V is for Virgin
 - Kelly Oram - PB

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12,90

inkl. MwSt.

One
Paperback
Erzählendes für junge Erwachsene
336 Seiten
Altersempfehlung: ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-8466-0098-6
Ersterscheinung: 29.05.2020

V is for Virgin

Übersetzt von Stephanie Pannen

(34)

Val Jensen wird von ihrem Freund verlassen – weil sie mit dem Sex bis zur Ehe warten will. Als ihre Geschichte über YouTube viral geht, wird sie unter dem Namen Virgin Val landesweit bekannt. Das Chaos scheint perfekt, als schließlich Rockstar Kyle Hamilton vor ihr steht: Der Sänger der Boyband Tralse hat es sich nämlich zum persönlichen Ziel gemacht, sie zu verführen. Womit Kyle allerdings nicht gerechnet hätte: Val bereitet ihm ganz schönes Herzklopfen ...

Rezensionen aus der Lesejury (34)

Nynaeve Nynaeve

Veröffentlicht am 30.05.2020

Ein schwieriges Thema super behandelt

Val Jensen wird von ihrem Freund verlassen - weil sie mit dem Sex bis zur Ehe warten will. Als ihre Geschichte über YouTube viral geht, wird sie unter dem Namen Virgin Val landesweit bekannt. Das Chaos ... …mehr

Val Jensen wird von ihrem Freund verlassen - weil sie mit dem Sex bis zur Ehe warten will. Als ihre Geschichte über YouTube viral geht, wird sie unter dem Namen Virgin Val landesweit bekannt. Das Chaos scheint perfekt, als schließlich Rockstar Kyle Hamilton vor ihr steht: Der Sänger der Boyband Tralse hat es sich nämlich zum persönlichen Ziel gemacht, sie zu verführen. Womit Kyle allerdings nicht gerechnet hätte: Val bereitet ihm ganz schönes Herzklopfen ...

V is for Virgin ist der erste Teil der Kellywood Dilogie. Von Kelly Oram sind bisher die Bücher Cinder & Ella 1+2 ebenfalls beim One Verlag erschienen.

Nachdem ich Cinder und Ella geliebt habe war ich natürlich sehr gespannt auf das nächste Buch der Autorin. Das Thema fand ich sehr ansprechend weil es einfach wichtig ist! Ich war also sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht!

Denn mit Valeriehat die Autorin eine sympathische junge Frau geschaffen mit der sich sicherlich viele identifizieren können. Val ist temperamentvoll, stur und weiß was sie will. All das zusammen sorgt dafür dass sie nicht mit ihrem Freund schläft und sich vor allem nicht unter Druck setzen lässt. Die unvermeintliche Trennung sorgt für Vals ungeplante Rede vor ihren Mitschülern, wodurch sich plötzlich alles für sie ändert. Sie wird schnell zu einer Berühmtheit, nicht zuletzt durch Kyle den Rockstar der sie immer wieder trietzt und ihr öffentliche Avancen macht. Aber Valerie bleibt stark und das finde ich eine klasse Botschaft! Denn dieses Buch betrifft so viele junge Frauen - und sicherlich auch Männer - die sich von ihrem Umfeld schon fast gezwungen fühlen sexuell aktiv zu werden. Doch warum, es ist völlig ok zu warten! Genau damit beschäftigt sich das Buch und ich denke es wird großen Anklang finden.

Mich hat die Geschichte sehr gut unterhalten. Die Begebenheiten waren in ihrem Rahmen authentisch und nachvollziehbar. Man könnte bemängeln dass nicht genug Gefühl aufkommt. Zumindest seitens Kyle. Seine Gefühle scheinen aus heiterem Himmel zu kommen und mögen so vielleicht unglaubwürdig wirken. Hier wäre sicherlich eine wechselnde Perspektive besser gewesen, so dass man richtig mit Kyle mitfühlen kann. So bekommt man immer nur Valeries negative Einstellung ihm gegenüber zu spüren und seine Gefühlen wirken unwirklich. Umso mehr hat es mich gefreut in der Leseprobe festzustellen dass das nächste Buch aus Kyles Perspektive geschrieben ist.
Das einzige was mich wirklich etwas gestört hat ist Cara, Valeries Freundin. Sie verhält sich stellenweise sehr zickig und egoistisch, versetzt sich viel zu wenig in ihre Freundin hinein. Das fand ich schade und nervend!
Das Ende sorgt für viel Vorfreude auf den zweiten Teil! Ich bin sehr zufrieden damit.

