Wären wir Vögel am Himmel
 - Erin Litteken - Hardcover
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24,00

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Hardcover
Literarische Unterhaltung
416 Seiten
ISBN: 978-3-7577-0040-9
Ersterscheinung: 28.03.2024

Wären wir Vögel am Himmel

Roman. Eine bewegende, persönliche Reise in die ukrainische Geschichte. Von der Autorin von DENK ICH AN KIEW
Übersetzt von Rainer Schumacher

(30)

Von der Kraft, die Hoffnung nicht zu verlieren und immer wieder neu anzufangen – eine bewegende, persönliche Reise in die ukrainische Geschichte

Sommer 1941. Wann immer sie kann, beobachtet Lilija die Vögel am Himmel. So frei zu sein, so unbeschwert! Ihr selbst ist beides nicht vergönnt, denn es herrscht Krieg, und die Wehrmacht rückt nun auch in der Ukraine vor. Wo bis vor Kurzem Stalins Handlanger für Schrecken sorgten, verbreiten jetzt die Deutschen Angst und Terror. Sie brauchen Arbeiter für ihre Felder, ihre Waffenfabriken. Auch Lilija, ihr Cousin Slavko und die erst zwölfjährige Halya finden sich unversehens mit Dutzenden anderen Ukrainern in einem Viehwagon nach Leipzig wieder. Wird ihre Kraft ausreichen, Angst und Qualen zu überstehen und den Krieg zu überleben? Werden sie ihre Familie wiedersehen?

Rezensionen aus der Lesejury (30)

HILDEGARDJONAS HILDEGARDJONAS

Veröffentlicht am 12.05.2024

„Zu leben ist eine Entscheidung.“ - Erin Littekens Roman: „ Wären wir Vögel am Himmel“

„Wären wir Vögel am Himmel von Erin Litteken“ ist ein Roman, der in der Ukraine spielt, zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Nach der sowjetischen Besatzung unter Stalin wird die deutsche Besatzung teilweise ... …mehr

„Wären wir Vögel am Himmel von Erin Litteken“ ist ein Roman, der in der Ukraine spielt, zur Zeit des zweiten Weltkrieges. Nach der sowjetischen Besatzung unter Stalin wird die deutsche Besatzung teilweise noch als Besserung angesehen. In Wolhynien und in Kiew gibt es junge Menschen, die mit ihren Eltern um ihre Zukunft bangen. Sie haben Träume. Lilijla in Wolhynien träumt davon, vielleicht Biologie und Kunst zu studieren. Sie beobachtet Vögel und malt gerne. Halya in Kiew, wächst behütet von ihren Eltern auf und liest Gedichte von Lesja Ukrainka, der Ukrainischen Nationaldichterin. Die Poesie tröstet sie, die nach ihrer Identität sucht und von ihrem Vater versichert bekommt, dass sie ihrer leiblichen Mutter sehr ähnlich sehe. Halya und Lilija lernen sich kennen, als sie von ihren Familien gewaltsam getrennt, von den Deutschen abgeholt werden und als Ostarbeiter in den Westen versendet werden. Sie sitzen im Zug nach Leipzig. Lilija ist in Begleitung von ihrem Vetter Slavko. In Wolhynien wurde unterdessen Maxim, Lilijas Onkel, zum Dorfvorsteher gewählt. Aber seiner Familie, seiner Frau Vika sowie den Kindern Sofia, Nadja und Bohdan, bleibt bald darauf keine andere Wahl, als die Heimat auch zu verlassen und in den Westen zu fliehen. Die Deutschen rücken immer näher und machen die Dörfer dem Erdboden gleich. Eine Postkarte von Slavko hatte die Familie vorher noch über seine und Lilijas Ankunft in Leipzig informiert. „Perfekt“, “sagte er (Maxim), nachdem er die Karte gelesen hatte. „Jetzt haben wir eine Adresse. Wir werden ihnen schreiben; dass wir kommen.“ (S.203)
Es beginnt eine Odyssee, die bis zum Ende des Krieges dauert. In einem Camp für "Displaced Persons" in Süddeutschland begegnen sie sich schließlich wieder. Die Auflösungserscheinungen am Ende des zweiten Weltkrieges werden beschrieben. Teilweise ist es ein Chaos und auch Anarchie, die herrschen und bei der Lektüre zu spüren sind. Grausam ist die Schilderung, wie die Jugendlichen die Zerstörung Dresdens 1945 miterleben müssen. Die Autorin Erin Litteken hat selber Vorfahren aus der Ukraine. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Illionois, U.S.A.. Sie kennt seit ihrer Kindheit die Geschichten über die erschütternden Erfahrungen ihrer Familie vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Eine Historische Vorbemerkung zu Beginn des Romans sowie die Anmerkungen der Autorin am Schluss des Buches, erleichtern dem Leser den Zugang zu der Materie des Romans. Die Schicksale der Hauptfiguren enden zum Glück gut. Sie können überleben und es gibt Fügungen für ein gutes Ende. Aber das, was sie vereint und alles überdauert ist dies: Es braucht die Entscheidung dafür, leben zu wollen. „Zu leben ist eine Entscheidung.“ (S. 253) Die Perspektive, in die U.S.A. auszuwandern, stimmt doch sehr hoffnungsfroh. Ein schönes Buch, trotz der grausamen Tatsache des Krieges.

