Yellowface
 - Rebecca F.  Kuang - eBook
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23,99

inkl. MwSt.

Eichborn Verlag
Literarische Unterhaltung
383 Seiten
Altersempfehlung: ab 16 Jahren
ISBN: 978-3-7517-5563-4
Ersterscheinung: 29.02.2024

Yellowface

Roman. »Rasiermesserscharf!« TIME
Übersetzt von Jasmin Humburg

(128)

»Krimi, Satire, Paranoia, heiße Debatten. Vor allem aber eine absolut großartige Geschichte.« STEPHEN KING

»Ich habe dieses Buch wahrscheinlich schneller verschlungen als alles, was ich in diesem Jahr gelesen habe.« ANTHONY CUMMINS, THE GUARDIAN 

June Hayward und Athena Liu könnten beide aufstrebende Stars der Literaturszene sein. Doch während die chinesisch-amerikanische Autorin Athena für ihre Romane gefeiert wird, fristet June ein Dasein im Abseits. Niemand interessiert sich für Geschichten "ganz normaler" weißer Mädchen, so sieht es June zumindest.

Als June Zeugin wird, wie Athena bei einem Unfall stirbt, stiehlt sie im Affekt Athenas neuestes, gerade vollendetes Manuskript, einen Roman über die Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs.

June überarbeitet das Werk und veröffentlicht es unter ihrem neuen Künstlernamen Juniper Song. Denn verdient es dieses Stück Geschichte nicht, erzählt zu werden, und zwar egal von wem? Aber nun muss June ihr Geheimnis hüten. Und herausfinden, wie weit sie dafür gehen will.

Rezensionen aus der Lesejury (128)

Kaylaliest Kaylaliest

Veröffentlicht am 11.04.2024

Eindrucksvoll

Yellowface ist der erste Fiction Roman von R. F. Guang. Anders als ihre vorherigen Bücher, wie Babel oder die Poppy War Trilogie, wendet sich Kuang in diesem Buch einer spannungsgeladenen Geschichte mit ... …mehr

Yellowface ist der erste Fiction Roman von R. F. Guang. Anders als ihre vorherigen Bücher, wie Babel oder die Poppy War Trilogie, wendet sich Kuang in diesem Buch einer spannungsgeladenen Geschichte mit Thrillerelementen zu, die von der Hetze in sozialen Medien sowie kulturelle Aneignung und Rassismus handelt. Kuang selbst beschreibt es als das „Beobachten einer Twitter-Kernschmelze“ und trifft es meiner Meinung nach damit auf den Punkt. Das Buch hat mich Schadenfreude sowie Trauer, Unbehagen und Scham empfinden lassen und das teilweise alles in einem Kapitel. Ihr Ziel ist es ganz klar, einem ein mulmiges Gefühl gegenüber allen Figuren zu vermitteln, was sie mit Bravour schafft.  Niemand ist nur gut oder nur böse. Alle sind eigennützig, haben ihre Fehler und ihre Traumata. Die Geschichte hat mich mit einer morbiden Faszination erfüllt. Ich wollte wegschauen und konnte mich trotzdem nicht davon losreißen. 
Das Buch gibt einen Einblick in das Verlagswesen, mit welchen Sorgen und Problemen sich Schriftsteller*innen auseinandersetzen müssen und wie Fehlinformationen sich im Zeitalter des Internets verselbständigen. Es geht darum wie Authentizität aussieht und was Repräsentation braucht oder vielleicht auch nicht? Wie ist es als Autorin weiß zu sein und wie wirkt sich das auf asiatische Stimmen in der Literaturbranche aus? Alles Fragen, die Kuang in ihren Zeilen auf den Grund geht und trotzdem nicht zu der einen richtigen Antwort kommt. 

Zum Abschluss möchte ich euch noch Kuangs Meinung zu diesem Thema zitieren „I feel quite strongly that we should not put authors into boxes or tell them what they can/can't write based on their racial identity. But the way we talk about who-can-write-what is so reductive, and often pigeonholes marginalized writers more often than it opens up questions about representation, profit, and whose stories are being spotlighted/promoted/assigned value.“

Mein Fazit: Ein sehr eindringliches und forderndes Buch, dass mich teilweise an meine Grenzen gebracht hat und mich gleichzeitig so fesseln konnte, dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. 

Diese Rezension stammt aus unserer Community Lesejury, in der lesebegeisterte Menschen Bücher vor allen anderen lesen und rezensieren können. Hier kannst du dich kostenlos registrieren.

