The Music of What Happens
 - Bill Konigsberg - PB

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12,90

inkl. MwSt.

One
Paperback
Erzählendes für junge Erwachsene
448 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0113-6
Ersterscheinung: 27.11.2020

The Music of What Happens

Übersetzt von Ralf Schmitz

(56)

Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft sich mit seinen beiden besten Freundinnen in der Mall. Erst, als sie gemeinsam im alten Food-Truck von Jordans Vater arbeiten, lernen sie sich besser kennen. Und ganz langsam merken die beiden, dass zwischen ihnen vielleicht mehr ist als bloß Freundschaft …

Pressestimmen

„Eine Geschichte, mal heftig und derb und dann wieder voller Zärtlichkeit und Feingefühl, die bestimmt niemanden unberührt zurück lässt.“ 

„[…] eine sehr berührende Geschichte mit Tiefgang und einer ausreichenden Portion Liebe.“

Rezensionen aus der Lesejury (56)

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Veröffentlicht am 13.01.2021

Super schön, authentisch und berührend

Max und Jordan können unterschiedlicher fast nicht sein, doch als sie beginnen, zusammen in einem Foodtruck zu arbeiten, merken sie schon bald, das da mehr zwischen ihnen ist…

Ich war sehr neugierig ... …mehr

Max und Jordan können unterschiedlicher fast nicht sein, doch als sie beginnen, zusammen in einem Foodtruck zu arbeiten, merken sie schon bald, das da mehr zwischen ihnen ist…

Ich war sehr neugierig auf „The Music of What Happens“, da einmal der Klappentext total schön klang und es auch eins meiner ersten LGBTQ+ Bücher war. Und die Geschichte von Jordan und Max hat mir auch sehr gut gefallen und konnte mich fast komplett überzeugen.

Ich bin sehr gut in die Geschichte reingekommen, die Atmosphäre des Buches war total locker und schön und der Schreibstil konnte mich auch direkt mitnehmen. Er hat sich leicht und flüssig lesen lassen und hat auch extrem gut zur Geschichte und ihren Charakteren gepasst.
Besonders auch der Foodtruck als Handlungsort hat mir sehr gut gefallen, auch wenn er gegen Ende ein bisschen verloren gegangen ist, da es einfach sehr schön und besonders war.

Jordan und Max mochte ich als Protagonisten unfassbar gerne, sie waren total unterschiedlich, aber doch beide authentisch und sehr gut ausgearbeitet.
Max war mir auf Anhieb sympathisch, er ist ein sehr sportlicher, beliebter Typ, aber dennoch sehr bodenständig, nicht arrogant und einfach ein ganz normaler Junge. Ich mochte seine offene Art und seinen Humor sehr gerne und auch, dass er sehr hilfsbereit und verständnisvoll war. Er hat in dem Buch eine Entwicklung durchlebt, ist sich mancher Dinge bewusst geworden und hat so auch weiter zu sich selbst gefunden. Außerdem fand ich es unfassbar stark von ihm, dass er aus sich rauskommen und auch über seine Probleme sprechen konnte.
Jordan mochte ich auch total, auch wenn er an manchmal ein wenig kompliziert zu verstehen war. Er hegt viele Selbstzweifel, ist sehr in sich zurückgezogen und weiß gar nichts von seinen eigenen Stärken, was ihm durch die Situation in seiner Familie auch nicht gerade einfacher gemacht wird. Doch auch er entwickelt sich im Buch, lernt sich selbst mehr zu lieben und zeigt oft auch sehr viel Stärke. Seine Gedichte zu lesen fand ich richtig interessant, da sie einem auch nochmal einen Einblick in sein Innerstes gegeben haben.
Die Nebencharaktere waren ziemlich unscheinbar, doch besonders Max‘ Freunde Betts und Zay-Rod mochte ich gerne. Sie haben Max sehr unterstützt und sich sehr für ihn gefreut, als er Jordan kennengelernt hat - ihre Freundschaft war auch einfach total schön und voller Humor.
Die beiden Freundinnen von Jordan, Pam und Kayla, waren wir hingegen ziemlich suspekt, ich bin mit den beiden einfach gar nicht warm geworden und war ziemlich genervt von ihnen.

