Alles gut
 - Cecilia Rabess - eBook
Coverdownload (300 DPI)

23,99

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Literarische Unterhaltung
429 Seiten
ISBN: 978-3-7517-5958-8
Ersterscheinung: 28.03.2024

Alles gut

Roman. „Ein messerscharf beobachteter und geistreicher Roman im Gewand einer berührenden Liebesgeschichte – oder eben andersherum“ Nick Hornby
Übersetzt von Simone Jakob

(36)

Jess bekommt einen begehrten Job bei Goldman Sachs in New York. Zu blöd, dass ihr dort ausgerechnet Josh über den Weg läuft, der ihr mit seinen reaktionären Ansichten schon in der Uni auf die Nerven gegangen ist. Doch er entwickelt sich bald zu ihrem engsten Verbündeten im Büro – und den kann sie als einzige Frau und einzige Schwarze dort gut gebrauchen.

Aus den Kontrahenten werden Freunde – die dennoch beherzt weiterstreiten. Bis sich in die täglichen Grabenkämpfe der alles unnötig komplizierende Faktor namens Liebe einschleicht.

Es ist die alte Geschichte von Gegensätzen, die sich anziehen – und zugleich ein Plädoyer für Toleranz, Neugierde und dafür, miteinander im Gespräch zu bleiben.

Rezensionen aus der Lesejury (36)

Venice Venice

Veröffentlicht am 14.04.2024

Interessant und aktuell

Jess und Josh kennen sich bereits seit ihrer Zeit an der Universität und konnten sich dort schon nicht ausstehen. Nach Abschluß des Sudiums ergattert Jess einen Job als Analystin bei Goldman Sachs und ... …mehr

Jess und Josh kennen sich bereits seit ihrer Zeit an der Universität und konnten sich dort schon nicht ausstehen. Nach Abschluß des Sudiums ergattert Jess einen Job als Analystin bei Goldman Sachs und ausgerechnet Josh, der schon in seinem 2. Jahr ist, wird ihr Mentor. Das alte Beziehungsdrama scheint sich zunächst zu wiederholen.

Dazu kommt, Jess ist schwarz, Tochter eines alleinerziehenden Vaters muss sich alles hart erarbeiten während Josh Kind vermögender Eltern ist dem alles schon in die Wiege gelegt wurde. Die Frage, ob schwarze Frauen trotz gleicher Bildung mit weißen Männern immer noch niedriger angesehen wird spielt eine große Roll. Aber auch die politischen Gegensätze in den Zeiten des Regierungswechsels von Obama zu Trump spielen eine Rolle.

Ein interessantes Buch über das Alltagsleben in den USA nicht nur eine Liebesgeschichte zwischen schwarz und weiß. An den Schreibstil komplett in der Gegenwartsform muss man sich erst gewöhnen, ich habe mich aber gut einlesen können und mochte den eher nüchternen Schreibstil ohne große Ausschmückungen.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

JaninaEl JaninaEl

Veröffentlicht am 08.04.2024

Tiefgreifende Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen unserer Zeit

In ihrem Roman „Alles gut“ setzt sich Cecilia Rabess nicht nur oberflächlich mit dringenden Problemen und Streitthemen unserer Gesellschaft auseinander, sondern geht tief rein in die innere Zerrissenheit ... …mehr

In ihrem Roman „Alles gut“ setzt sich Cecilia Rabess nicht nur oberflächlich mit dringenden Problemen und Streitthemen unserer Gesellschaft auseinander, sondern geht tief rein in die innere Zerrissenheit und Unsicherheit der jungen, schwarzen Jess, die sozial eher in der weißen Mittel- bis Oberschicht verkehrt, aufgrund ihres Jobs und ihrer Freunde/ihres Freundes. Die Zeitspanne der Erzählung reicht von der Wahl Barack Obamas zum US-Präsidenten bis hin zur Wahl Donald Trumps zum Selbigen, was in vielen Gesichtspunkten (kulturell, historisch, gesellschaftlich) eine ereignis- und konfliktreiche Zeit für alle darstellt. Was dieses Buch aber beindruckend herausarbeitet, ist wie viel tiefergehend und anspruchsvoll all diese Ereignisse und Konflikte für eine junge, aufstrebende aber eben schwarze Frau in den USA sein muss.
Trotz der Dicke des Buches habe ich es in 2 Tagen durchgelesen, weil ich es einfach nicht weglegen konnte und wollte. Mich haben die Geschichte und die Gedanken von Jess so sehr gefesselt und ich war schnell emotional sehr investiert in den Werdegang der Protagonistin und ihrer Beziehung zu anderen. Komplett fertig gemacht hat mich dann der Teil, in dem sie zurück bei ihrem Vater ist, ohne zu viel verraten zu wollen. Spätestens da war das Weglegen des Buches keine Option mehr und ich musste wissen, wie es weitergeht. Wollte wissen, wie man mit so etwas umgehen kann und sich wieder fangen kann.
Ich bin großer Fan von der Covergestaltung, finde sie sehr gelungen!
Mein einziger Kritikpunkt ist nicht einmal eine Kritik am Buch selbst, sondern an der Übersetzung. Ich kann natürlich nur vermuten, wie klug und authentisch die Geschichte im Original klingen muss. Die Übersetzung hingegen ist teilweise etwas hölzern und unnatürlich, vor allem wenn es um gesprochene Sprache und Gedanken geht und dann auch noch um zeitgenössische, ist eine deutsche Übersetzung oftmals schwierig. Im Deutschen würde niemand so sprechen, während ich mir gut vorstellen kann, wie dieselben Aussagen und Formulierung im Englischen komplett alltäglich sind. Da das eben nicht am Geschriebenen selbst kritisiert werden kann, ein gängiges Problem ist und zum Teil vielleicht auch einfach nur Geschmackssache, möchte ich keinen einzigen Stern von meiner finalen Bewertung abziehen.
Ich bin so froh, eine neue Autorin entdeckt zu haben, deren Schreibstil, Gedanken und Herangehensweise mich direkt begeistert haben. Die Figuren, deren Umgang und Diskussionskultur untereinander und ihre emotionale und persönliche Entwicklung waren für mich eine Offenbarung. Ich kann es schwer in Worte fassen, wieso das Buch so sehr zu mir gesprochen hat, da fehlt mir leider die literarische Finesse einer Cecilia Rabess :)

