Romy Fölck - Autor
© Kerstin Petermann

Autorin

Romy Fölck

ROMY FÖLCK wurde 1974 in Meißen geboren. Sie studierte Jura, ging in die Wirtschaft und arbeitete zehn Jahre für ein großes Unternehmen in Leipzig. Mit Mitte dreißig entschied sie, ihren großen Traum vom Schreiben zu leben. Sie kündigte Job und Wohnung und zog in den Norden. Mit ihrem Mann lebt sie heute in einem Haus in der Elbmarsch bei Hamburg, wo ihre Romane entstehen. Ihre Affinität zum Norden kommt nicht von ungefähr, verbrachte doch ihr Vater seine ersten Lebensjahre in Ostfriesland. TOTENWEG ist der erste Band ihrer Krimiserie um die beiden Ermittler Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn.


Interview

»Wenn sich die Reetdachhäuser in der Elbmarsch gegen Regen oder Herbststürme stemmen oder vom Nebel eingehüllt sind, ist es für mich das perfekte Setting, um einen Kriminalroman zu schreiben.« | 26.02.2021

MORDSAND ist der 4. Band Ihrer Reihe rund um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Wenn Sie auf den ersten Band der Reihe zurückschauen: Inwiefern haben sich Ihre Protagonisten im Laufe der Bücher weiterentwickelt?Sie vertrauen sich. Bjarne Haverkorn ist Fridas Mentor. Frida, die im e...

MORDSAND ist der 4. Band Ihrer Reihe rund um das Ermittlerduo Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Wenn Sie auf den ersten Band der Reihe zurückschauen: Inwiefern haben sich Ihre Protagonisten im Laufe der Bücher weiterentwickelt?
Sie vertrauen sich. Bjarne Haverkorn ist Fridas Mentor. Frida, die im ersten Band noch an der Polizeiakademie studiert hat, arbeitet nun ebenfalls in der Mordkommission. Sie profitiert von seiner langjährigen Erfahrung und seiner Ausgeglichenheit, er von ihrer etwas ungestümen Art und ihrer Leidenschaft, eine gute Kriminalistin zu werden.
Gibt es eine Figur, die Ihnen am meisten ans Herz gewachsen ist?
Ich möchte mich nicht zwischen meinen Ermittlern entscheiden. Ich mag beide sehr gern, Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Denn die Mischung macht´s, wie man so schön sagt.
Ihre Krimis spielen in der regnerischen, nebelverhangenen Landschaft der Elbmarsch vor den Toren Hamburgs. Was reizt Sie an diesem Setting besonders?
Ich bin zugezogen, lebe aber seit vielen Jahren hier in Norddeutschland und mag die Landschaft und die Menschen. So idyllisch die Elbmarsch im Sommer ist, so düster ist sie im Herbst und Winter. Wenn sich die Reetdachhäuser gegen Regen oder Herbststürme stemmen oder vom Nebel eingehüllt sind, ist es für mich das perfekte Setting, um einen Kriminalroman zu schreiben.
Sie haben früher Jura studiert und hatten im Rahmen Ihres Referendariats am Gericht mit einigen Kriminalfällen zu tun. Gab es einen realen Kriminalfall, den Sie besonders spannend fanden?
An einen Fall erinnere ich mich besonders. 2001 war ich Rechtsreferendarin bei der Richterin einer Schwurgerichtskammer und durfte am Dresdner Landgericht einem der größten ostdeutschen Mordprozesse beiwohnen. 1997 waren in einem Wald, nahe Moritzburg in Sachsen, ein Oberlandeskirchenrat, dessen Frau und Hund kaltblütig erschossen worden. Durch eine Zigarettenkippe am Tatort wurde damals ein Verdächtiger festgenommen. 2001 fand gegen ihn der Strafprozess, der große mediale Wirkung hatte, am Dresdner Landgericht statt. Dieser Fall war aufregend und hat mich sehr bewegt.
In Ihre bisherigen Bücher bauen Sie Rückblicke aus der Vergangenheit in den Plot der Kriminalhandlung ein. In MORDSAND thematisieren Sie die Abgründe des Jugendwerkhofes Torgau in der DDR. Wie ist die Idee des Buches entstanden? Wie sind Sie bei der Recherche vorgegangen?
Die Thematik „Jugendwerkhof“ ist mir nicht fremd, da ich in der DDR aufgewachsen bin. Aber erst einige Jahre nach der Wende erfuhr ich, was für unmenschliche Zustände dort teilweise herrschten. Irgendwann kam mir die Idee, dieses dunkle Thema der DDR-Vergangenheit in meinem neuen Roman zu verarbeiten. Während meiner Recherchen las ich Bücher dazu, eine Menge Berichte aus dem Internet und habe auch Filmmaterial gesichtet. Und ich bin nach Torgau in die Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof gefahren, habe mich in den Ausstellungsräumen umgesehen und mit einer wissenschaftlichen Referentin gesprochen, die mir auch während des Schreibprozesses eine große Hilfe war.
Warum haben Sie sich dafür entschieden, sich dem Schreiben von Krimis zu widmen? Was gefällt Ihnen an diesem Genre besonders?

