Wir sitzen im Dickicht und weinen
 - Felicitas Prokopetz - Hardcover
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22,00

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Hardcover
Gegenwartsliteratur
208 Seiten
ISBN: 978-3-8479-0161-7
Ersterscheinung: 26.01.2024

Wir sitzen im Dickicht und weinen

Roman

(24)

Valerie hat nicht die einfachste Beziehung zu ihrer Mutter. Am besten klappt es, wenn die beiden einander nur selten sehen. Doch eine Krebsdiagnose schafft neue Tatsachen – vom einen Tag auf den anderen muss Valerie für ihre Mutter da sein, ganz gleich, wie schwer ihr das fällt. Und sie bekommt es mit der Angst zu tun: Was, wenn dies tatsächlich das Ende ist? Als zeitgleich Valeries Sohn beschließt, ein Schuljahr im Ausland zu verbringen, droht ihre Welt vollends aus den Fugen zu geraten.

»Ein kluger, vielschichtiger Roman, der traurig-schön davon erzählt, was Familie mit uns macht.« CAROLINE WAHL

Pressestimmen

„Ein Familienroman, der fesselt und nachdenklich macht – so fein und klug beschrieben, wie ich es selten gelesen habe. Sehr poetisch!“
„Leicht und licht erzählt Prokopetz von durchaus schweren und finsteren Familienmomenten. Ein beeindruckendes Debüt!“
„Mütter und ihre Töchter, Selbstermächtigung und Befreiung: schwere Themen, mit Leichtigkeit verhandelt. Ein Debüt von berührender Sanftheit“ 
„Eine sehr packende, sehr ehrliche und sehr klare Geschichte“
„Mutterschaft und Tochtersein verhandelt die Autorin in diesem lesenswerten Roman ebenso wie das Patriarchat – ein Buch, das nicht nur Frauen lesen sollten!“
„Ein generationenübergreifender Familienroman, der einem wirklich unter die Haut geht. So raffiniert gemacht, dass man unwiderruflich anfängt, über seinen eigenen Platz in der Familienhierarchie nachzudenken. Sehr beachtlich!“
„Ein kluger, psychologisch sehr fein erzählter Familienroman“ 
„Felicitas Prokopetz ist eine Meisterin der Verdichtung; ihre Sprache von schlichter, unaufdringlicher, mitunter heiterer Eleganz. Ein überaus gelungenes, lesenswertes Debüt“ 
„Ein vielschichtiger und poetischer Roman über das Muttersein mit all seinen Hürden und Herausforderungen“

Rezensionen aus der Lesejury (24)

warda warda

Veröffentlicht am 17.02.2024

Generationsübergreifende Einflüsse

Felicitas Prokopetz schreibt in diesem Buch über das Leben von Müttern und Töchtern einer Familie.
Der Roman umfasst Biografien aus drei Generationen, vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur heutigen Zeit. ... …mehr

Felicitas Prokopetz schreibt in diesem Buch über das Leben von Müttern und Töchtern einer Familie.
Der Roman umfasst Biografien aus drei Generationen, vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zur heutigen Zeit. Die Kapitel sind eher kurz gehalten und geben jeweils Einblick in die Erlebnis- und Gefühlswelt der weiblichen Familienmitglieder.
Anfangs fiel es mir ein wenig schwer die konkreten Beziehungen der vorkommenden Namen zuzuordnen, aber im Leseprozess erkennt man nach und nach die Verbindungen zwischen den Biografien und auch die (positiven als auch negativen) Einflüsse, die über die Generationen hinweg, greifen. Besonders die Einblicke aus Valeries Perspektive fand ich sehr eindrücklich und ich konnte mich gut in sie hineinfühlen als auch die schwierige Beziehung zur Mutter zwischen Verpflichtungen und Kränkungen nachempfinden.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

ricks ricks

Veröffentlicht am 06.02.2024

Offen, schmerzlich, wohltuend.

Wir sitzen im Dickicht und weinen ist ein ganz besonderer Roman. Mich hat dieses Buch auf eine Art berührt, die ich bis jetzt selten erlebt habe.

Wir Leser:innen lernen die Familie rund um Valerie kennen. ... …mehr

Wir sitzen im Dickicht und weinen ist ein ganz besonderer Roman. Mich hat dieses Buch auf eine Art berührt, die ich bis jetzt selten erlebt habe.

Wir Leser:innen lernen die Familie rund um Valerie kennen. Alle Frauen der Familie werden vorgestellt und begleitet: Erst als Tochter, dann als Frau und Mutter und später als Großmutter einer Enkelin.

