Romy Fölck - Autor
© Kerstin Petermann

Autorin

Romy Fölck

ROMY FÖLCK wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Mit Mitte dreißig entschied sie, ihren großen Traum vom Schreiben zu leben. Sie kündigte Job und Wohnung und zog in den Norden. Mit ihrem Mann lebt sie heute in einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg, wo ihre Romane entstehen. Ihre Affinität zum Norden kommt nicht von ungefähr, verbrachte doch ihr Vater seine ersten Lebensjahre in Ostfriesland. TOTENWEG ist der erste Band ihrer Krimiserie um die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.


Interview

Romy Fölck spricht im Interview über ihren neuen Roman "Bluthaus" | 20.09.2018

Ende September 2018 erscheint mit "Bluthaus" bereits der zweite Teil ihrer Krimiserie um die Polizistin Frida Paulsen und den Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn. Wie ist die Idee zum Buch entstanden?Die Idee für den Roman entstand, als ich noch am Vorgänger "Totenweg" arbeitete. Ich wollte gern...

Ende September 2018 erscheint mit "Bluthaus" bereits der zweite Teil ihrer Krimiserie um die Polizistin Frida Paulsen und den Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn. Wie ist die Idee zum Buch entstanden?
Die Idee für den Roman entstand, als ich noch am Vorgänger "Totenweg" arbeitete. Ich wollte gern eine interessante Nebenfigur im nächsten Band in den Fokus rücken und dies mit einem ganz speziellen Thema der Polizeiarbeit verbinden, was mich seit Jahren sehr interessiert.
Was macht die besondere Beziehung Ihres Ermittlerduos aus? Wie entwickelt sich diese im zweiten Teil weiter?
Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn mögen und schätzen sich, nachdem sie viel zu lange gebraucht haben, sich endlich zu vertrauen. Kriminalhauptkommissar Haverkorn erkennt Fridas Potential, eine gute Kriminalistin zu werden. Sie selbst strauchelt jedoch und weiß plötzlich nicht mehr, ob sie überhaupt zur Polizei zurückkehren möchte. Aber Haverkorn als väterlicher Freund steht ihr bei ihrer Entscheidung zur Seite.
Die Detektivin Johanna „Jo“ Arndt hatte in Totenweg nur eine kleine Nebenrolle. Was hat Sie dazu veranlasst, der Figur in diesem Teil mehr Platz zu geben?
Jo war in Totenweg nur ein kleiner Part zugedacht. Aber wie das manchmal beim Schreiben ist, eine Figur entwickelt sich und wird plötzlich größer und interessanter als gedacht. Sie hat mich schon bei der Arbeit am ersten Band sehr fasziniert. Auch von Lesern wurde ich immer wieder auf Jo angesprochen und gefragt, ob sie noch einmal eine größere Rolle in der Reihe spielen wird. Spätestens da war klar, dass ich sie im nächsten Band stärker einbinden und entwickeln muss.
Was zeichnet Jo Arndt als Mensch aus?
Nun, Jo ist nicht durchweg sympathisch. Sie ist eine zerrissene Persönlichkeit, stark und verletzlich zugleich. Etwas Dunkles und Geheimnisvolles umweht sie. Sie hat als Kind einen großen Verlust erlitten. Seitdem vertraut sie nur sich selbst und kann sich schwer emotional binden. Dennoch ist sie loyal und steht für Schwächere ein.
Was ist das Besondere an Ihren Krimis?
Meine Reihe um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn wird sich insbesondere ungeklärten Altfällen, sogenannten „Cold Cases“, widmen, in denen die beiden ermitteln und die mich selbst beim Schreiben sehr inspirieren. Und sie sind ein recht gegensätzliches Ermittlerteam, was natürlich Spannungen verursacht.
Was ist Ihr innerer Antrieb, Kriminalromane zu schreiben?
Ich liebe es, alte und neue Kriminalfälle miteinander zu verknüpfen. Ungeklärte Morde oder vor Jahren verschwundene Menschen faszinieren mich auch im wirklichen Leben. Solche Themen treiben mich an. Daraus entstehen meine Ideen für diese Krimireihe.
Wie haben Sie für das Buch recherchiert?
Ich habe mich intensiv mit meinen Schauplätzen beschäftigt. Außerdem habe ich mich von verschiedenen Polizisten, einer Rechtsmedizinerin aus Dänemark und einem befreundeten Arzt beraten lassen.
Sie haben lange Zeit in Dresden und Leipzig gelebt und sind vor einigen Jahren in die Elbmarsch gezogen. Wie hat es Sie in den Norden verschlagen?