Ich kann das Buch definitv weiter empfehlen, das schwierige Thema Jungfräulichkeit wird meiner Meinung nach sehr gut behandelt ohne negative Gefühle aufkommen zu lassen. 4 1/2 Sterne, Punktabzug für Cara.

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Feliz Feliz

Veröffentlicht am 30.05.2020

Gute Grundidee, der leider die Tiefe fehlt

Das Cover gefällt mir unglaublich gut, weil so außergewöhnlich ist und man schon aus Interesse direkt dazu greift, nur um wissen zu wollen, worüber das Buch handelt. Ich finde auch sehr passend es in Rose ... …mehr

Das Cover gefällt mir unglaublich gut, weil so außergewöhnlich ist und man schon aus Interesse direkt dazu greift, nur um wissen zu wollen, worüber das Buch handelt. Ich finde auch sehr passend es in Rose und Pink zu halten, weil es sich hier vor allem um Vals Geschichte handelt.

Diese beginnt, als sich ihr Freund von ihr trennt, weil Valerie noch Jungfrau ist. Zach ist schon seit einiger Zeit mit ihr zusammen und würde an diesem Wochenende mit ihr schlafen, doch Val eröffnet ihm, dass sie noch Jungfrau sei und auch gedenke, dies bis zur Ehe zu bleiben. Zach ist dadurch so gekränkt, dass er sich von ihr trennt und am nächsten Tag in der Schule mit der beliebten Olivia rummacht. Als sich dann auch noch alle darüber lustig machen, dass sie noch Jungfrau ist, wehrt Val sich und hält vor der ganzen Schule eine Rede darüber, warum es sich lohnt auf Sex zu verzichten. Damit wird ‚VirginVal‘ mit einem Schlag in ganz Kalifornien berühmt und das ruft auch Kyle Hamilton, Sänger der Band Tralse, auf den Plan. Er bietet an, dass er und seine Band auf dem Schulfest spielen, will aber eigentlich nur derjenige sein, der Val ihre Jungfräulichkeit nimmt und obwohl er es jedes Mal schafft, sie auf die Palme zu bringen, fliegen auch jedes Mal die Funken…

Ich war relativ gespannt auf die Geschichte, weil ich zum einen die Idee der Story interessant fand und zum anderen wissen wollte, was hinter dem Hype um das Buch steckt. Der Schreibstil ist wie bei allen anderen Büchern von Kelly Oram wunderbar flüssig und leicht, sodass die Seiten vor allem zu Beginn des Buches nur so dahinfliegen.

Auch die erste Hälfte des Buches fand ich unglaublich gut und ich war direkt davon gefesselt, wie anders die Geschichte und vor allem das angesprochene Thema war. Ich finde es unglaublich wichtig zu thematisieren, wie groß der Druck auf (vor allem weibliche) Teenager in Bezug auf die Sexualität ist. Vals öffentlicher Auftritt ist dafür Gold wert, weil sie ihre eigene Entscheidung verteidigt, bis zur Ehe Jungfrau bleiben zu wollen und somit ein Vorbild für eine Bewegung wird. Ich fand das ziemlich faszinierend, war aber auch von Anfang an zwiegespalten. Mir ist vor allem sauer aufgestoßen, dass Val Verständnis für ihre Entscheidung einfordert, aber einen anderen Umgang mit der Sexualität ablehnt. So bezeichnet sie Olivia beispielsweise während ihres Plädoyers als „größte Schlampe in Orange County“ (S. 21). Zugegeben Olivias Verhalten ist nicht besonders nett, schließlich mobbt sie Val zunächst und macht dann auch noch mit ihrem Ex-Freund rum, dennoch passt Slut-Shaming nicht zu Vals Behauptungen, sich für die sexuelle Selbstbestimmung einzusetzen, vielmehr setzt sich dafür ein, eben keinen Sex zu haben. Ich kann verstehen, dass sie es nicht überstürzen und auf keinen Fall so früh schwanger werden will wie ihre leibliche Mutter, aber es gibt ja auch andere Möglichkeit, eine Schwangerschaft zu verhindern, wofür gibt es bitte für beide Parteien Verhütungsmittel? Ich finde einfach die Vorstellung zu heiraten, ohne zu wissen, ob man sexuell zusammenfasst, schwierig, weil die Sexualität möglichweise nicht immer der entscheidendste, aber doch ein zentraler Punkt einer Beziehung ist. Aber dass man durch dieses Buch viel mehr über die Thematik nachdenkt und sich dadurch des Drucks bewusst ist, macht das Thema zumindest spannend.

