Eines Menschen Flügel
 - Andreas Eschbach - Taschenbuch

ab
26.11.2021
erhältlich

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14,90

inkl. MwSt.

Lübbe Belletristik
Taschenbuch
Science Fiction
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-404-20976-7
Ersterscheinung: 26.11.2021

Eines Menschen Flügel

Roman

(18)

Eine ferne Zukunft auf einem fernen, scheinbar paradiesischen Planeten – doch der Schein trügt. Etwas Mörderisches lauert unter der Erde. Daher haben die Siedler ihre Kinder gentechnisch aufgerüstet, sodass sie fliegen können. Es gibt jedoch weitere Rätsel: Noch nie haben die Menschen die Sterne gesehen. Der Himmel ist immer bedeckt, als würde sich dahinter etwas verbergen. Den Himmel, so heißt es, kann man nicht erreichen. Oder doch? Owen, einem Außenseiter, gelingt es – mit tödlichen Folgen …

Rezensionen aus der Lesejury (18)

NobbyR NobbyR

Veröffentlicht am 27.10.2020

Der neue Eschbach überzeugt

Andreas Eschbachs Roman "Eines Menschen Flügel" ist mit 1.257 Seiten ein echter Wälzer und eine der mit größter Spannung erwarteten Neuerscheinungen des Buchherbstes 2020. Nach eigenen Angaben hat der ... …mehr

Andreas Eschbachs Roman "Eines Menschen Flügel" ist mit 1.257 Seiten ein echter Wälzer und eine der mit größter Spannung erwarteten Neuerscheinungen des Buchherbstes 2020. Nach eigenen Angaben hat der Autor 20 Jahre an diesem Buch gearbeitet. Es bietet eine Mischung aus Science Fiction und Fantasy-Elementen.

*Worum es geht*

In ferner Zukunft wohnen auf einem wilden Planeten Menschen als Jäger und Sammler, die durch gentechnische Manipulation mit Flügeln ausgestattet sind, in großen Nestbäumen und scheinbar paradiesischer Harmonie. Ihre Welt ist wenig technisiert, ein Großteil ihres Lebens spielt sich im Flug ab, weil auf dem Boden eine undefinierbare, tödliche Gefahr in Form des Margor lauert. Deshalb hatten ihre Vorfahren, die 1062 Jahre zuvor mit Raumschiffen hierher gelangt waren, diesen ungewöhnlichen Weg gewählt, um zu überleben. Über den Menschen bildet eine undurchdringliche Wolkenschicht die Grenze zum Himmel, wobei niemand genau weiß, was sich dahinter verbirgt. Es kursieren nur Gerüchte, von denen der junge Owen so fasziniert ist, dass er das Geheimnis lüften und die sagenhaften Sterne sehen will, von denen die Menschen in grauer Vorzeit gekommen sind. Deshalb trainiert er so lange, bis er der beste und ausdauerndste Flieger wird. Er kann immer höher steigen, doch seine Sehnsucht nach den Sternen hat unangenehme Konsequenzen − nicht nur für ihn sondern auch für seine Nachkommen. Denn der Höhenflug birgt Gefahren. Außerdem wollen einige ihrer Art um jeden Preis die alte Ordnung aufrecht erhalten. Die Ahnen haben nämlich auch die Großen Bücher hinterlassen, eine Art Regelwerk, das durch Gebote und Verbote festlegt, wie die Gesellschaft leben soll und zu führen ist.

*Kritik*

Geflügelte Menschen sind keine Neuschöpfung. Es gab sie schon bei Flash Gordon oder in Form des Comic-Helden Hawkman. Und die Idee, dem Himmel nicht zu nah zu kommen, erinnert an die altgriechische Icarus-Sage, deren tragischer Held mit seinen selbst gebastelten Flügeln zu dicht an die Sonne fliegt und in den Tod stürzt. Ungeachtet dessen hat Andreas Eschbach in "Eines Menschen Flügel" mit viel Liebe zum Detail eine fantastische mit jeder Menge Sense of Wonder Welt erschaffen. Diese wirkt auf den ersten Blick eher wie ein klassischer Fantasy-Kosmos. Doch immer wieder klingen Hinweise an, die die Handlung dann doch eher in ein Science-Fiction-Setting verorten: So ist die Flugfähigkeit eine Art künstliche Umweltanpassung, die durch Integration von Falkengenen erzielt wurde. Die überlieferten Regeln der Ahnen bestimmen jedoch, dass die Menschen keine Maschinen mehr bauen dürfen. Was genau dazu führte, dass man den Schritt in die Lüfte machte, ist eines der Geheimnisse der Geschichte. Protagonist Owen glaubt jedenfalls, dass die Menschheit eines Tages zu den Sternen zurückkehren wird.