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

chiaralara36 chiaralara36

Veröffentlicht am 08.04.2024

Eine kluge und berührende Lovestory über Zugehörigkeit und Diskriminierung in den modernen, politisch gespaltenen USA

Mit Alles Gut ist Cecilia Rabess ein kleines Kunststück gelungen! Vordergründig gerahmt von einer intelligenten, temporeichen Lovestory behandelt die Autorin gekonnt zentrale Konfliktlinien der Gegenwart ... …mehr

Mit Alles Gut ist Cecilia Rabess ein kleines Kunststück gelungen! Vordergründig gerahmt von einer intelligenten, temporeichen Lovestory behandelt die Autorin gekonnt zentrale Konfliktlinien der Gegenwart und gesellschaftliche Ungleicheitsdimensionen aus intersektioneller Perspektive.

Jess, hochintelligent und Mathegenie, schwarz, Frau, Halbwaisin, aus der unteren Mittelschicht will mehr vom Leben, besonders aber Anerkennung, die ihr in einer noch immer zutiefst ungerechten Gesellschaft aufgrund ihrer Herkunft, ihres Geschlechts und ihrer Hautfarbe zu oft verwehrt wird. Ihr vermeintlicher Schlüssel dazu, und in einem kapitalistischen System vollkommen nachvollziehbar, ist Geld, und so sucht sie sich nach dem Collegeabschluss einen begehrten Analystenjob bei Goldman Sachs. Dort fällt sie zwischen weißen, männlichen Kollegen aus gutem Haus in jeder Hinsicht aus dem Rahmen, und kämpft sich trotzdem gegen alle Widerstände durch.

Mehr und mehr fühlt sie einen Konflikt in sich, ob die lang ersehnte finanzielle Anerkennung im prestigeträchtigen Job, das ist was sie tatsächlich glücklich macht. Doch von dem was sie glücklich macht, Engagement gegen diskriminierende Strukturen, wirklich etwas ändern, kann sie nicht leben und ihren Studienkredit abbezahlen. Dazu kommen die Worte und Prägungen ihres Vaters, eines alten Bürgerrechtlers, der Jess von klein auf für Diskriminierung und den Kampf gegen Ungerechtigkeit sensibilisiert hat. Auch dies ist ein Teil von Jess, den sie in ihrem Streben um Anerkennung durch Prestige und Geld immer mehr zu verleugnen droht.

Und in diese ohnehin bereits komplexe Gefühlslage kommt auch noch Josh, der alles zu repräsentieren scheint, was Jess ablehnt. Diese Dichotomie kommt exemplarisch in den jeweiligen Parteipräferenzen von Jess (Demokraten) und Josh (Republikaner) zum Ausdruck und ist als solches auch regelmäßiger Streitpunkt zwischen den beiden. Doch gleichzeitig ist da auch mehr, etwas das beide vereint und gegenseitig anzieht.

Was ist wirklich wichtig in einer Beziehung? Haben die beiden letztlich mehr gemeinsam als sie trennt? Unbedingt herausfinden und lesen!

