EINE JUNGE FRAU UND DIE HERAUSFORDERUNG IHRES LEBENS

Band 1 der neuen Reihe – jetzt überall erhältlich!

Die Dorfschullehrerin Eva Völler

1961: Als die Berliner Lehrerin Helene ihre neue Stelle in Hessen an der deutsch-deutschen Grenze antritt, begegnet man ihr im ländlichen, erzkatholischen Ort zunächst mit Ablehnung. Der althergebrachte drakonische Erziehungsstil, die Gleichgültigkeit der Kollegen - für die engagierte Helene ist es ein Kampf gegen Windmühlen. In Tobias, dem Landarzt, findet sie schließlich einen Verbündeten. Schon bald bedeutet er ihr mehr, als ihr lieb ist. Denn Helene hat ein Geheimnis - sie ließ sich nicht ohne Grund genau an diesen Ort versetzen …

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Die Dorfschullehrerin Eva Völler

1964: Als Helene das Angebot erhält, an die Schule in Kirchdorf zurückzukehren, zögert sie zunächst. Sie befürchtet, dass ihre Gefühle für den Landarzt Tobias ihr Leben erneut durcheinanderwirbeln könnten. Doch die berufliche Herausforderung lockt, und sie geht das Wagnis ein. Bei ihrer Ankunft muss sie feststellen, dass die Stationierung amerikanischer Truppen die Spannungen in dem kleinen Ort an der deutsch–deutschen Grenze noch verstärken. Helenes Freundin Isabella erwartet ein Kind von einem schwarzen GI, den die Nachbarn mit Argwohn behandeln. Und auch beruflich kommen auf die junge Lehrerin Probleme zu, mit denen sie nicht rechnen konnte ...

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Wirtschaftswunder, Aufbruchstimmung, Konsumgesellschaft – so lebt es sich in Westdeutschland zu Beginn der Sechzigerjahre. Man will es einfach nur schön haben und den Aufschwung genießen. Doch nicht überall herrscht die Unbeschwertheit der Freiheit. Mitten durch die erhaben schöne Rhön, dem „Land der offenen Fernen“, verläuft ein schmerzvoller Riss, der nicht nur das Land spaltet, sondern auch die einst so enge Gemeinschaft der dort lebenden Menschen.

Hier tritt 1961 die junge, idealistische Helene ihre neue Stelle als Lehrerin der Dorfschule an und gewinnt recht bald die Herzen ihrer kleinen Schutzbefohlenen.

Die innerdeutsche Grenze in den 1960er Jahren

handlungsorte

Leseprobe

Die Dorfschullehrerin - Was die Hoffnung verspricht

Eva Völler im Interview zum ersten Band ihrer neuen Reihe

Wovon handelt Ihr Roman »DIE DORFSCHULLEHRERIN – WAS DIE HOFFNUNG VERSPRICHT«?

Von der jungen Lehrerin Helene Werner, die im Jahr 1961 aus Ostberlin flüchtet und nach Hessen kommt, um dort an einer Dorfschule zu unterrichten. Doch sie hat ein Geheimnis, und keiner darf davon erfahren…

Schauplatz ist das Gebiet der Rhön in Hessen und Thüringen. Sie leben selbst in Osthessen, was macht die Gegend als Romansetting so besonders?

»Die Rhön ist schön!« ☺ Ursprünglich ein touristischer Slogan, entsprechen diese drei Worte meiner tief empfundenen Liebe zu diesem Landstrich. Man nennt die Rhön auch das Land der offenen Fernen, und wer einmal oben auf dem Gipfel der Wasserkuppe gestanden und in die Weite geblickt hat, versteht, was das bedeutet.

Die Zustände an der Dorfschule sind prekär, volle Klassenzimmer, massiver Lehrer:innen-Mangel und Kinder, die aufgrund der ökonomischen Situation ihrer Familien benachteiligt sind. Eigentlich nicht so anders als heute, oder?

Nein, das war damals noch deutlich schlimmer. Die Klassenstärken betrugen teilweise das Doppelte und Dreifache von dem, was heutzutage zulässig ist. Es gab weder Förderunterricht noch Inklusion. Wer nicht spurte, bekam einen „hinter die Löffel“. Autoritäre Erziehungsmethoden und Züchtigung waren in den 1960er-Jahren in der DDR schon längst verboten, im Westen waren sie noch gang und gäbe. Unvorstellbar heute, zum Glück.

Ein „blinder Fleck“ in der Gesellschaft der Nachkriegs-Jahre sind Alt-Nazis in „systemrelevanten“ Positionen, zum Beispiel im Bildungswesen – ist dieses Thema Ihrer Meinung nach zu wenig aufgearbeitet worden, vor allem im Westen?