In wechselnder Perspektive geschrieben folgt ein Handlungstrang Owens Sohn Oris auf seiner Reise um den Planeten, bei der er die unterschiedlichsten Stämme und Clans kennenlernt. Dabei kommen verschiedene Personen zu Wort, die das Geschehen nach und nach beleuchten. Eschbachs Sprache und Erzählstil sind dabei gewohnt lebendig und daher flüssig zu lesen. Sein Worldbuildung ist in sich schlüssig, facettenreich und komplex. Wie so oft reißt er dabei ernste Themen an, in diesem Fall Aspekte wie Umweltschutz oder Manipulation durch Populismus und Intrigen. Eine seiner Stärken sind auch hier packende Dialoge und die Schilderung menschlichen Beziehungen. Die Vielzahl an Personen und Subplots kann etwas verwirren, doch sind die Charaktere liebevoll gestaltet und als Leser folgt man ihnen gern. An einigen Stellen hätte man sich vielleicht etwas mehr Hintergrundinformationen gewünscht, beispielsweise zum Margor. Andererseits ist der Roman mit seinen über 1.200 Seiten bereits sehr lang. Tatsächlich wünscht man sich an ein paar Stellen, in denen Wiederholungen auftauchen, der Autor hätte vielleicht ein paar noch gekürzt. Langeweile entwickelt sich jedoch nicht, dazu ist die beschriebene Welt zu faszinierend.

*Fazit*

Insgesamt ist "Eines Menschen Flügel" ein großartiges Buch für lange Herbstabende. Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Daher gilt mein Dank dem Lübbe-Verlag und NetGalley, dass ich es lesen durfte.

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Galladan Galladan

Veröffentlicht am 20.10.2020

Dieses Buch braucht seine Zeit, um sich zu entfalten

Eines Menschen Flügel von Andreas Eschbach, erschienen im Bastei Lübbe Verlag am 30.09.2020

Eine ferne Welt, abgeschirmt vom Rest des Universums durch eine Wolkenschicht die den Ausblick auf die Sterne ... …mehr

Eines Menschen Flügel von Andreas Eschbach, erschienen im Bastei Lübbe Verlag am 30.09.2020

Eine ferne Welt, abgeschirmt vom Rest des Universums durch eine Wolkenschicht die den Ausblick auf die Sterne verhüllt. Eine Welt, die von Menschen erobert wurde, die ihren Nachfahren die Flügel eines der örtlichen Vögel durch Genmanipulation gegeben haben, um sie vor einer Gefahr, die im Boden lauert zu schützen. Außerdem haben die Sternreisenden ihrem Volk ein Regelwerk hinterlassen, dass ihr Leben auf dem Planeten einschränkt, ihnen aber ermöglicht mit den vorhandenen Mitteln ein gutes Auskommen für sich und zukünftige Generationen zu sichern. Bis jemand nach den Sternen greift.


Dies ist eines jener Bücher, wo man lange braucht, um in die Geschichte zu versinken. Irgendwann ist man aber angekommen auf diesem kargen Planeten. der uns Fortschrittsjünger mit dem strengen Regelwerk einfach ausbremst. Manche Längen hätten vielleicht nicht sein müssen und man muss schon einige Seiten lesen, um die Namensgebung nach zu vollziehen und damit dann auch leichter mit dem Wust an Personen. die auftauchen klar zu kommen. Ich habe es auch nie geschafft mir das Aussehen der einzelnen Charaktere zu merken. Das war für mich vermutlich einfach zu viel Information auf einmal.


