Muse of Nightmares - Das Geheimnis des Träumers
 - Laini Taylor - Hardcover

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15,00

inkl. MwSt.

One
Hardcover
Erzählendes für junge Erwachsene
351 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0100-6
Ersterscheinung: 29.06.2020

Muse of Nightmares - Das Geheimnis des Träumers

Roman
Übersetzt von Ulrike Raimer-Nolte

(85)

Sarai ist die Muse der Albträume. Seit sie denken kann, quält sie die Bewohner von Weep mit ihren schlimmsten Ängsten. Sie ist sich sicher, dass sie jede noch so furchtbare Grausamkeit gesehen hat. Doch damit liegt sie falsch. Unendlich falsch. Denn plötzlich findet sich Sarai selbst in einem Albtraum wieder, aus dem sie nicht aufwachen kann. Ihre Liebe, ihr Leben und das aller Bewohner von Weep stehen auf dem Spiel …
 

Rezensionen aus der Lesejury (85)

lanasbookworld lanasbookworld

Veröffentlicht am 28.09.2020

Einfach nur magisch!

[spoilerfrei]

Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers von Laini Taylor

Der Schreibstil der Autorin hat mir unglaublich gut gefallen. Dadurch, dass er sehr malerisch und poetisch war, verlor man ... …mehr

[spoilerfrei]

Muse of Nightmares – Das Geheimnis des Träumers von Laini Taylor

Der Schreibstil der Autorin hat mir unglaublich gut gefallen. Dadurch, dass er sehr malerisch und poetisch war, verlor man sich sofort in der Geschichte und konnte mit dem Lesen nicht mehr aufhören.

In diesem Band stand die Muse der Albträume Sarai im Vordergrund. Auch Lazlo spielte wieder eine zentrale Rolle in dem Buch, man begleitet ihn auf dem Weg der Selbstfindung und lernte ihn somit besser kennen. Zudem gab es in diesem Band zwei neue Charaktere – Nora und Kora, zwei Schwestern, welche auf ihre Gaben geprüft werden. Man erfuhr nicht allzu viel über sie, jedoch bin ich schon gespannt darauf zu erfahren welche Rolle die beiden in der Geschichte spielen. Die Charaktere wirkten allesamt vielschichtig und authentisch, denn jeder von ihnen verbarg sein eigenes Geheimnis. Man konnte sich trotz der auktorialen Erzählperspektive gut in sie hineinversetzen und so mit ihnen mitfühlen.

Um nicht zu viel über die Inhalt vorwegzunehmen muss man sagen, dass es in dem Buch handlungstechnisch eher wenig passiert. Dies wirkt sich jedoch nicht negativ auf die Geschichte aus, denn diese ist auch ohne viel Handlung fesselnd und mitreißend. Durch die vielen neuen Charaktere wurden neue Perspektiven geschaffen, die die Geschichte auflockerten und abwechslungsreicher gestaltete. Zudem kamen während des Lesens einige Fragen auf, andere wurden wiederum beantwortet und erklärt. Und doch warten noch viele weitere Mysterien darauf gelöst zu werden.
Die Beziehung zwischen Lazlo und Sarai wurde hier wunderbar beschrieben und vertieft, die beiden gehörten einfach zueinander, denn trotz Hindernissen fanden sie zueinander und kämpften um ihre gemeinsame Liebe.

Das Worldbuilding war wirklich beeindruckend, die Welt die Laini Taylor hier erschaffen hat, konnte mich vollkommen in seinen Bann ziehen. Man erfuhr mehr über die Seraphim und die Mesarthim und lernte sie zu unterscheiden. Der Aufbau der Zitadelle und der von Weep war wirklich interessant und einfach nur magisch. Das offene Ende macht neugierig auf den Abschluss der Reihe und ich bin gespannt darauf wie diese endet.