Die Figuren des Buches schaffen es aber leider nicht wirklich, mich zu überzeugen. Val mochte ich zu Beginn noch recht gerne, weil ich es bewundernswert fand, wie selbstbewusst sie bei dem Thema ist und mit wie viel Herzblut sie sich für ihre Sache einsetzt. Allerdings wird sie mir im Verlauf der Story zunehmend immer unsympathischer, weil sie sich viel zu extrem entwickelt. Sie hat weder Zeit für ihre Freunde, noch für ihre Familie, noch lässt sie andere Meinungen zu, sondern stößt selbst Menschen vor den Kopf, die immer an ihrer Seite waren. Ich fand sie ab einem gewissen Zeitpunkt als Charakter nicht mehr glaubwürdig und auch nicht nachvollziehbar. So ähnlich ging es mir auch mit Kyle. Mir fehlte der Moment, in dem man hinter die Fassade des arroganten Rockstars gucken konnte. Das lag vielleicht auch daran, dass es keine Möglichkeit gab, die Geschichte aus Kyles Sicht zu erleben, sondern alles durch Vals Blick erleben. Dadurch wirkt er immer arrogant, kindisch und extrem hormongesteuert, man kann einfach überhaupt nicht verstehen, wie er in sie verliebt sein kann, weil er sich zu keiner Zeit so verhält.

Was mich aber am allermeisten an dem Buch gestört hat und der Hauptgrund dafür ist, dass ich nach dem Lesen extrem sauer war, ist das Ende. Von diesem werde ich aus Spoilergründen nicht zu viel verraten, aber wenn man das Buch schon offen und im Bezug auf den zweiten enden lassen will, soll man einfach den Epilog weglassen, weil der mich einfach nur extrem aufregt hat, sodass meine erste Intention war, auf keinen Fall, den zweiten Teil lesen zu wollen. Nachdem ich allerdings darüber geschlafen habe, bin ich nicht mehr ganz so abweisend und werde Kyle vielleicht im zweiten Teil nochmal eine Chance geben, einen besseren Eindruck zu machen.

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kaeferchen kaeferchen

Veröffentlicht am 30.05.2020

hatte mir mehr von dem Buch versprochen

Ich liebe Cinder & Ella. Und nachdem V is for Virgin sogar als einer von Brians Filmen im Buch erwähnt wird, war ich total gespannt auf die Story. Leider konnte sie meine (zu hohen?) Erwartungen nicht ... …mehr

Ich liebe Cinder & Ella. Und nachdem V is for Virgin sogar als einer von Brians Filmen im Buch erwähnt wird, war ich total gespannt auf die Story. Leider konnte sie meine (zu hohen?) Erwartungen nicht erfüllen.

Das Thema an sich ist interessant und die Message wichtig: Niemand sollte unter Druck oder aus Zwang Sex haben, wenn er/ sie noch nicht bereit dafür ist.
Die Umsetzung konnte mich nach einem interessanten Start dann aber nicht überzeugen. Das ganze Thema wird so unglaublich aufgebauscht und kommerzialisiert, dass es für mich am Ende irgendwie die Aussage verfehlt. Vals Absichten mögen zwar gut sein, allerdings verrennt sie sich so in ihrem Projekt, dass sie immer weniger Akzeptanz für diejenigen zeigt, die sich bewusst für einen anderen Lebensstil entscheiden.

Zudem fehlt mir in der Story einfach etwas. Hier hat auch der Klappentext falsche Erwartungen geweckt, denn Kyle spielt nur eine sehr kleine Rolle.

Val wird von ihrem Freund verlassen, nachdem sie ihm erklärt, bis zur Hochzeit mit dem Sex warten zu wollen. In der Schule wird sie verspottet, doch sie erklärt sich mutig der kompletten Schülerschaft und verteidigt ihr Vorhaben. Ihr Statement landet im Netz und schlägt dort große Wellen. Val erkennt, dass sich zwischen vielen dummen Kommentaren gleichgesinnte finden: Mädchen und Jungen, die noch nicht bereit sind, warten wollen, oder bereuen, dass sie sich vom ihrem Partner zum Sex haben drängen lassen...
Und so beschließt Val, auch diesen Mädchen und Jungen zu helfen und ihnen Gehör zu verschaffen.

