderer als der Medienliebling Jackson Paige. Jackson ist ein Wohltäter. Jackson war selber einmal arm. Jackson hat die Sympathie aller Menschen.
Martha ist nun in der Öffentlichkeit verhasst. Martha ist arm. Martha ist eine Waise. Martha hat Jackson umgebracht. Martha war nicht allein am Tatort. Man will ihren Tod!

Martha ist ein junges Mädchen, das im Todestrakt gelandet ist. 7 Tage muss sie auf ihr Urteil warten. Jeden Tag kommt sie in eine andere, kleinere Zelle. Sie lässt den Leser an ihrer Gedankenwelt teilnehmen. Ich war mir oft nicht sicher, ob Martha halluziniert. Die Psychologin Eve soll ihr, in den eventuell letzten Tagen, beistehen.

Der Schreibstil ist locker und fesselnd. Die Autorin bedient sich stellenweise an Dialekten, um Klassenunterschiede und andere Staatsangehörigkeiten, hervorzuheben. Die Geschichte wird aus der Sicht von Martha erzählt. Mal in der Gegenwart-mal in der Vergangenheit. Das hat mir gut gefallen. Man lernt das Mädchen dadurch sehr gut kennen. Die Handlung lässt keine Langeweile aufkommen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass Martha den Mord begangen hat. Irgendwie war mir das zu einfach. Wer ist die Person auf dem Zeitungsbild, die bei genaueren Hinsehen zu sehen ist? Warum lässt ein so junges Mädchen jegliche Gegenwehr vermissen?
Das sind nicht die einzigen Fragen die ich mir gestellt habe.
Total bestürzt war ich von der gesamten Bevölkerung. Gemütlich auf dem Sofa sitzend schauen sie mit Begeisterung die Talksendung "Death is Justice!" In dieser Sendung wird über Menschen im Todestrakt diskutiert. Gästen, die etwas zugunsten der Verurteilten zu sagen haben, wird ins Wort gefallen. Der Ton leiser gedreht.
Per Telefon wird gevotet. Gelangweilte Menschen können so ihrem Leben ein bisschen Action verpassen. Wer Geld hat kann immer wieder anrufen. Wer kein Geld hat, ist nicht in der Lage dazu.

Ich habe mich oft gefragt, wie Menschen, die selber Eltern sind, sich wie Voyeure benehmen können und mit Genuss den Leidensweg von Martha beobachten.
Ist mit den einstigen Gesetzen auch jegliches Mitgefühl gestorben? Denkt denn keiner daran, dass jeder in diese Situation kommen könnte? Kann man von einer Welt, in der Fernsehzuschauer über Leben und Tod entscheiden, Gerechtigkeit erwarten? Das Ganze hat mich sehr an "Big Brother" erinnert. Diese Sendung erfreute sich großer Beliebtheit. Menschen Tag und Nacht beobachten, die für eine bestimmte Zeit in einem Container leben. Ich entdecke da schon Ähnlichkeiten.
Das Voten erinnert mich wiederum an so Sendungen wie "Deutschland sucht den Superstar"! Die Spannung in der 7. Zelle ist kaum auszuhalten. Bitte voten sie jetzt!!!

Mein Fazit

Ich habe dieses Jugendbuch an zwei Abenden ausgelesen. Die Spannung beginnt mit dem Prolog und endet erst mit der letzten Silbe. Sieben Tage voll Hoffen und Bangen.
Manches konnte ich voraussehen. Vieles überraschte mich. Das Ende ist traurig und ganz anders, als meine Vermutungen.
Für mich ist es eine Dystopie, deren Handlung gar nicht mal so weit weg von der Wahrheit ist. Geld regiert doch schon immer die Welt. Menschen, die sich am Leid anderer ergötzen, gab es auch schon immer. Katastrophal wird das Ganze jedoch, wenn genau diese Menschen über Leben und Tod entscheiden dürfen.
Eine sensationsgeile Welt, die von den Medien beherrscht wird und arme Menschen jeglicher Möglichkeiten beraubt werden.

Ein Jugendbuch das zeigt, was in der Zukunft für Gesetze herrschen könnten. Nämlich gar keine!!! BITTE VOTEN!

Danke Kerry Drewery. Ich freue mich auf eine Fortsetzung.

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Ascari0 Ascari0

Veröffentlicht am 18.07.2017

Recht sprechen mittels Televoting ...