Ich liebe Spannungsromane, lese sie selbst besonders gern. Beim Schreiben treibt es mich an, mich einerseits mit menschlichen Abgründen auseinanderzusetzen, auf der anderen Seite zu erforschen, wie Angehörige von Opfern mit diesen teilweise traumatischen Erlebnissen umgehen und was es mit den Ermittlern der Kripo macht, mit Tötungsdelikten zu tun zu haben.

Was ist Ihr Rezept für einen richtig guten Krimi?
Leider hat das Romanschreiben nur wenig mit Muße zu tun. Mein Rezept: Handwerk, Disziplin und Durchhaltevermögen.
Können bzw. dürfen Sie uns schon verraten, ob es weitere Bände Ihrer Krimireihe um das Ermittlerteam Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn geben wird?
Ich schreibe momentan an Band 5. Und auch auf weitere Bände mit meinen beiden Ermittlern können sich die Leserinnen und Leser der Elbmarsch-Krimireihe ganz sicher freuen.

Interview

Romy Fölck spricht im Interview über ihren neuen Roman "Bluthaus" | 20.09.2018

Ende September 2018 erscheint mit "Bluthaus" bereits der zweite Teil ihrer Krimiserie um die Polizistin Frida Paulsen und den Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn. Wie ist die Idee zum Buch entstanden?Die Idee für den Roman entstand, als ich noch am Vorgänger "Totenweg" arbeitete. Ich wollte gern...