Alles gut ist ein kluger Roman zum Nachdenken über gesellschaftliche Ungleichheitsstrukturen, der Frage was unsere Identität ausmacht und eine berührende Liebesgeschichte zugleich!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

yellowdog yellowdog

Veröffentlicht am 29.03.2024

Gegensätze

Der Debütroman von Cecilia Rabess zeigt die langjährige Beziehung zwischen Jess und Josh. Sie ist schwarz und liberal, er weiß und konservativ. Dennoch verbindet sie gemeinsames Studium und sie haben zusammengearbeitet.
Daraus ... …mehr

Der Debütroman von Cecilia Rabess zeigt die langjährige Beziehung zwischen Jess und Josh. Sie ist schwarz und liberal, er weiß und konservativ. Dennoch verbindet sie gemeinsames Studium und sie haben zusammengearbeitet.
Daraus hat sich eine Freundschaft ergeben.
Es fällt auf, das ausschließlich aus Jess Perspektive erzählt, wird. Man sieht ihre innere Erlebniswelt, aber nie die von Josh.

Jess ist eine emotionale, lebhafte Figur. Man ist als Leser dicht an ihren Gedanken und Gefühlen. Sie trägt das Buch.
Josh ist für den Leser schwerer zu durchschauen, denn er ist verschlossener, jedenfalls anfangs.
Schließlich wird es mehr zwischen ihnen. Es ist aufgrund ihrer Unterschiede nicht einfach. Immer wieder diskutieren sie über ihre unterschiedlichen Sichtweisen.
Es hat mich angesprochen, einer längeren Beziehungsgeschichte folgen zu können, die keine simple, eindimensionale Romance ist.
Das heißt nicht, dass es in „Alles gut“ nicht auch ein paar Klischees gibt, doch das hat mich wenig gestört.
Was auch sehr interessant ist, sind die Passagen, die die Arbeitswelt der Trader zeigt.
Insgesamt ist es ein sehr amerikanisches Buch, das gesellschaftliche Verhaltensweisen zeigt.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Marielle_liest Marielle_liest

Veröffentlicht am 28.03.2024

So aktuell, so berührend, so wichtig!

Zwei Menschen aus völlig verschiedenen Welten und mit ebenso verschiedenen Ansichten lernen sich in der Uni kennen. Einige Zeit später treffen sie sich bei ihrem ersten Job in der Finanzbranche in New ... …mehr

Zwei Menschen aus völlig verschiedenen Welten und mit ebenso verschiedenen Ansichten lernen sich in der Uni kennen. Einige Zeit später treffen sie sich bei ihrem ersten Job in der Finanzbranche in New York wieder und müssen zusammenarbeiten. Jess ist weiblich und schwarz und kämpft jeden Tag aufs Neue für ihre Rechte. Josh ist männlich und weiß und hat ein ziemlich konservatives Mindset. Trotzdem finden die beiden zueinander, beginnen zu sprechen und werden Freunde. Und dann wird die Anziehungskraft immer größer.

„Alles gut“ hat irgendetwas in mir ausgelöst, das ich bis heute nicht genau erklären kann. Es hat einen Nerv getroffen, es hat Themen aufgegriffen, die mir wichtig sind, es hat so sehr berührt und mich zum Weinen gebracht und es hat getröstet und versöhnt. Ich bin schockverliebt und habe ein Jahreshighlight für mich gefunden.

Eigentlich greife ich nicht zu Liebensromanen und trotzdem habe ich es bei diesem Buch getan. Jetzt weiß ich, dass dieses Buch von so viel mehr als Liebe handelt. Und trotzdem sagt es etwas über die Liebe aus, was mich tief bewegt hat: Wir müssen nicht gleich sein, um zu lieben, wir müssen nicht immer einer Meinung sein und manchmal dürfen wir uns sogar hassen. Auf welchem instabilen Fundament Jess und Josh ihre Beziehung aufbauen, ist erstaunlich. Und andauernd geraten die Wände ins Wanken, doch trotzdem ist da eine unsichtbare Kraft, die die beiden verbindet.

Ich bin fasziniert, wie es der Autorin gelingt, so wichtige Themen wie Rassismus, Gleichberechtigung und toxische Männlichkeit auf die Alltagsebene zu bringen – ganz genau dorthin, wo sie entsteht und wo wir immer wieder damit konfrontiert werden. Dieses Buch ist überall auf der Welt so wichtig und aktuell. Es schreit uns die Probleme schonungslos ins Gesicht und erzählt dabei eine Geschichte, die wir alle nachfühlen können. Dieses Buch müsste ein Pflichtbuch sein – ich bin sicher, es kann so vieles (aus-)lösen! Riesige Empfehlung aus tiefstem Herzen!

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Autorin

Cecilia Rabess

Cecilia Rabess - Autor
© Cecilia Rabess

Cecilia Rabess hat als Data Scientist bei Google gearbeitet und war Associate bei Goldman Sachs. Ihre Artikel sind u.a. in MCSWEENEYS, FIVETHIRTYEIGHT, FAST COMPANY und FLOWING DATA erschienen. „EVERYTHING’S FINE“ ist ihr erster Roman.

Mehr erfahren
Alle Verlage