In der Folge wird sie zur Kultfigur. Die Medien reißen sich um sie. Nicht zuletzt, weil auch ein berühmter Rockstar, ehemaliger Schüler ihrer Schule, das Thema aufgreift. Abgesehen von dem ständigen Streit mit Kyle war mir Vals folgender Weg zu glatt. Ihr Projekt wird immer größer, in der Schule ist sie plötzlich superbeliebt... Auch ein Thema das unglaublich aufgebauscht wird und dadurch unnötig Raum einnimmt.

Was mir fehlt, ist Kyle. Am Anfang treffen die zwei aufeinander. Er belächelt sie, für ihre Einstellung. Sie verteidigt ihre Haltung. Sie streiten. Und dann geht Kyle in meinen Augen unter. Und so bleibt auch die Liebesgeschichte, die der Klappentext verspricht, auf der Strecke. Dabei verhält sich Kyle in den wenigen Szenen oft daneben, gleichzeitig wird aber angedeutet, dass er mehr ist, als sein Rockstar-Image vermuten lässt. Erst der Epilog ermöglicht nochmal einen anderen Blick auf ihn und macht neugierig, wie es weitergeht.
Im Gegensatz zu „Cinder & Ella“ habe ich das Gefühl vermisst, die Geschichte konnte mich nicht berühren.

Fazit

Die Geschichte liest sich super zügig und die Message ist wichtig. Dennoch fehlte mir einfach etwas. Die Handlung kommt nicht wirklich in Fahrt, es plätschert oft vor sich hin. Abgesehen von einer Menge Streit bleiben die Gefühle auf der Strecke. Highschool-Rankings nehmen unglaublich viel Raum ein und Val schießt mit ihrem Handeln oft über das Ziel hinaus. Die ganze Geschichte nimmt oft einen unrealistischen Verlauf, sodass die eigentliche Aussage mit der Zeit verloren geht.

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Zeilenblatt Zeilenblatt

Veröffentlicht am 30.05.2020

Leider zu unrealistisch und oberflächlich

Valerie hat einen Freund mit dem sie bisher eine glückliche Beziehung führt. Doch als es um den nächsten Schritt geht, den Zach schon detailliert vorbereitet hat, muss sie ihm gestehen, dass sie vor der ... …mehr

Valerie hat einen Freund mit dem sie bisher eine glückliche Beziehung führt. Doch als es um den nächsten Schritt geht, den Zach schon detailliert vorbereitet hat, muss sie ihm gestehen, dass sie vor der Ehe mit keinem Mann schlafen möchte. Zach reagiert darauf anders als V erwartet hat: er macht Schluss. Kurz darauf lernt sie Kyle kennen, einen Rockstar, der es sich zur Aufgabe gemacht hat sie umzustimmen.