Ich fand die Idee hinter der Geschichte sehr schön und in meinen Augen wurde sie auch größtenteils sehr gut umgesetzt. Besonders am Anfang herrscht einfach eine lockere, erfrischende Stimmung und auch als die Geschichte später ernster und tiefgründiger wird, habe ich das Lesen sehr genossen. Die Handlung war zwar ein wenig vorhersehbar, doch nicht langweilig und so wollte ich immer weiterlesen und wissen, was passiert.
Die Themen, die im Buch angesprochen werden, waren sehr wichtig und wurden auch sensibel behandelt, doch hat mir bei manchem dann die Tiefe gefehlt. Es wurde vieles angeschnitten, das dann aber nicht weiter ausgeführt wurde und so im Sand verlaufen ist, was ich ein wenig schade fand.
Dafür hat mir die Liebesgeschichte zwischen Max und Jordan sehr gut gefallen. Die Gefühle zwischen den beiden entwickeln sich sehr langsam, erst entsteht eine Freundschaft und dann merken sie bald, dass da noch mehr zwischen ihnen ist. Ihre gegenseitige Unterstützung und ihren Zusammenhalt mochte ich sehr gerne und wie sie sich gegenseitig akzeptiert und geliebt haben, wie sie sind. Obwohl die beiden so verschieden sind, harmonieren sie doch sehr gut miteinander, und es war einfach sehr schön sie bei ihrer Geschichte zu begleiten.

Fazit: Eine extrem schöne Geschichte, die unglaublich viel Spaß gemacht hat zu lesen. Max und Jordan waren wundervolle Protagonisten, ihre Liebesgeschichte unglaublich schön und auch der Schreibstil und das Setting im Foodtruck hat mir unfassbar gut gefallen. Bei den Nebencharakteren und manchen Themen im Buch hat mir die Tiefe gefehlt, doch insgesamt habe ich das Lesen sehr genossen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

bookslinesmagic bookslinesmagic

Veröffentlicht am 10.01.2021

Eine zuckersüße, schwerwiegende Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen !

*Inhalt/Klappentext:*
Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und ... …mehr

*Inhalt/Klappentext:*
Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft sich mit seinen beiden besten Freundinnen in der Mall. Erst, als sie gemeinsam im alten Food-Truck von Jordans Vater arbeiten, lernen sie sich besser kennen. Und ganz langsam merken die beiden, dass zwischen ihnen vielleicht mehr ist als bloß Freundschaft …

*Eindruck:*
Im letzten Jahr habe ich LGBTQ+ Bücher zum ersten Mal kennen und lieben gelernt, weshalb ich nun umso gespannter auf die Übersetzung zu „The music of what happens“ war. Hier hat mich aber nicht nur der vielversprechende Klappentext wahnsinnig neugierig gemacht, sondern auch das zuckersüße Cover konnte mein Interesse auf Anhieb wecken ! Der strahlend blaue Himmel, die kleinen Wolken als Details und die beiden Jungen, die vermutlich unsere Protagonisten Jordan und Max darstellen sollen, geben schon einen kleinen Eindruck, was den Leser inhaltlich erwarten wird und machen definitiv Lust auf mehr. Und ich meine, ein Food Truck, zwei Jungen, die charakterlich ein Unterschied wie Tag und Nacht sind und eine Freundschaft, die von Seite zu Seite mehr wird... Was steht einem guten Buch da noch im Weg ? Ob mir die Geschichte wirklich so gut gefallen hat wie anfangs gehofft, könnt ihr nun selbst lesen !

Zunächst möchte ich ein wenig auf den Schreibstil des Autors eingehen, mit vor allem zu Beginn der Geschichte, leider meine Probleme hatte. Obwohl Bill Konigsberg wunderbar flüssig und locker leicht schreibt, so dass ich buchstäblich durch die Seiten geflogen bin, gab es etwas, das mich gestört, beziehungsweise, das mir gefehlt hat. Es waren die Gefühle, die mich leider nicht erreichen konnten und durch deren Fehlen die ganze Geschichte ziemlich platt und unerreichbar auf mich wirkte. Zwar verbreitet das Geschriebene eine wundervolle Message, mit der mir der Autor von der Seele spricht, allerdings geschieht das in meinen Augen mit wenigen Emotionen. Außerdem hatte ich teilweise auch das Gefühl, dass Bill Konigsberg viele belanglose Einzelheiten aneinanderreiht, die überhaupt nichts gemeinsam haben, sondern einfach nur dazu dienen die Geschichte zu füllen. Das und insbesondere auch der Humor, der nicht meiner ist und mit dem ich somit auch nur wenig anfangen konnte, waren ein kleiner Störfaktor. Was ich aber unbedingt loben muss, sind die wunderschönen und inspirierenden Gedichte, die den Leser auf einigen Seiten erwarten und das Leseerlebnis um einiges versüßen. Dieser Aspekt hat mir definitiv gut gefallen und die kleinen Anekdoten werden mir sicherlich noch lange im Gedächtnis bleiben.