Das Buch zu lesen war sehr interessant für mich. Vielen Dank, dass ich in der Leserunde mit dabei sein konnte!

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Kunst_im_Wort Kunst_im_Wort

Veröffentlicht am 12.05.2024

Mahnmal für Frieden

Sommer 1941 - weit weg und doch ganz nah. Erin Littekens persönlich bewegende Geschichte ist zeitaktueller denn je.
Mit ihrer kraftvollen, bildhaften Sprache lässt sie den Leser teilhaben…teilhaben an ... …mehr

Sommer 1941 - weit weg und doch ganz nah. Erin Littekens persönlich bewegende Geschichte ist zeitaktueller denn je.
Mit ihrer kraftvollen, bildhaften Sprache lässt sie den Leser teilhaben…teilhaben an den Schrecken des Krieges. Und zugleich hat sie Charaktere gezeichnet, die anziehen und auch solche, die abstoßen und genau damit regt sie beim Lesen zum nachdenken an. Sie wirft tiefgründige Fragen auf und ganz sicher die nach der Menschlichkeit.

Die Erfahrungen von Lilija, Halya und den anderen Figuren im Roman sind so spannend geschrieben, dass man das Gefühl hat selbst mittendrin zu sein. Man fühlt die Angst, den Schrecken und immer wieder…die Hoffnung. Sie ist wohl diejenige, die fast Unaussprechliches irgendwie überleben lässt.

Für mich ist heute in 2024 dieses Buch ein Mahnmal für den Frieden. Es gibt in keinem Krieg Gewinner und genau das sollte uns aufrütteln und bewegen.

Erin Litteken ist ein Juwel gelungen, welches zeitgleich eine Lehrmeisterin ist. DAS muss ein gutes Buch können! Mich zu berühren und etwas in mir zurücklassen, das mich bewegt.

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Drachenlicht Drachenlicht

Veröffentlicht am 11.05.2024

Wichtiger Einblick in die Geschichte mit poetischen Schreibstil

In "Wären wir Vögel am Himmel" wird aus wechselnden Perspektiven von den drei Protagonistinnen Lilija, Halya und Vika die schreckliche 2.Weltkriegs Zeit für die ukrainische Bevölkerung beschrieben.
Der ... …mehr

In "Wären wir Vögel am Himmel" wird aus wechselnden Perspektiven von den drei Protagonistinnen Lilija, Halya und Vika die schreckliche 2.Weltkriegs Zeit für die ukrainische Bevölkerung beschrieben.
Der Roman beginnt mit dem Rückzug der Sowjets und dem Einfall der Nazis. Lilija und Halya werden als Zwangsarbeiter nach Deutschland geschickt und so spielt der Roman ab ungefähr der Hälfte auch in Deutschland. Das unmenschliche Verhalten der Deutschen Besatzung in seinem ganzen Schrecken stellt der Roman gut da. Dabei wird auch immer wieder erwähnt, dass die Zeit unter den Sowjets ebenfalls schrecklich für die Ukrainer war. Insgesamt vermittelt der Roman einen guten Einblick in die Geschichte der Ukraine und die Unterdrückung der Ukrainer. Die kurze historische Einordnung der Autorin am Anfang rundet das Buch ab. Die Tatsache, dass der Roman auf Erlebnissen der Familie des Großvaters der Autorin basiert, macht diesen noch erschreckender.

Die Autorin beschreibt sehr eindrücklich, wie grausam diese Zeit für Ukrainer war. Auch die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Die poetische Sprache der Autorin im Kontrast mit dem schweren Inhalt hat mir persönlich besonders gut gefallen.

Den Roman würde ich jedem empfehlen, der sich für die deutsche oder ukrainische Geschichte interessiert. Man sollte sich aber bewusst sein, dass der Inhalt schwer zu lesen ist, da er eine sehr grausame Zeit für die ukrainische Bevölkerung umfasst. Der Schreibstil der Autorin erleichtert einem das Lesen aber sehr.