Das Buch startet direkt im Thema mit der Szene, in der Val von Zach verlassen wird, weil sie keinen Sex möchte. Der Leser wird direkt ins Geschehen geschmissen und lernt schnell die wichtigsten Charaktere kennen. Als spontane Reaktion darauf, dass Zach eine Lüge über den Ablauf des Trennungsabends in der Schuler erzählt gibt Val in der Schulkantine vor allen Mitschülern zu, Jungfrau bleiben zu wollen und stellt das Geschehene richtig. Natürlich filmen einige Schüler diesen Auftritt und er geht schnell viral.
Kurz darauf lernt V Kyle kennen - Backstage bei einem seiner Konzerte. Von Anfang an gibt es einen verbalen Schlagabtausch zwischen den beiden. Diese Neckereien fand ich am Anfang süß und habe den Humor dabei gerne verfolgt.
Durch die positiven Kommentare unter ihrem Video, ist Val dazu inspiriert aus ihrer Einstellung eine Kampagne zu entwickeln. Da sie schon immer Schmuck verkaufen wollte, kreiert sie für die Kampagne Ketten mit „V“- Anhängern. Schnell wird sie damit erfolgreich und verkauft sie über diverse Möglichkeiten. Ihr Aufstieg in diesem Gewerbe und wie sehr sie gepuscht wird, war für mich sehr unrealistisch und einseitig beleuchtet. Erst zum Ende hin kommt durch, dass ein solcher Start nicht nur positive Seiten mit sich bringt, aber auch darüber hinaus wird es als sehr einfach und unkompliziert dargestellt. Außerdem hat für mich bei der Kampagne Vals Karriere zu viel Raum eingenommen und den eigentlichen Hintergrund und „Probleme“ die damit thematisiert werde sollen verdrängt.
Zwischen Val und Kyle entwickelt sich zunehmend eine öffentliche Auseinandersetzung aufgrund ihrer gegensätzlichen Einstellungen zum Thema Sex. Und obwohl Kyle immer wieder beteuert, dass er wirklich Interesse an Val hat glaubt sie ihm nicht - kann aber auch nicht leugnen, dass er etwas in ihr bewegt.
Für mich kamen die Gefühle zwischen Val und Kyle nicht wirklich an. Ich hatte nie den Eindruck, dass Kyle tiefe Gefühle für Val hat, sondern eher dass es ihm um die Herausforderung geht. Bei Val konnte ich die Gefühle schon eher nachvollziehen, was aber durch ihre Beziehung mit Isaac wieder relativiert wurde. Grundsätzlich waren mir die Beziehungswechsel in der Story zu viel und unrealistisch - was wiederum allerdings perfekt ins Setting gepasst hat.
Das Ende konnte mich überraschen, da ich fest davon überzeugt war, ich wüsste wie die Handlung endet. Das offene Ende hat mir auch ganz gut gefallen und mich trotz aller Kritikpunkte neugierig auf den zweiten Teil gemacht.

Val ist ein selbstbewusster, ehrgeiziger und leichtgängiger Charakter. Auffällig ist, dass ihr alles so leicht fällt und die Erfolge einfach so kommen, ohne dass sie es tatsächlich aktiv möchte. Auch die Rückschläge, die sie teilweise zum landesweiten Gesprächsthema machen, scheint sie gut wegzustecken. Leider hat mir das den Charakter flach und unrealistisch erscheinen lassen und wurde mir zunehmend unsympathischer.
Die beiden männlichen Hauptcharaktere sind Kyle und Isaac. Beide sind in ihren Welten sehr beliebt bis hin zu berühmt, aber auch sehr unterschiedlich. Isaac scheint ein netter, ruhiger und liebenswürdiger Typ zu sein, der Val bei ihrer Aktion „V is for Virgin“ stark unterstützt. Kyle hingegen verkörpert den klassischen Bad-Boy, der sich an V die Zähne ausbeißt. Er hat mich neugierig gemacht und seine eigentlich unlogische Art macht ihn interessant. Leider bekommt der Leser wenig von Kyles Hintergründen mit und es gab für mich auch nur zwei kurze Momente im Buch, in denen er für mich den Raum bekam, den ich erwartet hatte. Dafür, dass er bereits auf dem Klappentext genannt ist, war das mir persönlich zu wenig.

Das Setting erinnert mich an die typischen Highschool Serien - und dann spielt es auch noch in O.C. (Orange County) und es gibt diese eine beliebte Clique.
Auch die Charaktere sind in diesen Rahmen gepasst und erfüllen das klassische Hierarchie-Denken, dass in Filmen auf diesen Schulen herrscht. Passend dazu ist der Schreibstil einfach und flüssig zu lesen.
Das Cover hat mich sofort angesprochen und ich finde es immer noch wunderschön! Hätte ich das Buch nicht in dieser Leserunde gelesen, wäre es wahrscheinlich ein Cover-Kauf geworden.

Fazit:
Zusammenfassend hat mich das Buch leider enttäuscht. Ich hatte bei dem Thema etwas mehr Tiefgang und Realismus erwartet, was ich zumindest von „Cinder&Ella“ von der Autorin besser gewohnt bin. Dem hingegen war das Buch durchzogen von unrealistischen Szenen und oberflächlichen Handlungen und Charakteren. Als Buch für zwischendurch, das locker und ohne vieles Nachdenken gelesen werden soll, kann ich es empfehlen (wobei hierfür das Thema nicht gut gewählt ist), für meine Erwartungen hat es leider nicht ausgereicht.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