Liz2910 Liz2910

Veröffentlicht am 06.04.2024

super spannend!

Athenas Tod hat meine Welt nicht zerstört, er hat sie nur … eigenartiger gemacht.
Seite 32

June und Athena sind Schriftsteller Kolleginnen, doch während es für Athena nicht besser laufen könnte, ist June ... …mehr

Athenas Tod hat meine Welt nicht zerstört, er hat sie nur … eigenartiger gemacht.
Seite 32

June und Athena sind Schriftsteller Kolleginnen, doch während es für Athena nicht besser laufen könnte, ist June von der Bestseller Liste noch weit entfernt. Als Athena bei einem Unfall stirbt, steckt June ihr unveröffentlichtes Manuskript ein, einen Roman über die Heldentaten chinesischer Arbeiter während des Ersten Weltkriegs. June nimmt Athenas Idee, drückt ihr ihren Stempel auf und veröffentlich das Buch unter ihrem neuen Künstlernamen Juniper Song. Das Buch klettert die Bestseller Liste hinauf – aber kann June dieses Geheimnis wirklich wahren?

Eine Lüge lässt sich am besten vor aller Augen verstecken.
Seite 60

Der Klappentext hat mich super neugierig gemacht. Ich fand die Perspektive des Buches super spannend, denn jetzt kann man als Leser das Buch aus der Sicht „des Bösewichts“ erleben. Ich fand die Geschichte super spannend und mitreißend und der Einblick in die Verlags- und Buchwelt hat mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil ist gut, sehr nüchtern, ich fand das für June sehr passend, denn aus ihrer Sicht wird das Buch erzählt. Auch ihre Motive waren gut dargestellt, die Handlung passte gut zusammen und June rutscht immer weiter in das Geschehen hinein, was sie jedoch selbst losgetreten hat. Ich fand es spannend zu sehen, wie sich die Geschichte entwickelt, wie sie ein Konstrukt erstellt, um ihre Tat zu rechtfertigen und sich immer mehr darin verstrickt, bis sie sich wirklich nicht für die Böse hält.

Außerdem werden die sozialen Medien sehr schonungslos thematisiert, was ich wirklich gut fand und es geht um Rassismus und die Frage wer was schreiben darf, ein Thema das sehr aktuell ist. June fand ich spannend, sie ist kein liebenswerter Charakter und doch fiebert man irgendwie mit ihr mit.

Ich habe das Buch an einem Nachmittag durchgelesen und finde es sehr besonders. Ich werde nach weiteren Büchern der Autorin Ausschau halten ♥

Und auch wenn es mich unglücklich macht, werde ich an dieser Magie festhalten, solange es mich gibt.
Seite 268

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Der-Buchtip Der-Buchtip

Veröffentlicht am 31.03.2024

der Hype ist absolut gerechtfertigt

Dieses Buch ist absolut zurecht in aller Munde und wird so stark beworben, absolut zu Recht.

Der Eichborn Verlag, wer hätte das gedacht, bringt in der letzten Zeit, einen Knaller nach dem anderen heraus. ... …mehr

Dieses Buch ist absolut zurecht in aller Munde und wird so stark beworben, absolut zu Recht.

Der Eichborn Verlag, wer hätte das gedacht, bringt in der letzten Zeit, einen Knaller nach dem anderen heraus. Ich kenne den Eichborn Verlag noch aus den 80ern, wo sie eher humoristische Bücher vertrieben haben, zumindest erinnere ich mich eher an diese Kategorie. Seit her ist viel passiert.
Im vergangenen Jahr war der Topseller "morgen, morgen und wieder Morgen" bei ihren Veröffentlichungen und dieses Jahr kann Eichborn mit "Yellowface" gleich nachlegen und sicher einen ebenso grossen Erfolg erzielen.
Das Buch ist wirklich etwas Besonderes. In gleichem Masse Thriller, Gesellschaftskritik, Reality Roman, Abrechnung mit der Verlagsbranche und Spiegel der heutigen Welt und der Macht der Sozialen Medien.