Mit den Protagonisten stehe ich auch etwas im Zwiespalt, da ich Jordan und Max zwar unheimlich sympathisch finde, mir aber auch in der Charakterausarbeitung der gewisse Tiefgrund gefehlt hat. So ist beispielsweise Jordan der typische, introvertierte Einzelgänger, der sich nicht traut auf Menschen zuzugehen und seine Gedanken somit lieber selbst und insbesondere in Gedichten verarbeitet. Er ist zudem großer Träumer, der somit auch mal schnell in seine Tagträume abtaucht und kurzzeitig alles um sich herum vergisst. Besonders das, aber auch seine tollpatschige und unbeholfene Art haben dafür gesorgt, dass er mir wirklich ans Herz gewachsen ist. Auch seine Situation, die in der Vergangenheit mit dem Tod seines Vaters beginnt und in der Gegenwart mit seinem durchwachsenen Verhältnis zu seiner Mutter abschließt, hat mir unheimlich viel gegeben und gezeigt wie schnell ein Familienglück eigentlich zerbrechen kann. Trotzdem muss ich sagen, dass sein Charakter mehr von Klischee, als allem anderen lebt, da er in meinen Augen der typisch schlacksige, unattraktive und mit mangelndem Selbstbewusstsein geprägte Junge von nebenan ist. Seine Entwicklung und die Tatsache, dass er durch Max immer mehr an Selbstbewusstsein gewinnt, hat mir dafür umso besser gefallen.

Mit Max konnte ich tatsächlich schon mehr anfangen als mit Jordan, da er dem Leser schlichtweg einen weitläufigeren Einblick in seine Gedanken- und Gefühlswelt gibt und somit viel facettenreicher auf mich wirkt. Zwar lebt auch er von einer guten Portion Klischee, allerdings merkt man schnell, dass mehr hinter seinem Dauergrinsen steckt, was mir wirklich gut gefallen hat. Seine Wandlung vom typischen, charmanten und sportlichen „Bro“ zu einem vielfältigen Jungen, der auch seine verletzliche Seite zeigt, konnte mich schnell überzeugen. So zeigt er bald seine echten Gefühle, versteckt sich nicht mehr hinter seiner coolen Fassade und entdeckt seine Leidenschaft für das Zeichnen und Kochen, die er sonst immer vor seinen Freuden und der ganzen Schule versteckt hat. Auch seine Hilfsbereitschaft gegenüber Max und die Tatsache, dass er ihm geholfen hat aus seiner Komfortzone rauszukommen und ihn so akzeptiert und liebt wie er ist, konnte mein Herz erwärmen. Insgesamt ist er also der intensivere und authentischere Protagonist, zu dem ich im Laufe des Buches auch eine Verbindung aufbauen konnte.

Zu den Nebencharakteren muss ich auch unbedingt noch ein paar Worte verlieren, da mich sowohl „die Ehefrauen“ (so nennen sich Jordans Freundinnen), als auch die „Amigos“ (Max Freundeskreis) an ein wandelndes Klischee erinnert haben. Erstere sind die typischen Mädchen, die ihr Leben mit kichern, shoppen und tratschen verbringen und Jordan in meinen Augen auch nicht so behandeln, wie er es verdient hätte. Gerade weil Jordan ein mangelndes Selbstbewusstsein und keine anderen Freunde hat, hätte ich hier deutlich mehr Einfühlsamkeit und Verständnis für seine Situation erwartet. Stattdessen hatte ich mehr das Gefühl, dass sie ihn tyrannisieren und nicht wertschätzen. Auch die „Amigos“, die geläufigen Sportlerkollegen, die ihre Freizeit mit Zocken verbringen, waren dem ganz ähnlich, wobei ich ihre spätere Wandlung wirklich schön anzusehen finde. Die einzige, die ich wirklich sympathisch finde, ist Max Mutter, die eine liebevolle Bezugsperson, auch für Jordan, ist uns sich wundervoll um ihren Sohn kümmert.