Auch wenn es in dem Buch nicht viel Spannung gibt kann ich euch die Reihe nur empfehlen. Es ist eine wunderschöne Geschichte voller Magie. Man wird in eine Welt gezogen, die einen nicht mehr loslässt. Ein Buch, das zum Träumen einlädt. 4/5 [Werbung|Rezensionsexemplar]


Klappentext:

Strange the Dreamer - Der Junge, der träumte

Lazlo Strange liebt es, Geheimnisse zu ergründen und Abenteuer zu erleben. Allerdings nur zwischen den Seiten seiner Bücher, denn ansonsten erlebt der junge Bibliothekar nur wenig Aufregendes. Er ist ein Träumer und schwelgt am liebsten in den Geschichten um die sagenumwobene Stadt Weep - ein mysteriöser Ort, um den sich zahlreiche Geheimnisse ranken. Eines Tages werden Freiwillige für eine Reise nach Weep gesucht, und für Lazlo steht sofort fest, dass er sich der Gruppe anschließen muss. Ohne zu wissen, was sie in der verborgenen Stadt erwartet, machen sie sich auf den Weg. Wird Lazlos Traum nun endlich Wirklichkeit?

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Tinis_buecherwelt_und_mehr Tinis_buecherwelt_und_mehr

Veröffentlicht am 23.09.2020

Absolute Herzensreihe

Was liebe ich diese Welt, die Laini Taylor hier erschaffen hat. Für mich ist diese Reihe einfach rundum perfekt und ich kann an keinem Punkt irgendetwas aussetzen. Wo ich mit dem ersten Band der Reihe ... …mehr

Was liebe ich diese Welt, die Laini Taylor hier erschaffen hat. Für mich ist diese Reihe einfach rundum perfekt und ich kann an keinem Punkt irgendetwas aussetzen. Wo ich mit dem ersten Band der Reihe noch meine Probleme mit dem Schreibstil und dem Weltenbau hatte, stecke ich nun mittendrin fest und mag mich gar nicht verabschieden müssen, auch wenn das Ende naht. Ich fühle mich einfach unglaublich wohl in der Geschichte und bin jetzt schon traurig, wenn ich sie verlassen muss.

Auch Muse of Nightmares zog mich direkt in seinen Bann - oder sollte ich sagen ihren? Denn hinter der Muse der Alpträume verbirgt sich ja unsere mittlerweile liebgewonnene Sarai und ich liebe sie und ihre Gabe einfach sehr. Umso zerstörter war ich nach dem Ende des zweiten Bandes, konnte kaum glauben, was ich da lese und hoffe dennoch, dass alles gut ausgehen wird. Denn die Anziehung zwischen Sarai und Lazlo, ich finde sie einfach einmalig schön und berührend, möchte gern mehr von den Beiden lesen und wünsche ihnen eine tolle Zukunft, an welcher wir hoffentlich alle teilhaben können. 

Laini Taylor schafft mit dieser Reihe eine Welt, die atemberaubend ist. Sie hat einen sehr bildlichen Schreibstil, sodass man beim Lesen in Weep ist. Dieses Worldbuilding, der Aufbau Weeps und der großen Zitadelle - es ist beeindruckend und fantastisch. Was diesen Band so besonders macht? Dass man einfach auch mehr aus der Welt erfährt. Man lernt die Unterschiede zwischen Seraphim und Mesarthim, wer die Götter sind und bekommt einen größeren Einblick auf das Schrecken vor 15 Jahren. 

Man bangt mit Sarai, Larlo, Ruby, Sparrow und Feral, denn Minya zeigt immer mehr ihr wahres Ich und genauso wie die Verbündeten saß ich sprachlos vor dem Buch und wusste nicht, wie man Weep und die "Götterbrut" noch vor dem schlimmen Ende bewahren kann. Es ist erschreckend, was eine Person bewirken kann und dennoch finde ich die Figur der Minya einfach sehr beeindruckend.

Interessant fand ich auch die beiden neuen Figuren im Buch, die zwei Schwestern Nova und Kora, welche ihr Leben lang auf die Rückkehr der Götter und die damit verbundene Testung hoffen, nachdem ihre Mutter vor so vielen Jahren solche Stärke bewiesen hat. Auch hier warte ich gespannt darauf, wie diese beiden Charaktere noch in die Geschehnisse in Weep verstrickt werden.

Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht auf das Buch eingehen, denn es ist immer schwer einen dritten Teil eines Buches zu beschreiben, ohne groß zu spoilern. Außerdem muss ich wohl nicht mehr betonen, wie fantastisch diese Reihe ist.

Für mich hat sich Weep tief ins Herz verankert und die Reihe sich zu einer Lieblingsreihe entwickelt, die bitte alle lesen sollten <3

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April1985 April1985

Veröffentlicht am 14.09.2020

Ein Märchen von Göttern, gefallenen Engeln und Geistern

Meine Meinung

Nach Strange the Dreamer kommt mit Muse of Nightmares der dritte Band der Fantasysaga der begnadeten Autorin Laini Taylor daher. Das erste Buch rund um Laszlo Strange und Sarai knüpft nahtlos ... …mehr

Meine Meinung

Nach Strange the Dreamer kommt mit Muse of Nightmares der dritte Band der Fantasysaga der begnadeten Autorin Laini Taylor daher. Das erste Buch rund um Laszlo Strange und Sarai knüpft nahtlos an den Vorgänger an und erzählt die
Geschichte der beiden Liebenden weiter.

Lainis bildhafter, ja fast schon poetischer, Schreibstil macht es einem leicht in die Geschichte abzutauchen. Ihre detailreichen Beschreibungen, ja das ganze Worldbuilding, sind einfach grandios. Auch die Charaktergestaltung ist wieder einmal mehr als gelungen. Sowohl die Haupt-, als auch die Nebenfiguren sind unheimlich detailliert beschrieben. Laini Taylor hat ihren Buchbewohnern eine Seele eingehaucht und diese wahrlich zum Leben erweckt.

Dieses Mal spielt der Großteil der Handlung in der Zitatelle. Laszlo kann endlich Sarai in die Arme schließen, wenngleich diese nun als Geist ihr Dasein fristen muss. Minya sinnt derweil auf Rache und plant einen vernichtenden Anschlag auf die Stadt Weep. Als Druckmittel dient niemand anderer als Sarai, deren Seele von Minya in der Welt der Lebenden gehalten wird. Laszlo wird vor die schwierige Entscheidung gestellt, ob er seine große Liebe oder die Stadt Weep retten soll.

Während sich die Stimmung in der Zitatelle immer mehr zuspitzt, machen Laszlos ehemalige Weggefährten rund um den Goldprinz Thyon und die pfiffige Diebin Calixte eine unglaubliche Entdeckung.

Ein weiterer Handlungsstrang ist den Schwestern Nova und Kora gewidmet, welche neu dazu gekommen sind. Mit den beiden Schwestern von der Fischerinsel Rieva beginnt das Buch unglaublich spannend und endet mit einem tragischen und äußerst bitteren Beigeschmack. Was die beiden mit Weep verbindet, dürft ihr selbst herausfinden. Ich kann euch aber verraten, dass die beiden eine wichtige Rolle in der Geschichte einnehmen werden. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass wir im Abschlussband noch viel von den beiden lesen werden.

Nebenbei erfahren wir als Leser auch unglaublich viel aus der Vergangenheit von Weep, insbesondere den vernichtenden Angriff des Götterschlächters Eril-Fane auf die Götterbrut. Außerdem wird Eril-Fanes und Azareens Geschichte endlich erzählt.

Laini Taylor verknüpft geschickt die gegenwärtigen Ereignisse mit der Vergangenheit und fügt langsam die Puzzleteile zu einem großen, und wie ich finde schockierendem, Ganzen zusammen. Einige Fragen sind zwar noch offen, aber immerhin gibt es ja noch einen vierten Band, der diese sicher beantworten wird.

Ich werde nicht müde zu betonen wie großartig Laini Taylor die ganzen Handlungsstränge miteinander verwoben hat, sodass sich nach und nach ein stimmiges Bild ergibt. Für mich war die Reise zu den Mysterien von Weep mit seinen Göttern, gefallenen Engeln, Geisterwesen und Astralen sehr gelungen. Auch die Liebesgeschichte von Laszlo und Sarai, welche relativ viel Raum einnimmt, war unglaublich schön und sanft erzählt ohne dabei aufdringlich zu wirken.