De Inhalt kann man auf dem Klappentext lesen. Was es jedoch dort nicht zu lesen gibt, wie hervorragend das Buch geschrieben ist. Stilistisch wunderbar, macht es einfach Freude dieses Buch zu lesen und auch wenn man es ganz klar in den Bereich der Literatur stellen muss, so ist es doch keinesfalls langweilig oder bemüht hochtrabend. Ganz im Gegenteil es ist Unterhaltung in seiner besten Form.
Die Autorin hat bereits die Fantasy Bücher "Babel" geschrieben, die ebenfalls in aller Munde gewesen sind und das ich auch in meinem Bücherregal stehen, aber noch nicht gelesen habe. Was ich aber so schnell wie möglich nachholen werde, denn wenn ich erst einmal Blut geleckt habe und eine großartige neue Autorin oder Autor gefunden habe, dann beisse ich mich meistens fest und lese auch die anderen Titel.
Interessanterweise zeigen sich rein anhand der Biografie der Autorin, eindeutige Parallelen zu xxx die im Buch eine Bestseller Autorin ist. Das diese auch da Mordopfer ist, öffnet natürlich Tür und Tor für jeden Hobbypsychologen wie mich. Wie viele andere Parallelen gibt es noch und rechnet die Autorin vielleicht nicht nur mit der Verlagsbranche, sondern auch mit sich selbst ab?!

Ich kann dieses Buch wirklich nur wärmstes empfehlen und jeder der sich durch den Titel und die Augen auf dem Buch vielleicht versucht fühlt es weg zu legen, weil man denkt: "ich bin nicht asiatisch, vielleicht ist das nichts für mich", kann das Buch getrost zur Kasse tragen.

Mir hat es wirklich sehr gut gefallen und ist schon jetzt eines meiner Highlights 2024.

***** Sterne

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Urmeli Urmeli

Veröffentlicht am 29.03.2024

geistiges Eigentum

Juniper Song Hayward und Athena Liu lernen sich auf der Uni kennen. Beide träumen von einer Karriere als Schriftstellerinnen. Als die chinesischstämmige Liu noch als Studentin einen Bestseller herausbringt ... …mehr

Juniper Song Hayward und Athena Liu lernen sich auf der Uni kennen. Beide träumen von einer Karriere als Schriftstellerinnen. Als die chinesischstämmige Liu noch als Studentin einen Bestseller herausbringt kommt bei der weißen Amerikanerin Juniper Neid auf. Athena sonnt sich im Ruhm, eilt von Erfolg zu Erfolg, bewohnt ein schickes Apartment. Als Athena Juniper zu sich nach Hause einlädt geschieht ein Unglück. Vor Junipers Augen stirbt Athena und sie kann ihr nicht helfen. Da Athena ihr Manuskript nicht mehr veröffentlichen kann sieht Juniper das Entwenden, Aufbereiten des Inhalts und Herausgabe als ihr eigenes Werk auch nicht als Diebstahl an, auch wenn schon früh Zweifel an der Urheberschaft aufkommen. Der Roman über chinesische Arbeiter während des ersten Weltkrieges wird ein Bestseller, endlich hat sie es geschafft, sie ist berühmt. Bis der Chitstorm in den sozialen Medien über sie hineinbricht, ihr Hass entgegenschlägt. Wie kann eine Weiße über Chinesen schreiben, wie kann sie die Leser*innen über ihre wahre Herkunft täuschen indem sie ihren zweiten Vornamen Song als Nachnamen wählt.
Der Roman lässt uns in den Literaturbetrieb, ins Verlagswesen blicken mit allen Problemen und Ängsten, die dort herrschen und wem geistiges Eigentum gehört. Der Segen und Fluch der sozialen Medien und was es mit der Psyche der Menschen macht werden thematisiert. Die Protagonistin wird ambivalent dargestellt, man kann sie hassen und mit ihr leiden, mal ist sie Opfer, mal Täter. Die Autorin schafft es mit ihrem herausragenden Schreibstil die Spannung zu halten.

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papyrusofdreams papyrusofdreams

Veröffentlicht am 28.03.2024

𝐠𝐧𝐚𝐝𝐞𝐧𝐥𝐨𝐬, 𝐠𝐞𝐬𝐞𝐥𝐥𝐬𝐜𝐡𝐚𝐟𝐭𝐬𝐤𝐫𝐢𝐭𝐢𝐬𝐜𝐡 𝐮𝐧𝐝 𝐚𝐛𝐬𝐨𝐥𝐮𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐛𝐞𝐬𝐜𝐡𝐨𝐞𝐧𝐢𝐠𝐞𝐧𝐝