Das Buch folgt verschiedenen Personen und wir erleben ihre Sicht der Dinge. Es beschreibt viel die Gefühlswelt Heranwachsender und die eigentlich spannende Handlung setzt erst nach einigen hundert Seiten ein. Dafür hat das Werk dann aber auch noch genug Platz.

Insgesamt ein Buch für lange Abende und man muss unweigerlich an frühere Bücher des Autors denken. Schön geschrieben, sicherlich ein Buch für Jugendliche, aber auch Erwachsene können lange abtauchen und ein eigenes Gefühl für dieses Buch entwickeln. Klare Leseempfehlung.

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gagamaus gagamaus

Veröffentlicht am 25.11.2020

sehr empfehlenswert

Seit mehr als zwei Jahrzehnten folge ich dem Autor Andreas Eschbach in seinen Romanen. Mir gefällt, dass er sich auf kein Genre festlegen lässt, gerne aktuelle Themen aufgreift und immer für eine Überraschung ... …mehr

Seit mehr als zwei Jahrzehnten folge ich dem Autor Andreas Eschbach in seinen Romanen. Mir gefällt, dass er sich auf kein Genre festlegen lässt, gerne aktuelle Themen aufgreift und immer für eine Überraschung gut ist. Mit "eines Menschen Flügel" kehrt er zu seinen Anfängen zurück und greift wie in meinem absoluten Lieblingsbuch von ihm - die Haarteppichknüpfer - wieder zu einem Stilmittel, welches sicherlich nicht jeden Leser erfreut, da es eine gewissen Aufmerksamkeit verlangt und den Willen, so manchen liebgewonnenen Darsteller loszulassen. In jedem Kapitel wechselt die Perspektive und ein anderer Hauptakteuer übernimmt die Erzählposition. Es gibt auch keine Rückkehr zu vorhergehenden Perspektiven auch wenn natürlich viele Personen sich durch alle Kapitel ziehen.

Zuerst habe ich das Buch der Science Fiction zugeordnet, denn es spielt in einer fernen Zukunft auf einem ebenso fernen Planeten. Aber man kann es auch gerne in die Fantasyecke stellen, denn mit unserer realen Welt und unserer möglichen Zukunft hat es, meiner Meinung nach, nicht viel gemein. Allein schon die Tatsache, dass alle Menschen Flügel haben und es keine Technik gibt, finde ich eher phantastisch und im positiven Sinne ungewöhnlich.

Im Grunde geht es in der Geschichte über weite Strecken vor allem um verschiedene Aspekte des Mensch-Seins. Um den freien Willen, um Sehnsucht und Neugier, um verschiedene Formen des Zusammenlebens, deren Regeln und Einschränkungen die zwangsläufig auch eine Herausforderung zu Auflehnung und Widerspruch unter den jungen Menschen sind. Ein anderer Leser hat es als eine Art Trilogie in einem Band bezeichnet. Das trifft die Sache ziemlich gut. Also nicht abschrecken lassen von der Dicke des Buches. Und das Gute ist, das es sich auch mal zur Seite legen lässt und man problemlos wieder einsteigen kann. Man darf sich natürlich nicht an den Personen festhalten und ich gebe zu, ich bin mit den vielen Namen schon mal durcheinander gekommen. Aber die Hauptakteure und den jeweiligen Erzähler konnte ich gut zuordnen und ich habe den Roman mit all seinen Windungen und Wiederholungen genossen.

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Gavroche Gavroche

Veröffentlicht am 24.11.2020

Komplex

Mit "Eines Menschen Flügel" ist Andreas Eschbach wieder einmal ein tolles, umfangreiches Buch gelungen, in das man sich erst etwas einlesen muss, aber die Geduld lohnt sich. Ein dicker Schmöker, eine interessante ... …mehr

Mit "Eines Menschen Flügel" ist Andreas Eschbach wieder einmal ein tolles, umfangreiches Buch gelungen, in das man sich erst etwas einlesen muss, aber die Geduld lohnt sich. Ein dicker Schmöker, eine interessante Welt und die Andeutungen zwischen den Zeilen haben mich wieder einmal überzeugen können. Doch worum geht es? Die Menschen besitzen Flügel, denn es ist in dieser Zukunft und auf diesem Planeten, gefährlich, sich auf dem Boden aufzuhalten. Deshalb leben sie in Bäumen und halten sich an das Regelwerk, das ihnen ihre Ahnen hinterlassen haben. Es gibt viele unterschiedliche Perspektiven und Personen, aber so erhält man einen besseren Einblick. Eschbach verwendet viel Zeit darauf, das (alltägliche) Leben zu beschreiben und es verläuft lange Zeit ziemlich ruhig. Doch dann überstürzen sich die Ereignisse...