"Marthas Widerstand" entdeckte ich irgendwann dieses Jahr bei einer der Vorschauen, die ein anderer Buchblogger gepostet hatte. Und das Thema des Buchs sprang mich sofort an, da ich solche Geschichten ... …mehr



"Marthas Widerstand" entdeckte ich irgendwann dieses Jahr bei einer der Vorschauen, die ein anderer Buchblogger gepostet hatte. Und das Thema des Buchs sprang mich sofort an, da ich solche Geschichten einfach nur liebe.

Zum Inhalt:

Die 16jährige Martha wird mit der Waffe in der Hand vor der Leiche von Jackson Paige verhaftet. Sie legt ein umfassendes Geständis ab und wird - dem Rechtssystem entsprechend - eine Woche lang in eine Zelle gesteckt. Jeden Tag kommt sie in eine andere kleinere Zelle, bis sie am Ende in der letzten, der Zelle 7, hingerichtet werden soll.

Über ihren Tod entscheidet allerdings kein Richter und auch kein Geschworener, sondern ein Televoting! Wer es sich leisten kann, darf darüber abstimmen, ob Martha leben oder sterben soll. Doch Martha hat ein Geheimnis - und sind die Dinge tatsächlich immer so, wie sie zu sein scheinen?

Meine Meinung:

Grundsätzlich mag ich Dystopien sehr. Aus dem einfachen Grund, weil es mich immer wieder fasziniert, was ein Autor sich ausdenkt, wie sich eine Welt entwickeln könnte. Seit "Die Tribute von Panem" ist das Genre aber so klischeebeladen, dass man langsam, aber sicher das Gefühl bekommt, dass hier nichts mehr Neues drinsteckt. Dass es aber auch anders geht, beweist Kerry Drewery in "Marthas Widerstand" sehr eindrucksvoll.

Denn Martha ist nicht die einzige Heldin dieser Geschichte. Neben ihr werden andere Figuren wie beispielsweise die psychologische Betreuerin Eve Stanton eingeführt, die schon bald Verdacht schöpfen, dass bei diesem Mord nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Auf der anderen Seite steht die Öffentlichkeit, die durch eine show-ähnliche Sendung namens "Death of Justice" gezielt manipuliert wird, das Mädchen zum Tod auf dem elektrischen Stuhl zu verurteilen.

Der Schreibstil der Autorin wechselt immer wieder die Perspektive, denn mal wird aus der ersten, mal aus der dritten Person erzählt. Das führt dazu, dass sich die Blickwinkel immer wieder ändern. Am besten haben wir aber die Szenen bei der TV-Sendung gefallen, denn diese werden ähnlich einem Drehbuch erzählt. Die Dialoge der Moderatoren mit ihren Studiogästen werden nur durch Anweisungen und kurze Beschreibungen unterbrochen, damit bekommen diese Szenen fast den Charakter einer Live-Übertragung.

Gerade die Dialoge sind es auch, die meiner Meinung nach die ganz große Stärke dieses Buchs ausmachen. Denn gerade Martha stellt viele kluge Fragen, die es wert sind, dass man sich aus Leser Gedanken macht. Wie sieht es mit der Macht der Medien aus? Wie werden Menschen manipuliert? Warum hinterfragen so wenige dieses Rechtssystem? Denn dass auch dieses System Fehler hat, erschließt sich dem Leser schon ziemlich bald.

Dies ist meiner Meinung nach auch vielleicht das einzige, was man dieser Geschichte vielleicht negativ ankreiden kann. Denn ich hatte schon recht früh ein Gefühl dafür, was im Hintergrund abgelaufen ist. Da es allerdings ein Jugendbuch ist, denke ich nicht, dass man dies der Autorin wirklich zum Vorwurf machen kann.

Aber kommen wir zu den positiven Dingen zurück: Erfrischend anders ist auch die Liebesgeschichte, denn Martha hat bereits einen Freund zu dem Zeitpunkt, wo die Geschichte beginnt. In Rückblenden erfährt der Leser, wie es zum Kennenlernen kam und wer er ist. Wunderschön, aber auch traurig sind hier vor allem die Szenen im Gefängnis, wo sich Martha darüber Gedanken macht, ob sie ihn noch einmal sehen wird, noch einmal mit ihm reden wird, das trieb mir vor allem am Ende tatsächlich ein klein wenig die Tränen in die Augen ...