AllyBuechermaedchen AllyBuechermaedchen

Veröffentlicht am 30.05.2020

Leider fehlte die Tiefe, welche die Geschichte verdient hätte

Nachdem mir „Cinder & Ella“ von der Autorin so gut gefallen hat, begann ich voller Vorfreude dieses Buch zu lesen. Ich hatte mich schon lange auf die Geschichte gefreut und habe die ersten Kapitel sehr ... …mehr

Nachdem mir „Cinder & Ella“ von der Autorin so gut gefallen hat, begann ich voller Vorfreude dieses Buch zu lesen. Ich hatte mich schon lange auf die Geschichte gefreut und habe die ersten Kapitel sehr genossen. Der Schreibstil war wie erwartet wundervoll, so dass die Seiten nur so dahin flogen. Allerdings wurde meine Euphorie schnell gedämpft, denn nach den vielversprechenden ersten Kapiteln, in denen ich noch sehr mit der Protagonistin Valerie mitgefühlt habe, fehlten mir die Emotionen.

Die Handlung schritt unaufhaltsam voran, ständig passierte irgendwas, so dass die Geschichte regelrecht stressig wirkte und ich sie nicht richtig genießen konnte. Dadurch ging leider auch die Tiefgründigkeit verloren, die die Geschichte verdient und gebraucht hätte. So blieben die Charaktere alle eher blass und farblos, es wurden ständig neue Personen erwähnt, von denen ich oft gar nicht wusste, wer sie sind und welche Rolle sie spielen. Dadurch konnte ich auch keine Beziehung zu den Figuren aufbauen, konnte mich nicht in sie hineinversetzen und nicht mit ihnen fühlen, was ich mehr als schade finde.

Valerie ist eine starke, junge Frau von 18 Jahren, die ihren Standpunkt, mit dem Sex bis zur Ehe zu warten, vehement vertritt. Ihre Standhaftigkeit in dieser Frage hat mich beeindruckt. Denn wie sie selbst sagte, „[…] wird Jugendlichen zu viel Druck gemacht, sexuell aktiv zu werden.“ 1 Ich kann ihre Beweggründe bis zu einem gewissen Grad verstehen, hätte mir aber gewünscht, dass sie etwas mehr über den Tellerrand hinausschaut.

Was mir zudem negativ aufgefallen, was aber wahrscheinlich der Kürze des Romans geschuldet ist, ist die Rolle von Valeries Eltern. Val ist gerade mal 18 Jahre alt, als ihre Geschichte viral geht und sie plötzlich im Interesse der Öffentlichkeit steht. Aber auch wenn sie von Paparazzi verfolgt wird, Verträge unterzeichnet und sich mit Anwälten trifft, sind ihre Eltern scheinbar nicht dabei. In sehr wenigen Szenen ist ihre Mutter anwesend, ihren Vater lernt man gar nicht kennen. Ich hatte nie den Eindruck, dass ihre Eltern Valerie zur Seite stehen, sie beschützen und nur ihr Bestes wollen, dafür waren sie einfach zu wenig präsent. Eher hatte ich die meiste Zeit den Eindruck, dass Val alleine wohnt und ihre Entscheidungen komplett selbständig trifft. Natürlich sind eigenständige Entscheidungen wichtig, aber die ganze Situation mit ihren Eltern war mir einfach viel zu unrealistisch.

Kyle mochte ich gar nicht. Er tauchte selten in der Geschichte auf und wenn, dann nervte er mit blöden Sprüchen. Ich fragte mich, woher seine Gefühle für Val, die er in manchen Szenen ein wenig durchblicken ließ, kamen. Denn eigentlich haben sie sich nur über ihre unterschiedlichen Ansichten gestritten und Kyle hat zu wenig hinter seine Fassade blicken lassen, um ihn greifbar zu machen. Was ich ihm aber zugute halten muss ist, dass er eine meiner Meinung nach offene Einstellung zum Thema Sex hat und im Lauf der Geschichte auch zur Enthaltsamkeit entwickelt:

„Du träumst von einem perfekten Mann. […] Was, wenn du auf deiner Suche nach Mr Perfect die Chance auf etwas Großartiges ausschlägst?“
Zitat aus dem Buch „V is for Virgin“ von Kelly Oram aus dem ONE Verlag, Seite 294.