Fazit

Muse of Nightmares aus der Feder von Laini Taylor erzählt Laszlos und Sarais tragische Liebesgeschichte sehr einfühlsam weiter. Nebenbei werden Geheimnisse der Vergangenheit gelüftet, schockierende Wahrheiten erzählt und neue Handlungsstränge eingeflochten, die wiederum neue Rätsel aufgeben. Dank Lainis bildhaften, nahezu poetischen Schreibstil war das Lesen ein Genuss und ich kann den letzten Band, auch wegen des unglaublich spannenden Finales, kaum erwarten.
Für mich war Muse of Nightmares ein grandioses Leseerlebnis, welches ich zu 100 % weiter empfehlen kann.

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readingfox readingfox

Veröffentlicht am 13.09.2020

episch

sarai ist die muse der albträume und glaubt sie kann nichts mehr schrecken schließlich hat sie den bewohnern von weep nacht für nacht das schrecklichste in deren träumen angetan. doch nun ist sie selbst ... …mehr

sarai ist die muse der albträume und glaubt sie kann nichts mehr schrecken schließlich hat sie den bewohnern von weep nacht für nacht das schrecklichste in deren träumen angetan. doch nun ist sie selbst in ihrem schlimmsten alptraum gefangen und weiß nun was grausamkeit bedeutet.

Lazlo und sarai sind endlich zusammen nicht mehr nur im traum sondern echt und endlich können sie sich auch berrühren doch das schicksal meint es nicht so gut mit den beiden. wärend des ganzen buches war ich am mitfiebern den tränen nahe, entsetzt, ungläubig, erstaunt und was weiß ich noch alles. diese reihe ist episch auch wenn ich den 4. teil noch nicht gelesen habe. bin ich mir trotzdem sicher das die ganze reihe ein jahreshiglight wird PUNKT!

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Narr Narr

Veröffentlicht am 13.09.2020

Ich habe so viele Fragen!

Lange habe ich mich auf Muse of Nightmares gefreut - quasi ab dem Moment, in dem ich Strange the Dreamer zu Ende gelesen hatte. Deshalb war ich froh, dass die Geschichte aber der ersten Seite direkt in ... …mehr

Lange habe ich mich auf Muse of Nightmares gefreut - quasi ab dem Moment, in dem ich Strange the Dreamer zu Ende gelesen hatte. Deshalb war ich froh, dass die Geschichte aber der ersten Seite direkt in Gang kommt und mich wieder nach Weep zieht, als wäre ich nie fort gewesen.

Eine kurze Bemerkung, bevor ich mich dem Buch inhaltlich widme: Ich finde es sehr schade, dass die zwei Originalbände für die deutsche Übersetzung jeweils in zwei kürzere Bücher unterteilt wurden. So wurde die Geschichte nicht geschrieben und deshalb wirkte der Schnitt zwischen Strange the Dreamer 1 und Strange the Dreamer 2 zu abrupt, zu willkürlich und nicht harmonisch, als gehöre er dort hin. Der Übergang von Strange the Dreamer 2 zu Muse of Nightmares 1 war wesentlich angenehmer zu lesen und ergab viel mehr Sinn. Diese deutsche Unterteilung in insgesamt 4 statt 2 Bände ist auch der Grund dafür, warum mich das Ende dieses Bandes nicht so begeistert hat. Meiner Meinung nach hätte man die Bücher so lassen sollen, wie sie ursprünglich waren: 2 Bände mit jeweils entsprechend größerem Umfang, aber ohne willkürlich gesetzte Schnitte.

