Die Optimierer
 - Theresa Hannig - Taschenbuch

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10,00

inkl. MwSt.

Bastei Lübbe
Taschenbuch
Science Fiction Romane
303 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-20887-6
Ersterscheinung: 29.09.2017

Die Optimierer

Roman

(66)

MEHRFACH PREISGEKRÖNT! Ausgezeichnet mit dem Stefan-Lübbe-Preis 2016 und dem Seraph 2018 für das beste Debüt.
Im Jahr 2052 hat sich die Bundesrepublik Europa vom Rest der Welt abgeschottet. Hochentwickelte Roboter sorgen für Wohlstand und Sicherheit in der sogenannten Optimalwohlökonomie. Hier werden alle Bürger von der Agentur für Lebensberatung rund um die Uhr überwacht, um für jeden Einzelnen den perfekten Platz in der Gesellschaft zu finden.
Samson Freitag ist Lebensberater im Staatsdienst und ein glühender Verfechter des Systems. Doch als er kurz vor seiner Beförderung beschuldigt wird, eine falsche Beratung erteilt zu haben, gerät er in einen Abwärtsstrudel, dem er nicht mehr entkommen kann. Das System legt alles daran, ihn zu optimieren ... ob er will oder nicht.

Mehr zu Theresa Hannig auf ihrer Homepage: www.theresahannig.de

Pressestimmen

„Damit steht Hannigs Buch in bester Tradition mit den großen Dystopien der Literaturgeschichte, Aldous Huxleys 'Schöne neue Welt' und George Owells '1984'.“
„Ein beeindruckendes Debüt und ein wichtiger Roman in unserer Zeit.“
„Theresa Hannig entwirft eine faszinierende Welt, die nahe an unserer Wirklichkeit ist. […] Die Optimisten ist kein Science-Fiction-Thriller, sondern ein intelligenter, nachdenklicher Roman über Gefühle in einer technisch hochentwickelten Zeit.“
„Ein klug konstruierter Roman, den ich kaum aus der Hand legen konnte.“
„Vielleicht ein mahnendes Beispiel in unserer nach Optimierung strebenden Gesellschaft. Krank gut!“

Rezensionen aus der Lesejury (66)

Squirrel Squirrel

Veröffentlicht am 23.07.2019

Die Jagd nach Sozialpunkten

Samson Freitag ist ein Lebensberater in der Bundesrepublik Europa (BEU). Jeder an seinem Platz, d.h. jeder Bürger bekommt dank eines Lebensberaters den passenden Beruf zugewiesen. Ein Vertrag bindet den ... …mehr

Samson Freitag ist ein Lebensberater in der Bundesrepublik Europa (BEU). Jeder an seinem Platz, d.h. jeder Bürger bekommt dank eines Lebensberaters den passenden Beruf zugewiesen. Ein Vertrag bindet den Bürger 10 Jahre, erst nach Ablauf dieser Frist, kann sich der Bürger der BEU einen anderen Lebensberater wählen und einen anderen Beruf bekommen. Sollte die Lebensberatung schlecht ausgehen, der Bürger in keinen Beruf aufgrund seiner Lebenseinstellung passt, so wird er in die Kontemplation abgestempelt und kann von nun an sein Leben im Nichtstun genießen. Man scheidet aus der Arbeitswelt aus, man kann tun was man will, Hauptsache man geht keiner Beschäftigung nach. Der Staat kümmert sich weiter, man bekommt ein Grundeinkommen.
Sollte man jedoch weiter abrutschen und unterhalb einer bestimmten Grenze an Sozialpunkten fallen, wird man ein Piretist und landet schnell im Internat. Aus diesem Internet kehrt selten jemand zurück in die Normalität.

Es läuft gut für Samson Freitag, er steht kurz vor einer Beförderung, ihm fehlen nur noch wenige Sozialpunkte. Er lebt ganz nach dem Motto, jeder an seinem Platz.