Der Schluss selbst rief ein paar zwiespältige Gefühle in mir hervor, denn einerseits ist die Geschichte abgeschlossen, andererseits auch wieder nicht. Als Cliffhanger würde ich das Ende nicht sehen, aber es bleiben einige Fragen offen. Ursprünglich war wohl gedacht, das Buch als Einzelroman zu veröffentlichen, in der Zwischenzeit ist aber eine Fortsetzung angekündigt worden.

Mein Fazit:

"Marthas Widerstand" ist für mich eine Dystopie, die sich wohltuend aus der Menge der übrigen Bücher in diesem Genre abhebt. Im Gegensatz zu vielen Autorinnen verlässt die Autorin die gewohnten Bahnen und schafft es gekonnt, eine spannende Geschichte zu erzählen UND viele Fragen zu stellen, die den Leser nachdenklich werden lassen.

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Kitsune87 Kitsune87

Veröffentlicht am 20.06.2017

Marthas Widerstand

Rezension zu Marthas Widerstand von Kerry Drewery

Durch eine bevorstehende Leserunde auf Lesejury.de wurde ich auf diesen Roman aufmerksam. Er erinnerte mich aufgrund des Titels sehr an „Die Rebellion ... …mehr

Rezension zu Marthas Widerstand von Kerry Drewery

Durch eine bevorstehende Leserunde auf Lesejury.de wurde ich auf diesen Roman aufmerksam. Er erinnerte mich aufgrund des Titels sehr an „Die Rebellion der Maddie Freeman“, auch wenn sich die Thematik unterscheidet. Da ich jedoch nicht bis zum Beginn der Runde warten wollte, hatte ich mir abends spontan das ebook gekauft. Aufgrund einer recht unruhigen Nacht war das Buch auch bis zum nächsten Tag beendet. Dies lag allerdings leider nicht an dem Unterhaltungswert von „Marthas Widerstand“.

Daten:

Titel: Marthas Widerstand
Autor: Kerry Drewery
Übersetzer: Sabine Bhose
Verlag: ONE (Bastei Lübbe)
Genre: Dystopie | Jugendbuch
Preis: Gebunden 16,00 € | ebook 11,99 €
Erscheinungsdatum: 16.03.2017
Isbn: 978-3846600436

Marthas Widerstand ist der erste Teil einer Reihe. Band 2 wird voraussichtlich im Frühjahr 2018 bei ONE erscheinen.

Klappentext:

Martha ist des Mordes angeklagt und sitzt in der ersten von sieben Zellen. Sieben Tage lang stimmt das gesamte Volk darüber ab, ob sie freigesprochen oder in eine kleinere Zelle verlegt wird. Die siebte und letzte Zelle ist klaustrophobisch klein, und genauso klein sind Marthas Chancen auf einen Freispruch. Denn die Umfragen zeigen, dass der Großteil der Bevölkerung sie sterben sehen will. Doch was wäre, wenn Martha genau darauf spekuliert. Um dem Volk zu zeigen, dass es nicht in einer perfekten Demokratie lebt, sondern von den Machthabern perfide manipuliert wird? Ein Katz-und-Maus-Spiel beginnt, bei dem viel mehr als ein einzelnes Menschenleben auf dem Spiel steht. (ONE)

Meinung:

„Guten Abend, meine Damen und Herren, und willkommen bei unserer heutigen Ausgabe von Death to Justice!“

Die Idee eines gesellschaftskritischen Romans, der sich mit dem „Auge um Auge“ Prinzip befasst ist nicht neu, versprach durch den Klappentext und den kurzen Blick in die Leseprobe jedoch ein thrillerartiges Lesevergnügen. Das Buch und die Idee dahinter hatten dabei sehr viel Potenzial, das jedoch kaum genutzt wurde.