Minya
"Muse of Nightmares. Das Geheimnis des Träumers" widmet sich verstärkt Minya. Das fand ich zuerst nicht so toll, weil Minya einfach ein unsympathischer Charakter ist. Mit der Zeit wurde allerdings immer deutlicher, warum es wichtig ist, diese Figur genauer zu beleuchten und zu verstehen, warum sie tut, was sie tut. Auch die kleinen Einblicke in die Vergangenheit der Mesarthim, an die sich außer Minya keiner erinnern kann, spielen später eine wichtige Rolle (jedenfalls habe ich diesen Eindruck gewonnen - genau kann man das erst nach dem Lesen des letzten deutschen Bandes, also der zweiten Hälfte von Muse of Nightmares, sagen). Minyas umsympathische Züge, ihr von Hass zerfressenes Leben wurde hervorragend geschrieben. Ich habe mich beim Lesen oft in einer Art Zwiespalt gesehen: einerseits kann ich Minya nicht leiden und was sie den anderen antut, was sie die Toten durchmachen lässt und wie sie vor allem mit Sarai und Lazlo umspringt, ist unfassbar gemein und bösartig. Andererseits verstehe ich durch die Rückblicke, warum sie geworden ist, wie sie ist, und was sie antreibt. Nicht, dass das besser macht, wie sie sich verhält, aber verstehen kann ich es.

Ruby, Sparrow, und Feral
Durch Minyas Handeln und dessen Konsequenzen ändern auch die anderen Mesarthim ihr Verhalten, sie wachen sozusagen auf und beginnen endlich, selbst nachzudenken. Das hatte ich mir von diesem Band erhofft, nachdem die Fügsamkeit und das naive Befolgen von Anweisungen aus dem ersten Bänden mich schon fast etwas genervt hatte. Feral, Sparrow und Ruby haben endlich angefangen, individuelle Entscheidungen zu treffen und für sich selbst einzustehen. Sie haben noch einen langen Weg vor sich, aber die ersten Schritte zur Loslösung von Minyas Übermacht sind getan. Ich kann es kaum erwarten zu lesen, wie sich diese drei entwickeln werden.

Sarai und Lazlo
Vor Sarais und Lazlos Zukunft fürchte ich mich allerdings. Minya hat sie in der Hand und ich rechne mir die Chancen für ein unblutiges Ende nicht sehr hoch aus ... Andererseits gab es eine Wendung gegen Ende, die ein kleines bisschen Hoffnung gibt. Ohne zu spoilern kann ich nicht genauer darauf eingehen, doch ich bin sehr gespannt, wie sich das weiterentwickelt. Dadurch, dass sich der Fokus in diesem Band auf Minya verschiebt, nimmt die Beziehung von Sarai und Lazlo nicht so viel Raum in der Geschichte ein. Das finde ich sehr angenehm, wenn auch überraschend. Die meisten Bücher haben wenige Hauptcharaktere, auf denen die ganze Zeit der Fokus liegt. Es ist also eine positive Überraschung, hier so geschickt die Protagonisten in den Hintergrund gerückt zu sehen, um anderen wichtigen Figuren die Bühne zu überlassen - allerdings, ohne selbst vollständig unwichtig zu werden. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass Laini Taylor genau weiß, was sie tut und wie sie es tun muss, um die gewünschten Effekte zu erzielen. Sie schreibt sehr wirkungsvoll und dieser Stil ist für mich das, was den großen Charme dieser Bücher ausmacht.

Neue Zeitebene?
Ein weiteres neues Element, das ziemlich abrupt auftaucht, ist ein neuer Handlungsstrang mit neuen Figuren im Zentrum. Zwei Schwestern als Kernfiguren, Mesarthim und Götter, die völlig selbstverständlich an der Handlung teilhaben, eine Welt, in der Weep scheinbar nicht existiert - das hat mich zuerst ziemlich verwirrt, auch deshalb, weil es so aus dem Nichts kam. Ich dachte an eine parallel existierende Stadt oder sogar Welt. Später (so meine persönliche Interpretation, das ist keine feststehende Tatsache!) stellte sich heraus, dass es sich um eine frühere Zeit handelt und die Geschichte einer der Göttinnen erzählt wird, die beim Angriff durch Eril-Fane scheinbar umkam. Das nächste ist reine Spekulation und beinhaltet Spoiler, also wer das nicht lesen mag, der überspringe bitte den nächsten Absatz.