Ende September 2018 erscheint mit "Bluthaus" bereits der zweite Teil ihrer Krimiserie um die Polizistin Frida Paulsen und den Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn. Wie ist die Idee zum Buch entstanden?
Die Idee für den Roman entstand, als ich noch am Vorgänger "Totenweg" arbeitete. Ich wollte gern eine interessante Nebenfigur im nächsten Band in den Fokus rücken und dies mit einem ganz speziellen Thema der Polizeiarbeit verbinden, was mich seit Jahren sehr interessiert.
Was macht die besondere Beziehung Ihres Ermittlerduos aus? Wie entwickelt sich diese im zweiten Teil weiter?
Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn mögen und schätzen sich, nachdem sie viel zu lange gebraucht haben, sich endlich zu vertrauen. Kriminalhauptkommissar Haverkorn erkennt Fridas Potential, eine gute Kriminalistin zu werden. Sie selbst strauchelt jedoch und weiß plötzlich nicht mehr, ob sie überhaupt zur Polizei zurückkehren möchte. Aber Haverkorn als väterlicher Freund steht ihr bei ihrer Entscheidung zur Seite.
Die Detektivin Johanna „Jo“ Arndt hatte in Totenweg nur eine kleine Nebenrolle. Was hat Sie dazu veranlasst, der Figur in diesem Teil mehr Platz zu geben?
Jo war in Totenweg nur ein kleiner Part zugedacht. Aber wie das manchmal beim Schreiben ist, eine Figur entwickelt sich und wird plötzlich größer und interessanter als gedacht. Sie hat mich schon bei der Arbeit am ersten Band sehr fasziniert. Auch von Lesern wurde ich immer wieder auf Jo angesprochen und gefragt, ob sie noch einmal eine größere Rolle in der Reihe spielen wird. Spätestens da war klar, dass ich sie im nächsten Band stärker einbinden und entwickeln muss.
Was zeichnet Jo Arndt als Mensch aus?
Nun, Jo ist nicht durchweg sympathisch. Sie ist eine zerrissene Persönlichkeit, stark und verletzlich zugleich. Etwas Dunkles und Geheimnisvolles umweht sie. Sie hat als Kind einen großen Verlust erlitten. Seitdem vertraut sie nur sich selbst und kann sich schwer emotional binden. Dennoch ist sie loyal und steht für Schwächere ein.
Was ist das Besondere an Ihren Krimis?
Meine Reihe um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn wird sich insbesondere ungeklärten Altfällen, sogenannten „Cold Cases“, widmen, in denen die beiden ermitteln und die mich selbst beim Schreiben sehr inspirieren. Und sie sind ein recht gegensätzliches Ermittlerteam, was natürlich Spannungen verursacht.
Was ist Ihr innerer Antrieb, Kriminalromane zu schreiben?
Ich liebe es, alte und neue Kriminalfälle miteinander zu verknüpfen. Ungeklärte Morde oder vor Jahren verschwundene Menschen faszinieren mich auch im wirklichen Leben. Solche Themen treiben mich an. Daraus entstehen meine Ideen für diese Krimireihe.
Wie haben Sie für das Buch recherchiert?
Ich habe mich intensiv mit meinen Schauplätzen beschäftigt. Außerdem habe ich mich von verschiedenen Polizisten, einer Rechtsmedizinerin aus Dänemark und einem befreundeten Arzt beraten lassen.
Sie haben lange Zeit in Dresden und Leipzig gelebt und sind vor einigen Jahren in die Elbmarsch gezogen. Wie hat es Sie in den Norden verschlagen?
Ich bin der Liebe wegen in den Norden gezogen. Aber auch mein Vater ist im Norden geboren, ob Sie es glauben oder nicht – auf einem Krabbenkutter in der Nordsee. Seine ersten Lebensjahre hat er in Greetsiel verbracht. Vielleicht fühle ich mich deshalb hier im Norden so heimisch.
Was hat Sie dazu veranlasst, die Elbmarsch in der Nähe von Hamburg als Schauplatz für Ihre Reihe zu wählen?
Ich lebe seit fünf Jahren in der Elbmarsch. Als ich hierherzog, habe ich mich sofort in diesen Landstrich an der Elbe verliebt. Im Frühjahr/ Sommer ist es idyllisch hier. Ich genieße das flache, nordische Land mit den Schafen auf den Deichen, den rustikalen Reetdachhäusern, der immensen Vogelvielfalt der Marsch. Und natürlich mag ich die Menschen, die hier leben. Aber im Herbst/ Winter, wenn die Herbststürme, Nebel und Regentage die Marsch heimsuchen, herrscht hier oft eine düstere Atmosphäre, die perfekt für ein Krimisetting ist.
Neben der Elbmarsch spielt Ihr neuer Kriminalroman auch auf der Ostseehalbinsel Holnis. Warum ausgerechnet dort?
Ich habe bei meiner Recherche einen Ort gesucht, der einen zweideutigen Namen hat und an dem mein Bluthaus stehen könnte. Dadurch bin ich – wirklich eher zufällig – auf Holnis gestoßen. Ich bin hingefahren und war sofort verliebt in die Halbinsel. Sie hat eine teils schaurig-schöne Atmosphäre. Perfekt für den Roman!
In Totenweg drehte sich alles um das zentrale Thema Familie und die besonderen Schwierigkeiten der Apfelhofbesitzer in der Elbmarsch. Mit welchen Erzählthemen beschäftigen Sie sich in Bluthaus?
Dieses Mal schreibe ich über das Thema Freundschaft sowie ein faszinierendes, aber durchaus polarisierendes Thema der Polizeiarbeit, das mich seit Jahren interessiert. Wenn ich dieses hier verraten würde, würde ich dem Roman vorgreifen und die Spannung wäre dahin.
Wie dürfen wir uns Ihre Arbeitsweise vorstellen? Lieber akkurat durchplanen oder erstmal drauflos schreiben?
Ich habe von einem erfahrenen Autorenkollegen gelernt, wie wichtig ein guter Plan für einen Roman und für die Schreibarbeit ist. Ich würde gern sofort losschreiben, wenn die Kernidee da ist. Aber Exposé und Treatment sind mein Handwerkszeug. Je besser der Plan ist, desto besser ist am Ende das Ergebnis. Natürlich habe ich auch beim Schreiben spontane Ideen, die ebenfalls einfließen, jedoch den Plot nicht mehr über den Haufen werfen dürfen.
Zu welchen Krimiautoren greifen Sie privat gerne?
Ich liebe die Harry-Hole-Reihe von Jo Nesbø, die Max-Wolfe-Romane von Tony Parsons und die Thriller von Jean-Christophe Grangé. Mich begeistern deutsche AutorInnen, wie Gisa Klönne, Elisabeth Herrmann, Angélique Mund und Norbert Horst. Aber natürlich lese ich neben Krimis auch gern Romane, wie die von Andreas Izquierdo oder Dörte Hansen.
Früher traf ein Autor seine Leser höchstens bei Lesungen oder auf Buchmessen, heute bekommen Sie unmittelbar und direkt ein Feedback über die sozialen Netzwerke. Wie gehen Sie damit um?
Ich finde es wunderbar, dass es die sozialen Netzwerke gibt. So kann ich jederzeit mit Lesern kommunizieren. Denn der Schreibjob ist sehr einsam. Da ist es großartig, den Kontakt „nach draußen“ zu haben und schnell Rückmeldungen zu bekommen, wenn ein neuer Roman erscheint.
Inwieweit haben Sie beim Schreiben auch den Leser im Blick?
Ich schreibe über Themen, die mich selbst interessieren, über Figuren, die ich spannend finde und die bei mir Emotionen erzeugen. Ich denke dabei nicht an die Leser, hoffe aber, dass ich eine große Leserschaft mit meinen Geschichten erreiche.
Können bzw. dürfen Sie uns schon verraten, ob es weitere Bände Ihrer Krimireihe um das Ermittlerteam Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn geben wird?
Es geht natürlich weiter mit den beiden! An Band 3 der Reihe schreibe ich momentan, Band 4 ist konzeptionell geplant. Und erste Ideen für Band 5 schweben mir schon vor.
Video

Romy Fölck im Interview zu Ihrem Kriminalroman "Totenweg"

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