„Und zweitens werde ich mich nicht für den Rest meines Lebens an jemanden binden, mit dem ich nicht vorher geschlafen habe. Was ist, wenn wir nicht kompatibel sind?“
Zitat aus dem Buch „V is for Virgin“ von Kelly Oram aus dem ONE Verlag, Seite 280.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie unsere Lehrerin damals im Biologieunterricht ähnliche Worte verwendete, um mit uns über das Thema „Sex vor der Ehe“ zu sprechen. Sie empfand es auch als eher schwierig, mit der körperlichen Liebe zu warten, bis man verheiratet ist, denn auch wenn man sich sonst gut versteht und sich liebt, kann ein unbefriedigtes Sexualleben sich negativ auf die Beziehung auswirken. Vor allem, wenn diese Entscheidung nicht von der betroffenen Person selbst getroffen wird, sondern Eltern, Religion oder anderes darüber bestimmen.

Letztlich muss natürlich jeder selbst entscheiden, was für ihn persönlich das Richtige ist. Dafür liefert das Buch einige gute Standpunkte und Meinungen, die jüngeren Lesern helfen sollen, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen. Denn letztlich ist Sex ein sehr persönliches Thema und jedem in unterschiedlichem Maße wichtig. Offene Kommunikation und Ehrlichkeit sich selbst und dem Partner gegenüber sind wichtig und entscheidend. Die ganze Thematik hätte im Buch noch viel tiefergehend beleuchtet werden können, dafür hätte der Roman gerne mindestens 100 Seiten länger sein dürfen. Denn wie schon erwähnt, ist einfach zu viel passiert, als dass es auf den wenigen Seiten hätte genügend vertieft werden können.

Eine Person, von der ich mir gern mehr Beitrag zur Geschichte erhofft hätte, ist Isaac. Ich mochte ihn, konnte ihn aber auch nicht so ganz einschätzen. Er öffnete Valerie in mancher Situation die Augen und traf vor allem mit einer Aussage den Kern der gesamten Geschichte:

„Deshalb mag ich deine V-is-for-Virgin-Kampagne so sehr. Es geht gar nicht um Sex. Es geht darum, Entscheidungen für sich zu treffen.“
Zitat aus dem Buch „V is for Virgin“ von Kelly Oram aus dem ONE Verlag, Seite 175.

Das Ende kam für mich sehr überraschend und hat mir leider so gar nicht gefallen. Es kommt zu einigen Zerwürfnissen und Entwicklungen, die im Raum stehen gelassen und hoffentlich im zweiten Teil der Dilogie aufgegriffen werden. Der Epilog wirkte für mich gezwungen und ein Ereignis, mit dem ich schon viel eher gerechnet hätte, war mir auch wieder zu schnell, zu unrealistisch.


Fazit

Das Buch behandelt sehr wichtige Themen, die für mich aber nicht tiefgehend genug betrachtet wurden. Einige vermittelte Botschaften hätten mehr Unterstützung durch die Handlung gebraucht. Vielleicht bin ich mit zu hohen Erwartungen an das Buch herangegangen oder aber ich bin mit 30 Jahren schon zu alt für eine solche Geschichte. Ich kann mir aber vorstellen, dass jüngere Leser zumindest zum Nachdenken angeregt werden und sich ihre eigene Meinung zu den Themen bilden, wobei sie auf ihr Herz hören und keinem vorgegebenen, vielleicht auch festgefahrenen Standpunkt folgen.


Allgemeines zum Buch

Autor: Kelly Oram
Verlag: ONE Verlag
Erscheinungsdatum: 29.05.2020
Genre: Young Adult / Jugendbuch
Seiten: 321
Erster Band einer Dilogie
Meine Bewertung: 3/5 Sterne

1 Zitat aus dem Buch „V is for Virgin“ von Kelly Oram aus dem ONE Verlag, Seite 114.

Unbezahlte Werbung, da ich das Buch kostenfrei als Rezensionsexemplar vom Verlag erhalten habe, vielen Dank!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Kelly Oram

Kelly Oram schrieb mit 15 Jahren ihre erste Kurzgeschichte – Fan Fiction über ihre Lieblingsband, die Backstreet Boys, womit ihre Familie sie heute noch aufzieht. Sie ist süchtig nach Büchern, redet gern und viel und liebt Zuckerguss. Sie lebt mit ihrem Mann, vier Kindern und einer Katze am Rande von Phoenix, Arizona.

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