:SPOILER:
Ich glaube, dass Kora später zu Korako wird, die dafür verantwortlich war, dass der echte Name von Weep vergessen wurde. Und ich glaube, dass Korako nicht tot, sondern der weiße Vogel ist, der immer wieder auftaucht und irgendeine Verbindung zu Lazlo zu haben scheint. Dadurch, glaube ich, könnte es doch noch möglich sein, den Namen wiederherzustellen und das allgemeine Vergessen rückgängig zu machen.
:SPOILER:


Vergebung?
Eine der Kernfragen, die in diesem Band von Sarai und Lazlo immer wieder aufgegriffen wird, dreht sich um ein mögliches Zusammenleben von Menschen und Mesarthim. Der neue Handlungsstrang um die zwei Schwestern deutet an, dass das möglich sein könnte - allerdings ist da immer noch das Massaker. Und Minyas Hass, der Vergebung unmöglich macht. Ich finde es sehr spannend, wie die Autorin hier mit Vorurteilen, der Angst vor dem Unbekannten, lange währendem Hass und "das war schon immer so", mit dem Ausgrenzen von "den anderen" und so vielen weiteren Themen spielt, dass es mich unwillkürlich an heutige weltpolitische Themen denken lässt. Ob das beabsichtigt ist, kann ich nicht beurteilen. Der Effekt ist jedoch bemerkenswert.

Das Ende
Die Story entwickelt sich sehr authentisch weiter und es werden viele Fragen aufgegriffen, die ich mir beim Lesen der letzten Bände und auch dieses Teils selbst gestellt habe. Durch das abrupte Einführen des neuen Handlungsstrangs werden auch viele neue Fragen aufgeworfen, während gleichzeitig die Antworten auf andere Fragen angedeutet werden - so subtil, dass zum jetzigen Stand nichts anderes als Spekulationen möglich sind.
Ich bin begeistert von dieser Reihe und jeder weitere Band, den ich lese, lässt diese Begeisterung wachsen. Das Ende fand ich allerdings nicht so gut, wie ich oben schon erwähnt hatte. Durch den Schnitt, der in der deutschen Übersetzung platziert wurde, wirkt das Ende zu abrupt, zu unstimmig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man hier einen Band hätte enden lassen. Denn der Schnitt wird ja nicht dort platziert, wo es inhaltlich Sinn ergeben hätte (nämlich am jeweiligen Ende der zwei Originalbände, wo sie schon sind), sondern jeweils irgendwo in der Mitte, um vier etwa gleichlange Bücher zu bekommen. Dadurch werden Szenen unterbrochen und Handlungsstränge geteilt und das Gesamtpaket leidet meiner Ansicht nach sehr darunter. Diese Entscheidung des Verlags kann ich mir nur mit wirtschaftlichen Gründen erklären und ich hoffe, dass sie zukünftig nicht noch einmal diese Entscheidung treffen. Es tut dem Buch nicht gut.

Fazit
Ich freue mich riesig auf den letzten Band der Reihe. Werden meine Fragen beantwortet? Werden die losen Fäden zu einem schönen Gesamtbild zusammengefügt? Liege ich mit meinen Spekulationen richtig? Wie entwickelt sich Sarais und Lazlos Beziehung? Wie entwickeln sich Ruby, Sparrow und Feral - und was wird aus Minya? Wird es eine heile Familie für Sarai und Eril-Fane geben? Was wird aus der Statue, die am Himmel schwebt? Was aus den Menschen, mit denen Lazlo nach Weep gekommen ist? Und, das ist die Frage, die uns alle wohl am meisten interessiert: Wie lautet der eigentliche Name von Weep?

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Laini Taylor

Laini Taylor - Autor
© Ali Smith

Laini Taylor wurde 1971 in Kalifornien geboren. Sie hat Literatur und Kunst studiert und schreibt mit großem Erfolg Fantasy-Romane. Der Roman "Strange the Dreamer" wird in den sozialen Netzwerken gefeiert – und erscheint nun endlich in der deutschen Übersetzung. Die Autorin lebt mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Portland, Oregon.

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