Mir fehlte es vor allem an der Strukturiertheit. Verschiedene Erzählweisen trafen aufeinander und ich wusste oft nicht so recht, was ich davon halten sollte. Aus Marthas Sicht wurde entweder in der 1. Person aus dem Präsens erzählt, wenn sie gerade in ihrer Zelle saß und der Leser Einblick in ihren Alltag in Todestrakt bekam. Dazu kamen eine Art Selbstgespräche, die jedoch an eine Person aus ihrem näheren Umfeld gerichtet waren. Dieser, in der Vergangenheitsform verfasste, innerliche Dia- bzw. Monolog diente dazu, Marthas Situation zu erklären und wie sie dorthin geraten konnte. Generell beschränkte sich ein großer Teil der Erzählung der Geschichte aus Dialogen. Durch den Einsatz von Rückblenden wäre es nicht zu den Längen gekommen, die den Lesefluss erheblich gestört haben. Zusätzlich wurden Kapitel aus Sicht der Psychologin Eve eingeführt. Durch den Einsatz dieser Figur wurde die Atmosphäre in Richtung Thriller gelenkt, was wirklich spannend gewesen wäre, hätte mich auch nicht der Schreibstil so abgeschreckt. Die dritte Erzählweise wäre vielleicht noch die interessanteste gewesen. In der TV-Sendung „Death is Justice“ der „Auge um Auge Productions“ wurden die TV-Zuschauer jeden Tag mit den neusten Informationen über die aktuellen Kriminalfälle gefüttert. Eingebaut wurde dies ähnlich eines Skripts eines Theaterstückes. An sich eine spannende Erzählweise, gäbe es nicht ebenfalls all die bereits erwähnten. Alles in allem hatte ich mehr das Gefühl, einem Schulaufsatz zu folgen, denn einem fertigen Roman. Das Gefühl, ein unfertiges Manuskript vor Augen zu halten, ließ sich leider nicht abschalten.

Durch dieses Durcheinander an Erzählsträngen blieben mir die zuvor genannten Figuren auch nahezu fern. Es ergab sich einfach keine Möglichkeit, ihnen näher zu kommen und hinter den Charakter blicken zu können. Auch hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Es ist so viel im Vorfeld vorgefallen, das nur am Rande Erwähnung findet und nicht ausreichend rekonstruiert wird, dass es den Anschein hatte, mitten in eine Geschichte gestolpert zu sein. In einem Roman ins kalte Wasser geworfen zu werden führt oft zu einem gewissen Spannungsaufbau, hier allerdings wirkte es doch sehr fehlplatziert. Die eingebaute Liebesgeschichte, die natürlich nicht fehlen durfte, litt ebenfalls an den fehlenden Informationen und wurde aus diesem Grund auch einfach nur noch von mir hingenommen.

Am meisten zusagen konnte mir der moralische Appell an die Leserschaft, der deutlich zu spüren war. Ein kompletter Abbau des Rechtssystems hin zu fragwürdigen Gesetzesentscheidungen, die per Fernsehabtimmung gefällt werden, sind, wenn man sich die aktuelle weltpolitische Lage ansieht, nicht unbedingt ein fernes Romankonstrukt. Leider wurde diese potenziell interessante Idee durch nicht ganz ausgedachte Thrillerelemente ausgebremst. Die vermeintlich ermittelten Person wurde von allein Seiten durch ein ständiges Wiederholen von „Das kann ich Ihnen nicht sagen“ bzw. „Das kann ich Ihnen noch nicht sagen“ Sätzen künstlich hingehalten.

Insgesamt soll die Reihe, so weit ich das in Erfahrung bringen konnte, drei Bände umfassen. Das Ende ist hierdurch offen gehalten, was mich insoweit enttäuscht zurück lässt, da ich mir Band 2 nicht kaufen werde. Auch wenn in den letzten Kapitel das Tempo deutlich angezogen wurde, hatte mich das Buch bis zu diesem Punkt leider so enttäuscht, dass sich an dieser Entscheidung nichts ändern wird.

Fazit:

„Marthas Widerstand“ hätte ein spannender Auftakt zu einer neuen dystopischen Jugendbuchreihe werden können. Leider überwiegen seine Schwächen, die größtenteils der wirren Erzählweisen geschuldet sind. Leider kann ich für diesen Roman keine Leseempfehlung aussprechen, da er sich nicht von anderen Jugendbüchern dieser Art abzuheben weiß.

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kaeferchen kaeferchen

Veröffentlicht am 05.06.2017

schockierend und faszinierend zugleich

Martha wird des Mordes beschuldigt. Nachdem sie die Tat gestanden hat, sitzt sie im Todestrakt und wird die folgenden 7 Tagen auf ihre Verurteilung warten. Die Gesellschaft entscheidet über schuldig oder ... …mehr

Martha wird des Mordes beschuldigt. Nachdem sie die Tat gestanden hat, sitzt sie im Todestrakt und wird die folgenden 7 Tagen auf ihre Verurteilung warten. Die Gesellschaft entscheidet über schuldig oder unschuldig.
Doch Martha versucht gar nicht, die Tat von sich zu weisen, denn mit ihrem Geständnis verfolgt sie einen Plan. Sie möchte das Rechtssystem verändern. Kann dem Teenager dies wirklich gelingen?