Mit seiner Mutter gibt es allerdings oft Streit, da sie sich für diese schöne neue Welt absolut nicht begeistern kann. Ein weiterer großer Kritikpunkt ist das Fleischverbot, es gibt Synthfleisch. Alles andere ich schlecht für Umwelt, schlecht für den Körper und schlecht für das gesamte Wohlbefinden. Fleischkonsum wird schwer geahndet, man kann im Gefängnis landen. Außerdem verliert man sehr viele Sozialpunkte.

Ein Tag in seinem Berufsleben lässt die Karriere von Samson plötzlich tief rutschen. Eine ehemalige Kundin hat Selbstmord begangen. Von da an geht es steil bergab mit dem sonst so kompetenten Lebensberater.
Ihm bleibt nichts anders übrig, als sich ruhig zu verhalten, um neue Sozialpunkte zu sammeln, damit er sein Leben wieder in den Griff bekommt.

So schön es anfangs auch klingen mag, eine vollständige Überwachung ist für keinen gut.
Die Vorstellung, sich seinen Beruf nicht selber aussuchen zu dürfen, ist erschreckend. Genauso sieht es mit den Sozialpunkten aus. Da flucht man oder beschimpft jemanden und schon verliert man Punkte.
Der Schreibstil gefällt mir sehr, Theresa Hannig hat ein interessantes Debüt geschrieben.
Die Fortsetzung „Die Unvollkommenen“ wartet schon auf mich. Ich bin gespannt, wie sich die Geschichte entwickelt und ob man von den Charakteren aus „Die Optimierer“ weiteres erfährt.


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Jess_Ne Jess_Ne

Veröffentlicht am 02.07.2019

Der Preis einer optimierten Gesellschaft

„Jeder an seinem Platz.“

2052: Samson Freitag lebt in der Optimalwohlökonomie, wo jeder Bürger seinen festen Platz hat und nahezu lückenlos überwacht wird. Samson arbeitet als staatlicher Lebensberater ... …mehr

„Jeder an seinem Platz.“

2052: Samson Freitag lebt in der Optimalwohlökonomie, wo jeder Bürger seinen festen Platz hat und nahezu lückenlos überwacht wird. Samson arbeitet als staatlicher Lebensberater und stellt sicher, dass jeder Mensch der Bundesrepublik Europa dem für ihn ‚optimalen‘ Beruf zugewiesen wird. Er geht in seiner Tätigkeit in der Agentur für Lebensberatung und auch im System des Überwachungsstaates vollkommen auf. Durch seine zahlreichen beruflichen Erfolge und unzähligen Korrekturvermerke, die er zu jeder sich bietenden Gelegenheit verfasst, steht Samson nun kurz vor der lang ersehnten Beförderung. Das sein Umfeld nicht gerade positiv auf seinen Optimierungswahn und seine Systemtreue reagiert, scheint er dabei nicht einmal zu bemerken. Was sollte man schon gegen eine optimierte Gesellschaft einzuwenden haben?
Sein Weltbild scheint erst ins Wanken zu geraten, als er beschuldigt wird, eine falsche Berufsberatung erteilt zu haben. Das System, dass er so leidenschaftlich verteidigt hat, droht ihn vollkommen zu zerstören oder, wie man in der Optimalwohlökonomie sagen würde, ihn vollkommen zu optimieren…

Selten habe ich ein fesselnderes und gleichzeitig erschreckenderes Zukunftsszenario gelesen, als Theresa Hannigs ‚Die Optimierer.‘ Und obwohl Samson Freitag nicht gerade der größte Sympathieträger der literarischen Welt darstellt, kommt man nicht umher, Mitleid mit ihm zu empfinden. Pointiert und mit einer gut dosierten Prise Humor wird hier das Bild einer vermeintlich idealen Welt skizziert, in der Samson, der im System vollkommen aufgeht, erst hervorragend zurechtkommt, bis ihm seine Treue zum Staat und sein unerschütterliches Vertrauen in die technisierte Welt und den Globitalismus (globale Kapitalismus) zum Verhängnis werden.