Die im Vordergrund stehende Liebesgeschichte ist zart, wundervoll leicht und schreitet in kleinen Schritten voran. Obwohl Jordan und Max zunächst unterschiedlich wie Tag und Nacht zu sein scheinen, ist das gewisse Prickeln und die Anziehungskraft zwischen ihnen auf Anhieb zu spüren, was mir unheimlich gut gefällt. Schön finde ich zudem, dass sich beide Hälften in allem unterstützen, sich gegenseitig so akzeptieren wie sie sind und sich trotz vielen Hürden und holprigen Wegen niemals unterkriegen lassen. Die Message dahinter ist wunderschön und hat mir sehr viel gegeben. Teilweise hätte ich mir aber auch hier ein wenig mehr Gefühle und Emotionen gewünscht, da mir die komplette Handlung etwas zu sachlich erscheint. In Bezug darauf hätte ich ein paar intensivere Momente zwischen den beiden schön gefunden. Alles in allem war es aber wunderbar mitzuverfolgen wie Max und Jordan sich immer weiter annähern und dabei das ein oder andere Abenteuer miteinander erleben.

Zwischen all den Kritikpunkten hat mir das allgemeine Thema der Geschichte aber am allerbesten gefallen. Zunächst finde ich das Thema bezüglich des Food-Trucks unglaublich toll, außergewöhnlich und einzigartig. Es war wirklich interessant und beeindruckend mit anzusehen, was Jordan und Max gemeinsam auf die Beine stellen und welche Leidenschaft sie dabei für ihren Job aufbringen. Die tägliche Arbeit dort und die zahlreichen Abenteuer und Erlebnisse die damit einhergehen, haben mir einige Male ein Lächeln ins Gesicht gezaubert und die Geschichte abwechslungsreich gestaltet. Toll finde ich auch die Message, die Bill Konigsberg mit „The music of what happens“ verbreitet, da einige (auch potentiell triggernde) Themen aufgegriffen und schön ausgearbeitet werden. Von sexueller Vergewaltigung bis zur Sucht auf einem speziellen Gebiet ist alles mit dabei, womit der Autor uns eine wahnsinnig große Vielfalt bietet. Zwar wurde die von mir erwartete, leichte Lektüre damit etwas schwerwiegender und die Stimmung etwas bedrückender, doch das hat mich keineswegs gestört, vor allem da die Darstellung der Bandbreite von Themen sehr gut gelungen ist. Insgesamt also eine zuckersüße Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen, die zudem wichtige Themen aufgreift.

*Fazit:*
Obwohl ich mit den Charakteren und dem Schreibstil des Autors etwas im Zwiespalt stehe, hat mir die einzigartige Thematik der Geschichte unheimlich viel auf den Weg gegeben, weshalb ich in Bezug darauf trotzdem eine eindeutige Leseempfehlung aussprechen möchte !
3.5/5🌟

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Naraya Naraya

Veröffentlicht am 09.01.2021

Nette queere Liebesgeschichte mit ernsten Tönen

Max und Jordan sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Während Max groß und sportlich ist und seine Zeit mit Videospielen oder im Fitnessstudio verbringt, ist Jordan schmächtig, in sich gekehrt ... …mehr

Max und Jordan sind auf den ersten Blick sehr unterschiedlich. Während Max groß und sportlich ist und seine Zeit mit Videospielen oder im Fitnessstudio verbringt, ist Jordan schmächtig, in sich gekehrt und drückt seine Gefühle in eigenen Gedichten aus. Als Max dann spontan einen Ferienjob im Foodtruck von Jordans Familie annimmt, kommen die beiden sich schnell näher.

Der Roman lebt definitiv von seinen Charakteren. Max und seine besten Freunde Betts und Zay-Rod sind ungemein sympathisch. Es war schön zu lesen, dass sich zwischen den dreien seit Maxs Coming-Out nichts geändert hat. Und auch im weiteren Verlauf der Handlung beweisen sie, dass ihre Freundschaft zueinander ehrlich und solide ist. Jordan hingegen empfand ich oft als anstrengend, sprunghaft und weinerlich; seine Freundinnen Kayla und Pam wirkten oberflächlich und oft war nur schwer nachvollziehbar, was diese Freundschaft im Kern ausmacht.