Das Setting des Buches ist ziemlich erschreckend. Gerichte und Richter gibt es nicht mehr. Beweise werden nicht gesucht. Keine Zeugenaussagen, keine Verhandlung. Stattdessen wird der Beschuldigte sieben Tage im Todestrakt gefangen gehalten. Eine Woche lang haben die Zuschauer Zeit, abzustimmen, ob die Personen sterben soll (=schuldig) oder weiterleben darf (=unschuldig). Dabei kostet jedes Voting Geld und Mehrfachabstimmungen sind möglich. In einer Gesellschaft mit einer starken Kluft zwischen arm und reich wird schnell klar, wer dort eigentlich regiert. Dabei gibt es eine tägliche Fernsehsendung, die über die Angeklagten, den Vorfall sowie die Angehörigen berichtet. Objektive Berichterstattung sieht aber anders aus...

Der Erzählstil des Buches ist ungewöhnlich, hat aber auf jeden Fall seinen Reiz. Es gibt schnelle Wechsel aus verschiedenen Perspektiven. Neben einigen Passagen aus der Ich-Perspektive von Martha gibt es Einblicke in das Geschehen rund um ihre psychologische Betreuerin sowie Berichte über die Fernsehsendung, die über die Gefangenen bis zu ihrer Verurteilung berichtet.
Unterteilt ist das Buch zusätzlich in sieben Abschnitte – die sieben Tage, die Martha in den sieben verschiedenen Zellen verbringt, während ihr Urteil stetig näher kommt.

Während der Gespräche mit ihrer psychologischen Betreuerin sowie in den Stunden, die Martha allein verbringt und über ihr Leben und ihre Vergangenheit nachdenkt, kann der Leser einen Einblick erhalten, was sich am Tattag zugetragen haben könnte. Doch lange bleibt das Bild unvollständig und die Spannung steigt, ob Marthas Plan aufgehen wird.
Wird es für Martha rechtzeitig einen Ausweg geben oder wird sie als erste Minderjährige hingerichtet werden? Martha hofft, mit ihrem Opfer das System zu verändern, doch kann ihr dies in einer Welt, in der Korruption und Ungleichheit vorherrschen, gelingen?

Ich musste mich erst ins Buch einfinden. Da Martha nur wenig von sich preisgibt, ist es zunächst schwer, sie einzuschätzen. Bis zuletzt schildert sie dem Leser nicht alles, was vorgefallen ist. Doch eins ist klar – der Mord ist anders abgelaufen, als er in den Medien dargestellt wird. Und so habe ich spätestens ab der Hälfte des Buches mit Martha mitgefiebert.

Die Geschichte hat spannende und dramatische, aber auch ein paar langwierige Passagen. Gerade die Fernsehshowpassagen empfand ich teilweise als etwas zäh. Zwar ist die ganze Maschinerie, wie das Publikum gesteuert wird, sehr faszinierend, ich hätte aber beispielsweise keine mehrfache Wiederholung des Abstimmungsprozederes benötigt...

Das Ende ist ziemlich dramatisch – aber auch ziemlich ernüchternd. Denn obwohl zum Schluss nahezu alle Details über den Tathergang offenliegen, bleibt doch offen, inwiefern Marthas Aktion Folgen haben wird... Ich hoffe daher zügig auf einen zweiten Band.

Schockierende Gesellschaft, ungewöhnlicher Erzählstil. Marthas Widerstand konnte mich schnell packen und ich habe mit dem Schicksal des Teenagers mitgefiebert. Das Ende ist allerdings etwas unbefriedigend, da wichtige Fragen offen bleiben.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Kerry Drewery

  Kerry Drewery ist Autorin für Kinder- und Jugendbücher. Zelle 7 ist der erste ihrer Titel, der auf Deutsch übersetzt wird. Die Geschichte über ein Justizsystem, das ad absurdum geführt wurde und eine Gesellschaft, in der eine Fernsehshow über die Urteile für Straftäter entscheidet, wird in einem zweiten Band (Seven Days) fortgesetzt, der voraussichtlich 2018 ebenfalls im ONE-Programm erscheint.

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