Ich bin der Liebe wegen in den Norden gezogen. Aber auch mein Vater ist im Norden geboren, ob Sie es glauben oder nicht – auf einem Krabbenkutter in der Nordsee. Seine ersten Lebensjahre hat er in Greetsiel verbracht. Vielleicht fühle ich mich deshalb hier im Norden so heimisch.
Was hat Sie dazu veranlasst, die Elbmarsch in der Nähe von Hamburg als Schauplatz für Ihre Reihe zu wählen?
Ich lebe seit fünf Jahren in der Elbmarsch. Als ich hierherzog, habe ich mich sofort in diesen Landstrich an der Elbe verliebt. Im Frühjahr/ Sommer ist es idyllisch hier. Ich genieße das flache, nordische Land mit den Schafen auf den Deichen, den rustikalen Reetdachhäusern, der immensen Vogelvielfalt der Marsch. Und natürlich mag ich die Menschen, die hier leben. Aber im Herbst/ Winter, wenn die Herbststürme, Nebel und Regentage die Marsch heimsuchen, herrscht hier oft eine düstere Atmosphäre, die perfekt für ein Krimisetting ist.
Neben der Elbmarsch spielt Ihr neuer Kriminalroman auch auf der Ostseehalbinsel Holnis. Warum ausgerechnet dort?
Ich habe bei meiner Recherche einen Ort gesucht, der einen zweideutigen Namen hat und an dem mein Bluthaus stehen könnte. Dadurch bin ich – wirklich eher zufällig – auf Holnis gestoßen. Ich bin hingefahren und war sofort verliebt in die Halbinsel. Sie hat eine teils schaurig-schöne Atmosphäre. Perfekt für den Roman!
In Totenweg drehte sich alles um das zentrale Thema Familie und die besonderen Schwierigkeiten der Apfelhofbesitzer in der Elbmarsch. Mit welchen Erzählthemen beschäftigen Sie sich in Bluthaus?
Dieses Mal schreibe ich über das Thema Freundschaft sowie ein faszinierendes, aber durchaus polarisierendes Thema der Polizeiarbeit, das mich seit Jahren interessiert. Wenn ich dieses hier verraten würde, würde ich dem Roman vorgreifen und die Spannung wäre dahin.
Wie dürfen wir uns Ihre Arbeitsweise vorstellen? Lieber akkurat durchplanen oder erstmal drauflos schreiben?
Ich habe von einem erfahrenen Autorenkollegen gelernt, wie wichtig ein guter Plan für einen Roman und für die Schreibarbeit ist. Ich würde gern sofort losschreiben, wenn die Kernidee da ist. Aber Exposé und Treatment sind mein Handwerkszeug. Je besser der Plan ist, desto besser ist am Ende das Ergebnis. Natürlich habe ich auch beim Schreiben spontane Ideen, die ebenfalls einfließen, jedoch den Plot nicht mehr über den Haufen werfen dürfen.
Zu welchen Krimiautoren greifen Sie privat gerne?
Ich liebe die Harry-Hole-Reihe von Jo Nesbø, die Max-Wolfe-Romane von Tony Parsons und die Thriller von Jean-Christophe Grangé. Mich begeistern deutsche AutorInnen, wie Gisa Klönne, Elisabeth Herrmann, Angélique Mund und Norbert Horst. Aber natürlich lese ich neben Krimis auch gern Romane, wie die von Andreas Izquierdo oder Dörte Hansen.
Früher traf ein Autor seine Leser höchstens bei Lesungen oder auf Buchmessen, heute bekommen Sie unmittelbar und direkt ein Feedback über die sozialen Netzwerke. Wie gehen Sie damit um?
Ich finde es wunderbar, dass es die sozialen Netzwerke gibt. So kann ich jederzeit mit Lesern kommunizieren. Denn der Schreibjob ist sehr einsam. Da ist es großartig, den Kontakt „nach draußen“ zu haben und schnell Rückmeldungen zu bekommen, wenn ein neuer Roman erscheint.
Inwieweit haben Sie beim Schreiben auch den Leser im Blick?
Ich schreibe über Themen, die mich selbst interessieren, über Figuren, die ich spannend finde und die bei mir Emotionen erzeugen. Ich denke dabei nicht an die Leser, hoffe aber, dass ich eine große Leserschaft mit meinen Geschichten erreiche.
Können bzw. dürfen Sie uns schon verraten, ob es weitere Bände Ihrer Krimireihe um das Ermittlerteam Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn geben wird?
Es geht natürlich weiter mit den beiden! An Band 3 der Reihe schreibe ich momentan, Band 4 ist konzeptionell geplant. Und erste Ideen für Band 5 schweben mir schon vor.
Video

Romy Fölck im Interview zu Ihrem Kriminalroman "Totenweg"

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