Dieser Roman zeigt, wie sehr die Auffassungen des gelebten Lebens auseinander klaffen, wie unterschiedlich Mutter und Tochter die selbe Beziehung sehen.

Ich konnte mich sehr mit Valerie identifizieren und habe das Gefühl, einen Einblick in die gegenüberstehende Seite gewonnen zu haben.

Die Autorin Felicitas Prokopetz lässt gewisse Dinge ungesagt und lässt der Leser:in Zeit und Platz, selbst über gewisse Dinge nachzudenken und zu reflektieren.

Natürlich hätte ich mir ein Ende gewünscht, dass klar und deutlich die Gefühle der Protagonistin zeigt, doch ich denke durch das tatsächliche Ende kann ich vieles für mich klären.

Ich empfehle dieses Buch jeder Tochter, die die eigene Mutter-Tochter-Beziehung noch einmal unter die Lupe nehmen möchte

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sumchi95 sumchi95

Veröffentlicht am 04.02.2024

Ein beeindruckendes Buch!

Meinung:
Dieses Buch konstruiert ein Authentizität und Emotionalität der Extraklasse und entwirft zwei Protagonisten, die als Paradebeispiel zweier Generationen gelten könnten, da sie die Probleme aufzeigt, ... …mehr

Meinung:
Dieses Buch konstruiert ein Authentizität und Emotionalität der Extraklasse und entwirft zwei Protagonisten, die als Paradebeispiel zweier Generationen gelten könnten, da sie die Probleme aufzeigt, was passiert, wenn eine der beiden schwer erkrankt und plötzlich das Leben dadurch in einem ganz anderen Licht erscheint.
Dieses Buch ist dabei jedoch intellektuell genug, Fragen offen zu lassen, seinen Protagonisten Raum für Fragen, für Zweifel zu geben, auf die es eben oft nicht die eine Antwort gibt und genau diese hohe Kunst, des Verständnisses der eigenen Charaktere gegenüber, macht dieses Buch zu einem wahren Juwel. Hier wird nicht hochsentimental mit Emotionen um sich geworfen, sondern auf eine ganz authentische und sanfte Art erzählt, die von einer klaren Sprache getragen wird.

Ein Buch, welches sprachlich begeistert, dessen Charakterstudie von einer einmaligen Intensität und Intelligenz zeugt Für mich eines der beeindruckendsten Bücher des noch jungen Jahres!

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Buecherhexe Buecherhexe

Veröffentlicht am 04.02.2024

Familie im Laufe und Wandel der Zeit

Seit Eva ihre erste Tochter gebar (Schade, die Bibel sagt nichts darüber), gibt es den Mutter-Tochter-Konflikt, der aber mit dem Verhältnis Großmutter-Enkeltochter nicht fortgeführt wird. Großmütter und ... …mehr