Eindringlich, erschreckend und so spannend, dass ich das Buch erst wieder aus der Hand legen konnte, nachdem ich das Ende erfahren hatte.

FAZIT

Was passiert, wenn die Menschen der lückenlosen Überwachung mehrheitlich zustimmen und sogar freiwillig Teil eines solchen Systems werden?

‚Die Optimierer‘ gibt eine erschreckende Antwort darauf, die lange nach dem Schließen des Buches noch nachdenklich macht. Dabei wirkt Samsons Geschichte aber nie wie eine belehrende Parabel, sondern wie eine Folge ‚Black Mirror‘ gespickt mit jeder Menge Spannung, politischen Intrigen und Anspielungen auf Focault und Kant. Sozialpunkte, Sicherheitsroboter, Kameras an jeder Straßenecke. Die Vision einer Zukunft von der wir, wenn wir nicht aufpassen, nicht mehr allzu weit entfernt sind.

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Tynes Tynes

Veröffentlicht am 01.07.2019

Optimiert?

Also das Thema fand ich echt spannend und auch erschreckend, wenn man mal genauer drüber nachdenkt...
Ich denke, soweit entfernt sind wir wahrscheinlich gar nicht mehr von einer solchen Realität.
Insgesamt ... …mehr

Also das Thema fand ich echt spannend und auch erschreckend, wenn man mal genauer drüber nachdenkt...
Ich denke, soweit entfernt sind wir wahrscheinlich gar nicht mehr von einer solchen Realität.
Insgesamt fand ich es gut geschrieben, der Schreibstil war flüssig und leicht zu lesen.
Von Samson hätte ich mir noch mehr Details gewünscht, welche ihn greifbarer machen.
Die Story hat sich an manchen Stellen leider auch gezogen, weil nicht viel passiert ist.
Dadurch fiel es mir besonders abends im Bett schwer, am Ball zu bleiben.

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Leseigel Leseigel

Veröffentlicht am 19.05.2019

Beklemmende Zukunftsvision

Normalerweise bin ich - Durchschnittsleser - eher skeptisch, wenn ein Buch mit einem Preis ausgezeichnet wird. Bei dieser Lektüre wurde ich eines besseren belehrt. Das Buch hat den preis völlig zu Recht ... …mehr

Normalerweise bin ich - Durchschnittsleser - eher skeptisch, wenn ein Buch mit einem Preis ausgezeichnet wird. Bei dieser Lektüre wurde ich eines besseren belehrt. Das Buch hat den preis völlig zu Recht bekommen.
Die Geschichte spielt im Jahr 2052, also eine nicht allzu weit entfernte Zukunft. Der Staat kümmert sich um sämtliche Belange seiner Bürger. "Jeder an seinen Platz" ist das Ziel. Um dies zu erreichen, wird jeder permanent überwacht bis hinein in die intimsten Details seines Lebens. Samson Freitag ist Lebensberater. Er sorgt dafür, dass jeder Bürger die Aufgabe bekommt, für die er am besten geeignet ist und der Gesellschaft am meisten dient . Samson ist zufrieden. Es geht ihm gut. Er sammelt fleißig Sozialpunkte und stellt das System nicht in Frage. Das ändert sich jedoch ganz plötzlich, als sich eine junge Frau, die er beraten hat, umbringt. Samson verliert auf einen Schlag einen großen Teil seiner Sozialpunkte, die seine soziale Stellung definieren. Es folgt die soziale Ausgrenzung, da jeder im Internet auf seinen Sozialpunktestand aufmerksam gemacht wird, der ihn als Asozialen ausweist. Samson kann sich seinen Absturz nicht erklären. Er reagiert aggressiv auf die ständige Überwachung die Übernahme wichtiger Aufgaben durch Roboter, die man kaum noch von Menschen unterscheiden kann. Als er in ein Umerziehungslager deportiert werden soll, wendet er sich hilfesuchend an eine Widerstandsgruppe.
Die Autorin entwirft das Bild einer Gesellschaft der vollkommenen Überwachung und in der Roboter eine steigende Zahl von Aufgaben übernehmen. Abweichendes verhalten wird zum Wohle der Gemeinschaft sofort und rücksichtslos bestraft. Die Hauptfigur Samson Freitag ist nicht wirklich sympathisch, das er auch während seines sozialen Absturzes das System an sich nicht in Frage stellt.
Was für mich erschreckend war, ist, dass viele der im Roman aufgezeigten Möglichkeiten der Überwachung und Reglementierung , bereits heute in Ansätzen vorhanden sind.
Für mich ist der Roman ein Warn- und Weckruf sensibler mit den eigenen Daten umzugehen und technische Entwicklungen in Hinblick auf eine soziale Gesellschaft zu hinterfragen.