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Ancax Ancax

Veröffentlicht am 11.05.2024

Strategien und Emotionen in belastenden Situationen

Lilija kehrt nach dem Mord ihres Vaters durch polnische Nationalisten in ihr Haus in Maky zurück und kämpft mit Trauer und Verlust. Die Nazis deportieren Dorfbewohner als Zwangsarbeiter nach Deutschland, ... …mehr

Lilija kehrt nach dem Mord ihres Vaters durch polnische Nationalisten in ihr Haus in Maky zurück und kämpft mit Trauer und Verlust. Die Nazis deportieren Dorfbewohner als Zwangsarbeiter nach Deutschland, wobei Lilijas Freundin Nina bei einem Fluchtversuch ums Leben kommt. Olesky schließt sich der örtlichen Polizei der Schutzmannschaft an, um seine Familie zu schützen, was Lilija jedoch missbilligt. Obwohl er ihr einen Heiratsantrag macht, lehnt sie ab. Lilija trifft auf Filip Novak, einen polnischen Stallknecht, und ihre Beziehung wird kompliziert. Vika sorgt sich um Lilijas geistiges Wohlergehen, während diese sich nach ihren Verlusten zurückzieht. Die Nazis verstärken die Deportationen von Ukrainern. Lilija und Filip werden bei einem Überfall gefangen genommen, können jedoch fliehen. Filip hilft Lilija, mit ihrer Trauer umzugehen, und sie kommen sich näher, was Lilijas Gefühle verwirrt. Olesky gibt Bekannt, dass er sich dem Widerstand der Ukrainischen Auftsändischen Armee aufgestanden hat. Die Spannungen zwischen einheimischen Polen und Ukrainern nehmen zu, da die nationalistische Gewalt zunimmt.
Ich glaube, dass es ein sehr interessantes Buch ist, mit einem starken Einfluss auf dem Lesern. Mir hat es wegen der stärklichkeit der beschriebenen Situationen sehr gefallen. Der Stil ist deskriptiv, da er die Ereignisse in anstrengende Zeiten darstellt. Er ist auch kreativ, da es die Schrift des Autors charakterisiert. Es geht um eine eigene Art des Darstellen des Geschriebenes.
Wegen der Ereignisse sind die Charaktere stark entwickelt, da diese durch schwere Situationen gehen. Das Thema des Buches ist Resilienz und den Umgang mit Herausforderungen. Das Buch beschäftigt sich mit den Strategien und Emotionen der Figuren in belastenden Situationen.
Das Zielalter umfasst Menschen, die bereits etwas älter sind und das Leben in vergangenen Zeiten besser nachvollziehen können. Angesichts des aktuellen Krieges in der Ukraine ist dieses Thema besonders relevant.
Ein ähnliches Buch wäre A woman in Berlin. Eine Frau in Berlin.

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Malenasch Malenasch

Veröffentlicht am 10.05.2024

Packender Kriegsroman mit starken weiblichen Protagonistinnen

Das Buch erzählt von drei Frauen aus der Ukraine und ihrem Weg in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Lilija, Halya und Vika sind die 3 weiblichen Hauptfiguren aus deren Sicht abwechseln erzählt wird.
Lilija ... …mehr

Das Buch erzählt von drei Frauen aus der Ukraine und ihrem Weg in der Zeit des zweiten Weltkrieges. Lilija, Halya und Vika sind die 3 weiblichen Hauptfiguren aus deren Sicht abwechseln erzählt wird.
Lilija ist 17 und hat ihre ganze Familie verloren. Sie kommt bei ihrer Tante Vika und deren Familie unter, dort lernt sie auch Filip kennen.
Slavko der ältste Sohn von Vika und Lilija werden gemeinsam nach Deutschland deportiert und lernen auf diesem Weg, das Mädchen Halya kennen und nehmen sich ihrer an.
Der Roman beschreibt das Schicksal der 3 Jugendlichen in diesem Kriegsgeschehen und ihre Reise bis nach Deutschland. Ihr Aufenthalt im Lager, die Flucht und die Suche nach der restlichen Familie.
Der Roman wird in wechselnden Erzählsträngen geschildert, die am Anfang noch etwas verwirrend waren.
Die Autorin nimmt einen mit und besonders ihr Schreibstil hat mich gleich gefangen genommen. Das Thema ist kein leichtes und es werden die Grausamkeiten des Krieges beschrieben aber auch immer wieder die Hoffnung und UNterstützung untereinander.
Die drei weiblichen Hauptcharaktere haben mich sehr berührt und hier vorallem Vika und ihr starkes Kämpferherz.
Spannend auch, dass die Autorin in diesem Roman ihre eigene Familiengeschichte aufarbeitet und die Ukraine und das Schicksal dieses Landes in den Fokus kommt.
Als Fazit für mich lässt sich sagen, dass es ein packender, emotionaler Roman war der mich von Anfang an mitgenommen hat. Sicherlich kein leichtes Thema aber wer mehr über die Geschichte von der Ukraine erfahren möchte und starke weibliche Charaktere bevorzugt, findet an diesem Roman seine Freude.

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Autorin

Erin Litteken

Erin Litteken - Autor
© Susan Bennett

Erin Litteken hat einen Abschluss in Geschichte und liebt es zu recherchieren. Schon als Kind fesselten sie die Geschichten über die erschütternden Erfahrungen ihrer Familie in der Ukraine vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Idee zu ihrem Debütroman „Denk ich an Kiew“ reifte über Jahre in ihr. Dass seine Fertigstellung sich mit den aktuellen Ereignissen überschneidet, macht sie zutiefst betroffen. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren Kindern in Illinois, USA.

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