Definitiv. Da wurden so manche allzu rasch „entbräunte“ Pädagogen viel zu unkritisch wieder auf die Schüler losgelassen. Einfach deshalb, weil man sich wegen des massiven Personalmangels nicht anders zu helfen wusste. Aber das betraf nicht nur das Bildungswesen. Der gesamte Staats- und Verwaltungsapparat musste am Laufen gehalten werden, frühere Nationalsozialisten saßen folglich überall, sogar in Landes- und Bundesparlamenten.

Die Folgen von Flucht und Vertreibung, zwei zentrale Themen in Ihrem Roman, wirken sich auf das Leben mehrerer Generationen aus – die deutsche Teilung riss ganze Familien auseinander, so auch die Vertreibung der Sudetendeutschen. Tragödien, die im Nachkriegs-Deutschland sicherlich keine Seltenheit waren. Warum wurde über diese Themen lange so wenig gesprochen?

In der DDR wurde über die Vertreibung der Sudetendeutschen geschwiegen, weil es die Beziehungen zu den sozialistischen und kommunistischen „Bruderländern“ belastet hätte. In der BRD war das aber durchaus über viele Jahre hinweg ein sehr wichtiges Thema. So schlossen sich zum Beispiel Sudetendeutsche in starken
Vertriebenenverbänden zusammen und es gab intensive politische Bemühungen der Entschädigung und Versorgung ganzer Bevölkerungsgruppen, die nach der Vertreibung buchstäblich alles verloren hatten.

Wettrüsten und Militärpräsenz, Patrouillen entlang des Grenzstreifens – auf beiden Seiten fürchtete man den feindlichen Übergriff, die Bedrohung schien immer präsent zu sein. Wie haben Sie selbst die Zeit des Kalten Krieges erlebt?

Als bedrückend, trostlos und teilweise beängstigend. Schon in den 1970er Jahren war ich häufig zu Besuch in Osthessen und habe die nahe Zonengrenze als stumme, beklemmende Bedrohung empfunden. Eine Reise nach Ostberlin Anfang der Siebzigerjahre hat mir in besonderer Weise aufgezeigt, wie umfassend das DDR-Regime die Freiheitsrechte der Menschen beschränkt hat und mit welchem Misstrauen alles überwacht wurde.

Ihre Romane erzählen Geschichten von starken, selbstbewussten und selbstständigen Frauen – warum ist Ihnen das Thema so besonders wichtig?

Frauen mussten sich ihre Rechte über viele Jahrzehnte hinweg erkämpfen, ein mühseliger Weg mit unzähligen kleinen Schritten und gegen alle nur erdenklichen Widerstände. Aber es gab immer schon Frauen, die sich nicht einfach fügen wollten. Die ihre Lebensziele vor Augen hatten und für sich einstehen konnten, auch wenn sie viele Hürden überwinden mussten. Für unsere Mütter, Großmütter und Urgroßmütter war das oftmals noch ein schwieriger Kampf. Heutzutage mögen die äußeren Umstände ein bisschen leichter geworden sein, dank bezahlter Elternzeit, Mütterrente und Frauenquoten. Doch noch immer ist unsere Gesellschaft von echter Gleichstellung ein großes Stück entfernt. Nur mit einem permanenten Bewusstsein für die Defizite kann dieser Weg irgendwann zum Ziel führen.

Die Autorin

© Olivier Favre

Eva Völler hat sich schon als Kind gern Geschichten ausgedacht. Trotzdem verdiente sie zunächst als Richterin und Rechtsanwältin ihre Brötchen, bevor sie die Juristerei endgültig an den Nagel hängte. "Vom Bücherschreiben kriegt man einfach bessere Laune als von Rechtsstreitigkeiten. Und man kann jedes Mal selbst bestimmen, wie es am Ende ausgeht."
Die Autorin lebt mit ihren Kindern am Rande der Rhön in Hessen.

Die neue Reihe gibt es auch zum Hören

Die Hörbuch-Sprecherin

Anja Stadlober
© Matthias David

Anja Stadlober, geb. 1984 in Kärnten, lebt und arbeitet als Synchronsprecherin und Synchronregisseurin in Berlin. Sie wurde durch ihre Rolle als Vera Seiffert in der Kinderserie Schloss Einstein bekannt und ist seit ihrer Kindheit Synchronsprecherin. Sie ist die feste deutsche Synchronstimme von Emma Stone und Mila Kunis. Häufig synchronisierte sie Olivia Wilde wie zuletzt in Der Fall Richard Jewell, außerdem sprach sie z. B. Zooey Deschanel in New Girl, Krystin Ritter u. a. in Gilmour Girls sowie gelegentlich auch Sängerinnen wie Rihanna und Lady Gaga.

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