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Janesway Janesway

Veröffentlicht am 11.01.2019

Wie sieht der optimale Weg, zu leben, aus?

„Jeder an seinem Platz!“

2052: Europa hat sich abgeschottet und lebt in einer Optimalwohlökonomie, dank smarter Roboter, die einen Großteil der Arbeit übernehmen. Allen geht es gut und jeder kennt seinen ... …mehr

„Jeder an seinem Platz!“

2052: Europa hat sich abgeschottet und lebt in einer Optimalwohlökonomie, dank smarter Roboter, die einen Großteil der Arbeit übernehmen. Allen geht es gut und jeder kennt seinen Platz in der Gesellschaft. Dafür sorgt die Agentur für Lebensberatung, die ihn anhand genauer personenbezogener Daten für einen festlegt. Protagonist Samson Freitag steht in ihrem Dienst und ist überzeugter Systemvertreter. Schneller als ihm lieb ist, muss er aber erkennen, dass das System weder verzeiht noch anders kann, als zu optimieren.

Theresa Hannigs Debütroman „Die Optimierer“ wurde mit dem Stefan-Lübbe-Preis ausgezeichnet. Da die verwendete Zukunft ausnahmsweise nicht in allzu weiter Ferne liegt, konnten viele aktuelle Denkanstöße mit eingeflochten werden. Thematisiert wird zum Beispiel: Abschottung gegen Flüchtlinge, Handy-Sucht, Überwachung, Datenschutz, öffentliche Verkehrsmittel vs. Privatwagen und noch einige mehr.

Der Hauptcharakter mit seiner Systemtreue ist nicht nur anstrengend, er bleibt auch nach seinem Wandel eher unsympathisch. Es ist die allgemeine Frage, wie man aus einer Situation wie seiner wieder raus finden kann, nicht die Besorgnis oder das Mitgefühl um den Protagonisten, die neugierig weiterlesen lässt.

Obwohl das Buch sehr gut anfängt und viele visionäre Ansätze enthält, wie das Leben zukünftig gestrickt sein könnte, driftet es gegen Ende zu sehr in eine ganz andere Richtung ab. Der Ausgang ist trotz versuchter Täuschung vorzeitig absehbar und leider erst nach einigen gedehnten Szenen ohne großartige Bedeutung erreicht.

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Autorin

Theresa Hannig

Theresa Hannig - Autor
© Olivier Favre

Theresa Hannig wurde 1984 in München geboren. Sie studierte Politikwissenschaft, Philosophie und VWL und arbeitete als Softwareentwicklerin, Beraterin für IT-Sicherheit und als Projektmanagerin von Solaranlagen. Mit ihrem Debütroman „Die Optimierer“ gewann sie den Stefan-Lübbe-Preis 2016 und den Seraph 2018 für das Beste Debüt. Sie lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von München.

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