Der Autor spricht in seinem Buch eine ganze Reihe von schwierigen, aber wichtigen Themen an, für die auch eine Triggerwarnung angehängt ist. Die Darstellung ist dabei gelungen und sensibel, vor allem, wenn man bedenkt, dass von jungen Männern oft eher Stärke erwartet wird, als Offenheit im Hinblick auf psychische Probleme. Beide haben einen abwesenden Vater und Mütter, die damit nicht unterschiedlicher umgehen könnten – das führt zu interessanten Parallelen und vor allem Jordan muss schnell lernen, dass nur, weil etwas von außen perfekt wirkt, das noch lange nicht der Wahrheit entsprechen muss.

Wo der Text bei schwierigen Themen glänzt, hat er in den Alltagsszenen definitiv seine Schwächen. Diese plätschern oft nur so dahin und ziehen sich unnötig in die Länge. Erst begleiten wir die beiden Protagonisten zahllose Male auf immer gleichen Foodtrucktouren, dann kippt die Handlung plötzlich und alles scheint gleichzeitig zu passieren. Hier hätte etwas Balance nicht geschadet, dennoch eine nette queere Liebesgeschichte.

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Fairylightbooks Fairylightbooks

Veröffentlicht am 05.01.2021

Ein ganz schönes Auf und Ab

MEINE MEINUNG
Das Buch stand schon länger auf Wunschliste, als ich entdeckt habe, dass von One ins Deutsche übersetzt wird. Schließlich wurde ich noch von einer Bookstagram-Freundin gefragt, ob ich bei ... …mehr

MEINE MEINUNG
Das Buch stand schon länger auf Wunschliste, als ich entdeckt habe, dass von One ins Deutsche übersetzt wird. Schließlich wurde ich noch von einer Bookstagram-Freundin gefragt, ob ich bei ihrer Blogtour mitmachen möchte, wo ich natürlich sofort zugesagt habe und mich gleich ganz gespannt an das Buch gesetzt habe.

Obwohl Max und Jordan die gleiche High School besuchen und sogar gemeinsam in einigen Kursen sitzen, kreuzen sich ihre Wege nicht sonderlich oft. Schließlich ist Max der beliebte Baseball-Spieler, der immer ein Grinsen auf den Lippen hat und Jordan hat neben seinen zwei besten Freundinnen eher wenig Anschluss. Doch als Max auf dem Markt Jordan und seine Mutter antrifft, die verzweifelt versuchen, den alten Food Truck seines Vaters wieder ans Laufen zu bringen, bietet er kurzerhand seine Hilfe an. Und schon verbringen die beiden stundenlang Zeit miteinander und versuchen mit allen Mitteln, den Food Truck zu retten - dass dabei mehr als Freundschaft entstehen könnte, hätten sie vermutlich nicht erwartet.

Maximo Ashton Morris (Max) ist im Baseball-Team seiner Schule, verbringt viel Zeit mit seinen besten Freunden beim Zocken und ist als der Grinse-Junge bekannt, weil er immer ein Grinsen im Gesicht hat. Dass er das nur nutzt, um seine echten Gefühle zu verbergen, vermutet kaum jemand. Denn hinter seiner selbstbewussten Fassade versteckt er seine sensible Seite. Auch dass er in Wahrheit gerne zeichnet oder selbst ernannter "heimlicher Feinschmecker" ist, der ständig neue Rezepte ausprobiert und in der Küche experimentiert weiß niemand aus seiner Schule.

Jordan Edwards lebt bei seiner Mutter, besucht dieselbe High School wie Max und ist eher ein Einzelgänger-Typ. Er verbringt zwar unendlich gerne Zeit mit seinen zwei besten Freundinnen (seinen "Ehefrauen", wie er es nennt) und besucht mit ihnen am liebsten die Mall, doch auf andere Menschen zugehen kann er eher weniger. Er liebt die 80er, besonders den Synthie-Pop der Zeit und das spiegelt sich auch in seinem Zimmer wieder, welches er ganz im Stil der 80er, samt Disko-Kugel, "Porno-Bett", Lavalampe und Platten-Cover als Tapete eingerichtet hat. Er schreibt gerne Gedichte, um seine Emotionen darin zu verarbeiten und ist insgesamt ein großer Träumer, der auch mitten im Gespräch gerne in seine Tagträume verschwindet.