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Leseratte2007 Leseratte2007

Veröffentlicht am 20.10.2020

Ein vergessener Planet, Menschen mit Flügel und eine große Gefahr...

Was habe ich diesen Monat nur mit dicken Wälzern? Auch „Eines Menschen Flügel“ fällt auf jeden Fall unter den Begriff, dick. Es hat über 1200 Seiten und ich kann immer noch nicht glauben in welcher Rekordzeit ... …mehr

Was habe ich diesen Monat nur mit dicken Wälzern? Auch „Eines Menschen Flügel“ fällt auf jeden Fall unter den Begriff, dick. Es hat über 1200 Seiten und ich kann immer noch nicht glauben in welcher Rekordzeit ich dieses Buch verschlungen habe. Ich bereits „NSA“ von dem Autoren gelesen und absolut geliebt (klingt in dem Themenzusammenhang vllt. ein bisschen makaber).
Zunächst ist mir wieder sehr Eschbachs unglaublich flüssiger und schöner Schreibstil aufgefallen, der wie ein Schreibstil eines Jugendromans anmutet, der es dem Leser nicht gerade schwer macht durch die Seiten zu fliegen. Auch die Struktur ist sehr besonders. Sie mutet wie eine Trilogie an, die in ein dickes Buch gepackt wurde.
Bevor ich das Buch begonnen habe, dachte ich, dass der Leser nur einen Charakter folgt, jedoch wurde dieser Irrtum sehr schnell aufgeklärt. Es gibt unglaublich viele Charaktere! Für mich leider ebenfalls ein Kritikpunkt. Ich liebe Mehrperspektivität, aber leider war der Charaktercast förmlich unüberschaubar, viele Personen hießen ähnlich und bereits am Anfang werden zu viele Personen auf einmal vorgestellt.
Die Thematik fand ich wiederrum unglaublich genial. Eine ferne Zukunft, auf einem vergessenen Planeten, wenig Technologie, die Menschen leben fast schon paradiesisch als Jäger und Sammler. Eschbach geht unglaublich liebevoll und detailverliebt in die Tiefen und scheut wie gewohnt auch nicht vor ernsteren Themen wie Umweltschutz, Manipulation, Intrigen, Populismus, etc. zurück. Per se mutet es zunächst wie SF an, aber es erinnert mich teils in Auszügen an märchenhaftes Fantasy. Ich würde euch natürlich grob umreißen, um was es in der Geschichte geht, aber das ist einfach unmöglich! Ich kann keine 1200 Seiten in zwei Sätzen anreißen…
Mit „Eines Menschen Flügel“ hat er eine fesselnde, hoch originelle Geschichte und Setting geschrieben, die mich ab der ersten Seite fesseln konnten. Ich hatte mittendrin einen kleinen Durchhänger und musste mich förmlich zum Weiterlesen überwinden und auch die Wiederholungen und Rückblicke fand ich ein bisschen anstrengend, aber ansonsten bin ich durchweg an der Geschichte drangeblieben und habe sie in Rekordzeit gelesen.
Ich ziehe meinen Hut vor Eschbach und freue mich schon auf weitere Romane von ihm, gerne auch wieder in diese Richtung, vllt. mit ein paar weniger Seiten? Ich vergebe 4,5/5 Sterne.

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Autor

Andreas Eschbach

Andreas Eschbach - Autor
© Olivier Favre

Andreas Eschbach, geboren am 15.09.1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Von 1993 bis 1996 war er geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma. Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung "für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs" schrieb er seinen ersten Roman "Die Haarteppichknüpfer", der 1995 erschien und für den er 1996 den …

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