Seit Eva ihre erste Tochter gebar (Schade, die Bibel sagt nichts darüber), gibt es den Mutter-Tochter-Konflikt, der aber mit dem Verhältnis Großmutter-Enkeltochter nicht fortgeführt wird. Großmütter und Enkeltochter verstehen sich, ergänzen sich, sie harmonieren miteinander. Die Großmütter haben nicht mehr den Erziehungsauftrag und können die Mädchen (und auch Jungen) nach Herzenslust verwöhnen. Christina, die Frau in der Mitte, versteht sich nicht mit ihrer Mutter und zu ihrer Schwiegermutter hat sie bestenfalls ein angespanntes Verhältnis. Leider vermag sie es nicht, irgendeine positive Beziehung zu ihrer Tochter Vali aufzubauen. Als Kind wurde Vali vollkommen von ihrer Mutter vernachlässigt, das Kind ging morgens ohne Frühstück in die Schule, es hatte nie adäquate Kleidung zum Anziehen, nach der Schule musste sich Vali allein durchschlagen, denn die Mutter hatte immer einen tagesaktuellen Freund da. Und wenn ihre Beziehung in die Brüche ging, jammerte sie Vali die Ohren voll, obwohl Vali viel zu jung war, um das zu verstehen. Interessant ist, im Alter, als Vali einen pubertierenden Sohn hat, um den sie sich fast zu liebevoll kümmert, nun Christina ihre Rechte einfordert. Sie hätte während Valis Kindheit alles für ihr Kind getan, ihr alle Liebe und Freiheiten gegeben, die das Kind gebraucht hätte und nun fordert sie Liebe und Pflege und Gesellschaft von Vali.
In ihrer Erinnerung erlebt Christina nur die wenigen schönen Momente, die sie mit Vali hatte. Gespräche an der Küchentheke etwa oder das gemeinsame Dekorieren der Wohnung vor Weihnachten. Dass sie das Kind jedes Wochenende zur Schwiegermutter abgeschoben hat, das übersieht Christina. Oder, wenn Vali nächtens nach einem bösen Traum zur Mutter gelaufen kann, wurde sie brutal zurück ins Kinderzimmer verfrachtet und Türe zugeworfen. Und nun wundert sich Christina über ihre undankbare Tochter und ist der Meinung, die beiden Großmütter hätten Vali als Kind zu sehr verwöhnt. Das hätte dem Kind geschadet. Christina sieht sich als Opfer: “...Vali ist doch selbst Mutter, sie weiß ja, wie viele Windeln eine wechselt, wie wenig eine jahrelang schläft, wie viele lange Abende eine zu Hause verbringt, während die ganze Welt sich vergnügt…” (S. 191) “...Etwas an Vali ist unerbittlich. Sie hat mir nie verziehen, dass ich keine brave Mutti war, Ecken, Kanten und Leidenschaften hatte, denkt Christina”. (S. 192)
Es gibt viele Konflikte, zwischen Christina und ihren Eltern, zwischen Christina und ihrem Mann Roman, zwischen Christina und ihrer Schwiegermutter und eben zwischen Christina und ihrer Tochter Vali. Und doch endet das Buch in einer versöhnlichen Note. Vali erinnert sich an einem heißen Sommertag, ein Sommergewitter fegte durch die Straßen und Vali lief mit ihrer Mutter an der Hand, beide barfuß, in den Regen hinaus und genoß “das Glück eines Sommergewitters” (S. 205).
Die Geschichte wird nicht linear erzählt, sie wird immer wieder unterbrochen mit Erinnerungen und Szenen aus der Kindheit der Protagonisten: aus Christinas Kindheit, aus Valis Kindheit, aus Romans Kindheit, aus dem Leben der Großeltern. Zuerst ist es etwas schwierig, sich da reinzulesen, den Durchblick zu behalten. Aber irgendwann nimmt das Buch den Leser gefangen, zieht ihn in diese Familiengeschichten hinein und am Ende ist besagter Leser enttäuscht, dass es schon aus ist.

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Vonny Vonny

Veröffentlicht am 02.02.2024

Die Geschichten hinter den Geschichten

Das Buch „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ von Felicitas Prokopetz hat mir richtig gut gefallen. Der Roman beschreibt über mehrere Generationen hinweg, das Leben und die Entwicklung der Frauen einer ... …mehr

Das Buch „Wir sitzen im Dickicht und weinen“ von Felicitas Prokopetz hat mir richtig gut gefallen. Der Roman beschreibt über mehrere Generationen hinweg, das Leben und die Entwicklung der Frauen einer Familie. Der Leser kann verfolgen wie sie als kleine Mädchen aufgewachsen und erzogen worden sind und wie sie sich in ihre jeweilige Mutterrolle entwickelt oder eingefügt haben. Sehr schön wird beschrieben wie jede Generation ihre Probleme und Schwierigkeiten hatte. Es begründet auch, warum manche Mütter so sind wie sie sind und ihre Kinder die Probleme haben, die sie haben.

Hauptprotagonistin ist Valerie, sie erfährt zu Beginn des Romans das ihre Mutter an Krebs erkrankt ist und auch wenn ihre Beziehung schwierig ist, kümmert sie sich um sie. Des weiteren möchte Valeries Teenie Sohn ein Austauschjahr absolvieren, was für sie unvorstellbar ist, da sie ihn sehr bemuttert und behütet. Valerie leidet sehr unter dieser Situation und möchte sich das aber nicht anmerken lassen. Das geht natürlich nicht lange gut und unter der Belastung eskaliert die Situation endlich.

Der Debütroman der Autorin ist in meinen Augen sehr gelungen. Der Text ist wunderschön geschrieben und ich war von der ersten Seite an gefesselt. Einen extra Pluspunkt bekommt das schöne Cover von mir.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Felicitas Prokopetz

Felicitas Prokopetz studierte Philosophie an der Universität Wien und Sprachkunst an der Universität für Angewandte Kunst sowie Literarisches Schreiben am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Sie lebt und arbeitet als Autorin und Texterin in Wien.

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