𝐊𝐮𝐫𝐳𝐫𝐞𝐳𝐞𝐧𝐬𝐢𝐨𝐧 „𝐘𝐞𝐥𝐥𝐨𝐰𝐟𝐚𝐜𝐞“ 𝐯𝐨𝐧 𝐑𝐞𝐛𝐞𝐜𝐜𝐚 𝐅. 𝐊𝐮𝐚𝐧𝐠

𝐠𝐧𝐚𝐝𝐞𝐧𝐥𝐨𝐬, 𝐠𝐞𝐬𝐞𝐥𝐥𝐬𝐜𝐡𝐚𝐟𝐭𝐬𝐤𝐫𝐢𝐭𝐢𝐬𝐜𝐡 𝐮𝐧𝐝 𝐚𝐛𝐬𝐨𝐥𝐮𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐛𝐞𝐬𝐜𝐡𝐨𝐞𝐧𝐢𝐠𝐞𝐧𝐝

Hey meine lieben Bookies,

„𝐘𝐞𝐥𝐥𝐨𝐰𝐟𝐚𝐜𝐞“ ist eines der Bücher, die mich in letzter Zeit ... …mehr

𝐊𝐮𝐫𝐳𝐫𝐞𝐳𝐞𝐧𝐬𝐢𝐨𝐧 „𝐘𝐞𝐥𝐥𝐨𝐰𝐟𝐚𝐜𝐞“ 𝐯𝐨𝐧 𝐑𝐞𝐛𝐞𝐜𝐜𝐚 𝐅. 𝐊𝐮𝐚𝐧𝐠

𝐠𝐧𝐚𝐝𝐞𝐧𝐥𝐨𝐬, 𝐠𝐞𝐬𝐞𝐥𝐥𝐬𝐜𝐡𝐚𝐟𝐭𝐬𝐤𝐫𝐢𝐭𝐢𝐬𝐜𝐡 𝐮𝐧𝐝 𝐚𝐛𝐬𝐨𝐥𝐮𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐛𝐞𝐬𝐜𝐡𝐨𝐞𝐧𝐢𝐠𝐞𝐧𝐝

Hey meine lieben Bookies,

„𝐘𝐞𝐥𝐥𝐨𝐰𝐟𝐚𝐜𝐞“ ist eines der Bücher, die mich in letzter Zeit wirklich begeistern konnten.
Die Geschichte handelt von June Hayward, die ihr Leben lang davon träumt als Autorin groß rauszukommen. Doch leider bleibt der Erfolg aus. Während ihre „Freundin“ Athena Liu einen großen Roman nach dem anderen veröffentlicht, regen sich Neid und Verzweiflung in June. Trotzdem verbringt June Zeit mit Athena und wird Zeugin des Unfalls, bei dem Athena ums Leben kommt. Die Ereignisse überschlagen sich und June entscheidet sich dazu, das grad fertiggestellte Manuskript von Athena zu stehlen.

Es ist eines dieser Bücher, die trotz geringer Seitenanzahl so viel zu sagen haben ! Es ist ein MUSS für jeden Buchblogger. Es greift Themen auf, die in der Buchbubble einfach oft untergehen. Wir befinden uns ja hier in unserem „Safespace“ und wehe jemand fängt an unsere Komfortzone zu entromantisieren. Rebecca F. Kuang zeigt mit diesem Buch wie knallhart die Literaturbranche, Kritiker und soziale Medien wirklich sein können.
Wer darf eigentlich über was schreiben ?!
Diversität als Verkaufsargument ?!
Wo beginnt kulturelle Aneignung ?!
Shitstorms - das perfekte Werbemittel ?!
Plagiate, Neid, Hass, Einsamkeit, Verzweiflung, Rassismus.

Ich muss dieses Buch immer noch verarbeiten und werde wohl noch lange darüber nachdenken.
Kann es jedem ans Herz legen, sich dieses Buch zu schnappen und zu lesen.

Eure Steffi !

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Autorin

Rebecca F. Kuang

Rebecca F.  Kuang - Autor
© Julian Baumann

Rebecca F. Kuang ist NEW-YORK-TIMES-Bestsellerautorin und wurde vielfach für ihr Werk ausgezeichnet. Ihr Roman BABEL war ein weltweiter Erfolg und gewann unter anderem den BRITISH BOOK AWARD und den NEBULA. Sie ist Marshall-Stipendiatin, Übersetzerin und hat einen Philologie-Master in Chinastudien der Universität Cambridge und einen Soziologie-Master in zeitgenössischen Chinastudien der Universität Oxford. Zurzeit promoviert Rebecca Kuang in Yale in Ostasiatischen Sprachen und Literatur.

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