Ich muss zugeben, dass ich mit beiden Charakteren leichte Schwierigkeiten hatte. Wobei ich mit Max noch mehr anfangen konnte, vor allem, weil er uns viel tiefer in seine Gefühlswelt gelassen hat. Er ist etwas offener, aber seine Gefühle wurden auch viel intensiver beschrieben, weswegen mit der Zeit eine ziemlich gute Verbindung zu ihm entstehen konnte. Mit Jordan hingegen konnte ich eher weniger anfangen, auch wenn ich ihn ganz süß fand. Aber mir fehlte eine gewisse Tiefe bei ihm und etwas mehr Einblicke in seine Gedanken und Gefühle.

Die Nebencharaktere sind da leider noch oberflächiger. Sowohl Max, als auch Jordan leben bei ihren jeweiligen Müttern, wobei diese sich kaum unterschiedlicher sein könnten. Die Mutter von Max wirkt fast zu perfekt in ihrer Rolle als liebevolle Bezugsperson, die nur das beste für ihren Sohn möchte und ihm stets den Rücken stärkt. Und Jordans Mutter hat stark mit dem Verlust ihres Mannes, sowie weiteren Problemen zu kämpfen, sodass Jordan eher auf sich selbst gestellt ist. Jordans Mutter ist gleichzeitig aber ein sehr interessanter Charakter, da sie wirkliche wichtige Themen vermittelt. Da fehlte mir aber leider noch etwas "mehr"

Aber auch die Freunde der beiden Figuren sind eher Klischees als selbstständige Figuren. Die Freunde von Max sind auch seine Baseball-Kollegen, also ganz sportliche und harte Kerle, die nur zocken und sich beleidigen, als über ihre Sorgen zu sprechen. Und dann sind da Jordans Freundinnen, die nur kichern, shoppen und lästern und zudem Jordan überhaupt nicht wirklich wertschätzen. Und weil dieser sonst keine wirkliche Bindung zu anderen hat, lässt er das leider komplett über sich ergehen. So beschweren die beiden sich schon relativ zu Beginn, dass Jordan ständig über sein Single-Sein redet und in seinen Tagträumen verschwindet. Einige Kapitel später schnappen sie sich seinen Hund, ziehen ihm Kleidung an und obwohl die ganze Szene absolut verstörend auf Jordan wirkte (und mir als Leserin ein absolut unangenehmes Gefühl bereitet hat), traut er sich nicht, etwas zu sagen. Also die beiden konnte ich wirklich überhaupt nicht ausstehen, wohingegen Max' Freunde wenigstens am Ende eine schöne Wandlung durchgemacht haben.

Der Roman ist in der Ich-Form, jeweils abwechselnd aus Max' und Jordans Perspektive geschrieben worden. Er verläuft größtenteils chronologisch, bis auf kleine Rückblenden aus Max' Perspektive. Auch mit dem Schreibstil musste ich zunächst zurecht kommen. Ich kann kaum definieren, was genau mich an ihm gestört hat, aber es ließ sich einfach nicht so flüssig lesen, wie ich es von anderen kenne. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, doch im Großen und Ganzen wird es nicht mein liebster Schreibstil werden.

Und auch der Handlung stehe ich mit gemischten Gefühlen gegenüber.
Der Einstieg ist mir ehrlich gesagt etwas schwer gefallen, weil ich nicht so recht wusste, wo der Autor letztendlich hin möchte. Wie gesagt musste ich mich auch zunächst mit den Figuren anfreunden, weswegen ich in den ersten paar Kapiteln noch kleine Schwierigkeiten hatte.

Im Klappentext wird ja bereits beschrieben, wie Max und Jordan sich kennen lernen. Was ich also erwartet habe war eine süße, leichte Geschichte über zwei verliebte Jungs, die von lustigen Szenen im Foodtruck und zahlreichen Essens-Bezügen gestützt wird. Das habe ich aber schon mal nicht bekommen.

Denn schon nach Trigger-Warnung zu Beginn konnte ich das Buch nicht mehr richtig einordnen. Es ist schließlich bei One veröffentlicht worden, der Abteilung von Bastei Lübbe für Jugendbücher, weswegen ich wie gesagt eine lockere, leichte Handlung mit etwas Tiefgang erwartet habe. Rückblickend würde ich es aber eher dem Genre New Adult zuordnen, denn aus meiner Sicht passt es wirklich besser zu jungen Erwachsenen.

Der Autor spricht hier nämlich zahlreiche wichtige Themen an, die wirklich nicht leicht sind - wie die Trigger-Warnung zu Beginn schon vermuten lässt. Ich finde die Darstellung dieser Themen wirklich wichtig und bin auch der Meinung, dass das dem Autor wirklich sehr gut gelungen ist, auch wenn ich das mit meinem Laien-Wissen natürlich nur halbwegs gut beurteilen kann.
Es lässt sich allerdings sagen, dass die Grundstimmung in diesem Buch eine ganz andere ist, als ich es erwartet habe. Es ist sehr traurig und bedrückend und auch wenn es immer mal wieder durch Szenen aufgelockert werden konnte, blieb die Atmosphäre eher dunkler, was ich hier allerdings gar nicht negativ bewerten möchte.

Aber auch wenn die Handlung recht vorhersehbar ist (dass da mehr als Freundschaft entstehen wird, ist ja wohl ab der ersten Seite an klar) habe ich die beiden sehr gerne verfolgt. Ihre Geschichten haben mich einfach fesseln können und besonders Max ist mir im Laufe der Handlung wirklich ans Herz gewachsen. Obwohl die Atmosphäre etwas gedrückt ist, mochte ich es total und habe es wirklich gerne gelesen.
Im Mittelteil gab es zugegebenermaßen ein paar Passagen, die sich etwas gezogen haben und einige Szenen, die zwar nicht langweilig waren, aber ziemlich in die Länge gezogen wurden.

Ich mochte besonders die schönen Entwicklungen von Max und seinen Freunden und auch die Freundschaft zwischen ihnen. Sie lernen nämlich schließlich, dass sie voreinander nicht einen auf "cool" machen müssen und auch über ihre Gefühle und Ängste miteinander reden können, was mir besonders als Abschluss sehr gut gefallen.

FAZIT
Insgesamt war das ganze also ein ziemliches Auf und Ab und meine Bewertung fällt mir tatsächlich auch relativ schwer. Es war absolut anders, als erwartet, was aber gar nicht absolut schlecht war. Gleichzeitig fehlte mir vor allem bei Jordan noch etwas und ich stehe einigen Szenen eher skeptisch gegenüber. Und obwohl die Thematiken sehr schwer und heftig sind, haben sie mich absolut einspannen können. Also höre ich auf mein Bauchgefühl, das mir auf jeden Fall "4 Sterne" entgegen ruft.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

lanasbookworld lanasbookworld

Veröffentlicht am 05.01.2021

Eine süße Queer-Liebesgeschichte!

Rezension

The Music of What Happens von Bill Konigsberg

Mit dem Schreibstil bin ich mehr als gut ausgekommen, denn er ließ sich sehr locker und flüssig lesen, sodass die seiten nur so an einem vorbeizogen.
Auch ... …mehr

Rezension

The Music of What Happens von Bill Konigsberg

Mit dem Schreibstil bin ich mehr als gut ausgekommen, denn er ließ sich sehr locker und flüssig lesen, sodass die seiten nur so an einem vorbeizogen.
Auch die Gedichte in dem Buch waren wunderschön, wobei ich finde, dass sie sich auf Englisch noch toller anhören.

Der schlacksige und pickelige Jordan, sah sich selbst als völlig unattraktiv wodurch ihm sein Selbstbewusstsein fehlte. Daran hingegen mangelte es bei Max überhaupt nicht. Deshalb war es schön zu sehen, wie Jordan durch Max an Selbstbewusstsein gewann. Auch war Jordan etwas tollpatschig und in vielen Situationen sehr unbeholfen, was ihn aber umso liebenswerter machte.
Seine Beziehung zu seiner Mutter war in vielerlei Hinsicht kompliziert. Da sein Vater vor einpaar Jahren starb und seine Mutter nicht arbeiten konnte und selber mit einigen Problemen zu kämpfen hatte, waren sie nicht mehr weit von der Obdachlosigkeit entfernt.
Max war sportlich, charmant und immer gut drauf, auf den ersten Blick kam er Jordan eher wie der typische 'Bro' vor. Doch nach und nach merkte auch er, dass mehr hinter seinem Dauergrinsen steckte. Seine Mutter war mir auch richtig sympathisch, da sie sehr liebevoll war und viel Rücksicht auf ihren Sohn nahm.
Jordans Freunde, welche er auch 'Ehefrauen' nannte, waren mir nicht ganz so sympathisch, denn sie waren etwas aufgedreht, manchmal zu direkt und kamen mir dadurch toxisch vor.
Mit Max' Freunden, seinen 'Amigos' ging es mir da leider ähnlich. Sowohl Jordans als auch Max' Freunde rissen ständig unangemessene Schwulenwitze, ohne dabei auf die Gefühle von ihren homosexuellen Freunden zu achten. Was ich aber gut fand war, dass Max und seine Freunde sich zum Ende hin aussprechen konnten, was bei Jordan und seinen Freundinnen bedauerlicherweise nicht der Fall war.

Die Idee mit dem Foodtruck fand ich richtig toll und ich fand es beeindruckend zu sehen was Jordan und Max dort so auf die Beine stellten. Durch einen Zufall meldet Max sich nämlich freiwillig dort auszuhelfen. Obwohl sie sich zu Anfang nicht besonders mochten, war sofort die Anziehung zwischen den beiden deutlich. Sobald ihnen klar war, dass jeweils der andere auch schwul war, entstand noch mehr Spannung. Durch die tägliche Arbeit im Truck und den verrückten Aktionen kamen sie sich immer näher. Auch war die Geschichte wirklich abwechslungsreich und vielseitig. Die beiden waren einfach bezaubernd zusammen und ich konnte gar nicht mehr mit dem Grinsen aufhören. Sie konnten in der Gegenwart des anderen sie selber sein.
Jedoch hatte Max durch ein schweres Erlebnis mit Problemen zu kämpfen und so war es schön zu sehen, wie er mithilfe der Unterstützung seiner Mutter und Jordans heilte und sein Trauma überwältigte.
Das Setting in Phoenix im Sommer bei über 40°Celsius stelle ich mir zwar alles andere als schön und angenehm vor, aber es war mal etwas anderes.
Teilweise haben mir etwas die Gefühle und Emotionen zwischen den Worten gefehlt, da vieles eher sachlich beschrieben wurde. Schade fand ich es auch, dass viele Themen nur oberflächlich behandelt und somit gar nicht vertieft wurden. Beispielsweise wurde Rassismus gegen Hispanics nur einpaar mal erwähnt aber nicht besprochen. So war das auch mit einer Vielzahl anderer Themen, welche in der Triggerwarnung aufgezählt wurden. Da hätte ich mir, was das angeht, mehr Tiefe gewünscht. Auch hätte ich zum Schluss gerne gewusst wie es denn nun um Jordans Mutter seht, was jedoch offen gelassen wurde.

Nichtsdestotrotz hat mich die Geschichte mit der abwechslungsreichen Handlung und ihren einzigartigen Charakteren fesseln und mitreißen können. Auch wenn nicht alle Themen ausführlich ausgearbeitet wurden, finde ich, dass der Autor hier trotzdem einpaar dieser Themen gut ausgeführt hat. Es war insgesamt eine total süße Queer-Liebesgeschichte mit einfach liebenswerten Protagonisten. 4/5 [Werbung|Rezensionsexemplar]

Klappentext:
Max und Jordan haben nicht viel miteinander zu tun. Während Max Sport und Videospiele liebt und gern mit seinen Jungs abhängt, ist Jordan eher introvertiert, schreibt Gedichte und trifft sich mit seinen beiden besten Freundinnen in der Mall. Erst, als sie gemeinsam im alten Food-Truck von Jordans Vater arbeiten, lernen sie sich besser kennen. Und ganz langsam merken die beiden, dass zwischen ihnen vielleicht mehr ist als bloß Freundschaft ...

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autor

Bill Konigsberg

Bill Konigsberg - Autor
© Krystina Moran

Bill Konigsberg, geboren 1970 in New York City, ist ein mehrfach ausgezeichneter US-amerikanischer Autor, der vor allem durch seine LGBTQ-Romane bekannt wurde. Er lebt mit seinem Mann und zwei Labradoodles außerhalb von Phoenix, Arizona. The Music of what happens ist sein Debüt im ONE-Verlag.

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